Offizier als angeblicher Flüchtling: Soldat fiel schon im Studium auf

Im Fall des Bundeswehr-Oberleutnants, der sich als syrischer Flüchtling ausgab und möglicherweise einen rechtsextremistisch motivierten Anschlag plante, setzen neue Erkenntnisse die Bundeswehr unter Druck. Der 28-jährige soll bereits während seines Studiums an der französischen Militäruniversität Saint-Cyr Anfang 2014 eine Masterarbeit abgeliefert haben, die von den Professoren als extremistisch und nicht mit der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung vereinbar eingestuft wurde, berichtete Spiegel Online am (heutigen) Samstag. Folgen hatte das nicht.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nahm zu den inhaltlichen Details nicht Stellung, bestätigte aber, dass das Ministerium am (gestrigen) Freitagabend von entsprechenden Vorwürfen erfahren und unverzüglich die zuständigen Gremien des Bundestages informiert habe. Am Samstag habe das Ministerium den Text des Entwurfs der Masterarbeit erhalten und an den Militärischen Abschirmdienst (MAD) weitergegeben.

Laut Spiegel Online war der Vorfall, zu dem es keine Einträge in den Akten geben soll, durch die Meldung eines anderen Soldaten aufgefallen:

Er erinnerte sich, dass die französischen Professoren im Offizierslehrgang von Franco A. 2014 dessen Master-Arbeit als extremistisch und unvereinbar mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung eingestuft hatten. (…)
Nach den bisherigen Ermittlungen war Franco A. an der Elite-Universität aufgefallen, da er in seiner Master-Arbeit „Politischer Wandel und Subversionsstrategie“ Anfang 2014 stramm völkische und teilweise rechtsextreme Meinungen wiederholte und sich nicht von entsprechenden Denkern oder Philosophen distanzierte. Wörtlich beschrieb ein Professor die Arbeit mit dem Urteil, sie sei nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar.

Ministeriumssprecher Jens Flosdorff hatte noch am Freitag betont, der Offizier sei während seiner achtjährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr nicht auffällig gewesen, auch die übliche Sicherheitsüberprüfung habe keine besonderen Erkenntnisse gebracht.

Nach dem Bericht von Spiegel Online soll sich der Soldat angesichts der Reaktion der französischen, aber auch eines deutschen Professors von seinem Text mit der Aussage distanziert haben, er habe die Arbeit unter Zeitdruck geschrieben. Von den Lehrkräften wurde der Vorfall danach weder gemeldet noch weiter verfolgt.

Mit diesen Details weitet sich der bizarre Vorgang noch ein wenig mehr aus: Die These, dass ein einzelner Soldat mit extremistischer Gesinnung seine Haltung gegenüber anderen verborgen habe und er deshalb nicht zuvor auffiel, ist damit zumindest zum Teil entkräftet. Für die Bundeswehr, aber auch für das Verteidigungsministerium wird die Klärung des Vorgangs und auch die ohnehin angesetzte Durchleuchtung seines Umfelds damit um so dringender.

Nachtrag: Ein Tweet einer Berliner Politikerin der Linkspartei legt nahe, dass bei dem festgenommenen Oberleutnant eine Liste mit potenziellen Anschlagszielen gefunden wurde – und dass die Polizei die Betroffenen gewarnt hat:

(Archivbild: Abschlussfeier an der französischen Militärakademie Saint-Cyr – Foto defense.gouv.fr)

 

46 Kommentare zu „Offizier als angeblicher Flüchtling: Soldat fiel schon im Studium auf“

  • MikeMolto   |   29. April 2017 - 18:24

    Es wurde auch berichtet (SPON), dass der Soldat ermahnt worden war und danach Einsicht und Besserung zeigte. – Das entspricht doch dem Erziehungsideal der Inneren Fuehrung….

  • Frodo   |   29. April 2017 - 18:25

    Autsch. Hätte ich nicht für möglich gehalten.
    Sollten Inhalt und Diktion des Spiegel-Artikels stimmen, sind wir mitten im Skandal.

    Nehmen wir mal an, es gibt hier Missstände, dann hat das Potential für allerlei Verwerfungen, die destabilisierend auf die Bundeswehr und möglicherweise auf die deutsch-französische Zusammenarbeit wirken.
    Was die einen Beseitigungen von Missständen nennen werden, werden die anderen stalinistische bzw. erdogansche Säuberungen nennen und alle könnten sich mit allerlei Schmutz bewerfen und instrumentalisieren. Ergebnis kann ein dysfunktionales Offizierskorps sein.

    Alles nicht gut!

  • Brick   |   29. April 2017 - 18:35

    Jetzt bitte nicht schockiert sein.
    Ist doch hinlänglich bekannt das die BW auf dem rechten Auge blind ist.
    Dürfte sich in Zeiten des Personalmangels nur verschlimmert haben.

  • chris   |   29. April 2017 - 18:42

    @Brick

    Wem ist das denn bekannt?

    Es gibt doch primär zwei Gründe für Disziplinarverfahren.
    1. Jemand hat betrunken etwas dummes gemacht.
    2. Jemand hat betrunken oder nüchtern etwas gemacht, gesagt oder angedeutet, dass deutlich rechts ist oder nur als rechts, ausländerfeindlich oder judenfeindlichen interpretiert werden kann.

