Lage der Bundeswehr: Das sagt der GI

Die Hiobsbotschaften und Brandbriefe aus der Truppe, die am (gestrigen) Montag in einem Bericht über eine verheerende Einsatzbereitschaft für die NATO-Speerspitze kulminierten, haben das Verteidigungsministerium alarmiert – und das versucht nun weiter gegenzuhalten. So trat am Dienstag Generalinspekteur Volker Wieker zu einem kurzen Statement vor Journalisten. Kernaussage: Das ist eine Momentaufnahme, die man nicht verallgemeinern darf.

Der GI zum Nachhören:

GI_Wieker_20feb2018     

 

 

(Später mehr dazu, jetzt kommt erst mal die Pressekonferenz des Wehrbeaftragten, wo das Thema sicherlich auch eine Rolle spielen dürfte.)

35 Kommentare zu „Lage der Bundeswehr: Das sagt der GI“

  • DerKnüller   |   20. Februar 2018 - 11:42

    Ich stimme dem GI voll und ganz zu: die VJTF wird ihren Auftrag vollausgestattet antreten können. Man muss ihn allerdings zu Gute halten, dass er es sehr geschickt formuliert hat: nur weil die VJTF ausgestattet werden kann, heißt das noch lange nicht, die Ausrüstungssituation sei gut. Es wird wieder so laufen, wie es immer läuft: der Verband, der Dinge benötigt wird sich eben diese aus den gesamten Streitkräften zusammenziehen; die Situation wird in der Folge in anderen Einheiten, die nicht die VJTF stellen, weiter verschärft.
    Es bleibt abzuwarten, ob eine zügige Nachführung von Ausrüstung im beschleunigten Beschaffungsverfahren Früchte trägt oder ob es zu bezweifeln bleibt.

  • Flieger   |   20. Februar 2018 - 11:50

    Na, dann bin ich ja beruhigt. Dann haben wir ab 30.06. ja das gesamte notwendige Material auf dem Hof…
    Weiß zwar grad nicht, woher das Material kommt (wenn es von anderen Verbänden kommt, ist es da ja 2 Jahre weg….hmmm) aber wir denken ja positiv.
    Wenn ich dann alle meine geschützten Fahrzeuge, Waffen, Versorgungsfahrzeuge, Container usw. habe (gem. Forderung NATO mehr als im gesamten ORG-Bereich vorhanden), muss ich jetzt nur noch alle auf Führerschein bekommen, damit wir dann die Fz auch fahren können/dürfen. COOL.
    Nur wenn ich das ganze Mat habe, wer macht dann den Mat-Erhalt?? Es ist ja deutlich mehr Material als SOLL-Org beinhaltet, die ja auch den Schlüssel für das Personal festgelegt hat….hmmm, dann mach ich nix anderes mehr….kündige ich dann mal den Jahresausbildungsbefehl mit den ambitionierten Inhalten ab? wohl nicht, dann das Material lieber bei den anderen lassen und nur im Falle des Falles zuführen..
    ab 2019 mit NoticeToMove von 3-5 Tagen spannend…
    Personalschlüssel und Faktoren für VJTF bzw. auf Grund von NTM-Zeit vorzuhaltenes Personal der 2./3. Reihe, alles Wolkenbilder.
    Und hier ist dann der Kulminationspunkt, dass bekomme ich auf Btl-Ebene von den Kdo-Beh nicht beantwortet außer: machen Sie mal, erfüllen sie den Auftrag!
    Sehr spannend…

  • Pio-Fritz   |   20. Februar 2018 - 11:54

    Auch hier wieder ein rumlavieren. Natürlich bekommt man Einzelmaßnahmen hin, und sei der Kraftakt auch noch so groß.
    Aber das das große Ganze nicht vernünftig funktioniert, da ergeht sich der GI nur in Andeutungen.
    Anscheinend gibt es ein gewisses Problembewusstsein im Ministerium, es traut sich mal wieder keiner, das Kind beim Namen zu nennen.

