Streit um Grönland: Niemand hat die Absicht, die NATO infrage zu stellen
Fürs Archiv: Die Aussagen verschiedener Sprecher der Bundesregierung zum Thema Grönland – von Regierungssprecher Stefan Kornelius über BMVg-Sprecher Oberst Mitko Müller bis zum AA-Sprecher Josef Hinterseher – in der Bundespressekonferenz am (heutigen) Montag zum Nachhören. Spoiler: Kornelius‘ Aussage Ich sehe kein Mitgliedsland, dass die NATO infrage stellt habe ich gegen Ende mal hinterfragt.
Das Audio mit dem Grönland-Teil der Regierungspressekonferenz, beginnen mit einer Frage an Oberst Müller zur Erkundungsmission der Bundeswehr:
Nachtrag: Das Transkript dazu:
Frage: Herr Müller, könnten Sie mitteilen, was für Erkenntnisse die Erkundungsmission in Grönland jetzt gebracht hat?
Müller (BMVg): Über die Erkenntnisse der Erkundung kann ich natürlich nicht sprechen. Das sind natürlich militärisch relevante Informationen, die wir dort eingesammelt haben.
Vielleicht nenne ich einmal einen Punkt, der mich am Wochenende ein bisschen umgetrieben hat: In der Berichterstattung habe ich so Wörter wie „heimlich“ oder „voreilig“ gelesen. Die Erkundung ist am Wochenende planmäßig beendet worden, und das Team ist auch planmäßig zurückgereist. Wir hatten ja nicht umsonst am Mittwochabend eine Pressemitteilung herausgegeben, laut der wir die Erkundung vom 15. bis zum 17. durchführen wollten. Wir haben dann mit den dänischen Partnern und mit den anderen Partnern, die dabei waren, noch vereinbart, dass wir uns vorher in Dänemark treffen, dort im Grunde schon ein gemeinsames Get-together haben, schon etwas vorab besprechen und dann nach Grönland fliegen. Dadurch hat sich der Zeitraum im Grunde auch um einen Tag verlängert. Der Zeitraum für die Erkundung liegt damit also total im Rahmen dessen, was eine Erkundung im Grunde ausmacht.
Es gab einen Punkt, den wir nicht vor Ort erkunden konnten. Das war wetterbedingt so. Deswegen war das der einzige Punkt, der nicht planmäßig war. Deswegen dies vielleicht noch einmal zur Einordnung. Wir waren von Anfang an, fand ich, sehr transparent, was die Zeiten anging, und haben die jetzt auch eingehalten, bis auf dass der zivile Flug gestern im Grunde weggefallen ist und das Team heute nach Deutschland zurückkehren wird.
Zusatzfrage: Könnten Sie vielleicht umreißen, was man dann Sinnvolles in der Arktis tun könnte und ob die Bundeswehr jetzt auch dafür ausgerüstet ist? Sie sagten ja, man konnte eine Sache nicht erkunden.
Müller (BMVg): Na ja, ich glaube, Herr Stempfle hat am Freitag hier schon einige Punkte angerissen. Es geht ja darum, dass wir die Sicherheit in der Region ‑ also Arktis, Nordatlantik, das „geo-gap“ zwischen Grönland, Island und UK, die Meerengen; so eng sind sie ja gar nicht ‑ im Grunde besser absichern, ein Lagebild haben, aufklären und bei Bedarf im Grunde auch Möglichkeiten und Mittel vor Ort haben. Herr Stempfle hat es, glaube ich, schon angerissen: Das kann natürlich vieles sein. Das könnten seegestützte Einheiten sein, das könnten luftgestützte Einheiten sein, Aufklärungseinheiten, P8-Fernaufklärer, Fregatten. Das könnten aber auch Kräfte an Land sein, die im Grunde einfach auch für ein Lagebild sorgen. Es könnte etwas im Bereich des Air Policing sein.
Es ist jetzt Aufgabe des Erkundungsteams, aufzuschreiben, welche Rahmenbedingungen vor Ort es vorgefunden hat. Dabei geht es ja um Hafenerkundung, logistische Möglichkeiten, Tankkapazitäten und um die Frage, wie viel Sprit man pro Tag erhält, wie viele Luftfahrzeuge man pro Tag enteisen kann usw. Das sind Dinge, die man sich am besten vor Ort anschaut. Das wird jetzt aufbereitet, und dann wird da im Grunde etwas ‑ das nennt sich dann operativer Ratschlag ‑ erarbeitet, was dann die Grundlage für weitere militärische oder politische Abstimmungen ist.
Frage: Herr Müller, nun ist Grönland eine Arktisinsel. Man hat eine Erkundungsmission dorthin geschickt, die dann aber wetterbedingt nicht ausrücken konnte. Mir erscheint das erst einmal ein Widerspruch zu sein. Wenn man in dieser unwirtlichen Umgebung stationiert sein will und es dann nicht schafft, herauszugehen, dann müssten Sie einmal sagen, wie das zusammenhängt.
Der zweite Punkt, der mich interessiert: Gab es denn seitens des amerikanischen Militärs oder des Pentagons eine Kontaktaufnahme nach Deutschland, die „Jetzt lasst das einmal mit eurer kleinen Mission!“ besagt hat?
Müller (BMVg): Vielleicht zum ersten Punkt, auch, weil ich Herrn Kollegen Frage nicht bis zum Ende beantwortet habe, was Fähigkeiten der Bundeswehr angeht: Natürlich ist die Bundeswehr in vielfältigen Bereichen befähigt und ausgebildet und für Operationen in den, sage ich einmal, nördlichen Polarregionen ausgestattet. Das beginnt natürlich bei den Gebirgsjägern, die spezielle Ausbildungen gemacht haben, die zum Beispiel auch oft nach Norwegen gehen und dort eine Kälteausbildung machen. Die Hochgebirgszüge zum Beispiel sind ein gutes Thema. Darüber haben wir auch online gut etwas stehen, wenn Sie daran interessiert sind.
Die Luftfahrzeuge und Schiffe haben dort keine Einschränkungen, die andere Nationen nicht auch hätten. Alles, zum Beispiel unser A400M, ist, was die Minusgrade angeht, für die Region ausgelegt. Natürlich gibt es natürliche, rein physikalische Grenzen. Unsere Schiffe werden nach dem deutschen Marinestandard gebaut. Die sind auch befähigt, bis zu einem gewissen Eislevel zu operieren, aber natürlich sind das keine Eisbrecher. Aber dort gibt es Möglichkeiten. Die Spezialkräfte machen regelmäßig Trainings, auch in der Region. Wir haben Teileinheiten, die speziell dafür befähigt sind. Das ist im Grunde also kein Geheimnis. Das haben wir auch online bei uns stehen. Da sehe ich die Bundeswehr wie andere Nationen auch für die weltweite Operation aufgestellt. Das betrifft dann die Sahara genauso wie die Arktis.
Der andere Punkt, das Wetter, ist ein guter Punkt. Ich kenne die Flugplätze in Grönland, um die es dabei geht, noch von meiner eigenen Fliegerei, wenn wir nach Amerika geflogen sind. Dabei waren nämlich die grönländischen Flugplätze oftmals Ausweichflugplätze, wenn über dem Atlantik irgendwas passiert wäre. Es ist so: Die Region ist wettermäßig anspruchsvoll, erst recht für die Fliegerei. Wenn man in der Region auf den Flugplatz fliegen will, gibt es dort vor allen Dingen Schnee, Eis, überfrierenden Nieselregen oder „freezing fog“, wie wir es nennen. Landebahnen sind gegebenenfalls nicht anfliegbar, weil sie erst geräumt werden müssen. Seitenwindkomponenten sind in der Seeregion immer sehr beliebt. Dann fliegt da in Friedenzeiten keine Maschine hin. Das sind einfach ganz normale Bedingungen. Wenn dort die Wettervorhersage ist, dass ein Platz „red“ ist, also rot, oder sogar „black“, dann ist der in dem Moment nicht nutzbar. Das ist also nicht unbedingt abhängig davon, mit welchem Luftfahrzeug man hinfliegt. Natürlich gilt das in Teilen, je nach Anflugverfahren. Aber das sind Limitationen, die man bei einer Erkundung einfach in Kauf nehmen muss, wenn man irgendwo hinfliegen will.
