Nach dem Scheitern von FCAS: Deutsche Industrie will Kampfjet der 6. Generation selbst entwickeln (Nachtrag: Pistorius)
Nach dem offenkundigen Scheitern wichtiger Teile des deutsch-französisch-spanischen Luftkampfsystems FCAS (Future Combat Air System) wollen deutsche Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen eigenständig einen neuen Kampfjet entwickeln. Als „Team Gen 6“ stehen wir bereit, um die Fähigkeiten, Überzeugungen und Interessen der nationalen Unternehmen und Kompetenzträger bei der Entwicklung eines Kampfflugzeuges der 6. Generation gemeinsam einzubringen, heißt es in einem Schreiben von acht Unternehmen, das Augen geradeaus! vorliegt.
Über das Schreiben vom (gestrigen) Montag an Verteidigungsminiter Boris Pistorius und Rüstungs-Staatssekretär Jens Plötner hatte zuerst die Financial Times berichtet. Darin werben die Luftfahrt-, Waffensystem- und Elektronikspezialisten Airbus Defence&Space, Autoflug, Diehl Defence, Hensoldt, Liebherr Aerospace Lindenberg, MBDA Deutschland, MTU Aero Engines sowe Rohde&Schwarz für eine möglichst schnelle Beauftragung und Finanzierungsplanung für ein solches, dann nationales, Projekt.
Am Montag war bekannt geworden, das das trinationale FCAS-Projekt im zentralen Teil als multionationales Vorhaben praktisch gescheitert ist. Das Next Generation Weapons Systems (NGWS), also der neue Kampfjet, soll nicht mehr gemeinsam gebaut werden. Unter Berufung auf deutsche Regierungskreise hatten mehrere Nachrichtenagenturen über eine entsprechende Entscheidung berichtet, unter anderem Reuters:
The leaders of Germany and France have agreed to scrap a landmark project to develop and build a new-generation fighter jet, officials said on Monday, bowing to industrial rivalries over Europe’s most ambitious defence programme. (…)
Merz has therefore advised Macron not to pursue the construction of a joint fighter aircraft any further, they said.
Grund dafür dürfte vor allem der Anspruch der französischen Firma Dassault sein, im Wesentlichen die Regie bei NGWS zu führen. Zudem unterscheiden sich die Anforderungen Frankreichs und Deutschlands an ein Kampffugzeug der nächsten Generation in wichtigen Punkten wie der Fähigkeit, auf Flugzeugträgern eingesetzt zu werden, oder bei der Reichweite.
Eine offzielle Aussage zum Scheitern von FCAS gab es allerdings bis zum (heutigen) Dienstagmittag weder von deutscher noch von französischer Seite. Möglicherweise ist das für die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin vorgesehen, die am (morgigen) Mittwoch beginnt.
Die acht Unternehmen erläuterten in ihrem Schreiben, ein neuer Kampfjet sei angesichts der weltpolitischen Lage dringend nötig und müsse, um keine Zeit zu verlieren, von deutschen Unternehmen möglichst schnell entwickelt werden:
Für die Beherrschung der Domäne Luft zur Gewährleistung der Luftüberlegenheit ist ein Waffensystem der 6. Generation erforderlich. Über eine Combat Cloud ist dieses neue bemannte bzw. optional unbemannte Kampfflugzeug als Comand-Fighter interoperabel und führt eine vernetzte Missionsführung via Integration von bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen (´System of Systems‘-Ansatz).
Als deutsche Industrie haben wir in den vergangenen Jahren im engen Austausch mit der hiesigen Amtsseite und möglichen Kooperationspartnern entscheidende Technologieentwicklungen
vorangetrieben. Insbesondere die Fähigkeiten zu Stealth/Low Observability und zur resilienten Echtzeitvernetzung, inklusive „Edge-Compute“, also KI- und Datenfähigkeit verteilt im Netz, aber auch
auf den Plattformen, sind dabei im wahrsten Sinne des Wortes kriegsentscheidend. Mit einem Kampfflugzeug der 6. Generation und den zugehörigen Systemen in der Domäne Luft erhalten unsere Streitkräfte die notwendigen Werkzeuge an die Hand, um einen Konflikt im Sinne der Abschreckung zu vermeiden und im schlimmsten Fall zu gewinnen. Die so entstehenden Technologien werden auch zivil nutzbar sein, damit Abstrahlwirkung in Form von Innovationssprüngen auf den kommerziellen Sektor haben und daher volkswirtschaftlich in mehrerlei Hinsicht relevant sind.
(…)
Das Team Gen 6 steht bereit, um die Fähigkeiten, Überzeugungen und Interessen der nationalen Unternehmen und Kompetenzträger bei der Entwicklung eines Kampfflugzeuges der 6. Generation gemeinsam einzubringen und für eine Beauftragung der nächsten Entwicklungsphase eines solchen Fighters zu werben.
Ein entsprechendes Positionspapier wollen die beteiligten Unternehmen auf der ILA unterzeichnen. Dabei seien sie auch für die Beteiligung anderer Länder offen, im Sinne multinationaler Kooperation und europäischer Souveränität.
Entscheidend sei allerdings, heißt es abschließend in dem Brief, dass noch in diesem Jahr entsprechende Beauftragungen eingeleitet werden, um vertragliche und rechtliche Stabilität in der weiteren Umsetzung zu gewährleisten sowie das aufgebaute Know-How und die industriellen Ressourcen zu erhalten.
Nachtrag: Der Verteidigungsminister wurde bei einer Pressekonferenz nach diesem Vorschlag gefragt, seine Antwort:
Natürlich sind alle bereit … Geld zu verdienen. Doch war doch FCAS mehr, als reine Technologiepartnerschaft. Es solche schließlich auch die vielbemühte deutsch-französische Freundschaft und die europäische Sicherheitspolitik als ganzes handfest hinterlegen. Was könnte ein „Trostpreis“ für diesen Umstand sein? Wie geht’s denn MGCS („FCAS als Panzer“) eigentlich gerade so …?
Ist die Beteiligung an „Team Gen 6“ lediglich offen für Käufer oder sind darunter auch industrielle Beiträge zu verstehen?
Sind jetzt x-Jahre der FCAS-Entwicklung für die Tonne? Erhöht sich die Abhängigkeit u.a. von den F-35 dadurch?
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, ich weiß nur nicht ob wir das ganz alleine schaffen…
Jetzt noch bitte MGCS (das Projekt „läuft“ seit 2012) offiziell als tot erklären, denn das bekommen wir garantiert ohne Partner hin.