  • sascha Vohwinkel   |   20. Februar 2018 - 11:54

    @DerKnüller
    Aus Wieker sprach ein Politiker. Die Formulierungen waren entsprechend.
    Der Politiker beharrt darauf, dass Verpflichtungen erfüllt werden.
    Richtig, sie werden erfüllt.
    Vollständig und neutral müsste die Formulierung eine ganz andere sein.
    „Man kann Verpflichtungen erfüllen, nachdem Material zusammengezogen, sprich ausgeliehen wurde.“
    Für mich ein Offenbarungseid.

  • Florian Kling   |   20. Februar 2018 - 12:02

    Ja die VJTF wird wohl am 30.06. mit vollem Personal und Material ausgestattet sein. Das liegt sicherlich auch daran, dass jetzt Soldaten der dafür eingeplanten Panzertruppe untersagt wurde im ersten Halbjahr mit den funktionierenden Kampfpanzern zu trainieren und auszubilden. Diese Infos erreichen mich aus dem Buschfunk.

  • Klauspeterkaikowsky   |   20. Februar 2018 - 12:05

    Nö, @Pio-Fritz das Problembewusstsein im Ministerium ist klar formuliert. Der Zeitrahmen bis 2030 steht, eindeutig benannt, nachvollziehbar.
    Nur muss sich niemand damit zufrieden geben, dass nach der Trendwende ca. 15 Jahre ins Land gehen bis zur Vollausstattung über alle Ebenen.
    Was sich NATO wohl dabei denkt, behind closed doors?

  • PJ   |   20. Februar 2018 - 12:23

    Schöne Worthülsen des GI!
    Letztendlich nur wieder „Bla Bla Bla“.
    Ändern wird sich im Gesamtsystem nichts, da einfach insgesamt zu wenig Material verfügbar ist, die Strukturen nicht zum Auftrag passen und dann noch zuviel Bürokratie schnelleres Handeln / Reagieren verhindert.

  • MA   |   20. Februar 2018 - 12:24

    Vor mehreren jähren liess der aktuelle GI Soldaten wissen, dass die Bundeswehr gut ausgestattet und die Zeiten in der sie sich ihr eigenes Rüstzeug selbst beschaffen mussten längst vorbei seien.

    Realitätsverweigerung hat Methode.

  • Klauspeterkaikowsky   |   20. Februar 2018 - 12:29

    @Florian Kling  
    Nicht nur Buschfunk. Wurde seitens Sprecher „Darmstädter Signal“ heute bei Phoenix gleichlautend bestätigt.
    Nur, dergleichen geht erfahrungsgemäß nach hinten los. Fz ohne Bewegung erleiden Standschäden, die Versorgungskette „ruht gelähmt“, Truppe übt nicht und verliert Vertrauen in das Gerät.
    Und, die Schäden treten später auf, WÄHREND der Nutzung bei VJTF.
    ALTE LEUTE KENNEN SOWAS.
    Als das Heer noch im Btl, Brig Div-Rahmen mit Großgerät übte, wurde die höchste Einsatzbereitschaft zu Ende der Üb-Phase erreicht, alles war eingespielt.
    Was also jetzt befohlen wurde, erfordert im VJTF-Einsatz den Herzschrittmacher.

    [Klassischer Zirkelschluss: Florian Kling ist der Sprecher des Darmstädter Signals. So bitte nicht. T.W.]

  • Klauspeterkaikowsky   |   20. Februar 2018 - 12:43

    @T.W. @Florian Kling
    Pardon. Tut mir Leid, der Zirkel…!
    Aber meine Folgerungen bleiben.

  • Memoria   |   20. Februar 2018 - 13:28

    Aus dem Jahresbericht 2017 des Wehrbeauftragten, S. 43:
    „Nur sechs der 30 Kompanien der sechs Logistikbataillone (Streitkräftebasis) sind mit Fahrzeugen voll ausgestattet. Insgesamt stehen nur 30 Prozent der Soll-Ausrüstung zur Verfügung. Wie damit der deutsche Beitrag zur Very High Readiness Joint Task Force
    (VJTF) sichergestellt werden soll, bleibt fraglich. Umsteuerungsversuche hätten nicht zum Erfolg geführt, man müsse mit dem planen, was auf dem Hof stehe, wurde dem Wehrbeauftragten bei einem Truppenbesuch erklärt.“

    Da sind die Aussagen des GI zur Momentaufnahme, dann doch zumindest gewagt.

