Bundeswehr schreibt Auftrag für G36-Nachfolger aus – 120.000 Gewehre geplant

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Die Bundeswehr hat den Auftrag für ein neues Standardgewehr als Nachfolger des G36 von Heckler&Koch europaweit öffentlich ausgeschrieben. Die Ausschreibung wurde am (heutigen) Freitag veröffentlicht, und auf den ersten Blick fallen darin zwei wichtige Informationen auf: Das Kaliber der neuen Waffe ist nicht festgelegt, sowohl 5,56mm als auch 7,62mm werden genannt – und es gibt erstmals eine Gesamtzahl: 120.000 der neuen Sturmgewehre sollen voraussichtlich beschafft werden. Der geschätzte Gesamtwert wird mit 245 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer angegeben, das macht rechnerisch etwas mehr als 2.000 Euro pro Gewehr.

Aus dem Ausschreibungstext:

Herstellung und Lieferung von Sturmgewehren mit Zubehör für die Bundeswehr

II.1.3) Angaben zur Rahmenvereinbarung
Die Bekanntmachung betrifft den Abschluss einer Rahmenvereinbarung
II.1.4) Angaben zur Rahmenvereinbarung
Rahmenvereinbarung mit einem einzigen Wirtschaftsteilnehmer

Laufzeit der Rahmenvereinbarung
Laufzeit in Jahren: 7
Begründung einer Rahmenvereinbarung, deren Laufzeit sieben Jahre übersteigt: Der tatsächliche Abruf der Serienwaffen aus der Rahmenvereinbarung erfolgt voraussichtlich im III. Quartal 2020 nach Abschluss der erfolgreichen Einsatzprüfung.

Geschätzter Gesamtauftragswert über die Gesamtlaufzeit der Rahmenvereinbarung
Geschätzter Wert ohne MwSt: 245 000 000 EUR
II.1.5) Kurze Beschreibung des Auftrags oder Beschaffungsvorhabens:
Herstellung und Lieferung von Sturmgewehren mit Zubehör für die Bundeswehr.
Kurzfassung der Konstruktionsmerkmale:
1. Version Sturmgewehr „Langrohr“ und Sturmgewehr „Kurzrohr“ (Umrüstung muss durch einen Rohrwechsel möglich sein).
2. Länge Sturmgewehr Kurzrohr ohne Signaturdämpfer maximal 900 mm.
3. Länge Sturmgewehr Langrohr ohne Signaturdämpfer maximal 1 000 mm.
4. Kaliber 5,56 x 45 NATO oder 7,62 x 51 NATO.
5. Beidseitige Bedienbarkeit.
6. STANAG 4694 Schienen an Handschutzunterseite und Waffenoberseite.
7. Einsatz in Gebieten mit den Klimakategorien A1-3, B1-3, C0-3 und M1-3 gemäß STANAG 4370 ohne Einschränkung der Funktionalität (ausgenommen elektrische Komponenten).
8. Lebensdauer des Gehäuses mindestens 30.000 Schuss; Lebensdauer des Rohres mindestens 15 000 Schuss (Weichkernmunition bzw. Doppelkern) / 7 500 Schuss (Hartkernmunition).
9. Maximal 3,6 kg Gesamtgewicht ohne Magazin und ohne Optik.
10. Zubehör in unterschiedlichen Mengen: Bajonett mit Scheide und Tragevorrichtung, Signaturdämpfer mit Transporttasche, Manöverpatronengerät, Übungsverschluss, Trommelmagazin, Waffenreinigungsgeräte, Hülsenfangsack, STANAG 4694-Schiene zur seitlichen Montage, Abdeckung für STANAG-Schienen, Mündungskappen, Magazine, Zweibein, Ladehilfe, Trageriemen, Notvisiere, Transporttaschen, Sturmgriff angewinkelt.
11. Ersatzteilerstausstattungspaket.
Zubehör optional: Auswerteeinheit Schusszähler, Magazintaschen für 2 Magazine.

(…)

Gesamtmenge bzw. -umfang:

— 390 EA Sturmgewehre (160 EA Version Langrohr, 230 EA Version Kurzrohr) als Nachweismuster. Die integrierte Nachweisführung besteht aus der Qualifikation und der Einsatzprüfung sowie Realisierung der Systemverträglichkeit Waffe/Optiken.
Erstes Serienlos:
— 13 929 EA Sturmgewehre (Version Langrohr), inkl. Mündungsfeuerdämpfer.
— 3. 104 EA Sturmgewehre (Version Kurzrohr), inkl. Mündungsfeuerdämpfer.
— 1 514 EA Waffen zur Integration in die Ausbildungssimulatoren.
Geplante Gesamtabnahme der Serie: 120 000 EA Sturmgewehre.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte nach bekanntgewordenen Problemen mit dem G36 als bisheriger Standardwaffe erklärt, dieses Gewehr habe in seiner jetzigen Konstruktion keine Zukunft in der Bundeswehr, und den Beschaffungsprozess für ein neues Sturmgewehr angestoßen. Allerdings war das 1995 in die Bundeswehr eingeführte Gewehr ohnehin für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgelegt, so dass die Suche nach einem Nachfolger auch ohne die – lange umstrittenen – technischen Probleme hätte begonnen werden müssen.
Als Kandidaten für eine Nachfolge gelten Sturmgewehre wiederum des Schwarzwälder Herstellers Heckler und Koch; der österreichischen Firma Steyr Mannlicher in Kooperation mit Rheinmetall und der deutschen Firma SigSauer. Weitere Angebote aus dem europäischen Ausland sind nicht ausgeschlossen.

