Bundesregierung will Joachim-Witt-Video auf den Index setzen lassen (Update: Ministerium)

Die Bundesregierung hat am (heutigen) Dienstag beantragt, das umstrittene Muskvideo Gloria des Musikers Joachim Witt auf den Index setzen zu lassen. Der Antrag kam interessanterweise nicht vom Verteidigungsministerium, sondern vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wie Augen geradeaus! von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) erfuhr.

In dem Video wird unter anderem eine Vergewaltigungsszene gezeigt, die den Massenvergewaltigungen der Balkankriege nachempfunden ist. Als Täter sind eindeutig Männer in Flecktarnuniformen der Bundeswehr zu erkennen, einschließlich der deutschen Flagge als Hoheitsabzeichen. Gegen diesen Film hatte unter anderem der Bundeswehrverband scharf protestiert.

Der Antrag des Familienministeriums ist nach Angaben der BPjM der erste Indizierungsantrag, der gegen dieses Video gestellt wurde. Sollte die Prüfstelle den Clip als jugendgefährdend einstufen, unterliegt er Verbreitungsverboten und darf  nur noch Erwachsenen zugänglich gemacht werden: Jugendgefährdende Medien sind auf Antrag von Jugendministerien und -ämtern und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bzw. auf Anregung anderer Behörden und aller anerkannten Träger der freien Jugendhilfe strafbewehrten Verboten zu unterwerfen, damit sie nur noch Erwachsenen, nicht aber Kindern oder Jugendlichen zugänglich sind.

Nachtrag: Eine Ergänzung aus dem Familienministerium:

Immer wieder sind Bürgerinnen und Bürger über schädliche Medieninhalte empört und wenden sich insbesondere über die Homepage www.bmfsfj.de an das Bundesfamilienministerium mit der Bitte, einen Indizierungsantrag bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zu stellen. So auch in diesem Fall: Mehrere Bürgerinnen und Bürger haben Kontakt zu unserem Haus aufgenommen und ihren Unmut über ein Video des Musikers Joachim Witt geäußert – verbunden mit dem Wunsch, eine Indizierung prüfen zu lassen.
Das Bundesfamilienministerium prüft in diesem wie in allen anderen derartigen Fällen die Medieninhalte, was auch dem gesetzlichen Auftrag der Behörde entspricht und reicht den Antrag auf Indizierung danach bei der BPJM ein. Einzelpersonen ist dies aus rechtlichen Gründen leider nicht möglich. Es handelt sich bei dem Indizierungsantrag also nicht um eine Initiative des Bundesfamilienministeriums oder der Bundesregierung. Neben zahlreichen Landesministerien, Jugendämtern (mehr als 800 in ganz Deutschland) und Polizeidienststellen ist unser Haus nur eine von vielen Stellen in Deutschland, an die sich Bürgerinnen und Bürger mit Beschwerden über vermeintlich oder tatsächlich jugendgefährdende Medieninhalte wenden können.
Die BPjM wiederum ist eine eigenständige Behörde und entscheidet in Gremien.

(Hervorhebung im Original)

82 Kommentare zu „Bundesregierung will Joachim-Witt-Video auf den Index setzen lassen (Update: Ministerium)“

  • Ralf G.   |   10. Oktober 2012 - 7:53

    @Heiko Kamann

    “Soldaten begehen auch Straftaten … nein, nicht alle, aber einige. Aus diesem Grund gibt u.a. auch die Truppendienstgerichte.”

    Es gibt in Deutschland natürlich Truppendienstgerichte, diese verhandeln aber keine Straftaten, sondern ausschließlich Disziplinarangelegenheiten. Straftaten werden IMMER an ein ziviles Gericht abgegeben!

  • markus   |   10. Oktober 2012 - 8:07

    @ elahan, ops, wiegold,

    beleidigtsein ist halt einfach. das geht fix im affekt. ein Kopfgeld ausloben, auf FB pöbeln … jeder nach seinen Möglichkeitne ;)

  • Andreas   |   10. Oktober 2012 - 8:56

    Ich bin kein Soldat und war auch nie einer aber das Video geht mir pesönlich viel zu weit und unabhängig von er Nationalität geht bestimmt in einem Krieg eine Menge schief aber ich habe keine Lust, dass jetzt wieder irgendwelche islamistischen Kräfte wegen dieser Dummheit in Deutschland und der ganzen Welt Attentate verüben.

