Bundeswehr droht Fragebogen-Verweigerern bis zu 250 Euro Bußgeld an
Wer als junger Mann den Fragebogen der Bundeswehr zu Wehrfassung und Neuem Wehrdienst nicht beantwortet, muss künftig mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro rechnen. Das kündigte das Verteidigungsministerium an. Bei den Personen, die nicht zur Antwort verpflichtet sind, beträgt die Antwortquote bislang drei Prozent.
Mit Inkrafttreten des so genannten Wehrdienstmodernisierungsgesetzes zu Beginn dieses Jahres wurde zwar die Wehrpflicht vorerst nicht wieder eingeführt. Allerdings erhalten seitdem alle jungen Deutschen ab 18 Jahren mit deutschem Wohnsitz einen Fragebogen – Männer müssen ihn beantworten, Frauen können das freiwillig tun. Ebenso gilt für Männer eine Pflicht zur Musterung.
Im Gesetz war von vornherein ein Bußgeld für die Männer vorgesehen, die die Antwort auf den Fragebogen verweigern. Bisher hatte das Ministerium aber offengelassen, in welcher Höhe ein solches Bußgeld erhoben werden sollte – im Unterschied zum Bußgeldkatalog für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr gibt es für andere Ordnungswidrigkeiten keine festgelegten Sätze. Nach Angaben des Wehrressorts vom (heutigen) Freitag ist nunmehr eine Obergrenze von 250 Euro beabsichtigt: Das verwaltungsinterne Verfahren wird derzeit ausgearbeitet.
Laut Ministerium wurden bis zum 29. April mehr als 206.000 Anschreiben an Personen aller Geschlechter versandt. Rund 86 Prozent der angeschriebenen Männer hätten innerhalb der vorgeschriebenen vier Wochen geantwortet, nach einer Erinnerung an die übrigen sei die Antwortquote der Männer insgesamt auf 90 Prozent gestiegen. Das Ressort widersprach damit einem Bericht vom (gestrigen) Donnerstag, dass mehr als ein Viertel der angeschriebenen Männer nicht auf das Schreiben der Wehrverwaltung reagiert hätten.
Allerdings gilt die hohe Antwortquote nur für die, die dazu verpflichtet sind: Die Rücklaufquote bei Personen anderen Geschlechts, die den Fragebogen im Gegensatz zu Männern nicht ausfüllen müssen, liegt bei rund drei Prozent, teilte das Ministerium mit.
Die zur Wehrerfassung vorgesehenen Schritte wie der Datenabruf bei den Meldebehörden, die Datenverarbeitung, der Versand der Anschreiben und die digitale Bearbeitung des Fragebogens funktionieren den Angaben zufolge reibungslos. Dabei erwähnte das Ministerium allerdings nicht, dass nach Inkrafttreten des Gesetzes eine darin vorgesehene Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte junger Männer, ebenfalls Teil der zur Wehrerfassung vorgesehenen Schritte, per Allgemeinverfügung vorerst aufgehoben werden musste.
(Archivbild: Symbolfoto zum Thema Wehrpflicht, gestellte Aufnahme: Die Website der Bundeswehr mit Informationen zur Wehrerfassung wird auf einem Smartphone angezeigt – Thomas Trutschel/photothek.de)
Es bleibt abzuwarten, ob den entschlossenen Ankündigungen, Verweigerer mit Bußgeldern zu sanktionieren, wirklich Taten folgen werden, einmal aufgrund des weiteren bürokratischen Aufwandes, zum Zweiten, weil man bei näher rückenden Landtagswahlen den Jungwählern aus politischen Gründen nicht „auf die Füße treten“ möchte.
Neben dem Blick auf die Verweigerer und die 90% Quote sollte man seitens der Bundeswehr und des Ministeriums vielleicht mal sehr genau überlegen, wieso wohl nur 3% der dazu nicht gezwungenen Adressat*innen antworten. Die Zahl sagt indirekt sicherlich einiges über die Attraktivität der Bundeswehr aus und lässt zumindest ansatzweise erahnen, wieviele Männer wohl antworten würden, wenn man sie nicht zwingen würde.
Zitat:
„Die Rücklaufquote bei Personen anderen Geschlechts, die den Fragebogen im Gegensatz zu Männern nicht ausfüllen müssen, liegt bei rund drei Prozent, teilte das Ministerium mit.“
Das ist doch mal eine greifbare Zahl. Man kann wohl davon ausgehen das zumindest die Grössenordnung auch auf Männer zutreffen würde im Hinblick auf den ja präferierten freiwilligen Wehrdienst.
Das wären unter 10.000 pro Jahrgang.
Noch ein Argument das die Zahlen zum beabsichtigten Aufwuchs der BW nicht reichen werden.
Und zu diesen 250 € „Strafe“ im Gegensatz zur früheren Lage zu Zeiten der Wehrpflicht.
Jedem war igendwie klar:
– Komme ich nicht zur Musterung kommen die Feldjäger zum Plausch.
– Folge ich nicht der Einberufung kommen die Feldjäger zum Tee.
Das wird mit Sicherheit bei erneuter Einführung der Wehrpflicht wieder so sein.
Da muss man auch nicht „unter dem Radar“ agieren wie letztens bei der, nennen wir es „Abmeldepflicht“ im neuen Wehrdienst-Gesetz.
Diese Aussicht ist für weite Wählergruppen mit Sicherheit so verstörend das sich Parteien dreimal überlegen ob das denn in gerade ihrer Regierungszeit wirklich sein muss.
