Brigade Litauen: Ganz ohne Pflicht wird es nicht gehen
Für die vollständige Besetzung der neuen Panzerbrigade 45 in Litauen, der ersten dauerhaft im Ausland stationierten Kampfbrigade der Bundeswehr, werden die Streitkräfte am Ende auch auf verpflichtende Abordnungen von Spezialisten zurückgreifen müssen. Dazu sollen alle Bereiche der Bundeswehr beitragen Die Einheit soll bis Ende kommenden Jahres ihre vollständige Einsatzbereitschaft erreichen.
Dass die Brigade zwar vor allem aus Freiwilligen aufgestellt werden soll, am Ende aber ohne die Verpflichtung vor allem in Bereichen mit Mangel an Fachkräften nicht auskommen dürfte, hatte sich schon länger abgezeichnet. Am (heutigen) Montag unterrichtete das Verteidigungsministerium erst die Abgeordneten des Verteidigungsausschusses und dann die Öffentlichkeit über die – erwartete – Entscheidung von Minister Boris Pistorius: Damit die Brigade die geplante Einsatzbereitschaft erreichen kann, sollen für wenige Bereiche ab sofort auch ergänzend verpflichtende Maßnahmen zum Einsatz kommen.
Diese Formulierung bedeutet nichts anderes als die Abkommandierung von Soldaten und Soldatinnen, deren – für die Funktion entscheidenden – Dienstposten nicht mit freiwilligen Meldungen besetzt werden können. Zwar seien aktuell fast 80 Prozent der Stellen bereits mit Freiwilligen besetzt, teilte das Ministerium mit. Seit Mai dieses Jahres htten sich mehr als 2.500 Soldaten und Soldatinnen für die gut 4.800 Dienstposten gemeldet.
Allerdings gebe es Verwendungen, die mit langer Qualifizierung unverbunden und naturgemäß weniger verfügbar sind, erklärte das Ministerium. Dazu gehörten Logistik-Spezialisten oder IT-Fachleute, aber auch Köche.
Wie bisher schon sollen diese Vakanzen aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Truppe aufgefüllt werden – die Brigade als Leuchtturmprojekt der Zeitenwende, heißt es im Ministerium, sei eine Aufgabe der gesamten Bundeswehr und nicht nur des Heeres. Als Beispiel nannte das Ressort einen Schiffskoch, der bei längerem Werftaufenthalt eines Kriegsschiffes nicht an Bord benötigt werde (Randbemerkung: bei wirklich langen Werftaufenthalten, und die gehen inzwischen auch schon mal in mehrere Jahre, dürfte der Smutje allerdings schon anderswo angeheuert haben…).
Zwar sollten, sicherte das Ministeirum zu, auch bei verpflichtenden Versetzungen die persönlichen Belange der Soldatinnen und Soldaten so weit wie möglich Berücksichtigung finden. Am Ende gelte allerdings: Einsatzbereitschaft geht im Zweifel vor Freiwilligkeit.
(Archivbild: Verteidigungsminister Boris Pistorius, r., und der damalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am 26. Juni 2023 auf dem litauischen Truppenübungsplatz Pabrade nach der Ankündigung der dauerhaften Stationierung einer Brigade in Litauen – Lea Bacherle/Bundeswehr)
Das war zu Erwarten! Es war von Anfang ein nicht reelles Ziel alle DP mit Freiwilligen zu besetzen.
Das werden interessante Gespräche mit den vorgesehen Personen.
Die benötigten Spezialisten sind schon in Ihren Stammeinheiten rar gesät.
Also werden die Chefs mal wieder sich Gedanken machen müssen wie Ihre Einheit ohne die über eine längere Zeit auskommt.
Es bleibt spannend.
Ob ein zwangsverschickter Koch mit seinem Essen die Mampfkraft der Truppe erhöhen wird?
Und wäre es nicht einfacher beim Essen auf lokale Arbeitskräfte zurückzugreifen?
Echt. Koch ist eine Mangelressource? Seinerzeit hat die Ausbildung zum Feldkoch in Garlstedt wenige Wochen gedauert.
Und was sind denn bitte Logistik-Spezialisten. Das ist ja ein sehr dehnbarer Begriff. Sollen das Lkw-Fahrer sein? Die Fehlen momentan. Das ist bekannt. Aber militärische Kraftfahrer bildet man ja auch nicht unendlich lange aus.
Oder sind das Logistik-Planungsstabsoffiziere?
@JoH: Naja ich glaube da jetzt mal trotzdem an die Professionalität unserer Truppe und, dass man klar zwischen den Menschen die einen verschickt haben und denen die man bekocht unterscheiden kann… Bzgl lokale Arbeitskräfte, bei manchen Bereichen kann man das bestimmt, aber es gibt eben auch sicherheitsrelevante Bereiche wie IT und vermutlich am Ende dann auch die Leitung einer Küche usw. die man vielleicht doch mit „eigenem“ Personal besetzen möchte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir keine Hilfskräfte zwangsbeordern und es wurde ja in der Meldung ausdrücklich von Spezialisten gesprochen.
Ich finde es ja immer noch faszinierend, dass wir in Deutschland immer wieder Leuchttürme haben. Leuchttürme sind ja meist eine Warnung vor einer Gefahr, von daher schon etwas komisch das als Begriff für ein Vorbild-Projekt zu verwenden. Und als Zweites habe ich den Eindruck, dass wir in D, vor allem in der Forschung, aber auch in solchen staatlichen oder staatlich-bestellten Projekten, immer wieder einzelne Leuchttürme durchziehen, aber ohne Rücksicht auf Verluste oder Schäden (z.B. Gelder und Personal aus anderen Bereichen abziehen). Ich würde mir hier wünschen, dass wir ein bisschen mehr darauf schauen, wie wir wirkliche Vorbildprojekte schaffen oder uns darum kümmern, dass die Grundlagen für gute und exzellente Leistung vorhanden sind. Mag aber auch sein, dass ich in der Forschung es mittlerweile leid bin, dass wir jedes Jahr ein anderes „Leuchtturm“ Projekt ausrufen, das mit viel Geld unterstützt wird und wo am Ende des Jahres Geld das noch da ist für irgendwelchen Schei* ausgegeben werden muss, während wir immer noch marode Infrastruktur haben und es in manche unserer Büros und Labore rein regnet (kein Scherz!).