  • Svarez   |   29. April 2017 - 18:44

    Interessant wäre ja, zu erfahren, was ein französischer Prof. unter völkisch versteht und unter freiheitlich. Und welche Autoren der deutsche Offz. zitiert hat.

  • Memoria   |   29. April 2017 - 18:45

    @T.W.:
    Es gibt aus meiner Sicht in dem Bericht eine weitere seltsame Begebenheit:

    „Ein Bundeswehrwissenschaftler vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr hatte die Arbeit damals ebenfalls gelesen. Er schrieb in seiner Bewertung, der Text enthalte eindeutig „völkisches Denken“. “

    Warum liest ein Mitarbeiter des ZMSBw die Masterarbeit eines deutschen Offiziers an der französischen Offizierschule?

    Als Zweitkorrektor? Oder nachträglich zur Stellungnahme für den DDO oder sonstwen? Als kleine Amtshilfe informeller Art?

    Somit hatte zumindest eine weitere Dienststelle hiervon Kennt nis. Die Bewertung als völkisch war dann wiederum wem bekannt? Dem Disziplinarvirgesetzten?

    Wird nächste Woche sicher noch unterhaltsam.

    Nebenbemerkung: Die deutschen Lehrgangsteilnehmer in St. Cyr fallen übrigens zumindest visuell nicht auf, da sie in französischen Uniformen dienen (machen die Pendants in Dresden natürlich umgekehrt nicht).

  • blücher   |   29. April 2017 - 19:06

    Als Masterarbeit müsste betreffende Schrift doch öffentlich einsehbar sein, da Qualifikationsschrift. Zumindest an der betreuenden Universität. Wäre das jetzt eine der BW-Unis oder St. Cyr?

    Der erhobene Vorwurf im Bezug auf „stramm völkisch“ und „rechtsextrem“ ist ebenso schwerwiegend wie unspezifisch.

  • Alarich   |   29. April 2017 - 19:14

    Die Geschichte wird jetzt kaum noch Nachvollzieh bar

    DF Soldat der immer Grenze geht und Zeit hat eine 2te Legende Aufzubauen haben die Soldaten so viel Freie Tage ein 2tes Leben auf zu bauen

    was ist in Frankreich Völkisch NS Gedanken oder zweifel an der deutschen Schuld am 1sten wk

    Vor allem durch das Ständige Grenzwechsel ist die Gefahr sehr Groß doch auf zu Fliegen

    Vor allem Frankreich mit den Terror Maßnahmen ist das Eigentlich Auf zu fallen viel zu Groß

    Als Helfer hätte er mehr tun können wie als Flüchtling ( weil er rein darf wo nicht jeder hinein darf )

    und Falsche Legende bringen nicht mehr viel DNA Test am ende doch auffallen , Zähne sagen über herrkunft auch viel zu viel aus

    Selbst Packstation DHL braucht man einen Finger Abdruck um Päckchen ab zu holden

  • S O   |   29. April 2017 - 19:25

    Dass es Spinner und Fehler in jedem System gibt ist klar.

    Den Skandal sehe ich darin, dass der Typ wiederholt befördert wurde (Ich gehe mal mindestens von Leutnant und Oberleutnant aus, aber wohl auch die Fähnrichsdienstgrade).

    Dienstgradinflation und Rekrutierungsprobleme hin oder her – so einer darf nicht befördert werden. Dem geht doch ganz offensichtlich die Eignung für Führungsaufgaben ab.

    Ich gehe mal davon aus, dass hier absolut niemand glaubt, dass der bis auf seine Masterarbeit seine Denkweise verbergen konnte. Wenn schon irgendwo, dann hätte er ja wohl bei einer Masterarbeit seine Denke verborgen.
    Denkt nur mal drüber nach, was so eienr nach zwei Bier so alles von sich gibt!

  • Ex-Soldat   |   29. April 2017 - 19:28

    @Brick
    Diese unbelegte pauschalisierende These äußern Sie nun zum wiederholten Male. In der Regel bezeichnet man so etwas als „trollen“.

    Ich habe in meiner eigenen Dienstzeit vereinzelt, in manchen Truppengattungen auch etwas mehr als nur vereinzelt, fehlgeleitete Ansichten und Äußerungen erlebt bzw. in meiner Funktion als Teil von Beraterteams gegen Fremdenfeinlichkeit, Extremismus und Gewalt berichtet bekommen. Es gibt aber auf die Gesamtheit der Bundeswehr gesehen kein gegenüber der Gesellschaft überhöhtes Problem in diesen Bereichen. Im Gegenteil bin ich der festen Überzeugung, dass die Maßnahmen zur politischen Bildung und Aufklärung in der Bw im positiven Sinne Früchte tragen. Wenn unsere in diesem Bereich überdurchschnittlich gebildeten Soldaten, Vorgänge mitunter kritischer hinterfragen als der Durchschnitt der Bevölkerung, ist dies somit kein pauschales Indiz für extremistische Tendenzen.

    Ich bitte Sie, auch vor diesem Hintergrund, die dem Thema angemessene Sachlichkeit walten zu lassen.

  • emdeema   |   29. April 2017 - 19:34

    @ Ex-Soldat

    Don’t feed the troll!

  • Sailor   |   29. April 2017 - 19:51

    @ S O

    Beförderungen erfolgen heutzutage in den jeweiligen Laufbahnen nach festgelegten Zeitpunkten automatisch.

