USA präzisieren Pläne für Europa: Eine Kampfbrigade zusätzlich

Iron Troop participates in Estonian nationwide readiness exercise

Die US-Streitkräfte haben ihre Pläne für eine Verstärkung ihrer Truppenpräsenz in Europa präzisiert. Nachdem bereits seit einiger Zeit klar war, dass die dafür nötigen Mittel vervierfacht werden und Material für eine Heeresdivision in Europa stationiert wird, hat das U.S. European Command (US EUCOM) am (heutigen) Mittwoch dafür genauere Pläne öffentlich gemacht: Unter anderem soll ein Brigade Combat Team, also eine Kampfbrigade, zusätzlich auf den Kontinent kommen und durch die osteuropäischen NATO-Mitgliedsländer rotieren.

Aus der Mitteilung von EUCOM:

As part of the United States commitment to increased assurance and deterrence, U.S. Army Europe (USAREUR) will begin receiving continuous troop rotations of U.S.-based armored brigade combat teams (ABCT) to the European theater in February 2017, bringing the total Army presence in Europe up to three fully-manned Army brigades.
As discussed during the announcement of the Fiscal Year 2017 European Reassurance Initiative (ERI) budget proposal, the Army has decided to begin storing “static” equipment, known as Army Prepositioned Stocks (APS), within Europe for contingency operations.

(…)
The ABCTs will be on nine-month rotations from the U.S. and will bring their own modern equipment to conduct exercises across Atlantic Resolve countries. These rotations will demonstrate our ability to rapidly deploy equipment and forces to Europe by sending U.S.-based rotational forces with their currently assigned equipment. This equipment will be the most modernized the Army has to offer and over the next year will replace the current training equipment in Europe.
When the first rotational armored brigade combat team arrives early next year, the equipment currently used by rotational forces, known as the European Activity Set (EAS), will remain in Europe, be repaired, upgraded, and converted into the core of the APS we announced in February. We plan to have APS stored in Belgium, the Netherlands and Germany. (…)
By the end of 2017, there will be a continuous presence of three fully equipped Army Brigade Combat Teams (one Armored, one Airborne, one Stryker); one prepositioned set of combat-ready equipment sufficient to support another Armored Brigade Combat Team; as well as division-level enablers in Europe.

In einem Bericht dazu bringt AP die Absicht etwas weniger diplomatisch verklärt auf den Punkt:

U.S. officials say the Pentagon will be deploying an armored brigade combat team to Eastern Europe next February as part of the ongoing effort to rotate troops in and out of the region to reassure allies worried about threats from an increasingly aggressive Russia.
The officials said the Army will announce Wednesday that it will be sending a full set of equipment with the brigade to Europe. Earlier plans had called for the Pentagon to rotate troops into Europe, where they would have used a set of training equipment pre-positioned there.(…)
There are about 4,500 soldiers in an armored brigade, along with dozens of heavy vehicles, tanks and other equipment.

Ähnlich auch Stars&Stripes:

The U.S. Army will begin rotational deployments of an armored brigade combat team in Europe starting next February, the military announced Wednesday, in a move that will raise the number of American troops on the Continent in response to a more assertive Russia.

Nachtrag: Eine Analyse dazu vom US-Militärkorrespondenten des Guardian:

The US military will keep three heavy army brigades in Europe on a continuous basis, reversing Barack Obama’s reduction of forces after concluding that Russian aggression poses an enduring threat to continental stability.
The shift in course is the latest in a series of small restorations of the military status quo before Obama, suggesting that senior officers have already begun to look past his presidency.
Shortly after Obama leaves office in 2017, the army presence in Europe will return to three armored brigades, with associated vehicles and artillery set for immediate restoration.