    Diese künstliche Aufregung und dieser SH+Storm der dann immer passiert, der muss wegen so einem dämlichen, schwülstigen Lied nun wirklich nicht sein.

    Ciao
    Andreas

  • Elahan   |   10. Oktober 2012 - 9:31

    @Orontes
    “Dass die Bundesregierung sich nicht schützend vor die eigenen Soldaten stellt, überrascht mich hingegen überhaupt nicht.”

    Mich auch nicht, aber jetzt hat sie eine weitere Gelegenheit dazu:

    “Das NRW-Schulministerium hat strengere Regeln für den Besuch von Offizieren der Bundeswehr im Unterricht erlassen. Vorträge von Soldaten im Klassenraum sind nur noch erlaubt, wenn Schulen zugleich auch Vertreter von Friedensinitiativen oder Kirchen einladen, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. ”

    Da würde ich dann Unteroffiziere als Kriegsgegner entsenden! Offiziere sind zwar auch Kriegsgegner, aber die sind nun nicht mehr gewollt!

    “Außerdem darf die Bundeswehr nicht mehr wie bisher Angebote in der Ausbildung von Lehrern machen.”

    Dann muss diese Lücke eine andere Institution füllen? Es gibt ja genügend Bildungswerke im Bereich der SiPo. Kostet nur extra :-)

    Das ist das Ergebnis, wenn Soldaten ihre mili. Auslandseinsetze in der Öffentlichkeit begründen!

  • Vtg-Amtmann   |   10. Oktober 2012 - 9:36

    @Heiko Kamann, @all: Mit meiner mehrfach fortgeschriebenen, persönlichen Rezension – wie auch an die einschlägigen Behörden und Ämter, den DBwV und an das KMBA jüngst versandt – darf ich Sie befassen:

    Den eingefleischten Witt-Fans und auch Witt–Gegnern sei angeraten, sich zunächst das Music-Video Gloria mehrfach im stillen Kämmerlein anzuschauen und zu reflektieren:

    Im ersten – wohl eher oberflächlichen – Durchgang wird Mancher sicherlich mit einem „künstlerisch wertvollen Epos“, einer subjektiv „wunderschönen“ Verbindung von Lyrik, Gesang und tief beeindruckenden Szenen, multipliziert durch überwältigende grandiose Motive in den Julischen Alpen und an der Bucht von Koper förmlich in „Wagner’scher Manier“ sich überrollt fühlen.

    Alsdann sollte man den aus der Masse zunächst brilliant hervorstechenden Song-Text – man google unter “ Gloria (with lyrics) youtube“ vor einem Hintergrund aus „dünnen Brettern“ nachlesen und ob seiner Tiefsinnigkeit, Aussagekraft, Epik, dichterischen Qualität sowie sprachlichen Eleganz „bewundern“.

    Das handwerklich hervorragend realisierte original Music-Video Gloria Video würde selbst als – wenn auch auf den Index zu setzender – Stummfilm von höchster Prägnanz sein und die Arbeit der Regie und deren Umsetzung bestens würdig sein. Aber erst im „Kontext zu Lyrik und Gesang“ des Herrn Witt ergibt sich die „vollendete“ künstlerische Aussagekraft, wie man es so von einem tiefsinnigen Gesamtwerk mit nahezu „Wagner-Gewicht“ erwartet.

    Zu dessen Interpretation und Verständnis ist allerdings auch ein gehörig Maß an Intellekt erforderlich, was man in Masse und analog aus erfolgten Beiträgen von „Witt-Fans“ nachvollziehen kann.

