Kein einziger Sea Lynx-Hubschrauber fit für den Einsatz (Update)

SeaLynx_Marine_2012

Von den 22 Hubschraubern des Typs Sea Lynx Mk88A der Deutschen Marine ist derzeit kein einziger Helikopter für einen Auslandseinsatz freigegeben. Nachdem Risse im Heckbereich einer Maschine festgestellt worden waren, wurden zunächst alle Hubschrauber dieses Typs gesperrt, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Montag einen Bericht der Süddeutschen Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht). Bei Untersuchungen seien dann an insgesamt 15 Maschinen solche Schäden entdeckt worden.

Seit dem vergangenen Freitag ist nach Angaben des Ministeriums ein Sea Lynx wieder zum Flugbetrieb zugelassen, allerdings nur unter Friedensflugbedingungen. Die Fregatte Lübeck musste deshalb auf die geplanten zwei Bordhubschrauber verzichten, die mit dem Kriegsschiff in den Antipiraterie-Einsatz vor der somalischen Küste gehen sollen. Ein operationeller Flugbetrieb wird voraussichtlich in diesem Jahr nicht mehr möglich sein.

Im Juni war an einem der Hubschrauber ein Riss im Heckbereich entdeckt worden. Die Untersuchungen ergaben, dass nur sieben Sea Lynx  keine solchen Schäden hatten. Diese sieben Hubschrauber sollen nach derzeit laufenden Inspektionen wieder für den Flugbetrieb freigegeben werden, wenn auch mit Einschränkungen – so darf die erste wieder freigegebene Maschine (und dann die übrigen sechs) nur mit verminderter Nutzlast starten. Für die 15 Helikopter mit den Rissen wird laut Ministerium jetzt das Reparaturverfahren festgelegt.

Die 22 Sea Lynx machen etwa die Hälfte der Hubschrauberflotte der Marine aus; die andere Hälfte besteht aus Helikoptern vom Typ Sea King, die ebenfalls mit technischen Problemen zu kämpfen haben. Als Nachfolgemodelle sollen zwar Hubschrauber vom Typ NH90 beschafft werden; dafür ist aber noch nicht einmal die endgültige Beschaffungs- und Finanzierungsentscheidung getroffen.

Die Sperrung der Sea Lynx trifft die Marine schon im aktuellen Einsatz in der EU-Mission Atalanta hart: Ohne Hubschrauber ist der Kampf gegen die Piraterie deutlich eingeschränkt. So werden die Helikopter genutzt, um von der Fregatte aus den Seeraum zu überwachen und um Boarding Teams zur Kontrolle auf verdächtige Schiffe zu bringen oder den Einsatz dieser Boarding Teams aus der Luft zu überwachen – Aufgaben, für die Flugzeuge wie der ebenfalls vor Somalia eingesetzte Seefernaufklärer Orion P-3 C nicht infrage kommen.

Das in diesem Jahr entdeckte Problem mit der Rissbildung im Heckbereich bei den mehr als 30 Jahre alten Maschinen, die für verschiedene Aufgaben und Einsätze hart beansprucht werden, dürfte der Marine allerdings schon länger bekannt gewesen sein. In einem Untersuchungsbericht der Firma Eurocopter (heute Airbus Helicopters), der Augen geradeaus! vorliegt, wurden bereits 2011 von Hubschraubern im Atlanta-Einsatz starke Rissbildungen im Heckkonus gemeldet:

Aufgrund folgender Erkenntnisse, halten wir die Rissbildung an dem Lfz 83+ 21 für ein Ermüdungs- versagen der Heckkonusstruktur:
– die optische Bewertung der Risse und der umgebenden Struktur sprechen eindeutig für ein Ermüdungsversagen der Struktur. Wir empfehlen jedoch dringend dies über eine metallografische Untersuchung verifizieren und untermauern zu lassen.
– die konstruktive Gestaltung des Bereichs Stn 2663 ist nicht optimal und kann als sehr rissanfällig bezeichnet werden
– bereits bei der Mk88 hat sich der Bereich als Schwachstelle erwiesen. Die Fa. WHL hat versucht bei der Einführung der Mk88a diese Schwachstelle durch das Aufsetzten mehrerer Bleche zu verbessern. Dabei musste jedoch auch das höhere Abfluggewicht kompensiert werden.

Riss innen 1A

(Foto oben – Archivbild März 2012: Multinationale Übung „Good Hope 5“ in Südafrika. Per „Fastroping“ seilen sich das deutsche und südafrikanische „Boarding Team“ von dem Hubschrauber Typ Sea Lynx MK 88A auf die Fregatte „Lübeck“ ab – Bundeswehr/Bienert via Flickr unter CC-BY-NC-ND-Lizenz mit Freigabe für redaktionelle Verwendung
Foto unten: Untersuchung eines Sea Lynx 2011))

Ausrüstung und so · 14:02h ·  

49 Kommentare zu „Kein einziger Sea Lynx-Hubschrauber fit für den Einsatz (Update)“

  • xyz   |   22. September 2014 - 14:15

    Das heisst also man hat das Problem solange ignoriert bis es schließlich akut wurde?

