FCAS-Vorstoß: Industrie und Gewerkschaft in Deutschland wollen zwei Flugzeugmuster
Es ist formal gesehen nur eine Meinungsäußerung von interessierten Lobbygruppen – aber in der Debatte über den weiteren Weg des deutsch-französisch-spanischen Luftkampfsystems FCAS (Future Combat Air System) eine gewichtige Stimme: Gemeinsam rufen die deutsche Luftfahrtindustrie und die Gewerkschaft IG Metall dazu auf, von der bisherigen Arbeitsteilung abzugehen und dafür nicht wie bisher geplant ein, sondern zwei Flugzeugmuster als Teil des Systems zu bauen.
Ihren gemeinsamen Aufruf veröffentlichten der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die Gewerkschaft am (heutigen) Montag:
Der Bundesverband der Deutschen Luft‑ und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) befürworten, innerhalb des europäischen Luftkampfsystems FCAS (Future Combat Air System) künftig auf eine Zwei‑Flugzeuge‑Lösung zu setzen. FCAS sieht die Entwicklung einer Neuen Flugzeuggeneration, Begleitdrohnen und einer vernetzenden „Combat Cloud“ vor. Industrie und Gewerkschaft sind der Überzeugung, dass die Zwei‑Flugzeuge‑Lösung den Weg für klare Verhältnisse und Perspektiven freimacht: Damit würden nicht nur der aktuelle Dissens, sondern auch Planungsunsicherheiten beseitigt. Gerade für Deutschland eröffnen sich neue industriepolitische Chancen.
Hintergrund ist ein Stillstand der weiteren Entwicklung des Systems – denn zum einen bleiben die Forderungen, wie ein neues Kampfflugzeug als Teil des Gesamtsystems aussehen soll, zwischen den beiden Hauptbeteiligten Frankreich und Deutschland umstritten. Vor allem der franzöische Dassault-Konzern pocht da auf seine Führerschaft und hatte mehr oder weniger deutlich erklärt, das Flugzeug könne Frankreich durchaus alleine entwickeln.
Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die französischen Streitkräfte in wesentlichen Punkten andere Bedürfnisse haben: für Deutschland ist die Fähigkeit eines Kampfjets, von Flugzeugträgern zu starten und eigene Atomwaffen zu tragen, nicht entscheidend – für Frankreich dagegen schon.
Außerdem gibt es sehr unterschiedliche Ansichten über den Zeitrahmen, zu dem ein neues bemanntes Kampfflugzeug einsatzbereit sein soll. Dazu gehört aber auch, dass ein neues, leistungsfähiges Triebwerk für den Kampfjet entwickelt wird – und allein dafür gibt es auf französischer und deutscher Seite unterschiedliche Zeitvorstellungen.
Die deutsche Industrie, mit Airbus der wesentliche deutsche Anteil an FCAS, hat bislang vor allem die so genannte Combat Cloud, die Vernetzung der Waffensysteme, als Auftrag; außerdem unbemannte Systeme. Die Frage, ob ein Zusammengehen mit Frankreich und damit eine Fortführung des symbolträchtigen europäischen Rüstungsprojekts überhaupt noch funktionieren kann, hatte sich in jüngster Zeit immer drängender gestellt.
Die Entscheidung, ob FCAS noch eine Zukunft hat, können letztlich nur Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz treffen. Und sie müssen das in absehbarer Zeit tun.
(wird ggf. im Laufe des Tages ergänzt)
Meiner Ansicht nach wird die Fähigkeit, alleine eine Kampfflugzeug zu entwickeln, völlig falsch betrachtet.
Es geht doch dabei nur um die Zelle, die Flugsteuerung und die Integration der von Zulieferern eingekauften Komponenten.
Weder Dassault, noch Airbus haben bisher Stealth& Erfahrung bei Kampfflugzeugen, was noch dazukommt.
Und egal ob beim EF, oder der Rafale:
Ohne MTU, Safran, Thales, Hensoldt, usw. gäbe es eine nutzlose Zelle, mehr nicht. Und dieses reine Flugzeug ist leider Generation 4 und damit weit hinter den USA, hinter Südkorea, hinter der Türkei.