    Voraussetzung: 1. Laufbahnlehrgänge bestanden 2. keine Disziplinarstrafen

    „Leistungsbeförderungen“ gibt es eigentlich nicht mehr, zumindest wenn wir über Soldaten auf Zeit innerhalb der Regelverpflichtungszeit reden. Maximal die Zeit zwischen der Beförderung vom Ober- zum Hauptfeldwebel bzw. vom Oberleutnant zum Hauptmann ist noch einigermaßen durch Leistung bzw. Beurteilungsnote u Perspektivkreuz beeinflussbar.

  • Ehemaliger DF   |   29. April 2017 - 19:53

    @Memoria, die deutschen Offiziere in Saint-Cyr tragen keines Wegs die Uniform der französischen Armee, sondern die der Grande-Ecole ESM Saint-Cyr. Die französischen Offiziere tragen diese ebenfalls nur für die Zeit des Studiums, da es ausschließlich Angehörigen dieser Schule vorbehalten ist diese Uniform zu tragen. Da wir vergleichbares nicht haben, stellt sich für die Franzosen an den BW- Unis diese Frage nicht.

  • Heiko Kamann   |   29. April 2017 - 19:56

    Ohne jetzt ein Fass aufmachen zu wollen; gehörte das Studium des Olt Franco A. an der MillUni Saint-Cyr auch zum Aufgabenbereich des Ausbildungskommandos Heer (GM Spindler)? Oder werden diese Studienplätze anderst besetzt?
    Ich frage aus reiner Unkenntnis.

  • Georg   |   29. April 2017 - 20:17

    Hinschauen – Erkennen – Wegschauen !

    Irgendwie scheint da eine Systematik bei den involvierten Personen bzw. Vorgesetzen bestanden zu haben.
    1998 wurde die letzte große Kampagne gegen rechtsextreme Strömungen in der Bw gestartet. Anlass war unter anderem die Vorfälle an der Schule für Fallschirmjäger in Altenstadt.
    Nun hat die Bw m.M.n kein Problem mit rechtsextremen Gedankengut, aber Ignoranz gegenüber Grenzgänger im Denken und Handeln macht auch betroffen.

  • Mike   |   29. April 2017 - 20:22

    @Frodo: Korrekt. Der schmale Grat zwischen „hartem Durchgreifen“ einerseits und „stalinistischer Säuberung“ andererseits dürfte gerade im Wahljahr und angesichts dessen, was die Ministerin schon „am Backen“ hat, schwer zu beschreiten sein. (Und bevor einer meckert, das ist keine Kritik an ihr).
    Die Reaktionen der Opposition sind noch verhalten, ob es am langen WE liegt?
    Die Ministerin könnte allerdings darauf verweisen, dass ja letzte Woche im Bereich ISoLa „verschärfte“ Regeln ausgegeben wurden.
    Wenn es stimmt, dass der Olt wg. seiner Masterarbeit seinem Disziplinarvorgesetzten Rede und Antwort stehen musste und sich hier (wohl zur Tarnung) distanzierte, wird man dem Vorgesetzten schwerlich einen Vorwurf machen können.
    Insgesamt wird es für die (Disziplinar-)Vorgesetzten in diesen Streitkräften (wieder) mal nicht einfacher.

  • MikeMolto   |   29. April 2017 - 20:24

    @ blücher | 29. April 2017 – 19:06

    „Als Masterarbeit müsste betreffende Schrift doch öffentlich einsehbar sein, da Qualifikationsschrift. Zumindest an der betreuenden Universität. Wäre das jetzt eine der BW-Unis oder St. Cyr?“

    Die als ‚voelkisch‘ eingestufte Arbeit wurde gem SPON zurueckgezogen und der Azubi hat eine neue, offenbar akzeptierte, Arbeit abgeliefert.

  • Mike   |   29. April 2017 - 21:17

    @Georg: Die Vorfälle in 90ern bzw. die Reaktion hierauf hatte, meiner Kenntnis nach, noch bis in die 2000er Wirkung.
    Bsp.: Ein DivKdr hat 2001/2002 das Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit erneut prominent in seinem Verantwortungsbereich aufgegriffen, auch durch glasklare Vorgaben in der PolBil. (Ja, ich weiß, hierüber kann man streiten, aber das Faß lasse ich jetzt mal zu). Beim leisesten Verdacht wurde, stets mit Hilfe des MAD, ermittelt. Das führte dann aber auch dazu, dass die „Trefferquote“ sank. Nicht jeder, der einen Baseballschläger besitzt oder ein Lonsdale-Shirt trägt, ist eben rechtsextrem. Es gab Fälle, in denen sich der Verdacht erhärtete, immer mehr Ermittlungen führten jedoch ins Leere. Damit wiederum sank vmtl. die Wachsamkeit in der Truppe, mit dem jetzigen Ergebnis.

  • Mannerheim   |   29. April 2017 - 22:04

    Wackelt da jetzt das Monument der „Inneren Führung“ ?

    M.E. sollte man jetzt einmal die Erkenntnisse BMI/BMVg abwarten, ehe hier weiter diskutiert wird. Transparenz über die Vorgänge wird die Bewertung „befeuern“.

    Wer ist denn nun der „Treiber“, und wie viele sehen sich als „Getriebene“ ?