Ausrüstung und so · 14:50h ·  

139 Kommentare zu „Bundeswehr schreibt Auftrag für G36-Nachfolger aus – 120.000 Gewehre geplant“

  • chris   |   23. April 2017 - 17:23

    @ThoDan

    „Was ist eigentlich das Problem, den einzelnen, gut und richtig ausgebildeten Soldaten mit Erfahrung seinen Kram nach Auftrag selbst auswählen zu lassen?“

    Ist es denn der gut und richtig ausgebildete Soldat der entscheidet nach welchen
    Grundsätzen er im Rahmen der Gruppe oder des Zuges eingesetzt wird?

    Nein die Grundsätze liegen bei der Inf im allgemeinen und der spezielle Einsatz bei Gruppen und Zugführern.

  • marvin   |   23. April 2017 - 17:33

    @Berlinerratte: Gar nicht? Laut Vergaberecht ist es nicht vorgesehen, dass bei einem Verhandlungsverfahren Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben der Auftragsbekanntmachung muss nur Abschluss der Verhandlungen vom Hersteller der den Zuschlag bekommen hat dokumentiert werden, wie der erteilte Auftrag erfüllt wird.

  • Koffer   |   23. April 2017 - 17:40

    @Berlinerratte | 23. April 2017 – 16:54
    Diese Frage wurde doch bereits zweimal in diesem Kommentarfaden beantwortet! Seufz…
    –> @GERMANIAC | 21. April 2017 – 15:25 und @Grashüpfer | 21. April 2017 – 20:26

    @ThoDan | 23. April 2017 – 17:16
    „Was ist eigentlich das Problem, den einzelnen, gut und richtig ausgebildeten Soldaten mit Erfahrung seinen Kram nach Auftrag selbst auswählen zu lassen?“

    1. Es stellt sich die praktische Frage ab wann ein Landser als „gut ausgebildet“ einzustufen wäre. Der HptGefr ist es sicherlich noch nicht. Der OStGefr vermutlich schon, aber was wenn er sonst im GeschZi eingesetzt ist? Braucht man dann also einen „Waffenauswahlberechtigungsschein und wenn ja, wie erlangt/erhält man den“?!
    2. Wer nimmt dann (freiwillig) die schweren und/oder unbequemeren Waffen?
    3. Wer entscheidet wer etwas bekommt, wenn es konkurrierende Wünsche gibt? Der Stärkere?
    4. Welcher der Landser hat die notwendige Ausbildung um anstelle des ZgFhr (+/-1 Ebene) entscheiden zu können was die taktische Notwendigkeit für den konkreten Auftrag ist?
    5. Wenn an einen besonders gefährlichen Auftrag eine bestimme Waffe gebunden ist (z.B. Sturm und Einbruch), darf man dann seine Waffe vorher wechseln, damit es jemand anders machen muss?
    6…

    Auch wenn Sie immer gerne in Ihren Kommentaren zivil/militärisch versuchen zu vermischen, aber glauben Sie mir: Es gibt gute Gründe, warum wir Soldaten gewissen Dinge anders machen als Zivilisten und warum sich weltweit gewisse Standars durchgesetzt haben.

  • Fux   |   23. April 2017 - 17:40

    @ThoDan 17:16

    Das Problem ist die logistische Nachversorgung. Maier nimmt heute mal Kaliber x, Müller Kaliber y und Schneider gefällt gerade diese Woche Kaliber Z am besten… you see the point?

  • AoR   |   23. April 2017 - 17:42

    @cradox: Benannte HK ist wohl beeindruckend zuverlässig. HK kann demnach per simpler Modifikation an der Ausschreibung teilnehmen und durch die anderen Bauteile/Gruppen preislich flexibler sein, da größere Masse in Produktion und somit Mengeneffekt auf die Herstellkosten.

  • Bang50   |   23. April 2017 - 18:26

    Matthias Hake | 23. April 2017 – 13:29 :“Das Gewehr ist nur für die Infanterie das Kampfmittel und zwar mehr oder weniger das einzige“

    Das wäre typisches Beispiel für den Mere-Exposure-Effekt. Jeder Soldat, unabhängig von der TSK, hatte zumindest während der AGA regelmäßigen Umgang mit einem Sturmgewehr. Dies führt letztlich zu der neuronalen Verknüpfung: Sturmgewehr = Infanterie. Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedoch eine andere Geschichte: Gemessen an den Verlusten der Infanterie im 2Wk haben leichte und mittlere Mörser mit Abstand die meisten Opfer unter der Infanterie gefordert. Inzwischen sind Mörser durch verbesserte Splitterwirkung und Verwendung von Annährungszündern nochmal ein gutes Stück gefährlicher geworden. Daneben fällt dem Einsatz von schultergestützten Waffen, im urbanen Gefecht, eine Schlüsselrolle zu. Werden ausschließlich Flachfeuerwaffen betrachtet, so haben in den jüngeren Konflikten Scharfschützen, DMR-Waffen und MGs einen höheren Body-Count auf als normale Sturmgewehre.

