Da kann man nur Urlaub machen.

Die Sommerzeit und die damit verbundene Ruhe im politischen Geschäft treiben seltsame Blüten. Die Bundeswehr meldet Schlagloch-Unfälle in Afghanistan, und die Kollegen von der Welt (Link aus bekannten Gründen nicht) erzielen überraschend viel Aufmerksamkeit für die Non-Meldung, dass die neuen Airbusse der Flugbereitschaft (oben die Theodor Heuss) mit Raketenabwehrsystemen ausgerüstet werden.

Das mit den Abwehrsystemen dürfte den Kennern spätestens dann aufgefallen sein, als der Bundesrechnungshof diese Ausgabe bemängelte – darüber hatte sogar die Welt selbst berichtet*. (Nette Zusammenstellung der bereits öffentlich bekannten Fakten vom Verteidigungsministerium: PM24-SElbstschutzsystem-A340.)

Bei der Nachrichtenlage mache ich dann einfach mal für ’ne Woche Urlaub. No ops hier. Am 22. Juli geht’s weiter, mit der Zeugenanhörung im EuroHawk-Ausschuss. Aus rechtlichen Gründen muss ich, wie bekannt, die Kommentare für diese Zeit auf moderiert schalten – aber gelegentlich schaut mal der OvWa vorbei und schaltet Kommentare frei.

* Dieser Link zur Welt ist trotz Leistungsschutzrecht ok, weil die Geschichte deutlich älter als ein Jahr ist.

(Foto: Airbus A340 Theodor Heuss der Flugbereitschaft BMVg, Taktisches Kennzeichen 16-02, auf dem Flughafen Berlin-Tegel)

 

23 Gedanken zu „Da kann man nur Urlaub machen.

  1. Guten Urlaub!

    OT: Deutschlandfunk, Welt, Tagesschau etc. melden 2012 wurden 400 Extremisten in der Bundeswehr enttarnt, davon 300 rechtsextrem, 50 islamistisch. Ist das nicht eine deutliche Steigerung zum Vorjahr?

  2. Schönen Urlaub!

    (Versuchen Sie am besten, das Beschattungsteam der NSA noch vor der Autobahnauffahrt abzuschütteln ;-) )

  3. Und bloß nicht an bestimmten Örtlichkeiten wandern oder spazieren gehen !

    [sorry, kein Link wg. LSR…]

    SOCMINT liest mit !

  4. super, die Regierungs-Flieger stehen bei unseren Freunden & Partnern wochenlang in der Werkstatt. Wie lange brauchen die deutschen Kammerjäger anschließend, um alle Wanzen wieder rauszukriegen?

  5. @GolfHotel

    Reine Hell-/Dunkelfeldproblematik. Wer genauer und mehr sucht, findet auch mehr.

  6. Der vorausgehende Beitrag von @tt.kreischwurst | 16. Juli 2013 – 16:01 ist viel zu schade um in der Urlaubsflaute unterzugehen und um T.W. bei seinem verdienten Urlaub zu stören. Die Global-Hawk-Probleme liegen schon längst und viel länger auf der Hand, nur bei uns nicht! Oder doch?

    The Atlantic (Atlantic-Media, The Watergate, Washington, DC, USA):

    „The Drone That Wouldn’t Die: How a Defense Contractor Bested the Pentagon“ ….
    (http://www.theatlantic.com/politics/archive/2013/07/the-drone-that-wouldnt-die-how-a-defense-contractor-bested-the-pentagon/277807/)

    „Die Drohne, die nicht sterben wollte: Wie ein Rüstungslieferant das Pentagon über den Tisch zog.“ Von Richard H.P. Sia & Alexander Cohen am 16. Juli 2013, 6:00 Uhr ET

    „Die US Air Force war bereit, den Global Hawk RQ-4B Block 30 fallen zu lassen aber Northrup Grumman’s Lobbyisten-Kampagne überzeugte den Kongreß, diesen wiederzubeleben. ……“

    „Unerwartete Wartungs- und Flugprobleme, …
    Forcierte Einflußnahmen auf den Kongreß, …
    Spenden und Schmiergelder beinflußten die Debatten seit 2009, …
    Vertrauenswürdigkeitsproblem der US Air Force ,…“

    Und was hat das alles mit dem EuroHawk zu tun?

    Ganz einfach: War dieser Skandal dem BMVg und dem BAAINBw bekannt und auch der „Operational Test and Evaluation Report“ des Directors des US-Evaluation & Test Centers in AAFB zum RQ-4B Global Hawk Block 30 vom Mai 2011? Und wenn nein, warum nicht, denn das BAAINBw und die Luftwaffe waren im Zuge des EUROHAWK-Projektes mit seiner Verbindungsstelle des Rüstungsbereiches USA/Kanada sowie mit deutschen Verbindungsoffizieren und Beamten des BAAINBw / der WTD 61 vor Ort präsent?

    Man trifft sich ja mal in der Bar und kann ein paar ausgegebene Whiskey annehmen. Das ist ja kein 100.000 $-Scheck, denn nach ein paar Whiskeys ist man spätestens beim Frühstück vergessen und war ein nützlicher Depp.

