Neue „schwere“ Heeresstruktur, mehr Artillerie, 27 zusätzliche Bataillone? (Nachtrag: BMVg)

Das Deutsche Heer steht nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vor einer neuen, weitreichenden Umstrukturierung, die vor allem mehr Artillerie und mehr gepanzerte Gefechtsfahrzeuge mit sich bringen soll. Das berichtet der FAZ-Ableger Frankfurter Allgemeine Woche in einer Vorabmeldung am (heutigen) Donnerstag. Unter anderem sei der Aufwuchs von bislang drei auf 14 Artilleriebataillone geplant.

Künftig wolle das Heer drei voll aufgestellte Divisionen, zwei einheitlich schwere und eine einheitlich leichte Division, in die NATO einbringen, berichtet das Blatt. Dafür seien insgesamt 27 zusätzliche Bataillone erforderlich: Der damit verbundene Aufwuchs an schweren gepanzerten Truppen, Ausrüstung, Personal und vermutlich auch Standorten dürfte nach Ansicht von Bundeswehrexperten deutlich teurer werden als die Investitionen in die Cyberabwehr.

Mit Details ist die Online-Meldung* noch zurückhaltend (ob in dem eigentlichen Bericht, der am morgigen Freitag erscheint, mehr steht, weiß ich nicht).

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte dazu am Donnerstagabend lediglich:

Es scheint sich um NATO-Planungen zu handeln, die über das Jahr 2032, also über einen Zeitraum von 15 Jahren, hinausgehen. Dazu gibt es im Bundesministerium der Verteidigung noch keine Entscheidung.

So richtig hilft einem das auch nicht weiter.

*Deutsche Verlagswebseiten werden hier in der Regel nicht verlinkt; in begründeten Fällen gibt es auch mal eine Ausnahme.

(Archivbild: Scharfer Schuss mit dem Mittleren Artillerieraketensystem II (MARS) des Artilleriebataillons 131 aus Weiden bei der multinationalen Übung Iron Sword 2016 in Litauen – Bundeswehr/Jane Schmidt)

273 Kommentare zu „Neue „schwere“ Heeresstruktur, mehr Artillerie, 27 zusätzliche Bataillone? (Nachtrag: BMVg)“

  • Ziethen   |   13. April 2017 - 20:01

    @chris:
    Kleine Ergänzung (nur so am Rande): Die CavSquadrons der ABCT bestehen aus 3 Troops a‘ 7 Fahrzeugen. Also keine 3 Kompanien; das Ganze ist eher eine Art Halb-Bataillon.

  • chris   |   13. April 2017 - 20:08

    @Ziethen

    stimmt

  • Alarich   |   13. April 2017 - 20:27

    chris | 13. April 2017 – 19:48

    US haben keinen M1 in Aufkl Btl
    gab mir Gogel auch jetzt

    ok dann würde der Puma mit Zusätzliche Aufkl Elektrik nur noch in Frage kommen
    aber in Bw momentan nicht vorstellbar
    da der Puma jetzt schon zu langsamm kommt

  • Alarich   |   13. April 2017 - 20:29

    chris | 13. April 2017 – 18:59

    Nein da will ich Wiedersprechen
    den die Franz sind zu 80 % für Afrika und nicht wirklich in einem Krieg gegen Russland oder China

    Die USA hat M3m2 und M1 in ihren PzBrig in dem Btl
    Stray Brig haben Strayker
    Fallschirm Brig den Hummer
    Marin s den Lav und zur zeit wird Schweres Fahrzeug getestet
    den 1 versuch hats mal weggehauen wenn doppelt bitte den Beitrag löchen

    Russland weiß ich nicht
    T14 soll Aufkl kobimente bekommen

    Schweiz hat die Aufkl Btl ein PzJg Kp

    In Bw heißt es nur verstecken die sind rein auf Auslandeinsatz gemacht
    das macht Sinn im Gebirge gegen MG und IED geschützt den Fennek hat schutz
    aber die Frage ist ob das nicht Himmelskomado wird gegen Panzer
    da sollte PzJg oder KPz hinein

  • uli   |   13. April 2017 - 20:59

    @chris
    Wie @Alarich schon sagte hat die US-Army, die Vorteile einer schweren Aufklärungskompanie im Cav Squ eines ABCT s, zusätzlich der 3 le. Aufklärungskompanien erkannt.
    https://www.army.mil/article/162519/Cavalry_Brigade_Combat_Team_assumes_new_design__transition_nearly_complete

  • chris   |   13. April 2017 - 21:03

    @uli

    was genau wollen Sie aussagen?

