FCAS-Vorstoß: Industrie und Gewerkschaft in Deutschland wollen zwei Flugzeugmuster
Es ist formal gesehen nur eine Meinungsäußerung von interessierten Lobbygruppen – aber in der Debatte über den weiteren Weg des deutsch-französisch-spanischen Luftkampfsystems FCAS (Future Combat Air System) eine gewichtige Stimme: Gemeinsam rufen die deutsche Luftfahrtindustrie und die Gewerkschaft IG Metall dazu auf, von der bisherigen Arbeitsteilung abzugehen und dafür nicht wie bisher geplant ein, sondern zwei Flugzeugmuster als Teil des Systems zu bauen.
Ihren gemeinsamen Aufruf veröffentlichten der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die Gewerkschaft am (heutigen) Montag:
Der Bundesverband der Deutschen Luft‑ und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) befürworten, innerhalb des europäischen Luftkampfsystems FCAS (Future Combat Air System) künftig auf eine Zwei‑Flugzeuge‑Lösung zu setzen. FCAS sieht die Entwicklung einer Neuen Flugzeuggeneration, Begleitdrohnen und einer vernetzenden „Combat Cloud“ vor. Industrie und Gewerkschaft sind der Überzeugung, dass die Zwei‑Flugzeuge‑Lösung den Weg für klare Verhältnisse und Perspektiven freimacht: Damit würden nicht nur der aktuelle Dissens, sondern auch Planungsunsicherheiten beseitigt. Gerade für Deutschland eröffnen sich neue industriepolitische Chancen.
Hintergrund ist ein Stillstand der weiteren Entwicklung des Systems – denn zum einen bleiben die Forderungen, wie ein neues Kampfflugzeug als Teil des Gesamtsystems aussehen soll, zwischen den beiden Hauptbeteiligten Frankreich und Deutschland umstritten. Vor allem der franzöische Dassault-Konzern pocht da auf seine Führerschaft und hatte mehr oder weniger deutlich erklärt, das Flugzeug könne Frankreich durchaus alleine entwickeln.
Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die französischen Streitkräfte in wesentlichen Punkten andere Bedürfnisse haben: für Deutschland ist die Fähigkeit eines Kampfjets, von Flugzeugträgern zu starten und eigene Atomwaffen zu tragen, nicht entscheidend – für Frankreich dagegen schon.
Außerdem gibt es sehr unterschiedliche Ansichten über den Zeitrahmen, zu dem ein neues bemanntes Kampfflugzeug einsatzbereit sein soll. Dazu gehört aber auch, dass ein neues, leistungsfähiges Triebwerk für den Kampfjet entwickelt wird – und allein dafür gibt es auf französischer und deutscher Seite unterschiedliche Zeitvorstellungen.
Die deutsche Industrie, mit Airbus der wesentliche deutsche Anteil an FCAS, hat bislang vor allem die so genannte Combat Cloud, die Vernetzung der Waffensysteme, als Auftrag; außerdem unbemannte Systeme. Die Frage, ob ein Zusammengehen mit Frankreich und damit eine Fortführung des symbolträchtigen europäischen Rüstungsprojekts überhaupt noch funktionieren kann, hatte sich in jüngster Zeit immer drängender gestellt.
Die Entscheidung, ob FCAS noch eine Zukunft hat, können letztlich nur Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz treffen. Und sie müssen das in absehbarer Zeit tun.
(wird ggf. im Laufe des Tages ergänzt)
Wenn Politik versucht ein gescheitertes Projekt am Leben zu erhalten…
FCAS ist tot. Es hat nie gelebt, denn die Zielsetzungen waren und sind zu unterschiedlich und Dassault will sich nicht dem Wettbewerb stellen.
Frankreich möchte einen Carrier Fighter, der am besten von Deutschland uns Spanien mitfinanziert wird.
Deutschland möchte einen Multirole Fighter (taktischer Bomber/Jäger), also einen Tornado/Typhoon-Mix und Spanien irgenwas, das die eigene Flugzeugindustrie auslastet.
Der Punkt, an dem zwei Designs diskutiert wurden, von dem das „bessere“ sich durchdetzen sollte war vor gefühlt 10 Jahren. Seitdem ist für viel Geld nichts passiert.
Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob wir ein solches System überhaupt noch benötigen oder ob ein „zweisitziger Eurofighter“ mit viel Steuerlktronik und einem wiedereingeführten WSO als „Drone Commander“ nicht die günsstigere und aktuell vielversprechendere Alternative zu den klassischen menschengesteuerten Kampfflugzeugen ist?
Eine A 400 bringt den Dronenschwarm in die Luft – der „Drone-Commander“ übernimmt die Steuerung vor Ort (deutsches Man-in-the-middle-Konzept, analog HERON).
Ich sehe weder, dass wir das Geld haben, noch, dass genug Zeit vorhanden ist, dieses tote Pferd weiter zu reiten.
Auch wenn es dabei zu Verstimmungen mit Frankreich kommen würde und einen Impact auf etwaige Gespräche wegen des Atom-Schirms haben sollte, muss jetzt die Politik das machen, wofür sie bezahlt wird: klar entscheiden!
Das „Gegengeschäft“ – MGCS – hat sich ja bereits von selbst erledigt: Die aktuell beschafften Typen sind Leo 2A8 und Hanwha k2 und diese werden die nächsten 40 Jahre ihren Dienst tun. Inwieweit die Panzerwaffe dann noch relevant ist, werden wir sehen.
Was auf einem Träger starten kann, sollte auch auf einem Träger landen können und allein eine darauf ausgelegte Fahrwerksauslegung ist schon durchaus wünschenswert, weil man dadurch auch an Land einige interessante Möglichkeiten hat. (Landung mit Fanghaken und Sicherungseinrichtung auf Behelfsplätzen mit kurzer Bahn), bis hin zur Befähigung der Piloten zur Landung auf verbündeten Trägern. Außerdem ist ein solches Fahrwerk tendenziell auch robust und wartungsfreundlich.
Die Fähigkeit des Flugzeuges, ggf. nach einem Software-Update auch französische Atomwaffen tragen zu können, ist auch kein Blödsinn, sondern ggf. möglicherweise irgendwann notwendig.
Beide Fähigkeiten würde ich daher nicht kategorisch ablehnen wollen. Wenn auch die Atomwaffenfähigkeit tendenziell dafür spricht, dass die französische Seite hier eher die Karten eng an der Brust halten wollen wird.
Dass die Industrie und die Gewerkschaften natürlich ihre jeweils eigene Auslastung im Blick haben, ist klar, aber das ist natürlich kein Grund für zwei Flugmuster. Sonst kann man es auch gleich lassen, wenn ohnehin jeder sein eigenes Flugzeug entwickeln will.
Eventuell schrumpft man FCAS ja auch einfach nur auf die unbemannte Komponente und die Vernetzung zurück und sorgt durch entsprechende Verträge dafür, dass die jeweiligen Kampfflugzeuge alle die Fähigkeit, für die Steuerung des unmanned-wingman und die Netzwerkfähigkeit mitbringen, also ein Teil des Gesamtsystems sein können.
Das ist viel interessanter als die monolithische Lösung. Denn dann könnten eventuell auch andere, ältere Kampfjets (Gripen) Zugang zu einem solchen Konzept bekommen, ohne dass die Piloten ganz auf andere Muster umschulen müssen.
„Zwei Flugzeugmuster“
Versteht man dabei zwei Modelle eines grundsätzlichen Designs incl. dem gleichen Triebwerk dann kann das durchaus sinnvoll sein.
Versteht man darunter aber zwei in den meisten Teilen unterschiedliche Konzepte, d.h. im Grunde zwei verschiedene Flugzeugtypen, dann erschliesst sich der Sinn nicht.
Naja, ausser man nennt beides FCAS und heuchelt nach aussen Einigkeit…
Man sollte ehrlich zueinander sein.
Wir haben mit den Bestellungen für weitere EF, der F-35 und den geplanten Beschaffungen für Loyal Wingmen ziemlich viel Druck aus dem Thema genommen.
Frankreich durch die Weiterentwicklung der Rafale und Großkunden wie Indien ebenso.
