EADS streicht über 5.000 Stellen im Rüstungsbereich

Da ich derzeit unterwegs bin, hier nur kurz als Möglichkeit zum Einstieg in die Debatte  der Hinweis auf die aktuelle – und erwartete – Ankündigung von EADS, im Verteidigungs- und Raumfahrtbereich mehr als 5.000 Stellen zu streichen:

EADS  hat dem Europäischen Betriebsrat heute einen Restrukturierungsplan für die künftige Division Airbus Defence and Space (Airbus DS) vorgelegt.(…)
„Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft steigern – und wir müssen jetzt damit beginnen“, sagte Tom Enders, Chief Executive Officer (CEO) von EADS. „Unsere traditionellen Märkte in diesen Bereichen schrumpfen, daher müssen wir dringend den Zugang zu internationalen Kunden verbessern und Wachstumsmärkte erschließen. Dafür müssen wir Kosten senken, Überschneidungen bei Produkten und Ressourcen abbauen, Synergien in unseren Aktivitäten sowie im Produktportfolio heben und unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gezielter ausrichten. Das sind die Ziele der Restrukturierung und Integration unseres Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäfts.“
Insgesamt plant EADS den Abbau von 5.800 Stellen bei Airbus DS sowie in den Konzernfunktionen beziehungsweise der Zentrale bis Ende 2016. Für betroffene Mitarbeiter ist vorgesehen, bei Airbus und Eurocopter bis zu 1.500 Stellen bereitzustellen. Nach der Nicht-Verlängerung von rund 1.300 befristeten Verträgen und der Umsetzung zusätzlicher freiwilliger Maßnahmen wird sich der endgültige Personalabbau zwischen 1.000 und 1.450 Stellen bewegen, unter der Voraussetzung, dass die freiwilligen Maßnahmen angenommen werden.

Die ganze Pressemitteilung hier. Interessant werden die Einzelheiten, also welche Standorte betroffen sind. Und die absehbare politische Debatte – in der EADS das Argument anführen wird, dass die Politik angesichts ihrer Verhinderung der Fusion von EADS und BAe Systems eine Mitschuld trage.

36 Kommentare zu „EADS streicht über 5.000 Stellen im Rüstungsbereich“

  • Benedikt   |   10. Dezember 2013 - 7:28

    In DE sollen 2.600 Stellen in Süddeutschland weg fallen. Und diese liegen dort auch zum guten Teil in Boomregionen. Bochum verliert allein durch die Opel Schließung mehr als 3.000 Stellen, und Bochum liegt in einer Problemregion. Irgendwo muss man auch die Kirche im Dorf lassen. Der Bw Beschaffungsetat wurde doch auch gekürzt. War doch klar das dies nicht ohne Folgen bleiben würde. Kern der EADS BAE Fusion war, dass Cassidian unter den BAE Dach geschlüpft wäre. BAE hätte sicherlich sehr viel härter in DE aufgeräumt, als Enders das jetzt macht. http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/defence/8791147/BAE-Systems-announces-3000-job-cuts.html

    Das Grundproblem ist, dass die Militärprodukte von EADS DE weitgehend Preislich und Qualitativ nicht mehr auf den Weltmarkt Wettbewerbsfähig sind. Die ganz großen Bw Beschaffungen neigen sich den Ende entgegen, und die Bw schrumpft dazu auch noch. Und dass auch weil die Produkte von EADS so teuer sind. Das die Rendite gesteigert werden soll, oder dass Arbeitsplätze erhalten werden sollen, hört man ständig. Aber dass mit der Wettbewerbsfähigkeit fällt unterm Tisch. Der Druck auf die Bayrischen EADS Rüstungswerkbänke dürfte in der GroKo wohl eher mehr werden.

    Wenn EADS kein quasi Französisches Staatsunternehmen wäre, hätte man Enders sicherlich auch schon längst gefeuert. Bei EADS wird alles ausgesessen, und eher weniger Reagiert. Enders ist ja aufgefallen bei den Insider Aktienverkäufen, dass Österreichische EF Geschäft mit den Unklaren Gegengeschäften oder den Euro Hawk Reinfall.

  • huey   |   10. Dezember 2013 - 7:40

    Na, dann haben die Millionen und Milliarden, die Deutschland (AUCH wegen der Arbeitsplatzsicherung) in dieses Milliardengrab geschaufelt hat, wirklich gelohnt!

    EADS „verarscht“ uns doch hier mal wieder alle….
    Man baut ein (minderwertiges) Produkt, das deutlich später kommt, als versprochen-und deutlich weniger leisten kann, als bestellt.
    Dann beschwert man sich darüber, das dieses Produkt nicht so angenommen wird, wie es gebaut wird, und besteht auf Unterstützung vom Steuerzahler.

    Anschließend nimmt man das Geld, um Stellen zu streichen (um sich „neu aufzustellen“), und noch mehr Geld zu scheffeln, nur um dann anschließend „Deutsche“ Technologie billig im Ausland produzieren zu lassen…

    Ich hoffe-nein, ich bestehe (!) darauf, das Deutschland zukünftig nichts mehr bei EADS kauft!