  • huey   |   22. September 2014 - 14:19

    Und auch hier: Eine Lösung wäre-wenn man den WOLLEN würde-denkbar einfach:

    Entweder schifft man Hubschrauber anderer Nationen ein (das wird man nicht tun, da man sich bei Bekanntwerden unserer „Umstände“ öffentlich blamieren würde), oder man „least“ diese Fähigkeit von zivilen Firmen….

    Alternativ ist es problemlos möglich, Hubschrauber in Mogadishu, Kismayo oder in einer der FOB´s zu stationieren…..und den Seeflugbetrieb von dort aus zu starten….wie gesagt: „Möglich“ wäre es…….

  • mwk   |   22. September 2014 - 14:38

    7. September 2014 Die Bundeswehr sieht von der Leyen derzeit aber gut aufgestellt. „Sie ist einsatzbereit“, sagte die CDU-Politikerin. – sry das musste sein :)

  • Closius   |   22. September 2014 - 14:50

    Da die BW die MK 88A Version hat, dann war die Blechverstärkung für diese Version offensichtlich nicht ausreichend.

    Wäre also interessant zu wissen, ob die neuere Version Wildcat im Heck nochmal verändert oder verstärkt wurde im Vergleich zur MK 88 A Version oder dort unverändert ist?

    Und da nach der Meldung der Süddeutschen nur 4 Maschinen diese Risse haben sollen, bleibt die Frage, warum konnten keine der anderern Maschinen flugklar gemacht werden, welches Problem außer den Rissen gibt es noch?

    Ich weiß nicht, ob man Marineversionen von Zivilfirmen leasen kann, aber es bleibt die Frage, warum keine anderen Marinehubschrauber schnell bestellt bzw. geleast hat von einem Hersteller um für den Anti-Pirateneinsatz gerüstet zu sein?

  • T.Wiegold   |   22. September 2014 - 14:58

    Ach, @Closius, wir kommen wieder zum alten Problem: Sie lesen nicht, was andere schreiben, schon gar nicht, was ich schreibe.

    Wie oben steht: Nach Angaben des Ministeriums haben 15 rpt 15 Maschinen ähnliche Schäden.

    Bitte erst lesen, dann kommentieren.

  • Closius   |   22. September 2014 - 15:35

    @T.Wiegold: In Ihrem Bericht muss ein Zahlendreher sein. Wenn an einer Maschine die Schäden entdeckt worden sind und dann an 15 weiteren Maschinen, dann wären insgesamt 16 Maschinen beschädigt? Danach schreiben Sie aber von 7 Maschinen ohne diese Risse und von nur 15 Maschinen mit Reparaturverfahren.

    Und da Ihre Zahlen erheblich von denen der Süddeutschen abweichen, haben Sie einen neueren Bericht oder hat die Süddeutsche sich vertippt, soweit diese nur 4 Maschinen mit diesen Rissen insgesamt angibt und sonst von umfangreichen Beanstandungen bei zusätzlichen Hubschraubern spricht?

  • T.Wiegold   |   22. September 2014 - 15:46

    @Closius

    Ich hab’s jetzt oben mal versucht klarer zu machen: von 22 Maschinen 15 mit diesem Schaden, sieben ohne – damit stimmt die Summe von 15 + 7.

    Ich weiss nicht, ob das ein neuerer Bericht ist oder wo die Diskrepanz herkommt; meine Angaben sind offizielle Angaben des Ministeriums.

  • SER   |   22. September 2014 - 16:11

    Der Sea Lynx ist nach Angaben Ministerium zum Betrieb freigegeben , aber nur unter Friedensflugbedingungen !?!

    Wenn ich recht informiert bin fliegen ALLE Lfz der Bw unter den genannten Friedensflugbedingungen und haben nur leichtere Abweichungen in Sonderbänden genehmigt wie z.B. Fliegen ohne Zusammenstoßwarnlicht (Anti-Col) …
    Selbst der General Flugsicherheit reist gerne und regelmäßig zu Info-Besuchen in die Einsatzländer, dort wird aber nicht inspiziert sondern nur informiert !
    Wird schon seine Gründe haben ;-)

    Ansonsten wüsste ich grade keinen Flugbetrieb der Bw der „Einsatzflugbetrieb“ genannt wurde / würde … Lasse mich aber auch gerne korrigieren …

  • Vtg-Amtmann   |   22. September 2014 - 16:16

    @closius: QmS, sry. Der AW 159 hat einen komplett neuen Heckausleger, trapezförmig im Querschnitt, Monolith -Bauweise von wegen Radarsignatur. Kann man bei Wiki ( http://de.wikipedia.org/wiki/AgustaWestland_AW159 ) und bei AW ( http://www.agustawestland.com/product/aw159-0 ) nachlesen und nachsehen. Das war hier auch schon mehrfach Thema.