Schau’n mer mal…
Wenns verpflichtend ist, muss eine Weigerung auch weh tun.
Ich denke nicht, dass die Bundeswehr deshalb einen „schlechten Ruf“ oder sowas bekommt. Das wäre eher der Fall, wenn keine Konsequenzen gezogen werden.
Dann machen wir uns selbst zum Eimer und wer will noch zu einer zahnlosen Truppe?
Spannend wird sein was passiert wenn die 250 € bezahlt/nicht bezahlt werden.
ach am Ende wird es bei einer sehr überschaubaren Quote von Bußgeldbescheiden bleiben. Eh man 250€ verfeuert gibt man lieber regelmäßigen Konsum von jedem Rauschmittel an und schreibt im Freitext drunter das man sich freut zu kommen weil man endlich das Killen lernen will und man die Waffen-SS für die Krone des Soldatentums hält. Dann meldet sich die Bundeswehr nie wieder.
Es ist immer noch unfassbar, dass in der heutigen Zeit unterschiedliche Pflichten für Männer und Frauen gelten.
Die Politik der alten Männer.
@Der Realist
Nein, eher die Politik des Feminismus. Von Urgesteinen wie Alice Schwarzer bis hin zu aktuellen Wortführerinnen wie Jette Nietzard wird argumentiert, dass man Frauen nicht zum Wehrdienst verpflichten dürfe, solange sie noch gesellschaftlich benachteiligt seien.
@Der Realist, Muck
Wohl eher die Politik im rechtlichen Rahmen des Grundgesetzes.
Die Bw ist für junge Menschen nur in sehr begrenztem Umfang attraktiv. Also versucht man es mit Werbeoffensiven, die Ihresgleichen suchen. Ergebnis: Überschaubar.
Dann kommt das neue Gesetz mit der Fragebogenaktion. Von der Gruppe, die nicht verpflichtet sind ihn zurückzusenden, schicken 3(!) Prozent den Bogen zurück. Das ist ja nicht einmal mehr „freundliches Desinteresse“. Das ist offene Mißachtung und Ablehnung.
Denen, die verpflichtet sind, und es nicht tun, droht man mit einem Bußgeld. Konsequent ja, zielführend…?
Die erheblich erhöhten Einkommeschancen (wurde hier ausreichend thematisiert) mögen vielleicht wirken. Ich denke es ist noch zu kurz, um wirklich belastbare Zahlen vorzulegen.
Beobachtung aus dem eigenen privaten Umfeld: Die Bw nimmt / verlängert / verpflichtet alles und jeden, der „nicht bei drei auf dem Baum ist“. Ich zähle: „Eins…Drei“ (Sarc).
Mal ganz ehrlich, es folgt ja nur der „Stückchen-Politik“ des BM hin zu einer Wehrpflicht. Ich denke, wenn er so könnte, wie er wöllte (und sich nicht den Zorn des linken SPD-Flügels aufhalsen würde), dann hätte er bereits die Wehrpflicht vollumfänglich reaktiviert.
Bei allem Zahlenwerk (an dem der BM ja gemessen werden wird) habe ich erhebliche Zweifel, dass die Bw wirklich die Menschen nimmt, die sie braucht, sondern einfach einstellt, Hauptsache die Zahlen steigen. Die Fähigkeit kampfbereite Bataillone / Brigaden aufzustellen sehe ich durchaus zweifelhaft.
Quantität vor Qualität.
Gut.Ist.Anders.
@ Norpol
Weil die alten Männer das GG nicht ändern möchten.
250 Euro Bußgeld ist nicht viel. Ich hätte schon wenigstens 500 – 1.000 als Höchstsatz angesetzt. Erzwingen kann der Staat das Bußgeld durch Gerichtsvollzieher, Eintragung ins Schuldnerverzeichnis oder Erzwingungshaft. Die 3 Prozent Rückkehrer bei den Frauen zeigen, dass die bestehende Regelung für Frauen Unfug ist. Alle Frauen sollten zur Beantwortung des Fragebogens und zur Musterung verpflichtet werden. Gleiches Recht für beide Geschlechter!
@sakrileg 08.05.2026 um 15:26 Uhr
Grundlegend falsch. Das hat ziemlich wenig mit der „Attraktivität der Bundeswehr“ zu tun, und mit „erahnen“ gleiten Sie in den Sumpf der persönlichen Gefühle und verfestigten Einstellungen.
Eine Rücklaufquote von 3% gilt im Post-Direktmarketing bei Empfängern, mit denen Sie noch nicht in Kontakt standen als überdurchschnittlich. Realistisch erwartbar sind Response-Raten bei 0,5 bis 2 Prozent. Etwa 1 Prozent Response ist die Regel.
Es gibt sehr viele Gründe, warum Menschen auf Post nicht antworten. Der wichtigste dürfte sein, dass es sie nicht interessiert, oder weil sie zu bequem sind aktiv zu werden. Das alles hat mit der BW zunächst rein gar nichts zu tun.
Fragen Sie sich mal ehrlich, was bei Ihnen selbst alles im Papierkorb landet.
Welche Folgen hat weitere Inaktivität bei (Nicht)Bezahlung 250 € Bußgeld und erneutem Anschreiben, ist das überhaupt vorgesehen?