(Foto: Iron Troop Soldiers and a convoy of U.S. Army M1131 Stryker vehicles from 3rd Squadron, 2nd Cavalry Regiment, Iron Troop, stationed out of Vilseck, Germany, return to Tapa Training Area from Amari Air Base in Harjumaa, Estonia, in response to the Estonian nationwide readiness exercise, March 17, 2016 – U.S. Army Staff Sgt. Steven M. Colvin)

37 Gedanken zu „USA präzisieren Pläne für Europa: Eine Kampfbrigade zusätzlich

  1. …und damit mal eben die Bundeswehr im Bezug auf vollausgerüstete und ausgebildete Brigaden überholt…
    Gut, dass die USA Europa weiterhin unterstützen.

    pi

  2. Na ja, ein direkter Vergleich der BW mit den Streitkräften der USA scheint keinen Sinn zu machen.
    Aber ja , gut zu wissen das die USA weiterhin ein Interesse an der Bünndnisstreue haben und somit Truppen in Europa für welches Szenario auch immer vorhalten.
    Ich persönlich kann sehr gut damit leben….
    Den ureigensten Auftrag der BW – Die Landesverteidigung – kann DEU eigenständig nicht leisten.

  3. @Fritz: leben Sie im gleichen Land? Welcher Teil Deutschlands unterliegt denn derzeit einer Bedrohung, gegen die uns die Bundeswehr alleine nicht verteidigen kann? Und kommen Sie mir jetzt nicht mit russischen Horden, gegen die könnten wir uns auch mit der größten Armee der Welt nicht alleine verteidigen, schon deshalb, weil die Russen erstmal durch mindestens 2 andere Länder durch müssten, bevor sie auch nur das Ortschild von Frankfurt/Oder sehen.
    Ehrlich, manch ein Poster sollte mal die kalte-Krieg-Bücher zuklappen, vor die Tür gehen und einen Schluck frische Luft im richtigen Leben schnuppern. Macht auch mehr Spass, als ständig die Bundeswehr zu dissen, versuchen Sie´s ruhig mal.

  4. @Realpolitik
    Über Bedrohungsszenarios verschiedenster Art könnte man wohl Tage streiten.
    Ich bin der Meinung das in der heutigen Zeit nichts mehr ausgeschlossen werden kann!!!
    Meine Aussage was die Fähigkeit der BW ( in der auch ich gerne und treu diene ) zum Thema Landesverteidigung angeht , ist kein dissen wie sie es nennen.
    Es ist eine nüchterne Lagefeststellung.
    Das hat in erster Linie nicht unbedingt mit der Unfähigkeit des Waffensystems Soldat etwas zu tun , vielmehr mit dem Fehl an Material.

  5. Wir haben zweimal mit einer hochgerüsteten Armee einen Krieg begonnen. Ein drittes Mal
    ist nicht erwünscht! Was eine hochgerüstete Armee alles anstellen kann wissen wir ja.

  6. @ Cato | 30. März 2016 – 17:44

    Sie scheinen zu vergessen dass keine Armee der Welt (ca seit 1648) von selber ‚losmarschiert‘ ist.
    Soldaten loeffeln aus, was Politiker eingebrockt haben….

  7. @ Realpolitik | 30. März 2016 – 17:01

    Ich kann verstehen, dass die sicherheitspolitischen/militärischen Entscheider der vergangenen 10-15 Jahre langsam dünnhäutig werden, weil sie die Prügel nicht mehr ertragen können, die auf sie hereinbricht.

    Nur leider kann ich der Feststellung durchaus zustimmen, dass die bundesdeutsche Sicherheitspolitik und eines ihrer Werkzeuge, die Bundeswehr, für die Herausforderungen der Gegenwart weder materiell noch mental gerüstet sind.

    Die wieder möglichen Bedrohungsszenarien können nicht mehr verleugnet werden. In ihrer Vielfalt wirken sie inzwischen selbst auf die einfache Bevölkerung beängstigend.
    Wie Ihr Beitrag zeigt, befinden sich die Verantwortlichen offenbar immer noch in Schockstarre, statt endlich mit den liegengebliebenen Hausaufgaben anzufangen. Der Brain-Drain, den die vergangenen „Reformen“ verursacht haben, führt zudem leider dazu, dass man bei vielen Fähigkeiten wieder bei null anfangen muss.