  • Hutzel   |   22. September 2014 - 18:15

    Eine Anti-Piraterie-Mission ohne Boarding-Hubschrauber.

    Mein Beileid an die Besatzung der Lübeck. Ich hoffe den Jungs gelingt es trotzdem zumindest einigermaßen ihren Auftrag zu erfüllen.
    Das da von irgendwoher ein Einsatzbedingter Sofortbedarf in Form zweier Marine-Hubschrauber organisiert werden kann, ist wohl leider eher unwahrscheinlich.

    Vielleicht bin ich ja komisch aber ich finde das (wieder mal) ziemlich peinlich.

  • Zivilist   |   22. September 2014 - 18:51

    Heute ist nun die Fregatte LÜBECK zur Atalanta-Mission ausgelaufen. Anti-Piraten-Einsatz ohne Hubschrauber das soll mir mal einer erklären. Den InspM interessiert das sowieso nicht mehr und der Nachfolger, Merkels Admiral, weiss es sicher nicht.

  • xyz   |   22. September 2014 - 19:10

    „Das wurde immer schön unter den Tisch gekehrt…“

    Ja und dann muss erst der Wehrbeauftragte beim MFG5 antanzen, damit das BmVg es überhaupt mal für nötig hält, den Verteidigungsausschuss zu informieren. Die Presse schafft es leider auch erst jetzt die desaströsen Zustände anzuprangern. Spät aber besser als nie.

    Vielleicht brauchen wir mehr Wehrbeauftragte.

  • T.Wiegold   |   22. September 2014 - 19:19

    @xyz

    Och, wenn mir das jemand schon vorher erzählt hätte…

  • Vtg-Amtmann   |   22. September 2014 - 19:19

    Das Elend ist seit 2011 durch ECD bekannt, wie T.W.. bereits schrieb. Und zwar damals schon an 4 – 5 Maschinen, wie mir ein Fliegerkamerad von der Marine bestätigte.

    Da hilft m.M.n. nur noch ein Echos aus der Marine selber und/oder ein Drehflügler-Untersuchungsauschuss ob der „unter den Tisch-Kehrerei“ (vgl. http://augengeradeaus.net/2014/09/der-drehfluegler-septemberoktober-2014/#comment-150715).

    Man beachte auch, die Marinehubschrauberausschreibung für 30 Multirole-MH wurde erst am 28.10.2011 von Rü VI 3 aufgehoben. War wohl der „falsche Sieger“ bei rausgekommen. Und wer damals IBUK, StS-Rü und Rüstungsdirektor war, ist ja auch bekannt.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   22. September 2014 - 19:31

    Vor Somalia ohne Heli zu agieren ist mehr als uneffektiv. Aber auf die Schnelle gibt es keine Abhilfe. Die Landeeinrichtung, Werkzeuge, Ersatzteile und Mannschaften sind auf den Lynx abgestimmt, das alles auf ein anderes Marinehubschrauber-Muster einzurichten würde auch bis ins nächste Jahr dauern. Zwei Lynx von anderen Länder zu leihen ist auch sehr unwahrscheinlich, die werden sie selber brauchen und die Marine wird mit diesen anderen Versionen auch nicht gleich zurechtkommen.

    Um überhaupt Überwachungsflüge machen zu können, wäre es vielleicht praktikabel vier Schiebel Camcopter anzuschaffen, das Personal darauf zu schulen und mit zwei Stück anschliessend der Lübeck per Luftweg nachzuschicken.
    Die OSZE möchte in der Ukraine ja auch den Camcopter mit deutsch-französicher Unterstützung betreiben, da müsste dafür sowieso Personal ausgebildet werden. Und wenn der Lynx mal wieder fliegen darf, können die Camcopter, wie es mal geplant war, auf den K-130 ein neues Zuhause finden.

  • Memoria   |   22. September 2014 - 19:44

    Soll man dazu überhaupt noch was sagen?
    Die Zeit der Abkühlung hier sollte ja noch eine Weile anhalten.

    Interessant ist wie die Presse das Thema bereits jetzt auf die Frage zuspitzt:
    Was wußte wann wer? Man will vdL auch ein EuroHawk-Erlegnis verschaffen.

    Hier kommen mal wieder tief liegende systemische Probleme zu Tage (Fehlerkultur, Verantwortungsdiffussion, Expertiseverlust, Realitätsverweigerung als Karrieremerkmal, Ressourcenmangel). Der Gesamtkomplex (Politik, Streitkräfte, Rüstungsbereich, wehrtechnische Industrie) scheint gar nicht mehr reformfähig zu sein.

    Die Stellungnahmen der Leitung des BMVg (und der Sprecher) wird dies in den kommenden Tagen wieder deutlich zeigen.

    Da hilft auch KPMG nicht wirklich weiter.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   22. September 2014 - 20:18

    Bitte etwas mehr Selbstdisziplin, ich sehe schon bei T.W. wie sich die rechte Augenbraue drohend anhebt. Das wandert hier gerade recht stracks gegen OT.