    Den absolut authentisch – einschließlich der Uniformen, Hoheitsabzeichen und Waffen – inszenierten Gewalttaten und Verbrechen der Deutschen Soldaten wird dramaturgisch und ideologisch geschickt sowie nicht minder künstlerisch wertvoll, die Kinder segnende und sich selbst in den Untergang führende Christliche Kirche als Kontrapunkt, aber durchaus auch als apokalyptisches Integral beabsichtigt, entgegengesetzt.

    Die Landschafts- und Häuser-Motive wurden sorgfältigst in ihrer gewollten Echtheit gewählt und lassen einen in dinarischen Gebirgsregionen der früheren Kriegsgebiete Bosniens oder Kosovos sein.

    Ein bisschen Erdölpolitik – an der Felsküste eines ölkontaminierten Meers beißt ein Junge wie in „Gollum’s Fish Song“ in den frisch gefangenen Fisch und der gestrandete flügellahme weibliche Engel, wird eingefangen und verbrannt – verstärkt in künstlerischer Perfektion geradezu genial die Horrorszenarien des Witt’schen Music-Videos Gloria (… sollte das nicht ein Liebeslied sein?).

    Die in den Fluten versinkende bluttränende Madonna von Civitavecchia, welche bekanntermaßen aus dem Wallfahrtsort MEDJUGORIE in BOSNIEN stammt, ist ein weiterer Climax von höchster subtiler Aussagekraft und bewusster künstlerischer Tiefe des Videos Gloria, um die Assoziationen des hinweggerissenen Sehers und Hörers zu verstärken.

    Gekrönt wird das Werk eines apokalyptischen Horrorscenarios durch die großartig gezeichneten und höchst anspruchsvollen Landschaftsbilder des gottesnahen Mönchs auf dem Gebirgsgrat, durch den in offenbarer Witt’scher Selbstdarstellung zum Engel werdenden Masochisten auf dem Gipfelkreuz und darauf als Top der im wahrsten Sinne des Wortes in den Himmel schießende Soldaten-Engel samt der diesen überfliegenden und in der Ferne einschlagenden Cruise-Missiles (selbstverständlich bitte inklusive Atompilze).

    In toto ein Werk des Star-Regisseurs SPECTER, welches in Regie und Umsetzung durchaus den Szenen und dem Format von Leni Reifenstahl absolut ebenbürtig ist. Und das meine ich sehr sehr ernst!

    Ja wenn da nicht die zu Text und Gesang des Liebesliedes Gloria „voll kohärenten“ – von einem grinsendem Bundeswehrkameraden mit RayBan-Brille per Smartphone gefilmt – Vergewaltigungs- und Mord-Szenen wären? Und auch diese sind künstlerisch hervorragend als „mords Szenen“ sowie sehr ausdruckstark inszeniert, man vergegenwärtige sich nur das Gesicht des zusehenden Mädchens und der alsdann umgebrachten bzw. erstochenen Augenzeugin.

    Der Regisseur und sein Team und die Schauspieler – sieht man von der „Zwangsbesetzung des Priesters ab – haben am Set zweifelsohne Erstklassiges geleistet.

    Merkt da der geneigte Leser schon etwas? Nein, immer noch nicht?

    Dann Folgendes: Das Drehbuch könnte im Ideologischen Ansatz und in Methode fast der Verfasser des Romans „Michael Voormann: Ein Menschenschicksal in Tagebuchblättern“ und spätere Ideologie-Experte für Volksaufklärung und Propaganda geschrieben haben. Doch der war kein „Barock-Gothic“, hatte eine klarere und prägnantere Stimme als der gezeigte „Priester“, hinkte auch nur körperlich und hätte sich kaum eines zweit- bis drittklassiken Lyrikers mit schrägem Versmaß sowie Sängers mit düsterer, zerbrochener oder teils donnernd knödelnder Stimme bedient. Aber trotzdem steckt hinter dem Video zu Gloria ausgefeiltes System und perfekte Subtilität und diese heißen „$$“.

    Jetzt im Klartext:

    Es erscheint als das Allerletzte, wie Herr Witt und dessen Produzenten versuchen auf Kosten unserer Soldat(inn)en, ferner durch evidente Verletzungen des Jugendschutzes und zudem durch Kompromittierung der Christlichen Kirche, sich ihre Geldbeutel zu füllen. Hauptsache der €uro rollt!