    Tiefes Wissen heißt, der Störung vor der Störung gewahr sein. Von solchen sicherheitspolitischen Grundsätzen sind wir inzwischen weit weg. Es wird ja offen eingeräumt, man „fahre auf Sicht“, was bekanntermaßen bei kleinsten Friktionen wie Nebel im Abgrund enden kann.

  8. @ Cato | 30. März 2016 – 17:44

    Wir haben zweimal mit einer hochgerüsteten Armee einen Krieg begonnen. Ein drittes Mal
    ist nicht erwünscht! Was eine hochgerüstete Armee alles anstellen kann wissen wir ja.

    Streitkräfte sind in der Neuzeit ein Werkzeug der Politik. Wollen Sie mit ihrem Beitrag behaupten, dass unsere aktuelle politische Führung mit der einer menschenverachtenden Diktatur wie 1939 oder einer degenerierten Monarchie wie 1914 verglichen werden könnte?

    Ich übe gern auch beißende Kritik an unserer Regierung, aber soweit würde ich dann doch nicht gehen.

  9. Fritz | 30. März 2016 – 14:42:
    “ … Den ureigensten Auftrag der BW – Die Landesverteidigung – kann DEU eigenständig nicht leisten.“
    Das konnte die Bw eigenständig noch nie. In sofern haben Sie m.E. etwas unglücklich formuliert. Da sind wir weiter auf die Verbündeten angewiesen. Auch wäre DEU im Falle einer RUS Agression kein Frontstaat mehr. Auf der anderen Seite hat der Strukturpfusch der letzten Jahre den von DEU zu leistenden Bündnisbeitrag marginalisiert. Das Deutsche Heer z.B. wäre schon mit einem Gefechtsstreifen der Breite der Woiwodschaft Westpommern überfordert. Das ist ein Fakt und hat nix mit „dissen“ zu tun.
    Hans Schommer

  10. Cato | 30. März 2016 – 17:44

    Wir haben zweimal mit einer hochgerüsteten Armee einen Krieg begonnen. Ein drittes Mal ist nicht erwünscht! Was eine hochgerüstete Armee alles anstellen kann wissen wir ja.

    Not sure if serious or troll….

    1.) Die erste „hochgerüstete Armee“ von 1914-18 unterschied sich in keinster Weise von anderen westlichen Armeen und war zur See von vornherein hoffnungslos unterlegen.

    2.) Wer 2016 immer noch auf die History Channel-„Propaganda“ der „hochgerüsteten Wehrmacht zu Beginn des WK II“ hereinfällt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Das Thema ist zur Genüge erforscht, bitte bedienen Sie sich der betreffenden Fachliteratur. Was in gewissem Grade den Unterschied machte, waren Doktrin (der verbundenen Waffen) und taktische Schulung auf allen Ebenen – nicht aber die Ausrüstung.

  11. @Fritz:
    Es ist der Auftrag der Bundeswehr, die Landesverteidigung – im Bündnis kollektiver Verteidigung – zu gewährleisten und diesen Auftrag kann sie derzeit erfüllen. Keine der Siegermächte des 2. Weltkriegs war an einer vollumfänglichen Wiederbewaffnung der deutschen Bevölkerung interessiert. Das haben die Politiker der damaligen Zeit auch sehr schnell verstanden und fokussierten daher die Bemühungen um einen Eintritt in ein Bündnis kollektiver Verteidigung, was auch gelang.
    Was mich persönlich vielmehr an Ihrer Aussage stört, ist die Tatsache, dass Sie in der Bundeswehr gern und derzeit auch dienen, sich jedoch so über die innerer Struktur äußern. Wenn Sie – als Soldat – einen Mangel erkennen, stellen Sie Ihn ab und warten nicht darauf, dass andere es tun. Können Sie den Mangel nicht persönlich abstellen, so informieren Sie Ihre Vorgesetzten darüber und unterstützen diese durch das Aufzeigen von Möglichkeiten/Verbesserungen. Im „Aufzeigen“ von Mängeln oder Missständen sind Sie scheinbar ein Großer, aber davon haben wir derzeit in den Streitkräften genug. Was fehlt, ist die Ressource des Mitdenkens und des Aufzeigens/Schaffens von Möglichkeiten!