  • ht_   |   22. September 2014 - 21:22

    Jetzt mal ganz ernsthaft gefragt: Was macht ein Hubschrauber Pilot der Marine den ganzen lieben Tag, die ganze Woche, das ganze Jahr?

  • Memoria   |   22. September 2014 - 21:27

    @ht_:
    All seinen Freunden erzählen, wie aktiv, attraktiv und anders sein Job ist.
    Oder eben das Gegenteil?
    Da schließt sich nämlich der Kreis zwischen Hubschrauber-Details und großer Linie der Ministerin. Attraktivität ist mehr als Flachbildschirm, KiTa, etc.

  • huey   |   22. September 2014 - 21:31

    Was die Piloten machen?

    Ganz einfach-ihre Arbeit….denn die besteht schon seit Jahrzehnten vor allem aus den „Nebenaufgaben“, die jeder Pilot hat…
    S1/2/3/4/5/6, Sportoffizier, Nachwuchsoffizier, Statistik, Planungsoffizier, Taktikoffizier usw…

    JEDER Pilot ist teilweise so mit diesen „Nebenaufgaben“ beschäftigt, das er teilweise nicht mal zum Flugdienst antreten kann…..

    Bzgl. des Auftrages: Mit ausreichender Reichweite können die Helis auch von Land aus eingesetzt werden….bzw. zumindest die Briten haben aus Afghanistan ausreichend Lynx abgezogen, die erst mal nicht eingesetzt werden….diese könnten durchaus auch auf deutschen Schiffen fahren..

  • navalaviator   |   22. September 2014 - 21:34

    1. Die MK88A sind nun schon länger nicht mehr „flieg-bar“, das letzte deutsche Flaggschiff in der Operation ATALANTA (2014) hatte ebenfalls schon keine Hubschrauber mitgeführt. Die Problematik mit den Rissen im Heck ist nicht wirklich neu.
    Wieso schlägt das jetzt erst Wellen? :-)

    2.Der MH90 der Niederländer funktioniert auch nicht zuverlässig, das soll der Nachfolger werden… weil die Industrie eine Lobby hat, muss die Bundeswehr nun mit dem Material leben, was der deutsche Steuerzahler bezahlt hat, dafür wurden aber Arbeitsplätze gesichert…. „Bundeswehr sichert den Frieden und Arbeitsplätze :-)

    3. Camcopter S100 ist nicht wirklich effektiv da unten im Einsatz. Der Hubschrauber verbringt Personal und Material (Bordingteams) und kann aus der Luft sichern. Das kann der Camcopter nicht…. und das wird gebraucht…

    4. Es gibt schon Initiativen zum „pooling and sharing“. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann niederländische Lynx auf einer deutschen Fregatte mit einem belgischen Bordingteam die Interessen Europas vertreten…. (Nationen sind frei gewählt)

    //OFF TOPIC: EK SK und UK gibt es nicht mehr. Diese Kräftekategorien sind seit der Neuausrichtung der Bundeswehr (LL zur Neuausrichtung) nicht mehr vergeben. Übertrieben gesagt: Jeder muss jetzt alles können (NetOpFü)…

  • Thomas Melber   |   22. September 2014 - 21:37

    @Jens Schneider
    Das Thema ist ja nun in der Presse. Ich gebe zu bedenken (‚bin allerdings kein „Bedenkenträger“), daß weitere, detaillierte Interna durchaus der Verschwiegenheit unterliegen können, das gilt sowohl für aktive wie auch ehemalige Soldaten bzw. Zivilisten, die entsprechend verpflichtet wurden.

    Ich weise vorsorglich auch auf das WStG hin, insbesondere den §28 – Verabredung zur Unbotmäßigkeit. Im Zweifel hilft immer der Dienstweg.

  • Memoria   |   22. September 2014 - 21:50

    @Kingser:
    „Ich empfehle niemanden, wenn ich z.B. eine Besuchergruppe habe, dass er/sie zu uns soll, wenn man fliegen will. Ich verweise da gerne an die Kameraden der Bundespolizei mit 250 – 400 Stunden im Jahr.“

    Genau das ist das strategische Problem:
    Eine Attraktivitätsagenda, losgelöst vom Truppenalltag, funktioniert eben nicht.

    Der eskalierende demografische Effekt wird die Bundeswehr somit bald noch härter treffen als bisher.

    Die Ministerin hat die strategische Bedeutung der Nachwuchsgewinnung erkannt.
    Nun muss sie (und ihr Umfeld!) „nur“ noch lernen wie groß das Delta ist zwischen den Vorlagen im Ministerium und dem Alltag in einer Kompanie, Staffel, Batterie, Inspektion, auf einem Boot, in einem Hautptabschnitt etc.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   22. September 2014 - 22:16

    @ huey | 21:31
    Denn letzten Absatz verstehe ich nicht so richtig. Das Problem bei dem Lynx hat doch nichts damit zu tun, ob man vom Land oder vom Schiff aus startet, der Heckausleger ist marode. Wie ist das mit der Reichweite gemeint?
    Ob man britische Lynx einsetzen könnte ist fraglich. Wenn die aus Afghanistan stammen handelt es sich vermutlich um die Landversion. Die passt nicht in den Hangar, weil nicht klappbar, die Funkanlage und vieles andere wird nicht marinekompatibel sein, Triebwerke könnten auch andere sein.