Im Fall eines Konfliktes haben wir natürlich andere flugbetriebliche Möglichkeiten, und man könnte dann entsprechend die Regeln heruntersetzen. Das betrifft jetzt aber nicht unbedingt den Fall Grönland, sondern das würde in Gänze weitere Möglichkeiten schaffen, die wir hier aber in einer Erkundungsmission in einem befreundeten Land überhaupt nicht nutzen müssen.
Zu dem anderen Punkt: Mir ist nicht bekannt, dass es diesbezügliche Kontakte gab. Natürlich stehen wir mit amerikanischen Partnern auf allen Ebenen gut im Austausch. Aber ansonsten kann ich zu Ihrer Frage nichts beitragen, tut mir leid.
Frage: Herr Müller, Sie haben ja gesagt, wetterbedingt konnte eine Station nicht angeflogen werden. In Kangerlussuaq steht ja nun ein wesentlicher Flughafen in der Region, und Sie haben die Bedeutung einer Vor-Ort-Inaugenscheinnahme betont. Heißt das, da muss nachgearbeitet werden? Muss da noch einmal ein Team hin, um sich diesen Flughafen anzuschauen?
Arctic Endurance ist ja eine Übung, die bereits läuft. Die dänischen Einheiten, die mitverlegt wurden, sind ja dann dortgeblieben. Gibt es von dänischer Seite einen Erwartungshorizont, ob und wann man „Wir machen da mit“ sagt?
Müller (BMVg): Vielleicht zum ersten Punkt: Ich habe bewusst keinen Ort genannt.
Zusatz: Deswegen habe ich das ja getan! Ich buchstabiere es nachher auch gerne für das Protokoll!
Müller (BMVg): Ich kann das natürlich weder bestätigen noch dementieren.
Aber allein, vor Ort zu sein, und auch, in Nuuk zu sein, bringt ja schon einmal den Vorteil, dass man mit den Leuten vor Ort redet, mit den Leuten, die sich vor Ort mit den Plätzen auskennen, und dass man Dinge in Erfahrung bringen kann, die eben nicht in den „publications“ stehen, die den Flugbetrieb oder auch den Seebetrieb betreffen. Ich glaube, der Platz, den Sie genannt haben, liegt ja auch am Ende eines Fjordes, ist also auch per Wasserstraße erreichbar. Ich weiß nicht, ob es dort noch Nachbearbeitungsbedarf gibt. Vor Ort zu sein, heißt auch, dass man Telefonnummern ‑ solch ganz einfache Dinge ‑ von Ansprechpartner vor Ort mitbringt, die sich wirklich gut auskennen, mit denen man also auch im Nachgang noch einmal Fragen klären kann. Diese Frage, ob man da noch einmal hinmuss, kann nur das Erkundungsteam beantworten, und sie muss sicherlich im Rahmen der weiteren Abstimmung, im Rahmen der weiteren Prüfung von möglichen Optionen, die jetzt kommen, beantwortet werden. Ich glaube aber, dass allein so ein Blick ins Land hinein und die Herstellung von Kontakten vor Ort auch mit den dänischen Partnern wahrscheinlich schon so einen Erkenntnisgewinn und so viele Information mitbringt, dass man dann auch aus dem „reachback“ heraus viel machen kann.
Die zweite Sache: Wie die Beteiligung jetzt genau aussehen wird und wie man sich in bestehende laufende Übungen einpflegt ‑ dazu gab es gestern gemeinsam mit den anderen Partnern auch eine Pressemitteilung der Bundesregierung, in der Arctic Endurance ja genannt wurde ‑ oder ob das gegebenenfalls später noch einmal in ein anderes Format umklappt, wird jetzt erst die weitere Abstimmung, sowohl militärisch als auch politisch, erbringen.
Frage: Ich hätte eine Frage an Herrn Kornelius. Vielleicht können Sie uns noch einmal weiterhelfen. Es gab, wie Herr Müller gerade schon gesagt hat, am Wochenende offenbar eine Fehlinterpretation. Wozu diente diese Erkundungsmission nun? War das, wie ja viele geschrieben haben, auch ein Symbol der deutschen Bereitschaft, sich stärker in der Arktis zu engagieren, oder war es nur ein Zufall, dass diese Erkundungsmission am Mittwoch losging?
Vielleicht stelle ich noch eine Frage an Herrn Müller. Es gab ja schon Diskussionen auf NATO-Ebene darüber, eine gemeinsame Mission zu machen. Es gab, wenn man das richtig nachlesen konnte, eine, sagen wir einmal, sehr verhaltene Reaktion der USA auf diese Idee. Wird sich Deutschland weiter dafür einsetzen, dass es unter dem, wie man so schön sagt, NATO-Helm eine stärkere Präsenz in der Arktis geben wird?
Kornelius: Sie wissen, dass die Regierung in Washington in den letzten Tagen mit großem Nachdruck mehr Einfluss auf Grönland eingefordert hat. Sie hat dies mit der Sicherheit der NATO im hohen Norden begründet, zuletzt vergangene Nacht. Wir teilen die Einschätzung, dass die Sicherheit im hohen Norden für alle europäischen NATO-Partner ein wichtiges Elemente der gemeinsamen Verteidigung und Abschreckung sein wird und ist. Insofern teilen wir dieses Interesse transatlantisch. Wir engagieren uns deswegen gemeinsam mit unseren europäischen Partnern, dieses Thema zu adressieren.
Zur Erkundung hat Herr Müller, denke ich, alles gesagt. Es war der erste Schritt, dies zu dokumentieren, und es wird nicht der letzte Schritt sein.
Zusatzfrage: Noch einmal die Frage: War es ein Zufall, dass das am Mittwochabend plötzlich entschieden wurde?
Kornelius: Die Bundesregierung handelt nie zufällig.
Müller (BMVg): Ich möchte hinzufügen: Es ist eine konsequente Fortführung der Entwicklungen und Maßnahmen der letzten Monate. Wir hatten zum Beispiel im August Einsatzgruppenversorger auf Grönland. Wir hatten verschiedene Vorhaben im hohen Norden, etwa das Flugkörperschießen im Rahmen von Andøya. Wir hatten verschiedene andere Übungen in der Region. Der Minister war, meine ich, im Oktober in der Region, Stichwort „maritime Sicherheitspartnerschaft“. Dass wir uns in der Region stärker engagieren wollen, hat sich wie ein roter Faden durch das Jahr 2025 gezogen und mündet jetzt in diese weitere Maßnahme.
Frage: Herr Müller, wäre es eine Option, die Übung Cold Response von Nordnorwegen nach Grönland zu verlegen?
Müller (BMVg): Über einzelne Möglichkeiten möchte ich nicht spekulieren. Cold Response ist eine sehr wichtige Übung. Sie bietet seit vielen Jahren die Möglichkeit, dass unsere Luftfahrzeugbesatzungen, aber auch unsere Heereskräfte im Speziellen in der Kaltwetterregion geschult und ausgebildet werden und sich dort weiterentwickeln, sich austauschen und, übertrieben gesagt, Interoperabilität auch im Eis herstellen.