  12. Fritz | 30. März 2016 – 17:37

    Nicht aufregen nur wenn er Geschichte nicht kennt weiß er auch nicht von Zukunft

    Cato | 30. März 2016 – 17:44

    Das Hängt wenig den 1sten wahren wir eben nicht Gerüstet deshalb gab es den Wilhelmkanal weil zu wenig Schiffe hatten und nicht wunderer bare Angriff wie das in denen Wirwar es Gesagt wurde

    und der 2te wo nach Polen Muni weg war
    und Frankreich das 2x an Pz Hatte

  13. Voodoo | 30. März 2016 – 18:15

    doch es gab erhebliche Unterschiede in London wahren so Viele Boote in Reparatur wie die Deutschen in der Nordsee hatten

    Das Deutschereich hatte Mun nur für 3 Mon

  14. Fritz | 30. März 2016 – 14:42
    Den ureigensten Auftrag der BW – Die Landesverteidigung – kann DEU eigenständig nicht leisten.

    Das ist kein Problem für Deutschland oder die Bw. Kein Land in Europa kann seine Landesverteidigung eigenständig leisten.

  15. Zum Thema Bündnisverteidigung:
    Ich will jetzt keine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht lostreten, aber Deutschland wäre doch inzwischen gar nicht mehr in der Lage in einem größerem Symetrischen Konflikt, wie der Bündnisverteidigung gegen Russland, Verluste die erlitten werden auszugleichen. Weder an Material noch an Personal.
    Wie will man den bitte innerhalb weniger Woche Verluste an Personal Ausgleich? Woher soll den genug Personal mit einer militärischen Grundausbildung kommen? Es würde doch Wochen ja Monate dauern neues Personal auszubilden.
    Der derzeitige freiwillige Wehrdienst reicht meiner Meinung für eine Bündnisverteidigung gegen einen Feind wie Russland nicht aus, da hier nicht genug mögliches Personal eine militärische Grundausbildung bekommt.
    Und ja natürlich dafür bräuchte man auch genug Reserve an Material und eine gute Struktur innerhalb der Bw.

    Ohne genug Reserven Materiell als auch Personell ist die Bündnisverteidigung meiner Meinung nach nicht durchhaltbar und machbar.

  16. Beim Thema Bündnisverteidung darf ich einfach mal an die Probleme bei der IVJTF (Btl-Äquivalent) im letzten Jahr und die absehbaren Probleme der VJTF 2019 (Brig-Äquivalent) erinnern. Hier geht es nicht um persönliche Ansichten oder Tagträumerei (Wehrpflicht, neue Brigaden, ErgTrTle mit Mat), sondern um von der Bundesregierung in der NATO gegebene Zusagen zur Bündnisverteidung.

    Ein Blick hierauf sollte eigentlich ausreichen um zu erkennen, dass es um die Fähigkeiten zur Bündnisverteidung nicht allzu gut bestellt ist.

  17. @politisch unkorrekt | 30. März 2016 – 14:13
    „Gut, dass die USA Europa weiterhin unterstützen.“

    Ich sage mal, politisch ganz unkorrekt:

    Gut, dass wenigstens die USA Europa weiterhin schützen!

    @Jan | 30. März 2016 – 18:25
    „Es ist der Auftrag der Bundeswehr, die Landesverteidigung – im Bündnis kollektiver Verteidigung – zu gewährleisten und diesen Auftrag kann sie derzeit erfüllen.“

    Nein, kann sie leider nicht!

    Die Bündnisverteidigung leistet leider derzeit alleine die USA konventionell und nuklear und mit Hilfe der Atomwaffen FRA und GBR nuklear.

    DEU trägt dazu nichts bei außer Vollklore.

    Für Friedenserhaltung und Friedenserzwingnung ist der DEU Beitrag allerdings wichtig (denn die USA können und wollen ja nicht alleine überall auf der Welt die Arbeit leisten).