Deshalb gibt es ja die Zusammenarbeit beim FCAC und auch GCAP, damit man gemeinsam mit den Zulieferern von der Generation 4 zur Generation 6 aufschließen kann.
Da sich die Diskussion zunehmend in die Richtung entwickelt hat, ob Deutschland in der Lage wäre, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln, möchte ich dazu meine Einschätzung äußern.
Meiner Meinung nach wäre Deutschland grundsätzlich in der Lage, einen Kampfjet der sechsten Generation zu entwickeln.
Wie ich zu dieser Einschätzung komme: Bereits in den späten 1980er Jahren entwickelte Messerschmitt Bölkow Blohm das Tarnkappenflugzeug „Lampyridae“. Zwar wurden nur originalgroße Modelle gebaut und im Windkanal getestet, doch das Projekt zeigte, dass die deutsche Industrie schon damals über erhebliche Kompetenzen im Bereich Stealth Technologie verfügte. Das Programm wurde zeitgleich mit dem Beginn des Eurofighter Programms politisch gestoppt. Nach Aussagen beteiligter Ingenieure soll die Radarsignatur des MBB Entwurfs sogar geringer gewesen sein als die der später im Golfkrieg eingesetzten amerikanischen F 117. Unabhängig davon zeigt das Projekt, dass entsprechendes Know how vorhanden war.
Ende der 1990er Jahre warb Daimler Benz Aerospace, heute Airbus Defence and Space, zudem mit dem Konzept eines fliegenden Technologieträgers, der auf den MBB Arbeiten aufbaute. Ziel war es, die Bundesregierung von der Entwicklung eines Tornado Nachfolgers zu überzeugen. Auch dieser Ansatz scheiterte letztlich nicht an fehlenden industriellen Fähigkeiten, sondern am politischen Willen und an strategischen Prioritäten.
Deutschland verfügt bis heute über eine leistungsfähige Luft und Raumfahrtindustrie. Unternehmen wie Airbus Defence and Space, MTU Aero Engines, Hensoldt oder Diehl Defence decken zentrale Schlüsselbereiche ab, von Flugzeugstruktur und Aerodynamik über Triebwerksentwicklung bis hin zu Sensorik, Avionik und Bewaffnung. Zudem ist Deutschland maßgeblich an aktuellen europäischen Zukunftsprojekten beteiligt, etwa am Future Combat Air System. Das zeigt, dass die industrielle und technologische Basis weiterhin vorhanden ist.
Gleichzeitig muss man realistisch feststellen, dass die Entwicklung eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation heute mit enormen Kosten und Risiken verbunden ist. Solche Programme bewegen sich im Bereich von vielen Dutzend bis über hundert Milliarden Euro. Deshalb verfolgen selbst große Staaten diesen Weg nur noch in internationalen Kooperationen. Die Frage ist also weniger, ob Deutschland es technisch könnte, sondern ob ein nationaler Alleingang politisch gewollt, finanziell tragfähig und strategisch sinnvoll wäre.
Historisch sind entsprechende deutsche Projekte eher am politischen Willen als an den Fähigkeiten der Industrie gescheitert. Wenn dieser Wille vorhanden wäre und entsprechende Mittel bereitgestellt würden, halte ich es für realistisch, dass die deutsche Industrie, gegebenenfalls mit europäischen Partnern, in der Lage wäre, einen Kampfjet der sechsten Generation samt wesentlicher Schlüsselkomponenten zu entwickeln.
Ich bin überzeugt, dass sowohl Frankreich als auch Deutschland ein Kampfflugzeug der 6. Generation und das zugehörige Triebwerk alleine bauen können. Das ist nicht das Kernproblem. Frankreich will ein System für die weltweite nukleare Projektionsfähigkeit und Deutschland einen mehrrollenfähigen Luftüberlegenjeitsjäger der gegenüber einer SU57 mit chinesischer Tarnkappentechnologie überlegen ist. Das sind zwei Flugzeuge die in ihren charakterisierenden Auslegungsparametern weit auseinander liegen. Das eine System wird um einen mehrere Tonnen wiegenden Hyperschall- Marschflugkörper gebaut, mit dem man von einem Träger starten und vor allen Dingen wieder landen kann.. Diese externe Last wirft man nicht wie konventionelle Lasten vor dem Landen ab. Dafür muss die Struktur ausgelegt sein, d.h. der Anteil der Struktur an der Gesamtmasse geht nach oben und es kann weniger Kraftstoff mitgenommen werden.