  • Hubi   |   29. April 2017 - 22:15

    Schon interessant, was mal wieder scheibchenweise herauskommt, erst nachdem die Presse berichtet hat.
    Nach aktuellen Berichten hat das Ministerium gestern von der Masterarbeit erfahren und den MAD eingeschaltet.

    [Wie ich es mir vom Ministerium habe bestätigen lassen und oben reingeschrieben habe – oder was meinen Sie mit „aktuellen Berichten“? T.W.]

  • Krakeur   |   29. April 2017 - 22:16

    Ähm … in einer Masterarbeit muss ich mich von Denkern und Philosophen distanzieren? Da würde mich doch sehr interessieren, welche Denker da zitiert wurden! Obwohl, seit ein ehemaliger Soldat von mir, der an einer VerwaltungsFH studierte für eine sehr tiefgründige Arbeit über Carl Schmitt eine Preis erhalten sollte und die auslobende Stelle mitteilte, daß „Arbeiten über Antidemokraten“ nicht preiswürdig sein könnten, egal wie gut sie seien, glaube ich (fast) alles …

  • Politologe   |   29. April 2017 - 23:54

    Man sollte in der Tat sehr hellhörig werden, wenn jemandem „Extremismus“ vorgeworfen wird, weil er sich in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht von bestimmten Philosophen distanzierte. Wer solche Vorwürfe erhebt, zeigt damit nämlich, dass er den Sinn einer wissenschaftlichen Arbeit nicht einmal ansatzweise verstanden hat und weckt den Verdacht, dass er mit dem Extremismusvorwurf möglicherweise ebenfalls nicht besonders sorgfältig umgeht. Wer wissenschaftlich tätig ist kennt solche Fälle bzw. Vorhaltungen leider. Dies betrifft insbesondere die Wertung von Aussagen als „völkisch“, wo leider allgemein zu beobachten ist, dass hier in der Diskusson manches durcheinandergebracht wird und längst nicht alles, was in diese Kategorie eingeordnet wird, dem entspricht, was im NS damit damit gemeint war und tatsächlich extremistisch ist.
    Noch hellhöriger sollte man werden, wenn gar von „stramm völkisch“ die Rede ist. Jemand, der ein Minimum an Ahnung vom Thema hat, würde solche nichtssagenden, eher der Polemik als der Wissenschaft entstammenden Floskeln nicht verwenden. Textbeispiele wäre nun sehr interessant um eine fundierte Bewertung vornehmen zu können.

  • Politologe   |   30. April 2017 - 0:04

    P.S. Um das Beispiel umzukehren: Wenn jemand in einer wissenschaftlichen Karl Marx heranzieht und seine Thesen unvoreingenommen an einem aktuellen Beispiel prüft, könnte man ihm mit der SPON-Methode analog „strammen Kommunismus“ und „Linksextremismus“ vorwerfen. Nun kommt so etwas an Universitäten häufig vor, ist auch durchaus so beabsichtigt und völlig in Ordnung solange es wissenschaftlichen Kriterien genügt, und 99,99 Prozent der Studenten die dies tun werden keine Terroristen. Ein Land, in dem jemand vorgeworfen wird, dass er sich in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht von einem Philosophen distanziert hat, und damit einen Terrorimusvorwurf begründet, hat ein ganz gewaltiges kulturelles Problem. Offene Gesellschaft geht anders. Einen Terrorismusvorwurf sollte man in einem Rechtsstaat doch bitteschön durch entsprechende Absichten oder Vorbereitungen begründen (die ja offenbar vorlagen) und durch den Vorwurf, eine wissenschaftliche Arbeit nicht nach politischen Kriterien verfasst zu haben.

  • vache folle   |   30. April 2017 - 0:47

    Die deutschen OAs und Offze tragen in der Akademie St-Cyr-L’École Coetquidan (um es von der classe prépa im Pariser Vorort St-Cyr-L’École zu unterscheiden) nur dann die Schuluniform, wenn offizielle Anlässe anstehen. Ansonsten trägt man bereits seit der 2. Generation die deutsche Uniform (idR Feldanzug oder Diener mit Pullover). Die Pendants in Dresden kommen nicht in diese Verlegenheit, da sie – wie fast alle dort vertretenen Nationen (außer wenigen, volkswirtschaftlich schwächere) – ihre eigene Ausrüstung/Uniform mitbringen. Abgesehen davon, dass in Deutschland bewusst kein gesellschaftlicher Elitarismus mehr betrieben wird, der die Schuluniformen (wie es sie auch an zivilen grandes écoles gibt) rechtfertigt.

    Wer das französische Offz-Korps und vor allem die OAs kennt, der wird sich nicht wundern, wie in den 5-6 Jahren Ausbildung in Frankreich das augenscheinliche Gedankengut des OLt reifen konnte. Sowohl die deutschen LT vor Ort als auch die dt Führung (DtDel) vor Ort pflegen alle ihren ganz, ganz persönlichen Umgang hiermit. Von einer Dienstaufsicht kann bei etwa einem halben Tag pro Halbjahr und stets lediglich im Rahmen offizieller Zeremonien und Termine keine Rede sein.

    @Heiko Kamann

    Ja, dies gehört in den Aufgabenbereich Ausbildungskommando Heer und Spindler war zu dieser Zeit verantwortlich.