    „Was mich persönlich vielmehr an Ihrer Aussage stört, ist die Tatsache, dass Sie in der Bundeswehr gern und derzeit auch dienen, sich jedoch so über die innerer Struktur äußern. “

    Hmm, da es sich hierbei offensichtlich um eine sicherheitspolitische Aussage handelt (denn sofern @Fritz nicht GI, AL oder zumindest General/Flagoffizier sein sollte, kann er ja nichts in der Bw als ganzes ändern und hat auch kein Melderecht beim IBuK bzw. beim BK). Von daher macht @Fritz lediglich von seinem Recht als Staatsbürger in Uniform gebrauch seine Meinung in einer gesellschaftlichen Diskussion zu äußern.

    Das sollte er dürfen, oder?

    Und nebenbei: er ist dabei sachlicher als viele andere Beiträge in diesem Blog und nach meiner Bewertung überschreitet er keinesfalls die Grenze zum Defätismus, denn die Fähigkeit der Bw zur Landesverteidigung oder zum signifikanten Beitrag zur Bündnisverteidigung ist ja derzeit durchaus überschaubar (mich würde es wundern, wenn wir innerhalb Jahresfrist mehr als zwei KpfTrBrig mit Pers/Mat vollbekommen würden um uns selbst oder Polen zu schützen…).

  18. @Der junge neue | 30. März 2016 – 19:37
    „Ich will jetzt keine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht lostreten,“

    Ich bin ja auch gesellschaftspolitischen Gründen ein Anhänger der Wehrpflicht, aber rein aus militärfachlichen Gründen ist sie derzeit nicht zu rechtfertigen.

    Bei einer allgemeinen Wehrpflicht die heutzutage vmtl. auch die Frauen umfassen müsste), müssten wir pro Jahr ca. 250.000 Wehrpflichtige ausbilden (ein Jahrgang umfasst derzeit ca. 700.000, davon einfach mal 200.000 untaugliche abgezogen und den Rest durch zwei geteilt – wegen KDV).

    Bei einer auch nur 6monatigen symbolischen Wehrpflicht (und unter zwölf Monaten ist alles symbolisch), wären das 115.000 zusätzliche Soldaten (ca. 10.000 FWDL haben wir ja).

    Die hierfür notwendigen zusätzliche SaZ/BS dürften auch nochmals min 35.000 ausmachen (über den Daumen geschätzt).

    Wir sprechen also von einem Aufwuchs von 185.000 (theoretische Zahl) auf 335.000!

    Woher bitte soll das Geld hierfür kommen?!?!

    @Memoria | 30. März 2016 – 19:46
    +1

  19. @Koffer:

    „Wir sprechen also von einem Aufwuchs von 185.000 (theoretische Zahl) auf 335.000!
    Woher bitte soll das Geld hierfür kommen?!?!“

    Selbst wenn man die Besoldung der WDL sicherstellen würde:

    Wo sollen die den untergebracht werden? Die dafür notwendigen Strukturen, sprich Kasernen, sind längst abgerissen oder umgewidmet.

    StO-Übungsplätze/StO-Schiessanlagen?

    Persönliche Ausrüstung (Koppeltragegestelle und G36 gibt es ja noch genug :)), bei der Munition hört es dann schon auf; an moderne Ausrüstung wollen wir gar nicht denken)?

    Und was will man unter diesen Voraussetzungen in sechs Monaten schon ausbilden? Das Ganze hätte nur Volkssturm-Charakter.
    Der Zug Wehrpflicht ist ein für allemal abgefahren, ob man es nun gut oder schlecht findet. Eher sollte man aus gedienten Soldaten eine Reserve-Komponente aufbauen und zumindest tw. mit MAT unterlegen.

  20. @Ziehen:
    Bevor man solche Träumereien (ResBtl mit teilweise Mat, s.o.) fortsetzt, sollte man sich bitte nochmal in Erinnerung rufen, dass bei der aktiven Truppe teilweise 85% des Materials (Großgerät im Heer) fehlen.