Entscheiden müssen wir uns zusammen mit Spanien (und Belgien) trotzdem, ob wir GCAP beitreten wollen, oder ob wir gemeinsam mit Spanien und Schweden ein neues Flugzeug entwickeln möchten.
Die Einladung zu GCAP ist bereits erfolgt.
Hier wäre der Vorteil, dass alle bisherigen Partner auch auf die F-35 setzen und zwei der bisherigen Partner sogar auf EF und F-35. Außerdem wäre es eine logische Weiterführung des EF-Konsortiums.
Aber wir haben keinen Zeitdruck mehr. Notfalls werden eben weitere EF und F-35 bestellt.
Für mich geht, Dank Dassault, kein Weg an GCAP zusammen mit Spanien und hoffentlich auch Schweden vorbei.
FCAS ist tot…
hier macht maximal noch die Combat Cloud (dann bitte für ganz Europa) und die Integration von EuroMale Sinn!
Die Franzosen sollen selbst ihr Flugzeug bauen wenn sie das gerne alleine wollen…
Deutschland hat 2 Optionen:
GCAP Einstieg und die Beschaffung von 80-100 GCAP fightern…
außerdem Projekt inkl. Entwicklung mit Saab … inkl unbemanntem Fighter!
meiner Meinung nach sollte man sogar beide Projekte verfolgen!
Aktuell hat man auch keine Zeitstress … da man mit Eurofighter und F35 gut aufgestellt ist für die nächsten 10-15 Jahre
@ Metallkopf
Das sind alles wünschenswerte Eigenschaften, aber das hat unsere Führung bei der F-35 auch nicht interessiert. Dort hat man sich gegen die F-35C entschieden, die mit Sicherheit auch für B61 hätte zertifiziert werden können.
Ich glaube nicht, dass sich diese Herangehensweise bei den Entscheidenden geändert hat. Leider.
FCAS ist endgültig tot, und zum anderen zeigt dieses Ende erneut das vor allem mit der französischen Seite keine Rüstung zu machen ist. Siehe KNDS wo man nach über zehn Jahren der Fusion immer noch ohne wirkliche Strategie arbeitet und wichtige Entscheidungen gescheitert sind, weil keine gemeinsame Linie zu finden ist. Beit hartpunkt wurde in einem Kommentar erwähnt, das sich Deutschland dem britisch-italienisch-japanischen Global Combat Air Programme anschließen könnte was wesentlich weiter fortgeschritten ist.
Beim MGCS besteht zwar noch etwas Hoffnung das da was passiert, aber fairerweise würde ich hier auch mal Seitens des BMVG und der Bundeswehr Alternativen ausloten.
Dassault wäre technisch sicher in der Lage, den Jet auch alleine zu entwickeln. Dass Frankreich mit seinen massiven Haushaltsproblemen so ein Mammutprojekt noch allein finanzieren kann, halte ich dagegen fast für ausgeschlossen.
Fallen Deutschland und Spanien als „Sponsoren“ von Dassaults Projekt aus, wird die „Grande Nation“ beim Thema Kampfflugzeuge deutlich kleinere Brötchen backen müssen – und es wird wohl schnell die Frage im Raum stehen, ob eine evolutionäre Weiterentwicklung der Rafale nicht die realistischere Alternative zu einer kompletten Neuentwicklung wäre.
Hallo zusammen,
Die IG Metall und Teile der Industrie fordern seit langer Zeit den Bau von zwei getrennten Flugzeugtypen. In Manching herrscht verständlicherweise die Sorge, Arbeitsplätze zu verlieren. Diese Reaktion ist nachvollziehbar.
Wenn wir jedoch diesen Weg gehen, verliert der Rest des Projekts auch an Sinn. Frankreich ebenso wie Deutschland wollen ihren künftigen Kampfjet exportieren. Deutschland ist beim Waffenexport deutlich restriktiver als Frankreich. Sollten Deutschland und Frankreich die Cloud- oder Drohnensysteme gemeinsam entwickeln, würden auch diese Komponenten unter gemeinsame Exportregeln und Restriktionen fallen. Warum sollte Frankreich einen Jet allein entwickeln, wenn Deutschland später wegen der Cloud sein Veto einlegen kann? In diesem Fall könnte man konsequenterweise gleich alle Systeme getrennt entwickeln.
Selbst wenn das Exportproblem gelöst wäre, müsste die Arbeitsverteilung für Cloud und Drohnen zwischen Deutschland, Spanien und Frankreich neu definiert werden.
Alle Partner müssten ihre eigenen Anforderungen an die Missionen eines getrennt entwickelten Kampfjets festlegen – und schon stünden wir wieder am Anfang der FCAS Misere, denn dies fordert möglicherweise Entwicklungen für Missionen die für manche Partner irrelevant wäre.
Airbus und Dassault entwickeln derzeit „Wingman“-Drohnen für den Eurofighter und die Rafale. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese unbemannten Begleiter später auch gemeinsam mit dem NGF fliegen werden. Warum sollte man also zusätzliche Wingman‑Systeme ausschließlich für das NGF entwickeln? Natürlich gibt es Gründe dafür – etwa technologische Anforderungen oder spezifische Missionsprofile. Doch die Frage bleibt: Ist das wirtschaftlich sinnvoll?
Auch die Triebwerke müssten getrennt entwickelt werden: Deutschland möchte einen größeren Jet mit mehr Reichweite, Frankreich hingegen eine navalisiert einsetzbare, also kompaktere und leichtere Version. Ein gemeinsames Triebwerk für beide Varianten ist unrealistisch. Falls Deutschland den Bau eines eigenen Jets im Alleingang wagen sollte, scheint man sich zumindest in diesem Punkt weiterhin auf eine deutsch französische Zusammenarbeit einigen zu können (Aussage vom CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Mayer-Lay am 4 Dezember 2025).
Liebe Politikerinnen und Politiker, Sie haben bereits genug unserer Steuergelder in dieses Projekt investiert. Es war eine interessante Reise, aber nun wäre es an der Zeit, die Konsequenzen zu ziehen.
Wenn die Verantwortlichen weiter an FCAS festhalten und tatsächlich 2 Muster innerhalb der gleichen Zelle entwickeln wollen, so ist FCAS schon als gigantisches Milliardengrab existent.
Frankreich wird seine Systeme nicht zur Verfügung stellen, so dass das Flugzeug im Prinzip neu entwickelt werden muss und wenn überhaupt erst spät in den 40ern einsatzbereit sein wird. Ich vermisse bei unseren Politikern Rückgrad, Italien hat bereits signalisiert, dass es für eine Beteiligung Deutschlands an GCAP offen ist. Jetzt ist es an der Zeit Entscheidungen zu treffen, GCAP oder mit Schweden zusammen. Auch wenn Frankreich darüber verstimmt sein wird, sollte wir uns darüber im Klaren sein, dass wir nur der Zahlmeister sein sollen.
Ich schliesse mich den Vorrednern explizit nicht an weil ich auf das Big Picture verweisen möchte.. Macron hatte immer Recht seit 2017. Frankreich ist Vorreiter was Autonomie betrifft, eigentlich könnte man sagen, auch De Gaulle. Die Europäische Einigkeit ist wichtiger als dass jedes Bells & Whistles Requirement aus Koblenz, Bonn oder Berlin umgesetzt wird. Sorry. Das müssen wir schlucken, auch wenn man den Dassault CEO nicht mag. Augen zu und durch – wir müssen „erwachsen“ werden – auch in Richtung Export etc. Frankreich hat recht, wir nicht. Kein klein klein, sodern bitte das grosse Bild im Auge behalten (inkl. Europäische Nuclear Deterrence).
Wenn ich die englischsprachigen Nachrichtenportale und Foren zu GCAP und einer möglichen deutschen Beteiligung lese, dann kann es sich meines Eindrucks nach hierbei nur um Wunschdenken handeln. Erstens sollen die Anforderungen an „Tempest“ mit einer Strike-Range von mindestens 1.000km ohne Luftbetankung (also 2.000km+ Reichweite) plus großer interner Waffenlast wohl derart ambitioniert sein, dass einige Kommentatoren dazu übergegangen sind, „Tempest“ spöttisch als „Vulcan 2“ oder „F-111 2“ zu bezeichnen – und ein schwerer taktischer Bomber dürfte wohl kaum das Anforderungsprofil der Luftwaffe an einen Nachfolger des Eurofighters erfüllen.