    Die Bedeutung des Sturmgewehrs für das Infanteriegefecht wird also systematisch überschätzt. Ein Umstand der sich auch in der Kommentarzahl der G36 Threads niederschlägt ;-)
    Die infanteristische Musik spielt aber momentan eher bei den leichten Mörsern, Wirkmittel90, MELLS, G22 Nachfolger, MG5 Ausstattung usw…

  • ThoDan   |   23. April 2017 - 18:38

    @Koffer  

    1) Als so ca 2 Jahre Ausbildung zum Infantristen und der Soldat ist NICHT gut ausgebildet?
    Wieviele Jahre Ausbildung und Übung braucht es?

    2) Mission drives Gear, wenn Soldat X also die Rolle Y hat sollte er schon das Zeug für diese Aufgabe mitnehmen

    3) Vorgesetzte

    4) der Vorgesetzte weiss prinzipiell besser als ein Untergebener, was in dessem Spezialgebiet er für die Erfüllung seiner Aufgaben benötigt?

    Ja das es gute Gründe gibt glaube ich ihnen unbesehen.
    Nur das es über 100 Jahre dauern kann bis „ziviles“ „Fach“wissen bei der BW ankommt …

    @Fux

    Kaliberwechsel scheinen möglicherweise beim neuen Gewehr vorgesehen zu sein.

  • Carsten   |   23. April 2017 - 18:41

    @Bang50:
    Sie müssen falsch liegen, denn warum gäbe es in der BW sonst so wenige Mörser? /ironie

  • marvin   |   23. April 2017 - 18:44

    Genau. Sogar bei der schnöden Jägerei hat man schon auf Gruppenebene neben dem 5,56 G36 Granaten, MG, Zielfernrohrgewehr/DMR und Panzerfaust zur Auftragserfüllung. Und das ist ganz altmodisch Verteidigung aus der Stellung, Angriff im Stosstrupp und Jagdkampf gegen leichte Feindkräfte. Auch bei den Ami’s sind reine Gewehr/Stg-Schützen nur ein kleiner Teil der leichten Infanterie und auch ein Rifle Squad hat auf jeden Schützen einen Grenadier und lMG-Schützen.

  • Memoria   |   23. April 2017 - 18:49

    @Bang50:
    „Die infanteristische Musik spielt aber momentan eher bei den leichten Mörsern, Wirkmittel90, MELLS, G22 Nachfolger, MG5 Ausstattung usw…“

    Nur leider wird diese Musik nicht gespielt, da die Noten (haushaltsbegründende Dokumente) und Instrumente (Haushaltsmittel, Planungsvolumen, Prioritäten) fehlen.

    Lediglich bei MELLS geht es voran – ansonsten stecken die Themen irgendwo fest.

    Dazu kommen dann noch Voraussetzungen für Nachtkampf.

    Es soll NATO-Übungen (VJTF) gegeben haben bei denen die Verbündeten sehr verwundert waren, dass für Deutsche Nachtsicht-/ Nachtkampfmittel nicht verfügbar haben.

  • Fux   |   23. April 2017 - 19:10

    @ThoDan 18.38

    Auch wenn ein Rohr- / Kaliberwechsel grundsätzlich bei der Waffe möglich sein sollte, wird noch immer nicht der Soldat entscheiden, welches er davon mitnimmt. Da bin – was ja nicht oft vorkommt ;-) – mal bei Koffer’s Ausführungen. Ausführlicher Erläuterungen dazu siehe 17:40

  • Koffer   |   23. April 2017 - 19:12

    @ThoDan | 23. April 2017 – 18:38
    „1) Als so ca 2 Jahre Ausbildung zum Infantristen und der Soldat ist NICHT gut ausgebildet?
    Wieviele Jahre Ausbildung und Übung braucht es?“

    Das ist abhängig von Lage und Auftrag. Lehrgangs- und Lebenserfahrung kommt natürlich auch noch als Faktor hinzu.

    „2) Mission drives Gear, wenn Soldat X also die Rolle Y hat sollte er schon das Zeug für diese Aufgabe mitnehmen“

    Und das entscheidet der Landser dann hochmotiviert, kompetent und aufopfernd und immer das höhere Ziel taktisch umfänglich verstehend selbst?!

    Entschuldigung, dass ich das so deutlich sage, aber ich möchte Sie bitten Ihre Thesen mit der Realität zu konfrontieren.

    „4) der Vorgesetzte weiss prinzipiell besser als ein Untergebener, was in dessem Spezialgebiet er für die Erfüllung seiner Aufgaben benötigt?“

    Jepp, im Regelfall ist das so. Der durchschnittliche Gruppenführer bzw. Zugführer bzw. Kompaniechef in der Infanterie hat wesentlich mehr Erfahrung und Fachwissen bis hinein in die Feinheiten der Gefechtsführung als der durchschnittliche HptGefr/StGefr.

    Um mal wieder zum Thema des Fadens zurück zu kommen: Jeder, der irgendwann einmal eine Grundausbildung absolviert hat und dann vielleicht danach noch einige Schüsse auf der StO-Schießanlage abgeben hat, glaubt ein Spezialist für Handwaffen zu sein.

    Tatsächlich muss bei der Beschaffung von Handwaffen aber eine komplexe Entscheidungsmatrix von Materialkunde, querschnittlicht-taktischem Konzept, spezial-taktischem Konzept, Logistik sowie von Beschaffungsfragen und Rüstungspolitik beachtet werden.