Pistorius hat das Scheitern von FCAS heute eingestanden laut SWR.de. Leider behauptet er wahrheitswidrig, dass dies die dt-französische Freundschaft nicht belasten würde! Und die französische Regierung streitet die Schuld ab, obwohl Frankreich die Spinnereien des Dassault Chefs unterstützt hat, statt diesen in seine Schranken zu weisen! Das Projekt war von Anfang an zum scheitern verurteilt! Wir wussten vorher, dass wir Kampfflugzeuge mit den Briten bauen können, wie Tornado & Eurofighter beweisen. Aber statt wieder mit den Briten zusammen zu gehen, obwohl wir wussten das gemeinsamer Panzerbau in der Vergangenheit gescheitert war mit Frankreich und vor allem es damals unmöglich war, den Eurofighter mit Frankreich zu bauen. Denn Frankreich wollte damals, und will jetzt, ein Kampfflugzeug haben, was Trägerfähig ist, französische Atombomben tragen kann und möglichst viel exportiert werden kann, während Deutschland eher wieder einen Luftüberlegenheitsjäger braucht & seine Jagdbomber fast nie einsetzt. Und dann wollte Dassault auch noch Airbus & Deutschland an den Rand drängen & Industriell klar benachteiligen. Anstatt sofort auszusteigen & mit Spanien oder Schweden ein neues Kampfflugzeug zu entwickeln, wurde wieder 6 weitere Monate seit Dezember vertrödelt! Dafür ist Merz verantwortlich! Als nächstes wird der gemeinsame Kampfpanzer scheitern, denn der Streit über die dt. 130 mm Kanone von Rheinmetall und die 140 mm Kanone von Nexter ist ohne FCAS nicht lösbar!! Die ganze Welt weiss seit 1870, dass Deutschland die besten Kanonen baut. Nicht umsonst verwenden USA & Briten die dt. 120 mm Glattrohrkanone für ihre Kampfpanzer. Ehrlich wäre es, die dt-französische Brigade aufzulösen und das Deutschland sich aus Eurokorps zurück zieht, weil es an gemeinsamen Einsätzen fehlt & Rüstungsprojekte nicht mehr mit Frankreich zu betreiben, weil man der französischen Regierung & Industrie nicht trauen kann!
Sicherlich werden wir gerne den finanziellen Beitrag der Spanier mitnehmen. Sofern die nicht eh stattdessen den türkischen Kampfjet nehmen. Die Frage ist, bekommen wir damit einen Jet hin der uns nicht extrem viel teurer zu stehen kommt als die F35? Sehr große Stückzahlen und damit Skaleneffekte sind ja nicht zu erwarten.
Manche meinten ja so ein nationales Projekt wäre schlanker und damit sogar billiger. in der Entwicklung.
Neben dem abstrakten Gedanken der DEU-FRA Zusammenarbeit gab es bei FCAS und auch bei MGCS einen tieferen Grund der Kooperation: FRA hat die Kompetenz zum Bau des Fighters, DEU hatte das Know-How im Bereich Kampfpanzer. Airbus und Co. beteuern zwar ihre Fähigkeiten, genau wie KNDS Frankreich, hinterdem Marketing Aussagen ist aber leider zuviel heiße Luft.
Falls es nun irgendwann einmal zu einem DEU (+ X) FCAS kommt, wird es wohl ein teueres, spätes und problembehaftetes Produkt werden (selbst gemessen am „Normal“ was derzeit die Rüstungsindustrie bietet).
Mark
Wenn mir jemand ein paar Milliarden gibt, bin ich auch bereit.
Falls es wirklich so kommen sollte, dass Deutschland nun im Alleingang ein Flugzeug der 6. Generation entwickeln sollte, hätte es aus Sicht der deutschen Industrie sicher nicht besser kommen können.
Was genau fehlt denn den aktuellen Flugzeugen der Luftwaffe, also hauptsächlich Eurofighter?
Der Haupttechnologiesprung ist ja jetzt – Drohnen, Drohnen, Drohnen. Vernetzte Gefechtsführung, usw.
Also vor allem aktualisierte Elektronik und viel Software. Aber kann man die nicht einfach in den Eurofighter einbauen?
Ich meine, eine Neuentwicklung ist natürlich etwas schöneres aus Ingenieurssicht (und aus der Sicht der Profite des Konzerns), aber eben auch sehr viel teurer. Kurz gesagt, warum brauchen wir das für so viel Geld, dass wir es jetzt wohl unbedingt alleine Entwickeln müssen?
„Insbesondere die Fähigkeiten zu Stealth/Low Observability und zur resilienten Echtzeitvernetzung, inklusive „Edge-Compute“, also KI- und Datenfähigkeit verteilt im Netz, aber auch
auf den Plattformen“
Resilente Echtzeitvernetzung ist reine Elektronik und Software. Computer und Antennen kann man tauschen.
Stealth? Ja das kann man nicht upgraden, aber braucht man es wirklich unbedingt?
Zumal die Zukunft hier ungewiss ist, weil man diese Fähigkeiten nämlich nicht upgraden kann, wenn sich die gegnerische Sensorik verbessert.
Nachtrag bevor ich falsch verstanden werde, natürlich ist Stealth nützlich, auf absehbare Zeit wird es noch Raketen mit einfachem Suchkopf geben, wo jedes bisschen mehr an Stealth die Überlebensfähigkeit des Jets erhöht, aber die Frage ist eben wie viel Teurer das alles macht – und ob ich ich nicht lieber 5 gute Flugzeuge als 1 sehr gutes Flugzeug haben will. Nun kenne ich die realen Zahlen nicht, aber ich hoffe sehr, dass das jemand durchrechnet. Denn ich vermute stark ein Alleingang hier, wird vor allem sehr, sehr teuer werden.
> Die acht Unternehmen erläuterten in ihrem Schreiben…
Erinnert mich nach Stil und Inhalt an Spam-E-Mails. Der KI-Zirkus verlangt seinen Tribut. Hoffentlich wird etwas Geld versteckt, um Flugzeuge, Waffen, Sensoren und Kommunikationsmittel zu kaufen.
Bei solchen „Geschäftsfreunden“, braucht es keinen Feind mehr! Cui bono?
Egoismen auf personeller Führungsebene,
Kampf um die Vormacht im Projekt, kapitalistische Gier,
industrieller Neid und Streit,
nationale Interessen vs. europäische Notwendigkeiten,
Geschäftsgeheimnisse und Patente von Dassault,
militärische Erfordernisse (u.a. Nutzung von franz. Flugzeugträger).
Oder gab es ein aktives Betreiben des Scheiterns von dritter Seite?
Ohne jeden Zweifel, der psychologische und politische Schaden ist ein Desaster.
Schon Charles de Gaulle wollte eine deutsch-französische Allianz unter französischer Führung. Es reichte aber „nur“ zum Élysée-Vertrag aka. deutsch-französische Freundschaftsvertrag von 1963. Der Atlantizismus setzte sich damals durch, mit einer engen Bindung der damaligen BRD an NATO und USA. Heute macht uns eine abtrünnige US-Administration zu schaffen, und ein Krieg in der UKR. Hinzukommt ein wenig taugliches Personal auf politischer und industrieller Ebene.
Herzlich willkommen zurück Herr Wiegold! Ich hoffe, dass der Urlaub erholsam war.
Zum Thema: Pistorius erwähnt vier Möglichkeiten: F35-Bestellung, Internationale Kooperation, Eigenbau mit Beteiligung, „möglicherweise gibt es noch ein vierte über die ich jetzt nicht reden will“.