    Das Video ist m.M.n. eine vorsätzliche, ganz subtile und um Effekt sowie Resonanz haschende, als jugendgefährdend eindeutig zu indizierende, die Bundeswehr und die Kirche verunglimpfende Provokation sowie damit ein Konglomerat an Straftatsbeständen eines abgehalfterten Künstlers und drittklassiken Lyrikers sowie Sängers, welcher durch einen Star Regisseur und Sony/Columbia in rücksichtsloser Quoten- und Profitgier noch einmal hochgehievt wurde und um so tiefer stürzen wird. Ob Joachim Witt etwa schon die Tiefe der letzten drei Titel seines Albums Dom selbst erkannt hat? „Komm nie wieder zurück“, „Leichtsinn“ und „Untergehen“!

    (Man google unter „Bild Einsamkeit auspeitschen Tennisball Wein“ & „Stern Der Wind pfeift. Die Kamera schweift“ & „Rezension Witt Damenschlüpfer im Wind“ .
    @ all: Danke.

  • Elahan   |   10. Oktober 2012 - 10:16

    @Vtg-Amtmann

    Guter Epilog! Hochgehievt wurde er jedoch durch uns und all die, welche sich mit ihm beschäftigen! Nichtbeachtung wäre, wie bei allen Schmähvideos das Beste und der Sache angemessen gewesen!

    Nachhaltiger und Wichtiger ist das Abarbeiten des Umganges mit den Jugendoffizieren in NRW und dem Rest der Republik, denn über Witt spricht in wenigen Wochen keiner mehr und Rückgängig ist da nichts zu machen! Bei der Situation um die JgdOffze bestehen noch Handlungsmöglichkeiten.

  • Heiko Kamann   |   10. Oktober 2012 - 10:47

    @ Vtg-Amtmann
    Lieschen Müller versucht sich als Kunstkritikerin … hahaha, wie lächerlich.
    Fehlt nur noch der Ruf nach dem Scheiterhaufen.

  • Someone   |   10. Oktober 2012 - 11:01

    Ah, Herrn Kamann gehen mal wieder die Argumente aus und er wird persönlich, also alles beim Alten…

    Dass die Prüfung auf Indizierung erfolgt, ist doch ein durchaus akzeptabler und nichts-sagender Vorgang. Regt euch doch ab. :)

  • Vtg-Amtmann   |   10. Oktober 2012 - 11:04

    @ Heiko Kamman: Haben Sie ausser Verbalinjurien auch sachliche und fundierte Argumente?
    Ja, dann sagen Sie doch bitte etwas Konkretes zu den einzelnen Punkten meiner “Rezension”, bitte.
    Habe ich mich irgendwo getäuscht, ein Detail verwechselt oder Etwas falsch interpretiert? Apropos “Lieschen Müller”, für “Anne Schulze”, “Hans Maier”, “Monika Mustermann” und “Otto Müller von Lüdenscheid” hat es zur Überzeugung ausgerecht.; wenn Sie wissen, was ich damit meine.
    Sie Herr Kamman müssen ja nicht überzeugt sein, sollten aber wenigstens verstehen (können). Danke.

  • chickenhawk   |   10. Oktober 2012 - 11:10

    Elahan | 10. Oktober 2012 – 9:31
    @Orontes
    “Dass die Bundesregierung sich nicht schützend vor die eigenen Soldaten stellt, überrascht mich hingegen überhaupt nicht.”

    Mich auch nicht, aber jetzt hat sie eine weitere Gelegenheit dazu:

    “Das NRW-Schulministerium hat strengere Regeln für den Besuch von Offizieren der Bundeswehr im Unterricht erlassen. Vorträge von Soldaten im Klassenraum sind nur noch erlaubt, wenn Schulen zugleich auch Vertreter von Friedensinitiativen oder Kirchen einladen, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. ”

    Mit solchen Aktionen wird die Bundeswehr gerade auch bei den nachwachsenden Generationen systematisch delegitimiert. Und es ist politisch gewollt und wird planvoll durchgezogen. Dagegen ist das Gedudel eines abgetakelten Schlagersängers nun wirklich nicht der Rede wert.