  • Soenke Marahrens   |   30. April 2017 - 7:28

    @Krakeur

    Die Frage ist , zu welchen Schlüssen kommen Sie bei Ihrer Arbeit und welche eignen Sie sich in ihren Folgerungen davon an…

    Und an den Stellen scheint der Verfasser wohl eher vom Pfad der Wissenschaft abgekommen zu sein….Wenn man den bewertenden Wissenschaftlern glauben schenkt und da sehe ich derzeit wenig Zweifel.
    Was ihren Fall anbelangt, da gibt es sicher auch andere Stellen, wo man etwas gewinnen kann, dass könnte aber dann ggf ein Phyrruspreis werden….Eine Note hat er ja sicherlich bekommen. Dem Preisgeber zu zu gestehen, dass er er beurteilen kann was er für preiswürdig hält, scheint mir dann doch zumutbar.

  • T.Wiegold   |   30. April 2017 - 8:01

    Interessant, was jetzt hier hochkommt bzw. welche Leute sich (neu) zu Wort melden, wenn es gegen Rechtsextremisten geht… Und Dreh- und Angelpunkt der Debatte ist dann die SpOn-Formulierung sich nicht von entsprechenden Denkern oder Philosophen distanzierte.

    Um es den Verharmlosern mal deutlich zu sagen: Wer hier das Ende wissenschaftlichen Arbeitens proklamiert, wenn sich jemand rechtsextremistisches Gedankengut (ausdrücklich?) zu Eigen macht, hat ein bestimmtes Ziel. Und das wird nicht hier proklamiert.

  • Zimdarsen   |   30. April 2017 - 8:39

    Was macht man denn mit einem Soldat dem „völkisches Denken“ vorgeworfen wird und was ist „völkisches Denken“?

    Gibt wohl genügend Soldaten welche Mitglieder (Gesinnte) ein einer nicht verbotenen Partei am rechten Rand der Politik sind.

    Was hätte man nacht der Bewertung der Arbeit denn noch tun sollen?
    Warum hätte man ihn nicht befördern dürfen?

  • Memoria   |   30. April 2017 - 9:15

    @Ehemaliger DF:
    Richtig es ist eine gesonderte Uniform von St. Cyr.
    Gleichwohl sagt es einiges über unser Verständnis vom Soldatenberuf, dass unsere Offiziere diese fremde Uniform tragen. Aber ich will hier kein OT-Fass aufmachen.

  • Politologe   |   30. April 2017 - 9:17

    @T. Wiegold
    Da Sie vermutlich mich meinen: Welches Ziel außer dem von mir klar offengelegten habe ich denn Ihrer Ansicht nach? Von mir aus müssen Sie sich hier nicht zurückhalten und können ganz offen aussprechen was Sie mir hier nur indirekt unterstellen.

  • T.Wiegold   |   30. April 2017 - 9:28

    @Politologe

    Es war nicht nur an Sie gerichtet. Aber da Sie sich angesprochen fühlen: In diesem Fall geht es – nach dem, was wir bislang wissen – wohl kaum darum, dass jemand sich mit einem Philosophen wissenschaftlich auseinandergesetzt und dabei nicht ausdrücklich von ihm distanziert hat. Es kommt mir doch so vor, als solle zum Ausdruck gebracht werden, dass hier einem harmloser Studenten wg. seiner wissenschaftlichen Arbeit böses Unrecht geschieht…

  • kato   |   30. April 2017 - 9:32

    Zwei Anmerkungen für eventuelle Recherchen:

    1. Laut SPON war die Anhörung nach dem Vorfall in Fontainebleau. In Fontainebleau ist an militärischen Schuleinrichtungen nur die Ecole de Gendarmerie sowie im Militärsportbereich die CNSD und CSEM ansässig.

    2. Lt. bisheriger Aussagen hat der Soldat eine Dienstzeit von „ca 8 Jahren“, d.h. rückte um Mai 2009 +-6 Monate ein. Ist angesichts anderweitiger vorgeschalteter Ausbildung von minimum ca einem Jahr Gesamtdauer eine Absolvierung des 5-jährigen Ausbildungskurses in St.Cyr zu einer Abschlussarbeit 2014 überhaupt realistisch?

  • Zimdarsen   |   30. April 2017 - 9:40

    @T.W.

    Was wissen wir über die Arbeit?

    Ab wann werden wir bei einem angehenden Offizier Ermittlungen über die welche durchführt worden hinaus stellen?

    Bis zum Zeitpunkt der Arbeit, hatte man ihm evtl nichts vorzuwerfen.

    Hinterher ist man immer schlauer.

    Werden nun alle Arbeiten der Vergangenheit auf evtl „völkische Passagen“ untersucht?

    In der Bw hat kein Offizier einen Platz, welcher die FDGO nicht verinnerlicht hat und mit der Inneren Führung ein Problem hat. Also Erziehungs- und Bildungsauftrag. Wenn wir die alle entlassen, dann wird es eng in manchen TSKs.

    Auch Strafen (für eine unangebrachte Arbeit) würden wohl eher zu verdecktem Unwesen führen als zu Änderung der Einstellung.

    Man muss die FDGO und InFü von oben leben und da sieht es in manchen Bereichen echt nicht gut aus.

  • FNU SNU   |   30. April 2017 - 9:42

    Ich finde das alles schon sehr hektisch.