Und zweitens weisen viele Kommentatoren darauf hin, dass bei GCAP angeblich schon die Arbeitsteilung zwischen den Ländern verhandelt sein soll – da dürfte wohl kein Land bereit sein, Produktionsanteile zugunsten weiterer Partner abzugeben. Im Gegenzug wäre „Deutschland zahlt, andere liefern“ sicherlich weder im Interesse der hiesigen Luftfahrtindustrie noch der Bundesregierung. Dann hätte man die Flugzeugen auch gleich bei Dassault kaufen können.
Am Ende geht es ja bei FCAS und GCAP um eine Vernetzung des jeweiligen Kampfflugzeugs mit anderen Systemen, Drohnen, usw.
Wichtiger als die Anzahl der Kampfflugzeuge ist doch, dass auch GCAP und FCAS miteinander vernetzbar sind.
Am Ende wird es in Europa mit F-35, Rafale, NGF und/oder Tempest plus der Gripen E und dem EF sowieso eine Handvoll Kampfflugzeuge in den kommenden Jahrzehnten geben.
Ob es nun 2 oder 3 Flugzeuge der 6. Generation gibt, spielt fast keine Rolle.
Wichtiger ist eine europäische Zusammenarbeit und Geschlossenheit, da gebe ich CurtisLM absolut Recht.
Das DEU-FR Projekt eines gemeinsamen Kampfflugzeugs war von Anfang an eine Totgeburt bzw. ein ausschließlich ´politisches Projekt – europäischer Leuchtturm …
Es hat nichts gepasst, weder industriepolitisch noch von den Anforderungen her. Während DEU ein Kampfflugzeug zwar Multi-role aber mit Schwerpunkt Luftüberlegenheit (die schwere Jagdbomberrolle ist von der F-35 abgedeckt) wollte, wollte FR eine europäische F-35C (Trägervariante der F-35).
Der Beitritt zu GCAP ist meines Erachtens Unsinn. Der Kuchen ist nach Jahren der Verhandlung aufgeteilt. Hier kann man nur noch als Zahlmeister beitreten. Außerdem ist das Ding auch nicht gerade, was die Luftwaffe braucht – ein sehr großes Flugzeug in der Größe der F111 für sehr große pazifische Reichweiten – eine Mischung von Langstreckenabfangjäger und leichter Bomber.
Aber da die Amerikaner sich zunehmend zurückziehen, kann man das auch als Chance begreifen – die 3 Kombinationen kann Europa für seine Souveränität sehr gut brauchen. Die USA hat alle diese Typen und noch mehr …
DEU hat jetzt das Budget selbst ein Projekt aufzustellen und sich die Partner, die man haben will, auszusuchen. SP wäre für mich nicht dabei – da fehlt das Know How. SWE ist da was anderes.
Es ist eh ein Trugschluss, dass man mit Kooperationsprogrammen Geld spart. Wenn, dann braucht man Partner, die eigene Lücken schließen – deshalb SWE und definitiv nicht SP.
@CurtisLm 09.02.2026 um 16:09 Uhr:
Apropos „big picture“: Was machen wir denn wenn im Frühjahr 2027 das Rassemblement National den Präsidenten stellt?
Dann ist die „Zusammenarbeit“ Geschichte und die Gelder weg!
Wollen wir das?
@ CurtisLM sagt:
09.02.2026 um 16:09 Uhr
Zustimmung. DEU hat viel zu viele Kooperationsangebote von FRA abgelehnt, sehr viel Porzellan zerdeppert, sehr wenig gemeinsamen Erfolg im Blick gehabt. Die erfolgreichen DEU-FRZ Kooperationen kamen aus den Jahren unter Schmidt und Kohl. Bei Schröder ging es noch, dann wurde es leider immer schlechter. Industriepolitik kann DEU nicht mehr gut. Und die kommunizierten technischen Forderungen von FRA hins. navalisierung und nuklearwaffenfähig machen Sinn – auch für DEU, wenn man mal Szenarien „ohne USA“ zu Ende denken würde.
Meine verwegne Idee, wir zahlen einfach.
Die Entwicklungskosten eines Kampfflugzeugs würde ich auf 20 bis 30 Milliarden schätzen.
Wir geben Frankreich (Dassault) 10 Milliarden und lassen sie entwickeln. Vorraussetzungen, wir dürfen später zum selben Preis bestellen wie Frankreich und das Flugzeug wird so entwickelt, dass deutsche Flugkörper genutzt werden können. Zu dem bekommt Deutschland vollen technologischen Zugriff.
Vorteil, es gibt später keine deutschen Exportbeschränkungen.
Danach steigen wir mit 5-7 Milliarden bei GCAP ein. Denn so haben wir die Chance, dass bei Verzögerungen, immerhin ein Muster fertig ist oder wenn später ein Modell wegen eines Problems gegrounded wird, bleibt das andere.
Zuletzt, worauf sich Deutschland wirklich fokussiert mit wahrscheinlich nochmals 15 bis 20 Milliarden. Das Zubehör. Angefangen bei einem robusten, Hightech loyal wingman, den man mit Saab entwickelt. Daneben die Raketen und lenkflugkörper aller Art und Reichweite. Vom Iris-T Nachfolger bis zum hyperschall Gleiter. Dazu die Eloka Systeme und das Netzwerk.
Vorteile, wir haben die Hoheit über unsere Munition. Wir fertigen weiter Hightech, bis hin zu Antrieben für die unbemannten Luftfahrzeuge und hyperschall Waffen.
Wir stärken unsere europäischen Nachbarn und unsere Beziehung zu ihnen.
Diese deutsch – französischen Kooperationen im Bereich der Rüstung, FCAS ist ja nur ein prominentes Bespiel, sehe ich immer als zweischneidig an.
Einerseits begrüsse ich diese (Kern)- europäische Kooperation, speziell mit unseren Nachbarn, mit seiner sehr eigenen, uns manchmal fremden Sichtweise auf die Welt, andererseits, scheint mir die französische Industrie. / Politik auch sehr wenig kompromissbereit.
Die Potentiale erscheinen mir wirklich riesig, der Output aktuell aber sehr bescheiden….
Als doch eher zu der Fraktion gehörender, zu in Zukunft noch engeren, fruchtbareren Zusammenarbeit neigender, hoffe ich dass hieraus nochmal etwas wird.
Die Zukunft Europas und auch Deutschlands benötigt mehr europäische Programme und nicht weniger…
Bitte… 🙏
Für europäische Programme sprechen die geringeren Kosten pro Nation. Tatsächlich steigen die Gesamtkosten mit Wurzel n, n die Anzahl der beteiligten Nationen. Eine reine Kostenbetracjtung lässt aber zwei weitere wichtige Aspekte außer Acht: die Zeit und die Fähigkeiten. Der Zeitbedarf für die Entwicklung nimmt zu, genauso so wie die Abstriche, die bei den benötigten Fähigkeiten gemacht werden müssen, um Kompromisse zu erreichen. Zeit ist in Deutschland das wichtigste Kriterium, weil wir die nicht mehr haben. Dassault und Frankreich taktieren und spielen auf Zeit. Letztlich muss man das akzeptieren und eine Entscheidung treffen. Wobei Dassault hat die Kündigung bereits geschickt. Insofern sind die Würfel gefallen. Das trifft ganz analog auf UK/BAeS mit GCAP zu. Es bleibt ganz realistisch nur einen eigenen Weg zu gehen und noch in diesem Jahr einen entsprechenden Vertrag zu schließen. Ich bin gespannt auf dieses Kampfflugzeug.
Lass doch einfach mal 50 nuklearwaffenfähige Dassault FCAS Flieger bestellen, und 50 GCAP.
Bisschen Kreativität schadet ja auch nicht.
