Lagebeobachtung Afghanistan: Taliban aus Kundus vertrieben, Anschlag in Balkh (Korrektur)

Die Lage in Afghanistan steht hierzulande zwar im Hintergrund, sofern es nicht um Kundus geht, aber zwei Merkposten am (heutigen) Mittwoch:

• Nach mehr als einer Woche sind die Taliban, so die offiziellen Angaben, aus der nordafghanischen Provinzstadt Kundus vertrieben:

Afghan security forces cleared Kunduz of Taliban fighters Wednesday after more than a week of fighting in the northern city, which the insurgents had briefly captured and held last year, Afghan and U.S. officials said.
The spokesman for U.S. Forces-Afghanistan, Brig. Gen. Charles Cleveland, said Wednesday that it was too early to determine how the Taliban had been able to infiltrate the city but that “there clearly was a failure.”
(Stars&Stripes)

• Nach einem Anschlag auf schiitische Pilger in Kabul am Dienstag gab es am Mittwoch einen erneuten Anschlag auf eine schiitische Moschee in Masar-i-Scharif der Provinz Balk in Nordafghanistan:

At least 14 Shias were killed Wednesday in a powerful blast at a mosque in northern Afghanistan, the second deadly attack on the minority in as many days during the major festival of Ashura.
“The explosion happened at the gate of the Shia mosque in the centre of Balkh district (in Balkh province),” said the provincial governor’s spokesman Munir Ahmad Farhad, adding that 14 people were killed and 28 injured.
(AFP)

Nachtrag: Das Afghanistan Analysts Network schaut sich den jüngsten Angriff der Taliban auf Kundus näher an:

The Taleban Assault on Kunduz city: Déjà vu, but why?

Eine Kernaussage:

It is worrying that the attack on Kunduz seems to have taken the government by surprise again, after repeated assurances by security officials that the situation was in hand. This shows, not only a continued vulnerability to attack and collapse, but also a lack of awareness about where the main vulnerabilities lie and an inability to effectively respond. The fact that the Taleban could simply replicate its previous strategy – to encircle the city and to cut the reinforcement and supply routes – is worrying, since the government, and the international military, have been keen not to see another fall of the city.

(Korrektur oben: Der Anschlag fand im Distrikt Balkh in der Provinz Balkh statt, nicht in der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif – ich bitte um Entschuldigung für den Fehler.)

5 Gedanken zu „Lagebeobachtung Afghanistan: Taliban aus Kundus vertrieben, Anschlag in Balkh (Korrektur)

  1. Inhaltliche Korrektur.

    Der Anschlag hat offenkundig nicht in Masar e Sharif stattgefunden, sondern im Distrikt Balkh, in der gleichnamigen Stadt Balkh.

  2. Der Anschlag auf die Moschee am Mittwoch hat nicht in Maser-e-Sharif (MeS) sondern in Balkh (city) – ca. 20 km nordwestlich von MeS (siehe auch Twitter) – stattgefunden. Macht es am Ende allerdings nicht besser …

  3. Danke für die Hinweise und Entschuldigung für den Fehler – die Ortsmarke MeS bei der Agenturmeldung hat mich zu dem Irrtum verleitet (was keine Ausrede sein soll).

  4. Der Lagebericht der BW zu Kunduz für die Öffentlichkeit ist auch diese Woche ein schlechter Witz! Keine Erklärung, wie es der Taliban wieder gelingen konnte, in Kunduz einzudringen oder warum die deutschen Miltärberater dies nicht verhindern konnten. Auch nicht, wie gefährdet die Deutschen Soldaten waren??

    Train-Advise-Assist-Command (TAAC) North / Deutsches Einsatzkontingent
    „Nachdem in den frühen Morgenstunden des 03.10.16 koordinierte Angriffe der Taliban auf
    und in der Stadt Kunduz stattfanden, erlangten afghanische Sicherheitskräfte (Afghan
    National Defence and Security Forces / ANDSF) weitestgehend die Kontrolle über die
    Stadt zurück. Seither kam es immer wieder zu vereinzelten Feuergefechten zwischen
    Taliban und ANDSF – sowohl in den Außenbezirken und auch in der Stadt selbst. Den
    Taliban ist es zu keinem Zeitpunkt gelungen, die volle Kontrolle über die Stadt zu erlangen.
    – 3 – BMVg Presse- und Informationsstab
    Die mobile Beratung (expeditionary Train, Advise, Assist / eTAA) des TAAC North für den
    vorgeschobenen Gefechtsstand (Forward Command Post / FCP) des Stabes 209. Korps
    der afghanischen Armee (sogenannte 20. PAMIR Division) und für das Hauptquartier der
    808. Polizeizone der afghanischen Polizei (Afghan National Police / ANP) wurde im
    Berichtszeitraum im Camp Pamir, Kunduz, durchgeführt. Insgesamt befinden sich derzeit
    54 deutsche Soldaten des TAAC North vor Ort.
    Deutsche Beteiligung: 937 Soldatinnen und Soldaten (Stand: 10.10.16).“

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