    Besserung trotz aller Ankündigungen nicht einmal in Sicht.

  21. @Memoria:

    Ist klar.
    War auch nur als Alternative zum WD gemeint. Das Schliessen bestehender Lücken geht natürlich vor und wird Jahre dauern. Da ja der mittelfristige Finanzrahmen zumindest in Umrissen zu erahnen ist, bin ich mal gespannt, ob und welche Beschaffungen dieses Jahr noch eingeleiten werden.

    @all: Kann ggf. jemand sagen, wann das Weißbuch vorgestellt werden soll? Hat man ja schon lang nichts mehr gehört …

  22. @ Jan
    Ich verstehe ihren Unmut , und sie haben Recht wenn sie sagen das ein erkannter Mangel unabhängig der erkennenden Ebene angezeigt werden muss um diesen dann auch letztendlich abstellen zu können!!
    Ihre Feststellung bezüglich der vielen ,,Besserwisser “zeigt mir eines der großen Probleme unserer Zeit.
    Ein vorhanden sein von Kritikfähigkeit in den Ebenen in denen Mängel auch abgestellt werden können!!
    Das ist keine allgemein Unterstellung.
    Ich kann ihnen versichern das ich als TE Führer sehr oft Gebrauch von meiner Pflicht ,, dem Melden “ mache!!
    Und keineswegs lehne ich mich dann zurück frei nach dem Motto ,, Melden macht frei “

    Wenn ich allerdings aufzählen würde WAS alles an Material / MVG fehlt um mich und meine Soldaten bestmöglich auf den Einsatz vorzubereiten , dann würde ich hier eine Grenze überschreiten.

    Das hat hier auch nichts zu suchen, aber sie sollten sich nicht gleich angegriffen fühlen wenn ein Soldat ansatzweise seinen Unmut äußert.
    Das sollten sie aushalten können.

  23. Ziethen | 30. März 2016 – 20:23

    Wir haben Gelder für Flüchtlinge die Eigentlich schon abgeschoben sein sollten weiter zu Bezahlen

    Wir haben Geld für MEADS das aber auch ein Sofort Paket kaufen können das dann aber auch da ist , das ist im MEADS nicht gesagt ob wir weiteres Geld hinein Butern müssen

    Keiner Fragt sich warum wir so viel für Rüstung Zahlen

    wenn Nexter mehr Verkauft und weniger Umsatz hat

    So lange das hingenommen wird sollte das Geld da sein für die Bürger die Steuerzahlen
    leben dürften , wenn dieses mal der Außenseiter der Jetzigen US Wahlen gewinnt , und dann auf Putin trieft , dann kann es Krieg geben und nicht nur mit Russland dann wird China Sofort oder Später auf Seiten Russland Eintreten
    Das liegt an schlecht Ausgebildeten Jornalisten diese Gefahr nicht erkannt werden die Wolken die über Pazifik gerade aufbauen

  24. Back to Square One.

    Nachdem die USA es nicht geschafft haben, sich ein einigermaßen stabiles Stationierungsland in Nordafrika/Nahost/Zentralasien zu sichern, muß nun das „alte“ Europa wieder ran. Zumal Putin mit der Krim und nun auch Syrien militärstrategische Fakten geschaffen hat, die ein „Pivot to Asia“ in der Tat nur sehr begrenzt zulassen.

  25. Liebe Leute, ich bin ein bisschen verblüfft. Da gibt’s eine US-Ankündigung von strategischer Tragweite (nicht wg. der Zahl der angekündigten Verlegung, sondern angesichts der erwartbaren russischen Reaktion und des Verhältnisses auch der NATO zu Russland), und die Debatte hier dreht sich wieder mal darum, warum die Bundeswehr zu wenig Autos hat…

    Das ist doch ein bisschen sparsam.

    Andererseits: Wenn ich sehe, dass auch die großen deutschen Medien diese Information, die ja von gestern Mittag deutscher Zeit stammt, erst heute aufgreifen… vielleicht gibt’s ja doch noch eine ernsthafte Diskussion darüber.