    Wenn ich alleine überlege, dass in den letzten Monaten gegen mehr als 10 Polizisten wegen aktiven „Reichsbürgertums“ ermittelt wird, so finde ich es sehr „aktionistisch“ zu erwarten, dass in den Streitkräften mit mehr als 170.000 Angehörigen man völlig überrascht ist, dass in diesem Querschnitt der Gesellschaft, den man immer progagiert, Personen auffallen, die a) zu konservatives Gedankengut hegen als die FDGO vorsieht und b) scheinbar intelligent genug sind, das in Ihrem dienstlichen Umfeld zu verbergen.

    Diese in SpOn erwähnte Arbeit habe ich nicht gelesen und kann mir daher kein Urteil dazu erlauben, ob hier seinerzeit der Disziplinarvorgesetzte eine Meldung an den MAD hätte abgeben sollen oder nicht.

    In Anbetracht der Hohmann-Rede/Affäre bin ich sehr vorsichtig mit Urteilen, welchen Tenor ein Schriftstück angeblich hat, wenn man dieses nicht im Origginal gelesen hat.

    Und ja, Förderungs-/beförderungshindernis A9-A10 ist nur eine verhängte Disziplinarmaßnahme mit eben dieser Auswirkung ODER eine laufende Ermittlung in einer eben solchen Sache ODER das Durchfallen durchs Studium. Ansonsten ist das eine Regelbeförderung, der man sich kaum entziehen kann.

  • Voodoo   |   30. April 2017 - 9:48

    „Was bedeutet „stramm völkisch“ in einer Masterarbeit?“

    Das ist aus Sicht des Historikers bisweilen recht einfach zu erklären: Beispielsweise so, dass der Studierende sich über mehrere Seiten mit völkischem Gedankengut auseinandersetzt und dieses anschließend aufgreift und absolut unreflektiert „nachplappert“, um seine Leitfrage zu bearbeiten – damit hat er dann bewiesen, dass er Quellen nicht in ihrem jeweilgen zeitgenössischen Kontext lesen kann, was im worst case zu einer insgesamt mangelhaften Arbeit führt.

    Übrigens ist die Bewertung „völkisch“ im Historiker-Jargon eine charmante Umschreibung für „NS-bullshit“ – ich bin mir deshalb sehr sicher, dass der Wissenschaftler des ZMSBw auch handfeste(re) Argumente für sein Gutachten liefterte, denn immerhin musste er eine eingereichte(!) Master-Arbeit bewerten und war somit an Formalia gebunden.

  • Cato   |   30. April 2017 - 9:48

    Wenn ich eine Arbeit schreibe, die wissenschaftlichen Standards genügen soll, stelle ich darin meine Thesen vor, die das Ergebnis meiner Forschung darstellen, und führe dann den unterstützenden Beweis Dieser beinhaltet dann i.d.R. unterstützende Zitate, z.B. von Philosophen. Im vorliegenden Fall dürfte das Problem in den Thesen und nicht an den Zitaten per se liegen. Was mich etwas wundert ist dass die falsche Richtung der Arbeit erst bei der Bewertung aufgefallen ist. Normalerweise erkenne ich als betreuender Dozent solche Fehlleistungen spätestens bei einer Zwischenbesprechung. Auch hier scheint mir einmal wieder das Führen von Vorn nicht funktioniert zu haben, weder beim DDO noch beim Schullehrkörper

  • securityfreak   |   30. April 2017 - 10:05

    Bevor hier alle Schnappatmung wegen Ausbildungskommando et al. kriegen: die deutschen OA werden nach Frankreich zur Deutschen Delegation versetzt und dort auch disziplinar geführt. Die Betreuung erfolgt über einen der deutschen Heeresverbindungsstäbe. 2009, also zum Zeitpunkt der Auswahl, gab es noch kein Ausbildungskommando. P.S. die Auswahlentscheidung für die wechselseitige erfolgt durch BAPersBw.

  • klabautermann   |   30. April 2017 - 10:16

    Wissenschaftlich korrekt und politisch korrekt ist ein recht interessantes Thema ;-)
    Nhemen wir zum Bsp. den Begriff „Kanake“. Ist dessen Verwendung herabwürdigend und rassistisch oder liegt der Begriff noch im poitisch akzeptablen, zulässigen Begriffsraum. Die Vertreter der zweiten Auffassung argumentieren immer, dass Kanake ja „Mensch“ bedeutet, also von daher gar nicht menschenverachtend sein kann. Blanke Sophistik. Nun ist aber Sophistik eine wissenschaftlich anerkannte „Denkschule“ und von daher wissenschaftlich als zulässig und somit korrekt einzustufen. Und man kann die Behauptung Kanake meint Mensch weder verifizieren noch falsifizieren. Gleichwohl ist es wohl politisch alles andere als korrekt, den Begriff Kanake dem „normalen“, gesellschaftlich akzeptablen, deutschen Umgangssprachraum zuzuordnen, denn selbst eien oberflächliche historische Betrachtung dieses Begriffes zeigt, dass der Begriff in Deutschland spätestens seit den 70ern eindeutig herabwürdigend, ausgrenzend und rassistisch belegt ist. Und auch die „Behauptung“, dass „Kanake“ ja bei deutschen Jungtürken quasi als identitätsstiftende Anrede gebräuchlich sei, steht auf ziemlich wackligen Beinen. Das ist so wie die Behauptung, dass in den USA angeblich viele Menschen afroamerikanischer Abstammung sich gegenseitig mit „Nigger“ anreden. Wenn die das dürfen, warum darf ich den Begriff dann nicht einmal „wissenschaftlich“ als Zitierung verwenden ? Natürlich kann man immer einen Disclaimer enbauen wie „…..Für alle Zitate in dieser Master Thesis gilt: Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten der angeführten Quellen und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen.“ Tja, und wie würdigt man das nun rechtlich ? Und da fängt dann selbst der Staatsanwalt an zu grübeln und muß warten, bis den Worten nachweisbare Taten folgen und das scheint nun bei dem OLt der Fall zu sein.
    Hier wird nun ein umfassendes Täterprofil erstellt und natürlich muß die BW der Frage nachgehen ob dieses Profil schon die Qualität eines Musters angenommen hat.
    Zur Militäruniversität Saint-Cyr: diese ehemalige Kaderschmiede französischer Kolonialoffiziere steht natürlich sehr in der Tradition der klassischen Françafrique, die z.Zt. ja eine Art neo-koloniale Wiederbelebung erfährt. Na ja, die deutsche und französische Miltär-Eliten haben ja seit Karl dem Großen gemeinsame frankenvölkische Wurzeln, das kann schon sehr identitätsfördernd sein ;-)