  • Vtg-Amtmann   |   10. Oktober 2012 - 11:38

    @ Chickenhawk, @all: Ich werte das nicht nur als eine weitere Reaktion auf die unsägliche Kooperation der Bundeswehr mit besagtem Pubertäts- und Jugendmagazin samt dem aus dem WEB zurückgezogenen Videos,

    sondern auch als Symptom, dass die Bundeswehr in der Nachwuchsgewinnung und in der Ausbildung der Jugendoffiziere den seit Ende des Kalten Krieges bedeutend komplexer gewordenen Anforderungen nicht Rechnung getragen hat!

    Auf der letzten AERO in FN haben das ein guter ca. 20 jahre jüngerer Freund (aktiver Offz, Pilot) von mir, dessen gebriefte(r) halbwüchsige Tochter und Sohn und ich (Hptm. a.D., Pilot) als der Opa, mal am BW-Stand als Rollenspiel und inkognito durchgezogen. Am Anfang war es amüsant, nach ca. 15 Minuten leider erchreckend. Als sich wir Oldies dann zu erkennen gaben, entwicklete sich ein sehr fruchtbare Diskussion mit dem “BW-Berater”(Die Kinder schickten wir mit Mutter zu Kaffee und Kuchen).

  • Heiko Kamann   |   10. Oktober 2012 - 12:09

    @ Vtg-Amtmann | 10. Oktober 2012 – 11:04
    Mir erschließt sich in keinster Weise Ihr künstlerischer Sachverstand. Darum hat Ihr, als “Rezension” bezeichnetes geschreibsel keine Relevanz oder eben jene, einer Lieschen Müller. Nur weil Sie Hptm a.D. sind (wie Sie selbst vorgeben), werden Sie wohl keine künstlerische oder journalistische Ausbildung haben …

  • chickenhawk   |   10. Oktober 2012 - 12:10

    @ Heiko Kamann

    Man muss keine Eier legen können, um die Qualität eines Omletts zu beurteilen.

  • Heiko Kamann   |   10. Oktober 2012 - 12:31

    @ chickenhawk | 10. Oktober 2012 – 12:10
    Es geht um Kunst, nicht um Omletts. Cézannes “Äpfel” können SIe auch nicht am Geschmack bewerten …

  • chickenhawk   |   10. Oktober 2012 - 12:42

    @ Heiko Kamann

    Metapher

  • Vtg-Amtmann   |   10. Oktober 2012 - 12:43

    Werter Herr Heiko Kamann, zu Ihrer “argumentatorischen Dampfblase” muss ich Ihnen “als Lieschen Müller” weder einen Dienstgrad, noch irgendwelche Ausbildungen vor und nach meiner Wehrdienstzeit belegen. Im Übrigen wurde der “Hptm. a.D.” in einem völlig anderem Zusammenhang benannt und in meinem letzten Kommentar das Wort “Rezension” zwischen Apostrophe gesetzt und zuvor als “persönliche Rezension” bezeichnet. Welche Relevanz mein “geschreibsel” bei wem und was erreicht hat, möchten im Übrigen mir bitte mir überlassen. Da es bei Ihnen offenbar Nichts mehr zu überzeugen gibt, müssen Sie auch nicht alles wissen.

    Nochmals Herr Kamman, ich glaube hier im Hause zählen Argumente und Diskussionskultur und eben keine persönlichen Angriffe. Ansonsten darf ich Ihnen empfehlen sich auf der Facebook-Seite von Herrn Witt unter Ihresgleichen “argumentatorisch, künstlerisch und journalistisch” zu betätigen.

    @Herr Wiegold, sorry für dieses o.T. , aber Herr Heiko Kamann will das offenbar so.

