Der erste deutsche General auf Twitter

Das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr werden es bestimmt nicht lautstark verbreiten, und eine Pressemitteilung dazu ist entweder nur sparsam verteilt oder sparsam zur Kenntnis genommen worden… Jedenfalls: Es gibt den ersten deutschen General auf Twitter.

Generalleutnant Karlheinz Viereck, beim Allied Command Transformation der NATO als stellvertretender Stabschef für Ausbildung zuständig, hat damit schon vor gut zehn Tagen begonnen – nach Web 2.0-Maßstäben schon merkwürdig, dass es in Deutschland nicht aufgefallen ist. Drei-Sterne-Generale, die twittern, fallen vielleicht in den USA und in der Nato nicht auf (mit dem SACEUR twittert sogar ein Vier-Sterner) – für Deutschland ist es schon was. Aber vielleicht geht das auch nur, weil Viereck auf einem NATO-Dienstposten sitzt. Und nicht auf einem deutschen. Obwohl… vielleicht motiviert das ja den einen oder anderen?

31 Kommentare zu „Der erste deutsche General auf Twitter“

  • Memoria   |   25. April 2011 - 21:41

    Der Viereck – wer denn auch sonst? Quattro mit dem Laptop (?) beim twittern…und dann auch noch ausgerechnet er zuständig für Ausbildung. Herrlich diese Realsatire. Lost in the „Paralleluniversum“ – a.k.a. NATO.

  • StFwdR   |   25. April 2011 - 22:02

    @Memoria

    *ROFL*

  • RedakteurBln   |   25. April 2011 - 22:22

    Halbwahrheiten werden mit der Zeit offenbar nicht besser, auch nicht die, die sich nicht besser informiert haben. Bedauerrn …

    – Guter Mann, dass er das macht. Glückwunsch, Herr General.

    http://www.smuda-berlin.de/texte/general-viereck/

  • T.Wiegold   |   25. April 2011 - 22:38

    @RedakteurBln
    Ihr Kunde?

  • Jugendoffizier   |   25. April 2011 - 22:48

    Ich weiß immer noch nicht, warum Twittern so wichtig sein soll für die Medienlandschaft?

  • RedakteurBln   |   25. April 2011 - 22:52

    Ein Freund, kein Kunde. Ich bin Reservist (Major d.R.). Das ist wichtig zur Klarstellung, damit meine Einlassung wirklich glaubwürdig ist.

    Ungeklärt ist zum Beispiel, wie damals der genehmigte Urlaubsantrag von General Viereck aus dem BMVg zur Bild am Sonntag kam. Wir beide wissen, dass sehr kurzfristig am Kongo-Einsatz gearbeitet wurde, sich der General nach Monaten kurz in den Urlaub verabschieden musste, nach vielen Reisen, nach vielen Planungsgesprächen in Potsdam, in Brüssel, Paris, New York etc.

    Sie haben damals ausführlich und klar über den Kongo-Einsatz berichtet. Daran erinnere ich mich gut.

    Nein, er ist kein Kunde. Das können sie mir unbedingt glauben. Ich würde nicht kommerziell für ihn arbeiten wollen, selbst wenn sich die Gelegenheit böte, weil ich damals Pressestabsoffizier in Kinsasha war – und aus der Nähe erleben konnte, wie gearbeitet wurde. Das verpflichtet mich persönlich, allein und einzig aus Redlichkeit.

    Seine angebliche Freundin in Schweden war seine Lebensgefährtin und ist seine heutige Ehefrau. Das Recht, dorthin zu fahren, hatte auch General Viereck.

    Gerüchte bleiben. Deshalb habe ich mich hier zu Wort gemeldet. Sehen Sie mir dies bitte nach.

    Ihr Karl-Heinz Smuda
    Lektor und Ghostwriter in Berlin

  • Memoria   |   25. April 2011 - 22:54

    @ RedakteurBln:

    Meine Einschätzung bzgl. GenLt Viereck beruht auf unmittelbaren Gesprächen mit ihm und seiner „Leistung“ als Befh EinsFüKdo.
    Der Mann ist weder Architekt, noch Journalist, noch Pilot oder Politiker, sondern General. Aber auch daran mögen Leute unterschiedliche Maßstäbe anlegen.
    Guter Mann ist zumindest aus meiner Sicht keine passende Bezeichnung.

  • RedakteurBln   |   25. April 2011 - 22:59

    Wir reden über einen angeblichen „Skandal“, nicht über eine Gesamtleistung. Das möchte ich auseinander halten. Ihre persönliche Bewertung steht Ihnen selbstverständlich zu.

    Der „Skandal“ wirft eine Reihe von Fragen auf. Die sollte man sich stellen (dürfen/müssen).

    Ich wünsche Ihnen abschließend einen guten Abend. Gut, dass Sie sich zu Wort gemeldet haben. Das war interessant und richtig.