Der deutsche Entwurf hätte im Idealfall gar keine Außenlasten, Kraftstoff und Waffen würden intern getragen. Das erlaubt einen Entwurf ganz ohne Heckleitwerk. Optimal hinsichtlich Reichweite und Tarnung. Aber selbst wenn die Luftwaffe auf externen Stores besteht, sind das immer noch zwei völlig verschiedene Flugzeuge.
Die können einen Antrieb mit dem gleichen Kerntriebwerk haben aber keine identischen Triebwerke. Die werden auch kein identisches Flight Control System haben. Die USA haben nach meiner Zählung 12 unterschiedliche Kampfflugzeuge für die unterschiedlichen Zwecke und da habe ich NGAD und CCA noch nicht mitgezählt. Warum sollten wir in Europa unbedingt nur ein Flugzeug bauen dass zwar alles kann, nur nichts gescheit. Damit werden wir nicht siegfältig und schrecken auch niemand ab.
Wenn man sich das FCAS-Programm in Gänze anschaut, liegen die Probleme weniger bei den industriellen Fähigkeiten sondern eher bei der politischen Unfähigkeit.
Bereits die Entscheidung zusammen mit Frankreich dieses Projekt zu starten war falsch. Durch den Wechsel der Partnerschaft können vorhandene Technologien nicht einfach weiterentwickelt werden, sondern man fängt wieder bei null an. Außerdem wurde ignoriert, dass Frankreich und Deutschland komplett unterschiedliche Anforderungen an einen NGF stellen.
Nachdem man sich jetzt mehrere Jahre mit FCAS rumgequält hat, soll jetzt plötzlich Helsing das UCAV bauen. Den ganzen Erfahrungsaufbau der letzten Jahre bei Airbus schmeißt man damit weg und fängt wieder bei null an. Zudem geht man ein hohes Risiko ein, da Helsing noch recht neu auf dem Markt ist und kaum Erfahrung mit Luftfahrtzulassung mitbringt.
Und zu guter letzt sind diese komplizierten Kooperationen, bei denen zig Firmen an einem Thema arbeiten, einfach ineffizient. Zu viele Köche verderben den Brei. Das war schon bei EF so und man hat daraus wenig gelernt.
Prinzipiell wäre es sinnvoll FCAS rein national weiter zu entwickeln. Das würde auch zügiger und effizienter funktionieren. Bei FCAS gab es z.B. ein Jahr Pause zwischen Phase 1A und 1B, weil sich die Partner nicht einig wurden. Aber ich sehe hier noch nicht die politische Entschlossenheit.
Insgesamt fehlt es in der deutschen Rüstungspolitik an Kontinuität und Zielstrebigkeit. So wird das nichts mit einem neuen Luftkampfsystem.
[„… soll jetzt plötzlich Helsing das UCAV bauen.“ – den Beleg für die Behauptung bitte noch nachliefern. T.W.]
Ich kann nach den Reden vom Merz (super -endlich das Nuclear Thema), Macron (auch super) und Rubio (kein Kommentar) auf dem MSC26 nur noch einmal dafür zu plädieren den FCAS zu entwickeln. EF, A400M waren auch kein Zuckerschlecken. Stolz runterschlucken, und Dassault die Führung geben. Und KUDOS an Ex_Inst wegen der Idee der „Adenauer“ (gerne mit polnischer Zweitcrew). Wer im Social Media Zeitalter noch nicht verstanden hat, wie wichtig Symbole und Morale sind – tja. Und nur weil Rubio nicht weiter eskaliert sollte man nicht wieder rosafarbene transatlantische Träume haben ffs. Phillips o Brien hat es im Post von heute (14.02) auf en Punkt gebracht. „Isch over, bleibt over“. P.S. Ich kenne die Gründe nicht, aber das Merz bei der Rede von Rubio nicht da war – thats the spirit! Nice!