Die Frage ist doch tatsächlich, ob das ursprünglich angedachte Konzept eines klassischen Luftüberlegenheitsjägers nicht mittlerweile überholt ist. Unbemannte Drohnen dürften frei von Rücksichtnahme auf menschliche Körper deutlich jenseits von 10g agieren können. Für die Steuerung derselben und ggf. den Start weitreichender LFK ist ein schwerer Jäger hoher Reichweite mit ausreichenden Gewichtsreserven für häufige Elektronik-Nachrüstungen mM besser geeignet, insbesondere als Doppelsitzer. Da bin ich eher bei GCAP als Gripen NF. Oder einem weiterentwickelten Eurofighter-Doppelsitzer als kostengünstige Mittelfristlösung….
@Landmatrose3000: auf den Punkt. Volle Zustimmung.
@Alfred Maynard: Gute Idee ! why not. Wäre dann für uns „COTS“.
@ Sven sagt: 10.02.2026 um 7:54 Uhr / sehr schön auf den Punkt gebracht.
@Kay Trieglaff: Ad le Pen et al / absolut valider Punkt – kann ihn auch nicht entkräften. ich sage aber: wollen wir trotzdem.
Ggf. sollten wir auch nochmal in die Geschichte schauen, und die Genesis von Tornado, Jäger 90, A400M betrachten (gibt hier bestimmt was) und uns in die Entscheidungsträger zu der Zeit hineinversetzen. War das jemals ein ‚piece of cake‘? Jep, garantiert nicht (selbst bei den US mit dem Tal der Tränen der F35 Dev). Augen zu und durch. Wir brauchen Frankreich, Frankreich braucht uns (und ja, mit der FR Industrie zusammenzuarbeiten ist …. nennen wir es mal …. -speziell-).
Plot Twist (Entschuldigung an den Hausherrn): das letzte Jahr mit Trump/Vance ist nicht zurückzudrehen. Das Geschirr ist zerschlagen. Sagt man ja nicht ggf. offen, aber ich gehe davon aus, dass man in Berlin/Bonn das längst in Papern aktualisiert hat. Bestimmt auch in Moskau. Daher: ich sehe KEINE historische Trajektorie, in der Europa (zumindest Western Europe, Polen und die Nordics) weiterhin 100% den B61 vertrauen. Keine. Kann man noch ein bisschen ignorieren, und über NPT/4+2 ‚lamentieren, aber Vertrauen ist nuneinmal scheues Reh und es ist schon lange lange weggelaufen. Und: DE kann keine „Bombe“ haben ohne das Polen die auch hat. Never. Daher – Weimar Triangle 2.0 it is. Wir müssen auch Polen somehow in „N“-capable Fighter miteinbeziehen – selbst Hardcore PIS US Fanboys scheinen Ihre US Liebe (lt. Politico) langsam einem Realitycheck zu unterziehen. Holen wir sie mit uns ins FCAS Boot! (Warte auf die Pranks …)
@Alfred Maynard, el al.
Beide Länder haben aber zwei grundlegend unterschiedliche Philosophien bzw. Anforderungskataloge, wie oben beschrieben:
FRA: Kleines Flugzeug, trägertauglich; geeignet für den Einsatz FRA Atomwaffen;
DEU: Fighter größerer/großer Reichweite; Jagdbomberrolle nicht (unbedingt) nötig, da F-35 bereits im Zulauf.
Auch wenn Macron jetzt auf eine Weiterführung pocht, so ist die o.a. Krux eigentlich nicht lösbar, ohne dass eine Seite nicht das Flugzeug bekommt, welches sie braucht. Und sind wir ehrlich: Loyal wingman hin oder her, NGF ist DAS Herz des Projektes, weswegen Dassault auch so auskeilt. Wer hier die Oberhand behält, sichert sich die Pfründe der Zukunft. Alles „Gedöhns“ drumherum ist zukünftig beliebig austauschbar, auch wenn die KI-Lobby da gerne vollmundig Märchen erzählt.
DEU-FRA-Zusammenarbeit ist kein Selbstzweck. Europäische Programme sind kein Selbstzweck. FCAS ist kein Selbstzweck. Es wird Zeit Entscheidungen nicht mehr nach Schuldkomplex, also Emotion, sondern nach Interessen zu treffen. Unter diesen Kriterien sehe ich kaum noch Raum für Kooperation mit FRA. Zu verschieden und gegenläufig sind Interessen, Ansprüche und Verständnis Rollen in der Beziehung. Vom wiederkehrenden französisch-russischen Flirt mal abgesehen.
FRA braucht nur sich selbst, alles andere ist Deko. Also gerne künftig getrennte Wege gehen und statt unterhaltsamen Dramen lieber Ergebnisse produzieren. Dieses zwanghafte Festhalten an Kooperationen die keiner möchte und an die keiner glaubt aus emotionalen Gründen nervt nur noch und bringt uns alle nicht weiter. Wettbewerb, politisch wie wirtschaftlich, ist auch eine Form der Kooperation. Alle-haben-sich-lieb kann nicht (mehr) Anspruch unserer Sicherheitspolitik sein.
Es wird wohl immer eine Herausforderung sein, wer bei einer Deutsch-Französischen Kooperation die Federführung hat.
Grundsätzlich ist eine solche Kooperation zu begrüßen, aber vielleicht findet sich ein Projekt, wo die Ziele nicht so weit auseinander liegen, wie hier bereits mehrfach beschrieben.
Neben dem grundsätzlichen Problem der Flugzeugträger-Tauglichkeit ( die sonst ja keiner braucht ) gibt es noch das Problem des Was-brauchen-wir-wirklich in-diesen-Zeiten.
Entwicklungen im Düsenzeitalter:
– Radar, immer weitreichender
– Gelenkte Luft-Luft-Raketen, heute gerne 400 km+
– Eloka, gerne strengst geheim
– Und natürlich die Tarnkappe, am besten in Richtung Unsichtbarkeits-Umhang
– Vernetzung ohne Ende, am besten mit einer ganzen Flotte von unbemannten Begleitdrohnen
Alleine die genaue Ausgestaltung dieser Punkte dürfte so jede gutgemeinte Konferenz überlasten. Zumindest wenn Vertreter von mehr als einem Land anwesend sind…
Nach den langjährigen ewigen Diskussionen auch im Sicherheitshalber Podcast würde ein „Schlichter“ hier wohl den militärischen Friedensnobelpreis gewinnen…
Lieber ein Ende mit Schrecken,bevor die Brennrate von Geld in FCAS gemessen wird.
Der Gedanke, in Europa zwei zukünftige Kampfflugzeugmuster zu entwickeln, ist grundsätzlich nicht falsch. Problematisch ist jedoch, dass aktuell zwei große Programme mit sehr ähnlichen Anforderungen parallel entstehen, obwohl Europas Luftstreitkräfte strukturell unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Grob lassen sich die europäischen Armeen in zwei Lager einteilen:
Zum einen die Staaten mit Flugzeug- bzw. Hubschrauberträgern (UK, Frankreich, Italien, Spanien), zum anderen die große Mehrheit ohne eigene Träger.
Aus militärischer Sicht wäre es von Anfang an sinnvoller gewesen, wenn sich die Trägernationen zusammengeschlossen und gemeinsam einen kompakteren, carrier-optimierten Jet entwickelt hätten, also ein Muster, das explizit für Start und Landung auf Trägern ausgelegt ist.
Parallel dazu hätte der Rest Europas, angeführt etwa von Deutschland und Schweden, einen größeren, reichweitenstärkeren und schwereren landgestützten Jet entwickeln können. Beide Gruppen hätten langfristig voneinander profitiert und bei Bedarf sogar beide Muster beschaffen können.
Stattdessen entstehen derzeit zwei sehr ähnliche High-End-Jets in getrennten Konsortien, die im Kern dieselben Rollen abdecken sollen. Langfristig braucht Europa jedoch eher zwei unterschiedliche Typen: einen trägertauglichen und einen schweren landbasierten Jet. Nur so ließe sich echte strategische Unabhängigkeit von den USA erreichen und gleichzeitig die Fähigkeit zum Bau moderner Kampfflugzeuge in Europa dauerhaft erhalten.
Hallo zusammen,
Ist GCAP als Ersatz für FCAS wirklich eine sinnvolle Alternative für Deutschland? Ich glaube kaum.