    Ihr Karl-Heinz Smuda
    Lektor und Ghostwriter in Berlin
    http://www.smuda-berlin.de

  • T.Wiegold   |   25. April 2011 - 23:15

    @RedakteurBln
    Danke für die Klarstellung – wollte das nur wissen, weil Sie auf Ihre Webseite den Text verlinkt hatten…

  • Sascha Stoltenow   |   25. April 2011 - 23:16

    @RedakteurBln: Dann erweisen Sie dem General doch den Freundschaftsdienst einer ordentlichen Pressemitteilung inkl. einer klaren Korrespondenz. Und uns können Sie vielleicht den aktuellen Text und die, nun ja, etwas wirre Zwischenüberschrift „Nicht nur Gender“, erklären.

  • RedakteurBln   |   25. April 2011 - 23:28

    Mir selbst scheint der Text auf meiner Webseite nicht erklärungsbedürftig zu sein, dennoch schlägt mich manchmal die Betriebsblindheit. Das gebe ich zu.

    Sie meinen diesen Absatz?

    „Nicht nur Gender

    Viereck ist in der NATO generell für die Ausbildung und das Training der Soldatinnen und Soldaten zuständig. Hier setzt sich der deutsche General Karlheinz Viereck auch entschieden für die Integration von Frauen in Führungspositionen ein. Er arbeitet im US-Bundesstaat Virginia.“

    Quelle: http://www.smuda-berlin.de/pr/nato-karlheinz-viereck-bei-twitter/

    Ich will mich an dieser Stelle aus der Diskussion zurückziehen.

    Ihr Karl-Heinz Smuda
    Lektor und Ghostwriter

  • Thomsen   |   25. April 2011 - 23:32

    Genau was mir als erstes eingefallen ist: Viereck, Laptop, Kongo. :-)

  • T.Wiegold   |   25. April 2011 - 23:38

    Ok, jetzt geht’s mehr um Viereck in der Vergangenheit als Viereck auf Twitter…

    Dazu empfehle ich:

    http://wiegold.focus.de/augen_geradeaus/2007/07/friendly-fire.html

  • Voodoo   |   25. April 2011 - 23:44

    Urlaub, nicht zu vergessen *prust* Aber:

    Jetzt wissen wir ja, das der Einsatz kurzfristig „dazwischenkam“. Kann man ja nicht ändern. Urlaub muss aber auch sein. Gerade nach Monaten der Vorbereitung und Gesprächen auch verdient. Keine Frage!

    Ich glaube, das gerade ein paar bordeauxrote Kopfbedeckungen hochgehen, weil sie dies hier gelesen haben… Wenn Herr General wirklich ein Freund von Ihnen ist, sollten sie ihm den Freundschaftsdienst erweisen und nicht versuchen, sich an seiner statt zu rechtfertigen – das geht gerade gewaltig in die falsche Richtung.

  • Sascha Stoltenow   |   25. April 2011 - 23:47

    @RedakteurBln: Es ist eines NATO-Generals schlicht nicht angemessen, Pressemitteilungen über ein österreichisches PR-Linkschleuder-Portal zu verbreiten, wobei auch fraglich ist, ob es der NATO angemessen ist, die Twitter-Accounts ihrer Generale via Pressemitteilung zu verbreiten. Das ist in so viele Dimensionen schief, dass ich ernsthaft an der Professionalität der Beteiligten zweifelm muss.

  • T.Wiegold   |   25. April 2011 - 23:54

    @Sascha Stoltenow
    Aber die Pressemitteilung hat doch keiner gesehen…

  • Sascha Stoltenow   |   26. April 2011 - 0:02

    @T.Wiegold: Na dann …

  • DirektHeraus   |   26. April 2011 - 5:43

    Leider ist das wie mit den neuen Systemen. Um Jahre hinterher aber zumindest schon mal in die richtige Richtung!

    Noch ein paar Jahre, dann laufen die Systeme, die Bw ist multimedial präsent und wird dann abgeschafft. Erinnert mich irgendwie an Kasernenmodernisierung und anschließender Schließung.

  • Thomsen   |   26. April 2011 - 6:18

    Der Verein schafft es immer wieder, die Fettnäpfchen zielgerichtet anzusteuern.

  • Jens Schnauber   |   26. April 2011 - 9:13

    Ungewöhnlich ist, dass er – Stand heute, 26.4.2011 – genau 2000 (!) Profilen folgt, aber nur 261 Follower hat. Wenn es nicht der erste deutsche General auf Twitter wäre, würde ich ihm nie folgen, da ein solches Following/Follower-Verhältnis normalerweise nur irgendwelche obskuren Profile haben, die irgendetwas verkaufen wollen.

    Bei solchen Profilen wäre das umgekehrte Verhältnis der Normalfall. Seltsam.

  • Jens Schnauber   |   26. April 2011 - 9:20

    Nach dem ersten Überfliegen der „Following-Profile“ scheint es nicht so zu sein, als ob er (wenn er es selber war) wahllos Profilen folgt, sondern die meisten haben mit News, Verteidigung im weitestem Sinne zu tun. Er scheint sich für Twitter also richtig Zeit genommen und damit beschäftigt zu haben. Das ist wiederum ein positives Zeichen.