  • scarfacerunner   |   22. September 2014 - 22:16

    @Memoria:
    Nun muss sie (und ihr Umfeld!) “nur” noch lernen…

    Wann, wo und wie soll das stattfinden?

  • Memoria   |   22. September 2014 - 22:23

    @Kingser:
    Richtig.
    Daher wird die Debatte der nächsten Wochen interessant.
    Aber man kommt wohl bisher nicht aus dem altbekannten ministeriellen Dauermodus („Wir haben keine gravierenden Probleme! Muss man alles in der Gesamtschau betrachten…“) heraus. Schon die Steilvorlagen nach dem NATO-Gipfel wurden ja nicht genutzt.

    Wenn man wirklich was erreichen wollte, dann müßte man erst mal die Realitäten abseits der Ministerbesuche anerkennen und würde dann den öffentlichen Rückenwind nutzen (u.a. beim Haushalt 2016, Personalmaßnahmen, etc).

    Aber warum sollte vdL das tun??? Kann sie sich damit als Macherin profilieren?

    Bis 2017 wird nicht wirklich was passieren – danach wird was passieren:
    Die nächste Reform – ob in der dann ein neuer Marinehubschrauber einsatzbereit ist?

  • Thomas Melber   |   22. September 2014 - 22:29

    @Memoria
    Die Frage ist doch auch, sieht man sich als IBUK das BMVg nur als Durchgangsstation – zu höherem berufen, oder geht man in dieser Position auf?

    Und dann natürlich die Frage, wenn das ein EDEKA-Posten ist, wie motiviert ist der IBUK dann, auch unangenehme Dinge anzugehen und nicht nur Mängelverwaltung zu betreiben?

  • Memoria   |   22. September 2014 - 22:49

    @Kingser:
    „Die Expertise der Besatzungen verlieren Sie in den nächsten 5 Jahren.“
    Weil die erfahrenen Fluglehrer dann im Ruhestand sind und/ oder die meisten (verbliebenen) Besatzungen nicht mehr genug Stunden für den Scheinerhalt haben?

    Der Expertiseverlust im Bereich SeaKing ist ja bereits jetzt erheblich (siehe SOF Air).
    Aber auch da wurde ja bereits in der Marine noch sehr lange gelaubt eine Fähigkeit erhalte sich von alleine.

    Im Jahr 2020 wäre dann der NH90 Sea Lion der einzige Marinehubschrauber.

  • mwk   |   23. September 2014 - 0:12

    Kurz eine Frage/Anmerkung
    Das Problem ist eben nicht nur, ein paar nicht fliegende Hubschrauber, oder Piloten, die keine Stunden bekommen.
    AFIK ist der Sea Lynx einer der Hauptsensoren aller(!) Fregatten. Er ist ein bedeutsamer Teil dieser überaus teuren Kampfmaschinen – und die Hauptwaffe der 122er/123er in ihrer Hauptaufgabe, der U-Abwehr.
    Das bedeutet, dass die Fähigkeiten der gesamten massgeblichen Waffensysteme der Überwassermarine betroffen sind. Ohne Wenn und Aber! Oder sehe ich das falsch ?

  • T.Wiegold   |   23. September 2014 - 0:30

    Kaum ist man am Abend ein paar Stunden weg, muss man schon einige Kommentare ins Bällebad verschieben…
    Noch mal: hier bitte nur zur aktuellen Lynx (und damit verbunden ggf. die SeaKing)-Problematik; weitere Hubschraubermeinungen im Drehflügler-Thread, und ansonsten: Bällebad. Danke.

  • CRM-Moderator   |   23. September 2014 - 7:48

    Der Kampf um den gut qualifizierten fliegerischen Nachwuchs ist schon vor ca. 5-10 Jahren verloren (gegeben) worden. Stichwort: Krücke statt Lücke. Das Thema ist durch und wird frühestens in 10 Jahren – wenn denn ein Imagewechsel überhaupt stattfindet – zu einer Einstellung von qualitativ hochwertigerem Personal führen. Und dann nochmal 10 Jahre, bis dieses Personal voll einsatzfähig ist.

    Schön, dass das endlich auch in der breiten Masse ankommt.

    Wir wollen motiviertes Personal im Fliegerischen Dienst? Dann stellt adäquate (moderne) Waffensysteme und F_L_U_G_S_T_U_N_D_E_N zur Verfügung.

    Das ein Expertiseverlust erst in wenigen Jahren zu erwarten ist, ist übrigens die nächste „Lebenslüge“. Der Expertiseverlust ist schon lange da!

    Darf man sich auf Grund der weltpolitischen (Un)Sicherheitslage freuen, dass das Elend endlich zu Tage kommt?

