Neue Gewalt im Nord-Kosovo – KFOR-Soldaten verwundet

Im Norden des Kosovo haben sich am Dienstag die anhaltenden Spannungen erneut in Gewaltaktionen entladen. Dabei wurden vier KFOR-Soldaten verwundet, laut AFP bei der Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes. Mehrere Kosovo-Serben wurden durch Schüsse verletzt.

Die Situation ist noch ein wenig unübersichtlich; bei den verwundeten Soldaten soll es sich aber nicht um Deutsche handeln.

Nach Berichten serbischer Medien wurden sieben Zivilisten verletzt, vermutlich durch Gummigeschosse. Der deutsche Sprecher der KFOR-Truppe wird mit der Aussage zitiert, KFOR habe reagieren müssen, nachdem Steine geworfen worden seien und einen deutschen Soldaten getroffen hätten.

Vom Auswärtigen Amt gibt’s eine knappe Stellungnahme.

(Ich bin derzeit unterwegs und nur eingeschränkt online; Aktualisierungen und Links zu neuen Meldungen in den Kommentaren willkommen.)

 

20 Gedanken zu „Neue Gewalt im Nord-Kosovo – KFOR-Soldaten verwundet

  1. @ AM: das, was 2008 zum Erstaunen der übergeordneten Besoldung seit 2 Jahren unter Verlust der Einsatzfähigkeit gesperrt war. Auf gut Deutsch: Impulspatrone.

    Und von defekten Schutzschildern etc. rede ich (noch) gar nicht.

  2. Oje, die Aktualisierung liest sich, als hätte sich mal wieder jemand selbst angeschossen. Langsam gibt es mehr Verwundete durch Schiessunfälle als durch Feindfeuer.

  3. Da haben wir es:

    „Bei dem Vorfall vom Dienstagabend, bei dem ein deutscher KFOR-Soldat durch einen Schuss am Bein verletzt wurde und ein weiterer ein Knalltrauma erliten hatte, handelt es sich um einen Unfall. Der Soldat hatte befehlsgemäß seine Waffe fertig geladen und ging anschließend in Stellung.

    Hierbei löste sich ein Schuss. Der Soldat hat sich dadurch am Oberschenkel verletzt. Ein zweiter Soldat erlitt ein Knalltrauma. Der Soldat mit der Schussverletzung wird voraussichtlich am 29. September nach Deutschland repatriiert.“

    Quelle: bundeswehr.de, 2. Aktualisierung zum Vorfall

    —–

    Es löst sich kein Schuss. Jemand muss den Abzug betätigen.

  4. „…wurden mehrere Sprengsätze auf KFOR-Kräfte geworfen…“

    3. Aktualisierung: 28. September, 12.45 Uhr (bundeswehr.de)
    Während der gestrigen Ausschreitungen im Nordkosovo wurden im Verlauf der Demonstration mehrere Sprengsätze auf die KFOR-Kräfte geworfen. Dabei wurden acht KFOR-Soldaten leicht verletzt. Ein deutscher KFOR-Soldat wurde zudem von einem Stein am Bein getroffen, konnte jedoch den Einsatz unmittelbar fortsetzen.

    Einem KFOR-Soldaten wurde durch einen vermummten Demonstranten die Handwaffe entwendet. Ein Demonstrant ergriff die Waffe und richtete sie auf die KFOR-Sodaten. Die eingesetzten Soldaten gaben daraufhin Schüsse ab. Der Angreifer wurde dabei vermutlich im Bein getroffen. Zur Abwehr der Angriffe setzten KFOR-Kräfte im Anschluss Impulsmunition und Reizstoffe ein.

    Die Lage hat sich noch am Abend beruhigt. Seither kam es zu keinen weiteren Demonstrationen.

    Einstellzeit: 13.05 Uhr

  5. Langsam gibt es mehr Verwundete durch Schiessunfälle als durch Feindfeuer.

    Tja, liegt an der guten Ausbildung!