@post marketing 09.05.2026, 11:42 Uhr:
„…Es gibt sehr viele Gründe, warum Menschen auf Post nicht antworten. Der wichtigste dürfte sein, dass es sie nicht interessiert, oder weil sie zu bequem sind aktiv zu werden. Das alles hat mit der BW zunächst rein gar nichts zu tun….“
Naja, hier sollte man aber etwas mehr differenzieren, glaube ich.
Es macht amS schon einen Unterschied, ob das Möbelhaus X oder der Glücksspielanbieter Y die 38. Werbepost verschickt, oder ob der Staat (die Bw) sich mit einem Fragebogen an den Menschen wendet. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass dieses Thema immer mal wieder ganz heiß in den Nachrichten gebracht wird.
Zustimmen will ich Ihnen gerne beim Punkt „…nicht interessiert…“. Aber da ist ja genau die Attraktivität im Zentrum. Wenn es attraktiv wäre, dann würde es den Menschen auch interessieren.
@Klaus-Peter Kaikowski
Das wird als Ordnungswidrigkeit gewertet. Also in der Folge weitere Mahnbescheide, Vollstreckungen sowie in letzter Konsequenz eine Ersatzfreiheitsstrafe
@ORR 09.05.2026 um 14:53 Uhr
> Zustimmen will ich Ihnen gerne beim Punkt „…nicht interessiert…“. Aber da ist ja genau die Attraktivität im Zentrum. Wenn es attraktiv wäre, dann würde es den Menschen auch interessieren.
Wenn ich mich für etwas interessiere, dann bedeutet das noch lange nicht, dass das für mich persönlich „attraktiv“ wäre. Brauchen Sie Beispiele?
Viel interessanter ist doch die Abbrecherquote jener, die zur BW freiwillig(!) gekommen sind. Die haben sich interessiert, die fanden das attraktiv, und sind dennoch gegangen. Das hat in allererster Linie mit den Menschen selbst etwas zu tun. Man muss eben akzeptieren und respektieren, dass nicht jeder zur BW passt, und die BW nicht zu jedem. Das sind zwei Seiten, die zueinander passen müssen. Das ist in der zivilen Berufswelt auch nicht anders.
Ich warne eindringlich davor, zu glauben, durch Zwang würde alles besser. Das Gegenteil ist der Fall.
Mein Vorschlag wäre, jungen Menschen ein offenes Ausbildungsangebot zu machen, das gleichzeitig berufsqualifizierend ist. Das wäre gut angelegtes Geld, ein gutes Investment des Staates in qualifizierten Nachwuchs. Kein Geld dafür? Wirklich nicht? Ein Arsenal für hunderte Milliarden, aber kein Geld für die Menschen, die das bedienen sollen?
@Muck 09.05.2026 um 6:58 Uhr
>… Politik des Feminismus. … dass man Frauen nicht zum Wehrdienst verpflichten dürfe, solange sie noch gesellschaftlich benachteiligt seien.
Solange die BW ihre Soldatinnen nicht vor Übergriffen (z.B. Fallschirmjäger-Skandal, aber auch andernorts) schützen kann, bzw. Vorgesetzte es nicht wollen, ist das ein überaus legitimer Standpunkt.
@Der Realist
Art. 3 Abs. 3 Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes […] benachteiligt oder bevorzugt werden.“
Ich könnte mir vorstellen, dass die ersten Klagen der hier faktisch gegenüber Frauen benachteiligten Männer bereits laufen.
@all
Es ist schon klar, dass diese Debatte Frauen benachteiligt/nicht benachteiligt wg. Wehrdienst bereits rund um den Gesetzesbeschluss hier ziemlich ausführlich stattgefunden hat und es keinen weiterbringt, alles noch mal von Null zu starten?
Aus UX-Sicht würde mich hier natürlich interessieren, an welchem Schritt die Menschen, für die der Fragebogen nicht verpflichtend ist, ihn abgebrochen haben. Haben Sie gar nicht erst damit angefangen? Oder nach der ersten Seite gemerkt, dass das doch zu lange dauert?
TBH, ich würde mich das auch fragen: Warum soll ich da freiwillig meine Freizeit dafür verwenden, wenn ich es nicht muss und „es niemandem was bringt“?
Als ich jünger war (ich gehöre zur Generation Y) wäre mir ebenfalls nicht im Traum eingefallen, mich für die Bundeswehr zu melden, und ich hätte auch den Wehrdienst verweigert, da ich damals sehr sehr skeptisch gegenüber dem Militär usw. war. Auch das Konzept einer Solidargemeinschaft galt mir damals nicht auf nationaler Ebene. Der Staat und Erwachsene, vertreten durch Lehrkräfte, Polizei, usw. erschien mir damals als maximal feindselig mir gegenüber eingestellt. Warum sollte ich überhaupt in Betracht ziehen, für diesen mein Leben aufs Spiel zu setzen?
Ein FSJ/FÖJ hab ich da eher als sinnvoll und solidarisch empfunden.