  • Kerveros   |   10. Dezember 2013 - 7:45

    @huey:

    dann sollten Sie mal den Koalitionsverträg lesen… die Förderung der europäischen Rüstungsindustrie ist darin festgeschrieben – und was mit ‚Europäischer Rüstungsindustrie‘ gemeint ist, dürte hinreichend bekannt sein ;)

  • Jas   |   10. Dezember 2013 - 8:18

    Es geht hier doch nicht um irgendwelche einzelnen Beschaffungsdeals o.ä…

    In meinen Augen ist es völlig legitim und ganz normal bei jeder staatlichen Beschaffung heimische Industrie vorzuziehen wenn diese ein befriedigendes Angebot abgibt, auch wenn es irgendwo „was besseres“ geben soll. Ob Dienstwagen dt. Hersteller, dt Werftbau etc…

    Aber hier geht es um einen Konzern der kürzlich auf seiner Aktionärsversammlung seine Bilanz vorgestellt hat. Diese und die dazugehörigen Aussagen des „feinen“ Herrn Enders sollte man sich ruhig mal danebenlegen um zu verstehen was die Konzernführung vorhat. Mit Nichten geht es hier um schlechte Qualität und Wettbewerbsfähigkeit (EADS verkauft keine Orangen) sondern offen kommuniziert um einen höheren ROI für die shareholder und Investoren. Die Qualität und auch die Nachfrage stimmt bei EADS (im Gesamten) auch bei Cassidian und Airbus Military läufts ganz gut (beide machen ordentlich Gewinn) jedoch auch verbunden mit hohen Investitionen (Löhne, Anlagen, Steuern) und da möchte man jetzt eben sparen.

    Capitalism at its finest :)

    Do we need more profit? No not really – but thats not the point

  • Sgt. Thrash   |   10. Dezember 2013 - 8:51

    @Jas
    „In meinen Augen ist es völlig legitim und ganz normal bei jeder staatlichen Beschaffung heimische Industrie vorzuziehen wenn diese ein befriedigendes Angebot abgibt, auch wenn es irgendwo “was besseres” geben soll. Ob Dienstwagen dt. Hersteller, dt Werftbau etc…“

    Genau darin liegt doch das Problem der europäischen Rüstungsindustrie. Statt das zu kaufen was gut und günstig ist, wird selbst entwickelt. Sehr interresanter Bericht dazum im Spiegel mit der passenden Überschrift „brennende Unterhosen“.
    Letztlich entstehnen dadurch nur Kosten ohne einen Mehrwert zu erzeugen.

  • Hannes   |   10. Dezember 2013 - 8:57

    @ Jas
    In normalen Märkten gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen Produktqualität und Verkaufserfolg – und damit auch ROI.
    Sie wollen Wettbewerb verhindern, indem sie ausländische Unternehmen ausschließen und wundern sich nun, dass ihr Lieferant sie ausnimmt.
    Bemerkenswertes Verständnis von „Capitalism“

  • Benedikt   |   10. Dezember 2013 - 10:38

    Enders hat ja selber festgestellt: „Unsere Produkte sind viel zu teuer oder nicht auf die Anforderungen des Marktes zugeschnitten – oder beides“, schrieb Enders in einem Brief an die Mitarbeiter, der dpa vorliegt. EADS DE hat sich mehr aufs Bw Ausnehmen konzentriert, als auf seine Produkte Marktfähig zu machen. Ich frage mich daher, mit welchen Produkten EADS im Militärbereich dann die hohen Renditen erzielen will?? Da laufen große Beschaffungen ohne Nachfolgeprogramme aus. Auch weil die Altprogramme so hohe Kosten beim Kunden Bw verursachen, wird weniger bis gar nichts neues mehr geordert. Den EADS DE Management und den Betriebsrat geht es mehr um den Erhalt den Status Quo, und nicht darum Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Das würde nämlich auch Umsatz und Stellen kosten.

  • werner   |   10. Dezember 2013 - 10:40

    @huey | 10. Dezember 2013 – 7:40
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.Zustimmung.
    @Benedikt | 10. Dezember 2013 – 7:28
    Ob nun Boomregion oder nicht ist mMn zweitrangig. Für die Betroffenen ist es eine Katastrophe. Insofern verstehe ich “ die Kirche im Dorf lassen“ nicht. Wie schon gesagt geht es um die Befriedigung der Aktionäre und nicht um brauchbare Produkte. Die Leidtragende sind die“Kleinen“.
    Wenn wir in DEU den A400M haben, werden wir das Gleiche lesen wie jetzt bei TIGER und NH 90. Insofern teile ich auch nicht die Meinung von @Jas, dass die Qualität stimmt.

  • Hannes   |   10. Dezember 2013 - 11:11

    @werner
    Man sollte auch die anderen „Kleinen“ nicht vergessen, nämlich die viele Steuerzahler, die teure Fehlkäufe finanzieren müssen, damit wenige ihre Pfründe behalten.

  • Jas   |   10. Dezember 2013 - 11:11

    @Sgt/hannes

    Der Rüstungsmarkt ist kein normaler Markt. Und von „Ausschluss“ war und ist de facto nicht die Rede. Es geht hier um geschlossene Wirtschaftskreisläufe. Sicherheit wir unentgeltlich zur Verfügung gestellt und wird über Steuern finanziert. Steuern die ich aber nur in Deutschland erheben kann. Jetzt können sie gerne die Wettbewerbskeule auspacken und diese gigantischen Summen abfließen lassen oder sie den Unternehmen wieder teilweise zuführen deren Steuereinnahmen das auch teilweise finanziert haben. Und selbst wenn das Steuer- und Abgabenaufkommen auf dem Papier von 6000 Beschäftigten nur marginal das deckt was sie investieren ist es besser als null, zumal wie wir ja alle wissen da ein großer Rattenschwanz an Zulieferen dranhängt.
    Zusätzlich hat die Politik eine Doppelrolle eines soliden Unternehmers und eines Fürsorgers – und Arbeitslosigkeit ist in westlichen Ländern einer der gefährlichsten Faktoren – können sie in allem Lehrbüchern nachlesen oder in ihrem nächsten Mittelmeerurlaub live und in Farbe erleben.