Ob es eine Möglichkeit wäre, das zu verknüpfen, müssten andere entscheiden. Dann geht es sicherlich auch um die gleiche Frage, wie es jetzt weitergeht. Die Erkundung jetzt war unter dänischer Führung mit uns erst einmal als Grundlage für dänisch geführte Maßnahmen. Die Frage, inwiefern das gegebenenfalls umklappt und weiter ausgebaut werden kann und inwiefern dann andere Übungen einfließen, wird Teil der weiteren Abstimmung sein.
Zusatzfrage: Herr Kornelius, diese Woche finden die deutsch-italienischen Regierungskonsultationen statt. Wird das Thema, inwieweit Italien sich an diesen Übungen beteiligt, dort angesprochen werden?
Kornelius: Es liegt natürlich im Ermessen der italienischen Regierung, inwieweit sie sich beteiligt. Die sieben europäischen Staaten, die jetzt die Solidarität mit Dänemark gezeigt haben, sind natürlich für jede weitere Teilnahme offen. Aber das liegt am Ende im italienischen Ermessen. Insgesamt wird das Thema, weil es europäische Sicherheit betrifft, selbstverständlich auch Gegenstand der Gespräche sein.
Frage: Herr Hinterseher, ich habe eine Frage zur Reise des Außenministers in der vergangenen Woche. Er hat sehr lange mit seinem amerikanischen Amtskollegen gesprochen. Da war unter anderem schon angesprochen, auch von Herrn Wadephul, dass man gemeinsam mit den USA solch eine NATO-Mission machen könnte.
Ist in dem Gespräch mit Rubio damals auch schon als Option genannt worden, dass man erst einmal diese sehr kurzfristig zusammengestellte Mission machen könnte? Denn in der Tat scheint es ja eine Art Misskommunikation mit den Amerikanern gegeben zu haben, die das eher als Provokation denn als gemeinsame Mission wahrgenommen haben. War das damals Thema?
Hinterseher (AA): Ich denke, der Außenminister hat dazu in Washington bei der Reise mehrfach Stellung genommen. Sie wissen, dass das übergeordnete Interesse, das wir in der NATO und mit den Bündnispartnern besprechen wollen, die arktische Sicherheit ist. Diesbezüglich gibt es ein gemeinsames Interesse und auch eine Lage mit neuen und alten Rivalitäten. Sie wurde adressiert. Das hat der Minister auch gesagt. Aber ansonsten würde ich es gern so halten, wie wir es bei vertraulichen Gesprächen auch sonst handhaben, und mich hier nicht zu Einzelinhalten verhalten.
Frage: Herr Kornelius, Herr Costa hat für diese Woche einen Sondergipfel zu Grönland angekündigt. Möglicher Termin: Donnerstag. ‑ Wird der Kanzler dorthin reisen ‑ ich nehme es an ‑, und wird eine solche NATO- oder EU-Mission für Grönland dort eine Rolle spielen?
Kornelius: Der Bundeskanzler wird selbstverständlich an einer Sondersitzung des Europäischen Rates teilnehmen. Sie ist noch nicht final terminiert, aber das befindet sich momentan in der letzten Abstimmung. Das Thema insgesamt steht auf der Tagesordnung. Die Form der Mission oder der militärischen Unterstützung Dänemarks oder insgesamt der Stärkung des Bündnisbeitrages für den hohen Norden wird permanent auch im Bündnis diskutiert. Das ist kein allein europäisches Thema. Das ist ein transatlantisches Bündnis. Insofern hat der amerikanische Präsident eine inhaltlich valide Thematik angesprochen, die wir aufnehmen und im Bündnisrahmen beantworten.
Zusatzfrage: Wird das Thema Grönlands und auch der NATO-Mission bei einem möglichen Treffen des Kanzlers mit dem US-Präsidenten beim WEF in Davos eine Rolle spielen?
Kornelius: Sie können davon ausgehen, dass die beiden, wenn sie sich treffen, alle aktuellen Themen ansprechen werden, ja.
Zusatzfrage: Ist dafür schon ein Termin verifiziert?
Kornelius: Nein.
Frage: Es gab jetzt ein Jahr lang den Versuch, Herrn Trump irgendwie einzuhegen, indem man ihn gelobt und sich Kritik verkniffen hat. Deswegen die etwas größere Frage an Herrn Kornelius: Ist diese Strategie gescheitert? Muss sich Europa vielleicht eine neue Strategie zurechtlegen?
Kornelius: Das ist eine sehr kommentierende Frage, die ich hier gar nicht beantworten kann. Ich denke, dass wir einen permanenten, sehr direkten und auch auf Verständnis und Ausgleich setzenden Austausch mit den USA haben, sowohl im Bündnisrahmen als auch in verschiedenen Formen der Zusammenarbeit und im direkten Gespräch. Der Bundeskanzler ist regelmäßig mit dem amerikanischen Präsidenten im Austausch.
Zu bewerten, welche Strategie dabei verfolgt wird, überlasse ich Ihnen. Uns geht es darum, dass wir die sicherheitspolitischen Bedenken teilen, was das Grönlandthema angeht, dass wir allerdings auch klar sagen, dass diese sicherheitspolitischen Bedenken im Bündnisrahmen adressiert werden müssen und dass sich dieses Engagement nicht gegen die USA richtet, sondern am transatlantischen Interesse ausgerichtet ist. Das haben übrigens die acht beteiligten Staaten gestern in ihrem Statement auch deutlich gemacht.
Wir machen gleichzeitig deutlich ‑ auch das können Sie dem Statement entnehmen ‑, dass Dänemark und die Bevölkerung Grönlands auf unsere Solidarität zählen können. Wir sind bereit, sie im Gespräch mit den USA zu unterstützen. Ich habe vorhin beim Bord of Peace schon klargemacht, dass die Grundlagen der Bundesregierung für den Umgang im internationalen Rahmen die Prinzipien der Souveränität und der territorialen Integrität sind. Eines der Hauptprinzipien des Völkerrechts ist die Unverletzlichkeit von Grenzen. Das respektieren wir und erwarten von unseren Partnern, dass sie es auch respektieren.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch sagen, dass Zolldrohungen die transatlantischen Beziehungen untergraben und immer mit dem Risiko einer Eskalation verbunden sind. Wir werden deswegen mit unseren europäischen Partnern, was den Drohanteil betrifft, besonnen und sehr angemessen reagieren. Wir bleiben bei unserem Ziel, dass Europa dabei geeint bleibt und dass die NATO gestärkt daraus hervorgeht.
All diese Themen werden nun in den diversen Gremien und auch mit dem amerikanischen Präsidenten besprochen.
Frage: Herr Müller, Sie sprachen von einer planmäßigen Rückreise der Bundeswehrangehörigen aus Grönland. Am Samstagabend hieß es noch, es sei nicht absehbar, wie lange der Aufenthalt dauern werde. Schließen Sie einen Zusammenhang mit Trumps Ankündigung zusätzlicher Zölle wenige Stunden davor aus?
War Trumps Reaktion auf die Mission für die Bundesregierung nicht absehbar?
Wurde Washington vorab über die Erkundungsmission informiert?
Müller (BMVg): Ich dachte, ich hätte eben ganz klar dargestellt, dass die Erkundungsmission planmäßig beendet war. Das Team hat vor Ort alle Daten gesammelt, die zu sammeln sind, und dann wurde das Team nach Hause verlegt. Eine weitere kausale Kette ist mir nicht bekannt.
Zusatzfrage: Wurde Washington vorab informiert? Gab es irgendeinen Kontakt?
Müller (BMVg): Können Sie Ihre Teilfrage zur Information Washingtons bitte wiederholen? Was meinen Sie genau?
Zusatz: Zu der Erkundungsmission: Gab es vorab irgendeine Kontaktaufnahme mit Washington oder Gespräche dazu?