  • T.Wiegold   |   10. Oktober 2012 - 12:53

    Leute, nu’ is langsam gut. Das artet ziemlich aus…. Darf ich (erneut) zur Mäßigung aufrufen?

  • bodennah   |   10. Oktober 2012 - 13:29

    Ich finde es erschreckend in welche Richtung bezüglich der Diskussionskultur sich unsere Gesellschaft seit Jahren entwickelt. Sobald jemandem die sachlichen Argumente ausgehen wird er persönlich und verletzend einem Diskusionspartner gegenüber. Wie wäre es in solch einem Moment einfach einmal stillschweigen zu bewahren und der weiteren Dinge zu harren? Ist das so schwer? Anscheinend ist es das für die meisten Menschen, leider.

    @ Heiko Kamann: Mit welchem Recht können Sie beurteilen welche Ausbildung Vtg-Amtmann genossen hat? Ich VERMUTE das Sie keinerlei Ahnung von der Laufbahn eines Zeitsoldaten (insb. Offiziers) haben. Zudem kenne ich persönlich viele aktive und vor allem ehemalige Soldaten die sich in ihrer Freizeit auf sehr vielen (u. a. auch künstlerischen) Gebieten weiterbilden. So hat ein guter Bekannter und Kamerad nach seiner Pensionierung ein Kunststudium begonnen. Er hat seit dem sehr erfolgreich an internationalen Kunswettbewerben teilgenommen. Soviel zu diesem Thema.

    @ Vtg-Amtmann: Zu erst einmal vielen Dank für ihre zu höchst intelektuelle Erörterung des Musikvideos “Gloria”.
    Des weiteren kann ich Ihre Erfahrungen wie Sie sie von Ihrem Besuch auf der AERO berichten nur bestätigen. Auch hier wieder: leider. Als “aktiver” kann ich solche Sachverhalte auf jeder Veranstaltung auf der wir ausstellen wahrnehmen. Ich kann dabei nur im Rahmen meiner recht geringen Möglichkeiten gegensteuern und interessierten Menschen die an meine Maschine kommen meine ungeschönten Erfahrungen und Meinungen angedeihen lassen. Dies öffnet vielen die Augen und trennt die Spreu vom Weizen. Die Beratung der Wehrdienst- oder jetzt Karriereberater ist unter aller Kanone. Nunja, sie haben in Truppe nicht umsonst ihren Beinahmen “Seelenfänger”.

  • Elahan   |   10. Oktober 2012 - 13:29

    Ist knapp OT aber da noch kein Thread zum Thema

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte am September eine Aktionswoche:

    “gegen den Einfluss der Bundeswehr und der Rüstungsindustrie auf das Bildungswesen“ angekündigt. Die Armee nutze Auftritte vor Schülern, um sie „offensiv für den Dienst an der Waffe anzuwerben“, kritisiert die Lehrergewerkschaft. In Nordrhein-Westfalen zeichnet sich bereits ein erster Erfolg der Kampagne ab”. (news4teachers)

    Dies schadet uns mehr als das Witt-Video

    Die Bundewehr sieht sich zu Unrecht angegriffen. “Wir wehren uns gegen Kritiker, die diese Informationsveranstaltungen als Werbeauftritt abzuqualifizieren versuchen. Ja, wir betreiben auch Werbung, aber grundsätzlich nicht mit Jugendoffizieren”, sagte Generalmajor Gerhard Stelz, Befehlshaber im Wehrbereich II (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) gegenüber der „Rheinischen Post“. Das Blatt zitiert ihn weiter: „Wir bieten nun über Jahrzehnte in bewährter Form geschultes Personal zur Unterstützung der Lehrkräfte für den Politikunterricht an, wenn es um Fragen der Friedenserhaltung und Sicherheitspolitik, der Auslandseinsätze geht. Das sind Themen, die junge Menschen berühren – das ist unverändert aktuell.” (NINA BRAUN, 15.7.2012)