    [Dazu der Hinweis: In der PK des Wehrbeauftragten habe ich genau danach gefragt – siehe im entsprechenden Thread den Audio-Mitschnitt etwa bei Minute 40:00. T.W]

  • Dipl.-Inf(anterist)   |   20. Februar 2018 - 13:35

    @MA

    „Realitätsverweigerung hat Methode“ = besser kann man es kaum ausdrücken!

    Mit diesem ewigen, realitätsfernen „Herumgeschwurbel“ verliert man doch all diejenigen, die tagtäglich versuchen, aus dieser Sch… noch Bonbons zu drehen (sorry für die drastische Sprache)! Attraktiv ist Anders!!!
    Ich habe irgendwann mal gelernt, dass es bei gleicher Realität durchaus unterschiedliche Wahrnehmungen geben kann… aber Realitäten kann man zählen, messen, wiegen!
    Und was gerade gezählt, gemessen und gewogen wird, das kann doch kaum noch unterschiedlich wahrgenommen werden, das ist eine Bankrotterklärung!

  • Robert   |   20. Februar 2018 - 14:58

    Nachtigall, ick hör dir trapsen…
    Kaum wird der Bericht des Wehrbeauftragten veröffentlicht, rauscht es im Blätterwald – eine neue „Skandal“meldung, natürlich aus Pfullendorf. Nein, was für ein Zufall.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-staatsanwaltschaft-prueft-ermittlungen-wegen-gewaltmarsch-in-pfullendorf-a-1194457.html

    [Hm. Was wollen Sie jetzt damit zum Ausdruck bringen? Dass alles gar nicht so schlimm ist, aufgebauscht wird etc.? Der Wehrbeauftragte hat in der Pressekonferenz übrigens auch dazu was gesagt. T.W.]

  • Robert   |   20. Februar 2018 - 15:18

    @T.W.
    Ich will damit meinen Verdacht zum Ausdruck bringen, dass das eine Nebelkerze aus dem Bendlerblock ist.
    Natürlich ist so etwas absolut nicht in Ordnung und straf- und disziplinarrechtlich zu verfolgen, aber der Zeitpunkt, zu dem das ganze öffentlich wird, lässt mich stutzig werden.

  • Retired   |   20. Februar 2018 - 15:18

    HA! Er hats gesagt.
    „In der gesamten Breite gibt es noch Fähigkeitslücken, die es zu schließen gilt.“
    Wie konnte das passieren? Ich dachte „Breite vor Tiefe“ war DIE Lösung, das gesamte Fähigkeitsspektrum zu erhalten.
    Wie also von vielen unter der Besoldungsgruppe A15 vorhergesagt, führte das Konzept Breite vor Tiefe erst dazu Fähigkeiten schlechter zu machen (weniger Tief) um dann festzustellen, dass man sie im Versuch die ganze Breitweite zu erhalten komplett verliert (Personal, Material oder Ausbildungsstand).
    Das Traurige ist nur, dass niemand in der Lage zu sein scheint ein realistisches Konzept zu erstellen welches die Bw voran bringt.
    Vielleicht ist es nicht gewollt!?

  • Matbewfunk   |   20. Februar 2018 - 18:41

    Leider muss ich selbst feststellen das teilweise untertrieben wird, alles angefordert, vom Gepanzerten 5to bis zum Zelt. Trotz Verpflichtung VJTF sollen sogar Westen abgeben. Zur Anforderung, die Gepanzerten Fahrzeuge haben wir nie gesehen. Und werden es auch nie.

  • Memoria   |   20. Februar 2018 - 20:01

    @T.W.:
    Danke für den Hinweis.
    Nur leider scheint man die zusätzlichen Fahrzeuge nicht anderswo herbekommen und auch nicht bis Sommer geliefert bekommen. Da war die Antwort des Wehrbeauftragten etwas dünn.

  • Thomas Melber   |   20. Februar 2018 - 20:21

    VJTF hat ja drei Phasen: stand up / active / stand down. Daher muß der Verband ja eigentlich über drei Jahre voll ausgestattet sein, oder?