Kornelius: Vielleicht kann ich das beantworten. Es gibt keinen Grund, dass wir, wenn wir uns für den dänischen Bündnispartner an einer Erkundung für eine von Dänemark geleitete Übung beteiligen, dies im Bündnisrahmen über die üblichen Kanäle der NATO hinaus abstimmen. In der NATO wird das adressiert. Es ist ein völlig normaler Vorgang, dass man im Bündnisrahmen mit Partnern Übungen erkundet und durchführt.
Frage: Herr Kornelius, der Bundeskanzler hat im Zusammenhang mit dem NATO-Gipfel im vergangenen Jahr mehrfach gesagt, dass es ohne die deutsche Bereitschaft, die Verfassung zu ändern und viel Geld in die Hand zu nehmen, die NATO möglicherweise nicht mehr gäbe. Für wie gefährdet hält die Bundesregierung die NATO im Augenblick angesichts der aktuellen Grönlandauseinandersetzung bzw. ‑krise, wie auch immer man es nennen will? Vor einem halben Jahr hat man noch eine Art Bestandsgarantie bekommen.
Viele Menschen im Land ‑ zumindest hört man es in Gesprächen ‑ wünschen sich ein bisschen klare Kante gegen die doch krassen Ansagen in Richtung Grönlands und des europäischen Bündnisgebiets, wenn man so sagen will. Wie kann die Bundesregierung erklären, dass man weiterhin im Tonfall doch sehr konziliant und verständlich gegenüber den Amerikanern ist und zu sein versucht?
Kornelius: Die NATO ist ein starkes Bündnis. Sie ist in keiner Weise gefährdet. Ich sehe kein Mitgliedsland, das die NATO infrage stellt. Die Bundesregierung betrachtet die NATO als einen der Grundpfeiler ihrer internationalen Bündnisstruktur, die für unsere Verteidigung und unsere Sicherheit zentral ist.
Was Ton und Umgang angeht, müssen wir, denke ich, sehr genau unterscheiden. Die Bundesregierung hat ein inhaltliches Ziel. Das kommt in den diversen Äußerungen zum Ausdruck. Ich kann auch gern noch einmal wiederholen, was die Bundesregierung inhaltlich anstrebt. Die Erfahrung lehrt, dass Ziele leichter zu erreichen sind, wenn sie bestimmt in der Sache und zurückhaltend im Ton vorgetragen werden. Wir führen solche Auseinandersetzungen nicht öffentlich, sondern im direkten Austausch.
Zusatzfrage: Die gesamte Sicherheitspolitik der vergangenen Jahre besteht daraus, dass man sagt: Wir müssen die europäische Säule stärken, um eine größere europäische Unabhängigkeit zu erreichen. ‑ Das Stichwort der europäischen Souveränität ist wahrlich nicht neu.
Ist die Abhängigkeit nach wie vor zu groß? Ist man auf dem Weg noch nicht weit genug gekommen, sodass man sich gegenüber den Amerikanern sozusagen nicht klarer Äußern kann?
Kornelius: Ich denke nicht, dass der Tonfall über den Inhalt entscheidet. Daraus leitet sich auch ab, dass sich der Tonfall nicht an eigene Fähigkeiten oder „Nichtfähigkeiten“ anpasst. Ich denke, die Bundesregierung und auch die Öffentlichkeit haben erkannt, dass die neuen Kräfteverhältnisse auf der Welt erzwingen, dass sich Deutschland stärker auf seine eigenen Fähigkeiten besinnt. Die Politik der Bundesregierung, auch mit dem Sondervermögen, zielt darauf ab ‑ das trifft auch auf die Politik der Vorgängerregierung zu ‑, dass diese Eigenstärkung verbessert wird. Dabei wurden enorme Fortschritte gemacht. Die Bundesregierung hat von sich aus keinen Anlass, das öffentlich zu thematisieren. Die Fakten sprechen für sich. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind.
Frage: Der Tonfall auf der anderen Seite wiederum ist recht drastisch. Wir lesen, dass Donald Trump in einer Nachricht an den norwegischen Ministerpräsidenten auch bestimmt hat, dass das mehrere europäische Botschaften in Washington bekommen sollen. Darin ist dann zu lesen ‑ ich fasse zusammen ‑: Ich bekam nicht den Nobelpreis, und deshalb fühle ich mich nicht länger daran gebunden, nur klar auf Frieden zu setzen.
Herr Hinterseher, ist dieser Brief, diese Botschaft auch in der Botschaft in Washington eingegangen? Falls das der Fall ist, hätte ich gern eine Reaktion darauf.
Hinterseher (AA): Dazu, ob dieser Brief vorliegt, kann ich Ihnen nichts sagen, weil mir das schlicht nicht bekannt ist; das müsste ich in Erfahrung bringen. Aber natürlich gilt die VN-Charta und das Prinzip von Frieden und Sicherheit für alle VN-Mitgliedstaaten. Das ist die Reaktion darauf.
Zusatzfrage: Möchten Sie auch etwas sagen, Herr Kornelius?
Kornelius: Wenn Sie mich fragen.
Zusatz: Ja, ich frage Sie.
Kornelius: Die Authentizität dieses Tweets oder dieser Botschaft kann ich Ihnen nicht bestätigen. Ich glaube, sie ist inzwischen in jedem Postfach gelandet, auch bei Ihnen. Insofern ist der Verteiler, glaube ich, sehr groß. Es ist auch uns nicht entgangen, dass so etwas in Umlauf ist. Ich werde dazu keine Stellung nehmen.
Weil Sie nach dem Ton gefragt haben: Ich kann Ihnen nur sagen, dass wir mit der Grönlandkommunikation drei Ziele verfolgen.
Das erste Ziel habe ich jetzt ausführlich geschildert: Das ist, dass wir die sicherheitspolitischen Bedenken teilen und dass wir sie im Bündnisrahmen adressieren und bereit sind, unseren Beitrag zu leisten. Diesem Ziel dienen die Erkundungsmission und die Solidarität mit Dänemark.
Das Thema Solidarität mit Dänemark bezieht sich auch auf das Thema territoriale Integrität. Auch dazu habe ich ausführlich Stellung genommen. Diese Androhungen sind nicht akzeptabel; das ist für die Bundesregierung eindeutig. Wir bleiben bei unseren Prinzipien, die völkerrechtlich fundiert sind, und darauf bestehen wir.
Der dritte Teil bezieht sich auf Zollandrohungen. Ich habe gesagt, dass Zollandrohungen nicht förderlich sind und immer die Gefahr einer Eskalation in sich tragen. Eine Eskalation beim Thema Zölle geht in der Regel zu Lasten der Bevölkerung, auf welcher Seite auch immer. Ich glaube, dass keine Seite ein Interesse daran hat, die wirtschaftliche Leistungskraft zu schmälern und die allemal angespannten öffentlichen Haushalte sowie auch die wirtschaftliche Leistungskraft eines Landes weiter zu belasten.
Insofern sind die Zollandrohungen auch durch den US-Präsidenten nicht akzeptabel. Er eskaliert mit diesen Androhungen einen Handelskonflikt, bei dem es, wie gesagt, keinen Gewinner geben kann. Wir sind jedenfalls entschlossen, mit wirksamen Gegenmaßnahmen inklusive Gegenzöllen zu reagieren. Wir werden auch weitere wirtschaftspolitische Maßnahmen vorbereiten, wenn das nötig ist, und wenn es nötig ist auch schon ab Februar. Darüber gibt es unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine große Einigkeit.