    Wie unterscheided sich der aktuelle intellektuelle Zustand der Führung der Bw zu dem der Führung der NVA in deren Endphase?

  • Pilgrym   |   23. September 2014 - 9:18

    @ mwk

    Die Fähigkeit „U-Jagd aus der Luft“ haben wir schon lange aufgegeben – zu Gunsten Seeraumüberwachung, Boardingteamverbringung und -sicherung.

    Fragen Sie doch mal die LYNX-Piloten, wann die zum letzten Mal ernsthaft gedippt haben.
    Das passiert höchstens mal in Plymouth beim GOST – wenn man denn Helos für die Ausbildung einschiffen kann.
    Oder fragen Sie die Besatzungen der ORION, wann die das letzte Mal U-Jagd betrieben haben – so mit Sonobojen, MAD usw.

    Ansonsten sieht man hier schön die Marine-Version des von mir sogenannten „Afghan-centric warfare“. Soll heißen, wir können wegen der beschränkten Mittel so eben nur noch das, was in den aktuell laufenden Einsätzen benötigt wird.
    Alles andere wird mangels Masse aufgegeben.
    Und das bezieht ausdrücklich sämtliche FGG ein – auch Gebiete wie Logistik, Führungsunterstützung usw.

    @all
    Und nun zum aktuellen BHS-Fehl.
    Eigentlich ist das nicht ganz so tragisch.

    Erstens wäre es nicht das erste Mal, dass die BHS erst im Laufe des Anmarsches in das Operationsgebiet einfliegen. Ich habe selber schon Einschiffungen im Mittelmeer – d.h. auf dem Transit zu OEF – mitgemacht.
    Soll heißen – wenn die Sicherheitskontrolle und Flugfreigabe in den nächsten ein bis zwei Wochen vorliegt, könnten die Hubschrauber über Land der LÜBECK hinterherfliegen. (Wenn die Bordwartungsgruppe eingestiegen ist – das weiß ich jetzt nicht).

    Zweitens muss man sich auch das Mandat ATALANTA ins Gedächtnis rufen. Hauptaufgabe ist ja nicht die aktive Piratenjagd, sondern der Geleitschutz für die Schiffe der UN-Hilfsmission für Somalia. Das geht auch ohne BHS an Bord.
    Der CTG vor Ort weiss dann wenigstens für die nächsten sechs Monate, welche Einheit immer Mogadischu und zurück pendelt. Wird allerdings langweilig für die Kameraden an Bord….

  • Closius   |   23. September 2014 - 9:36

    Ein Lob an Herrn Wiegold und Augen Geradeaus, denn daß die Bundeswehr seit 2011 von den Problemen mit dem Hubschrauber Lynx wusste, stand hier schon gestern zu lesen, nebst dem Foto oben, heute erst meldet es auch Spiegel online. AG war also schneller als der Spiegel!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/problem-hubschrauber-der-marine-risse-schon-2011-bekannt-a-993156.html

  • Vtg-Amtmann   |   23. September 2014 - 12:25

    Dem Lob von @Closius an T.W. darf man sich anschließen.

  • T.Wiegold   |   23. September 2014 - 12:41

    und schon geht’s wieder los… es geht nicht darum, ob jemand recht hat, sondern dass die Debatte wieder zerfasert. Ich schiebe die betreffenden Kommentare jetzt ins Bällebad, obwohl ich sehr geneigt bin, sie kommentarlos zu löschen.

  • Vtg-Amtmann   |   23. September 2014 - 13:18

    Zum Beitrag von @Memoria http://augengeradeaus.net/2014/09/kein-einziger-sea-lynx-hubschrauber-fit-fuer-den-einsatz-update/comment-page-1/#comment-150766 sehe man bitte in den Drehflügler-Thread (dort http://augengeradeaus.net/2014/09/der-drehfluegler-septemberoktober-2014/comment-page-1/#comment-150908).

    Hier sei nur für UvdL, ihre StSin-AIN, Ihre StSe und das unmittelbare Führungsteam des BMVg die Lanze gebrochen, daß diese die „wahren Fakten“ – auch des SEA LYNX und dessen für „jedenfrau“ die von „technischer Mechanik“ (Physikerin) oder einem „Röhrenknochen“ (Medizinerin) auch nur einen Hauch von Ahnung hat, seit Jahren plausiblen Schäden – gar nicht erst erreichen, sondern statt dessen nur „stromlinienförmige“ sowie „getürkte“ Klarstandszahlen und Berichte.

    Damit kann (will) die BMVg-Führung auch die Realitäten und Konsequenzen (nämlich die operationellen, personellen und materiellen) zwangsläufig nicht verstehen.

  • Vtg-Amtmann   |   23. September 2014 - 16:59

    Ich geh mal davon aus, daß der DBwV zur Hubschrauberlage der Marine keinen Nonsens schreibt.
    Vgl. DBwV am 23.09.2014 „Hubschrauberflotte der Marine zum größten Teil lahmgelegt“.
    Wenn aber die letzten beiden Absätze tatsächlich so vom Ministeriumssprecher gesagt wurden, dann sind das gleich drei ganz große „Knaller“!