  • Brückner   |   10. Oktober 2012 - 13:36

    Als “Betroffener” sah ich das Video zunächst als übles Machwerk an. Als erste Gefühlsregung sicher nicht ungewöhnlich. Bei etwas mehr persönlichen Abstand kann man das Video auch anders werten. Es zeigt eine Seite des Krieges, die dem Publikum hier zu Lande aus bestimmten Gründen nie gezeigt wird. Über unsere Schirme flimmert nur ein sauberer “Technokrieg”. Lasergelenkte Waffen, irgendwo ein Aufschlag, und dies war es dann schon. Nichts von all dem Elend, zerrissene Körper und Seelen, davon sieht “Bürger Normalverbraucher” nichts. Warum eigentlich Herr Wiegold?
    Das dann auch Soldaten irgendwann einmal “in die dunkle Seite des Menschen” abtauchen und schreckliche Dinge, davor sind auch wir nicht geschützt.

    D.B.

  • Heidi Vonderalm   |   10. Oktober 2012 - 14:39

    @ Herr Kamann:

    Was genau möchten Sie mir sagen, bzw. warum meinen Sie mich “belehren” zu müssen?!

    Ich bin der Meinung, dass ich klar und deutlich gesagt habe was mein Anliegen ist.
    Fernsehzeitschriften besitze ich nicht, ich lese lieber Sachbücher! Und stellen Sie sich vor, als Mutter nehme ich mir das Recht die Nutzung des Internets für meine Kinder “einzuschränken”, da ich ja nicht zu den Müttern gehöre denen es egal ist was meine Kinder den ganzen Tag machen ^^

  • markus   |   10. Oktober 2012 - 14:41

    @ elahan … neutral ist diese unterstützung aber auch nicht. die BW liefert keinen objektiven input, sondern ist selbst akteur in vielen Krisengebieten und mit eigenen, damit verbundene Interessen.
    es ist natürlich keine klassisch werbliche Maßnahme, ein altruistischer Dienst am Vaterländle (oder dessen Bildungsystem) sieht aber anders aus …

  • Heiko Kamann   |   10. Oktober 2012 - 14:50

    OT:
    Auf DeutschlandRadio läuft gerade ein Beitrag zu den Bw-Camps … sehr gut!

  • Heiko Kamann   |   10. Oktober 2012 - 15:23

    bodennah | 10. Oktober 2012 – 13:29

    “Mit welchem Recht können Sie beurteilen …” Vtg-Amtmann ist nach eigenen Angaben Hptm a.D. (Pilot) … ich war über 30 Jahre Soldat in der Luftwaffe … so ungefähr kenne ich die Ausbildung der Laufbahnen ;-))

    Über seine künstlerischen Ambitionen kann ich nichts sagen … darüber schreibt er ja leider nichts.
    Mir geht es nicht um irgendwelche Inhalte von Musikvideos; es geht mir darum wer entscheidet was Kunst ist … so was ging in Deutschland schon mal schief; da hat nämlich ein drittklassiger Maler bestimmt was Kunst ist!

    Heidi Vonderalm | 10. Oktober 2012 – 14:39
    “Belehren” will ich niemanden, auch Sie nicht. Ich habe nur Aspekte aufgezeigt, die auch überlegenswert sind, wenn sich über eine Fiktion aufgeregt.

  • T.Wiegold   |   10. Oktober 2012 - 15:28

    Werte Streitende, ich vermittele gerne die jeweiligen E-Mail-Adressen, damit Sie sich direkt auseinandersetzen können. Hier ist das glaube ich nunmehr längst durchgehechelt.

    Ansonsten melden sich jetzt vermehrt die Trolle zu Wort… (inklusive der steilen, aber unbelegten Behauptung, die Bundeswehr habe in den 1990-er Jahren auf dem Balkan Kriegsverbrechen begangen…). Zur Abkühlung setze ich mal alle Kommentare auf moderiert. Für ein paar Stunden. Vielleicht hilft das ja.

  • Elahan   |   10. Oktober 2012 - 17:10

    @markus

    Sie verwechseln das BMVg und die Regierung mit den Jugendoffizieren!