    Der einzelne Schütze hat hierbei vielleicht für einen kleinen Teilaspekt eine guten Überblick, aber das gesamte Bild ist wesentlich komplizierter…

  • Bang50   |   23. April 2017 - 19:13

    @ Memoria – Eben! :(

  • ThoDan   |   23. April 2017 - 19:36

    @Fux  

    Das Logistik Problem ändert und verringert sich, weil der Zug oder Gruppenführer die Kaliber den Schützen Maier, Müller, Meier und Schulze zuteilt vs er gibt ihnen ihre Aufgaben und Maier weiss hier brauche ich Kaliber X, während Müller, Meier und Schulze wissen Kaliber Y ist für unseren Teil die bessere Wahl?

  • T.Wiegold   |   23. April 2017 - 19:37

    Ihr habt nicht das Gefühl, dass ihr euch wieder in dem OT „Wer darf sich welche Waffe aussuchen“ verbeisst, oder?

  • Fux   |   23. April 2017 - 20:00

    @ThoDan 19:36

    Ja, das logistische Problem ändert sich grundlegend, da die übergeordnete Führung (welcher Ebene auch immer) eben auch weiß, welche Munition ist in welchem Umfang für den Auftrag verfügbar? Wie und wann wird diese nachgeführt, wie lange muss ich mit den Vorräten, welche ich am Mann / im Fahrzug mitnehme (insbes. bei Inf kein unwesentlicher Faktor) aushalten? Muss ich ggf. innerhalb der Gruppe / Zug im Gefecht hierbei für Munitionsausgleich zw. Meier und Schulze während des Gesamtauftrages der Teileinheit ggf. sogar Einheit oder mit Nachbarn kompatibel sein? Das sind alles Faktoren, welche in die taktische Planung in der Beurteilung der Lage mit Entschlussfassung und Befehlsgebung mit eingehen.

    Diesen Gesamtüberblick hat aber weder Schütze Meier noch Hauptgefreiter Schulze oder Oberstabsgefreiter Müller. Und da kann es durchaus auch einmal eine Führungsentscheidung sein, festzulegen „ja, für den Einzelschützen Müller wäre aus seiner Spezialistensicht Kaliber x oder sogar Waffe B am besten geeignet, aber die Gesamtumstände verlangen eine Auftragsausführung mit der 2. besten Wahl. Alternativ hierzu: welchen zusätzlichen Aufwand muss ich führen, um die Waffe B doch einsetzen zu können und ist dies praktisch realisierbar?

    Sie finden sicher unzählige zivile Beispiele für das gleiche logistische Problem.

    Und das soll dann auch die letzte meiner Ausführungen zu diesem Sidestep-Ausflug gewesen sein, bevor mich der Hausherr noch mit der Steinschleuder seiner Wahl erlegt.

  • Sommerbiwak   |   23. April 2017 - 20:46

    Bang50: „Die Bedeutung des Sturmgewehrs für das Infanteriegefecht wird also systematisch überschätzt. Ein Umstand der sich auch in der Kommentarzahl der G36 Threads niederschlägt ;-)
    Die infanteristische Musik spielt aber momentan eher bei den leichten Mörsern, Wirkmittel90, MELLS, G22 Nachfolger, MG5 Ausstattung usw…“

    Wie recht sie haben. :-(
    Hätte man seine Hausaufgaben gemacht wäre auch das G36 eigentlich kein schwerwiegendes Problem. Die erwähnten Mängel sind die wirklichen Defizite, die zu beheben sind bei den Handwaffen (im Sinne von: kann von einem Soldaten getragen werden). Und das sind nur die kleinen Sachen die im Argen liegen. Immer noch keine Nachtsichtgeräte in der Breite eingeführt ist auch mehr als peinlich.

    Stattdessen hat man Jahre verschwendet damit H&K als Buhmann hinzustellen anstatt anzupacken und Arbeit zu erledigen und die altersmüden G36 zu ersetzen. Entweder Ersatzbeschaffung oder eben ein neuer Typ Knallstock. Wie unser freundlicher Gastgeber sehr schön am Ende seines Beitrages anmerkt. Ist herr Wiegold vermutlich fast der einzige in Deutschland, der dies tut.

  • AoR   |   23. April 2017 - 20:53

    @Bang50: In 3 Sekunden stehe ich in Kontakt, geladen und wirke recht treffsicher bis 300 m. Wie lange für Treffsicherheit bis 300 m bei Sniper, MG, Mells, Mörser?