Das Verteidigungsministerium hat einen entscheidenden Vorteil: den größten Geldbeutel für ein Kampfflugzeug der nächsten Generation in Europa. Ich hoffe, dass jetzt alle Optionen sauber ausgelotet und miteinander verglichen werden. Natürlich muss am Ende auch eine adäquate Beteiligung der deutschen Industrie dabei herauskommen. Das muss für mich aber nicht ausschließlich über die Entwicklung gehen. Wir könnten uns beispielsweise auch per Know-How-Transfer in die Entwicklung beim GCAP einkaufen und entsprechende Produktionskapazitäten in Deutschland sichern. Eine gemeinsame Entwicklung mit Schweden und Spanien wäre natürlich auch eine Möglichkeit.
Was mich interessieren würde: Gibt es etwas detaillierte Angaben dazu, welche Leistungsparameter wir eigentlich für dieses neue Flugzeug suchen? Wenn es recht dicht an der GCAP-Performance liegt, so sollte man da einen Deal suchen. Wenn nicht, so wäre dies wahrscheinlich der Grund dafür eine Eigenentwicklung anzugehen. Wenn Schweden und Spanien sich dann ebenfalls darauf einlassen – umso besser.
Was den Zeitdruck anbelangt, so sehe ich dies recht entspannt. Wichtig ist dabei nur, dass man nicht wegen der Entwicklung des neuen Fliegers/Systems die laufende Weiterentwicklung und Beschaffung beim Eurofighter vernachlässigt. Solange es keine verlässlichen Liefertermine für das neue Flugzeug gibt sollte man geordnet nachbestellen.
In der Zwischenzeit ist es ebenfalls wichtig an der Front der Collaborative Combat Aircrafts oder gar loyal wingmans (damit meine ich überschallschnelle unbemannte Flugzeuge) Fortschritte zu erzielen.
Letzte Denklinie: Mehrere Produktionslinien in Europa mit deutlich unterschiedlichen Leistungsparametern bieten einen Vorteil. Es könnt längerfristig zu Deals kommen, die einen Flottenmix aus zwei Modellen bei den großen Betreibern ergeben. Gemäß dem Motto: „Ich kaufe von Dir ein Geschwaderäquivalent und Du bei bei mir“.
>Was genau fehlt denn den aktuellen Flugzeugen der Luftwaffe, also hauptsächlich Eurofighter?
– Stealth
– umfangreichere EK Fähigkeiten
– die Fähigkeit Ziele mit einer größerer Zahl von Flugzeugen zu koordinieren
– die Steuerung von Drohnen
– die Betriebskosten pro Stunde sind sogar höher als für die F35
(ein Neudesign würde nicht zwingend alle diese Schwächen adressieren)
Vorlage für diesen neuen Jet muss die F47 der Amerikaner sein!
+nextGen Stealth
+Mach 2+ SuperCruise
+hohe Reichweite
+top Radar
+vernetzt mit loyal wingmans
-> 150 Stück davon und das 3 fache an großen loyal wingman Drohnen (Airbus wingman). Stückpreis 250 Mio
Prototyp in 5 Jahren
erstes einsatzbereites Muster in 10 Jahren
Erste Staffel bis 2040
Die großen loyal Wingmans jeweils 5 Jahre früher. Stückpreis 20-30 Mio
Als Übergangslösung noch eine weitere Tranche 30-35 Stück Eurofighter ordern und 15 weitere F35
@lukan
Der Erfolg gibt den derzeitigen Nutzern der F-35 bisher Recht, was Stealth angeht.
Das chinesische Radarsystem „YLC-8B“, welches angeblich speziell gegen Stealth-Flugzeuge entwickelt wurde hat dem Iran anscheinend nicht großartig geholfen. Weder gegen die U.S.-amerikanischen, noch gegen die israelischen F-35, welche tausende(!) Einsätze über dem Iran geflogen sind.
Wir haben nicht das Know-how, ein Triebwerk zu bauen. Auch bei Frankreich bezweifle ich das. Das M88 der Rafale ist schon jahrzehntealt und das Silvercrest-Projekt war ein Desaster. Dieses Triebwerk für Privatjets funktionierte nie richtig und wurde dann abgekündigt. Safran hat dafür noch einiges an Schadensersatz zahlen müssen.
Wenn man jetzt guckt, wer zuletzt in Europa ALLEINE ein Triebwerk für einen Kampfjet gebaut hat, muss man schon schmunzeln. Es ist ausgerechnet die Ukraine. Das Land, mit dem wir nie zusammenarbeiten wollten.
Durch die Arbeitsteilung beim Eurofighter haben wir diverse Bereiche eines Kampfflugzeuges nie anfassen müssen. Angela Merkel hat uns dann da rauskatapultiert und in ein Projekt reingesteckt, das keine klare Struktur, kein Ziel hatte.
Und jetzt kommt wieder die Zeit der Fieberträume.
Frau Strack-Zimmermann hat heute allen Ernstes gefordert, dass wir ein neues europäisches Projekt mit Großbritannien, Schweden und Spanien starten… als gäbe es Tempest nicht. Das läuft seit bald 4 Jahren!
Die deutsche Industrie will es alleine hinbekommen…
Realistisch ist für uns ein „Stealth-Bomber/Tanker“. Da braucht es keine so hohe G-Festigkeit der Komponenten und wir können auch zivile Teile aus Europa nehmen und die so, wie sie sind, benutzen oder abwandeln. Bis hin zu Fahrwerk, Triebwerk usw. Wir würden mit niemandem konkurrieren, also wird uns auch kein Land von seinen Zulieferern fernhalten wollen.
Wenn wir das ALLEINE machen wollen, frag ich mich, wo die Teile herkommen. Auch andere haben schon angemerkt, ganz ohne Teile aus dem Rest Europas wird das nichts.
Damit ist gesichert dass der Sicherheitshalber-Podcast niemals enden wird *g*
Wobei Frau MdB Möller (SPD) äußerte dass an den übrigen FCAS-Anteilen wohl festgehalten werden soll und so hatte ich bisherige Veröffentlichungen zum Scheitern (eben nur) der gemeinsamen Flugzeug(!)entwicklung auch verstanden.
Die Diskussion geht weiter. Für alle die es (noch) nicht wissen:
Ein 6. Generationen-Kampfjet hat ein grundsätzlich neu konstruiertes Triebwerk ( max. Schub 20%+, Reichweite 30%+ ), stark gesteigerte Stealth- und Netzwerkfähigkeit sowie elektronische Datenverarbeitung vom Feinsten.
Das bekommt ein Land alleine nicht hin. Abgesehen von den üblichen Verdächtigen USA & China natürlich. Über Russland scheiden sich da die Geister…
Hauptproblem ist das neue Triebwerk. Die USA sind im Teststadium, China wohl am Ende der Entwicklungsphase. Europa im Grunde fast bei Null.
Schweden griff übrigens bei seiner inländisch gefertigten Saab Gripen auf US-Triebwerkskonstruktionen, modifiziert durch Volvo, zurück.
Das Triebwerk des Eurofighter ist immerhin rein europäisch.
Wer sich etwas in der Luftfahrt auskennt würde meist 2040 nennen, alleine aufgrund des Triebwerkproblems. Frühestens…
Auf der ILA Berlin ab morgen im „flying display“ übrigens Tornado und Eurofighter. Keine anderen Kampfjets.
Tickets hab ich schon und einen kenn ich der fast in der Einflugschneise wohnt.