  • diba   |   20. Februar 2018 - 20:48

    @Robert und T.W.: das ganze hat schon ein wenig ein „Gschmäckle“, v.a. weil der Sachverhalt ja schon seit Wochen bekannt ist und seither auch ermittelt wird. War auch unmittelbar danach schon in diversen Zeitungen.
    Wie auch im Artikel beschrieben waren seither auch schon 2 und 3 Sterner zur „Dienstaufsicht“ vor Ort. Warum also wird das ganze grade jetzt so nochmal so aufgezogen und als Neuigkeit dargestellt.
    Ich da will ich nichts kleinreden, beschönigen oder rechtfertigen, aber schon ein sehr „passender“ Moment für den einen oder anderen.
    Jetzt setz ich meinen Aluhut wieder auf – oder ab ??? Ich weiss auch nicht mehr ….

  • JanLPunkt   |   20. Februar 2018 - 21:44

    @Thomas Melber | 20. Februar 2018 – 20:21

    Pssst. Nun verraten Sie mal nicht, dass Deutschland schon dieses Jahr in der Stand-up Phase ist. Und damit zur Initial Follow On Forces Group gehört, Notice to Move irgendwas zwischen 30-45 Tagen.
    Sonst müsste man sich ja eingestehen, dass das ganze Konzept von deutscher Seite jetzt schon nicht funktioniert.

    [45 Tage. Wollte das eigentlich auch noch alles etwas detaillierter aufgeschrieben haben, bin aber aus familiären Gründen derzeit stark eingeschränkt. vielleicht die Tage. T.W.]

  • moth   |   20. Februar 2018 - 23:02

    @Retired
    1000+

    Ja, ja – der Wille.

    Aktionismus, Sparzwang, Klüngelei ….das ganze gepaart mit Konzeptionslosigkeit.

    War den externen Beratern bei der Neuorganisation unserer Bundeswehr nicht klar, welche militärpolitischen Aufgaben und Herausforderungen zukünftig anstehen?
    Wurden sie schlecht beraten?
    Wurden bündnisrelevante Potentiale außer Acht gelassen?
    Ging es nur darum Kosten zu senken?

    Alles muss jetzt mit viel Geld in kürzester Zeit neu abgepackt werden. Hierzu sind massive Änderungen in den Bereichen Beschaffung und Instandhaltung – ja sogar Gesetzesänderungen notwendig.

    Deutschland stand einmal für Qualität und Zuverlässigkeit.
    Auch in Hinblick auf Fürsorgepflicht als Dienstherr.

  • Memoria   |   20. Februar 2018 - 23:34

    @JanLPunkt:
    Vielen Dank dafür. Ich dachte mir heute auch wie die Ausführungen des GI zur VJTF-Planumg mit dem jeweiligen Phasen und NTM-Vorgaben passen.

    Hoffe da wird nochmal nachgehakt.

  • closius   |   21. Februar 2018 - 0:51

    Auch wenn die organische Struktur der VJTF Brigade anders ist, als die Struktur der deutschen Brigaden in Friedenszeiten rechtfertigt dies kein zusammenklauen von Material, weil dies kann ja nur dazu führen, zusätzliche Einheiten vorzusehen oder in die Brigade zu integrieren. Dafür muss ich klein Material in anderen Einheiten leihen.

    Die Aussage des GI ist also eine reine Ausrede. Zudem stellt sich die Frage, warum die BW nicht ihre Brigadestrukturen an die Strukturen der VJTF Einheiten oder den multinationalen Bataillonen im Baltikum anpasst?

    Und es macht für mich keinen Sinn, daß die BW aus reinrassigen Kampfbataillonen mit nur Kampfpanzern oder nur Schützenpanzer besteht, wenn die Einheiten aber nur gemischt für VJTF oder eFP eingesetzt werden. Und gemischte Panzer- bzw. Panzergrenadierbataillone gab es früher in der BW schon mal.

  • MA   |   21. Februar 2018 - 8:08

    @ Thomas Melber | 20. Februar 2018 – 20:21

    Der ist gut. Die VJTF Phasen lassen sich nach der bisherigen Vorgehensweise auch so übersetzen:

    stand up: Phase in der aus anderen Einheiten (fast) alles zusammengeklaubt wird.

    active: Phase in der noch nicht alles verfügbar ist, aber für Ausbildung/Übung/Vorführungen an die folgende VJTF und einsatzgleiche Verpflichtungen, schon wieder abgegeben wird

    stand down: Phase in der dann fast alles, auch dass was zwischenzeitlich schon verleihen wurde, zurückgesteuert wird, weil ja andere mit dem VJTF oder anderen Aufgaben betraut sind.