  • Matthias Hake   |   23. April 2017 - 21:13

    @Bang50 liegt das vielleicht auch daran, das kein auf die Belange des Infanteristen zugeschnittenes Gewehr mit allen Anbauteilen zur Verfügung steht, bei dem diese dann auch noch im Lod sind und die Waffe, übrigens wie bei einem Bajonett, kopflastig und aus der Achse bringen. und niemand, und ich am allerwenigsten bestreitet, das mehr noch andere Wirkmittel insbesondere die Artillerie der Infanterie zusetzt und die größten Verluste im Verhältnis fordert. Nach der von ihnen vorgebrachten Argumentation bräuchten wir nur noch Sicherungstruppen in der Frontlinie und alles andere würden ihre Wirkmittel erledigen, und das glauben Sie, denke ich, doch wohl selber nicht. sorry. und das Massenschuß – wenn es erlaubt wäre, zum Glück ist es verboten – nach dem Prinzip der Shotgun, das Mittel der Wahl ist, „weil der Soldate ja sowieso nicht treffen will oder im Gefecht kann“, und daher möglichst viele Schüsse der Heilbringer sind, und deswegen auch ein kleines Kaliber mit viel, und noch mehr Munition, das Heil sind, nun ich erspare mir einen weiteren Kommentar dazu. Lassen wir doch dem Soldaten die Wahl ob er gezielt Schießen will und kann, aber geben wir ihm die Mittel und Möglichkeiten mit der Waffe die sich ein Infanterist wünscht und nicht eine die möglichst leicht ist, weil sie doch so beim Fahren von Kraftfahrzeugen und Panzern stört, oder der Büroarbeit und Stabsdienst, oder dem Verladen von Versorgungsgütern oder was weiß ich nicht noch allem. Und eines sei mir hier noch gestattet anzuführen, und die zivilen Schützen und Jäger, aber auch die paar Infanteristen die wir noch haben, wissen es, das Gewicht einer Waffe fängt einen Rückstoß auf, um so leicht eine Waffe, um so stärker wird der Rückstoß empfunden, oder wie mein Kumpel von der Luftwaffe mal zu mir sagte, und der hat wirklich nicht viel Erfahrung, er wäre gut mit dem G3 und seinem Gewicht zurechtgekommen, und eines wüßte er mir der Waffe, sie durchschoß auch Bäume, und da hinter hätte sich gerne mal einer versuchen sollen zu verstecken. Wie das mit dem heutigen Einheitskaliber ist, da würde er sich so seine Gedanken machen.

    und @AoR mit der flächig für nicht viel mehr Geld eingeführten Waffe mit einem L55 Lauf wirken sie bei ausreichender Sichtreichweite dann auch bis 600 m und das wäre dann mehr als ausreichend. den die durchschnittliche Schußentfernung – festgestellt von einer großen, namhaften Polizeibehörde in ihrer Stadt, lag bei 90 m im Maximum, meist ehr weniger, was übrigens von meiner Seite nicht heißen soll, das man dem Infanteristen die Möglichkeit geben muß und soll bis zu diesen 600 m zu wirken, und dazu bedarf es keiner großen Mittelpatrone, aber lassen wir das mal mit dem Kaliber sonst bekomme ich wohl vom Hausherrn eine Ermahnung.

  • rebel4life   |   23. April 2017 - 21:20

    @Bang50:

    @“Die Bedeutung des Sturmgewehrs für das Infanteriegefecht wird also systematisch überschätzt. Ein Umstand der sich auch in der Kommentarzahl der G36 Threads niederschlägt ;-)
    Die infanteristische Musik spielt aber momentan eher bei den leichten Mörsern, Wirkmittel90, MELLS, G22 Nachfolger, MG5 Ausstattung usw…“

    Zweifelhaft. Während das Sturmgewehr im infanteristischen Kampf lange nicht die Feindeinwirkung in der Breite wie CAS durch Kampfhubschrauber und Erdkampfflugzeuge oder den Artillerieschirm (nach m.E. weniger durch Mörser, sondern insbesondere durch Haubitzen) erreicht, ist es im Gefecht zwischen Einheiten zentrales Element für die Durchhaltefähigkeit eines Linienzuges oder einer Linienkompanie. Die unterdrückende Wirkung von Sturm- und Maschinengewehrfeuer ermöglicht es der in Feindkontakt stehenden Einheit mithin regelmäßig erst, CAS und Artillerie auf die gegnerische Position einzustellen.

    Bin aber nur historisch unterwegs, keine persönliche Erfahrung, ergo lediglich meine 5 Pfennig.

  • Bang50   |   23. April 2017 - 21:42

    @ AoR – Tja, Klappziele schießen zum Glück nicht zurück und befinden sich auch nicht in getarnter/teilgedeckter Stellung. In der Realität gewinnt die Seite den Feuerkampf, welche den Feind zuerst aufklärt und mit Flachfeuer unterdrücken kann. Die Steilfeuer-Komponente (sei es eigenes Steilfeuer, Artillerie, CAS etc..) zerschlägt den Feind anschließend.

    P.s Nach dem ersten Einsatz von Annährungszündern in der Landkriegsführung, äußerte sich Winston Churchill nachdenklich: Die Wirkung auf ungeschütze Infanterie war so vernichtend, dass er nicht weniger als einen vollkommenen Wandel Landkriegsführung prophezeite. Der Konflikt in der Ukraine gibt hier einen kleinen Einblick, wie ein Krieg mit halbwegs kompetenten und gerüsteten Kombattanten im 21 Jh. geführt wird: Infanteristen bewegen sich entweder mechanisiert oder geduckt in Schützengräben – während man sich gegenseitig die Granaten um die Ohren haut.

  • Mms   |   23. April 2017 - 22:17

    @Bang50
    Vielen Dank, diesen Blog besuche ich unter anderem deswegen um Kommentare von Fachleuten wie sie es sind zu lesen!

  • ThoDan   |   23. April 2017 - 23:53

    @Fux

    Ja, da kenne ich einige spez. Kommunikation.