Ich kann mir vorstellen, dass viele, die von diesem Fragebogen betroffen sind, ähnlich denken, wenn nicht sogar noch extremer. Ich merke das teilweise bei meinen Studierenden. Junge Menschen haben in der Corona-Zeit überproportional viel ertragen müssen, ohne, dass das mMn anerkannt oder überhaupt wahrgenommen wird. Zusätzlich besteht die Wahrnehmung, dass Ängste und Bedenken (Letzte Generation, Rente, alternative Lebensmodelle, usw.) von „der Politik“/“der Regierung“ ins Lächerliche gezogen werden, und nicht nur nicht an Lösungen gearbeitet wird, sondern das Handeln als offen zukunftsfeindlich, den Jungen nachhaltig schadend und rein die Boomer-/Rentner-Generation pampernd wahrgenommen wird… Und TBH, ich selbst bin gut ausgebildet, ich hab der Gesellschaft viel zu verdanken und verstehe mittlerweile, dass ich meinen Beitrag leisten muss und will das auch. Allerdings bin selbst ich zunehmend frustriert, wenn mir von älteren Menschen die kurz vor ihrem Ruhestand auf der einen Seite gesagt wird, wie faul „die Jugend“ doch ist (während ich an einem Sonntag noch arbeite, damit meine Studis versorgt sind und meine Forschung vorangeht), und auf der anderen Seite ohne (gesundheitliche) Not Frührente beantragt wird, und dann erstmal schön Weltreisen gemacht werden…. Ich merke gerade, dass ich hier salty-er werden als ich dachte, während ich das schreibe… Don’t get me wrong, ist nichts falsch dabei in den Ruhestand zu gehen, wenn man nicht mehr Arbeiten kann, usw. Und ist für mich auch okay, dass man in den Ruhestand geht, wenn man sich das privat(!) leisten kann, und nicht mehr arbeiten möchte. Ich hab aber ein ziemliches Thema damit, dass mir seitdem ich 18 bin gesagt wird, dass ich niemals Rente bekommen werde, da das System bis dahin kollabiert, und gleichzeitig immer höhere Beiträge abdrücken darf (was ich gerne mache!) und jetzt akzeptieren soll, dass mir die Frührentner ne lange Nase zeigen und mir dann auch noch lachend ins Gesicht sagen („Ja für euch gehts ja nur noch bergab!“), da frag ich mich dann schon, gehts noch? Und ja ich weis das sind nicht alle, und @Hausherr tut mir sehr leid, dass das hier jetzt so OT wurde…
Fazit: Ich denke, das Symptom wird sich mit der Strafe lindern lassen, das Problem, dass junge Menschen sich nicht (mehr) mit unserer Demokratie und unserem Gesellschaftssystem identifizieren und nicht (mehr) drauf vertrauen (können), dass die Zukunft besser oder zumindest gut wird, beinhaltet enorme gesellschaftliche und das Überleben Deutschlands bedrohende Sprengkraft. Ich denke das Problem sollten wir langfristig nicht über Zwang lösen, sondern müssen hier anfangen ehrlich mit uns selbst, unseren Systemen und unserer Gesellschaft zu werden. Wir müssen endlich langfristig eine Vision entwickeln und nicht nur die ganze Zeit im Problemmodus bleiben, und die Probleme dann nicht mal lösen.. (ziehe Tankrabatt, 1.000 Euro Prämien, usw.). Die letzten Male wo ich das Gefühl hatte, jetzt gehts endlich mal an die Lösung waren entweder während der Anfangszeit der Ampel oder dann als die Schuldenbremse gelöst wurde und die lange überfällige Ertüchtigung der BW in Angriff genommen wurde…
TLDR:
Warum soll ich als junger Mensch kämpfen, wenn ich (gefühlt) nichts habe, für das es sich lohnt zu kämpfen?
P.S. Zur Einordnung, ich würde mich heute als linken/solidarischen Verfassungspatrioten bezeichnen und habe mich als Reservist gemeldet.
[Danke für die Perspektive (das sage ich jetzt als jemand mit 45 Beitragszahlungsjahren…), es ist auch ok das auszubreiten, aber ich wäre dennoch dankbar, wenn dieser OT – hier! – dann nicht in diesem Umfang fortgeführt würde. T.W.]
@ Ulrich Kaiser
Die Wahlen im Herbst dürften wenig Einfluss auf die Debatte haben. Mecklenburg Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben Dank demographischem Wandel und den Abwanderungswellen 1990 und um die Jahrtausendwende. Kaum wahlberechtigte unter 30. Dort sieht es also noch mal krasser aus als Bundesweit.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1498/umfrage/altersstruktur-der-wahlberechtigten-bundestagswahl/
https://www.demografie-portal.de/DE/Fakten/wahlbeteiligung.html
@Hoffnungsträger, 09.05.2026, 17:20 Uhr:
„…Wenn ich mich für etwas interessiere, dann bedeutet das noch lange nicht, dass das für mich persönlich „attraktiv“ wäre. Brauchen Sie Beispiele?…“
Kleine sprachliche Spitzfindigkeit, bzw. Verwechslung von Ursache und Wirkung.
Ich habe behauptet, dass etwas, was attraktiv ist, auch interessant wird. Ursache=Attraktivität, Wirkung = Interessant.
Ich habe nicht behauptet, dass etwas wofür ich mich interessiere, für mich persönlich „attraktiv“ wäre.
Ursache = Interesse , Wirkung = Attraktivität.