    Somit ist bei diesen Ausgaben die Maßgabe des auf den ersten Blick günstigsten zu betrachten sondern jede Beschaffung im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Klar könnten wir viele Beschaffungen in ähnlicher oder gleicher Qualität auch bei anderen Herstllern ausserhalb unserer volkswirtschaftlichen Wertschöpfungskette tätigen, dann zahlen wir die aber quasi doppelt und ob dies dann unterm Strich günstiger ist, mag ich bezweifeln.

    Rüstung ist Hochindustrie und dies ist wiederum einer der wenigen Aushängeschilder die Deutschland aufzuweisen hat.

    Das Argument des „fairen“ Wettbewerbs ist hier sowieso ein Treppenwitz. Wenn Deutschland das machen würde wären sie nicht der „fairste“ Wettbewerber sondern der dümmste. Denn es ist ja nicht so, das sich alle großen Wettbewerber am globalen Markt umsehen und völlig bedenkenlos kaufen und bestellen und nur das böse Deutschland ständig insgeheim seine eigene Industrie subventioniert. Alle Wettbewerber tun das – einige noch in weitaus größerem Volumen und Schärfe.

    @hannes

    Der positive Zusammenhang zwischen Produktqualität und Verkaufserfolg ist deutlich begrenzt durch den Preis. Und wie gesagt als Staat rechne ich nicht wie ein Privatkunde und darf das auch nicht. Und das „Ausnehmen“ ist ja wohl keine logische Schlussfolgerung staatlichen Handelns, sondern die Entscheidung des Unternehmens – und die stinkt, da wie aus der Bilanz ersichtlich ein großer Teil des Unternehmenserfolges auf dieser besonderen Symbiose aus Beschaffung und Fertigung besteht und dort offenkundig einseitig das Bestreben besteht statt Optimierung oder Reformierung einfach durch Einsparung Renditeversprechen einzuhalten und Stellen zu streichen.

  • Hannes   |   10. Dezember 2013 - 11:41

    @Jas
    Ok, dann sollte EADS alle Arbeitslosen einstellen. Wir kaufen dann noch mehr unsinnige, teure und schlechte Rüstungsgüter. Dann geht es dem Land gut und es gibt keine Arbeitslosigkeit mehr. Es ist ja ein geschlossener Wirtschaftskreislauf.
    Wir müssen nur noch einen Weg finde, mit dem unmoralischen Handeln der Kapitalisten umzugehen.
    Ich verstehe ihre Logik nicht ganz!

  • Alarich   |   10. Dezember 2013 - 11:52

    Es ging nichts wie es sollte
    kein Wunder das es auch nicht gekauft wird und teuer ist das auch
    Manger ! Kosten ohne Boden
    Bin mal gespannt wie lange es noch bei KMW gut geht , da lauft laut Hompage auch nicht mehr viel ( Letzte Akt 20.06 )

  • Jas   |   10. Dezember 2013 - 12:02

    @hannes

    :D ja das sollten wir tun.

    Nein es geht mir doch nicht um ein Allheilmittel für das Wirtschaftssystem. Allerdings sind eben die Regeln der Symbiose hier etwas mit Füßen getreten. Dem Unternehmen geht es gut, es herrscht keine Abhängigkeit (siehe dt. Werften an dem ein oder anderem Punkt) und trotzdem beschliesst das Unternehmen einen massiven Stellenabbau. Anstatt im Konzern umzuschichten und Produktkapazitäten zu verlagern (so wie es die ähnlich gestellten Autokonzerne tun)

  • Hannes   |   10. Dezember 2013 - 12:23

    @Jas
    Dem Unternehmen geht es gut?
    Der wichtigste Abnehmer bricht weg, auf dem Weltmarkt ist man heute mäßig erfolgreich und zukünftige Absatzchancen mehr als unsicher.
    Nur weil der Gewinn heute ok ist, heißt das nicht, dass alles super ist.
    Das ist unternehmerische Weitsicht, heute die Kosten zu drücken.

  • Benedikt   |   10. Dezember 2013 - 12:55

    „Für die Betroffenen ist es eine Katastrophe. Insofern verstehe ich ” die Kirche im Dorf lassen” nicht.“

    Die Katastrophe war doch schon länger absehbar. Teilweise liest man hier und da, dass die Katastrophe auch mit Bw Beschäftigungsprogrammen hinaus gezögert wurde. Man hat sich auch bereitwillig bei den A400M Arbeitsanteilen von den Franzosen übern Tisch ziehen lassen. Da ging es auch mehr um die Befriedigung insbesondere der Bayrischen Politikern, und nicht um langfristige Beschäftigungssicherung. Das Ex CSU Mitglied Enders hatte wohl die Bayrischen Politiker auch zufrieden gestellt. Was jetzt auch ein Problem in der GroKo werden könnte, wenn andere Bundesländer auf eine Gerechtere Verteilung der Bw Industriegelder pocht.

    Der EADS Abbau wird auch von der DE Presse wohlwollend begleiten. Qualitäts Arbeitsplätze zählen in den Medien nicht mehr, dort zählt nur noch die Meinung der Konzerne und des Großkapitals. Die Politik hat sich auch entsprechend angepasst.

  • -MK20-   |   10. Dezember 2013 - 13:41

    Sie wissen schon, dass die „DE Presse“ mehr als drei oder vier namhafte Verlage beinhaltet? Unterschätzen Sie die deutsche Presse nicht, oder gar diejenigen, die sie lesen, hören und wahrnehmen. Z.B. berichtete meine Tageszeitung relativ kritisch über die Entlassungen und den Verlust von „Qualitäts Arbeitsplätze“ sowie auch über den damit verbundenen Hochtechnologiestandort Deutschland. Glauben Sie allen Ernstes, dass sich da die deutsche Presse geschlossen hinter der Entscheidung von Enders bzw. EADS stellt und den Stellenabbau kritiklos mit den höchsten Tönen lobt? Mein Gott wie naiv.