  • JPeelen   |   24. April 2017 - 1:24

    Der Unterschätzung der Bedeutung des Sturmgewehrs für das Infanteriegefecht –wie sie schon im Kalten Krieg gepflegt wurde– verdanken wir ganz wesentlich die derzeitige Misere, einschließlich der künstlichen Verringerung der Feuerkraft durch Langsamschießer wie das MG5 unter der falschen Flagge angeblich geringerer Kollateralschäden.
    Wenn die Rules of Engagement den Mörserzugführer in Afghanistan dazu zwingen, tatenlos zuzusehen wie seine Kameraden unter Feuer genommen werden, wären wirksamere leichte Infanteriewaffen vielleicht keine schlechte Idee. Denn wenn es darauf ankommt, bleibt die Unterstützung durch schwere Waffen im Zweifelsfall aus.
    Ein Beispiel für fehlende Kompetenz abseits des MG5: der Ruf nach kürzeren Rohren (G28 42 cm!!!) ist ja ganz schön. Aber gibt es in der Truppe jemanden, der abwägt, welche Konsequenzen das für die „Durchsetzungsfähigkeit“ (stärkere Flugbahnkrümmung, größere Windempfindlichkeit, kleinere Wirkung im Ziel) hat? Offensichtlich nicht.
    Uns fehlen ganz einfach die Soldaten, die das Für und Wider von Designentscheidungen dank eigener Sachkenntnis abwägen können. Und die Generale, die ihnen den Rücken freihalten, statt wie im Fall G28 die eigenen Männer im Regen stehen zu lassen und karriereorientiert zu handeln.
    Die Einschätzung, das Sturmgewehr sei für das Infanteriegefecht bedeutungslos, halte ich für einen Fehler.

  • audio001   |   24. April 2017 - 8:00

    Da kann man/frau ja gespannt sein wer alles ein Angebot abgibt!- Hoffentlich hat man/frau bei der Ausschreibung nicht (doch) wieder etwas vergessen?- Oder die Lagerbedingungen der Waffe, Umwelt- und Klimabedingungen im Einsatz nur unzureichend formuliert; Schussfolge und Treffgenauigkeit im Einzel- und Dauerfeuer nicht konkret spezifiziert, Verfügbarkeit einzelner Komponenten nicht terminiert, Falltestbedinungen nicht definiert, Einbaubedingungen (Halterungen) nicht vorgegeben!?

    Aber was rede ich, den gleichen Fehler macht man/frau doch im BMVg nicht dreiimal …

    Am Rande: Sind die MG5 eigentlich inzwischen im Zulauf zur Truppe?- Oder gibt’s noch weitere Verzögerungen ….

  • Koffer   |   24. April 2017 - 8:21

    @JPeelen | 24. April 2017 – 1:24
    „Der Unterschätzung der Bedeutung des Sturmgewehrs für das Infanteriegefecht –wie sie schon im Kalten Krieg gepflegt wurde– verdanken wir ganz wesentlich die derzeitige Misere,“

    Welche „derzeitige Misere“?!

    „einschließlich der künstlichen Verringerung der Feuerkraft durch Langsamschießer wie das MG5 unter der falschen Flagge angeblich geringerer Kollateralschäden.“

    Auf welche Tatsachen stützen Sie Ihre Behauptung, dass dieses Argument einen entscheidenden (!) Anteil anderen Auswahlentscheidung hinsichtlich des MG5 hatte?

    „Und die Generale, die ihnen den Rücken freihalten, statt wie im Fall G28 die eigenen Männer im Regen stehen zu lassen und karriereorientiert zu handeln.“

    [lachendes Kopfschütteln]

    Sie glaube also wirklich aufgrund der Auswahlentscheidung für das G28 hat ein General einen Karrierevorteil erhalten? Können Sie diese Behauptung belegen?

    „Die Einschätzung, das Sturmgewehr sei für das Infanteriegefecht bedeutungslos, halte ich für einen Fehler.“

    Das hat niemand in diesem Faden behauptet.

  • Wa-Ge   |   24. April 2017 - 8:34

    @audio001 | 24. April 2017 – 8:00

    „Am Rande: Sind die MG5 eigentlich inzwischen im Zulauf zur Truppe?- Oder gibt’s noch weitere Verzögerungen ….“

    Sind in der Truppe, nur noch nicht querschnittlich.

    @JPeelen | 24. April 2017 – 1:24

    „Die Einschätzung, das Sturmgewehr sei für das Infanteriegefecht bedeutungslos, halte ich für einen Fehler.“

    Ich denke hier wird niemand so eine Behauptung aufstellen. Selbstverständlich ist das Sturmgewehr für das Infanteriegefecht nicht bedeutungslos. Die Frage ist eher welchen Stellenwert auf der Klaviatur der Feuerkraft eines Infanterieverbandführers es einnimmt. Und hier muss man mindestens in Dimensionen des verstärkten Zuges denken. Hier nimmt das Sturmgewehr zwar was Anzahl angeht die Spitze ein, was Feuerkraft angeht sieht es aber ziemlich mau aus.
    Hier haben MG und GraMaWa deutlich die Nase vorn, selbst wenn man die kommulierte Feuerkraft betrachtet.