Kampfjets zählen zu den lautesten Flugzeugen überhaupt. Zum Vergleich: Ein Eurofighter ( mit vollem Nachbrenner ) ist über 10x lauter als ein Airbus A320…
@Apollo 11: Sie sehen den technologisch schwierigsten Teil in der Entwicklung eines deutlich leistungsgesteigerten Triebwerks. Das kann ich nachvollziehen. Bei Tempest sind da mit Rolls-Royce und der IHI-Cooperation zwei Partner am Werk, die sich wahrscheinlich erst einmal finden müssen. Deutschland hat da mit MTU Aero Engines ja durchaus einen kompetenten Partner zu bieten, Wenn es gelingen würde, den Pfad der Beteiligung von MTU Aero Engines an dieser Entwicklung zu öffnen und die spätere Verwendung dieses Triebwerks zu sichern wäre für Deutschland sehr viel gewonnen. Es können ja durchaus zwei unterschiedliche Flugzeug- und System-Entwicklungen bei Verwendung des gleichen Triebwerks in Angriff genommen werden.
Ansonsten sehe ich in Deutschland genügend Expertise dafür, die Flugzelle, das „Kontrollsystem“, die Sensorik, die Wirkmittel und vor allem auch die Stealth-Eigenschaften zu entwickeln. Die oben genannten Firmen bringen das meist davon mit. Ansonsten fände ich es hilfreich, wenn der Kampfflugzeugbauer Saab dazu stoßen würde. Die bringen wirklich viel Expertise mit.
Wenn man davon redet, dass die Streitkräfte der EU gemeinsam so stark ist und so viele Soldaten hat, dann darf man das jetzige Beispiel nicht außer acht lassen.
Die EU ist in Wirtschafts- und Verteidigungspolitik dann doch nur eine lose Gemeinschaft von Nationalstaaten.
Und die einzelnen Staaten stellen ihre eigenen Bedürfnisse im Zweifel über die der anderen EU Staaten.
Es gibt somit keine EU Streitkräfte, leider.
Aus meiner Sicht hätte die deutsche Regierung hier die 20 Milliarden, für das „gemeinsame“ FCAS Kampfflugzeug, in die europäische Idee und die Freundschaft mit Frankreich investieren sollen.
Schade, eine Chance auf mehr EU verpasst.
Vielleicht schafft man man ein nordeuropäisches Projekt mit skandinavischen, baltischen und benelux Ländern als Teilnehmern.
Hallo,
Das es zu Ende ist, ist nicht schlimm.
Das Deutschland alleine so ein fortschrittliches Flugzeug entwickeln kann, glaube ich nicht wirklich.
Ich würde mich freuen, wenn man bei den Britten mit einsteigt.
Alle anderen Optionen halte ich aktuell für unwahrscheinlich….
FCAS ist nicht beendet, sondern der NGF-Anteil.
Nun brauchen wir also einen Ersatz des NGF und da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Ein Alleingang der deutschen Industrie wäre fatal, weil wir damit auf die gleiche Stufe wie Dassault stellen.
Es wird eine Zusammenarbeit geben. Ob nun bei GCAP, oder zusammen mit Saab oder sogar die Integration des türkischen Fighters Kaan, wie in Spanien erwogen, wird sich zeigen.
Ich bin froh, dass wir Dassault los sind, auch wenn das politisch noch etwas nachbeben wird…
Mein Favorit ist ganz klar der Anschluss an GCAP zusammen mit Spanien und Schweden. Noch ist es dafür nicht zu spät.
Es ist ein Trauerspiel und ein Desaster.
Sonntags jubeln wir ueber die europaeische Kooperation, Montag bis Freitag machen wir dann unser eigenes Ding. Sicher waere FCAS nicht zu 100% die Spec gewesen, die die Bw braucht. Aber die Rafale ist ein gutes Kampfflugzeug, das vielseitig ist und sich im Einsatz gut schlaegt. FCAS wird es ebenso. Und die Bw wird nun so gegen 2045 die Goldrandloesung in kleinster Stueckzahl erhalten. Bringt uns auch nicht weiter.
@ Thomas Becker
Sie haben aber schon verfolgt, dass Dassault Deutschland und Spanien in den letzten Monaten über den Tisch ziehen wollte, oder?
Auch wenn es absehbar war: Merde.
Das außenpolitische Signal ist schon „irgendwie blöd“.
Aber was lässt sich aus dem Scheitern lernen (abseits davon dass sich Deutschland mit strategischer Weitsicht und Frankreich mit Kooperationen schwer tut):
Bevor man jetzt schöne neue Pläne wer wie was baut, schaue man sich mal die Anforderungen an.
Ok, 6 Gen mit der deutlich gesteigerten Stromversorgung für den Bordrechner (und Kühlung).
Dann stellt sich mir die Frage, kann D mit seiner 2-Typen-Strategie weitermachen oder wird es zu teuer?
Nehmen wir an das es aufgrund der nuklearen Teilhabe bei dieser 2-Typen-Strategie bleibt, wie sähe das aus?
Der Jagdbomber sollte wirklich große Reichweite haben (ganz allein um die Standorte nicht zu nah in Frontnähe zu haben (Langstreckendrohnen und so weiter)). Klingt irgendwie nach Tempest wenn es fähig wäre die nukleare Teihabe zu gewähleisten. Nun gut, es ist die F35.
Braucht man weiterhin einen Abfangjäger a la Eurofighter? Vermutlich ja und insbesondere da Russland gezielt urkrainische Städte bombardiert, wird sicherlich kein dt Politiker und Militär darauf verzichten wollen (ich glaube, dass diese 2-Typen-Strategie auch der HIntergrund der sogenannten unterschiedlichen Anvorderungen an das NGF innerhalb FCAS ist).
Drohnen können ggf als Abfangjäger agieren aber nur ggf bzw vielleicht noch nicht in den nächsten 10 Jahren. Und dieses Abfangen von Flugzeugen ohne Kennung / Rufzeichen / Funkkontakt stelle ich mir mit einer Drohne auch in Zukunft schwer vor.
Und jetzt kommt die Frage: wie teuer wird eine dt Version der F22? Zu teuer?
Baut man alternativ mit Saab eine Stealth-Gripen inkl des Konzepts des Einsatzes auf provisorischen und temporären Flugplätzen (die Erfahrungen der Ukraine sprechen eher für Wichtigkeit diese Konzept)?
Wenn das Ganze aber trotzdem zu teuer wird und lange dauert, geht man dann doch zur Ein-Typen-Flotte?
Dann landet man aber wohl bei einer F35C a la Frankreich (dem NGF aus FCAS).
Vermutlich wird man „einfach“ den Eurofighter weiter und weiter entwickeln und ein paar zusätzliche F35 kaufen weil es aktuell als die einfachste Lösung erscheint.
Es gibt eine Frage, die unbedingt seitens der Politik beantwortet werden muss, um die neue Strategie festzulegen: Wieviel strategische Schlüsseltechnologie steckt in dem neuen Kampfflugzeug? Oder anders ausgedrückt – wieviel und wo ist deutsche Industriebeteiligung zwingend notwendig? Das legt dann die Mindestlatte für jede Beteiligung an internationalen Projekten wie dem GCAP.