Ich kann allen hier, die von nationalen Alleingängen träumen, nur die Merz in München ans Herz legen.
Es wird keine rein deutsche Lösung geben. Dafür ist es momentan viel zu wichtig, Gemeinsamkeit in Europa zu leben und zu demonstrieren.
Momentan findet ein ganz anderer Prozess der Entscheider statt:
WAS genau brauchen wir eigentlich?
Der EF Ersatz ist es nicht mehr. Der bleibt noch bis mindestens 2050 in der Luftwaffe. Also geht es doch wieder um eine Art Tornado-Ersatz, aber dieses Mal in einer deutlichen leistungsfähigeren Ausführung, die in der Lage ist, auch ohne Tanker, denn das ist das F-35-Dilemma, weit hinter der Grenze des Gegners vorzudringen, ohne entdeckt zu werden. Und das Ganze in Kombination mit Stealth Loyal Wingmen.
Ich bin gespannt, mit wem wir uns zusammenschließen.
„… soll jetzt plötzlich Helsing das UCAV bauen.“ – den Beleg für die Behauptung bitte noch nachliefern. T.W.
Er spricht von der JaBoDro. Aber das ist auch schon wieder Geschichte. Die Remote Carrier bleiben (aber wer weiß das schon) bei FCAS. Grundsätzlich kommen verschiedene Systeme in Frage für ein UCCA. Helsing/Grob hat mit der CA1 eine Option, ADS hat zwei Demonstratoren flugfähig und in USA und Australien gibt es weitere Möglichkeiten.
Mit der Abhängigkeit von Frankreich fällt die Abschreckung gegen Russland endgültig. Diese Abhängigkeit ist wesentlich gefährlicher als das transatlatische Dackeltum, das nach wie vor auf konkreten gemeinsamen Interessen fußt und _Ergebnisse_ liefert.
Symbole muss man sich leisten können. Frankreich missversteht allgemeines geopolitisches Desinteresse an ihrem kolonialen Flickenteppich als „Machtprojektion“. Tatsächlich wird dort nichts außer Arroganz und Verblendung projiziert. Dafür reicht ein Flugzeugträger gerade so noch aus.
Für Deutschland führt kein Weg an der Partnerschaft mit einer Großmacht vorbei, denn die europäischen Mittelmächte werden es wegen seines multidimensionalen Gefährdungspotentials stets sabotieren. Deshalb will man uns auch nicht in GCAP. Jeder Versuch einer Eigenentwicklung wird scheitern, weil wir sie nicht schützen können. Es gibt keine europäischen Strukturen in die wir uns einbetten könnten. Keine der bedrohten Nationen hat die Industriekapazitäten, sie würden an unserem Geld ersticken. Für mich ein frustrierendes Eingeständnis, aber die Transatlantiker _hatten immer Recht_.
Egal! Deshalb entscheiden umsichtigere Menschen.
Hinter den ganzen Euro-Ponyhof-Bekundungen verbergen sich immer noch dieselben alten Konflikte zwischen Nationen, die nur durch externes Großmachtsopium betäubt werden können. Welcher Dealer soll es sein?
[Alles so’n bisschen vorvergangenes Jahrhundert? Oder einfach der Wunsch, mal einen rauszuhauen? Weiß ja nicht, was Sie so tief trifft, aber lassen sie es doch nicht hier aus. T.W.]
@ Teetrinker
Wir haben das Beitritts-Angebot von allen drei GCAP-Nationen.
@Der Realist
Wichtig ist im Moment, dass die Truppe Fähigkeiten bekommt, nicht europapolitische Leuchtturmprojekte.
Wenn, dann muss DEU vorangehen und kleinere Nationen müssen eine Unterauftragnehmerrolle akzeptieren. Die Anforderungen werden dann im wesentlichen nur von der Luftwaffe definiert.
