Anschlag auf deutsches Generalkonsulat in Masar-i-Scharif

Auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif in Nordafghanistan ist am (heutigen) Donnerstagabend ein Abschlag verübt worden. Gegen 23.05 Ortszeit (19.35 MEZ) habe sich in der Nähe der Vertretung eine Explosion ereignet, berichtete das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Anschließend habe es einen Schusswechsel gegeben, unklar sei allerdings, wer daran beteiligt gewesen sei. Gegen 23.30 Uhr Ortszeit sei die afghanische Polizei vor Ort gewesen, anschließend die Quick Reaction Force, die Eingreiftruppe der NATO-Mission Resolute Support aus dem Feldlager bei Masar-i-Scharif.

Unter Berufung auf afghanische Behörden berichtet dpa, bei dem Anschlag eine Selbstmordattentäters mit einer Autobombe sei ein Mensch ums Leben gekommen, weitere 30 wurden verletzt.

Die Taliban bezichtigten sich der Tat und bezeichneten sie als Vergeltung für einen Luftangriff der US-Truppen am 3. November bei Kundus, bei dem zahlreiche Zivilisten ums Leben kamen:

Nach Angaben des afghanischen Journalisten Bilal Sarwary stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen auf zwei. Deutsche Spezialkräfte seien vor Ort.

Weiter nach Entwicklung, gerne auch in den Kommentaren.

Nachtrag: Nach Angaben des Auswärtigen Amtes gab es Schusswechsel nicht nur außerhalb des Konsulatsgeländes – den Angreifern scheint es gelungen zu sein, in das Gelände einzudringen:

… und der vorerst letzte Stand von Reuters:

An attack on the German consulate in the northern Afghan city of Mazar-i-Sharif on Thursday killed several civilians and wounded dozens of others but all the Germans at the compound have been rescued, the police chief of the local province said.Sayed Kamal Sadat, police chief of Balkh province, said those wounded by shattered glass from the powerful explosion had been taken to local hospitals.

4 Gedanken zu „Anschlag auf deutsches Generalkonsulat in Masar-i-Scharif

  1. Auch diese Meldung wird gekonnt von der politischen Führung in Berlin mit Schweigen zur Kenntnis genommen.

  2. Ich glaube das Schweigen liegt eher daran dass die Politische Führung in Berlin zu dem Zeitpunkt schon am schlafen war.

  3. Es muss sich doch erst einmal vom „Schock“ erholt werden, der weite Teile von Presse und Politik erfasst hat. Es spricht schon Bände, dass ein Trump-Sieg als so unwahrscheinlich angesehen wurde, dass er nun zu „Schock“ und Ratlosigkeit führte. Mal ganz davon abgesehen, dass die inflationäre Verwendung des Begriffes Schock eine Verhöhnung all derer ist, die wirklich einen solchen erleiden – z.B. die Menschen, die Opfer dieses Anschlages wurden.

  4. Ganz provokativ: Ist in Afghanistan die Lage nicht auch so, dass man jederzeit mit Anschlägen zu rechnen hat? Kommt sowas dann wirklich auch als Schock?

    Kam mir gerade so in den Sinn…

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