  • Vtg-Amtmann   |   23. September 2014 - 18:00

    @Kingser: Und mit dem verspäteten Zugang der SEA LION erklärt Herr Flosdorff auch noch das Dilema! Was hat denn ausser den 22 zusätzlichen Optionen (2022++) das mit den SEA LYNX zu tun? Im VS-vertraulich MoU zum Global Deal steht Zulauf SEA LION 2017. Der AIRBUS-Helicopter CEO Schoder sprach bei Flight Interntional auch schon von 2018. Damit ist das MoU bereits verfristet und ausserhalb der realen Preise liegt es auch mit 915 Mio plus 500 Mio Agio, alleine für die 18 „Nacktschnecken“ (SEA ANGEL)! Irgendwie sind wir alle im Falschen Film, oder?

  • Lynx!   |   23. September 2014 - 18:53

    Bitte Vorsicht mit einigen Begrifflichkeiten bzw. Fakten:

    @TW: Die gesamte Bw fliegt IMMER unter Friedensflugbetriebsbestimmungen. Das Gegenteil, Kriegsflugbetrieb hebt diese quasi auf und tritt nur im V-Fall ein. Also noch nie, zum Glück.
    Operationellen Flugbetrieb gibt es nicht. Lediglich können Teile der Flugbetriebshandbücher und anderer Vorschriften unter ganz eng begrenzten Bedingungen kurzzeitig außer Kraft gesetzt werden.
    Für ATALANTA wird immer gem. aller gültigen Vorschriften und Verfahren geflogen. Genau so wie am Heomatstandort.

    @ navalaviator: Dass das DEU Flaggschiff, die BRANDENBURG, keine BHS an Bord hatte, hatte nichts mit den Schäden der LYNX-Flotte zu tun. Die sind nämlich erst gegen Ende dieser Seefahrt entstanden. Vielmehr wurde dieses Jahr eine Einsatzunterbrechung eingelegt, nachdem Flieger und Techniker aus dem Lynx-Bereich seit 12 Jahren ununterbrochen am Horn von Afrika (OEF, danach ATALANTA) im Einsatz waren. Daher ging es bei der Einsatzunterbrechung u.A. auch um die Wiedererlangung der hier bereits diskutierten teilweise verlorenen ASW-Fähigkeiten.
    Dass nun die Sperrung der Flotte genau in diese Einsatzunterbrechung fiel, ist ein äußerst ungünstiger Zufall.

  • axel_f   |   24. September 2014 - 10:09

    Auch wenn heute in drei Monaten erst Weihnachten ist, erlebe ich gerade eine "Bescherung" der besonderen Art. #Verteidigungsausschuss— Dr. Tobias Lindner (@tobiaslindner) 24. September 2014

  • Viva   |   24. September 2014 - 10:23

    @ axel_f:

    vermutlich sprechen die Inspekteure gerade die „Kreative Mangelverwaltung“ im Ausschuss an ;-)

  • Mike   |   24. September 2014 - 10:26

    Die Hubschrauber sind also über 30 Jahre alt? Doof, dass die Helis anfang 2000 umfangreich für teuer Geld auf MK88A standard gebracht wurden. Angeblich komplett neu aufgebaut. Dies hat damals Erzählungen meiner damaligen vorgesetzten Offizieren pro Stück mehr Kohle gekostet als ein neuer Heli des 4. Loses, von dem sieben Stück besorgt wurden.

    Sieben Helis weisen aktuell nicht diese Risse auf. Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

  • Elahan   |   24. September 2014 - 11:03

    Evtl wir der IBUGin gerade klar, dass ihre Aussage in der Bild dann doch nicht so zu halten ist.

    Die Bw ist gemäß GG für einen bestimmten Auftrag geschaffen und wer diesen nicht erfüllen kann, kann die Einsatzfähigkeit der Bw nicht mit 17 Auslandseinsätzen begründen.

    P.S. Im V-Fall stehen auch die russischen Antonov nicht zur Verfügung.

    Der Schaden am Sea Lynx ist ein konstruktiver und hat relativ wenig mit dem Alter der LFZ zu tun. Dass dieser Schaden nach einer bestimmten Belastung an einer bestimmten Stelle auftritt, hängt mit dem Flugprofil (Kraft) , Konstruktion (Ausführung) und den Flugstunden (Zeit) zusammen.