  • Ottone   |   21. Februar 2018 - 9:41

    Wer kann mir bitte nachvollziehbar begründet (!) erklären warum es 10 Jahre braucht um die BW wieder auf die Füsse zu stellen, insbesondere was das Material angeht? Warum ist dies unumstösslich so wie die Kernfusion, die bekanntlich immer noch 50 Jahre benötigt?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   21. Februar 2018 - 22:34

    @Closius
    „Und es macht für mich keinen Sinn, daß die BW aus reinrassigen Kampfbataillonen mit nur Kampfpanzern oder nur Schützenpanzer besteht, wenn die Einheiten aber nur gemischt für VJTF oder eFP eingesetzt werden. Und gemischte Panzer- bzw. Panzergrenadierbataillone gab es früher in der BW schon mal“
    Trifft historisch gesehen hinsichtlich ihrer Bewertung absolut nicht zu.
    In der Heeresstruktur 4 gab es die gemischten Pz/PzGrenBtl.
    Dies aber nicht qua höherer taktischer Einsicht, wider jegliche Kriegserfahrung, sondern schlicht aus finanziellen Zwängen heraus: Ein zusätzliches reinrassiges Pz/PzGrenBtl war nicht zu unterhalten, die verfügbaren RESTbestände an Pers und Gerät wurden ZWANGSVERHEIRATET, denn:
    Ziel bei Einführung war, den Brig ein zusätzliches KpfTrBtl als weiteres Manöverelement an die Hand zu geben, was mit Vollaussattung (bekannter Begriff , heute) aber eben nicht machbar war.

    Die Btl wurden dann im Grundbetrieb wieder auseinandergepflückt, weil es Ausbildung, Technik (Gleichartigkeit des Hauptwaffensystems), Einsatzgrundsätze und Führbarkeit im Tagesdienst erforderte. Ein gelernter PzKdr kann nicht die Feinheiten des PzGrenWesens ausbilden und führen, und umgekehrt. Nur das Einfache hat Erfolg, Mischmasch ist nicht einfach.
    Diese Btl waren ausschließlich bei Übungen zusammen. Im Feldheer trugen sie die Endnummer 1, im TerrH die Endnummer 4.

    Natürlich werden KpfTrBtl je nach TRUPPENEINTEILUNG gemischt (+/-) eingesetzt. Das ist aber keinesfalls eine auch nur irgendwie ableitbare Begründung eine eFP oder VJTF- Gliederung quer durch das Heer herbeizuführen. Im „nächsten“ Eins/ einsatzgleicher Verpflichtung gibt’s dann erneut eine zugeschnitten Gliederung, weil das Vorherige nicht mehr passt? So nicht!

  • Elahan   |   22. Februar 2018 - 7:44

    @Ottone

    „Wer kann mir bitte nachvollziehbar begründet (!) erklären warum es 10 Jahre braucht um die BW wieder auf die Füsse zu stellen, insbesondere was das Material angeht?“

    Die Neuausrichtung läuft seit 2013 und ist noch immer nicht abgeschlossen. Eine Streitkraft im Frieden neu aufzustellen erfordert Ressourcen an Mat, Pers, Infra und Geld alles dies abgestimmt aufbauen erfordert Zeit. Heute eine neue Kaserne zu bauen verlangt von der Planung, Genehmigung, Bau, Abnahme, Einzug, Betrieb locker mind 10Jahre. Produktion von Bauteilen die im ziv Bereich Ressourcen bindet lässt sich die Wirtschaft teuer bezahlen (mit Recht) und deshalb gab es früher Depots. Just in Time und Lagerhaltung auf der Straße funktioniert eben nur bei Massenfertigung nicht bei Einzelteilen. Am Ende müssen Sie die Menschen finden, Ausbilden und erfahren lassen, damit sie einsatzfähig sind und auch das dauert je nach Verwendung zum Teil über 10Jahre für einen Verband, selbst Kommandeure liegen nicht im Lager.