Ich entschuldige mich für das OT, denke aber, dass man das auch gut auf die BW übertragen und sich wünschen kann, dass wir z.B. mehr Ausbildungsstellen für Köche schaffen und die Arbeitsbedingungen entsprechend verbessern, damit mehr Menschen Lust auf eine Karriere bei der BW haben (und sich damit dann garantiert auch mehr Freiwillige für einen dauerhaften Einsatz im Ausland finden lassen). Und das sind ja bereits so einfache Sachen wie Hochgeschwindigkeits-WLAN in der Kaserne oder die einfache Bereitstellung von Kleidung über die Lieferboxen, die vor einiger Zeit hier im Blog vorgestellt wurde. Ist aber halt langfristige, nicht sofort attraktive Planung und Umsetzung, die ja zum Glück in Teilen bereits angegangen wird, aber ich mir hier mehr Fokus auf solche Sachen wünschen würde… Aber wie so oft kommt die Pflicht vor der Kür, bzw. sollte es so sein, ist es oft genug leider nicht so. Abschließend denke ich, dass 80 % freiwillige Kräfte sind und dass das damit auch eine Erfolgsgeschichte ist, oder?
Hört, Hört, denn ‚Ganz ohne Pflicht wird es nicht gehen‘.
@JoH: Eben, wir lachen immer drüber wie die USAmit Contractors arbeitet und der Marine sich aufregt, dass er nicht mal seine eigene Wäsche waschen darf. Bevor wir all die Debatten nochmal führen, und bevor wir wieder nen Tross ans Heer hängen mal bei anderen nachsehen.
@JoH
Bei dem Koch mag das eine Sache sein, bei einem IT-Spezialisten eine andere…
Allerdings hat sich die Bundeswehr in den Reihen der Portepees, die mit Masse diese Spezialisten stellen, gerade kein gutes Standing. Stichwort Mindestdienstzeiten.
Erklär mal einem HptFw der eh schon genervt ist weil er 1 Jahr vor dem StFw stand, dass er jetzt gezwungener Maßen nach Litauen muss.
Und nein, nicht alle Dienstposten dort können StFw-Stellen werden
War zu erwarten. Die Personal-Lücke ist nach durchgesickerten ( unbestätigten ) Meldungen von vor einigen Monaten aber wohl deutlich größer ( vierstellig ).
Da die Litauenbrigade endgültig ja erst Ende 2027 einsatzbereit sein soll wird wohl eine weitere Beorderungs-Welle zu erwarten sein. In einem Jahr sprechen wir dann nochmal…
Frei nach dem Song von Leonard Cohen “ First wie take Manhatten… “ wird das beim Wehrdienst ähnlich laufen. Da sich aber keine Partei in diese ( potentielle Wählerverlust- ) Situation bringen will wohl erst in der nächsten Legislaturperiode…
Dem Dienstherrn dienen,
sobald dienen zur Pflicht wird, trennt sich die Spreu vom Weizen.
Man hat schon bei der Corona Pflicht Impfung bei zahlreichen Soldaten Widerstand erlebt, der zu Diziplinarmaßnahmen, Entlassungen und sogar zu Anklagen wegen Gehorsamsverweigerung führte.
Wie werden die Vorgesetzten wohl diesmal den Gehorsam einfordern?
Oder wird der Dienstherr auf Dauerreservisten zurückgreifen müssen?
Die Berufswahl Soldat kommt auf jedenfall für jeden Betroffenen auf den Prüfstand und das Gewissen entscheidet letztendlich
Ich sehe das Problem nicht: Als Soldat war es auch mal normal in den s.g. Einsatz zu gehen, auch wenn sich daran niemand mehr erinnern möchte. Auch da wurde man zwar gefragt, ging aber letztlich auch auf Befehl.
Wenn Freiwilligkeit für Soldaten nunmehr die Regel wird, dann stimmt etwas gewaltig vom Kopf her nicht – und da meine ich jetzt die Führung. Es ist schon ein Armutszeugnis wie das da derzeit moderiert wird. Aus Sorge keine Quantität mehr zu bekommen, wird die Qualität der gesamten Truppe (ja, Befehl und Gehorsam ist aus meiner Sicht eine notwendige Qualität) unterminiert. Aber auf dem Altar der monatlichen Zahlen, spielt das ja keine Rolle, Hauptsache die Papierlage stimmt.
@JoH, ja auch beim Essen macht es Sinn auf eigenes Personal zu setzen und nicht auf lokales Personal.
Das mag in Friedenszeiten in der Kaserne zwar eine Option sein, aber der zivile lokale Koch wird weg sein wenn es Ernst wird. Den eigenen soldatischen Koch schickst dann mit der Feldküche raus.
Da dürfte jeder Verband, sofern er noch über eine VpflGrp verfügt, vor Freude in die Luft springen. Die Ausbildung zum Feldkoch in Garlstedt dauert in der Tat nur ein paar Wochen, jedoch kann man das Kochen dort nicht lernen. Das sind nur Bw spezifische Inhalte, die dort vermittelt werden. Da Köche auch im Zivilleben inzwischen rar geworden sind, haben die VpflGrpFhr schon länger das Problem, dass gewisse Forderungen nicht mehr erfüllt werden können, weil sie ebenfalls keinen Nachwuchs bekommen. Von daher dürfte es sehr schwer werden, diesen Bedarf adäquat zu decken
@JoH
Klar, wer kennt sie nicht, die lokalen Arbeitskräfte, die Truppe im Gefecht folgen.
@Bürohengst
Konfuzius: „Es ist nicht wichtig, wie langsam du gehst, sofern du nicht stehen bleibst.“
Ist es dieses operative Bürowissen, oder die billige und bequeme Einstellung der professionellen Schwarzseher von „war doch klar“.
