Kategorie: An der Heimatfront

Das doppelte Leben des Josef Blotz

Im Grunde genommen hat Josef Blotz einen Scheissjob schwierigen Job. Der Brigadegeneral ist ja nicht nur der offizielle Sprecher der International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan, sondern auch deutscher Offizier. Das führt dann zu Problemen, wenn die Sichtweise des NATO-Kommandos der ISAF (das ja nicht zuletzt vom NATO-Rat, das heisst mit Zustimmung der Bundesregierung, autorisiert ist) in Einzelheiten von der deutschen, oft innenpolitisch geprägten Sichtweise abweicht. (Foto: ISAFmedia via flickr) Vor ein paar Wochen hat das Blotz schon mal

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Diskussion über die neue Bundeswehr: Der stellvertretende Präsident des Reservistenverbandes

Roderich Kiesewetter ist stellvertretender Präsident des Reservistenverbandes. Aber nicht nur. Sondern auch CDU-Bundestagsabgeordneter. Und vor allem: Bevor er ins Parlament wechselte, war er als Oberst im obersten NATO-Kommando SHAPE in Belgien tätig. Zum Thema Wehrpflicht also ein Beitrag eines Politikers mit Sachkenntnis: Die Wehrpflicht verdient kein Sterben auf Raten, sondern eine komplette Neuausrichtung! Markenkern demokratischer Parteien ist doch eine verantwortungsbewusste, berechenbare und international bündnisfähige Außen- und Sicherheitspolitik. Hierbei spielte bisher die allgemeine Wehrpflicht zwar eine wichtige Rolle, mit dem Koalitionsvertrag

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Bundeswehr-Verbandschef Kirsch: „Keine Frage, dass wir präventiv vorgehen“

Die Stuttgarter Nachrichten, genauer: ihre Sonntagsausgabe Sonntag Aktuell, haben ein Interview mit dem Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, geführt: Über die Erwartungen dieses Berufsverbandes an die bevorstehende Bundeswehr-Reform ebenso wie über Bezahlung der Truppe, aber auch das präventive Vorgehen gegen Aufständische in Afghanistan. Da der Text bislang nicht online zu finden ist, stelle ich mit freundlicher Erlaubnis der Kollegin Claudia Lepping, die das Interview geführt hat, hier mal den Wortlaut ein: Herr Oberst Kirsch, Verteidigungsminister zu Guttenberg will die

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Diskussion über die neue Bundeswehr: Die Grünen

Die Debatte über die neue Bundeswehr, absehbar verkleinerte Streitkräfte, ein wahrscheinliches Ende der Wehrpflicht kommt in Fahrt. Nach Möglichkeit (und Posteingang) dokumentiere ich die Positionen der Bundestagsfraktionen. Da an diesem Wochenende die Grünen-Position nach einem Magazinbericht ein bisschen Aufmerksamkeit fand, hier das Papier der Arbeitsgruppe Sicherheit, Frieden und Abrüstung ihrer Bundestagsfraktion. (Ergänzend dazu gibt’s auch ein Papier des Grünen-Haushaltsexperten Alexander Bonde hier.) Agnieszka Malczak, Omid Nouripour, Katja Keul, Tom Koenigs Arbeitsgruppe Sicherheit, Frieden und Abrüstung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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Wehrpflicht-Fahrplan: Keine Entscheidung vor November

Der Fahrplan für die Umstrukturierung der Bundeswehr – und dazu gehört auch die Entscheidung über die künftige Wehrform, das heißt ob und wenn ja wie es auch weiterhin einen Wehrdienst geben wird – klingt ehrgeizig: Bis zum 20. August, also in gut einer Woche, sollen BMVg-intern die Vorschläge für verschiedene Modelle stehen, am 23. August wird noch mal mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) darüber beraten, ehe der Minister damit zu Kanzlerin Angela Merkel geht. Am 8. September dann wird

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„Gezieltes Töten erlaubt“ (mit Nachtrag)

Liebe Kollegen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wenn ein Gastbeitrag in der FAZ Gezieltes Töten erlaubt – Im Völkerrecht findet sich kein Verbot, bestimmte Personen in Konflikten unschädlich zu machen. Solche Operationen gehören zur Praxis von UN und NATO von einem Autor stammt, der im Hauptberuf Asssistant Legal Advisor beim NATO-Kommando Transformation in Norfolk ist, also (deutscher) Jurist an einem der beiden höchsten NATO-Kommandos – dann fällt es mir sehr schwer, nachzuvollziehen, dass der Beitrag nur seine persönliche Ansicht sein

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Dann üben wir mal Close Air Support

Erinnert sich noch jemand, wie das war, vor ein paar Jahren, als die ersten deutschen Aufklärungs-Tornados in den Afghanistan-Einsatz geschickt wurden? Ganz bestimmt nur als fliegende Kameras, hieß es unisono, würden die Kampfjets an den Hindukusch verlegt. Dass sie mit ihrer Bordkanone in Kämpfe am Boden eingreifen könnten, wurde – und wird bis heute – kategorisch ausgeschlossen. Es gab sogar Berichte, dass das Aufklärungsgeschwader Immelmann die Übungen mit den Bordwaffen in der sensiblen Zeit einstellen musste, als die Entscheidung im

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