  • T.Wiegold   |   30. April 2017 - 10:48

    Hm. Langsam komme ich zu der Einschätzung, dass die philosophischen Betrachtungen einer Masterarbeit, deren Inhalt hier niemand kennt, doch an das Ende dessen kommen, was hier noch mit dem Thema zu tun hat.

  • cato   |   30. April 2017 - 12:01

    Wenn ich das richtig verstehe, ist der inkriminierte Text keine Masterarbeit, da er abgelehnt wurde. Es liegt allerdings in der Bundeswehr vor und enthält vermutlich keine schützenswerte Geheimnisse., die eine Klassifizierung als Verschlußsache rechtfertigen würde. Sollte er nicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz von der Bundeswehr angefordert werden können? Dann könnten Vermutungen durch verfügbare Fakten ersetzt werden.
    Der Chef könnte ja ggfs. mal die Preise prüfen und zu einer Spendenaktion aufrufen.

    Müssen im Übrigen die Masterarbeiten der Militäruniveristäten im In- und Ausland, an denen detusche Offiziere und Zivilbeamte studieren, veröffentlicht werden?

  • vache folle   |   30. April 2017 - 12:17

    Laut einer Meldung vom 29.04.2017 (18:00) in der SZ („Bundeswehr-Offizier fiel früh wegen rechtsextremer Gesinnung auf“) lehnten die (vermutlich frz.) Dozenten die Annahme der Arbeit aufgrund von wissenschaftlichen Mängeln (sic!) und extremistischem Gedankengut ab. Dort finden sich auch vermeintliche weitere Details bzgl der bundeswehrinternen Ermittlungen 2013/2014.

  • Sachlicher   |   30. April 2017 - 12:37

    @T.Wiegold | 30. April 2017 – 10:48

    Hm. Langsam komme ich zu der Einschätzung, dass die philosophischen Betrachtungen einer Masterarbeit, deren Inhalt hier niemand kennt, doch an das Ende dessen kommen, was hier noch mit dem Thema zu tun hat.

    Die abgelehnte Masterarbeit, die in der Tat nicht öffentlich bekannt ist, ist aber zentraler Vorwurf ggü der Bundeswehr, dass beim Oberleutnant eine „rechtsextreme Gesinnung“ feststellbar gewesen sei und man hätte handeln sollen, statt es bei Vorermittlungen zu belassen. Es mag nun abschweifen, okay.

    Wir kennen einige „Kandidaten“, die im Umgang schwierig sind. Carl Schmitt ist ein Kandidat, der hier schon erwähnt wurde und dessen wissenschaftlicher Opener „Verfassungslehre“ nur allzugern zitiert wird.

    Walter Christaller mit seiner Theorie der zentralen Orte ist auch so ein Kandidat.

    Beide machten sich zu willfährigen Gehilfen des NS Regimes. Ersterer durch seine verfassten Standardkommentare jener Zeit. Der andere durch seine Arbeit im SS Hauptamt, obwohl vor 1933 und nach 1945 der KPD nahestehend.

    Beide werden bis heute immer wieder zitiert, gerade im internationalen Kontext zu den Themen“state building“ und “ nation building“.

    Auf die Notwendigkeit der Einordnung wurde gerade in der Bundesrepublik immer wieder hingewiesen: z. B.
    Jürgen Habermas: “ Carl Schmitt in der politischen Geistesgeschichte der Bundesrepublik.“ In dsb.: Die Normalität einer Berliner Republik. Frankfurt 1995

    z. B. zu Christaller:
    Götz Aly, Susanne Heim:“ Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung.“, 2004

    Der „Deutsche Verband für Angewandte Geographie“ vergibt seit 1996 den Christaller-Preis. Die bundesdeutsche Linke orientierte und rezeptierte Schmitts: „Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen“ (vgl. bei: Wolfgang Kraushaar, et al. Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. ).

    Und jetzt sollte der der DDO schnell mal erkennen, einschätzen und gerichtsfest an Hand einer Masterarbeit -die vom Student wohl glaubhaft zurückgenommen wurde- einen dienst- oder gar strafrechtlichen Vorwurf operationalisieren? Und das bei unserer Verfassung? Hinterher ist man immer schlauer.

    Natürlich wünsche ich mir eine sachliche und soweit mögliche schnelle Ausermittlung des Falles.