    Der Executive Summary dieses Reports vom Mai 2011 führt u.a. zum Global Hawk aus:
    “The system is not operationally suitable, […] Global Hawk long endurance flights do not routinely provide persistent ISR coverage due to low air vehicle reliability […] Mission-critical components fail at high rates, resulting in poor takeoff reliability, high air abort rates, low mission capable rates, an excessive demand for critical spare parts and a high demand for maintenance support […]”
    (vgl. http://media.bloomberg.com/bb/avfile/rxEWG2sYf7BM).“
    Und zu dem Zeitpunkt war der T€uroHawk noch gar nicht in Deutschland bzw. in Manching.

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Und wer sich immer noch nichts dabei denkt, google mal unter „Northrop Grumman Corruption“!

  7. Auch ein Urlaubsgrund:
    Der GI ist offenbar im Dauereinsatz, auch in Garlstedt trägt er mit Entourage 3-Farb-Tarndruck:
    http://tinyurl.com/qd5qefd

    Sommeranzug in Neigungsgruppen.

    Aber nach unten hin bitte stets penibel auf die 37/10 achten…

  8. @Memoria

    vielleicht ist für den GI die Logistikschule in Garlstedt exotisches, äääh tropisches Neuland, so wie Takatuka-Land ;-)

    Die Neuland-Theorie ist ja neuerdings in Berlin in Mode gekommen und da muß man sich eben entsprechend kleiden.

  9. Die Kanzlerin hat Recht, auf deutschem Boden gilt deutsches Gesetz und genau dies erlaubt den USA den Datenklau.

    Das Zusatzabkommen zum Nato-Truppenstatut ist weiterhin die Grundlage für die alliierten
    Überwachungsmaßnahmen. Es sagt aus, dass es auch in Zukunft jedem alliierten Militärbefehlshaber unbenommen ist, die zum Schutz der Truppen notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu treffen, wozu auch die eigene Durchführung von Überwachungsmaßnahmen des Post- und Fernmeldeverkehrs gehört.

    Mit dem Gesetz vom 26. Juni 2001 (BGBl. I S. 1254) wurde das Artikel 10-Gesetz unter der Bezeichnung Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10-Gesetz – G 10) neu gefasst.

    Wenn man bedenkt zu was Kinder verknackt werden, wenn sie sich etwas aus dem Netz Kopieren

  10. Wenn der GI auf dem Weg in die Einsatzländern (Afrika) noch einen Zwischenstopp einlegt, so sehe ich da keine Neigungsgruppe. Sondern eine positive Diensteinstellung.

    Aber ich habe auf einen derartigen Kommentar auch irgendwie gewartet.

  11. @Tom

    Zustimmung.

    However, dann sollte man das im Text klar machen…….wieder mal so eine „Kommunikations-Schlamperei“
    Ansonsten kotzt mich dieser Fleckentarnkrieger-Simulanten-Effekt insbesondere beim deutschen Heer schon seit mehr als 10 Jahren an…Kleider machen Leute und ein GI, der wie ein Hilfs-Waldarbeiter durch die Truppe reist ist für mich halt nur ein dressman und kein Vorbild.

  12. @Tom:
    Und ich hab auf die Begründung gewartet.
    Wechsel FA ist ne Sache von 5 Minuten.
    Tut mir leid, aber Führung ist eben vorallem auch Vorleben.
    Alles andere sind Ausreden. Es geht nicht um die Klamotten, sondern um die Führungskultur, die mit echter Innerer Führung nichts mehr zu tun hat.

    Ein StGefr der das Selbe tun würde bekäme vom KpChef ne Diszi.
    Entweder man hat in einem hierarchischen System Regeln oder nicht. Aber das dauerhafte Ignorieren von Regeln durch die höchste Führung bei gleichzeitiger penibler Einhaltung der derselben (!) Regeln auf der Arbeitsebene führt zu Demotivation und Unattraktivität.

  13. @Vtg-Amtmann: Danke für die Blumen, leider hatte der GI mal wieder die falschen Kleider an, deswegen wirds trotzdem untergehen (es sei denn TW greift es wieder auf wenn der Untersuchungsauschuss wieder Thema nach seinem Urlaub ist).

  14. @Memoria:

    Komisch, seit Jahren fahren auch die Stabsgefreiten in Wüstentarn nach Köln-Wahn und besteigen so der Airbus nach AFG und Co. Da stört sich zu Recht auch niemand der Vorschriftenfetischisten. Dabei könnte sich der Soldat doch im Airbus umziehen.
    Warum gelten für den GI nicht die selben Regeln? Auch er ist auf einer Reise, bei der unterwegs der 3-Farb-Tarndruck zwingend ist. Aber er soll zwischendurch die Umzugsorgie starten? Warum nicht gleich den Dienstanzug mitführen und an der Schule tragen?

    Nee, bisweilen schießt Vorgesetztenbashing über das gesunde Maß hinaus.

  15. @Tom:
    Schon klar was auf dem Weg nach Köln-Wahn getragen wird.
    Aber als Vorgesetzter in Garlstedt beim Truppenbesuch noch das Gleiche zu tragen ist für mich was anderes – für sie nicht. Verstanden.

    Erinnert mich an GenLt Budde der oftmals 2 internationale und das deutsche Springerabzeichen auf dem FA trug (sogar bei der Übergabe des Leutnantsbuches).
    Nachdem ein HptGefr deswegen ein Diszi bekam, schrieb er dem InspH warum der dies dürfe, er aber nicht.
    Antwort: Der General sei halt soviel international unterwegs…

    Genau.

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