Es gibt den empirischen Faktor SQRT(Anzahl der Partner) für Kooperationen gleichberechtigter Partner, der den Anstieg der Entwicklungskosten aufgrund und die längere Entwicklungszeit beschreibt.Das bedeutet beim Eurofighter z.B. eine Verdopplung.
Wenn man noch Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Technologie-Spin-off und daraus zurückfließende Steuern betrachtet, dann können Kooperationsprogramme sehr schnell auch zu finanziellem Unsinn werden. Mal ganz abgesehen von inakzeptablen Entwicklungszeiten und Verwässerung der Anforderungen.
Wenn es beim FCAS so festhängt hindert uns ja nichts daran den Eurofighter auszureizen. Daran scheint ja zumindest Deutschland jetzt am intensivsten zu arbeiten.
Das gleiche gilt für die Stealth-Unterschalldrohne. Helsinki mit Hensolt gehen bei der CA-1 voran. Andere sind auch am Ball.
Bleibt die Frage nach der Entwicklung eines echten Stealth Loyal Wingman. Also einer Drohne mit dem Flugprofil eines Kampfjets. Wenn die Entwicklung eines Triebwerks ein Problem darstellt, würde ich dort einfach auf die EJ200 der Eurofighter setzen. Ich denke, dass damit die deutsche Flugzeug-Industrie genügend Know-How-Entwicklung betreibt und auch für Partner interessant ist.
Wir können uns dann beim Stealth-Fighter einkaufen und einen guten Desl verhandeln.
Als Aussenstehender, ich verstehs nicht. Wir streiten mit FR über ein Flugzeug das die TÜRKEI jetzt entwickelt! Die Türkei!!! Gen 5 fliegt wohl dort. Ja mit US Triebwerken derweil, aber dennoch, die TÜRKEI!!!!
Brauchen wir echt Dassault für das Triebwerk, oder kann Airbus das vielleicht doch alleine?….Und nein, Zertifizierungen bleiben mal aussen vor, dafür ist die F35 da. D und FR streiten sich ja nicht mal, die sitzen halt da und schlürfen Kaffee und kassieren, könnt schlimmer sein!
Will sagen; der Massstab ich sicherlich nicht die US, aber doch wohl kaum die TR!
@Der Realist
GCAP ist jahrelang ausverhandelt worden. Da kann man höchstens noch als Tier1 Supplier beitreten und schön zahlen. Da ist nichts besser als mit Dassault. Das GCAP Kampfflugzeug ist auch nicht das, was die Luftwaffe braucht…
@ Fox1
Ich sehe das anders.
GCAP ist exakt das, was europäische Länder brauchen. die parallel die F-35 und/oder den EF betreiben.
Frankreich braucht ein anderes Flugzeug aufgrund des Flugzeugträgers und der Exporte, die man nach der Rafale erzielen möchte.
Weder FCAS noch GCAP erfüllen unsere Anforderungen an einen Jet der 6. Generation.
Das Erschreckende ist, dass zum Zeitpunkt, als der politisch motivierte Startknopf gedrückt wurde, in Deutschland noch siniert wurde, ob jemals UAVs bewaffnet werden.
Das hat sich durch den Angriffskrieg auf die Ukraine und die allgemeine Weltpolitik geändert.
In 2018 hatte ich schon etwas zur Combat-Cloud bemerkt, welche alle drei Dimensionen abdecken muss.
Mit Schweden(Saab) laufen interessante Projekte(EF EK und die AI Gripen E mit dem Centaur-Paket von Helsing). Canada(Bombardier) liefert mit den Globals(6500/7500) die Basis für PEGASUS und GlobalEye und hat mit der Falcon-Drohne ein potentielles Tool zum „Befüllen“ der Combat-Cloud, etc.
Was ist eigentlich mit dem ominösen Triebwerk EJ230 von Eurojet Turbo???
Es müsste doch möglich sein, mit Schweden und Canada so einen Vogel in die Luft zu bringen, mit all den UAV-Derivaten in der „Cloud“.
FCAS und GCAP kosten nur unser Geld und für Sugardaddies ist es die falsche Zeit!