Es ist wichtig, dass die Europäische Union in dieser Angelegenheit nun sehr geschlossen auftritt. Diesem Ziel dient der Europäische Sonderrat, der nun in dieser Woche einberufen ist. Dort werden auch die entsprechenden Botschaften formuliert werden und eine Demonstration der Geschlossenheit stattfinden. Ich denke, die Kommission wird die Sprache, die Kommissionspräsidentin Frau von der Leyen bereits am Samstag angeschlagen hat, weiterführen. Sie wird auch mit den USA in einen intensiven Dialog treten. Wir alle bauen in diesem Prozess auf die Vernunft der Vereinigten Staaten, um eine solche Eskalation zu verhindern.
Hinterseher (AA): Weil Sie explizit danach fragten: Das Schreiben liegt uns vor. Ansonsten würden wir uns hier zu Inhalten der internen Kommunikation mit Partnern natürlich nicht weiter verhalten.
Frage: Noch einmal zu den möglichen Gegenmaßnahmen: Sie haben jetzt gesagt, Sie seien bereit zu reagieren, auch mit Gegenzöllen. Es gibt auch schon Diskussionen über das sogenannte Anti-Coercion Instrument. Ist die Bundesregierung wie die französische Regierung auch dafür, dieses Instrument jetzt zu aktivieren?
Kornelius: Den Gesprächen dieser Woche kann ich nicht vorgreifen, deswegen werde ich das nicht weiter kommentieren.
Zusatzfrage: Gestern gab es ja schon eine erste Diskussion der ständigen Vertreter in Brüssel. Können Sie sagen, ob das da schon Thema war?
Kornelius: Wie gesagt, das sind interne Beratungen, die ich nicht weiter kommentieren kann.
Frage: Herr Kornelius, Sie haben gerade den regen bzw. intensiven Austausch zwischen dem Kanzler und Herrn Trump erwähnt. Gab es neben den öffentlichen Erklärungen, also neben der Zollandrohung von US-Seite, auch schon einen direkten Kontakt, bei dem man einmal die Frage besprochen hat: Was soll das eigentlich bzw. wie finden wir das eigentlich?
Kornelius: Auch hier gilt, dass ich die internen Gespräche des Kanzlers mit anderen Partnern nicht öffentlich kommentieren kann. Der Bundeskanzler ist regelmäßig mit dem amerikanischen Präsidenten im Austausch.
Frage: Finanzminister Klingbeil hat heute Vormittag nach einem Gespräch mit dem französischen Amtskollegen Lescure gesagt: „Deutschland und Frankreich sind sich einig: Wir lassen uns nicht erpressen.“ Herr Kornelius, hat er damit die Position der gesamten Bundesregierung inklusive des Kanzlers zum Ausdruck gebracht?
Kornelius: Ja.
Zusatzfrage: Das heißt, auch Bundeskanzler Merz geht davon aus, dass es sich bei Trumps Strafzollandrohungen um Erpressung handelt?
Kornelius: Der Bundeskanzler kann dem Finanzminister nicht widersprechen.
Außerdem hat der Finanzminister nicht gesagt, dass er erpresst wird, sondern er sagt: Wir lassen uns nicht erpressen. Ob das jetzt eine Erpressung ist, das ist eine semantische Frage.
Frage: Herr Kornelius, der Vizekanzler hat auch gesagt, dass eine rote Linie erreicht sei. Letzte Woche hat er gesagt, dass das transatlantische Verhältnis sich aufgelöst habe oder sich in Auflösung befinde. Sind das alles Äußerungen, die der Kanzler in dieser Art und Weise teilen würde?
Kornelius: Wir müssen jetzt hier kein Spiel machen, ob der Kanzler jedes Wort des Finanzministers vorher mit dem Haken versieht. Sie können sich aber sicher sein, dass die beiden in einem sehr engen Austausch stehen und dass der Finanzminister seine Worte wohl wägt.
Frage: Herr Kornelius, von den angedrohten Sanktionen der Amerikaner wären ja auch Nicht-EU-Länder betroffen. Deswegen hätte ich ganz gerne gewusst: Würde der Kanzler unterstützen, dass auch Großbritannien und Norwegen an dem EU-Gipfel teilnehmen?
Kornelius: Ich glaube, ein EU-Gipfel ist der Gipfel der europäischen Staaten. Da der Austausch und die Abstimmung mit den beiden Nichtmitgliedern allemal eng ist, besteht dafür momentan keine Notwendigkeit.
Zusatzfrage: An das Wirtschaftsministerium: Eben wurde auch erwähnt, was für ein Risiko in diesen Zollerhöhungen oder auch einem Zollkonflikt steckt. Wie besorgt ist die Wirtschaftsministerin über die negativen Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur, die jetzt gerade wieder etwas Fahrt aufnehmen sollte?
Greve (BMWE): Ich glaube, das ist im spekulativen Bereich, insofern können wir uns dazu jetzt nicht äußern. Wir sind in intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten, und diesen Gesprächen kann ich nicht vorgreifen. Hier über etwaige Effekte auf die Wirtschaft zu spekulieren wäre voreilig.
Frage: Unmittelbar daran anschließend: Gerade bei der ersten großen Zolldiskussion wurden auch die beiden Argumente erwähnt, dass Zollkonflikte letztlich allen schaden und dass man keine Eskalation will, sich aber auch nicht erpressen lassen will. Nach meiner Wahrnehmung hat dieses „Wir wollen es nicht erpressen lassen“ im Moment ein stärkeres Gewicht. Wird die Wirtschaftsministerin da womöglich gegenhalten und sagen: Wir müssen aber auch an die Interessen der deutschen Wirtschaft denken?
Greve (BMWE): Gesprächen kann ich da nicht vorgreifen. Es ist natürlich richtig, dass Zölle Unsicherheit in der Wirtschaft befördern. Daher sind die Bemühungen, die hier geschildert wurden, so klar und werden europäisch abgestimmt. In dieser Woche wird es dazu entsprechende Besprechungen geben. Es ist aber zu früh, um hier jetzt schon über mögliche wirtschaftliche Folgen zu diskutieren.
Zusatzfrage: Herr Kornelius, wirtschaftliche Folgen sind, wie Sie selbst erwähnt haben, ja auch ein Argument in der gesamten Diskussion. Welche wirtschaftlichen Folgen ist die Bundesregierung bereit in Kauf zu nehmen?
Kornelius: Das ist eine spekulative Frage. Es geht darum, jetzt einen Handelskonflikt abzuwehren, es geht aber auch darum, das oberste Prinzip einzuhalten, nämlich die Unverletzbarkeit von Grenzen und die territoriale Integrität eines EU-Mitgliedsstaates nicht infrage zu stellen. Da kann man nicht zwei Rechtsprinzipien oder zwei Güter gegeneinander abwägen. Das oberste Ziel in der politischen Arbeit ist jetzt, diesen Konflikt nicht eskalieren zu lassen.
Frage: Die eine Frage ist ja die nach Gegenzöllen. Die andere Frage, die jetzt auch schon aus dem parlamentarischen Raum kommt, ist die der Digitalsteuer. Ist das eine Option, die auch die Bundesregierung sieht?
Kornelius: Das sind Detailfragen, die momentan nicht zur Debatte stehen.
Zusatzfrage: Eine zweite Frage, wenn ich darf: Italien hat sich als Vermittlerin angeboten. Ist das eine Rolle, die Deutschland für Italien sieht und die man begrüßt?
Kornelius: Ich glaube, dass im Moment sehr viele Staaten in diese Debatte eingebunden sind. Die italienische Ministerpräsidentin hat auch mit dem US-Präsidenten telefoniert. Das ist immer sehr hilfreich. Insofern trägt jeder, glaube ich, dazu bei, dass diese Lage deeskaliert wird.