  26. @T.W.

    Na ja, die wenigen verbliebenen Bescheidwisser bei den MSM wissen natürlich, dass viele dieser „Ankündigungen“ aus dem Pentagon letztendlich mehr mit US-amerikanischer Innen-/Haushaltspolitik (inkl. Wahlkampf) zu tun haben als mit Außen- und Sicherheitspolitik. Warten wir mal gelassen ab, was dann 2017ff wirklich passiert.

  27. @ T. Wiegold

    Naja, ob man das eine Ankündigung von „strategischer Tragweite“ nennen sollte … Und egal obs ein Zug oder eine Brigade ist – der Kreml würde ohnehin ins propagandistische Heulen und Zähneklappern verfallen.
    Und den Baltischen Staaten und Polen dürfte auch die Ankündigung bei weitem nicht weit genug gehen – die wollen schließlich mindestens eine Brigade, pro Land, permanent und nicht dieses ewige Rotieren.

    Demzufolge ist die „Tragweite“ der bisherigen Diskussion wohl ziemlich deckungsgleich mit deren Perzeption in Deutschland: die einen verteufeln das als Kriegstreiberei, den anderen gehts am Allerwertesten vorbei.

  28. @csThor

    Na ja, die Stationierungswünsche der Balten, Polen etc sind das Eine, die Kosten sind das Andere. Die USA übernehmen mitnichten die sogenannten „Stationierungskosten“ zu 100%. Es entstehen also in den Stationierungsländern sogenannte Verteidigungsfolgekosten, die durch die Länder zu tragen sind. Will sagen, wenn ein Gutteil dieser zusätzlichen Brigade hier in Deutschland prepositioned werden soll, dann gehen auch die deutschen VFK hoch…..bin mal gespannt, ob die Opposition da mal wieder eine Anfrage stellen wird. Wir können ja dann eine Rechnung an die Balten, Polen etc. schicken ;-)

  29. Ferner sei die Frage, wie weit man im Falle des Falles mit einer (bzw. insgesamt dann mit drei) rotierenden Brigaden überhaupt kommt, mal dahingestellt… (24th Inf Div in Korea im Frühsommer 1950, anyone?!)

    Ich sehe das ähnlich, wie der klabautermann – Ende 2017 wird man sehen, was tatsächlich umgesetzt wird. Im Übrigen sticht mir ein gewisser Schlingerkurs der amerikanischen Regierung ins Auge, welche den neuen Schwerpunkt erst nahezu komplett im Pazifik sah und nun angesichts russischer Aktionen(?) wieder auf Europa schwenkt. Ja was denn nun?

  30. Die Rotation ist ein sehr interessanter Ansatz. Er erlaubt unterschiedliche Signale in wechselnden Krisenlagen und bietet damit eine deutlich höhere strategische Flexibilität, als es mit einer permanenten Stationierung in der gleichen Truppenstärke erreichbar wäre. Und man kann darüber hinaus sogar mit einigen argumentativen Verrenkungen behaupten, dass die einseitigen Bindungen der Nato-Russland-Akte nicht gravierend verletzt werden. Aber teuer wird es ohne Zweifel, und ob es operativ wirklichen Sinn macht, bleibt noch offen.

    Der amerikanische Frust gegenüber Putins Politik ist jedenfalls beträchtlich, wie man auch hier sieht. Da möchte Obama aus innen- wie außenpolitischen Gründen gerne klarstellen, dass auch eine lame duck durchaus wichtige Entscheidungen treffen kann. Auf die Umsetzung durch die dann neue Administration darf man gespannt sein.

  31. Die WELT meldet das Rußland asymmetrisch reagieren will. Ich fürchte die Verlegung trägt mehr zur Destabilisierung als zur Stabilisierung bei. wenn jetzt die „grünen Männlein“ aktiviert werden, sind wir einen Schritt näher am heißen Konflikt.