@Moth
Wie kommen Sie darauf? Da Japan ebenfalls Interesse an einem Flugzeug mit großer Reichweite und hoher „Technologiedichte“ hat, klingt es zumindest nach den mir vorliegenden Informationen besser (als die französische Vision). Es stimmt allerdings, dass der Kuchen dort bereits aufgeteilt wurde, groß auswirken kann man sich in diesem Programm als Nachzüglernation sicher nicht mehr.
@Fox1: „GCAP ist jahrelang ausverhandelt worden. Da kann man höchstens noch als Tier1 Supplier beitreten und schön zahlen.“
@Voodoo: „Es stimmt allerdings, dass der Kuchen dort bereits aufgeteilt wurde, groß auswirken kann man sich in diesem Programm als Nachzüglernation sicher nicht mehr.“
Natürlich sind die Partner dort schon in der Planung sehr weit. Wer sich allerdings in der Größenordnung von 150 – 200 Flugzeugen in das Programm einkauft hat Verhandlungsoptionen. Wenn die Auslegung grundsätzlich stimmt, so liegen diese nicht darin, dort noch beim Design kräftig mitzumischen. Das brauchen wir dann auch gar nicht. Wir benötigen Know-How-Transfer zur Auslegung, Zusicherung von Produktionskapazitäten in Deutschland und Mitwirkung bei der Weiterentwicklung. Warum sollte dies nicht gehen? Das wird natürlich mehr kosten, als nur Flugzeuge zu kaufen. Es sollte es uns aber wert sein und kann meiner Einschätzung nach beim Verhandeln durchgesetzt werden.
Die Reaktion von Stark auf die angekündigten Veröffentlichungen:
https://stark-defence.com/en/news/STARK-Statement
[Danke für den Hinweis, aber worauf bezieht sich das? kann bislang nichts finden. T.W.]
@Voodoo
Wir sind nicht Japan und keine „Tailhooker-Nation“.
Der Flieger ist etwas zu klein und zu langsam.
Wenn wir von der 6. Generation sprechen, sind Technologiedichte und Stealth Grundvoraussetzung. Der Flieger fungiert in der „Combat-Cloud“ als eine Art „Mutterschiff“ für die verschiedenen UAVs in all ihren Ausprägungen und muss dann in hoffentlich gesättigten und geschwächten Lufträumen(siehe S-400/S-500) „deep-strike-fähig“ sein.
Wie @Nachhaltig erwähnte: „…..wir sollten mutig sein.“
Canada, motiviert durch NORAD, engagiert sich sehr stark(allgemein und volkstümlich ausgedrückt) im Bereich der Quantenradartechnologie.
@moth
Japan ist auch keine „Tailhooker-Nation“ deswegen ja auch die Reichweite. Und zur Größe der geplanten Maschine habe ich keine belastbaren Informationen gefunden (so wie es bei Tempest oder FCAS bisher aber auch ist), insofern gibt es da auch noch keinen finalen Showstopper?
Was combat cloud betrifft, so halte ich nicht viel vom allgegenwärtigen, mit Verlaub, „Tech-bro-Geschwätz“ über „AI all over the place“ – ich denke, gerade dort wird momentan krass übertrieben, weil man möglichst viel Kohle abgraben kann/muss und daher auf der Welle reitet. Das, was dort angepriesen wird, muss sich erst noch beweisen. Und für „deep strike“ brauche ich auch nicht zwangsläufig (noch) eine Drohne, das geht auch mit Raketen, damit evtl. sogar besser. Hyperschall lässt grüßen.
Interessante Aussagen des Kanzlers zu FCAS in der jüngsten Ausgabe im Podcast „Machtwechsel“ (ab etwas Minute 10 in der Version auf Spotify; Link aus rechtlichen Gründen nicht)Friedrich Merz stellt die von F geforderte Ein-Flugzeug-Variante klar in Frage und fragt ganz grundsätzlich auch, ob wir in 15 Jahren überhaupt noch bemannte Kampfflugzeuge benötigen.