  • xyz   |   10. Dezember 2013 - 14:34

    Inwiefern hat man sich denn beim A400M übern Tisch ziehen lassen, wenn man effektiv bloß 40 abnehmen will, aber die größten Fertigungsanteile erhalten hat.

  • Alarich   |   10. Dezember 2013 - 14:56

    Mit dieser Qualität braucht man sich nicht wundern den Politiker Außerhalb Europa können Lesen, was bei uns? steht.
    Dann gibt auf den Weltweiten Markt auch Firmen die das besser schaffen.
    Wenn in Regionen Handelszeitung steht das in Ulm 1/3 in der Entwicklung Arbeitet, ist die Frage ob ein Fertiges Produkt besser oder schlechter ist.
    Man denkt an BÜR viel zu Teuer und währ Zahlte die Entwicklung
    Jetzt ist BÜR weg und ein Thales System im Gespräch das Billiger sein soll und Leichter, so das man das von Fahrzeug einnehmbar ist, Das E. Bür konnte Abgesessen nicht benutz werden es war zu schwer.
    Aber weil der Gewinn zu schlecht ist werden Stellen gestrichen das He0t Dank Manager ihren Lohn weiter hoch treiben wenn Morgen BW dringend ein neues System gebraucht wird , das die Entwicklung noch Länger geht , und es Tote gibt vor was da ist für den Einsatz , weil Leute fehlen die das Entwickeln
    Wie bei Siemens ICE kann nicht Entwickelt werden anderseits entlässt man Leute statt die Umorganisieren( Ing Umschulen ) das die Sorgen können das ICE mal Fährt
    Manager unser ende ?

  • Dante   |   10. Dezember 2013 - 16:07

    Ich denke eines der größten hindernisse bei der Beschaffung der BW ist immernoch das
    beharren auf das Maximalprinzip. Es wird ein Kostenrahmen gesetzt und versucht das meiste an qualität rauszuschlagen. Im endeffekt werden die Produkte dann doppelt so teuer wie geplant. Man könnte ja auch statt der modernisierung der ch 53 einfach 100 neue MI 38 Kaufen und hätte die nächsten 50 J ausgesorgt. Oder eine Ausschreibung machen für ein „Gefechtsfeldtaxi“ mit einer FLW auf dem Dach, einer Schutzklasse Stanag 4569 level 3 a3, einer Transportkapazität von X Leuten. Und schlicht den international günstigsten nehmen. Beim privaten autokauf funktioniert dass ja auch (siehe Datica)

  • Bang50   |   10. Dezember 2013 - 16:18

    Hört sich für mich als ein längst überfälliger Strukturwandel bei EADS an. Bis jetzt glänzte man ehr als Beispiel eines völlig ineffizienten Konzerns, der sich nur durch staatliche Subventionen über Wasser halten konnte. Wenn man bei EADS noch die entsprechenden Staatsaktionäre raus bekommt, dann besteht vielleicht Hoffnung, dass aus EADS doch noch irgendwann ein wettbewerbsfähiger Konzern wird, der sich seinen Marktanteil in einem entsprechenden Segment sichern wird.

  • Alarich   |   10. Dezember 2013 - 16:23

    Träume sind schön
    Frankreich schaut doch die ganze Zeit Jobs aus Deutschland nach Frankreich zu Verlagern und so wird es kommen

  • -MK20-   |   10. Dezember 2013 - 18:34

    EADS hat sich bisher keine Marktsegmente gesichert und ist nicht wettbewerbsfähig?

    Mal ganz ehrlich Leute. Kritik an EADS soll nicht unter den Teppich gekehrt werden und muss auch sein, wie bei jedem (!) anderen Unternehmen auch, das Mist gebaut hat. Aber was hier auf Augen geradeaus! teils für abstruse Märchen aus den Fingern gezogen werden, nur um EADS und all die dazugehörigen Sparten schlecht zu reden bzw. wo es nur geht zu diskreditieren, driftet langsam arg ins Lächerliche ab.

    Kritik: Ja.
    Bullshit: Nein, danke. AG soll doch weiterhin ein seriöser Blog bleiben, oder?

    Es wäre ja schonmal ein Anfang, wenn Leute wie Bang50 wenigstens die dazugehörigen Quellen und Übersichten zu ihren platten Aussagen liefern, dass der gesamte Konzern ja scheinbar gar nichts kann und sowieso nur künstlich am Leben erhalten wird.

  • Vtg-Amtmann   |   11. Dezember 2013 - 0:15

    @all: Der SPIEGEL schreibt in seiner jüngsten Ausgabe unter dem Titel „brennende Unterhosen“ über die Hintergründe zum EADS-Stellenabbau:

    >> Die größe Verschwendung entstehe, weil der Binnenmarkt im Rüstungssektor praktisch außer Kraft gesetzt sei, schreibt der Wissenschaftliche Dienst des Europa-Parlaments in einer aktuellen Studie. Die Analyse mit dem Titel ‘Die Kosten von Nicht-Europa’ zählt auf 88 Seiten schonungslos die Missstände der europäischen Verteidigungspolitik auf: ‘Verschwenderische Überkapazitäten, Duplikationen, fragmentierte Industrien und Märkte’ werden vorrangig genannt. 73 Prozent der Beschaffungsvorhaben würden bis heute nicht europaweit ausgeschrieben. ‘Zusammenarbeit bleibt die Ausnahme’ so die Experten. Die Mehrkosten, die deswegen entstehen belaufen sich, konservativ gerechnet, auf mindestens 26 Milliarden Euro pro Jahr”. <<

    Erinnert irgendwie an das EuroHawk-Desaster, die angestrebten Alternativlösungen, die nationalen und europäischen Drohnenprobleme sowie an NH90 und „Sea Lion“, wobei Letzterer ja auch bei der EU-Wettbewerbskommission bzw. dem Ressort Binnenmarkt anhängig ist? Und EADS war da insgesamt und was die bewiesenen „Qualitäten“ der Produkte samt Duplikationen und Fragmentierungen – z.B. beim NH90 fast 40 nationale Subvarianten – anbetrifft keineswegs unbeteiligt!