Frage: Herr Kornelius, ich hätte eine Frage zum Zollabkommen, das von Ursula von der Leyen mit Donald Trump vereinbart wurde, das aber noch nicht beschlossen ist. Hat dieses Zollabkommen mit 15 Prozent Zoll als Basiswert aus Sicht des Bundeskanzlers eine Zukunft? Geht der Bundeskanzler davon aus, dass dieser Zollabkommen, das noch in der Ausarbeitung ist, noch beschlossen wird?
Zweitens: Können Sie uns sagen, wie der Bundeskanzler auf Amerika in der jetzigen Verfassung blickt? Ist das noch ein Partner für Deutschland? Ist es eher ein Gegner? Ist es etwas dazwischen? Wie blickt der Bundeskanzler auf die Beziehung zu Amerika?
Kornelius: Der Bundeskanzler ist ein rational denkender Mensch, der keine Stempel auf Beziehungen drückt und auch keine Kategorisierungen vornimmt. Diese Beziehung ist für Deutschland wichtig. Die USA waren über viele Jahrzehnte hinweg ein verlässlicher Partner und sollen es auch weiterhin bleiben. Als sicherheitspolitischer Bündnispartner sind die USA eine Kategorie, eine Größe, die für Deutschland wichtig ist. Deswegen sind wir sehr darum bemüht, dass solche Konflikte nicht entstehen bzw. dass sie abgemildert werden. Es gibt auch ein umgekehrtes Interesse; denn auch das sicherheitspolitische Interesse der USA ist eng verzahnt mit den Partnern in Europa. Die amerikanische Projektionsfähigkeit seiner eigenen Macht wird durch einen verlässlichen Bündnispartner in Europa erweitert. Ich glaube, diese Logik gilt es weiter fortzuschreiben.
Zu Ihrer ersten Frage: Ich glaube, wir alle haben die Nachrichten aus dem Europäischen Parlament zur Kenntnis genommen. Demnach werden, glaube ich, die Abstimmungen über die Verordnungsvorschläge zur Umsetzung der Zollvereinbarung zunächst nicht stattfinden.
Frage: Herr Kornelius, zu Ihren Ausführungen zum Verhältnis Merz-Klingbeil bzw. zu deren Absprachen: Wenn Lescure und Klingbeil nachher ‑ ich glaube, um 15 Uhr ‑ gemeinsam ein Statement abgeben werde, dann ist das auch mit dem Kanzler abgesprochen?
Kornelius: Ich werde Ihnen jetzt nicht erzählen, wer mit wem welche Kommasetzung abstimmt. Das ist doch nicht die Arbeitsweise der Bundesregierung.
Der Kanzler und der Vizekanzler haben ein sehr enges Verhältnis. Sie haben gestern miteinander einige Zeit verbracht und haben intensiv die Lage diskutiert. Sie können sich sicher sein, dass auch die Häuser miteinander im engen Austausch sind.
Das ist also alles im Einvernehmen, aber es wird jetzt keine Kommasetzung überprüft.
Frage: Ich möchte auch nicht nach Kommasetzung fragen, aber noch einmal: Sie sagten, es gebe nicht notwendigerweise schon eine Erpressung, wenn man sagt „Wir lassen uns nicht erpressen“. Tatsächlich hat Herr Klingbeil in einem weiteren Punkt aber noch auf den europäischen Instrumentenkasten verwiesen, mit dem man wirtschaftlicher Erpressung widersprechen könne oder etwas entgegensetzen könne, und hat gesagt, der Einsatz dieser Mittel solle nun geprüft werden. Das bedeutet doch, dass Lars Klingbeil tatsächlich davon ausgeht, dass Trumps Versuche, Strafzölle zu erheben, Erpressungsversuche sind. Oder haben Sie da eine andere Auffassung?
Kornelius: Ich verstehe Ihr Bemühen, verschiedene Vokabeln aus mir herauszupressen, aber ich kann Ihnen da jetzt nicht weiter entgegenkommen. Ich habe Ihnen gesagt, dass die territoriale Integrität Dänemarks nicht zur Disposition steht und dass die Zollandrohungen durch den US-Präsidenten nicht akzeptabel sind. Ich glaube, das ist eine klare Sprache, die der Bundeskanzler genauso auch öffentlich wiederholt hat. Deswegen müssen wir es, glaube ich, dabei belassen.
Zusatzfrage: Der britische Premierminister Keir Starmer hat ‑ ich glaube gestern ‑ mit Donald Trump telefoniert. Hat in ähnlicher Weise zeitnah ein direktes Gespräch des Kanzlers mit Donald Trump stattgefunden oder strebt er ein solches Gespräch an?
Kornelius: Ich hatte vorhin schon einmal zu der Telefonfrequenz des Bundeskanzlers gesprochen und auch darüber, wann wir dazu Auskunft geben und wann nicht.
Frage: Herr Kornelius, ich bin ja manchmal etwas simpel gestrickt und kriege zwei Aussagen von Ihnen nicht übereinander. Die eine, die territoriale Integrität stehe nicht zur Disposition, verstehe ich. Dann sagen Sie: Ich sehe kein Mitgliedsland, das die NATO in Frage stellt. ‑ Wenn aber ein NATO-Mitgliedsland die territoriale Integrität in Frage stellt, sehe ich einen gewissen Gegensatz in diesen beiden Aussagen.
Kornelius: Ich würde Ihrer Prämisse auf jeden Fall widersprechen, dass Sie simpel gestrickt sind; das würde ich nicht so stehen lassen.
Ich glaube, da vermischen Sie die zwei Aussagen. Ich glaube, dass die beiden Bezugsebenen falsch sind. Die territoriale Integrität ist eine nationale Frage, die das Bündnisthema noch lange nicht betrifft. Ich sehe nicht, dass von den USA die NATO infrage gestellt wird. Aber unsere Ebene ist auch die Frage der nationalen Souveränität und der territorialen Integrität, und dazu habe ich Klarstellung genommen. Sie schließen, dass bei einer Verletzung des einen das andere kaputtgeht. Diesen Schluss ziehe ich nicht.
Frage: Herr Kornelius, noch einmal zu den Folgewirkungen dieses Konflikts: Wirtschaftswissenschaftler haben jetzt gefordert, dass die deutschen Goldreserven aus New York zurückgeholt werden sollten, weil die US-Regierung einfach nicht berechenbar ist, wie wir das in den letzten Wochen gesehen haben.
Aus der Union kommt auch schon der Hinweis, dass man einen WM-Boykott als letztes Mittel in Betracht ziehen sollte. Ich hätte ganz gerne gewusst, ob für die Bundesregierung diese beiden Punkte im Moment in den Abwägungen eine Rolle spielen.
Kornelius: Nein, sie spielen keine Rolle.
Zusatzfrage: Beide nicht?
Kornelius: Nein.
Ok das bedeutet die NATO ist intern ein Boxring, aber wehe einer steigt ungefragt von außen hinein. Das hört die Türkei sicherlich gerne und Spanien marschiert morgen bei Gibraltar ein?
„Niemand hat die Absicht, die NATO infrage zu stellen“ (Januar 2026)
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ (Juni 1961)“
Mir schwant da Böses!
[Fairerweise sei dazugesagt: Das korrekte Zitat steht im Text, die Zuspitzung für die Überschrift habe ich vorgenommen. T.W.]
@AoR:
War doch schon immer so? Die Spannungen bzgl (Nord)Zypern sind ja nicht neu, und der (militärische) Konflikt ist nur eingefroren.
Bzgl Gibraltar denke ich ist die Situation nochmal eine andere, da es hier keinen militärischen Konflikt gibt. Aber auch hier hat sich die NATO bisher raus gehalten. Ist nichts neues.
WAS aber neu ist, ist dass die USA als das Hauptland des Bündnisses solche Streitereien anfängt…
Anyhow… Mal sehen…
Niemand hat die Absicht, die NATO zu zerstören! In Berlin wird sich schon wieder verrenkt. Es wird einfach nicht besser.