Man neigt immer dazu zu glauben, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes grüner sei. Das ist es aber hier nicht – ganz im Gegenteil. Viele scheinen schon vergessen zu haben, dass Schweden mit der Arbeitsaufteilung nicht zufrieden war und das Projekt relativ schnell verlassen hat.
Die Kosten des Tempest-Projekts explodieren. Italien hat vor Kurzem das Entwicklungsbudget von 6 Mrd. auf 18,6 Mrd. Euro erhöht. Nur zur Erinnerung: Italien hat 90 F-35A/B für 18,3 Mrd. Euro gekauft.
https://turdef.com/article/gcap-costs-triple-for-italy-uk-japan-figures-unclear
Auch wenn Italien einen Beitritt Deutschlands begrüßen würde, scheint Großbritannien aber etwas vorsichtiger zu sein. Wieso sollte man sich einen Partner ins Boot holen, der beim Export Schwierigkeiten machen wird? Die Briten waren zum Beispiel „not amused“, als sie den Eurofighter an die Türkei verkaufen wollten und Deutschland sein Veto einlegte (was von deutscher Seite mutig und richtig war). Deutschland ruderte letztendlich zurück und die Gerüchte eines Beitritts Deutschlands zu GCAP nahmen zu. Zufall? Der gesunde Menschenverstand mahnt hier zur Vorsicht.
Dazu kommt noch, dass BAE Systems den gleichen Führungsstil wie Dassault anwendet: Es gibt einen Chef und der entscheidet. Dies bei FCAS zu bemängeln und es bei GCAP zu ignorieren, halte ich für problematisch.
Italien beklagt sogar regelmäßig den Mangel an Kooperation und Technologieaustausch vonseiten der Briten.
https://theaviationist.com/2025/04/17/uk-reluctant-to-share-technology-gcap/
Der italienische Minister Guido Crosetto forderte sogar UK auf, die „Barrieren des Egoismus“ in dem Tempest Programm abzubauen. Klingelt da was?
https://www.infodefensa.com/texto-diario/mostrar/5755726/programa-gcap-replica-desencuentros-fcas-acusaciones-italia-reino-unido-no-compartir-tecnologia
Ganz zu schweigen davon, dass der Kuchen bei GCAP schon verteilt ist. Es wird somit schwierig, Verantwortung für hochwertige Schlüsseltechnologien zu bekommen.
Wäre GCAP somit eine schlechte Wahl? Das habe ich nicht gesagt, denn es wäre besser als nichts, und für Airbus wäre es natürlich besser, seine Eurofighter-Länder alle unter einem Dach zu haben (eine Verstreuung wäre mehr als problematisch).
Eine Kooperation mit Schweden wäre allerdings eine bessere Alternative. Aber auch diese ist nicht ideal, da weder Schweden noch Deutschland alleine Triebwerke bauen können. Schweden nutzt ein US-Triebwerk und MTU ist nicht in der Lage, ein Triebwerk der sechsten Generation allein zu bauen. Dass dies eine der kritischen Komponenten ist, zeigt den Kreuzweg bei der F-35, aber auch beim türkischen Kaan.
Natürlich wäre eine weitere Zusammenarbeit zwischen SAFRAN und MTU im Rahmen eines deutsch-schwedischen Projekts möglich. Es muss nur klar sein, dass SAFRAN somit vier Triebwerksentwicklungen gleichzeitig vorantreiben würde (das T-Rex-Triebwerk für die Rafale 5.0, das AMCA-Triebwerk der fünften Generation für/mit Indien und das Triebwerk der sechsten Generation für Frankreich). Das könnte eine Herausforderung werden. Mich würde es auch nicht wundern, wenn SAFRAN seine besten Ingenieure für seinen besten Kunden reserviert – und damit ist Frankreich gemeint.
Ein Alleingang Deutschlands würde an der Triebwerksproblematik auch nichts ändern. Selbst wenn Deutschland ein Triebwerk selber entwickeln wollte, würde es ein deutsches FCAS (extrem) verzögern, sodass das deutsche Pendant auf dem Markt kommen würde, wenn die Konkurrenz ihn schon zum großen Teil abgegrast hätte (die Problematiken „Combat Proven“ und „ITAR Free“ lassen wir mal weg).
Nun stellt sich auch die Frage, was Spanien machen wird. Besonders attraktiv ist die Braut aber nicht…
Es bleibt spannend.
@Apollo11: Vielleicht einfach zusammen mit NL/ES in Frankreich PANG bestellen/bzw nur bezahlen, für die „Adenauer“ bräuchte man dann auch Trägerflieger. Und ja die DE/BW selber braucht keine Träger aber Europa bzw eine EU-Navy schon. Wenn sich die Entwicklungskosten auf 2+ Einheiten verteilen wird der französische PANG billiger und Frankreich an anderer Stelle Kompromissbereiter
Ich sehe nicht, weshalb DE wirklich ein Lfz benötigt, das mehr Reichweite und mehr Nutzlast hat als ein FCAS „à la francaise“, optimiert auf die Fähigkeit zur Operation mit Trägern.
Die Reichweite und die Fähigkeiten künftiger flugzeuggestützter LfK und Wirkmittel sollte eher nach oben gehen; da wird es vielleicht nicht mehr ganz so wichtig sein, die Kreml-Mauer beim Abdrehen unter der rechten Tragfläche sehen zu können.
Die Fähigkeiten von Dassault beim Bau von Kampfflugzeugen sind unbestritten, und so denke ich bei Abwägung aller (auch europa-bezogener politischer und wirtschaftlicher Implikationen), dass es der bessere Deal für uns sein wird, den Forderungen der Franzosen nachzugeben. Auf das Level von Dassault kommt die verbliebene deutsche Luftfahrzeugindustrie ohnehin nicht mehr.
Im Gegenzug müssen wir deutlicher die Führung beim Kampfpanzerprojekt bekommen.
Es ist nicht möglich, Samstag und Sonntag die Wonnen der europäischen Zusammenarbeit zu preisen und dann von Montag bis Freitag die eigene Industrie unabhängig aufstellen zu wollen. Es muss EINEN Systemführer geben und viele Zulieferer.
Die Probleme sind real und unabhängig von französischer Schadenfreude die man hier und dort heraushört zu sehen. Anders als FRA müssen wir auf die Bedrohung durch Russland reagieren, weil wir anders als FRA auf der Speisekarte stehen und anders als FRA Osteuropa nicht im Stich lassen können. Das Problem ist daher nicht Deutschland oder Frankreich sondern die unüberbrückbaren und vollständig gegensätzlichen Ansichten dazu was in den Think-Tanks und Regierungen beider Nationen unter der Sicherheit von und der EU als solcher verstanden wird.
Letztlich ist das FCAS-Versagen ein Resultat aus Konstruktionsfehlern der EU, in diesem Fall die Einbeziehung der Überbleibsel der französischen Kolonialherrschaft in die EU und damit in die Beistandsklauseln. Dies war schon immer der vorauseilende Sargnagel europäischer Integration im Bereich der Verteidigung und wird sich nicht korrigieren lassen in Partnerschaften mit FRA. Nicht umsonst hatte die NATO es anders gemacht.
Die wichtige DEU-FRA-Freundschaft findet im zivilen statt und ist lebendig. Wir müssen sie nicht durch von Illusionen getragenen staatlichen Kooperationsprojekten beschädigen. FRA soll mit sich und seinen Überseegebieten glücklich werden, wir können damit nichts mehr zu tun haben und müssen uns um die europäische Sicherheit kümmern, mit Partnern, die ebenfalls das kontinentale Europa in Europa im Sinn haben. Wenn das bedeutet, wir etablieren Partnerschaften mit passenden Interessensträgern indem wir Flugzeuge kaufen die nicht genau auf unsere Anforderungen passen und an denen wir wenig Wertschöpfung haben, ist das ein den Umständen entsprechendes gutes Ergebnis. Tränen und Gebrüll aus der CSU sind verkraftbar. Verlässliche Partnerschaften aufzubauen ist wichtiger.