    @MK20: Die Gesamtdokumententation zum NH90 TTH und NH90 NFH dürfte hier in AG ziemlich komplett und aktuell sein sowie das Chaos verdeutlichen. Wenn Enders weiterhin hoch qualifizierte Arbeitsplätze insbesondere im Bereich FuE abbaut und zunehmend unerfahrene Jungingenieure frisch von der Uni sowie ohne Praxis, geschweige denn mit militärischen Bezug und Background in der Rüstungssparte einsetzt, geht die Flucht in Gewinnoptimierung fürchterlich nach hinten los. So weiß ich z.B. von AgustaWestland – immerhin der größte militärische Hubsschrauberproduzent der Welt -, daß man auch dort konjunkturbedingt personell strafft und in Produktionsberreichen einspart. Aber ein Teil der höher quallifizierten Mitarbeiter wird in den Bereich FuE übernommen und dieser wird für die sechs Hauptwerke räumlich konzentriert und forciert. FuE arbeitet für den Kunden von morgen und hinkt nicht nur in wettberwerbsfreien Märkten der Produktpflege sowie den eierlegenden und damit überteuerten Wollmilchsäuen der Kundschaft hinterher. Genau das scheint mir das Problem von EADS quer durch die militärische Produktpalette zu sein und hat neben Monopolstrukturen, maßgeblich zum Einbruch im Rüstungsgeschäft beigetragen. Daß rein profitorientierte Monopolstrukturen auch einer echten Kundenpflege und damit auch einer Art „Kundenerziehung“ abträglich sowie kurzsichtig sind, muß in Anbetracht der Realitäten wohl nicht weiter verdeutlicht werden.

  • Bang50   |   11. Dezember 2013 - 0:22

    @ -MK20- Nun, das Bullshitbingo hätten Sie auf jeden Fall schon einmal gewonnen.
    Die Kritik welche ich äußere, haben Sie offensichtlich noch nicht einmal in den Grundzügen verstanden, da Ihnen offensichtlich das Basiswissen fehlt und ich schlicht nicht die Zeit und die Nerven habe (davon abgesehen das es niemanden interessieren würde) , Ihnen eine Grundlagenvorlesung „Wirtschaft“ zu verpassen.

    Deshalb nur ein paar Stichpunkte über deren Bedeutung Sie nachdenken sollten bzw. Sie auf Wikipedia nachschlagen können:
    1. Wenn ein privates Unternehmen gegründet wird, was ist die primäre Zielsetzung dieses Unternehmens und welche Eigenschaft muss dieses Unternehmen unbedingt erfüllen um diese Zielsetzung zu erreichen?

    2. Wenn der Staat Aktionär bei einem großen Unternehmen ist, an dessen Entstehung er maßgeblich beteiligt war, nach welchen Kriterien wird dieses Unternehmen wohl organisiert – Arbeitsplätze oder Effizienz? Welche primäre Erwartung hat der Staat an dieses Unternehmen? (Bitte vergleich 1. u. 2.)

    3. Wenn mehr als ein staatlicher Akteur an einem Unternehmen beteiligt ist, was entsteht dann üblicherweise bei der Vertragsfindung bzw. in Anbahnung eines Produktes vermehrt bzw. kann sprunghaft ansteigen? Wie beeinflusst das was bei der Vertragsfindung entsteht, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens?

    4. Welcher Anreiz bzw. welches Verhalten wird beim Management eines teilstaatlichen Konzerns gesetzt/provoziert, wenn man sich über Sachverhalt bei Punkt 2 im Klaren ist?

    5. Welchen Nachteil hat ein Unternehmen auf das Punkt 2/3/4 zutrifft, gegenüber einem Unternehmen auf das Punkt 1 zutrifft? Was bedeutet das für die Wettbewerbsfähigkeit im direkten Konkurrenzkampf?

    6. Was passiert typischerweise mit einem Unternehmen in einer Marktwirtschaft welches nicht wettbewerbsfähig ist? Achtung! Hier gibt es zwei Möglichkeiten!

    7. Was passiert mit den Ressourcen und der Wohlfahrt, wenn Unternehmen die nicht wettbewerbsfähig sind, weiterhin Aufträge durch den Staat erhalten?

    Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, dann könne wir gerne darüber diskutieren wie bzw. ob sich diese Sachverhalte auf EADS auswirken und entsprechendes Material sichten/auswerten. Davor macht es überhaupt keinen Sinn sich weiter mit Ihnen über dieses Thema unterhalten zu wollen.

    P.s Das Management von EADS ist Ihnen offensichtlich schon einige Schritte voraus und fängt an, an den entsprechenden Steuerrädern zu drehen. ´

    Ich wünsche einen schönen Abend

  • wildcat   |   11. Dezember 2013 - 0:41

    Aus meiner Sicht macht Tom Enders nur das, wozu seine Vorgänger zu feige waren.

    Die Überkapazitäten bei Cassidian und Astrium (denen geht’s genau so schlecht, nur konnten sie’s bisher besser unter der Decke halten) sind doch schon lange bekannt und klar sichtbar, wenn man mit offenen Augen durch Manching, Ulm, Unterschleissheim oder Immenstaad läuft.