Die GIUK-Lücke (Grönland/Island/UK) wird doch wohl sinnvollerweise von Island aus per Flugzeug überwacht, alleine wenn man sich die milden klimatischen Bedingungen im Vergleich zu Grönland ansieht und die Position Islands inmitten dieser Lücke, östlich von Grönland.
Wenn ich die 300 km zwischen Nuuk und Kangerlussuaq (im Westen! Grönlands also abseitig der GIUK-Lücke) nicht überbrückt bekomme aus Witterungsgründen, überwache ich auch nichts im Bereich der GIUK-Lücke.
Das ist darüberhinaus schon ein ziemliches Geeier was man in der PK abhält.
Danke für‘s Nachfragen @TW.
Aus einer schriftlichen Mitteilung an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre:
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-brief-norwegen-100.html
Mark Rutte beherrscht die Kunst auf einer Schleimspur zu surfen. Manche nennen ihn auch in voller Bewunderung „Teflon-Rütte“. Doch wie hitzebeständig ist die Teflon-Beschichtung, wenn die Schleimspur schon längst verdampft ist?
Welcher Seite fühlt sich Alexus G. Grynkewich verpflichtet, wenn es zum Schwur kommt?
Wie wird RUS diese Lage ausnützen?
[Ich bevorzuge in solchen Fällen immer eine Quelle möglichst nah am Original…
https://x.com/nickschifrin/status/2013107018081489006?s=20
T.W.]
A news item yesterday said that the Pentagon claims it has put 1,500 active duty Army paratroopers on alert for a potential deployment to Minnesota:
The soldiers are from the 11th Airborne Division, based at Joint Base Elmendorf-Richardson in Alaska, one of the Army’s premier infantry formations and a frontline force in the U.S. military presence in the Pacific, positioned to help deter China. The division is also the military’s leading formation for Arctic warfare.
Formation for Arctic warfare. Nuuk statt Minnesota?
Wieviel Zeit haben die Europäer noch? Zwei Wochen? Vier Wochen? Angesichts des Totalversagens von DK-D-Europäer möchte man sich da fast wünschen, dass es bald vorbei ist (und sich in Grund und Boden schämen).
Vielen Dank, dass sie die Konferenz mit den Original-Aufnahmen dokumentieren und vor Ort sind.
Die Aussagen zur Unabwägbarkeit der territorialen Integrität mit anderen Rechtsgütern einerseits und dann der Rückzug darauf, dass ein Angriff eines Mitglieds auf ein anderes nicht automatisch mit der Frage nach dem Bestand der Allianz zu verknüpfen sei (wenn ich das richtig verstanden habe), das ist schon sehr ausgeprägte Realpolitik. Würde man anstelle der USA und Dänemark stattdessen Türkei und Griechenland einsetzen erscheint die Position nur rational, aber im Falle des potenziellen Aggressors USA…puh, wenn das mal gut geht für uns.
Trump erhöht den Druck?
Erhöhung der Einsatzbereitschaft von Teilen der https://11thairbornedivision.army.mil/ aus Alaska.
„Mission
Die 11. Luftlandedivision führt weltweit Expeditionseinsätze durch, führt domänenübergreifende Operationen im Indopazifik und in der Arktis durch …“ (s. Link.)
„Aufgrund der Befähigung der 11th Airborne Division zum Kampf unter arktischen Bedingungen und den jüngsten Gebietsansprüchen Trumps kam aber auch die Vermutung auf, dass deren Alarmierung in Wirklichkeit eine Besetzung Grönlands vorbereiten solle“ (SuT).
Es besteht allerdings offenbar weder ein Marschbefehl nach Grönland noch Richtung Minnesota, wie in “ Berliner Morgenpost“ spekuliert wurde. Dass aber eine arktische Division gerade jetzt auf den Plan tritt, dürfte eher kein Zufall sein.
Fürs Sonderarchiv: „Die Bundesregierung handelt nie zufällig.“
@TW [19.01.2026 – 15:03 Uhr]
„[Fairerweise sei dazugesagt: Das korrekte Zitat steht im Text, die Zuspitzung für die Überschrift habe ich vorgenommen. T.W.]“
Da ich mir ja die PK ja in Gänze angehört hatte, habe ich anschließend bewusst beim Zitieren auf die Namen der beiden O-Ton-Sprecher verzichtet. ;-) An meiner Meinung zum Sachverhalt ändert dies indes nichts. :-/
@all: Der eine war bekanntermaßen DDR-Staatschef Walter Ulbricht – und zwar am 15. Juni 1961 auf einer Pressekonferenz. Am 13. August 1961, also rund 8 Wochen später, wurde die Berliner Mauer trotzdem errichtet.
@TW: Mögen Sie bitte, bitte die Wahrheit gesagt haben … Bedenke, man kann zwar nicht die Absicht haben, etwas Unkluges zu tun, aber manchmal sind die Rahmenbedigungen doch so, dass das Gegenteil des Gesagten doch eintrifft – manchmal auch ganz ohne sein eigenes Zu-Tun. :-/
Offensichtlich hat der Zirkel um Trump sich auf ein wording verständigt , das bereit ist die Allianz zu opfern.
Sich den dementen narzistischen Motiven zu nähern ist wie schon zuvor bereits gesagt wurde – durch.
Also massive Sanktionen gegen die Tech KOnzerne und Präsenz zeigen.
Die DSK sucht schließlich verzweifelt nach einer Aufgabe.. Und arktische Temperaturen könnten so manches Falli Gemüt wieder auf normal bringen. (Ironie aus)
Das schlechte Wetter in Grönland hat offensichtlich sein Ende gefunden, weitere Dänische Einheiten sind heute auf dem Weg nach Kangerlussuaq….
„On Monday, Danish broadcaster TV2 reported on the basis of Defence Ministry information that Denmark would send more combat troops to Greenland. While the precise number was unknown, it was reported to be a „considerable contribution,“ the broadcaster said.
TV2 said the new troops would arrive at Kangerlussuaq, some 300 kilometres to the north of the island’s capital at Nuuk on Monday. Army chief Major General Peter Boysen would accompany the deployment, the report said.“
Wenn der Chief vom Army Command mit auftritt, ist das wohl nicht bloß Leben im Felde, sondern eine gewiße Außen- und Innenwirkung beabsichtigt.
[Der Link geht leider auf eine ganz andere Geschichte; habe den deshalb mal rausgenommen; aber dazu von Danmarks Radio:
Armeechef Peter Boysen ist mit im Flugzeug nach Kangerlussuaq
Das Verteidigungsministerium bestätigt gegenüber DR, dass Armeechef Peter Boysen mit den dänischen Soldaten im Flugzeug nach Kangerlussuaq in Westgrönland sitzt.
Er ist der Chef der Armee.
Laut dem Verteidigungskorrespondenten von DR, Mads Korsager, sendet die Anwesenheit des Heereschefs ein klares Signal.
„Normalerweise hat ein dänischer Heereschef in Grönland nicht viel zu tun, da dort nicht seine normalen Aufgaben liegen“, sagt er.
Das Flugzeug wird voraussichtlich heute Abend landen.
(übersetzt mit deepl.com)
https://www.dr.dk/nyheder/indland/groenland/live-storpolitisk-drama-mellem-usa-danmark-og-groenland
T.W.]
Strikte Abgrenzung der Kanadier von der U.S. Position.