    Wir tun das, wozu uns das Parlament/die Regierung den Auftrag innerhalb unseres GG gibt und die Jugendoffiziere können sehr gut unterscheiden zwischen Auftrag und Wirkung. Die Soldaten sind nicht für den Einsatzauftrag verantwortlich, sondern für dessen Umsetzung.
    Sind Polizisten/Feuerwehr nicht auch die Fachmänner für die Innere Sicherheit? Will man ihnen nun Kriminelle/Brandstifter zur Seite stellen um objektiv zu unterrichten? Plädieren Soldaten für ein militärisches Eingreifen? Waren sie in der Vergangenheit nicht eine der wenigen die vor einem Einsatz in AFG warnten? Wer vorschlägt, dass auch andere staatliche Organisationen die sich um “Äußere Sicherheit” (BND, AA) kümmern in Schulen gehen…….gerne!

  • Sebastian   |   10. Oktober 2012 - 18:54

    Blos weil man etwas nicht mag, muss man noch kein Verbot befürworten.
    Schönes ausgeführt hat das Udo Vetter:
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/10/10/etwas-das-man-aushalten-muss/

  • Heiko Kamann   |   10. Oktober 2012 - 20:32

    @ Sebastian | 10. Oktober 2012 – 18:54
    Danke

  • Vtg-Amtmann   |   10. Oktober 2012 - 20:58

    Also ich verstehe die ganz Aufregung der Pro-Witts und Contra-Witts und Herrn Witt auch nicht mehr. Mir hat heute eine auch hier vertretene Bekannte einen Link zukommen lassen, wie man als Künstler ohne Lyrik, ohne Gesang, ohne Film & Sound, ohne Komponieren oder gar Malen sowie auch ziemlich altersunabhängig, ohne Auspeitschen, Tennisbälle und Wein, ohne Verunglimpfung der Kirche, ohne ein in den Dreckziehen der Bundeswehr, ohne Herumtrampeln auf dem Jugendschutz, ohne subtile PR und auch fern ab von jeglichen echten Rezensionen oder „Rezensionen“ etc., also bei minimalstem künstlerischen Einsatz, einen maximalen wirtschaftlichen Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes „machen“ kann.
    Man google mal unter „Steinhart Sotheby’s Künstler“ und schaue sich auch das entsprechende Video zur Entwicklung des Goldpreises an.

  • Sun Tzu   |   10. Oktober 2012 - 21:04

    @ Heiko Kamann

    Auch wenn ich grundsätzlich gegen staatliche Zensur bin und eher die amerikanische Definition von Meinungsfreiheit bevorzuge – was hat Sie geritten hier so rumzupöblen?

    Inhaltlich bewegen sich diejenigen, die dieses Video indizieren wollen, wohl auf sehr dünnem Eis. Wir leben in einem Land, indem man straflos „Soldaten sind Mörder“ sagen darf. Dann wird „Soldaten sind Vergewaltiger“ wohl auch drin sein. Ob jedoch „Künstler sind mordende Vergewaltiger“ zulässig wäre, bin ich mir nicht sicher. Es gibt nun mal gesellschaftliche Gruppen, die sind gleicher als gleich … ob jetzt eine Dachlatte im Kreuz von Herrn Witt unter Kunst fällt, ist möglicherweise auch noch nicht geklärt.
    Wer sind eigentlich die verantwortlichen Manager der entsprechenden Musikfirmen, die hier mit einem geplanten Eklat Kasse machen wollen? Kann man die mal mit Klarnamen und Adresse veröffentlichen?

    Warum noch mal werden solche Videos eigentlich immer gern mit Bundeswehr und katholischer Kirche gemacht, aber nie mit sagen wir Muslimen?
    Sind Soldaten und Katholiken möglicherweise einfach zu friedliebend?

  • T.Wiegold   |   10. Oktober 2012 - 21:08

    Nee, Leute, es hat keinen Sinn. Meine Aufrufe zur Mäßigung verhallen ungehört in unendlichen Weiten… (und diejenigen, die gerade noch hinreichend verklausuliert Joachim Witt eine reinhauen wollen, sollen das woanders äußern, nicht hier.)

    Ich mache die Kommentare hier zu.