Es ist ja schon bemerkenswert, dass wir unsere mehrere Konzerne mit Werften leisten, um eigenständig Fregatten und U-Boote bauen zu können aber im Kampfflugzeugbau dieser Anspruch nicht vorhanden ist. Es wäre daher grundsätzlich durchaus nachvollziehbar, wenn Deutschland sich entscheiden würde, mindestens einen Konzern zu haben, der Kampflugzeuge bauen kann. Was Frankreich und Schweden sich leisten kann – das können wir uns auch leisten.
Es mag nur Spekulation sein, aber ich gehe mal davon aus, dass die deutsche Luftfahrtindustrie schon seit Monaten, wenn nicht seit Jahren versucht, FCAS zu hintertreiben, um selbst uneingeschränkten Zugriff auf die Steuertröge zu bekommen. Und unsere industrieaffine Regierung ist da nun eingeknickt. Die zeitliche Nähe zwischen der Verlautbarung von „Team Gen6“ und Regierungserklärung legt doch nahe, dass dieses Abspringen von langer Hand geplant war. Acht Unternehmen einigen sich nicht einfach mal so nebenbei in einem Videocall zu einer Milliarden-Kooperation. Das hat alles Geschmäckle und ich hoffe, das wird aufgeklärt.
Die Kommunikation der BuReg kann nur als katastrophal eingestuft werden. Der Spiegel meldet, Macron sei gewillt gewesen, FCAS durchzuziehen – wie oben von Reuters gemeldet – sei es der Kanzler gewesen, der ein Ende vorgeschlagen habe. Spanien sei komplett überrascht von der Ankündigung. Waren die letzten Vermittlungsversuche überhaupt noch „in good faith“?
Deutschland und Europa hätten mal eine gute Meldung verdient gehabt. Stattdessen weiter Dissens, Egosimen und Kleinstaaterei.
Ich bin nicht vom Fach, aber ich sehe auch keine guten Alternativen:
1) Tempest ist doch schon längst abgehoben, der Kuchen verteilt. Da können wir nur für teuer Geld als Einkäufer auftreten und müssen die Entwicklungskosten im Stückpreis mitfinanzieren und bekommen nichts von dem Know-how.
2) Schweden/Saab bauen meines Erachtens ein ganz anderes, kleineres Flugzeug und haben auch schon angekündigt, dass sie nicht bereit sind, ihre Technologie bei einem Einstieg Deutschlands zu teilen. So der CEO von Saab. Auch hier wäre Deutschland Junior-Partner und hätte am Ende die gleiche Situation wie mit Dassault.
3) Die Türkei backt auch deutlich kleinere Brötchen mit seinem 6th Gen-Ansatz. Sehe das Land auch als schwierigen Partner.
4) Weiter bei den USA einzukaufen, wäre eine sicherheitsploitische Bankrotterklärung und käme uns ebenfalls sehr, sehr teuer zu stehen. Auf mehreren Ebenen.
5) Eigenentwicklung – langwierig, risikobehaftet, teuer. Beispiel Japan: Mitsubishi Heavy Industries hat, glaube ich, 15 Jahre an einem Triebwerk für die X-1 gearbeitet, bevor sie bei Tempest als Partner an Board gegangen sind. Wenn MTU heute anfängt zu entwickeln, brauchen wir vermutlich genauso lange. D.h., bis der erste deutsche Gen6-Fighter abhebt, schreiben wir 2055. Da sitzen dann China, die USA und Russland vermutlich schon am Reißbrett für Gen7.
Für Deutschland und Europa hoffe ich auf ein gutes Ende, aber halte das Scheitern von FCAS für ein Symptom des Scheiterns von Europa, sich auch als sicherheitspolitisches Schwergewicht neben den USA und China zu behaupten.
Hat ja lang genug gedauert, bis man sich endlich von Frankreich und insbesondere Dassault abgewandt hat, aber wenigstens ist es jetzt geschehen. Wenn man das Projekt jetzt auch noch national (mit vielleicht ein paar Beteiligungen kleinerer Partner) ausführt, dann kann da auch endlich was draus werden. Vor allem auch deutlich schneller als es bei FCAS der Fall gewesen werden.
Jetzt noch MGCS einstampfen und gegen MARTE austauschen und alles ist in Butter.
Dann sind am Ende auch alle glücklich. Deutschland erhält einen Jäger der 6. Generation und Dassault bzw. Frankreich können ihren F-35C Verschnitt bauen. Wenn der französische Haushalt das hergibt.
Noch einmal zur Triebwerksentwicklung. Der Bruch mit Dassault muss ja nicht automatisch den Bruch mit Safran bedeuten. Das Teilpaket Triebwerksentwicklung des FCAS-Projektes lässt sich mit hinreichendem politischen Willen ja weiter umsetzen.
Das Ende von diesem NGF hat vielleicht auch einen Aspekt von Risiko-Minimierung: Frankreich hat ein Staatsdefizit von 5 % bei 3,5 B€ Schulden, am Ende reicht das Geld einfach nicht, da ist ein Rafale-Stealth-Upgrade besser. Wenn eines Tages der Front National gewinnt / regierungsbeteiligt ist, ist das Projekt auch sofort tot. Wenn der NGF später scheitert ist der Schaden sehr viel höher für Deutschland. Wir brauchen für so ein Projekt zuverlässige und kooperative Partner, oder machen es selbst.
Es ist Blödsinn, ein Projekt nur deshalb durchzuführen, weil damit ein politisches Signal gesetzt werden soll. Solche Effekte mitzunehmen ist legitim, aber sie sind keine hinreichende Bedingung für ein multinationales Projekt, wenn damit kein tatsächlicher Mehrwert verbunden ist.
Es ist allerdings auch kein zwingender Grund, ein Projekt nur deshalb scheitern zu lassen, weil ein Land Trägerflugzeuge bauen will, deren Eigenschaften man selbst nicht im gleichen Umfang braucht. Ein robusteres Fahrwerk und eine auf salzhaltige Luft und Trägerlandungen ausgelegte Zelle sind m.E. tendenziell eher ein Plus für die Haltbarkeit der einzelnen Luftfahrzeuge. Ein Fanghaken kann relativ leicht weggelassen oder durch eine Landvariante ersetzt werden, stört also tendenziell nicht. Klappflügel kann man weglassen. Die erweiterte Avionik kann man selbst entwickeln und einbauen… usw. usf. Die F-4 Phantom war ursprünglich als Trägerflugzeug entwickelt worden. Die F-15 hatte ebenso einen Fanghaken (auch wenn der für eine angedachte Trägervariante verstärkt werden musste).
Klar kann man auf jedes Gramm achten, aber es handelt sich ja gerade um ein integriertes System mit Drohnen, sodass das Gesamtkunstwerk ohnehin auf mehrere Luftfahrzeuge verteilt wird. Außerdem ist es leichter möglich, aus einem originären Trägerflugzeug eine gewichtsreduzierte und vereinfachte Variante zu entwickeln. Ein Beispiel ist die von Northrop entwickelte F-18L für den Export (die allerdings aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit McDonnell Douglass nie realisiert wurde. Andersherum ist es deutlich schwieriger, aber auch nicht unmöglich, siehe die in den 70ern als Alternative zur F-14 vorgeschlagene F-15N Sea Eagle…
Dass Dassault die Leitkuh im Projekt sein wollte, war ja von Anfang an klar. Und wenn die Produktionsanteile dann für Deutschland nicht mehr wirtschaftlich attraktiv sind, dann ist das Projektende auch vertretbar. Aber bitte nicht aus den obskuren Gründen, dass die Franzosen ein Trägerflugzeug bauen wollten.