  32. @ Jan | 30. März 2016 – 18:25

    Ihre Forderung ‚Maengel abstellen und dauermelden‘ in Ehren…

    Wenn Sie allerdings nach einigen Jahren mitbekommen wie Ihre Meldungen im Dienstweg verfaelscht und/oder (Wittgenstein) ignoriert werden (nicht einmal nachgeprueft)
    und sich an BT-Abgeordnete wenden, die dann auch nichts tun, weil inopportun…

    dann schreibt der Eine oder Andere das im blog auf, in der Hoffnung, dass dies doch einmal gelesen wird – oder reicht den Abschied ein und faengt ein neues Leben an.

  33. @Ungedienter: Halten Sie diese Reaktion für überraschend? Bemerkenswert wäre es doch wohl eher, wenn die Putin-Gang die Ankündigung stillschweigend zur Kenntnis nähme.
    Was die Stabiliserung angeht: Ehrlicherweise würde ich D und seine EU-Nachbarn ganz ungern in der Rolle sehen, wie sie die Tschechen auf der Münchner Konferenz spielten: Es wurde über sie in Abwesenheit verhandelt. Und das dieser Vergleich angemessen ist, wenn wir von Putin reden, hat er m.E. hinreichend bewiesen in Tschetschenien, Georgien, Ukraine. Er respektiert nur fremde Macht, kein fremdes Recht.
    Anders als andere hier halte ich ihn für einen strategischen Flachkopf, der nicht mehr kennt als die Regeln der organisierten Kriminalität: Schaffe dein Machtmonopol in einem gegebenen Gebiet, ziehe deine Monopolrenten durch Schutzgeld und das Patronat über die interessanten Branchen (Prostitution, Glückspiel, Drogen) ein.
    Der Erhalt des status quo, die Absicherung der eigenen Macht bleibt dann als einzig wichtige Aufgabe. Mehr hat Wladimir Putin bis heute nicht in/für Russland geleistet. Er hat Russland vor 16 Jahren am Ende der Jelzin-Ära praktisch am Boden liegend übernommen. Dass es seit dem wirtschaftlich und sozial nennenswert vorangegangen ist, abgesehen von seiner teuren „Ordnung“, wird niemand ernsthaft behaupten wollen – trotz der enormen technologischen und industriellen Potenziale Russlands. Der Erhalt seiner Macht hat eben Priorität, zumal Fortschritt schnell seine Machtbasis bedroht, wie wir auch schon bei den Protesten gegen sein Regime gesehen haben.
    So einen Mann kann man nur durch Gegendrohungen in Schach halten und da scheinen die US-Brigaden denn doch nützlich. Wenn er die anrührt, rührt er Amerika an. Das respektiert Putin und hält die Füße still. Dass unser großer Verbünderter „kein Kind von Traurigkeit“ ist weiß ich auch, aber dann denke ich an die Bilder von der Münchner Konferenz . . .

  34. @ Zivi a.D nein ich halte diese Brigade für falsch. Wenn Russland tatsächlich hybrid reagiert gibt das einen Krieg in dem die Nato verwickelt ist, Russland jede Verwicklung aber bestreiten wird. Das ist gefährlich. Die NATO Potentiale in Westeuropa hochfahren, ja sinnvoll, diese Verlegung aber schafft eine Situation die brandgefährlich ist, weil ein Funke genügt zum zünden. Oder sagen wir mal ein von „grünen Männchen “ vernichtete US Panzer..
    Das was mich beschämt ist, dass unsere Politiker so unfähig sind entsprechend zu reagieren und die BW hochfahren.

  35. @all

    Habe zu dem Thema einen neuen Thread aufgemacht – vielleicht die Debatte dort weiterführen?

  36. Streitkräfte sind in der Neuzeit ein Werkzeug der Politik. Wollen Sie mit ihrem Beitrag behaupten, dass unsere aktuelle politische Führung mit der einer menschenverachtenden Diktatur wie 1939 oder einer degenerierten Monarchie wie 1914 verglichen werden könnte?

    Ich übe gern auch beißende Kritik an unserer Regierung, aber soweit würde ich dann doch nicht gehen.

    JA

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