@Ex_Inst: Eigentlich eine geradezu weltgeschichtliche Idee, zwei europäische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ und „Adenauer“ laufen zu lassen. Trotz aller Reibungen DEU/FRA ist die deutsch-französische Freundschaft angesichts der vorausgegangenen militärischen Auseinandersetzungen immer noch ein Wunder. Träumen muss erlaubt sein…
@OFA d.Res.
Entschuldigung, aber genau diese Bekundungen wie „Trotz aller Reibungen DEU/FRA ist die deutsch-französische Freundschaft angesichts der vorausgegangenen militärischen Auseinandersetzungen immer noch ein Wunder. “ sind doch die Ursache warum man überhaupt glaubt Projekte wie FCAS machen zu müssen. Um im Beispiel zu bleiben: Wir brauchen in Kontinentaleuropa überhaupt keine Flugzeugträger, wenn Sie nicht EU-Überseepolizei spielen wollen auf Kosten der Sicherheit der konkret bedrohten Europäer hier. Nichtsdestotrotz könnten Sie es den Leuten verkaufen weil „deutsch-französische Freundschaft“ und „Charles de Gaulle“ und „Adenauer“ draufsteht. Sie sehen, der Traum des einen ist der fortgesetzte Schrecken des Anderen.
Was mir immer klarer wird:
Es gibt nach wie vor zuviele Einzelunternehmen in Europa, die nicht Teil des Airbus-Konzerns sind.
Das klingt jetzt erstmal gewagt, aber am Ende sind Saab, Dassault, Airbus, BAe und Leonardo zuviele Einzelunternehmen für den selben Kuchen.
Die Entwicklung von Airbus hat gezeigt, dass die Integration vieler nationaler Unternehmen am Ende ein Erfolg war.
Ich könnte mir am Ende eine Integration von Saab in Airbus und eine Fusion von BAe und Leonardo vorstellen.
Dassault leider nicht, obwohl der beste Weg eine Fusion von Dassault, Saab und Airbus Defense and Space wäre.
Hallo Der Realist,
Es tut mir leid, aber Sie liegen komplett falsch.
Die Kampfjet-Entwicklung in Europa zeigt gerade, dass das Modell Airbus gescheitert ist. Es ist kein natürlicher Anziehungspol. Vielmehr rennt es jetzt BAE Systems, Dassault und Saab hinterher und bietet seine Kompetenzen an, um mitspielen zu können. Wenn Airbus als Kampfjetbauer so toll wäre, wieso konnte es die Eurofighter-Länder nicht davon überzeugen, alle gemeinsam mit ihm in die zweite Runde zu gehen? Dort, wo es möglich war, haben alle Länder ihre nationale Industrie bevorzugt. Deutschland ist das einzige Land, das Airbus als „Leader“ genommen hat. Spanien hat Indra genommen, Italien Leonardo und England BAE Systems. Und dies geschah nicht, weil sie Egoisten oder antieuropäisch sind. Dies geschah, weil die Verteidigung der europäischen Länder Ländersache ist.
Auch wenn sich die EU immer mehr in diese Thematik einmischt – wie mit dem Drohnenwall-Vorschlag von Frau von der Leyen, der Finanzierung europäischer Verteidigungsprojekte sowie dem regelmäßigen Vorschlag, eine europäische Armee zu gründen –, wird dies aber die Tatsache nicht ändern, dass die EU in puncto Verteidigung kein Mandat hat. Die EU ist kein Staat; sie ist „nur“ eine Union.
Das ist auch gut so, denn gerade die mögliche Annexion Grönlands durch die USA hat schön gezeigt, dass nicht jeder in der EU bereit war, im schlimmsten Fall dieses Stück Land zu verteidigen, und das, obwohl eine Beistandspflicht für alle EU-Länder in solchen Fällen theoretisch vorgesehen wäre. Es ist schön, Freunde und Alliierte zu haben, aber wenn es hart auf hart kommt, steht man im schlimmsten Fall allein da. Wer also keine nationale Verteidigungsindustrie hat, Europa hin oder her, nimmt das Risiko in Kauf, eines Tags mit einem dicken Kater aufzuwachen.
Außerdem gibt es nicht nur „einen Kuchen“, wie Sie schön sagten, denn der Verteidigungsbedarf ist nicht uniform. Deswegen kann ich mich hier TeeTrinker anschließen. Jedes Land hat andere Prioritäten, andere Einsatzdoktrinen, andere Bedrohungen, andere Ziele, und somit ist der europäische Verteidigungsmarkt plural, genau so wie sein Angebot. Schließlich ist der Wettbewerb kein Feind, sondern vielmehr ein Antreiber. Wer also vor dem Wettbewerb Angst hat, steht in der Regel nicht ganz oben in der Nahrungskette…
Sie glauben, dass der Eurofighter ein Erfolgsmodell ist? In Wahrheit erleben wir hier die Dislokation der Kampfjet-Sparte von Airbus, denn egal welches Szenario Sie nehmen, Airbus wird kein Kampfflugzeug mehr allein bauen. Alles andere ist nur Träumerei.
Zur Politik oder FCAS kann ich nichts beitragen, aber ein paar Dinge zum Bau von Flugzeugen:
– Das ein trägertaugliches Fahrwerk gut währe, ist wohl noch eine alte F-4 Legende und deshalb die F-35C „besser“? Schon die F-35A & B sind eher langsame und nur zu wenig Beschleunigung fähige Kampflugzeuge. Da die Jagdbomber-Rolle primäre Auslegungsanforderung ist, ist das auch ok. Die C ist nochmal schwerer (auch größerer Flügel) und nicht Supercruise-fähig. Von Mach 0,8 auf Mach 1,3 (höher träumen lässt sich da nicht) soll sie wohl um die 1,5 Minuten (Da sind die meisten Kämpfe schon vorbei) und mehr als 1,5 t Kraftstoff (Nachbrenner) benötigen.
– Systeme wie Fahrwerk und sogar die ganze Struktur machen nur einen Bruchteil der Kosten aus. Das allerwichtigste (und teuerste) bei modernsten Kampfflugzeugen sind Sofware und Hardware, die für Sensoren, Kommunikations- und Waffensysteme benötigt werden. Das kann Deutschland sicher selbst.
– Ja, Triebwerke sind teuer. Deutschland ist ungefähr der 4.-größte Maschinenbauer der Welt. Es kann alles bauen, MTU auch Triebwerke. Es kostet ggf. mehr Geld, z.B. für modernste Materialien und Herstellungsprozesse.
– Unbemannte (Kampf)Flugzeuge können (noch) keinen bemannten Fighter ersetzen, aber diese deutlich verstärken. Sie sind zusätzlich erforderlich. Ob 10g+ wichtig ist, müssen Simulationen zeigen.
– Hohe Reichweite ist in Festland-Europa essentiell. Zukünftige S-300/400 Varianten werden 400km+ Reichweite haben. Das sind AWACS und Tanker-Killer. Jagdbomber benötigen Kraftstoff zum Ziel und Zurück. (Stand-off-Fähigkeiten sind natürlich sehr hilfreich). Jäger müssen aber genauso weit fliegen wie die Jagdbomber, zusätzlich aber noch kraftstoffintensive Lufkämpfe bestehen, deshalb müssen sie größer, nicht kleiner als Jabos sein. Gleich große Jäger (z.B. nur ein Muster auf dem Flugzeugträger) begrenzen also die Einsatzreichweite der Jabos. uvm.
„– Hohe Reichweite ist in Festland-Europa essentiell. Zukünftige S-300/400 Varianten werden 400km+ Reichweite haben. Das sind AWACS und Tanker-Killer. Jagdbomber benötigen Kraftstoff zum Ziel und Zurück. (Stand-off-Fähigkeiten sind natürlich sehr hilfreich). Jäger müssen aber genauso weit fliegen wie die Jagdbomber, zusätzlich aber noch kraftstoffintensive Lufkämpfe bestehen, deshalb müssen sie größer, nicht kleiner als Jabos sein. Gleich große Jäger (z.B. nur ein Muster auf dem Flugzeugträger) begrenzen also die Einsatzreichweite der Jabos. uvm.“
Disagree.