Abgesehen von den technischen Einzelheiten, und abgesehen von der Frage, ob es noch sinnvoll ist, Milliarden in die Neuentwicklung eines bemannten Hochleistungs-Kampfflugzeugs zu stecken: Wo der politische Wille fehlt oder hintertrieben wird (Servus in den Süden der Republik!), weil einfach die Fähigkeit zur historischen Perspektive in Vergangenheit und Zukunft in Deutschland weggebrochen ist, da kann so ein Kollateralschaden der Gier nicht ausbleiben. Es ist doch schon seit Adenauers Zeiten klar: Frankreich treibt ein „Nie wieder 1940“ an, deswegen wird man in Paris immer darauf bestehen, ein strategisches Waffensystem vollständig integriert herstellen zu können, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Deutschland kann immer gerne für Entwicklung und Herstellung zahlen und sich dann ein paar Exemplare zum Vorzugspreis in die Shelter stellen, Wenn diese Hobel dann en passant Träger- und Nuklear-Tauglichkeit haben – auch gut. Haben ist besser als brauchen. Gilt übrigens auch für Glaubwürdigkeit.
Aber nein, die Krämerseelen in den Regierungsparteien lassen strategische und operative Belange kalt, es wird erneut langfristige Reputation für kurzfristige ökonomische Vorteile und die Bedienung von Partikular-Interessen verpulvert.
@D.F., ja so eine Kooperation vereinbart man nicht eben spontan in 30 Minuten Meeting.
Das die deutsche Industrie passend entsprechende eigene Pläne präsentieren kann , kann man auch interpretieren als „die haben schlicht ihre Hausaufgaben gemacht“.
Der Streit bei FCAS über die Verteilung der Aufgaben ist ja nicht neu und auch der Bruch genau deswegen überrascht ja nun nicht wirklich. Von daher hatten die deutschen Firmen genug Zeit einen Plan B parallel vorzubereiten.
Hallo zusammen,
FCAS ist in seiner bisherigen Form tot. Lang Lebe Merz!
Über Nacht wurde Friedrich Merz der beliebteste Deutsche in Frankreich. Lieder wurden komponiert, um ihn zu preisen. Bürgermeister in Frankreich wollen ihm Straßen widmen. Spontaner Jubel und Feiern wurden darüber hinaus in den Medien berichtet. Angeblich soll sogar die Baguette jetzt besser schmecken. Das Erstaunliche ist, dass zahlreiche Franzosen plötzlich Deutsch lernen wollen, um ihre Dankbarkeit auszudrücken (seit Tokio Hotel hatte man so etwas nicht mehr erlebt – doch, doch). Es ist einfach der Wahnsinn. 😃
Bitte nicht falsch verstehen: Dies ist keine Schadenfreude, sondern vielmehr die Begeisterung über den Triumph der Vernunft über die Verbohrtheit. Macron versuchte seit Jahren, eine Leiche zu reanimieren; für Merz wurde es ihm langsam zu peinlich. War längst überfällig.
Aber keine Angst: die Unabhängigkeit Europas wird weiterhin bestehen, denn neben GCAP wird Deutschland sehr wahrscheinlich etwas mit Saab bauen, und Frankreich wird natürlich auch noch etwas liefern. Ob die anderen EU-Länder, die an diesen Programmen nicht beteiligt sind, eine dieser drei Lösungen kaufen werden, ist noch eine andere Sache.
So, ich gehe jetzt wieder auf die Straße und feiere weiter. Vorher ist mein deutscher Nachbar herausgekommen – er dachte, ich übe schon für die WM…
@Nachhaltig 09.06.2026 um 23:02 Uhr
> Was Frankreich und Schweden sich leisten kann – das können wir uns auch leisten.
Ist aber nicht „nachhaltig“, weil ein „es sich leisten“ bestenfalls Redundanz erzeugt, nebst Abfluss von Profiten in private Taschen. Wenn schon träumen, dann von einer koordinierten, dem europäischen Gemeinwohl verpflichteten Rüstungsindustrie, befreit von nationalen Egoismen. Das wäre effizient. Die kapitalistische Produktion von Rüstung ist gescheitert, das Abschirmen von Know-how mittels Patenten dient nur Partikularinteressen, nicht dem Gemeinwohl, das geschütztes aber gleichwohl geteiltes Know-how braucht.
Nachhaltig wäre eine gesamt-europäische Rüstungsindustrie, die befreit von kapitalistischen Eignern und deren egoistischen Profitstreben genau das produziert, was Europa zur Verteidigung und Abschreckung seiner Feinde braucht.
Ja, das ist ein Plädoyer für das Einfrieren von Vermögen der Rüstungsindustrie und Verstaatlichung in europäischer Hand. Damit würde auch die Umstellung auf Modus „Kriegswirtschaft“ leichter steuerbar. Unnützer Wettbewerb ist kostenintensiv, nicht aber kapital-effizient.
Es war schon immer nur gezielte ideologische Desinformation, zu behaupten, „der Staat könne das nicht“. Mit dem Scheitern von FCAS hat die privatwirtschaftliche Rüstungsindustrie eindrucksvoll gezeigt, dass sie weder willig noch fähig ist.
Die aktuelle Rangliste von Generation 5 Kampfflugzeugen:
1. F-22 Raptor (USA)
2. F-35 Lightning II (USA)
3. J-20 (China).
4. Su-57 (Russland)
Eurofighter Typhoon / Rafale kommen zwar auf den fünften Platz, sind aber keine vollwertigen Gen 5, sondern eher gute Gen 4.5 Kampfflugzeuge.
Zukünftige Rangliste (~2040) mit Gen 6
1. US NGAD / F-47 (USA)
2. F-22 Raptor (USA)
3. Tbd
FCAS hatte hier den Anspruch Platz drei einzunehmen (sportlich).
Realistisch wäre es jedoch wieder Platz 5 geworden. Was zu einem einfachen Schluss führt:
– Man plant direkt etwas kleiner auf Gen 5.5, erhöht dafür aber die Stückzahl und vereinfacht die Herstellung sowie die Instandsetzung
– Kauft als Zwischenlösung die F-22 Raptor
– Kauft den französischen Jet sobald er besser ist als die F-22 Raptor
Bitter. Jäger 90 allover again. Ich hab die Sekunden gezählt bis Manching den Vorschlag macht alleine zu entwickeln. Vollkommene Hybris zu glauben man bekommt das hin bei den sozioökonomischen Randbedingungen in Europa (Steuereinnahmen sind ja nicht gerade am Steigen). Ich bleibe dabei: BK und BMVG hätten den Drop schlucken müssen und dem Carlos Ghosn der FR Luftfahrtindustrie seinen Sonnenpalast geben und den 80% Workshare akzeptieren sollen. Es ist, bleibt und wird immer eine politische Entscheidung bleiben, keine funktionale. Jetzt gibt es nur schlechte Alternativen. Der Politico Artikel von heute 10062026 ist ganz interessant. Es ist jetzt wie es ist. Wie die Kollegen hier schon sagen, ich würde jetzt erstmal Tranche 5 bestellen vom EF und *bitter* erstmal noch auf 50 F35 auftoppen. Alles andere: UA fragen was denn realistisch beim EW Katz und Maus mit der sagenumwobenen JaBoDro überhaupt so „Drin“ ist, capabiity-wise.