@Rainer Schäfer, 14.09.2026 um 20:59 Uhr:
„Dem Dienstherrn dienen, sobald dienen zur Pflicht wird, trennt sich die Spreu vom Weizen….“
Naja, ganz so einfach ist es ja nicht. Die Bw hat zumindest zu meinen aktiven Zeiten immer aktiv damit geworben, dass Soldaten nur in der ultima ratio aufgrund des Prinzips Befehl und Gehorsam folgen. Ziel im Rahmen der Inneren Führung war es immer aus Einsicht und Vertrauen zu folgen. Wenn die politische Führung gewisse Entscheidungen also nicht erklären kann oder will, dann versucht man es zunächst mit extrem viel Geld/Vergünstigungen und ganz zum Schluß mit dem Befehl. Das war schon zu Struck-Zeiten, der schließlich behauptete, dass die FDGO auch am Hindukush verteidigt werden würde, was völliger Unfug war. Vielleicht sollte die politische Führung mal an den einfachen klaren Rationalen oder aber an Ihrer Überzeugungskraft arbeiten.
Übrigens: „der Dienstherr“ des Soldaten ist das deutsche Volk. Es würde mich ja brennend interessieren, was das deutsche Volk sagen würde, wenn man es fragen würde, ob es für oder gegen eine ständige Stationierung einer Panzerbrigade mit den entsprechenden immensen Kosten stimmt.
[Hm, das ist jetzt ein etwas merkwürdiger Versuch, die Debatte in die Richtung „ist das der Wille des deutschen Volkes?!“ zu drehen. Machen wir hier nicht, wenn Sie die repräsentative Demokratie infrage stellen und debattieren wollen, gibt es dafür bestimmt passende Foren, wo Sie das tun können. T.W.]
@ Bürohengst, 14.09.2026 um 18:04 Uhr:
„…Also werden die Chefs mal wieder sich Gedanken machen müssen wie Ihre Einheit ohne die über eine längere Zeit auskommt. Es bleibt spannend.“
Naja, der Minister hat die Besetzung der Litauen-Brigade zum politischen Nr. 1 Ziel ausgerufen und deshalb muß es erreicht werden. Wenn nötig, wird halt kannibalisiert. Hauptsache Ende 2027 kann Vollzug gemeldet werden.
Welche Fähigkeiten dafür in Deutschland zeitlich begrenzt nicht verfügbar sind mit all´ den negativen Folgen ist völlig egal. Und niemand von den karrierehungrigen Erfüllungsgehilfen mit goldenen Sternen widerspricht.
80% Ziel mit Freiwilligkeit erreicht. Wo ist das Problem? Der Aufbau erfolgt ja auch unter Zeitdruck. Es wäre interessant zu verfolgen, wie es dann in den nächsten Jahren weitergeht. Für welchen Zeitraum soll denn jeweils beordert werden?
@TW: Ich stelle nicht die repräsentative Demokratie infrage. Ich stelle infrage, dass die ständige Stationierung einer Brigade den Nutzen des deutschen Volkes mehrt und Schaden von ihm (dem deutschen Volk) abwendet, so, wie es im Ministereid steht.
[Die Debatte ist hinreichend unsinnig. Man könnte auch infrage stellen, ob der Kauf von Fregatten den Nutzen des deutschen Volkes mehrt, oder die Umstrukturierung der Bundeswehr oder oder. Oder die Mitgliedschaft in der NATO. Auf diese Ebene bitte hier nicht. T.W.]
Zum Vergleich: Zahl der maximal gleichzeitig eingesetzten Bundeswehrsoldaten in Afganistan : Ca. 5300 ( ich war beim Nachschauen erstaunt ob der hohen Anzahl ).
Die einzelnen Soldaten waren 4 bis 6 Monate rotierend eingesetzt, ganze komplette Einheiten wurden wohl verlegt, aber ohne Wehrpflichtige.
Geplant in Litauen knapp unter 500o Soldaten, aber nicht rotierend ( zumindest geplant ) und wohl auch ohne Wehrdienstleistende mit kurzer Verpflichtungszeit. Das bedeutet in vielen Fällen eben mit Familie.
Das ist wohl das Hauptproblem, die Motivation des Soldaten / der Soldatin kann noch so hoch sein, wenn die Familie nicht will wirds extrem schwierig…
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Exkurs für die „kalten Krieger“:
Damals gab es keine militärischen Einsätze der Bundeswehr. Allerdings vielfach doch Soldaten im Ausland bei humanitären Hilfeaktionen mit militärischem Material ( meist Transportmaschinen ).
Bundeswehrsoldaten die damals jahrelang im Ausland eingesetzt wurden gab es dennoch. Botschaftspersonal, bspw. Militärattache’s. Ich hatte in meiner Wehrpflichtzeit als Vorzimmer-„Sekretär“ das Vergnügen eine Tropenuniform für meinen Chef ( Oberstleutnant i.G. ) zu bestellen…
@Bürohengst, so wie ich das verstehe werden sich die Chefs weniger Gedanken machen müssen. Die bekommen einen unbesetzten Dienstposten mehr. Eher wird sich das Personalamt Gedanken machen müssen wie es einen neuen Spezialisten bekommt.
Die sind nicht nur 8 Wochen abkommandiert in ein Einsatzkontingent, die werden ganz normal in eine andere Einheit versetzt, nur das die halt im Ausland sitzt.
Wenn jemand wiederkommt dann eher nicht für seinen alten Posten sondern in der normalen Personalrotation weil eine Stelle frei ist, er dafür als geeignet befunden wurde und für eine entsprechende Beförderung ansteht.
ORR sagt: 14.09.2026 um 23:06 Uhr
Es ist mir nicht klar, was Sie da in Frage stellen wollen? Unsere Bündnisverpflichtungen in der NATO? Klar steht da nicht drin, DEU stationiert eine Panzerbrigade in LIT, aber es lässt sich daraus herleiten und macht Sinn. Ich kämpfe doch lieber auf fremden Boden, als den (Schieß)krieg nach Deutschland reinzulassen, weil ich erst an der deutschen Grenze anfange zu kämpfen. Und dann alleine bin, weil alles was vorher vor der Grenze war, nicht mehr in der Form existiert.