Heute schon gibt es die MQ-25, die Luftbetankung autonom übernehmen kann. Eigens konzipiert, um die ungenügende Reichweite der F-35C zu kompensieren. Wir können davon ausgehen, dass zur Einsatzreife des FCAS diese und andere Fähigkeiten es „erträglich“ erscheinen lassen, dass eine gemeinsame FCAS-Variante weniger Reichweite hat als etwa die Tempest.
Im übrigen wird ein Konflikt mit Russland nicht von der Lw alleine ausgetragen werden. Wenn gewisse Missionen nur von Tempest, nicht aber von FCAS ausgeführt werden können, dann kann die NATO (oder das, was in 20 Jahren davon noch übrig sein wird … SARC Off) damit bestimmt gut leben.
@ Jean-Pierre
Airbus ist so erfolgreich, WEIL es die besten nationalen Unternehmen in sich vereint.
Nehmen Sie als Beispiel Airbus Helicopters, entstanden aus der Fusion von MBB und Aerospatiale, erst unter dem Namen Eurocopter.
Leonardo Helicopter entstanden aus Augusta und Westland.
Diese beiden Firmen Airbus Helicopters und Leonardo Helicopters dominieren den Weltmarkt, weil hier die besten Firmen zusammengefunden und ihre eigene Namensidentität aufgegeben haben, zu Gunsten jeweils einer neuen, gemeinsamen Marke.
Genauso im Bereich Airbus Defense and Space. Wer kannte vorher CASA, aber als Teil von Airbus sind die Verkaufszahlen der C295 explodiert.
Warum sollte also Dassault nicht auch ein Teil des Airbus-Verbundes werden können, oder auch Saab?
Vor 50 Jahren hätte sich niemand vorstellen können, dass viele nationale Einzelunternehmen einmal kombiniert zum größten Flugzeughersteller der Welt werden würden.
Und Makron sieht nicht nur Frankreich, sondern Europa.
Denn über eine reine Wirtschaftsallianz sind wir lange hinaus.
Ich wäre sehr dafür, den Blick einmal nach China zu richten um zu erfassen, was dort eigentlich alles neu an den Start gebracht wird. Und dito auch in den USA. Dies sind primär unbemannte Muster. Sie sind erheblich kostengünstiger und flexibler einsetzbar – und wenn man ehrlich ist, auch wegwerfbar. Das werden wir uns mit bemannten Flugzeugen niemals leisten können, hier wird immer die Sicherheit und Rückkehrfähigkeit des Piloten im Vordergrund stehen (müssen).
Wenn man sich vor Augen führt, wo wir vor 20 Jahren technologisch standen, gerade in Bezug auf IT- und Kommunikationselektronik und anwendungen, dann müssen wir uns gleichermaßen die Frage stellen, wo wir vermutlich in 20 Jahren stehen. Sehr viel deutet auf erheblich mehr integrierte Lösungen mit maschineller Unterstützung (vulgo KI) hin. Ist in so einem Umfeld in einem Peer-to-Peer-Konflikt eigentlich noch eine Überlebensfähigkeit von bemannten Jägern gegeben? Oder ist es dann ähnlich wie heute Russland vs. Ukraine = Russland bleibt über den eigenen Linien und schießt von dort Long-Range da man kaum Überlebenschancen mehr über feindlichen Territorium hat.
Sprich: FCAS und Tempest haben beide die Herausforderung, vor den extrem schnellen Entwicklungen in der Ukraine gestartet worden zu sein. Ich wage damit zu bezweifeln, dass eine FCAS- oder auch Tempest-Entwicklung heute so noch einmal neu gestartet werden würde. Nur ist schon viel Geld investiert worden und jemand, der hinterfragt, ob weitere Investitionen eigentlich Sinn machen, ist nicht zu erkennen. M.E. sind wir auf autonome Lösungen angewiesen, die über Schwärme zu einer Übersättigung des Gegners in der Luft führen um anschließend durch das offene Tor die Luft-Boden oder Boden-Boden-Waffen ins Ziel zu bringen.
Ich würde an deutscher Stelle die Chance nutzen, noch einmal ins ruhige Kämmerlein zu gehen und zu überlegen, was wirklich benötigt wird. Für mich ist die Lösung nicht zwingend ein bemannter Jäger der 6. Generation.
Hallo zusammen,
Relativ unbemerkt in der Presse hat Macron auf den deutschen Vorschlag, zwei NGF zu bauen, brisant reagiert…
In einem Interview mit der Zeitung Le Monde am 10.02.2026 wird er gefragt, ob er den FCAS in Gefahr sehe. Seine Antwort:
„Nein. Es ist ein gutes Projekt, und ich habe keinerlei deutsche Rückmeldung erhalten, die mir sagen würde, dass es kein gutes Projekt ist.“
Dennoch zögert der französische Präsident nicht, sich drohend zu äußern:
„Sollte der deutsche Partner das gemeinsame Flugzeug infrage stellen, wären wir gezwungen, den gemeinsamen Panzer infrage zu stellen.“
Solche Töne sind neu von Macron.
https://www.lepoint.fr/monde/avion-de-combat-du-futur-le-projet-franco-allemand-est-il-deja-mort-VXIEOQJJGBHRTK6X3PM6SWQOYY/
Es ist aber nicht alles, denn am 11.02.2026 kam auch die Information, dass Frankreich aus der Eurodrone aussteigen möchte. Die Kritik an der Eurodrone ist nicht neu, denn für Frankreich ist die Eurodrone „die Drohne von gestern, die wir vielleicht morgen haben werden“. Allerdings hieß es bislang offiziell immer, dass ein Ausstieg aus dem Eurodrone Programm teurer wäre als eine Weiterführung. Kostenpunkt für die andere Partner ca 700 Mio Eur.
https://www.challenges.fr/entreprise/defense/le-drone-dhier-quon-aura-peut-etre-demain-la-france-tout-pres-de-sejecter-de-leurodrone_639536
Jeder baut Druck auf, wo er kann. Es bleibt spannend.
[Na ja, „relativ unbemerkt“… An dem Interview war auch die Süddeutsche Zeitung beteiligt, da war das auch zun lesen. Allerdings gab es in Macrons Aussagen noch paar andere Aufreger, die für das breite Publikum aufregender waren… T.W.]
@ Jean-Pierre
Das Ende beider Projekte, FCAS und MGCS, wäre gerade bei letzterem für beide Seiten und die dort beteiligten Unternehmen zu verschmerzen. So ersparen wir uns unter anderem den Streit um die Bordkanone…
Und ob Monsieur Macron 2027 politisch noch erlebt, sei auch dahingestellt – gerade deswegen dürfte er so laut bellen. „Brisant“ könnte man also sagen, wohl eher aber „verzweifelt“, weil ihm zuhause die Felle wegschwimmen. ;-)
Die Drohungen „Ausstieg aus dem MGCS“ und „Ausstieg aus der Eurodrohne“ können wir aus deutscher Sicht ja wohl sehr gelassen sehen. Beim MGCS sehe ich sogar eine Vereinfachung, weil man dann klar auf die 130mm-Kanone von Rheinmetall und nicht die 140mm setzt. Die Schwerpunkt-Entwicklung würde sich dann in Richtung Rheinmetall verschieben und man kann dann direkt mit einer Weiterentwicklung von Puma/Lynx und Panther anfangen.
Eine Entwicklung und Beschaffung der Eurodrohne ohne Frankreich erscheint mir ebenfalls ein „No-Brainer“ zu sein.