    „Warum ist dies unumstösslich so wie die Kernfusion, die bekanntlich immer noch 50 Jahre benötigt?“

    Weil die Rahmenbedingungen im Frieden so sind wie sie sind.

  • closius   |   24. Februar 2018 - 10:21

    @KPK: Wenn es damals in der Heerestruktur 4 falsch war, die Bataillone zu mischen, dann wäre es auch heute falsch und wäre die VJTF Struktur, zumindest für die deutschen Anteile zu ändern.

    Da der GI behautpet hat, daß die Gliederung der deutschen Brigaden und von VJTF ganz anders sei und man deshalb Material zusammenklauben müssen. Ich sage nur, die Struktur sollte gleich sein, damit diese Ausrede der GI wegfällt. Ob mit Mischgliederun der Einheiten oder durch reinrassige Einheiten bei VJTF, aber einheitlich in BW und in VJTF.

    Und in der Heerestruktur 4 kann die Mischgliederung nicht zwingend gewesen sein, weil damals waren die BW-Standorte noch so nahe beieinander bzw. lagen oft Panzerbatailllone und Panzergrenadierbatailone am selben Standort(was heute die Ausnahme ist), daß die Soldaten bei einer getrennten Aufstellung der zusätzlichen Bataillone nicht hätten umziehen müssen, sondern leicht hätten pendeln können.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. Februar 2018 - 13:36

    @closius
    Ehrlich gesagt, verstehe ich Sie nicht (mehr).
    Es war nicht falsch, die gemKpfTrBtl zu gliedern, wie es letztlich gemacht wurde, es war aus begrenzten Ressourcen heraus besser nicht machbar.

    Sicher unterscheidet sich die „Gliederung der deutschen Brigaden und von VJTF“ erheblich. Das ist abe absolut keine Begtründung für eine VJTF Struktur der Kampftruppe. Morgen ist VJTF vorbei und es folgt ein anderer Auftrag, dann erneut umstrukturieren?
    Es existiert eine Grundgliederung, je nach Auftrag wird davon in der Tuppeneinteilung abgewichen. Nichts anderes wird in Litauen gemacht, wie bei fast allen anderen Teilnehmern auch. Einzig U.S. Amy schöpft aus dem Vollen: Am Beispiel des (U.S.) eFP-Einsatzes kann das gut nachverfolgt werden: nämlich mit einem verminderten (-) ABCT in die Verwendung. Derzeit sogar mit der „national guard“ von https://www.tn.gov/military/news/2018/2/21/tenn–guard-s-278th-armored-cavalry-regiment-tapped-for-enhanced-forward-presence-rotation-to-poland.html
    „… each task force is comprised of over 850 Soldiers based at armories across the state and will form battalion sized battle groups …“
    Es wird also aus dem Gesamt-cavalryregiment (= Brigade) eine task-force auf Bataillonsniveau zusammengestellt. Ebenso macht es da Heer auch, mit der Truppeneinteilung. Es wird aber natürlich keine VJTF/eFP Gliederung eingenommen.

    Ihr letzter Absatz, sorry, absolut realitätsfern.
    Zu fraglichen Zeit war ich PzChef in einer Kaserne mit der gesamten Brigade innerhalb ein und derselben Kaserne, ausgenommen PzPiKp, da Gewässernähe gefordert war, zusätzlich PzAufklBtl der Div. Zum benachbarten PzBtl und PzGrenBtl sowie den Kp des „EinserBtl“ waren es max 2 Gehminuten. Niemand kam auch nur ansatzweise auf die von Ihnen vorgeschlagene Idee. Zur Verdeutlichung, das gemischte Btl BESTAND, war AUFGESTELLT, mit der Ausnahme 1./-, damit auch des BtlStb.
    Die Kampfkompanien sahen sich den drei voll aufgestellten der Pz/PzGrenBtl im „F“ unterstellt. Bei Üb und Eins traten Sie in ihrem Btl zusammen, die 1./-, besonders BtlFüGrp wurde aus n.a. Pers und Teilen des abgebenden Btl zusammengestellt.