Ich finde, Ihre Frage kann man natürlich diskutieren, das wurde ja auch hinreichend getan. Diese Diskussion jetzt wieder raus zu kramen, weil Soldaten versetzt werden sollen, ist unlauter. Jeder Beamte, hier Bundesbeamte, ist grundsätzlich versetzbar, deutschlandweit und auch darüber hinaus. Jeder Landesbeamte innerhalb seines Bundeslandes usw.. Das geschieht meistens einvernehmlich oder der Beamte bewirbt sich auf diese Position. Wenn das nicht hinreichend funktioniert, entscheidet der Dienstherr.
Wenn das nicht funktioniert, muss man in Ihrem Stil die Frage stellen: Welchen Nutzen hat das deutsche Volk vom Beamtentum und seinen Privilegien?
Bei der Diskussion um Versetzbarkeit bitte ich, das Wort „grundsätzlich“ zu beachten. Es macht keinen Sinn, jede Ausnahme- oder Härtefallregelung im individuellen Fall zu betrachten. Klar gibt es die, dafür gibt es aber Personaler beim S1/G1/BAPers, die dafür zuständig sind.
@Apollo 11
Als das HFüKdo die ersten KFOR Kontingente stellte, waren auf dem Balkan auch durchaus mehr als 10.000 Soldaten der Bundeswehr gleichzeitig im Einsatz. Wer seit 1998 zur Bundeswehr gegangen ist, WEISS, dass Einsätze und dauerhafte Einsätze kommen werden.
Nachdem ja massiv mit Geld geworben wurde, war es doch klar, dass einige Soldaten eben auch über den Faktor Geld diskutieren. Oder sehen, dass Raum für Diskussionen besteht.
„Klar, wer kennt sie nicht, die lokalen Arbeitskräfte, die Truppe im Gefecht folgen.“
Marketender sind historisch gesehen eher der Normalfall.
Litauen wäre ein ziemlich statisches Gefechtsfeld, denn man will nicht zurückweichen und wird wohl auch kaum tief in Russland einmarschieren. Man hat also ein begrenztes Einsatzfeld, welches im Zivilleben von einzelnen Grossküchen bedient wird.
In der Ukraine werden die Truppen meines Wissens auch viel von Zivilisten unterstützt.
Zum Thema „Versorger werden gesucht“ hier geht es um Inst. Soldaten Kette/Rad die massiv fehlen.
Zum Thema „Einsetze gab es schon immer“
Es ist kein Einsatz der 3 oder 6 Monate dauert und du deinen Dienstposten in DE weiter inne hast.
Es ist eine Versetzung und im vergleich zum Einsatz mit weniger Geld pro Monat unterm Strich und auch keine Anrechnung auf die Rentenpunkte.
Auch die Rückkehr Optionen sind mehr als schwammig siehe GAIP
Man hätte einfach mur die Battlegroup „aufbohren“ sollen.
[„Keine Anrechnung auf die Rentenpunkte“ ist eine Behauptung, die Sie bitte belegen wollen. T.W.]
Ja wo sind sie denn, die ganzen Spezialisten?
Einige der Kommentatoren hier machen sich offensichtlich keine Vorstellung. Auch jedes normale Kampftruppenbataillon hat seine „Querschnitts-Spezialisten“. Das gilt für den IT’ler, der den GefStd und die Führungsfähigkeit herstellt, aber auch für den Nachschub, Logistik und Themen wie feldmäßige Instandsetzung. Und diese Dienstposten finden sich eben querschnittlich in allen Bataillonen, aber auch den selbstständigen Kompanien der Brig45!
@O.Punkt
Es geht sicher nicht nur um „LKW fahren“. Der Auftrag eines VersBtl ist da schon etwas umfangreicher, gerade mit Blick auf z.B. Instandsetzung! Aber sicher auch Schwerlasttransport, Bergung und Gefahrgut (Sprit) sind Fähigkeiten, die nicht mal eben am Baum wachsen.
Auftrag eines Versorgungsbataillon:
Die Soldaten des Versorgungsbataillons stellen die logistische Unterstützung der eigenen Kräfte sicher. Nachschub, Transport und Instandsetzung gehören zu ihren Hauptaufgaben. Sie versorgen Gefechtsverbände mit Verbrauchsgütern wie Munition, Betriebsstoffen, Ersatzteilen und Lebensmitteln. Mit Lkws oder Schwerlasttransportern transportieren sie fast alles, von der Wasserflasche bis zum Kampfpanzer. Mit Bergepanzern schleppen oder schieben sie defekte Panzer direkt aus dem Gefecht ab. Mit spezieller Ausrüstung und Ausbildung setzen die Soldaten des Bataillons kaputte oder beschädigte Waffensysteme instand.
Hoffe das leistet einen kleinen Beitrag zum Verständnis der Problematik.
Als wäre jeder GI freiwillig in Korea, oder jeder Brite freiwillig auf Zypern. Ist halt so. Und 80% Freiwillige ist gar keine schlechte Quote. Es ist wirklich bezeichnend und beschämend, dass selbst die öffentlich-rechtlichen Medien wie das ZDF titeln „Pistorius will Soldaten zwingen“ … Newsflash, Soldaten kann man Befehle erteilen.
@T.W.: „[Die Debatte ist hinreichend unsinnig. Man könnte auch infrage stellen, ob der Kauf von Fregatten den Nutzen des deutschen Volkes mehrt, oder die Umstrukturierung der Bundeswehr oder oder. Oder die Mitgliedschaft in der NATO. Auf diese Ebene bitte hier nicht. T.W.]“
Keine sachlich geführte Debatte ist „unsinnig“. Ich denke, dass ORR hier durchaus einen Punkt hat, wenn es um die Wurzel des Problem-Leuchtturms „Litauen-Brigade“ geht.
Für mich befremdlich ist Ihre Reaktion als Hausherr dieses Blogs. Ich dachte immer, dass gerade Journalisten an einem sachlichen Meinungsaustausch ein besonderes Interesse haben müssten.
Da habe ich mich bei Ihnen wohl geirrt?
