Jung&Naiv: Der Iran, die Atombombe, die Verhandlungen

Nach länger Zeit haben Tilo und ich mal wieder eine gemeinsame Folge für Jung&Naiv aufgenommen – sogar die Jubiläumsfolge 100. Es ging um den Iran, die Furcht des Westens vor einer iranischen Atombombe und die Verhandlungen darüber.

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7 Gedanken zu „Jung&Naiv: Der Iran, die Atombombe, die Verhandlungen

  1. Oha – da sind aber jede Menge „Ungenauigkeiten“ drin.

    – Die Problem zwischen den USA und Iran beginnen mit der Revolution 1979 ?

    Die Ausbeutung der iranische Ölvorkommen durch die Engländer für einen Apfel ohne Ei gab es nicht? Den Umsturz des gewählten Premiers Mossaddegh 1953 durch die CIA und das brutale Regime des U.S. geleiteten Schahs gab es nicht? Ja dann liegt der Fehler in der Beziehung natürlich bei der iranischen Revolution.

    – Der Iran ist anders als Deutschland gegenüber der IAEA?

    Deutschland ist erst zum 30. April 2004 dem Zusatzprotokoll der IAEA beigetreten (nur unter U.S. Druck und um Uran für den Münchener Forschungsreaktor zu bekommen). Der Iran hat das Protokoll am 18. Dezember 2003 unterzeichnet aber nicht ratifiziert. Die Unterzeichnung hat der Iran zurückgezogen nachdem die USA und Anhängsel sich weigerten das Recht des Iran auf Urananreicherung anzuerkennen.

    – Iran sagt: „Israel von der Landkarte fegen“.

    Des ist ein Märchen beruhend auf eine Übersetzungsfehler. Die Position des Irans gegenüber Israel ist etwa die Gleiche die Reagan gegenüber der UdSSR hatte: Das Gebilde möge sich überleben und verschwinden.

    – Israel hat Nuklearwaffen nur als „Rückschlagsmöglichkeit“

    Nein. Israel hat Erstschlagskapazität und Zweitschlagskapazität. Es hat im Jom Kipur Krieg den Erstschlagsseinsatz auch vorbereitet.

    – Iran hat ein Raketenprogramm „nicht nur um Atombomben zu verschicken“.

    Iran hat keine Atombomben. Es hat laut einstimmiger Meinung aller U.S. Geheimdienste nicht mal ein Programm um Atomwaffen zu entwickeln und hat auch keinen Entschluß gefaßt ein solches zu starten. Das Raketenprogramm des Iran ist ausschließlich konventionell und hat zudem auch eine große zivile Komponente.

    – Europa „hat keine Raketen mit mehreren tausend Kilometern Reichweite“. Hmm – schon mal etwas von der Ariane gehört? Und was kutschieren die französischen und britischen atomaren U-boote eigentlich so durch die Gegend? Knallfrösche?

    Insgesamt war das doch eine stark „gefärbte“ Darstellung.

  2. Gratulation zur 100. Folge. Mir gefällt’s (mal wieder).

    OT: Ich finde auch einige Kommentare extremst lustig.

    -MrLogo73: „Warum werden immer die Leute befragt, die nichts über den Iran wissen und ihre Geschichten nur aus den Medien kopieren?“

    -Tilo Jung: “ weil du keine Zeit hattest.“

    Außerdem scheinen ja manche Zuhörer hin und weg von Herr Wiegolds Stimme zu sein… (:

  3. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass in dem Interessendreieck Iran-Israel-USA („der Westen“), dem heutigen Iran vielfach nur die Rolle eines Handlungssubjekts zugesprochen wird, er aber anscheinend nie als handelndes Objekt gesehen wird. Aber genauso wenig, wie eine Dämonisierung der iranischen Regierung angemessen ist, genauso wenig ist das Bild eines allmächtigen, autark handelnden Machtgebildes USA-Israel glaubwürdig.
    Allein wenn man sich die Unterstützung der diversen israelfeindlichen Organisationen durch den Iran wie zum Beispiel der Hamas anschaut. Nach einer Meldung des „Spiegel“ aus dem letzen Jahr gibt der Iran die militärische Unterstützung der Hamas zu.
    Und wie sich die Hamas zu Israel stellt, das kann auf der Internetseite der bpb.de in dem Artikel über die Charta der Hamas nachgelesen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint das beanstandete Zitat „Israel von der Landkarte fegen“ durchaus nicht so märchenhaft. Es handelt sich auch nicht um eine Aussage „des Iran“ sondern einer realen Person. Auf der Seite des IRIB, der staatliche Rundfunk des IRAN, habe ich selbst die Übersetzung „wipe off“ gelesen. Wikipedia ist zwar nicht eine absolut verlässliche Quelle, aber in diesem Kontext ist der Artikel über den ehemaligen Präsidenten Ahmadinedschad doch interessant, insbesondere die zitierten Quellen.
    Ein Vergleich mit der angeblichen Haltung des US-amerikanischen Präsidenten Reagen in Bezug auf die ehemalige UdSSR bietet sich meines Erachtens auch nicht so ohne weiteres an. Selbst wenn man dem folgen würde, darf man wohl davon ausgehen, dass es hierbei um das politisch-wirtschaftliche System der UdSSR ging, nicht um die Bevölkerung.
    Und vor dem Hintergrund der oben genannten Aussagen, kann ich mögliche Bedenken über die Lauterkeit des Herrn Ahmadinedschad in dieser Frage nicht einfach beiseite wischen.

  4. @TW: Inwiefern besitzen Deutschland und der Iran eine „gute“, „langfristige“ und „einfache“ Beziehung?

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