Vielleicht sollte man bei der F-35 die Reißleine ziehen, Äußerungen aus NLD sind „beunruhigend“:
„Niederlande
„Sollte ich eigentlich nie sagen“ – Staatssekretär deutet heikles Detail zu US-Kampfjets an“
„Ihm [Gijs Tuinman, niederländischer Staatssekretär für Verteidigung] zufolge können die F-35-Kampfjets aus den USA „gehackt“ werden, wie er in einem Podcast des niederländischen Radiosenders BNR Nieuwsradio sagte.“
WELT Online
Um Schimpfe des Hausherrn zu vermeiden: der Originalartikel, auf den sich WELT Online bezieht, wurde auf n-tv gepostet:
„“Sollte ich eigentlich nie sagen“
Staatssekretär verrät heikles Detail zum F-35-Kampfjet der USA“
Zudem dort:
„Dänemarks Ex-Wirtschaftsminister Rasmus Jarlov bereute vergangenes Jahr als „einer der Entscheidungsträger“ den Kauf der F-35-Jets.“
Bei den Eidgenossen ist die Beschaffung ebenfalls sehr umstritten, was sich allerdings zunächst am Preis festmacht; offenbar war unklar, ob ein „fixer“ Festpreis vereinbart wurde oder ob Preissteigerungen weitergegeben werden dürfen und was die Lieferung „genau“ umfaßt.
[Das kursiert doch schon seit Tagen, und muss jetzt nicht viiel später per ‚Welt‘ nachvollzogen werden. Bereits am 15. Februar z.B. hier:
https://theaviationist.com/2026/02/15/dutch-defence-secretary-f35-software/
T.W.]
Ich bezweifle daß das „jailbreaken“ wirklich sinn machen würde, solange man nicht entsprechend eine Alternative hat. Gejailbreakte IPhones benutzten damals Android (als es noch open source war und nicht Google gehörte) oder andere Linux-Klone.
Das heißt, ohne ein vergleichbares Cloud-System wie ALIS/ODIN funktioniert die F-35 so gut wie ein Smartphone ohne Betriebssystem. Ein entsprechendes europäisches Cloud-System nicht nur für Logistik, sondern auch für Missionsdaten und Sensordaten müßte also her, damit das Sinn macht.
Hallo der neue Alte,
Was mich an diesem Interview stört, sind die Gründe, die Friedrich Merz dafür nennt, warum er FCAS kritisch sieht. Denn der Bundeskanzler erklärte, dass Deutschland ein Problem mit den Spezifikationen des NGF hat:
„Die Franzosen brauchen in der nächsten Generation des Kampfflugzeugs ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauchen wir in der Bundeswehr gegenwärtig nicht.“
Da frage ich mich ernsthaft, ob Herr Merz diese Spezifikationen erst vor Kurzem entdeckt hat. Schließlich wurden sie bereits 2018 bei der Unterzeichnung des HLCORD klar festgelegt. Die Franzosen haben dies nie verborgen, und Deutschland war damals ausdrücklich einverstanden. Wir geben also Milliarden aus, und erst jetzt realisiert die deutsche Regierung, dass die FCAS‑Spezifikationen, die sie damals unterschrieben hat, nicht passend sind? Wouah!
Unverständlich ist für mich auch, wie er im selben Interview einerseits erklärt, er wolle mit Frankreich über den französischen nuklearen Schutzschirm für Deutschland sprechen, andererseits aber behauptet, FCAS erfülle deutsche Bedürfnisse nicht, weil die Franzosen ein atomwaffenfähiges Flugzeug entwickeln wollen.
Lüstig ist auch das Wort „gegenwärtig“ – nach dem Motto: Ja, wir möchten über die französische Bombe reden, aber nein, wir wollen kein atomwaffenfähiges Flugzeug mit den Franzosen entwickeln, weil wir es noch nicht brauchen… Wirklich???
Er hätte bessere Argumente finden können (gibt es ja auch). Da muss man sich nicht wundern, wenn er jetzt dafür belächelt wird… Peinlich.
@all
Die Aussagen des Kanzlers im „Machtwechsel“-Podcast greife ich noch in einem gesonderten Beitrag auf; bitte dann ggf dort die Debatte weiterführen.