    In der Vergangenheit war es durch die staatlichen Aktionäre und die komplexe politische Balance viel einfacher, Stellenabbau auf den St. Nimmerleinstag hinauszuschieben.

    Heute ist EADS eine AG wie viele andere auch und ist seinen Aktionären und Investoren verpflichtet, die wollen schlicht eine gute Rendite sehen. Das ist nun mal das Spannungsfeld, in dem sich jedes Unternehmen befindet, das beschlossen hat an die Börse zu gehen um sich dort Geld für Investitionen zu holen.

    Klar ist das nicht schön für die Mitarbeiter die jetzt gehen müssen, aber ich wiederhole mein Statement von oben: jeder der nicht völlig auf der Brennsuppn‘ dauergeschwommen ist, konnte sehen, dass Cassidian und Astrium erhebliche Überkapazitäten haben, die Produkte nicht weltmarkttauglich sind, man das Thema Globalisierung verschlafen und gerade Astrium eine total untaugliche und archaische Organisation hat.

    Über den mehrfachen Strategiewechsel bei Cassidian von Defence zu Securitygeschäft und wieder zurück zu Defence will ich jetzt gar nicht reden. Da sind viele Millionen oder gar Milliarden Euro sinnlos verbrannt worden und die fehlen heute um wettbewerbsfähige Produkte entwickeln zu können.

    Der europäische Rüstungsgütermarkt ist bestenfalls stabil oder schrumpft und auf dem Weltmarkt herrscht – bedingt durch die Überkapazitäten in USA und anderswo und neue Player wie Brasilien, China, Indien etc. – ein knallharter Verdrängungswettbewerb.

    Ich sehe ehrlich gesagt keine andere Option als die, die Tom Enders jetzt gezogen hat und wenn das Geschäft weiterhin schlecht läuft werden künftig noch mehr Stellen abgebaut und irgendwann geht nicht nur in Unterschleissheim sondern auch in Manching das Licht aus.

  • mat the rat   |   11. Dezember 2013 - 7:32

    @wildcat
    1. stimme zu !!!!!!!!!!!
    2. Enders hat ja mit der BAE fusion gezeigt , dass er handeln will
    3. aber Mutti war ja so ober-schlau ihn auszubremsen, und Horst war zu feige
    4. wünsche TE viel Glück in der umsetzung (Quelle: RP Defense : Tom Enders présente la facture à l’Allemagne)
    semper fo

  • -MK20-   |   11. Dezember 2013 - 11:26

    @Bang50
    Bin ich Ihnen zu sehr auf den Schlips getreten? Gern geschehen! Zwar liegen meine Wirtschaftskenntnisse schon ein paar Jährchen hinter mir und beschränken sich auf Grundlagen, doch Ihre Wand an Text lässt sich auf einen Satz herunterbrechen:

    „Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, dann könne wir gerne darüber diskutieren wie bzw. ob sich diese Sachverhalte auf EADS auswirken und entsprechendes Material sichten/auswerten.“

    Ich möchte gar nicht mit Ihnen groß und breit diskutieren. Ich möchte einfach nur das Sie für uns alle hier Ihre plump dahingeschmetterten Aussagen vom 10.12.2013 / 16:18 kurz und bündig beweisen, dass EADS a) nicht wettbewerbsfähig ist, b) nur durch staatliche Subventionen über Wasser gehalten wird und c) bisher keine oder keine signifikanten Marktanteile in den Segmenten gesichert hat. Wer solche Aussagen macht sollte sie schließlich auch belegen können. Auf diesem Blog werden Fakten doch so gerne gesehen, wenn ich mich nicht irre. Soll heißen, die Bringschuld liegt bei Ihnen.

    Ein paar wenige Beispiele warum ich mit den Aussagen ein Problem habe: Eurocopter war zu Beginn des Jahres 2012 mit 43% Marktführer im zivilien Bereich und mit 21,5% Dritter (hinter Sikorsky und Russian Helicopters) im Bereich Militärhubschrauber (Quelle: Flightglobal). Airbus liefert sich seit Jahren ein Kopf an Kopf Rennen mit Boeing (die übrigens auch subventioniert werden, wer hätte es gedacht..), hat sich in Japan (klassisches Boeing-Land) bisher 13% erkämpft (Bloomberg), stand 2011 in China bei 47% (Reuters), um zwei Märkte in der wachstumsstarken Asia Pacific Region zu benennen. Astrium soll laut eigenen Angaben einen Marktanteil von 90% im europäischen Telekommunikationsmarkt haben. Wie sind diese Anteile überhaupt möglich, wenn man nicht wettbewerbsfähig sein soll und künstlich am Leben erhalten wird?

    Sie haben auf dem hohen Ross des Wirtschaftsexperten Platz genommen. Erleuchten Sie mich bitte mit Ihrem Wissen. Ich weiß es leider nicht.

    (Im weiteren Sinne könnte man weiterfragen, warum EADS als Gesamtkonzern wettbewerbsunfähig ist, und was andere Global Player im Vergleich der jeweiligen Sparten besser machen – aber das würde hier möglicherweise den Rahmen sprengen oder gar dazu führen, dass manch einer sich nur auf die Militärsparte bezieht, die wiederum nur einen Teil von EADS darstellt.)

  • Benedikt   |   11. Dezember 2013 - 11:40

    Die EADS Unterbeschäftigung wird doch den Staatlichen Auftraggebern weiterberechnet, was die Produkte dann so unschön verteuert. Die Staatlichen Auftraggeber können sich jetzt die Verteuerungen der Produkte nicht mehr leisten, daher muss EADS jetzt abbauen. Überteuerte Produkte wird EADS auf den Exportmärkten auch nicht los.