  • Janus   |   26. April 2011 - 10:23

    Also für mich ist das ein Fakeaccount bis es eine bestätigte Meldung gibt.

    Erster Tweet:
    „Karlheinz Viereck bei TWITTER. Informationen fortan aus Norfolk/Virginia, dem Arbeitsbereich des Generalleutnant – und von seinen Reisen.“

    Was mich nachdenklich macht:
    Ich vermute das auch deshalb, dass es ein Fake ist, da er sehr untypisch für einen Account einer Person im Staatsdienst sehr vielen folgt und dabei neben Parteien, Netzaktivisten und Showgrößen viele „normale“ Twitterer drin hat. Offizielle Dienstaccounts folgen meistens eher ihren Pressestellen, bei Politikern oft Parteien und ausgewählten Personen. Oder er geht einen gänzlich anderen Weg und macht Massenfolgen.

    EDIT: Anmerkung zum Beitrag über mir. Er scheint eher gewisse Followerlisten abzugrasen (eventuell auch nur bei Überschneidungen zweiter Listen), dass halte ich eher für automatisiert als für durchdacht.

  • T.Wiegold   |   26. April 2011 - 10:40

    @Janus
    Nach einer direct message an mich gehe ich mal davon aus, dass der Account echt ist…

  • RedakteurBln   |   26. April 2011 - 12:17

    Dazu gibt es eine Antwort und eine Frage:

    1. Aller Anfang ist schwer.

    2. Was spricht gegen Twitter? Der deutsche Regierungssprecher nutzt das System, der NATO-Generalsekretär macht es. Twitter ist ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, eines von vielen, rund um die Welt. General Viereck wird es bei Bedarf nutzen.

    Alle Links führen zur NATO-Webseite. Dort gibt es grundlegende Informationen, soweit das vertretbar ist.

    Kurz: Es ist keine „Fakerseite“, sondern eine, auf der sich der Protagonist zunächst orientieren muss und will.

    Die Stilfrage wird sich durch die Qualität der Nachrichten beantworten. Insofern sind Geduld und Neugier gefragt und gewünscht.

    Karl-Heinz Smuda
    Lektor und Ghostwriter

  • Anständig   |   26. April 2011 - 18:04

    Anständig, redlich und in allem ein klasse Vorgesetzter. Nach Jahren gemeinsamer Arbeit habe ich Ihn als einen der wenigen Generäle kennengelernt, die für mich persönlich Maßstäbe gesetzt haben in dem was sie sagen und was sie tun.
    Keine Realsatire.

  • Sascha Stoltenow   |   26. April 2011 - 19:24

    @RedakteuBln:

    1. Ein General ist kein Anfänger (bzw. sollte es nicht sein).
    2. Nichts spricht gegen Twitter. Vieles spricht gegen unausgegorene Verlautbarungen – unabhängig vom genutzten Kanal.

  • Chris   |   09. Mai 2011 - 9:51

    Aha. Na das macht jetzt langsam alles Sinn.

    Smuda: „Nein, er ist kein Kunde. Das können sie mir unbedingt glauben. Ich würde nicht kommerziell für ihn arbeiten wollen, selbst wenn sich die Gelegenheit böte, weil ich damals Pressestabsoffizier in Kinsasha war – und aus der Nähe erleben konnte, wie gearbeitet wurde. Das verpflichtet mich persönlich, allein und einzig aus Redlichkeit.“

    Smudas website:

    „Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir erlauben uns, auf uns aufmerksam zu machen: Der Verlag wurde soeben in Berlin und Norfolk/Virginia gegründet. Berater und Verleger sind der NATO-General Karlheinz Viereck in Norfolk/Virginia, der Berliner Lektor/Ghostwriter Karl-Heinz Smuda, der IT-Experte Jack Piekarski und der Buchproduzent Dirk Henze.“

    http://www.smuda-berlin.de/verlag-und-verleger/buecher-fuer-firmen/

    Also Partner und nicht Kunde. ;-)

  • Roman   |   09. Mai 2011 - 10:24

    Achtung Kapitän,

    massiver Wassereinruch im Maschinenraum. Ich glaube wir sinken!!!!

    Oh man, wie peinlich. Genauso wie er auch im realen Dienst ist. Einfach nur peinlich. Typisch eben bundesdeutscher General.

  • Sascha Stoltenow   |   09. Mai 2011 - 10:29

    Wozu man als General so alles Zeit hat. Ob die Nebentätigkeit auch angemeldet und genehmigt ist?

  • NMWC   |   09. Mai 2011 - 11:35

    Referat Ermittlung in Sonderfällen freut sich immer. Landläufig auch bekannt als „ES“…
    Wenn ich daran denke was Autoren aus der Truppe allein für einen Artikel in Zeitschriften wie „Strategie und Technik“ usw. im Nachhinein an Fragen über sich haben ergehen lassen müssen….

  • SchreckStarr   |   09. Mai 2011 - 12:35

    Wenn ich denke, es kann nicht schlimmer kommen und peinlicher werden – warum muss ich jedes Mal eines besseren belehrt werden …

    Heiliger Strohsack.