    Nur darf man eins nicht vergessen, das Sturmgewehr ist die Basis für den Einsatz der Schwerpunktwaffen, ohne sie wird man ein MG oder GraMaWa garnicht erst in Stellung bringen.

    @AoR | 23. April 2017 – 20:53
    „@Bang50: In 3 Sekunden stehe ich in Kontakt, geladen und wirke recht treffsicher bis 300 m. Wie lange für Treffsicherheit bis 300 m bei Sniper, MG, Mells, Mörser?“

    Während Sie nach Ihren 3 Sekunden noch ne Stunde weiter im Kontakt (was auch immer dieser Begriff aussagen soll) stehen und sich mit Ihrem Gegner auf 300m duellieren, braucht der MG/ZF-Schütze vielleicht etwas länger um in Stellung zu gehen, aber danach wird er Wirkung im Ziel erzielen.

    Und hier ist der große Unterschied, welcher übrigens auch in Afghanistan und Irak wohl häufig ignoriert wurde, zumindest wenn man die Gefechtsberichte auswertet.
    Man könnte meinen, der Auftrag der Infanterie ist es den Gegner auf größtmöglich Entfernung anzuschießen und bis zum Ausweichen niederzuhalten.

    Der Auftrag der Infanterie ist es (wenn in Sicherung/Verteidigung) den Gegner in einem geschlossenen Feuerkampf auf optimaler Kampfdistanz anzuschießen und zu zerschlagen. Im Angriff ist es der Auftrag Objekte/Angriffsziele zu nehmen, dies wird dadurch erreicht, dass der Gegner mittles Feuer solange niedergehalten wird bis die eigene Truppe in seine Stellungen einbrechen und diesen im Nahkampf zerschlagen kann (wobei Nahkampf nicht Hand to Hand Combat bedeutet, sondern Kampf auf kurze Distanz).

    In den letzten 10 Jahren kommt leider vermehrt die Ansicht auf, dass Infanteriekampf mit Türaufstellung und Raumkampf gleichzusetzen ist. Anscheinend vergessen viele, dass man sich erstmal an diese Tür rankämpfen muss, da diese außerhalb von Stabilisierungsoperationen durch gegnerische Truppe gehalten wird.

    @ThoDan | 23. April 2017 – 18:38
    „1) Als so ca 2 Jahre Ausbildung zum Infantristen und der Soldat ist NICHT gut ausgebildet?
    Wieviele Jahre Ausbildung und Übung braucht es?“

    Auch Sie verwechseln hier Äpfel mit Birnen. Gefechtsführung ist keine Kunst sondern ein Handwerk. Der militärische Führer wird in der Operationsplannung und – führung ausgebildet und beübt.
    Der Soldat (ich vermute es geht um den Mannschafter) wird in der Ausführung dieser Operationsführung und in der Bedienung der dafür notwendigen Mittel ausgebildet und beübt.

    Wenn Sie unbedingt die Wirtschaft als Vorbild nehmen wollen, dann beantworten Sie mit bitte folgende Frage: Seit wann kann der Maschinenbediener in der Automotive Industrie entscheiden ob er heute Schraube A oder B nehmen darf um den neuen Golf zusammenzuschrauben? Oder seit wann entscheidet der Bauarbeiter welche Ziegel für die Hauswand verwendet werden?

  • klabautermann   |   24. April 2017 - 11:08

    Einerseits wird das Gefecht der verbundenen Waffen propagiert, andererseits scheint dieses GdvW ohne mit Sturmgewehr schwerpunktmäßig ausgestatteter Infantrie gar nicht denkbar zu sein. Erinnert mich an: „The Infantry is king of the battle, the artillery is king of the bottle“. Der doppelte Zirkelschluß lautet wohl : ein Infantrist ohne Sturmgewehr ist kein Infantrist, und ein Sturmgewehr ohne Infantrist ist kein Sturmggewehr.
    Je mehr ich dieser immer wiederkehrenden Diskussion in Sachen G36/-Nachfolger folge, desto mehr verstehe ich, warum diese „Wünsch-Dir-Was-Sturmgewehr-Modular-Rahmenvereinbahrungs-Ausschreibung“ so verfasst ist, denn da es „den Infantristen“ gar nicht mehr gibt, (wenn ich so auf das „Jägerlatein“ in den Kommentaren blicke), kann es ja auch nicht „das Sturmgewehr“ geben.
    Bin einmal gespannt, ob sich ein Hersteller findet, der das mitmacht. Wird wahrscheinlich wie beim MKS180 (Wünsch-Dir-Was-Fregatte-Modular) keiner wirklich bereit sein, ein solch unkalkulierbares wirtschaftliches Risiko einzugehen.

  • Hans Dampf   |   24. April 2017 - 13:13

    … und wenn das ach so schlechte G36 hierzulande ausgemustert wird, können wir es ja gebraucht nach GBR verkaufen, dann haben die auch mal ein vernünftiges Sturmgewehr – serienmäßig mit Reflexvisier und ZF, statt Kimme und Korn ;-).
    Gott sei Dank wurde bei der Ausschreibung ans Bajonett gedacht, wie konnten wir nur so lange Jahre ohne auskommen; wenn ich mich recht entsinne, hat man schon 1943 festgestellt/befohlen, dass der kompromisslose Einsatz der Schusswaffe selbst auf kürzeste Entfernung dem Einsatz des Bajonetts vorzuziehen ist.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. April 2017 - 13:51

    @Hans Dampf
    Wenn die wahlkampf- und terror- sowie Trump betäubte Öffentlichkeit in Form der führenden überregionalen Formate aufwacht, wird das „Unwort Bajonettkampf“ die Schlagzeilen für 1,5 Tage beherrschen und auf folgender BPK kleinlaut-verklausuliert Abstand von der Beschaffung genommen werden.
    Wetten … dass?