Nach dreißig Jahren an der Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Politik und Bundeswehr muss ich feststellen, dass ein wesentliches Problem der Gewinnung neuer Soldatinnen und Soldaten die fehlende Professionalität, Lageperzeption und Klugheit eines erhebliches Teiles der – nicht der ganzen! – Führung der Bundeswehr ist. Ein Element ist die in den letzten Jahren gewachsene Geringschätzung bestimmter Aufgaben, zum Beispiel der Jugendoffiziere, der Territorialorganisation, Personalwesen und der Nachwuchsgewinnung. Bis in die frühen 2000er war JugOffz eine förderliche Verwendung künftiger Generale. Heute eine Endverwendung ausscheidender SAZ13. Andere Armeen und auch früher die Wehrmacht haben gezielt Leistungsträger (aka „Helden“) für die ÖA und NachwGew eingesetzt. Nicht Zivilpersonal und Endverwender mit einem wohnmobilähnlichen Truck… Eine leistungsfähige Personalführung ist Zeichen von Respekt für den Soldaten… Und heute? Die TerrOrg wurde über ein Jahrzehnt lang vernachlässigt und war kaum vorzeigbar. Aber für ganz viele Menschen waren nur „die Reservisten“ die sichtbar Bundeswehr, weil die aktive Truppe – abgesehen vom Bahnfahren – kaum noch in der Gesellschaft zu sehen war. Zumindest der letzte Punkt ändert sich inzwischen!
@Akademischer Zivilist
„Warum soll ich als junger Mensch kämpfen, wenn ich (gefühlt) nichts habe, für das es sich lohnt zu kämpfen?“
Sie sprechen da m.E. den Kern des Problems an. Es ist gut erforscht, warum Menschen freiwillig in Kriegen kämpfen. Fast überall auf der Welt ist der freiwillig dienende Soldat ein jüngerer Mann, der sich positiv mit seinem Gemeinwesen oder einer Idee identifiziert, dazu bereit ist für dieses auch Opfer zu bringen, den Einsatz von Gewalt zumindest in einer Verteidigungssituation bejaht und einen mit den Anforderungen des Lebens in einer militärischen Gemeinschaft kompatiblen Lebensstil pflegt.
Es ist auch gut empirisch erforscht, wie hoch der Anteil der jüngeren Männer ist, die diese Anforderung in unterschiedlichen Gesellschaften erfüllen. In Deutschland sind das deutlich unter 20, vielleicht sogar unter 10 Prozent der entsprechenden Jahrgänge mit sinkender Tendenz, auch weil der oben beschriebene Typus gesellschaftlich über Jahrzehnte eher unerwünscht war. Diese 10-20 Prozent würden zwar ausreichen, um eine kriegsfähige Berufsarmee personell auszustatten (wenn man es denn wagen würde diese Zielgruppe auch richtig anzusprechen), aber nicht für eine Wehrpflicht, bei der mindestens 80 Prozent der ggf. zwangsweise einberufenen Soldaten bestenfalls passiver Ballast wären, bei dem die Motivation nicht einmal zur Beantwortung eines Fragebogens ausreicht.
@Kapitän
Die Berichte und Videos aus der Ukraine, wenn sich der geneigte Interessent damit beschäftigt, tun ein übriges.
Zwei aufeinanderfolgende Kommentare, die nmA treffender nicht sein können;
@ Windlicht sagt:
10.05.2026 um 0:16 Uhr = Ursache
@ Kapitän sagt:
10.05.2026 um 0:19 Uhr = Wirkung
@Überragend
Oder so?
Bei Owi, also Bußgeld, gibt es keine „Mahnbescheide“ sondern behördliche Vollstreckung, somit z.B. keine Vermögensauskunft und andere Maßnahmen nach ZPO. Auch keine „Ersatzfreiheitsstrafe“, vielmehr kann Erzwingungshaft richterlich angeordnet werden.
Dass irgendein deutsches Gericht dies so durchzieht, sehe allerdings kaum.
Also grundlegend glaube ich kaum, dass wenn die Beantwortung des Fragebogens mit Strafandrohung erzwungen werden soll, man freiwillig neues Personal gewinnen kann.
Das wird eher Reaktionen geben, wie sie Küstengang01 beschreibt.
Ansonsten ja „Warum soll ich als junger Mensch kämpfen, wenn ich (gefühlt) nichts habe, für das es sich lohnt zu kämpfen?“
Das ist die Kernfrage und das kann die Bundeswehr nur teilweise beantworten und ist eine gesamtgesellschaftliche Frage.
„der sich positiv mit seinem Gemeinwesen oder einer Idee identifiziert, dazu bereit ist für dieses auch Opfer zu bringen, den Einsatz von Gewalt zumindest in einer Verteidigungssituation bejaht “
Und letzteres bejahe ich. Aber bei mir hat stark nachgewirkt, dass Deutschland irgendwie am Hindukusch verteidigt wurde. Und auch sonst von einer Verteidigungs- zu einer Interventionsarmee umgebaut wurde. Da bin ich ausgestiegen. Wäre das klarer getrennt, gäbe es eine Möglichkeit, wo ich als Junger Mensch Dienst leisten kann und dann sicher sein kann, dass ich nur zur Verteidigung Deutschlands, bezehungsweise Europa eingesetzt werde, bzw. vielleicht sogar da ein echtes Mitspracherecht habe – ja dann wäre ich wohl bei der Bundeswehr als aktiver Soldat gelandet.
Dazu kam dann noch, dass von Mitschülern/Freunden aus den älteren Jahrgängen dann sehr desillusioniert vom echten Dienst in der Bundeswehr berichtet wurde. Nicht dass es in der Grundausbildung die ersten 2 Wochen nur kalte Duschen und harten Drill gab, sowas hat mich nicht geschreckt. Eher Geschichten vom menschlichen Miteinander. Der alte Geist vom Soldaten als Verbrauchsmaterial, dass nur soweit gut behandelt werden muss, damit es nicht seine Funktionsweise verliert. Dieser Ansatz funktioniert nur mit Wehrpflicht.