FCAS als Symbol der „souveränen EU“ zeigt uns doch wie in einem Brennglas, warum diese EU sich verlaufen hat und das Thema geht damit über Beschaffung, Industriepolitik und Missionsprofile hinaus. Wer Verteidigung nicht nur national denken will (da fangen die Unterschiede an!) braucht kompatible Interessenträger und Nachbarschaft ist dafür kein Kriterium, vielmehr schließt so ein Kriterium kompatible Interessenträger aus. Man muss nationale Ambitionen auch nicht unnötig schlecht machen, für Deutschland und andere Staaten ist es schlicht sinnvoll Bündnisse zu etablieren, während es für Frankreich eher einschränkend ist und falsche Anreize setzt, die gegen die nationalen Kerninteressen gehen. Wenn es in Paris hieße „Pension oder grande Nation?“ wäre der Haushaltsdrops längst gelutscht und ohne EU-Scham könnten sie sich den Flieger wahrscheinlich von Arabien oder Indien bezahlen lassen. Eine Riesenchance für Frankreich, um die nötigen Reformen vermitteln und umsetzen zu können, wenn man das vertragliche, finanzielle und mentale Korsett der EU der heutigen Realität und Interessenlage anpassen würde (sozusagen weg von einer monolithischen EU hinzu „EU-System of Systems“). Träumerei…
Die Behauptung Deutschland könne alleine keine Kampfflugzeuge und
keine militärischen Triebwerke bauen ist so souverän vorgetragen, dass man fast übersieht, wie substanzfrei sie ist.
Die Zweiflugzeuglösung ist ein Weg aus den derzeitigen Dilemmata, sie erlaubt u.a. zwei Geschwindigkeiten zu gehen und die eigenen Fähigkeiten zielkonform abzubilden.
Bisher übersehen wird, dass ein solches Flugzeug nicht im Airbuskonzern entwickelt werden kann. Bereits jetzt sind Hemmnisse aus den französischen, italienischen und spanischen Airbusanteilen sichtbar, bis hin zu einer gezielten Unterwanderung. Deutschland ist sehr gut beraten die Entwicklung in ein GEo Systemhaus zu überführen und eine tiefere Verschränkung mit der Amtsseite zu etablieren. Nur
So kann die erforderliche Geschwindigkeit in der Entwicklung und später Weiterentwicklung erreicht werden oder in anderen Worten Kriegstüchtigkeit ist mit Dassault ausgeschlossen.
@Q
Welches deutsche Unternehmen stünde denn überhaupt zur Verfügung ? Die Luftfahrtindustrie, die noch bis in die 70er Jahre Weltgeltung hatte (MBB, u.a.), gibt es in dieser Form ja gar nicht mehr.
Grob mag gute Flieger bauen, allerdings keine Kampfflugzeuge der 5. oder 6. Generation.
@Q: Ihr Argument erscheint mir logisch. Wenn Deutschland „zur führenden konventionellen Streitmacht“ in Europa werden möchte und in Anbetracht der Finanzkrafts Deutschlands wäre es nur sinnvoll, wenn wir neben Fregatten, U-Booten, Panzern, Artilleriesystemen und bodengebunden Luftverteidigungssystemen auch eine starke, im Zweifelsfall eigenständige, industrielle Basis für Kampfflugzeuge aufbauen. Also entweder bekommen Airbus Deutschland und MTU jetzt entsprechende Entwicklungs- und Produktionsaufträge im Rahmen von FCAS oder es wird entschieden, diese Expertise anderweitig in Deutschland aufzubauen. Das kann zunächst auch durchaus mit einem anderen Partner wie beispielsweise Saab erfolgen. Auch ein Einstieg in das Global Combat Air Programm ist denkbar, wenn entsprechende Offset-Maßnahmen – sprich Know-How Transfer – und Produktionskette in Deutschland eingepreist werden.
Es wäre gut, wenn die Bundesregierung den Aufbau einer starken deutschen industriellen Basis für Kampfflugzeuge als wichtiges Element der deutschen Sicherheitstrategie und Resilienzentwicklung festschreibt und als Rahmenbedingung für die Vertragsgestaltungen in diesem Kontext setzt.
@Q: Schon klar, bauen wir eine Me 2009 … SARC Off.
Sicher gibt es in der deutschen Industrie die Möglichkeit, eigenständig irgendwann in den kommenden 10 Jahren (wenn die Amtsseite nachhaltig involviert sein sollte, eher in den kommenden 30 Jahren …) ein Kampfflugzeug der 6. Generation zu bauen. Triebwerksseitig eher nicht, denn es laufen auch parallel Entwicklungsarbeiten für zivile Triebwerke der nächsten Generation. Da wird der Schwerpunkt liegen (bei den deutschen Zulieferern).
Nur: Weshalb sollte das irgend jemand wollen? Und wo liegt der Sinn? Es wäre extrem teuer, mit vielen Entwicklungsrisiken behaftet und ob es mehr Kampfkraft generiert als FCAS, bleibt dahingestellt.
Hallo zusammen,
Kann Deutschland allein sein eigenes NGF bauen? Das wird sich – zu einem großen Teil – am Triebwerk entscheiden.
Kann Deutschland allein ein Triebwerk entwickeln? Sicher, aber dafür braucht es politischen Willen, eine Industrie, die der Aufgabe gewachsen ist, Zeit, Geld und Spezifikationen, die sich nicht alle drei Jahre ändern.
Geld hat Deutschland, Zeit deutlich weniger. Eine klare Vorstellung der eigenen Anforderungen, will ich mal schwer hoffen.
Einen politischen Willen? Sehe ich so nicht. Wie bereits erwähnt, hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Mayer-Lay, Berichterstatter der Unionsfraktion für die Luftwaffe im Verteidigungsausschuss des Bundestages, selbst erklärt, dass eine weitere Zusammenarbeit zwischen MTU und Safran bei der Triebwerksentwicklung „weiterhin sinnvoll“ sei (ES&T, 04.12.2025).
Eine Industrie, die der Herausforderung einer kompletten Triebwerksentwicklung gewachsen ist? Auch das sieht nicht so aus. Denn erst gestern betonte MTU CEO Johannes Bussmann erneut, dass er die Partnerschaft mit Safran sehr gern fortsetzen möchte.
https://aviationweek.com/defense/aircraft-propulsion/mtu-wants-keep-fcas-engine-consortium-safran
Wenn also deutsche Politiker und die deutsche Industrie selbst zugeben, dass sie bei der Triebwerksentwicklung Unterstützung benötigen, dann ist das keine Einbildung oder böswillige Unterstellung meinerseits. Natürlich kann man weiterhin behaupten, MTU könne trotz allem allein bis 2040 ein Triebwerk der sechsten Generation entwickeln und damit zeitlich mit Safran samt dessen technologischem Vorsprung gleichziehen. Aber dann wäre ich wohl hier eher der Realist (😉), denn ich halte es für utopisch.
Ja, die deutsch-französische Verteidigungspartnerschaft läuft derzeit nicht gut. Dass Frankreich aus der Eurodrone aussteigen möchte, könnte damit zusammenhängen, dass es im Falle eines deutschen FCAS Alleingangs seine Projekte neu priorisieren muss, um das Budget neu auszurichten. Dabei geht es sicher nicht nur darum, 700 Millionen Euro zu sparen, sondern vielmehr um die enormen Anschaffungs- und Infrastrukturkosten der Systeme, die im 10 stelligen Bereich liegen dürften.
Schönes Wochenende, habe euch alle Lieb 😉
Ich glaube mittlerweile die Bedrohungsanalysen einiger europäischer Länder verorten deutsche Kriegstüchtigkeit inzwischen auf einer Stufe mit russischer Aggression bzw. sogar noch darüber. Dassault (ver)handelt nicht im Vakuum. Manchmal fragt man sich da schon, ob man den Vorschlag der „golden Handcuffs“ nicht einfach annehmen soll. Oder ob man anstelle der Überweisungen an irgendwen (?) einfach die Röhre wieder aufmacht, Putin zum Kaffee einlädt, das Geld anderweitig verwendet und „friedensfähig“ bleibt.
https://www.foreignaffairs.com/germany/europes-next-hegemon-liana-fix
(On-Topic: Ein allein in Deutschland entwickelter NGF checkt die Boxen aus dem Artikel.)
Dann fällt einem auf, dass die Obstruktionen vornehmlich aus Ländern kommen, die wenn überhaupt nur als Nachspeise für Putin taugen. Ade, süße Ignoranz.
Wer solche Freunde hat…braucht am Ende vielleicht doch die unangenehme Rüpeltruppe aus Freedomland die fließend Germoney spricht?
Sind die versöhnlichen Töne im Vorfeld der MSC dahingehend zu deuten und lachen die Transatlantiker wohlmöglich doch zuletzt?