@all
Jetzt muss ich mir den Vorwurf hier gefallen lassen, ich hätte auf diese Aussage zu hart reagiert:
Übrigens: „der Dienstherr“ des Soldaten ist das deutsche Volk. Es würde mich ja brennend interessieren, was das deutsche Volk sagen würde, wenn man es fragen würde, ob es für oder gegen eine ständige Stationierung einer Panzerbrigade mit den entsprechenden immensen Kosten stimmt.
Nun kann man das für viele Regierungsentscheidungen fragen. Es würde mich ja brennend interessieren, ob das deutsche Volk für oder gegen eine Vermögensteuer stimmt. Oder für oder gegen die Subvention von Verbrennern.
Aber darum scheint es ja nicht zu gehen – sondern darum, den Umgang mit Bündnisverpflichtungen in dieser Form zu delegitimieren. Insofern habe ich da etwas harsch reagiert, das gebe ich zu. Aber so zu tun, als würde ich ganz selbstverständliche Forderungen abwürgen, ist schon ein bisschen, nun, weit gegriffen.
Vielleicht können diejenigen, die sich so gegen diese Brigade positionieren, ja mal ganz sachlich erklären, wo aus ihrer Sicht das Problem liegt – und nein, dass es die Abordnung nach Litauen auch ohne Freiwilligkeit geben wird (wie sonst in der Bundeswehr bisweilen auch) ist nicht der Kern des Problems.
Die Bundeswehr hat gestern eine Pressemitteilung rausgehauen, mit der Überschrift:“Freiwilliger Aufwuchs der Brigade Litauen erfolgreich“, um im Text einzuräumen, dass eine dreistellige Zahl von Soldaten zwangsversetzt werden muss nach Litauen. Warum kann das Ministerium nie ehrlich sein, warum immer rosarot gefärbte Berichte?? Für mich sind die Zwangsversetzungen ein persönliches Versagen von Pistorius! Denn die Brigade ist sein Projekt. Ich halte die Brigade grundsätzlich für richtig, nur lehne ich den Truppenklau ab. Alle Einheiten für Litauen hätten entweder durch Neuaufstellung oder durch Teilung bisheriger Verbände aufgestellt werden sollen, so dass die BW tatsächlich um eine Kampfbrigade gewachsen wäre, anstatt dass die Kampfbataillone nur anderen Brigaden entwendet worden sind, so dass die Bundeswehr tatsächlich nur um ein Artilleriebataillon durch die Aufstellung der neuen Brigade wächst. Die Medien haben klar berichtet, dass die Auslandszuschläge für Offiziere hervorragend sind, aber sich für Unteroffiziere und Mannschaften kaum lohnen, auch wenn der Auslandszuschlag selbst steuerfrei ist. Da kann ich nicht verstehen, dass Pistorius nicht eingegriffen hat und die Zuschläge für die Mannschaften & Unteroffiziere erhöht hat, um die Freiwilligkeit zum Erfolg zu bringen? Was die Zahlen angeht, sind 2.500 von 4.800 nur ca ca 60 % und keine 80 %. Ich habe deshalb den Verdacht, dass hier mit den Zahlen getrickst wird. Zumal mehrere Medien Schreiben, es gäbe nur 60 % an Freiwilligen. Natürlich gehört Versetzung zu Streitkräften, aber wenn groß die Freiwilligkeit für die Brigade verkündet wird, sollte es nicht am Geld scheitern. Und Marineköche zwangsverpflichten für das Heer in Litauen macht keinen guten Eindruck.
Jetzt agiere ich auch mal so holzschnittartig wie manche Kommentatoren hier: Eine „Zwangsversetzung“ von Soldaten, die sich ja bereits freiwillig zu den Streitkräften gemeldet haben, nach Litauen ist böse? Aber Wehrpflicht für 100.000e junge Männer ist gut? Habt ihr mal eure Maßstäbe überprüft?
@T.W.: „Nun kann man das für viele Regierungsentscheidungen fragen. Es würde mich ja brennend interessieren, ob das deutsche Volk für oder gegen eine Vermögensteuer stimmt. Oder für oder gegen die Subvention von Verbrennern.“
Es gibt doch für alles Mögliche Umfragen, wobei deren Ergebnisse ja nicht alles Regierungshandeln bestimmen sollen und können.
Es wäre doch hier bestimmt interessant zu erfragen, wie denn die öffentliche Meinung zu diesem „Leuchtturm-Projekt“ ist und da auch @Apollo 11 recht hat mit seinem Argument: „Das ist wohl das Hauptproblem, die Motivation des Soldaten / der Soldatin kann noch so hoch sein, wenn die Familie nicht will wirds extrem schwierig…“, ist eben nicht allein entscheidend ob der/die Soldat/in selbst sich nach seinem/ihrem Berufsverständnis loyal gleich für mehrere Jahre nach Litauen versetzen lassen möchte. Da stimmt letzten Endes das gesamte zivile Umfeld mit ab.
Das muss sich die Bw-Führung doch eigentlich auch selbst fragen, bevor man den Eindruck nach außen erweckt, als könne man solch eine personalstarke Dauerstationierung locker mit Freiwilligen stemmen.
Es geht doch hier nicht um GUT und BÖSE!
Nicht umsonst waren frühere mehrjährige Versetzungen von Soldatenfamilien immer mehr oder weniger „freiwillig“.
In einer Zeit, wo nicht mehr der Alleinverdiener in einer Ehe (ggf. mit Kindern) den finanziellen Druck alleine bewältigen kann und wo jeder Ehepartner auf eigenes Einkommen zur Sicherstellung seiner hinreichenden Rente im Alter angewiesen ist, kann man hier nicht mit Zwang vorgehen und dabei aber in der Werbung „die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ hochhalten.