  6. 3. Aktualisierung: 28. September, 12.45 Uhr

    Während der gestrigen Ausschreitungen im Nordkosovo wurden im Verlauf der Demonstration mehrere Sprengsätze auf die KFOR-Kräfte geworfen. Dabei wurden acht KFOR-Soldaten leicht verletzt. Ein deutscher KFOR-Soldat wurde zudem von einem Stein am Bein getroffen, konnte jedoch den Einsatz unmittelbar fortsetzen.

    Einem KFOR-Soldaten wurde durch einen vermummten Demonstranten die Handwaffe entwendet. Ein Demonstrant ergriff die Waffe und richtete sie auf die KFOR-Sodaten. Die eingesetzten Soldaten gaben daraufhin Schüsse ab. Der Angreifer wurde dabei vermutlich im Bein getroffen. Zur Abwehr der Angriffe setzten KFOR-Kräfte im Anschluss Impulsmunition und Reizstoffe ein.

    Die Lage hat sich noch am Abend beruhigt. Seither kam es zu keinen weiteren Demonstrationen.

  7. Zynismus ist eine schlimme Sache.
    Soweit ich weiß, lief zum Zeitpunkt des Unfalls seit gut 24 Stunden eine große Operation an GATE 1 zur Absicherung des Grenzübergangs.
    Dass dabei auf Deutsche und Amerikanische Soldaten geschossen wurde, Handgranten und Rohrbomben geworfen wurden, interessiert hier einige wenig.
    Schlimm genug, dass sich der Soldat verletzt hat, aber im Stress und unter diesen Umständen passieren leider solche Vorfälle.
    Aber es lässt sich vom heimischen PC ja wunderbar kommentieren, wenn weit weg von Zuhause das politische Versagen von gut 12 Jahren gegen bewaffnete Gewalttäter verteidigt wird.
    Nur gut, dass der Eine oder Andere in diesem Forum zweifelsohne den Zenit, also die Unfehlbarkeit, bereits erreicht hat.
    Hochmut kommt vor dem (eigenen) Fall.

    Gute Besserung an alle verletzen und verwundeten Soldaten an GATE 1! Ich möchte mit Euch nicht tauschen.

  8. Zwergnase, das von Ihnen beschriebene Drama wird sich wohl leider von Straßensperre zu Straßensperre wiederholen. Da man es leider versäumt hat, den Barrikadenbauern von Beginn an Einhalt zu gebieten, wird KFOR wohl die Suppe ausbaden dürfen, die man ihr eingebrockt hat.

    Zwischenzeitlich ist es sogar der EU aufgefallen: „The EU has also called for the immediate removal of barricades as they restrict the freedom of movement.“
    http://www.eulex-kosovo.eu/en/pressreleases/0190.php

    Und wer darf das wohl erledigen???

  9. Prediger, da hoffen wir mal, dass keiner auf die Wahnsinnsidee kommt, die Roadblocks auf 20-50 Km Länge gewaltsam wegräumen zu lassen.
    Hier kann nur der Winter und viel Schnee helfen, denn die Serben blockieren sich langfristig mehr als die KFOR.

  10. Bzgl. des Winters bin ich leider nicht ganz so optimistisch: Ein Alarmposten, ein Handy und ein vernünftiges Alarmierungssystem und schon ist der Winter kein Hindernis mehr.

  11. @Zwergnase

    Ich kritisiere als jemand, der tagtäglich mit Waffen und mit Waffenhandling zutun hat. Nicht als irgendein armchair-commando, wie Sie es vorwerfen.

    Und die Kritik an der Ausbildung ist deshalb auch begründet, weil Schiessunfälle wie dieser auf mangelnde Disziplin und unzureichendes Training zurückzuführen sind. Man vergisst nicht den Finger lang am Abzug zu lassen, denn konditioniertes kann man nicht vergessen. Man muss nicht dran denken, man macht es einfach. Und wenn man es nicht macht, dann hat man es nicht verinnerlicht und dann wurde zu wenig ausgebildet und trainiert.

    Und, es tut mir leid, Stress ins Feld zu führen ist unzulässig. Gerade damit im Stress alles automatisch geht und man nicht darüber nachdenken muss, konditioniert man Waffenhandling.

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