J10 sagt: 10.06.2026 um 9:30 Uhr : 100% Zustimmung für diesen guten Post!
Das Scheitern ist fatal für Europa: Jetzt wird die Zersplitterung auf dem Rüstungssektor größer anstatt kleiner. Die Europäer leisteten sich drei parallele Entwicklungen eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation:
FCAS (Frankreich-Deutschland-Spanien),
GCAP (Großbritannien-Italien-Japan)
Projekt KFS (Schweden)
Zum Vergleich: Die USA entwickeln lediglich die F-47
Falls Deutschland nach dem Ausstieg aus FCAS nun selbst eins entwickelt, ohne bei GCAP oder KFS als neuer Partner einzusteigen, sind es vier parallele Entwicklungslinien. Das treibt die Kosten in die Höhe und ist höchst Ineffizient. Die Selbstverteidigung Europas wird dadurch unnötig verteuert und kompliziert. Da greift man sich wirklich an den Kopf.
@ Metallkopf
@ J10
Alles richtig, aber Dassault wollte das ganze Forschungswissen der beteiligten Länder exclusiv für sich nutzen. Außerdem wusste Dassault, dass sie die französische Regierung erpressen kann und keine Kompromisse eingehen muss.
Adenauer hat zwar die französische Landwirtschaft über die EWG subventioniert, aber wir müssen nicht Dassault subventionieren ! Noch dazu wenn man bedenkt, dass mit Airbus ein deutsch/französischer Konzern als Hauptauftragnehmer zur Verfügung stehen würde.
Deutscher Alleingang ?
Es gibt Parallelen zum Kriegsschiffbau . . . .der hat zwar andere (und wahrscheinl;ich geringere) Probleme, deshalb sollte die Bundesrepublik nicht auf die Zusammenarbeit und Expertise anderer, europaeischer NATO-Staaten verzichten. Sonst wird das Hochleistungs-Kampffluggeraet der 6. Generation eine geldverbrennende, eierlegende Wollmilchsau.
Cheers
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Es ist völlig undenkbar, dass Deutschland ein solches Flugzeug alleine konstruieren und bauen kann. Das unbegrenzte Wachstum der Kosten für Kampfflugzeuge wird sicher weitergehen, insbesondere, wenn Stealth ins Spiel kommt und vor allem ist irgendwann in Deutschland zwangsläufig die Zeit des Sondervermögens und unbegrenzter Verteidigungsausgaben auch wieder vorbei.
Also heißt doch die Aufgabe nicht, sich in das nächste Abenteuer mit größenwahnsinnigen deutschen Unternehmen zu stürzen, sondern die solide politische Suche nach anderen Partnern. Vielleicht bleibt Spanien im Boot? Dann sind da die Schweden, die zu pragmatischen und resilienten Lösungen in der fähig sind. Was machen eigentlich die anderen F35-Nutzer – wollen die sich wirklich dauerhaft auf die wankelmütigen Amerikaner verlassen oder wären die offen für eine gemeinsame europäische Alternative?
@StMarc
Warum soll DEU kein Kampfflugzeug entwickeln können ? Weil es die Franzosen sagen … ?
Südkorea kann es, sogar die Türkei scheint es zu können. Die Ingenieursbasis in DEU ist immer noch überragend und das Budget ist auch da. Wenn man sich mal die Mühe macht, sich anzuschauen, was in der DEU mil. Luftfahrt geleistet worden ist, stellt man fest, dass es so schlecht nicht aussieht.
@ Giordarno Bruno Verkaufen die Amerikaner überhaupt die F-22?
@ StMarc
Wieso sollte das „undenkbar“ sein? Deutschland ist der 3.-größte Maschinenbauer der Welt mit Forschungsausgaben von 3,1% vom BIP. Selbst Türkei und Süd-Korea bauen eigene Kampfflugzeuge (ok, mit US Triebwerken), auch zum fairen Preis.
Womit wir uns in Deutschland wirklich schwer tun ist mit „schnell“ und „pragmatisch“.
@StMarc: Man könnte sich ja zur Auslastung der deutschen Flugzeugschmieden ja auch drauf verständigen, das in Frankreich entwickelte Grundflugzeug selbst in Lizenz herzustellen und dabei eine eigene Avionik reinzupacken. Ergebnis wäre eine eigene Variante, aber man hätte die Entwicklungskosten nicht komplett im Haus und seine Industrie trotzdem ausgelastet.
Im Übrigen bin ich durchaus der Meinung, dass ein solches Flugzeug in Deutschland gebaut werden könnte. Die Frage ist, ob dies a) mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln der Fall ist und b) die Stückzahlen am Ende diese Kosten auch nur annähernd rechtfertigen können. Denn da liegt ja oft der Hase im Argen. Deutschland tut sich bekanntlich immer schwer, sein Rüstungsgut auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig anzubieten, weil dann die üblichen „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland!“-Parolen skandiert werden. Die IG Metall marschiert nämlich zu Ostern immer gerne mit, guckt dann aber in den Tarifverhandlungen der Rüstungsbranche wieder wie die Kuh, wenn’s donnert,
Die Franzosen schert es wenig, für die ist der Exportmarkt einfach immer gleich mitgedacht und eine Selbstverständlichkeit, dass der Absatz an die Armée de l’Air et de l’Espace nur den Sockel der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung darstellt.
Die europäischen Proporz- und Konsensdeals haben letztlich dazu geführt, dass am Ende ein teureres Luftfahrzeug als nötig nach längerer Beschaffungsdauer in geringerer Stückzahl, angeschafft werden musste, das in weiten Teilen noch Anpassungsbedarf besaß, bis es den Anforderungen jeder Nation entsprach und das am internationalen Markt aufgrund der deutschen Rüstungsexportbefindlichkeiten tendenziell weniger erfolgreich ist, als Konkurrenzprodukte.
Das heißt nicht, dass Eurofighter, A-400M oder auch der Tornado schlechte Flugzeuge sind. Sind sie nicht. Bloß ist jede derartige Beschaffung letztlich den beschriebenen Problemen begegnet. Am Ende hat auch der Zahn der Zeit andere Anforderungen aufgeworfen, was die Briten dazu bewogen hat, ihre Typhoons mit dem Projekt Centurion auf die Luft-Boden-Rolle zu befähigen, weil die alternden Tornados ersetzt werden mussten.