    Mit den Schwenk auf Sicherheitstechnik wollten EADS und Politik die Rückgänge im Rüstungsgeschäft kompensieren. Bei der Sicherheitstechnik hatten EADS Produkte wohl auch ein schlechtes Preis Leistungsverhältnis. Daher will EADS da Teilbereiche wieder einstellen oder los werden.

    Enders wollte mit der BAE Fusion die DE Cassidian Bereiche nach London abschieben. Aus London sollte dann den Beschäftigungsabbau etwas robuster und in größeren Stil angegangen werden. Berlin und die Länder wollten die Arbeitsplätze erhalten, und haben daher die Fusion verhindert. Jetzt wird EADS jedes Jahr eine neue Entlassungsrunde starten. Eine wirkliche Perspektive ist das nicht. Aber damit kann die Gewerkschaft und die Politik am besten leben.

    Man darf auch nicht vergessen, EADS hat auch bei Airbus und EC inzwischen Probleme hat zu liefern. Den A350 wird nicht vor 2016 in richtigen Stückzahlen ausgeliefert. Beim EC175 und EC145 T2 hat sich die Erstauslieferung auch um viele Monate verschoben. Dazu nimmt die Konkurrenz EC Stückzahlen weg, und die Produktionsketten werden Internationaler.

  • Bang50   |   11. Dezember 2013 - 12:12

    @ -MK20- Nein, ich werde Ihnen nicht den Erklärbär machen, solange Sie nicht zumindest diese grundlegenden Fragen beantworten können. Ich rede mir sonst den Mund fusselig und es gehört auch zu einer Bringschuld, zumindest rudimentäre Grundlagen verstanden zu haben wenn man jemanden schon angreift.

    P.s Wenn Sie mich zitieren, dann schieb ich Sie in die Richtung meiner eigentlichen Intention in diesem Kommentar.

    „Hört sich für mich als ein längst überfälliger Strukturwandel bei EADS an. Bis jetzt glänzte man ehr als Beispiel eines völlig ineffizienten Konzerns, der sich nur durch staatliche Subventionen über Wasser halten konnte. Wenn man bei EADS noch die entsprechenden Staatsaktionäre raus bekommt, dann besteht vielleicht Hoffnung, dass aus EADS doch noch irgendwann ein wettbewerbsfähiger Konzern wird, der sich seinen Marktanteil in einem entsprechenden Segment sichern wird.“

    Daraus können Sie folgende Fragen an mich ableiten:

    1. Ist der Stellenabbau bei EADS ein Struktuwandel? Warum wird dieser Strukturwandel notwenig?

    2.Ist EADS ein ineffizienter Konzern?

    3.Ist EADS nicht wettbewerbsfähig?

    4.Kann sich EADS ohne staatliche Subventionen über Wasser halten?

    5.Kann sich EADS (nach dem Strukturwandel) einen Marktanteil sichern (Die Betonung liegt auf SICHER und somit langfristig und ohne staatliche Unterstützung)

  • Benedikt   |   11. Dezember 2013 - 13:35

    EADS wird dominiert von den Franzosen, wo die Deutschen eher weniger das Sagen haben. Die Produkte der Deutschen EADS Rüstungsbereiche stehen alle im Konkurrenz zu Französischen Produkte. Die Franzosen denken Nationalistische, und haben keine Interesse, dass die DE EADS Rüstungsbereiche Marktfähige Produkte entwickeln. Ein Strukturwandel, der EADS DE Rüstungsbereiche Marktfähiger machen wird, wird es nicht geben.

  • markus, d.Ä.   |   11. Dezember 2013 - 14:53

    mhh geisterte nicht auch eine aussage TEs herum, die den rüstungsbreich als den profitabelsten im ganzen konzern auswies ?

  • wildcat   |   11. Dezember 2013 - 19:18

    Natürlich war der Rüstungsbereich über lange Zeit hinweg das profitabelste Geschäftsfeld der EADS. 8-10% EBIT-Rendite waren da keine Seltenheit, während Airbus irgendwo zwischen 3 und 5% rumkrebste, manchmal auch darunter.
    Darüber hinaus war F&E bislang fast immer kundenfinanziert, d.h. es gab für die Industrie kaum Risiken.
    All dies hat sich aber grundlegend geändert, auf dem Weltmarkt lassen sich diese Renditen nicht mehr erzielen, da sorgt schon der Wettbewerb dafür und wenn dann die Produkte noch Probleme bereiten oder die Projektperformance schlecht ist (div. Grenzsicherungsprojekte), macht so ein Bereich schnell Miese.
    Und da all dies in Zukunft nicht besser sondern schlimmer wird, hat TE die Reissleine gezogen. Ich denke durch seine Zeit als Airbus CEO hat er gelernt wie „richtiges Geschäft“ funktioniert und glaubt einfach nicht mehr an das klassische Rüstungs-Geschäftsmodell.

  • Benedikt   |   11. Dezember 2013 - 19:30

    Gibt weitere Probleme beim A400M – Handelsblatt.com „Neuer Ärger mit dem Militärtransporter A400M“
    „Der Hersteller EADS kann den Militärtransporter A400M nicht wie vereinbart an die Bundeswehr ausliefern. … Die EADS-Tochter Airbus Military habe die Bestellernationen darüber informiert, dass die erste Maschine in der vereinbarten Ausstattung erst „etwa Mitte 2015“ an die Luftwaffe übergeben werden könne, heißt es darin.“

    Und Enders feiert den A400M schon als Vorzeigeprodukt von Airbus Military. Einen Vertragsgemäßen A400M wollte Airbus ab 2018 liefern, und davor sollten A400M in einer Reduzierten Ausstattung geliefert werden, die dann 2018 nachgerüstet werden sollten. Jetzt muss die Reduzierte Ausstattung noch einmal Reduziert werden. Aus Schrott Rendite raus pressen, dass kann EADS sehr gut. Wenn das mal nicht so funktioniert, wird es für EADS oder bald Airbus Group richtig bergab gehen.

