Sparen mit Pumas

Nein, liebe Kollegen von der Financial Times Deutschland (FTD), es ist keine Neuigkeit, dass die Bundeswehr nur noch 350 statt der ursprünglich geplanten 405 neuen Schützenpanzer Puma bekommen soll – das war schon seit dem vergangenen Jahr klar. Interessant ist aber, dass jetzt wohl Klarheit über die finanziellen Auswirkungen herrscht: 55 Schützenpanzer weniger sparen nach FTD-Angaben dem Bund 340 Millionen. Und: im kommenden Jahr sollen nur elf statt wie zuvor geplant 23 Pumas ausgeliefert werden.Darauf konnten sich die Herstellerfirmen Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann ja schon seit einem halben Jahr einstellen – allerdings, so berichtet das Blatt, sähen die Aussichten für eine internationale Vermarktung des Waffensystems nicht so gut aus …

(Archivfoto Krauss-Maffei Wegmann)

(Der Bericht der FTD wird aus bekannten Gründen nicht verlinkt.)

 

Zum Nachlesen: Kampfdrohne für die Bundeswehr

Zum Thema (Kampf)Drohnen hatte ich hier auf einen Bericht in loyal verwiesen, dem Magazin des Reservistenverbandes. Da die Geschichte bislang nicht online zu lesen war, bin ich den Kollegen dankbar, die mir das Einstellen ihres Berichts für die Leser von Augen geradeaus! gestattet haben:

loyal 01/2012

Der Assassine

Lautlos, punktgenau und tödlich agieren Spezialkräfte seit Jahrhunderten. Die Bundeswehr erwägt, Kampfdrohnen mit dieser Aufgabe zu befassen. In Bremen laufen Versuche mit einem sich selbst zerstörenden Automaten

Von Lorenz Hemicker

Um die mittelalterliche Sekte der Assassinen ranken sich Legenden und Mythen. Noch heute bieten die lautlosen und tödlichen Elitekämpfer aus dem Orient reichlich Inspiration für Filme und Computerspiele. Der Wahrheit entspricht wohl, dass sie bedeutende Gegner, nur mit einem Dolch bewaffnet, ausschalteten und dabei häufig den eigenen Tod in Kauf nahmen. Für Elitesoldaten westlicher Staaten sind derartige Himmelfahrtkommandos heutzutage undenkbar. Vor dem Hintergrund der aktuellen Erfahrungen im Afghanistaneinsatz erwägt das Verteidigungsministerium allerdings, die Taktik der Assassine künftig zu kopieren, um in asymmetrischen Konflikten hochwertige Ziele ohne Gefahr für die eigene Truppe anzugreifen. Für das Heer wird eine Waffe entwickelt, die unter dem sperrigen Projektnamen „Wirksystem zur abstandsfähigen Bekämpfung von Einzel- und Punktzielen“, kurz: „Wabep“, firmiert. Dieser „Dolch“ könnte das Heer in die Lage versetzen, auf bis zu 150 Kilometer Entfernung quasi aus dem Nichts heraus Fahrzeuge und Zielpersonen zu eliminieren.

Bremen, im Dezember: Eine knappe Viertelstunde vom Marktplatz der Hansestadt entfernt ragen die grauen Bürogebäude und Hallen der Firma Rheinmetall in den verregneten Himmel. Davor stehen einige Bundeswehrlastkraftwagen. Vor drei Monaten hat das Rüstungsunternehmen das Wabep-System erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun wollen die Unternehmensvertreter zeigen, was Wabep leisten kann. weiterlesen

Kein Mantis für Kundus

Das Gerücht kursierte schon länger, jetzt haben die Kollegen von Reuters dafür die Bestätigung gefunden (hier im Handelsblatt nachzulesen): Das Flugabwehrsystem MANTIS, gedacht für den Schutz von Bundeswehr-Feldlagern gegen Mörser- und Raketenangriffe, wird nicht wie geplant in Afghanistan zum Einsatz kommen. Und wird nicht das PRT Kundus vor solchen Angriffen schützen.

Zwar ist die hauptsächliche Begründung, das System werde nicht mehr gebraucht, weil ja die Raketenangriffe auf das deutsche Camp in Kundus abgenommen hätten. Tatsächlich aber gaben wohl die technischen Probleme mit dem von Rheinmetall entwickelten System den Ausschlag: Die Problematik der Nicht-Zerlegerate der Geschosse und die in jüngster Zeit aufgetretenen Probleme in der Munitionsfertigung wurden erkannt und werden durch die Industrie mit höchster Priorität bearbeitet, zitiert Reuters aus einem Brief des Verteidigungsministeriums an den Verteidigungsausschuss des Bundestages.

(Rheinmetall-Pressebild)

Noch steht übrigens auf der Webseite der Luftwaffe:

Mit diesem Abwehrsystem, einem sogenannten Nächstbereichs-Schutzsystem, gelingt der Luftwaffe der Einstieg in eine neue Generation von Schutzsystemen gegen Raketen- und Mörserangriffe. MANTIS wurde seit dem Jahr 2008 entwickelt und wird ab Ende 2011 den Schutz des PRT Kunduz sicherstellen.

(Mal sehen, wie lange. Auch dieses hübsche Foto muss ich noch mal in größer suchen.

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