  • Koffer   |   13. April 2017 - 21:05

    @MikeMolto | 13. April 2017 – 18:52
    Koffer –> politischen Streitkräften

    „Sie meinen sicherlich „polnische“ Streitkraefte?“

    Treffer versenkt ;) Ich hoffe, dass das kein freudscher Versprecher meinerseits war :)

    @chris | 13. April 2017 – 18:54
    „Moment hat hier grade eine Diskussion nicht zu persönlichen Angriffen sondern zu etwas was in die Richtung eines Konsens geht geführt?“

    Ja, in der Tat. Sehr erfreulich :)

    „(Auch wenn der nah an dem sehr alten Ansatz der FschJgBrig der recht schweren Korps liegt)“

    Strukturell ja, vom Auftrag her allerdings m.E.n. nicht. Denn die LLBrig sollten ja vor allem (neben ihren normalen infanteristischen Aufgaben und der Bildung von Brückenköpfen) durch ihre PzAbwKr durchgestoßenen russischen panzerstarken Feind abriegeln wohingegen die von uns beiden andiskutierten JgRgt bei den Divisionen eher als vermutlich eher als infanteristische Reserve und Spielmasse der Division dienen würde…

    Aber Sie haben Recht von der Organisationsform wäre es sehr vergleichbar (natürlich eine Ebene nach unten verschoben…).

    @ThoDan | 13. April 2017 – 19:28
    „Was könnte sonst mit einheitlich leichter Division gemeint sein?“

    Die DSK natürlich… wobei ich nicht ganz verstehe, was EINE einheitlich leichte Division sein soll, aber naja angesichts des „über-Ecken-Berichts“ sind solche Formulierungen vermutlich nicht allzu genau zu nehmen ;)

    @Alarich
    Da ich Sie (wie so häufig) weder sprachlich noch inhaltlich verstehe, muss ich eine Erwiderung leider schuldig bleiben.

  • uli   |   13. April 2017 - 21:11

    @chris
    Sie haben bezweifelt daß M1 in den Aufklärungsbt. der ABCT vorkommen.

  • chris   |   13. April 2017 - 21:12

    @uli

    ah ok ich verstehe Sie beziehen sich auf den Panzer Troop der da erwähnt wird.

    Aber welche wichtige Wirkungsmöglichkeit würde unsere AufklBtl den durch KPz im Gegenzug zu den sehr hohen Kosten bekommen?

    Gegen andere KPz würden wir damit immer noch nicht kämpfen weil das nicht der Auftrag der Heeresaufklärungstruppe ist. In den USA ist dies teils anders.

    Wenn Kräfte einer solche hypothetischen ich nenne es mal „Gefechtsaufklärungs Kp“ auf KPz treffen würde man diese entweder fleißig beobachten und melden oder ausweichen. Wenn es wirklich drauf ankommt und es ein feindliches PzBtl ist vielleicht in einer Ausnahme auch stören mit ein paar Schüssen BMK oder eine ATGM aus gedeckter Stellung und dann ganz schnell ausweichen.

    Wie könnte ein lauter und teurer sowie logistisch aufwendiger KPz mit geringer Autonomie dies besser als z.B. ein angepasster Boxer mit 30mm und ATGM (auch wenn der ein Scheunentor ist)?

  • uli   |   13. April 2017 - 21:12

    @chris
    Zu spät aktuallisiert.

  • uli   |   13. April 2017 - 21:20

    @chris
    „Aber welche Aufklärungsmöglichkeiten würden unsere Aufklbt……..“

    Aufklärung durch Kampf.Im Gefecht gegen einen ebenso gehhärteten Gegner ist das keine zu unterschätzende Fähigkeit. Dafür würde ein Divisionsaufklärungsbt. ausreichen.
    Die schwere Brigade eine PzAufklKp (leicht).

  • chris   |   13. April 2017 - 21:48

    @uli

    Moment da haben Sie meine Aussage aber falsch wiedergegeben. ich schrieb: „welche wichtige Wirkungsmöglichkeit würde unsere AufklBtl“.