    Enders hat keine Probleme von EADS gelöst, sondern hat nur die Machtkämpfe zwischen DE und FR gestopt, indem er dafür gesorgt hat, dass FR die ganze Macht bekommen hat.

  • NMWC   |   11. Dezember 2013 - 19:48

    @wildcat
    Wie sieht denn dieses klassische Rüstungs-Geschäftsmodell aus?

    Des weiteren steckt in dem Kommentar von @Benedikt von 13:35 so einiges drin. Der Strukturwandel muss dann auch die Bereiche in Beteiligten Nationen betreffen. Hab ich die bislang überlesen bzw Detailaufstellungen dazu übersehen?

  • Georg   |   11. Dezember 2013 - 20:13

    Wenn Frankreich eine ineffiziente deutsche EADS-Rüstungssparte will, dann müsste sie Kooperationsprojekte doch bevorzugt behandeln, oder ?

    Ich kann aber keine Vorzugsbehandlung bei der Entwicklung und Produktion von NH 90 und Tiger feststellen. Das aktuelle Projekt A400M ist weit hinter dem Zeitplan. Vor der Vertragsunterzeichung im Herbst 2002 hat der Vizepräsident der Airbus Military Company vor Soldaten hoch und heilig versprochen, 67 Monate nach Vertragsunterzeichung stehe der erste A400M auf dem Hof !
    Dann kamen die Probleme mit dem A380 und die Ingenieurkapazität von Airbus war anscheinend für dieses Problem aufgebraucht. Macht nichts dachte ich, denn wenn Airbus nicht rechtzeitig liefert, dann müssen sie diesmal Konventionalstrafe zahlen, denn sie haben ja einen entsprechenden Vertrag unterschrieben. Dann kam Tom Enders und hat die europäischen Staatschefs erpresst. Fairerhalber muss man dazu sagen, dass Airbus jede Menge eigenes Geld in das Projekt gesteckt hat, weil man offensichtlich die technischen Schwierigkeiten für so ein Projekt unterschätzt hat.

    Und nun ?
    Wo man keinen oder zu wenig Gewinn machen kann, muss man eben die Segel streichen !
    Der wirklich schwere Schlag für EADS wäre jedoch, wenn die Rüstungsbeschaffung internationalisiert würde. Bis jetzt lebte EADS bzw. Cassidian ganz gut von den staatlichen Rüstungsaufträgen. Der Aufschrei ist halt immer groß, wenn man einem Monopolisten die staatlich garantierten Gewinne kürzen will !

  • K.B.   |   11. Dezember 2013 - 21:22

    Ich kann die ganze Schwarzmalerei rund um EADS nicht so richtig nachvollziehen.

    Wie -MK20- bereits schrieb, ist EADS im zivilen Bereich sehr gut aufgestellt – und diese Aufstellung wird durch die Enderschen Reformen eher unterstützt. Da sehe ich auch keinen Ausverkauf nach Frankreich. Die zivile Flugzeugsparte von Toulouse aus zu managen (und damit auch weg von der Politik in Paris) ist doch nur sinnvoll. Im Gegenzug haben die Franzosen ganz schön geschluckt, als Astrium „den Deutschen“ zugeschlagen worden ist.

    Die militärische Sparte von EADS ist natürlich eine ganz andere Hausnummer. An deren (Über-)Lebensfähigkeit auf dem Markt glaubt wohl kaum einer. Aber wodurch unterscheidet sich Cassidian da von der Mehrheit der europäischen, besser: weltweiten Rüstungsbetriebe? Ohne staatlichen Schutz – der ja z.T. nachvollziehbar ist – wären die meisten Unternehmen doch schon lange von der Bildfläche verschwunden. Man schaue sich nur NEXTER oder HAL an.

    Im Endeffekt glaube ich, dass Deutschland Enders dankbar sein kann. Während ganz Europa von Pooling & Sharing spricht, schreitet er zur Tat. In bester Schumpeter´scher Manier zerstört er die deutsche industrielle Basis der militärischen Luftfahrt. Damit nimmt er den Politikern die Entscheidung ab, auf welche Fähigkeiten Deutschland zu verzichten bereit ist und ermöglicht eine Fokussierung auf echte deutsche Kernkompetenzen. Kernkompetenzen, die man als Gegengeschäfte für den Erwerb ausländischer Luftfahrzeuge dann deutlich einfacher exportieren kann, um eine kritische Größe zu erhalten.
    Zu den Gewinnern dürfte nicht zuletzt die Bundeswehr zählen. Sie müsste bei den teuersten Investitionen – das sind nunmal die militärischen Luftfahrzeuge – nicht mehr als Subventionierer her halten. Damit kann ein überproportionaler Teil des Beschaffungsbudgets eingespart und sinnvoller ausgegeben werden.

    Abschließend noch ein paar Sätze zu den Fragen von Bang50:

    „4.Kann sich EADS ohne staatliche Subventionen über Wasser halten?
    5.Kann sich EADS (nach dem Strukturwandel) einen Marktanteil sichern (Die Betonung liegt auf SICHER und somit langfristig und ohne staatliche Unterstützung)“

    Gegenfrage:
    Welcher Luftfahrtkonzern kann sich ohne staatliche Subventionen über Wasser halten?

    Und wenn es nach Richard Aboulafia (Teal Group) geht, dann sieht es für Airbus im Vergleich zu Boeing gar nicht so schlecht aus.

    http://richardaboulafia.com/shownote.asp?id=373%5D