    Die Darstellung des GI ist keine Behauptung, sondern bildet absolute Normalität ab. Das Material-Zusammenklauben ist dabei nicht dem Abweichen von der Regel geschuldet, sondern der desolaten Gesamtlage bei Ausrüstung und Ausstattung.
    Abschließende Frage, Sie sind Heeressoldat, Kampftruppe?

  • Pio-Fritz   |   24. Februar 2018 - 14:35

    @Klaus-Peter Kaikowsky | 24. Februar 2018 – 13:36

    Zu Ihrer Frage an @closius

    Abschließende Frage, Sie sind Heeressoldat, Kampftruppe?

    Natürlich ist es hilfreich, Heeressoldat zu sein, wenn man über Heeresstrukturen reden möchte. Für diesen Thread unerheblich, hier geht es „nur“ um die Einsatzfähigkeit von Großgerät, da ist die Vorgehensweise und das Dilemma in allen TSK und OrgBereichen gleich.

    BTW, sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass das Aufgaben- und damit auch das Wahrnehmungsspektrum eines Kampfunterstützers größer ist als das des Kampftrupplers? Der macht „nur“ sein Hauptgeschäft, und wie wir in einem anderen Thread zu EFP lernen durften, kann ein Jägerstab kein PzGrenBtl führen und umgekehrt. Der Kampfunterstützer muss sich auf seine jeweilige Klientel einstellen.

    Manchmal wäre etwas weniger „breit fahren- schmal denken“ angebracht. Alleiniges Herrschaftswissen kann hier keiner für sich beanspruchen, wir können nur aus der Summe unserer Erfahrungen unsere Schlüsse ziehen.

  • FlaOffz   |   24. Februar 2018 - 18:57

    Wenn die Herrn dann mal den Disput über reinrassige Grundgliederung vs. gemischter Einsatz bereits in der Grundgliederung einstellen könnten. Natürlich funktioniert beides (mit jeweils unterschiedlichen Vor- und Nachteilen).

    Nun frage ich mich vielmehr, welcher Sprechzettelschreiber dem GI eingeflüstert hat, dass die deutsche VJTF-Brigade so sehr anders gegliedert ist, als die Leerbrigade 9 im Grundbetrieb, sodass die Ausrüstung des deutschen Anteil (!) der VJTF unmöglich in diesem deutschen Grossverband (!) vorhanden sein kann. Das bedeutet zu Ende gedacht, das eine deutsche Panzerbrigade in Grundgliederung und STAN-Ausstattung nicht NATO-Mindeststandards genügt. Oder das man die Potemkinschen Dörfer weiter baut, dass man in Einsätze, einsatzgleiche Verpflichtungen oder internationale Übungen modern ausgestattete Truppe schickt, mit bundesweit zusammen geliehenem Material, und im „Friedensbetrieb“ bzw. in der Grundgliederung ist aus Sicht der Bundeswehrführung dann wieder die Splitterschutzweste, das Fero Z51 einmal pro Gruppe als einziges Nachtsichtgerät und der Besenstiel in der Fahrzeuglafette voll ausreichend für Ausbildung und Übungen…

  • Memoria   |   24. Februar 2018 - 19:45

    @FlaOffz:
    Leerbrigade ist das richtige Stichwort.
    Die Aussagen des GI sollte man als behandeln was sie sind:
    Nebelkerzen zur Verschleierung des individuellen und kollektiven Versagens.

  • Klauspeterkaikowsky   |   24. Februar 2018 - 19:52

    Ok @FlaOffz, damit kann ich leben.
    Auf jeden Fall ist der GI nicht beratungsresistent. Auch wenn das Resultat nicht gefällt, irgendjemand hat’s verbrochen.
    Ein bis mehrere Herren der Genst-Hierarchie bis hin zu B3 werden tolle ppt vorgeführt haben.
    Merkwürdig alles.

  • Georg   |   24. Februar 2018 - 20:13

    @ FlaOffz

    Zitat: „Leerbrigade 9“

    Der Schreibfehler, wenn er denn einer war, war gut !

  • FlaOffz   |   24. Februar 2018 - 22:10

    Schreibfehler?
    Nichts in meiner Welt geschieht zufällig…
    …auch wenn die Autokorrektur vom Handy das anders sehen will.

    @Memoria:
    Ja, Nebelkerze und Nibelungentreue gegenüber der politischen Führung.