@Flo
„Das mag in Friedenszeiten in der Kaserne zwar eine Option sein, aber der zivile lokale Koch wird weg sein wenn es Ernst wird. Den eigenen soldatischen Koch schickst dann mit der Feldküche raus.“
Kommt drauf an wen man einstellt würde ich sagen. Es gibt aus den Kriegen durchaus viele Beispiele, wie die Versorgung im Feld von Einheimischen übernommen wurden, die nicht weggelaufen sind. Und hier handelt es sich einheimische EU-Bürger wie wir, die oft durchaus Interesse daran haben ihre unmittelbare Heimat zu verteidigen – und grundsätzlich betrachte ich es von Vorteil wenn die Einheit möglichst viele Einheimische integriert hat als Kontakt zum Land, weil die meisten Soldaten ja nicht Litauisch lernen werden und noch nicht jeder Litauer gut englisch spricht (die junge Generation spricht aber allgemein sehr gutes Englisch).
Kurz gesagt, einen Koch muss man vielleicht wirklich nicht zwangsverpflichten und wenn man gute ITler sucht, dann sollte man das vielleicht extra Vergüten, die waren ja auch generell noch Mangelware in der Bundeswehr? Manch einer würde wohl lieber bald kündigen und in der freien Wirtschaft mehr verdienen, als sich wegschicken zu lassen. Ansonsten kann man selbst noch ausbilden. Aber Freiwillige kämpfen nunmal härter und besser – und Litauen ist in der Tat ein Einsatzort wo es sehr bald Ernst werden kann. Wenn man da einen Depp für die IT Sicherheit zwangsverpflichtet hat, der nicht will, nicht wirklich kann, aber zu doof war was anderes zu finden – dann kann der Gegner alles mitlesen, und dann genau zum richtigen Zeitpunkt Systeme lahmlegen und da angreifen wo es weh tut. IT Systeme sind kritisch. Das müssen motivierte Profis sein, wenn man es Ernst meint.
@LuckySailor mit GUT und BÖSE:
Deswegen hat TW in der Einleitung auch geschrieben, dass sein Kommentar bewusst „holzschnittartig“, also zugespitzt und vereinfacht ist.
Und ja, ich stimme dem Hausherrn zu, dass die Forderung nach einer Wehrpflicht für Männer und Frauen, verbunden mit einem unfreiwilligen, massiven Einschnitt in das Leben hunderttausender junger Menschen, bei gleichzeitiger Kritik an einer Versetzung von Zeit- und Berufssoldaten nach Litauen irgendwie nicht zusammenpassen.
„Als wäre jeder GI freiwillig in Korea,“
Die US-Streitkräfte sorgen bei Auslandsstationierungen – soweit ich informiert bin – recht gut für Arbeitsplätze für die Ehepartner (oft in der umfangreichen zivilen Infrastruktur der US-Stützpunkte). Zweitens ist auch im US-Arbeitsmarkt Hire & Fire und häufiges Umziehen üblich, so dass bei Rückkehr in die USA die Arbeitsplatzsuche von Familienangehörigen meist viel einfacher sein sollte.
Aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen, dass Feldköche sehr „sensible“ Wesen sind, die ständig „gestreichelt“ werden wollen, da sie von früh morgens bis spät in die Nacht getreu dem Spruch „ohne Mampf kein Kampf“ bzw. „ohne Verpfegung keine Bewegung“ für ALLE da sein müssen. Vom Landser bis zum Kdr. Man kann ihnen zwar befehlen zu kochen – aber man kann ihnen nicht befehlen GUT zu kochen. Jeder Leser hier weiß, wie gut das Essen auf den TrÜbPl immer schmeckt, wenn die Jungs bei Laune gehalten werden. Die Spieße tun ihr möglichstes dazu, dass es auch dabei bleibt ( das Tragerl Bier, das hin und wieder deshalb „rüber rutscht“ ebenso). Wenn jetzt Feldköche, egal ob Mschft oder UoP gegen ihren Willen befohlen werden, kann man sich leicht ausrechnen, wie das Essen dann schmeckt oder ob es rechtzeitig fertig ist, wenn sich die Spieße gegenseitg zur Abholung auf den Füssen stehen
Gehen eigentlich alle Zeit- und Berufssoldaten aus (westdeutschen) Großstädten freiwillig in Verwendungen in Standorte im bayrischen Wald oder irgendwo an der polnischen Grenze? Gibt es dort auch immer adäquate Arbeitsplätze für die Familienangehörigen? Ist es immer möglich kurzfristig mit der Familie umzuziehen (Schule etc)? Das heißt doch auch, dass auch jetzt schon Versetzungen nicht unbedingt freiwillig erfolgen und auch jetzt schon tausende Soldaten in Deutschland in einer Fernbeziehung leben.
Was ist dann in Litauen anders? Ist die Kriegsgefahr in Litauen so groß, dass ich da als Soldat jederzeit mit Beschuss rechnen muss? Und ja, 20% von 5.000 ist halt dann auch eine vierstellige Zahl (80% Freiwilligkeit).
@VpflgrpFhr:
Die „Geschenke zur Erhaltung der Freundschaft“ in allen Ehren, ich kann ja verstehen, dass so etwas Dinge ermöglicht, die ansonsten schwierig wären. Aber wenn man sich quasi bestechen lassen muss, um seinen Job ordentlich zu machen, huiuiui.
Einem Feldkoch, dem man draufkommt, dass er offenbar absichtlich schlechter oder langsamer kocht als er eigentlich könnte, noch dazu aus rein egoistischen Motiven, dürften interessante „Unterhaltungen“ mit den in seiner Feldküche versorgten Panzergrenadieren ins Haus stehen, würde ich vermuten.
Sind wir wirklich alle schon diese „Dienst nach Vorschrift“-Abseiler geworden? Kein Funken Anspruch an das Ergebnis mehr im Leib?
Das ist peak Ragebait. Crashout imminent!
@O.Punkt
Ein Logistik-Stabsoffizier ist ein Spezialist in der Logistik? Schauen Sie sich mal eine alleinerziehende Mutter von 4 Kindern vor. Da können Sie von Spezialist sprechen, aber nicht bei einem Stabsoffizier, der die meiste Zeit damit beschäftigt ist, Emails zu administrieren
Hallo in die Runde,
für mich persönlich ist die Stationierung einer Brig in LTU nachvollziehbar, jedoch verstehe ich die Bw bei manchen Entscheidungen und Vorgängen nicht.