  • Hans-Joachim Zierke   |   30. April 2017 - 12:40

    @Alarich

    „was ist in Frankreich Völkisch NS Gedanken oder zweifel an der deutschen Schuld am 1sten wk“

    Das Verhalten französischer Politiker nach dem 2. Weltkrieg war fast diametral entgegengesetzt zu dem, was nach dem 1. WK für klug gehalten wurde. Dieses Verhalten gehört zum Fundament des anderen Europas, das aufzubauen nach dem 2. WK gelungen ist.

    Man könnte sagen: Frankreich hat sich nie in Worten offiziell distanziert, aber in Taten kann man sich kaum noch lauter distanzieren, als dies geschehen ist. Ein paar Generationen Deutscher haben genau das verstanden und waren völlig glücklich damit. (Mit wenigen Ausnahmen, aber es gibt nicht nur Weisheit in diesem Land.)

    Auch Frankreich hat seine Rechtsextremen, Rassisten, Antisemiten, und es wäre höchst erstaunlich, wenn die französische Armee nicht ihre eigenen Probleme mit dem Thema hätte. Ich halte es daher für selbstverständlich, daß ein französischer Professor „völkisches Gedankengut“ als solches identifiziert. Die Grundlagen dessen, was man diesseits und jenseits des Rheins für Menschenrechte und die Basis einer Demokratie hält, unterscheiden sich trotz einiger Wunderlichkeiten im Detail mittlerweile nur noch sehr wenig.

    „Vor allem durch das Ständige Grenzwechsel ist die Gefahr sehr Groß doch auf zu Fliegen“

    Diese Grenze habe ich mehrere Jahre _vor_ Schengen mit einem 40-Tonner illegal und unkontrolliert gequert, ohne dabei aufzufallen. (Nicht zum Zwecke des Terrorismus, sondern um ein langes Wochenende bei meiner Freundin zu verbringen, statt an der Grenze herumzustehen.)

    „Vor allem Frankreich mit den Terror Maßnahmen ist das Eigentlich Auf zu fallen viel zu Groß“

    Pardon? Welche dieser Maßnahmen hätte zur Entdeckung führen können? Denken Sie darüber noch einmal nach.

    „Als Helfer hätte er mehr tun können wie als Flüchtling ( weil er rein darf wo nicht jeder hinein darf )“

    Sinn der Sache scheint gewesen zu sein, seine Fingerabdrücke in polizeilichen Datenbanken mit seiner syrischen, nicht mit der deutschen Identität zu verknüpfen. Wer keinen Reisepaß zum Beispiel wegen einer USA-Reise braucht, kann damit erfolgreich sein.

    „und Falsche Legende bringen nicht mehr viel DNA Test am ende doch auffallen , Zähne sagen über herrkunft auch viel zu viel aus“

    Wieso hätte er Selbstmord begehen sollen? Anschlag mit Fingerabdrücken. Danach darf die Polizei einen Syrer suchen, den es nie gegeben hat.

    „Selbst Packstation DHL braucht man einen Finger Abdruck um Päckchen ab zu holden“

    ???

  • Ncares   |   30. April 2017 - 13:22

    @kato:

    Ich glaube kaum, dass der betreffende Soldat die gesamte Ausbildung in Frankreich absolviert hat. Vermutlich hat er nur den Offizierlehrgang in Frankreich absolviert oder war im Rahmen seines Studiums „kurzzeitig“ in Frankreich.

    Ohnehin: Bei zur Zeit 5 Plätzen jährlich in Frankreich (aus den Reihen des Heeres) kann Franko sich nicht als schlechtester Soldat verkauft haben.

  • securityfreak   |   30. April 2017 - 14:34

    @Ncares Nun, er hat bis 2014 mehr Zeit in Frankreich als in Deutschland verbracht. Die wechselseitige dauert insgesamt mindestens fünf Jahre, wenn man irgendwo durchfällt halt auch mal ein Jahr länger.

  • klabautermann   |   30. April 2017 - 15:21

    @Sachlicher

    Danke ;-)
    Ansonsten sollte man wissen, dass unter den Katalog subversiver Strategien nicht nur Terrorismus sondern u.a. auch der geziete Aufbau und die Pflege von Subkulturen (neudeutsch „Netzwerke“) fallen. Insbesondere dann, wenn diese Subkulturen eine „philosophischen“ Begründungszusammenhang quasi „kultivieren“ im Sinne von „salonfähig“ aka diskussionswürdig, z.Bsp in Form einer „durchgerutschten“ Masterarbeit…..siehe meinen Kommentar http://augengeradeaus.net/2017/04/skandale-bei-bundeswehr-ausbildung-von-der-leyen-setzt-heeres-ausbildungschef-ab/comment-page-6/#comment-266807

  • T.Wiegold   |   30. April 2017 - 15:27

    Ende.

    Trotz meiner Bitte und obwohl meines Wissens hier niemand die besagte Arbeit kennt, wird hier munter spekuliert, philosophiert, und natürlich davor gewarnt, den Begriff völkisch zu diskreditieren… Ich nehme das als Hinweis, dass es zum eigentlichen Thema keinen Debattenbedarf gibt, sondern dass ganz andere Motive dahinterstecken. Und einige Kommentare dazu habe ich nicht freigeschaltet, werde das auch nicht tun, sondern schließe die Kommentarfunktion für diesen Thread endgültig.