Ich wäre aber eher für das Modell, freie Männer und Frauen entscheiden selbst Verantwortung über ihre Kollektive Sicherheit zu übernehmen und auch dafür Opfer zu bringen. Denn dazu sind meiner Erfahrung nach tatsächlich die meisten bereit. Nur eben nicht für diesen Staat – und diese Entfremdung zu lösen, ja dass ist eben die gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Aber die Bundeswehr kann ihren Teil dazu beitragen. Und das Verteidigungsministerium auch – und insbesondere letzteres sehe ich in den konkreten Aktionen hier kritisch und weit entfernt von ihren tollen Marketingkampagnen.
@Kapitän 10.05.2026 um 0:19 Uhr
Sie verweisen auf Forschung und bewerten diese auch noch („gut empirisch erforscht“). Aber es fehlen Literaturhinweise für diese Behauptung. Was haben Sie denn wirklich gelesen (und verstanden)?
Ja, es gibt Militärische Sozialforschung. Wer publiziert unabhängig von der Bw in diesem Bereich?
Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ZMSBw hat 2021 in einer Bevölkerungsbefragung nach Bewerbermotiven gefragt, also zumeist das, was man vorwiegend als Stereotypen hier in den Kommentaren lesen kann.
Darauf folgte die Bewerberstudie 2022 – Vom anfänglichen Interesse bis zur abgeschlossenen
Bewerbung bei der Bundeswehr 2023 publiziert von Martin Elbe im Forschungsbericht 134, also zur Selbsteinschätzung der Bewerber:
Lesen Sie selbst:
https://zms.bundeswehr.de/resource/blob/5621972/c9563445e46f1c0ea5a42f1172230b16/zmsbw-forschungsbericht-134-bewerberstudie-2022-pdf-data.pdf
Vor allem aber lesen Sie kritisch. Es handelt sich um eine Online-Befragung, denen oft ein ganz eigener Bias innewohnt (z.B. wer lehnt Online-Befragungen aus welchen Gründen ab?). Wie groß ist der Bias durch sozial erwünschte Antworten, vor allem wenn der Auftraggeber der Studie als der spätere „Arbeitgeber“ wahrgenommen wird?
Und dennoch sei die Studie allen Kommentatoren hier wärmstens zur Lektüre empfohlen.
@Apollo 11
„– Komme ich nicht zur Musterung kommen die Feldjäger zum Plausch.“
Das stimmt so nicht da wird der Delinquent von der Polizei eventuell vorgeführt. Der ist ja noch kein Soldat und daher sind die Feldjäger gar nicht zuständig.
Bei einer Mobilmachungsübung (Feldheer), so Anfang der 80ger, haben wir einige Stunden gewartet, dann zogen die Zugführer los und versuchten in der Umgebung die nicht Erschienenen einzusammeln. Einige wurden auch der Übung zugeführt.
So viele Feldjäger gibt es gar nicht und die müssen doch den Verkehr regeln.
[Wir warten mal ab, ob das eine Ordnungswidrigkeit ist oder eine Straftat. Wenn Feldjäger wg. Ordnungswidrigkeiten losgeschickt werden, dann haben wir offensichtlich einen Militärputsch, ich hoffe dass ist den meisten hier klar. T.W.]
Ich wundere mich über die Diskussion hier, die deutschen Nabelschaucharakter hat.
In Russland wird der Krieg seit 4 Jahren ohne Wehrpflicht geführt.
Die politische Führung in der Ukraine hat gerade beschlossen, vom conscription-System wegzugehen zu einer reinen Berufsarmee, mit einem Bezahlungsniveau, dass man hinreichend viele Bewerbungen hat. Der finanzielle Zusatzaufwand wird dann von den Europäern gezahlt.
Wie will man vor diesem Hintergrund in Deutschland vermitteln, dass es hier ein conscription-System braucht?
Was hat man erwartet? Im Direktmarketing sind 3 Prozent Response durchaus in Ordnung. Wer mehr will muss sich überlegen, ob das Angebot attraktiv genug ist. Kurzum , ohne die alte Wehrpflicht wird es nichts werden.
@Stäbchen
Bitte verzeihen Sie, dass ich meinen Kommentaren in diesem Blog nicht jedes Mal einen Fußnotenapparat anhänge. An Quellen bzw. bundeswehrunabhängigen Erhebungen diverser demoskopischer Institute zu diesem Thema mangelt es aber nun wirklich nicht, und Sie finden diese über die gängigen Suchmaschinen. Deutschland gehört z.B. auch nach 2022 durchgängig im internationalen Vergleich zur Spitzengruppe bei Negativantworten auf die Frage nach der Bereitschaft zur Beteiligung an der militärischen Verteidigung des eigenen Landes gegen einen militärischen Angriff. Wenn Sie ansonsten der Ansicht sind, dass ich hier etwas falsch interpretiert haben, können Sie dies auch gerne konkret benennen, anstatt es als rhetorische Frage in den Raum zu stellen.
@T.W.