    1. Unser Träger des Gefechts sowie Level of Ambition ist die Brigade. Div assets sind also eher zur ustg der Brig und Schwerpunktbildung und weniger zur selbstständigen Gefechtsführung.

    2. Ja „Aufklärung durch Kampf.Im Gefecht gegen einen ebenso gehhärteten Gegner“ ist eine Fähigkeit aber wie oft unter welche Bedingungen mit welchem Ziel kann man die Einsätzen und welcher wesentliche taktische Vorteil ergibt sich daraus? Ist das eine Handlungsmöglichkeit für einen vorhandenen Handlungsbedarf? Ist es eine Antwort auf eine Frage die sich einem tatsächlich stellt? Haben wir ein Defizit in der Aufklärung feindlicher PzBtl? Sind das nicht die Feindkräfte bei denen sich Aufklärung durch Kampf am wenigsten anbietet? Ist da nicht das gute alte MK1 Ohr in Verbindung mit dem Wissen über feindliche Einsatzgrundsätze bereits ein sehr guter Indikator?

    Einen ausgefallenen KPz per Hubschrauber zu bergen und schnell zur Inst zu verbringen ist auch eine Fähigkeit aber eine die es nicht wert ist sie zu haben.

  • Alarich   |   13. April 2017 - 22:49

    chris | 13. April 2017 – 21:48

    Einigen wir uns mal darauf das Jetzigen Heeresaufkl zu Leicht sind
    gegen einen Fein der der Pz hat

    Gegen die Taliban war das gut aber nicht gegen eine Armee die besser Ausgestatet ist wie die Bw

    Jeder Krieg hatte seine Eigenheiten 3 mal wurde die Wehrmacht umgebaut im Großen still
    und es gab auch kleine Veränderungen von 1939-1944
    Afg wurde bw auch mehr Fach umgeglidert
    Anfangs Fuhr der wolf Vorraus und der Dingo als 2te fahrzeug das wurde getauscht als 2004 die toten gab zum schluss war alles im Dingo oder Gep Lkw

    so würde erst in einem Krieg so oder Umgeliedert nur der Fennek ist gut und wird bei den Jg Truppe wo er einfließt noch Lange gute Dienste leisten aber die Frage ist wie die Heeresaufkl weit entfernt von den anderen Btl sich währen könnte

    der M3 hat TOW die umgerüstet werden auf das neue System rak das hat der Fennek nicht und der Boxer auch nicht

  • chris   |   13. April 2017 - 23:31

    @Alarich

    Diese letzte Aussage lässt eher darauf schließen, dass sie mit den Realitäten und dem Einsatz der Heeresaufklärungstruppe nicht im Ansatz vertraut sind.

    Einem Fennek ist es relativ egal was du an Feinden rum fährt wenn er in gedeckter Stellung z.B. hinter einer Bodenwelle steht und mit ausgefahrener BAA das Gelände und den Feind beobachtet.
    Er ist sogar besser in einem Umfeld in dem schwere gegen schwere Kräfte kämpfen da hier Schwellenwerte effektiv wirken zu können ohnehin sehr hoch liegen und schweres Gerät sich meist ehre da aufhält wo das Gelände die volle Ausnutzung der BAA ermöglicht und die Ziele nicht kleine Menschen die 6km Entfernung 2 Waldstücke weiter mitten in einem Wald sitzen sind. Auch ist es wesentlich unwahrscheinlicher dass Feindliche Inf überraschend von der Seite in eine Beobachtungsstellund stolpert ohne mit Motorgeräusche vorzuwarnen.

    Da wo man leichte Kräfte einsetzt ist hingegen die Aufklärung mit Fahrzeugen und ihrer weitreichenden Optronik meist auch eingeschränkt.

    Und die ATGM sache naja an fast jede FLW lassen sich SPIKE/MELLS oder Javalin ergänzen. Wenn man es einfacher haben möchte kann man die SPIKE/MELLS CLU samt LFK auch einfach in die Hand nehmen und in der Luke stehen.
    Man hat ja alle Zeit der Welt immerhin ist man Aufklärer und sieht viel während man selber nicht gesehen wird.