  • Vtg-Amtmann   |   24. September 2014 - 11:55

    @Elahan; „Dass dieser Schaden nach einer bestimmten Belastung an einer bestimmten Stelle auftritt, hängt mit dem Flugprofil (Kraft) , Konstruktion (Ausführung) und den Flugstunden (Zeit) zusammen.“

    Richtig. Aber es handelt sich um Gewaltbrüche und um keine Dauerbrüche sowie um den “besonderen Geschmack, der schon immer etwas teurer war“! Für diejenigen der Community die nicht unmittelbar vom fach sind, mal folgende Erklärung:

    Die deutschen SEA LYNX MK 88 A haben im Vergleich zu anderer Länder keinen abklappbaren Tailboom. Den „normalen klappbaren Tailboom“ stelle man sich als 2 Cola-Dosen vor, die mit massiven Scharnieren und Verriegelungen verbunden werden. Beim deutschen MK 88 hat man nun an der früheren Trennstelle die Deckel der Cola-Dosen weggelassen und die offenen Dosen mit viel Blechen aussen drüber verbunden. Damit wird die Dose insgesamt zu lang und der „Torsionskasten“ (wie es in der Fachsprache heißt) ist in den Proportionen fehldimensioniert. Sprich die Cola-Cola-Dose knautscht oder biegt sich (im elsatischen Bereich und bis zu bestimmten Kräften) und dort wo es eben nicht mehr elastisch ist (viele Bleche übereinander im Nietverbund) sowie kurz davor und dahinter und das bei größeren Kräften, gibt es Risse bzw. Gewaltbrüche.

    Bislang wurde angeblich erst ein Tailboom intensiver untersucht, aber die Untersuchungen dürften noch lange nicht abgeschlossen sein. Das ekelige sind die inneren Strukturschäden, welche umfangreicher sind, als zunächst von außen sichtbar. Und wer vom Flugzeugbau ein bischen was versteht, der weiß, daß das eine größere Baustelle wird, welche erst in 2015 geschlossen werden kann.

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   24. September 2014 - 12:58

    @ Vtg-Amtmann
    Vielen Dank für diese sehr verständlich Analyse und Darstellung der Gründe für die Probleme der deutschen Sea Lynx. So wie Sie das schildern wird fast jeden Laien klar das sich da die Marine mit einem „Meisterstück deutscher Ingenieurskunst“ selber ins Bein geschossen hat. Da wird in deutscher Überheblichkeit Alles besser zu können, eine nicht störende Fähigkeit das Heck wegklappen zu können unnötig amputiert, und damit die Stabilität der Zelle gefährdet.
    Diese Überheblichkeit gehört auch auf die Liste der Gründe, warum bei der Bundeswehr so vieles im argen liegt. Statt ein System zu beschaffen wie es funktioniert, muss immer wieder ein deutsches Sahnehäubchen aufgesetzt werden als Duftmarke um das eigene Ego zu bekräftigen.

    Bitte nicht als Kritik verstehen, aber hätten Sie das früher geschrieben, hätten Sie uns allen viel Rätselraten erspart.

  • Closius   |   24. September 2014 - 13:32

    @vgt-amtmann: Sehr gute Erklärung mit den beiden Cola-Dosen!

    Aber es drängen sich ein paar Fragen auf?

    a) Warum wollte Deutschland keinen abklappbaren Tailboom?
    b) Hätte man das Problem, daß es ohne abklappbaren Tailboom zu einer höheren Materialbelastung kommt nicht voraussehen müssen?
    c) Da das MFG 5 den Wehrbeauftragten über die Probleme informiert hat, wer hat denn die Berichte aus 2011 zurück gehalten? Das MFG 5, die Marineführung oder das Ministerium? Denn das MFG 5 hätte ja eigentlich ein Interesse daran haben müssen, daß die Schäden schnell behoben werden?
    d) Weiß man denn, ob die Maschinen ohne große Schäden die 7 später beschafften Maschinen sind, wie Mike oben vermutet, denn wenn ja, müssten diese 7 Maschinen dann nicht noch gefahrlos ein paar Jahre fliegen können und man hätte diese Maschinen für die Piratenbekämpfung nehmen können, bevor es auch dort zu den Ermüdungsrissen kommt?

  • Vtg-Amtmann   |   24. September 2014 - 16:37

    @Closius:
    zu Frage a) müßte die Marine wissen, muß aber dafür nicht verantwortlich sein.
    zu Frage b) hätte, hätte Fahrradkette und die Computer-Simulation war damals noch nicht so weit wie heute.
    zu Frage c) sollte man auch die Marine fragen, nach dem aber in 2011 noch der alte CPM galt, hätte z.B. der „oberste Materialverantwortliche“ (ergo bei der Lw) etwas zurückhalten können.
    zu Frage d) Antwort wie b) nur wir haben heute und folglich müssen auch diese Flieger untersucht werden.

  • navalaviator   |   24. September 2014 - 23:28

    @Lynx! correct, aber das Problem mit den Hubschraubern existiert schon länger und hat somit auch einen negativen Einfluss auf die Regeneration gehabt.
    Die Einsatzunterbrechung sollte der Regeneration dienen, die ja nun aus bekannten Gründen schon wieder leidet….
    Ergo haben die Schäden an den „Lynxen“ indirekt auch mit der Entscheidung keine Hubschrauber mitzunehmen zu tun… Ist halt eher eine „Langfristfolge“ aus sicherlich noch anderen Gründen. Ich wollte aber nicht in Detail gehen und vom Thema abdriften ;-)

    Ich denke mal man kann sagen, die Lage ist nicht rosig !