„Wir warten mal ab, ob das eine Ordnungswidrigkeit ist oder eine Straftat…“
M.E. hat dies der Gesetzgeber doch eindeutig und unmissverständlich festgelegt, oder nicht ?? :
Artikel 1 WDmodG i.V.m. §§ 2 und 45 WPflG:
„(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 15a Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 5 Satz 1 eine Bereitschaftserklärung nicht richtig oder nicht vollständig abgibt, (…)“
Und aus Drucksache 21/1853
„Zu Nummer 21
Zu Absatz 1
Zur Durchsetzung der Pflicht zur Abgabe einer Bereitschaftserklärung ist eine Ergänzung des bisherigen Buß-geldkatalogs in § 45 erforderlich.
Die Möglichkeit einer Verwaltungsvollstreckung reicht nicht aus, weil die Pflicht zur Abgabe der Bereitschafts-erklärung nach § 15a ein wesentlicher erster Schritt zur individuellen Durchsetzung der Wehrpflicht ist, deren Verletzung nach Eigenart und Schwere den bisher in § 45 WPflG geregelten Bußgeldtatbeständen entspricht. Dies trägt dem Willen des Gesetzgebers Rechnung, dass nur gravierende Regelverstöße bußgeldbewehrt sein sollen (vgl. Bundestagsdrucksache 15/4458 S. 35 zum Wehrrechtsänderungsgesetz 2008). Indem das Verhängen einer Geldbuße in das Ermessen der Verwaltungsbehörde gestellt ist („Kann“-Regelung in § 45 Absatz 2), wird sichergestellt, dass geringfügige und fahrlässige Verstöße gegen die Pflicht aus § 15a nicht zwangsläufig zu einem Bußgeld führen müssen.
Die Änderungen in § 45 Absatz 1 Nummer 6 und 7 dienen der Bereinigung von redaktionellen Versehen, wodurch die Verweise im bisher geltenden Recht ins Leere liefen.“
Guten Tag.
Sofern der Staat (die Gemeinschaft) die Notwendigkeit einer Verteidigungsfähigkeit sieht, sollte er auch Wege finden, um diese zu realisieren. Der Begriff „Wehrpflicht“ sagt ja bereits, dass es sich hier nicht u eine Wünsch-Dir-Was-Veranstaltung geht. Die Sanktionen bei Nichtbefolgung der jeweiligen Regeln sollten wirksam sein (250 Euro sind es eher nicht).
Wirksam wären wären:
1.000 Euro jährlich, bei Nichtbefolgung der jeweiligen Regeln (aktuell Ausfüllen des Fragebogens),
Befolgung der Regeln als Voraussetzung für einen Führerschein,
Befolgung der Regeln als Voraussetzung für eine Immatrikulation,
Befolgung der Regeln als Voraussetzung für eine Beschäftigung im Öffentlichen Dienst.
usw. usf.
Die Zahlen waren leider erwartbar wenn man die politischen Entwicklungen/Entscheidungen zur Bundeswehr der letzten 20 Jahre bis zum Überfall Russlands verfolgt hat. Ich möchte auch nicht wissen wie die Rückläufer teilweise inhaltlich aussehen.
Ohne eine Reaktivierung der Wehrpflicht wird es a.m.S. nicht gehen und ich glaube bzw. befürchte die Bundeswehr wäre auch dazu aktuell nicht in der Lage das zu managen. Was wären denn unsere medialen Antworten auf unschöne Videos in sozialen Netzwerken in denen mit Wehrpflichtigen unter Zwang umgegangen wird oder bestimmte Verweigerer gemobbt werden würden? Wollen wir Soldaten wie 1980 die dann im Gewahrsam in einer Zelle in einem Wachgebäude hocken?
@Ruderer 11.05.2026 um 7:47 Uhr
Für wen rudern Sie? Für unseren freiheitlich demokratischen Rechtsstaat wohl kaum.
Das was Sie heute fordern war teilweise Praxis im Unrechtsstaat der DDR und wurde am 3. Oktober 1990 beendet.
@Ökonom sagt: 10.05.2026 um 20:43 Uhr
„Wie will man vor diesem Hintergrund in Deutschland vermitteln, dass es hier ein conscription-System braucht?“
Ganz einfach. Wir sind in Deutschland so satt und fett, das Geld nicht mehr zieht. Die Besoldung ist gut (jaja, ich weiß, der BGH hat das anders entschieden, auf hohem Niveau), aber wir sehen ja gerade, was mit den hochbezahlten Jobs in der Industrie passiert. Alle, die nicht unbedingt benötigt werden, werden entlassen oder in den Vorruhestand geschickt. Und selbst Akademiker sind bei der Agentur für Arbeit mittlerweile öfter anzutreffen.
Und trotzdem haben unsere Streitkräfte massive Nachwuchsprobleme. Passt nicht in die Work-Life-Balance und ist nicht hipp. Die Politik zeigt eben keine klare Kante, selbst der extreme rechte Rand nicht.
Bloß keine Wähler verärgern.
@ Leuchtturm Das mag so sein. Aber es gab und gibt auch Sachen in Demokratien, für die die DDR zu Recht kritisiert wurde, die aber in manchen Demokratien kein Problem sind oder waren. Da fallen mir sofort Dänemark und die Republik Irland ein. Mit den USA fange ich mal besser nicht an. Wir können den Staat aber auch einfach vor die Hunde gehen lassen, wenn keiner mehr an der Verteidigung des Staates interessiert ist. Zu viele kennen ihre Rechte und glauben, die Demokratie und unser im Verhältnis zu anderen Staaten gutes Leben wäre vom Himmel gefallen.. Aber wenn es um Pflichten geht, wird sich gedrückt.