Warum hat man sich Rūdninkai als Stationierungsort entschieden? Auf der Karte sieht es echt trostlos aus. Fahrzeit nach Vilnius 40 Minuten. Wenn ein Sdt seiner Familie was bieten möchte, kann es nur eine größere Stadt zum Leben sein. Vor allem wenn der Partner auf Grund Übung nicht nach Hause kommen kann.
Dann wäre die Frage, wie die Information bei Bild gelandet ist. Egal was bei der Bw läuft, bevor die Tr es offiziell erfährt, kommt es bereits online (LTU, StFw, Entlassungen, Stationierungsentscheidungen). Langsam glaube ich, dass ist Absicht.
Warum nutzt man nicht die neuen SaZ oder BS für LTU bevor man irgendjemand nimmt. Mit Dienstantritt LTU werden Sie xxxx.
Fachexpertisen findet man doch (ggf. jetzt wieder) auf dem Arbeitsmarkt. Muss jede(r) Fachfrau / -mann unbedingt Uniform tragen, oder kann der Koch, ITler, Kraftfahrer etc. nicht ziviler Bundeswehrangehöriger sein. Klar, bei KpfTr wird es schwierig,
Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld für die (Tr)Werbung ausgegeben wurde. Dafür sehe ich zu wenig in Rundfunk und Fernsehen. Zielgruppe?! Oder ich habe Tomaten auf den Augen. Ich bin auch kein Nutzer von sozial Media.
Es bleibt spannend. Alles Gute für die, die nach LTU gehen.
Ich bitte Nachsicht für das nicht gendern. Bevor es zum Thema wird. Thx
[Ihre Frage
Dann wäre die Frage, wie die Information bei Bild gelandet ist. Egal was bei der Bw läuft, bevor die Tr es offiziell erfährt, kommt es bereits online (LTU, StFw, Entlassungen, Stationierungsentscheidungen). Langsam glaube ich, dass ist Absicht.
würde ich ja anders stellen: die Vorab-Information dieses Mediums wurde kurz vor der offiziellen Information des Ministeriums verbreitet. Damit ist die Frage, warum die Bereitschaft, diese erste Mitteilung für glaubwürdiger zu halten, so verbreitet ist. Ich habe da eine Vermutung, die nicht besonders schmeichelhaft ist. T.W.]
@Closius sagt: 15.09.2026 um 11:28 Uhr
Da können Sie mal sehen, was Geld so anrichtet. Die Besoldung von Soldaten, gerade Mannschaften und Unteroffizieren, ist im Vergleich zur zivilen Wirtschaft gut. Auch unter Einbeziehung der Besonderheiten des Soldatenberufs. Und diese beinhalten nun mal eingeschränkte Grundrechte und den Empfang von Befehlen.
Und wenn ich dann lese, das ein Hauptgefreiter, zwei Kinder mit Familie im Ausland in Rukla einen Zuschlag von € 3.817,00 pro Monat bekommt, ist das viel Geld. Da springt mir glatt der Draht aus der Mütze, wenn ich dann manche Kommentatoren hier lese. Nachzulesen hier:
https://www.bundeswehr.de/de/auftrag/verteidigung/aufgaben/bundeswehr-litauen-grosse-schritte-deutsche-kampfbrigade/informationen-dienst/finanzen
@Dulli sagt: 15.09.2026 um 10:02 Uhr
Die Rentenpunkte werden erst am Ende der Dienstzeit berechnet und dann bezahlt der Bund in die Rentenkasse ein. Vorher passiert da nix. Und wenn Sie da Sorgen haben, schließen Sie eine private Altersvorsorge ab, sparen ein Depot an oder kaufen eine Wohnung etc. pp. Es wird ohne private Vorsorge eh nicht reichen. Man kann natürlich auch alles verballern und dann rumheulen…. Eigenverantwortung ist das Stichwort.
[Ehe es jetzt eine Debatte über Rentenpunkte gibt: ich warte noch auf den Beleg für die ursprüngliche Behauptung. Ansonsten gehe ich dagegen wie sonst auch gegen fake news vor. T.W.]
@Closius:
„Was die Zahlen angeht, sind 2.500 von 4.800 nur ca ca 60 % und keine 80 %. Ich habe deshalb den Verdacht, dass hier mit den Zahlen getrickst wird. Zumal mehrere Medien Schreiben, es gäbe nur 60 % an Freiwilligen.“
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Das war bereits eine Meldung von vor ein paar Monaten ( „durchgesickert“ aus dem Ministerium ) die aber medial weitgehend unkommentiert blieb.
Was mich damals schon gewundert hatte.
Mein Problem damit ist nicht die Abkommandierung von Soldaten nach Litauen ( obwohl da natürlich fast keiner mit Familie begeistert wäre ). Sondern die Kommunikation des Verteidigungsministeriums. Man sieht die grosse Personallücke, gibt aber völlig andere Meldungen heraus.
Und greift zu dem Trick einfach erst mal die halbe Mannschaftsstärke als Bezugsgrösse zu nehmen damit der Aufschrei nicht zu groß wird.
Und ja, viele könnten jetzt denken wie wird das denn bei der Wehrpflicht laufen. Auf kommunizierte Zahlen „wird-schon-reichen“ kann man sich hier offensichtlich nicht verlassen.
Das ist der Punkt der vielen nicht gefallen könnte…
„Das heißt doch auch, dass auch jetzt schon Versetzungen nicht unbedingt freiwillig erfolgen und auch jetzt schon tausende Soldaten in Deutschland in einer Fernbeziehung leben.
Was ist dann in Litauen anders?“
Die wenigsten Ehepartner können litauisch.
Allgemein hat man jetzt schon ein Problem mit zuwenig geeigneten Bewerbern für die gesamte Bundeswehr. Wenn man jetzt noch Spezialisten nach Litauen zwangsverschickt, dann wird die Bundeswehr für diese Spezialisten noch weniger attraktiv
Der Bundeswehr Sold kann allgemein nicht (zu) hoch sein im Vergleich zur Privatwirtschaft. Sonst würden ja massig Leute versuchen, in die Bundeswehr zu wechseln.