  • Koffer   |   24. April 2017 - 18:11

    @Hans Dampf | 24. April 2017 – 13:13 u. Klaus-Peter Kaikowsky | 24. April 2017 – 13:51
    Ich denke das Details der Möglichkeit zur Bajonettadaption wird von Ihnen beide zu stark bewertet. Das ist ein „Standardoption“ für Sturmgewehre unter vielen und sicherlich wird ist dies nicht das entscheidenden Auswahlkritierium…

  • Hans Dampf   |   24. April 2017 - 18:52

    @ Koffer:

    Ähm, das war eigentlich ironisch gemeint – daher mein Verweis auf 1943 ;-). Ich werde das demnächst deutlicher kennzeichnen :-)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. April 2017 - 19:25

    @Koffer
    „Standardoption“, war bei G1/G3 auch verfügbar, G36 (?).
    Wurden welche beschafft?
    In meinen 42 Dienstjahren, keine erkannt, in meiner „persönlichen Waffenkammer“ in acht Jahren Disziplinarvorgesetzer in zwei Verwendungen ebensowenig.
    Und die Imitate beim EK-Lehrgang „Marke Holz-Eigenbau“ zählten nicht wirklich.

    Im Ernst: Dass ein – zumindest – Deutscher Infanterietruppenteil des Heeres auch nur ansatzweise jemals, außer bei „ZgFhr an alle: Feind 50 voraus-Bajonett“, etwas mit Bajonett zu tun haben wird, NIE IM LEBEN.
    Falls doch, hätte dieser anerkannt, das Streitkräfte ein Kriegsführungsinstrument darstellen – und mir bliebe nur ein „Chapeau“!

  • ThoDan   |   24. April 2017 - 19:31

    @Wa-Ge

    Danke, ich hatte eher in Maurerkelle und Schraubgerät gedacht.

  • JPeelen   |   24. April 2017 - 19:40

    @Koffer:
    Wie ich von Angehörigen der Schule in Hammelburg erfuhr, wurde das G28 zur Einsatzprüfung mit der sinngemäßen Feststellung übergeben: „Gleichgültig was bei eurer Prüfung herauskommt, das G28 wird so eingeführt, wie es jetzt ist. Änderungswünsche der Infanterie sind von vornherein zwecklos.“
    Der Kommandeur der Schule und General der Infanterie hat das so hingenommen.

  • Koffer   |   24. April 2017 - 19:45

    @JPeelen | 24. April 2017 – 19:40
    „Änderungswünsche der Infanterie sind von vornherein zwecklos.“
    „Der Kommandeur der Schule und General der Infanterie hat das so hingenommen.“

    Erstens sehe ich solche Aussagen (erst Recht wenn sie durch Hörensagen weiter gegeben werden) grundsätzlich eher skeptisch… Zumeist ist das nach meiner persönlichen Erfahrung eher eine Ausrede für man hatte gar keine fundierten Argumente gegen etwas oder war nicht in der Lage diese „beamtensicher“ für das BAAINBw zu formulieren.

    Zweitens ist der Gedanke, dass der Schulkommandeur der InfS (AusbZInf) einen Karrierevorteil von der „Argumenteunterdrückung“ in einem nachrangigen Beschaffungsvorhaben wie dem G28 haben sollte ehrlich gesagt eher „lustig“. Ich bitte Sie zu bedenken, dass er bereits BG ist, d.h. Sie glauben ehrlich, dass er sich durch das „Stillhalten“ den GM verdienen wollte?! Seufz…

  • JPeelen   |   24. April 2017 - 20:00

    @Koffer:
    Die Sache mit den Kollateralschäden habe ich nicht als „entscheidenden(!)“ Anteil dargestellt. Aber es ist ein Beispiel für die grotesken, von der Schießwirklichkeit völlig losgelösten Argumente, von denen der Anbieter glaubt, dass sie die Entscheidungsträger beeindrucken.

    Womit dann gleich die von mir beklagte Misere beschrieben wäre: fehlende Sachkenntnis bei beiden. Ich betone: auf der Arbeitsebene immer noch vorhanden, aber ignoriert.

  • Bimberle   |   24. April 2017 - 23:54

    @JPeelen: Über 2 Ecken mitgekriegt, also mit Vorsicht zu genießen – macht aber Sinn: Angeblich war man bei HK von einigen Anforderungen bzg. G28 ganz und gar nicht überzeugt (genau wie Inf. wegen Größe, Gewicht). Hat dann aber eben geliefert, was bestellt wurde.

  • marvin   |   25. April 2017 - 0:34

    @JPeelen: Kann es sein, dass sie bei der Begründung der Kadenz des MG5 eine der vielen Landser-Märchen nacherzählen? Das klingt mir einfach zu sehr nach den uralten MG3 Fabeln und 600-800 Schuss/min ist für ein MG typischer als die weit über 1000 Schuss/min die das MG42 hatte….

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