@Überragend:
Als mittlerweile im Kommunaldienst stehende Person warte ich ja dann noch auf die Weisung, dass Mahnbescheide einer Bundesbehörde aufgrund der Nähe des Rathauses zum Bürger von der dortigen Verwaltung bearbeitet und vollstreckt sollen.
Ganz nach dem bekannten Motto „Wer bestellt, der zahlt“ (NICHT).
@ Ruderer
Niemand sucht sich bei der Geburt sein Geschlecht aus…
Mit der aktuellen Regelung und der von Ihnen genannten Verschärfung der Strafen werden fast die Hälfte der Bevölkerung im wehrfähigen Alter benachteiligt.
Unsere Gesetzesgebung zum Thema Wehrpflicht stammt aus völlig anderen Zeiten, als noch ein veraltetes Rollenbild in Deutschland galt.
Wir brauchen heute eine Gleichberechtigung in diesem Bereich.
@Ökonom, ja formell kommt Russland ohne Wehrpflicht aus.
Allerdings gibt’s auch genügend Berichte das bei Rekrutierung von Berufssoldaten mehr als fragwürdige Methoden eingesetzt werden.
@Leuchturm: volle Zustimmung!
@Ruderer: Dass Menschen für das Nicht-Ableisten eines militärischen Dienstes oder gar für das ledigliche Nicht-Beantworten eines Fragebogens mit weit reichenden Sanktionen in ihrem restlichen Leben (Ausbildung, Studium, Beruf…) bestraft werden sollen, klingt stark nach (Militär-) Diktatur. Positive Anreize für Menschen, die sich freiwillig bei der Bundeswehr engagieren? Sehr gerne! Aber als „Strafe“ ganze Berufs- und Lebensbereiche sperren für Menschen, die einen Fragebogen nicht abgeben oder keinen Wehrdienst leisten? Das ist mit unserem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat glücklicherweise nicht vereinbar.
@ Leuchtturm um 10:09
Sie brauchen gar nicht persönlich zu werden.
Ich bin nur dafür das der Staat (unsere Gemeinschaft) Regeln auf demokratische Weise beschliesst und dafür sorgt, dass diese auch befolgt werden. Die aktuell in Frage stehenden 250 Euro, bei denen noch diskutiert wird, ob man sie überhaupt eintreiben kann und will, sind wahrscheinlich nicht zielführend.
Vielleicht fallen Ihnen bessere Regeln ein, um bei der Zielgruppe das erwünscht Verhalten zu bewirken.
@Lehrer
Welche negativen Auswirkungen hat denn die Abgabe des Fragebogens ? Eine Steuererklärung muß muß man ja sehr oft auch abgeben.
@Berufspessimist
Ggf. macht das dann der Zoll.
@Lehrer
Ist Frankreich dann eine Diktatur oder kein Rechtsstaat? In Frankreich müssen Jugendliche:
– sich mit 16 Jahren registrieren lassen.
– Mit etwa 18 Jahren müssen sie an einem verpflichtenden „Tag der Verteidigung und Staatsbürgerschaft“ (Journée Défense et Citoyenneté, JDC) teilnehmen.
Ohne Teilnahmebescheinigung an diesem Pflichttermin sind bestimmte staatliche Vorgänge erschwert oder unmöglich, etwa:
– Einschreibung an Universitäten,
– Anmeldung zu staatlichen Prüfungen,
– Bewerbung im öffentlichen Dienst.
Man sollte doch die Kirche mal im Dorf lassen. Zumindest einen Fragebogen kann doch wirklich jeder ausfüllen. Steuern muss ja auch jeder zahlen, so ist das halt in einer Gemeinschaft.
@Lehrer sagt: 11.05.2026 um 15:14 Uhr
„Positive Anreize für Menschen, die sich freiwillig bei der Bundeswehr engagieren? Sehr gerne!“
Herr Lehrer, können Sie bitte ein paar Beispiele füür positive Anreize nennen? So drei bis vier wären schön.
Wie viel Prozent von den Rückantworten kann sich einen Dienst bei der Bundeswehr vorstellen? diese Zahl wäre ja interessant. wenn nur 30% sich d es vorstellen können dann wäre ja es ja spannend wie es BAPers umsetzen will so das auch eine Ausbildung der 30% umgesetzt werden kann.
@ Pio-Fritz, 11.05.2026, 12:09 Uhr:
Ihre Meinung -wieder einmal- ist Ihre Meinung.
„… das Geld nicht mehr zieht. Die Besoldung ist gut (jaja, ich weiß, der BGH hat das anders entschieden“
Falsch. Der BGH hat entschieden, dass die Besoldung nicht verfassungskonform ist. Gut oder nicht gut wurde nicht weiter thematisiert.
„…Alle, die nicht unbedingt benötigt werden, werden entlassen oder in den Vorruhestand geschickt….“
Ja na selbstverständlich müssen gewinnorientierte Unternehmen die Kosten und den Nutzen eines jeden Mitarbeiters gegenüberstellen und bei einem Mißverhältnis eingreifen. Ein ganz wesentlicher Unterschied zur Planwirtschaft. Aber die hat sich ja -geschichtlich erwiesen- nicht durchgesetzt.
Und natürlich muß „Die Politik“ auf die Wähler achten. Demokratie lebt von Mehrheiten. Wenn ich diese Mehrheiten nicht erreichen kann, werden Ziele eben nicht erreicht.
Was schlagen Sie vor, wie es besser geht?