In der Marktwirtschaft ist es normal, den finanziellen Anreiz so lange zu erhöhen bis die Nachfrage gesättigt wird.
[„Keine Anrechnung auf die Rentenpunkte“ ist eine Behauptung, die Sie bitte belegen wollen. T.W.]
Im Einsatz bei ATB bekommt man pro Einsatztag eine zusätzliche Erhöhung der Rentennachversicherung bei SAZ.
Bei Dienstposten im Ausland leider nicht.
[„keine Anrechnung“ und „keine zusätzliche Erhöhung“ ist schon ein Unterschied, oder? Wenn ich das richtig verstehe, ist der Kritikpunkt, dass die Auslandszuschläge – wie an anderer Stelle verlinkt, bei Familienmitzug auch mal 3.800 Euro steuerfrei im Monat – sich nicht auf die Rente auswirken. Das kann man bedauern, aber ehrlich gesagt, kann ich als Nicht-Beamter das nur begrenzt nachvollziehen… T.W.]
In Ergänzung zu den Vorrednern:
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbvi/76e.html
Ehe es jetzt eine Debatte über Rentenpunkte gibt: ich warte noch auf den Beleg für die ursprüngliche Behauptung. Ansonsten gehe ich dagegen wie sonst auch gegen fake news vor. T.W.]
§76e SGB VI
0,18 pro Monat sind nach 3 Jahren 6,48 Rentenpunkte mehr im alter bei drei Jahren .
6,48 Punkte mal derzeit 42 eur sind das 272 eur mehr Rente die ein Soldat der 3 Jahre im Einsatz zum Beispiel Battlegroup LTU war mehr bekommt wie selbiger Soldat der Teil Brigade 45 mit Versetzung wird.
@all
Ok, wieder was gelernt. Also, gemäß § 76e SGB VI – Zuschläge an Entgeltpunkten für Zeiten einer besonderen Auslandsverwendung – bekommt ein Soldat für den Dienst in der NATO-Battlegroup in Litauen nachträglich Rentenpunkte, der Soldat in der Panzerbrigade 45 nicht, weil das ja keine besondere Auslandsverwendung ist.
Der Vollständigkeit halber: rechnet noch mal jemand aus, wie hoch der Zuschlag in dem einen wie in dem anderen Fall ist? Oder ist das wieder nicht vergleichbar?
Und: wie groß ist die Zahl der Soldaten, die drei Jahre in der Battlegrup Dienst tun, bei einem halben Jahr pro Einsatz müsste das ja sechs Rotationen sein? Gibt’s da so viele?
(Ich will ja nicht den Vorwurf bekommen, ich würde die grundlegenden Probleme nicht wahrnehmen,)
@KPK:
Weder noch, nur der gesunde Menschenverstand.
Selbst bei früheren „Fastbelohnungen“ von 27 Tagen Übung in Shilo (CAN) gab es in meinem PzGrenBtl nicht genug Freiwillige für alle DP.
@einer-von-vielen:
Interessanter Ansatz mit den neu zu berufenden SaZ/BS.
In den Zeiten nach der Wende wurden vielfach StFw angeschrieben das sie erst Dienst in den neuen Bundesländern machen sollten/müssten um dort OStFw zu werden.
Nach mind. 2 Jahren durften sie dann an ihren, wenn möglich, Wunschstandort zurückkehren als OStFw.
Um die Diskussion um extra Rentenpunkte mal abzuwürgen verweise ich hier auf die Einstufung als „besondere Auslandsverwendung“ und den Beitrag vom 29.10.25 des DBWV:
https://www.dbwv.de/mitgliedschaft-service/fuer-alle/aktuelles-service/beitrag/panzerbrigade-45-einsatzversorgung-in-litauen-gesichert
Zitat:
„Die Definition als „besonderen Auslandsverwendung“ gem. § 87 Abs. 1 SVG / § 31a BeamtVG ist ferner für den Anwendungsbereich weiterer gesetzlicher Regelungen von Bedeutung. So können die Zeiten dieser Verwendung in Litauen für Berufssoldaten und Beamte gem. § 39 Abs. 2 SVG / § 13 Abs. 3 BeamtVG bis zum doppelten als ruhegehaltsfähige Dienstzeit angerechnet werden. Dies kann jedoch nicht zu einem höheren Ruhegehaltssatz als insgesamt 71,75 % der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge (Maximalversorgung) führen!
In der gesetzlichen Rentenversicherung nachzuversichernde Soldaten auf Zeit erhalten unter den Voraussetzungen des § 76e SGB VI für jeden Monat ihres Dienstes bei der PzBrig 45 zusätzlich Zuschläge in Höhe von 0,18 Entgeltpunkten in der Deutschen Rentenversicherung.“
[Danke für die Ergänzung – ich kannte das nicht. Ich hoffe damit ist das jetzt erledigt und die Behauptung ausgeräumt. T.W.]
Na wenn das jetzt die Probleme von Soldaten sind: Rentenpunkte und einem Auftrag nicht umsetzen zu wollen… Prost Mahlzeit. Zeitenwende aber mal richtig anders.
In Anbetracht der nun auch noch folgenden erheblichen höheren Alimentierung (noch mehr Geld für welche Leistung nochmal?) kann ich nur staunen.
Und als Rechtfertigungen für meine Aussagen: Ich war u.a. über ein Jahr im Ausland am Stück stationiert (mit Familie), was uns allen nicht geschadet hat – aber irgendwie scheint der Truppe da was verrutscht zu sein, wenn ich hier so die Kommentare lese…
Bei 3800 Euro steuerfreie Zuschläge im Monat hat sich für mich das Thema Arbeitsplatz für den Partner / die Partnerin erledigt. Ein Job ist nicht zwangsweise notwendig, wäre aber finanzell ein Sahnehäubchen. Wenn man sein Geld zusammenhält, kommt man da mit einem ordentlichen Plus raus. Die Frage ist, ob der Partner / die Partnerin das so will. Die haben vielleicht auch eigene Karrieren und Pläne. Ansonsten gilt: Augen auf bei der Berufs- und Partnerwahl.