  • Alarich   |   14. April 2017 - 6:35

    chris | 13. April 2017 – 23:31

    Das Umdenken fehlt ihnen
    den der Fennek hat nichts zu Verteidigen

    Den eine Russische Armee kann der Aufkl zu aus 2 Pz und 2 Spz bestehen und und einer Drohne , da ist die Aufkl sehr gut , das der Fennek da auf fällt ist sehr hoch , vor allem wenn er auf Späh Fahrt ist

  • Schummi   |   14. April 2017 - 10:40

    Interessant in diesem Kontext auch die Tatsache das die zwei einzigen existierenden PzDiv ( 1. und 10. ) momentan im Begriff sind ihre nichtaktiven Unterstützungsbataillone wieder aufzustellen und über den Reservistenverband dienstfähige Reservisten aller Dienstgradgruppen suchen. Diese wurden vor ein paar Jahren aufgelöst.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. April 2017 - 11:24

    @Schummi
    Mit PzDiv haben beide nur die Bezeichnung gemein, leider.

  • closius   |   14. April 2017 - 12:29

    @Schummi: Das Unterstürtzungsbataillon Einsatz 1 der 1. Panzerdivision existiert als na Verband. Aber existiert bis jetzt überhaupt ein Unterstützungsbataillon Einsatz 2 der 10 Panzerdivision? Es ist zwar in der Heeresstruktur vorgesehen, aber selbst auf der BW Homepage wird ein solches in der Gliederung der 10. Panzerdivision nicht aufgeführt?

  • uli   |   14. April 2017 - 13:12

    @chris
    Ich sehe schon, hier kommen wir nicht zusammen.
    Zur Bündnissverteidigung/Landesverteidigung wären eben starke Divisionstruppen (wie Sie schon sagten zur Schwerpunktbildung) wünschenswert. Und genau daß sollte der Kernauftrag der beiden (reinrassigen) Panzerdivisionen sein.

  • chris   |   14. April 2017 - 13:30

    @uli
    Da werden wir wohl wirklich nicht zusammen kommen.

    1. Weil es in meiner Bewertung eine für die nächsten 20-30 Jahre eine unrealistische Forderung ist von einem einsatzbereiten Btl zu einer einsatzbereiten Div zu springen. Man sehe nur T.W. letzten Artikel.

    2. Sehe ich nicht, das die „stärke“ eine Div davon abhängt die Fähigkeit zum Kampf zu besitzen den man stets vermeiden wird da wir mit unseren begrenzten Mitteln nun mal nicht gegen hoch duelfähigen, überlegenden Feind (es geht ja um Aufklärungskräfte gegen Kampftruppe) kämpfen wollen. Dies ist eine Fähigkeit die sich gegen leichte bis mittlere Kräfte anbietet (wenn an nur feindliche Schützen beobachtet kann das von Inf bis Pio alles sein) wenn man hingegen Panzer beobachtet ist recht deutlich was da für Verbände vor einem sein können und daraus kann auch auf eine Absicht des Feindes geschlossen werden.

    Mein Schluss daher: Sehr hohe Kosten bei bereits vorhandenem Mangel an KPz bei geringem Nutzen im Vergleich zu einfacheren/ weniger komplexen (man braucht für seine Aufklärer keine Inst Kette, Bergepanzer, Brückenlegepanzer, keine Straßentanklaster der SKB oder ganze Kolone TA ich gehe einfach mal davon aus dass sie sich schon mit dem Betanken von Kräften auf Kette im Btl Rahmen parallel zur Op Führung beschäftigt haben)/billigeren Lösungen.

  • ThoDan   |   14. April 2017 - 21:42

    @Koffer

    Die DSK ist mkn keine einheitliche Infantriedivision

  • Koffer   |   14. April 2017 - 21:59

    @ThoDan | 14. April 2017 – 21:42
    „Die DSK ist mkn keine einheitliche Infantriedivision“

    Ich referiere hierzu auf meinen Beitrag 13. April 2017 – 21:05

  • Alarich   |   15. April 2017 - 23:42

    Schummi | 14. April 2017 – 10:40

    Interessant ist auch ob die PzGren und Pz Brig gleich sind oder wieder unterschiede gibt

    und Standort wird auch ein Thema
    den das gerät kann nicht in ein Hochregal gelagert werden