Und auch fehlender politischer Weitblick bzw. die Tendenz zur Beschaffung nach Kassenlage rächt sich. Als sich 1991 Helmut Kohl im Wahlkampf dazu hinreißen ließ, das Projekt aus Kostengründen ganz in Frage zu stellen, war man in London verständlicherweise „not amused“. Spanien, ohnehin Wackelkandidat nach dem frühen Ausstieg Frankreichs und Italien reduzierten ebenfalls ihre Stückzahlen signifikant. Man kann zwar sagen, dass dieses Risiko jedes militärische lang angelegte Beschaffungsprogramm treffen kann, allerdings ist dann umso bedeutsamer, ob Mindereinnahmen durch weniger eigene Beschaffung durch Export auf dem Weltmarkt ausgeglichen werden könnte.
Man kommt also auch im Rahmen der vielgerühmten europäischen Kooperation de facto am Kantonismus nicht vorbei. Warum dann nicht gleich die Projekte so aufsetzen? Dann weiß man wenigstens Bescheid.
@Y-998201 nein
Anfragen von Japan, Australien und Israel wurden in der Vergangenheit abgelehnt (hauptsächlich 2007-2011; letze anfrage aus Israel 2020)
Es existiert ein Export Verbot, die Abschaffung wird allerdings schon länger diskutiert. Aktuell gibt es nur Gerüchte das die Regierung es abschaffen möchte.
Der eigentliche und wichtigere Grund ist, die Produktion wurde eingestellt (2011). Deswegen konnte in der Vergangenheit auch kein Verkauf stattfinden, da die US Bestände unter 200 Stück sind.
Wenn man da wirklich rein will, müsste man nicht nur eine größere Stückzahl ordern. Es müsste dann wahrscheinlich auch wieder Ausbildung in den USA stattfinden. Wäre durchaus ein größerer Brocken.
Ich kann die Kommentare hinsichtlich „ach hätten wir doch nachgegeben und einfach französisch gekauft, rein für die europäische Freundschaft“ absolut nicht nachvollziehen.
1) Militärtechnik ist Hochtechnologie und bietet D die (letzte) Chance in Bereichen aufzuholen, in denen wir gerade abgehängt sind inkl. entsprechender volkswirtschaftlicher Effekte. Gerade vor dem Hintergrund der schwächelnden Automobilwirtschaft ist dies unerlässlich, sonst sind wir bald nur noch die verlängerte Werkbank. Wir müssen zurück zur Technologie-Führerschaft. Ob das gelingt, wird man sehen, aber man muss zumindest die Ambition hegen.
2) Der europäische Gedanke funktioniert nur, wenn D zahlt und andere den Vorteil daraus ziehen. Das ist mittlerweile auch beim Wähler angekommen und der Wille des Wählers sich weiterhin ver*****en zu lassen neigt sich dem Ende zu.
3) Es gibt Alternativen: Entwicklung zusammen mit Spanien und Schweden, GCAP usw. und echte Partnerschaft auf Augenhöhe. Im Übrigen muss nicht alles alleine entwickelt werden, sondern es können gewisse Komponenten natürlich europäisch entwickelt/zugekauft werden.
Dassault hat das Projekt mit seinem Verhalten scheitern lassen, indem sie eine nicht verhandelbare Prime Position – zum Nachteil Deutschlands – eingenommen haben, niemand anderes. Airbus fungiert hingegen in mehreren Projekten als zuverlässiger Partner. Das kommt mir in all den Diskussionen zu kurz.
Fürchtet euch nicht!
1. am FCAS-Ende (und an den GCAP-Streitigkeiten) sieht man mE in erster Linie: es sollten hier nicht in erster Linie Staaten und deren visionäre, wackelige und in jedem Fall temporäre Regierungen kooperieren, sondern statt dessen Unternehmen. Der Gripen ist konzeptionell viel eher als Lieferanten-/Unternehmenskooperation aufgegleist und die läuft ja offenbar einfach vor sich hin.
2. Auch die bisherige Eurofighter-Kooperation hat ja eine klare Perspektive: Abwicklung (auch wenn keiner weiß, wann). Und weder IT noch UK haben Geld und Interesse, den EF weiterzuentwickeln, wenn schon die Budgets für GCAP zu hoch sind. So ein Flugzeug kriegt man nicht mehr verkauft (während Dassault momentan sehr gut mit der Rafale fährt und weder Grund noch Geld hat, ein wirklich neues Flugzeug zu entwickeln). Ich sehe den Bedarf, die neuen Technologien soweit möglich in Inkrementen (Technologieträger)/ Komplementen des Eurofighters einzubauen. Sonst sind wir die einzigen die den immer unterlegeneren Eurofighter die nächsten Jahrzehnte kaufen müssen, um Manching alive zu halten. So könnte man den Technologiebasar von GCAP, FCAS und Saab bis 2040 auch sinnvoll nutzen, commonality fördern und den Integrationsaufwand eines neuen Fighters (bei der F-35 ja offenbar auch noch nicht komplett gelöst) beherrschbar machen.
Bislang haben weder Frankreich noch Deutschland ein Kampfflugzeug der sechsten Generation entwickelt und zur Reife geführt. Sowohl Dassault Aviation als auch Airbus Defence and Space müssen erst noch den Nachweis erbringen, dass sie zu einer solchen Leistung tatsächlich in der Lage sind. Mit dieser Herausforderung stehen sie keineswegs allein. China hat zunächst erhebliche Ressourcen in den Aufbau zweier hochmoderner Windkanalanlagen investiert, um die komplexen aerodynamischen Fragestellungen eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation beherrschen zu können. Russland wiederum kämpft seit Jahren mit Verzögerungen bei der Entwicklung seiner Triebwerkstechnologie.
Deutschland ist nach wie vor ein hochinnovatives Land, das in zahlreichen Schlüsseltechnologien Maßstäbe gesetzt hat. So lassen sich beispielsweise bei den iranischen Shahed-136 beziehungsweise den russischen Geran-Systemen deutliche Parallelen zu früheren deutschen Entwicklungen erkennen. Auch das heutige Konzept der Collaborative Combat Aircraft (CCA) besitzt wesentliche Wurzeln in deutschen Vorarbeiten und erinnert in seiner Grundidee an den Barracuda.
Deutschland verfügt über sämtliche industriellen, technologischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen, um ein Kampfflugzeug zu entwickeln, das den Anforderungen der NATO-Ostflanke gerecht wird und eine glaubwürdige Abschreckungswirkung entfaltet. Mit Bricolage jedoch beeindruckt man weder potenzielle Gegner noch stärkt man die eigene Handlungsfähigkeit. In einem solchen Fall wäre es konsequenter, auf die Entwicklung eines neuen Flugzeugs ganz zu verzichten.
Erforderlich ist vielmehr ein System, das nicht nur den Anspruch erhebt, die von uns übernommene Rolle auszufüllen, sondern das ausdrücklich darauf ausgelegt ist, in diesem Auftrag zu bestehen und zu dominieren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Einstellung des Forschungsvorhabens nur folgerichtig. Der nächste Entwicklungsschritt – der Bau eines Demonstrators, der nicht einmal die maßgeblichen flugphysikalischen Eigenschaften des späteren Systems hätte abbilden können – wäre letztlich nichts anderes gewesen als die Verschwendung von Zeit, Geld und wertvollen Entwicklungskapazitäten.