„Der kanadische Premierminister Mark Carney erwägt die Entsendung von Truppen der kanadischen Streitkräfte (CAF) nach Grönland angesichts der Besorgnis über die Grönland-Ankündigung der USA …“
https://canadiandefencereview.com/canada-to-consider-sending-caf-troops-to-greenland-after-u-s-tariff-threats/
Mit Blick auf die Geografie der Nordhalbkugel muss nicht nur an Europäer (EU/nicht EU) hinsichtlich Grönland gedacht werden, sondern natürlich bestehen dort genuine kanadische Interessen: die Nordwest-Passage westlich Grönland führt durch kanadische Gewässer. Ein Seegebiet übrigens, in dem die USA mangels Eisbrecherkapazität auf Hilfe des Nachbarn angewiesen sind. Washington besitzt davon ganze zwei, hat jüngst 11 Schiffe in Finnland geordert.
@BS
Ich finde so Begriffe wir „Totalversagen“ nicht wirklich hilfreich.
Macht man zu wenig, ist es Totalversagen. Macht man zuviel, und steht vor einem Scherbenhaufen, dann ist es, sie können dreimal raten, Totalversagen.
So sehr ich es für geboten erachte, hier Grenzen aufzeigen, so sehr möchte ich hier aber auch nicht in der Haut derjenigen stecken, die das entscheiden müssen.
Gute Idee von T.W. den Grönlanteil der Bundespressekonferenz im Audio zur Verfügung zu stellen.
Auch wenn im Vorfeld nicht zu erwarten war das Besoldungsgruppen unterhalb der Ministerebene erfrischend neue Details ans Licht bringen, fand ich allein die letzten beiden Fragen ( das man die überhaupt stellen sollte ) im Rahmen der derzeitigen Gesamtsituation erschreckend:
1.) „Ich sehe kein Mitgliedsland, dass die NATO infrage stellt“ als Antwort auf die kritische Nachfrage von T.W.
2.) Hat die Möglichkeit die Fußball-WM zu boykottieren eine Rolle gespielt ?
Die erste Frage hätte ich als Nachfrage auch gestellt. Und die Antwort auch erwartet. Aber wer kritischen Fragen stellt bekommt in sehr seltenen Fällen manchmal eben auch Antworten mit denen nicht zu rechnen war. Bestes Beispiel ist „Schabowskis Zettel in der berühmten Pressekonferenz im November 1989 die zum Fall der Mauer führte…
@BongoKing: Und der Nutzen gemeinsamer Verteidigung überwiegte einer militärischen Austragung der Konflikte. Also rein zynisch betrachtet. Anbei:
Artikel 1
Die Parteien verpflichten sich, in Übereinstimmung mit der Satzung der Vereinten Nationen, jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sind, auf friedlichem Wege so zu regeln, daß der internationale Friede, die Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar sind.
Artikel 2
Die Parteien werden zur weiteren Entwicklung friedlicher und freundschaftlicher internationaler Beziehungen beitragen, indem sie ihre freien Einrichtungen festigen, ein besseres Verständnis für die Grundsätze herbeiführen, auf denen diese Einrichtungen beruhen, und indem sie die Voraussetzungen für die innere Festigkeit und das Wohlergehen fördern. Sie werden bestrebt sein, Gegensätze in ihrer internationalen Wirtschaftspolitik zu beseitigen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen einzelnen oder allen Parteien zu fördern.
Artikel 3
Um die Ziele dieses Vertrags besser zu verwirklichen, werden die Parteien einzeln und gemeinsam durch ständige und wirksame Selbsthilfe und gegenseitige Unterstützung die eigene und die gemeinsame Widerstandskraft gegen bewaffnete Angriffe erhalten und fortentwickeln.
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty?selectedLocale=de
@doc am 19.01.2026 um 16:54 Uhr:
„Offensichtlich hat der Zirkel um Trump sich auf ein wording verständigt , das bereit ist die Allianz zu opfern.“
Dieser Trumpel im Weißen Haus und seine Entourage stellen die NATO ganz offensichtlich in Frage, das sehe ich genauso. Lediglich unsere Bundesregierung verschließt davor noch immer die Augen, weil sie ohnehin keine Machtmittel hat diesen amerikanischen „Partner“ zur Räson zu bringen.
Stoppen können DJT nur die Amis selber und das dürfte dann sehr böse für ihn enden. Hoffentlich handeln die „adults in the room“ entschlossen, bevor dieser Größenwahnsinnige noch mehr irreparablen Schaden für sein Land und die gesamte „westliche Welt“ anrichtet.
In der jüngeren Geschichte ist kaum ein Diktator eines natürlichen Todes gestorben. Das lässt auch mich noch hoffen.
@ Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) 19.01.2026 um 17:13 Uhr
> Eisbrecherkapazität: Washington besitzt davon ganze zwei, hat jüngst 11 Schiffe in Finnland geordert.
Mehr dazu hier: https://www.bbc.com/news/articles/c0q48d71ke8o
Aus dem BBC-Artikel entnehme ich, dass 4 Eisbrecher von den Finnen gekauft werden sollen, und 7 in den USA gebaut werden sollen mit Hilfe aus Finnland. Ob der Deal schon in trockenen Tücher ist, kann bezweifelt werden, denn die Finnen sind klug genug, es sich nicht mit den Dänen zu verscherzen.
@AoR
Ich muss zugeben, dass ich die Unfreundschaft zwischen Griechenland und Türkei ganz aus den Augen verloren habe.
@ T.W. Sie haben sich ja bei NTV zum Thema EU geäußert. Wieviele EU- Battle Groups gibt es und was machen die? Bestehen die nur auf dem Papier? Wie will man den Beistandsverpflichtungen nachkommen? Hofft man bei der EU, die nicht zu brauchen?
Wir brauchen keinen Partner, der uns ein Messer in den Rücken rammt, während er uns vorher freundlich angelächelt hat.
Das Vertrauen ist hin.
Für die EU ist es gut, weil sie dadurch schneller wachsen wird, als gedacht.
Siehe Island, Grönland, Ukraine, GB…
Die Fragesteller sind hier ausdrücklich zu loben. Mal keine langweilige Bundespressekonferenz. Dass die Regierungsvertreter nicht die Wahrheit sagen und bestreiten, dass Trump die Nato in Frage stellt, ist ein großer Fehler und ein Beleg, dass der Kanzler seinen Amt nicht gewachsen ist(zu komplex)! Der Finanzminister war hier wenigstens etwas ehrlicher. Die Rückholung der Goldreserven & Absage Fussball Weltmeisterschaft sollte selbstverständlich sein! Wichtiger wäre natürlich sofort eine Nachfolge EVG oder WEU für die Gehirntote NATO dank Trump in Europa zu gründen.
Mal ein Gedanke.
Was wäre denn, wenn sich Dänemark, mit Hilfe der europäischen NATO-Partner, auf eine Invasion Seitens China, mit den Mitteln die man hat, vorbereitet.
Was wären das für Mittel? Z.B.:
See Minen.
Machen so eine Invasion schon deutlich unkalkulierbarer. Eine Havarie im Eismeer ist bestimmt noch viel schwerer zu Lösen, als bei uns in der Nordsee. Zudem kann man neben den Haufen mit den Echten, auch einen Haufen mit Attrappen legen. Die sehen für den chinesischen Sateliten nahezu gleich aus.
oder
Björn allein zu Haus spielen, bzw. bie der Menge der Truppen vor Ort „flunkern“.
Ich weiß ja nicht, wie man aus der Ferne die Truppenstärke ermittelt. Aber es ist vielleicht möglich, hier für eine gewisse Übertreibung zu sorgen. Und wenn es Pick-Ups mit Attrappen sind.
oder
Möglicherweise ist ein U-Boot vor Ort. Wer weiß das schon so genau wo es ist, und von wem es kommt.
Solcherlei Maßnahmen verunsichern ja auch vielleicht den Russen, oder wer weiß sonst noch wenn.
Zwei Gedanken:
1. Die Frage nach der WM-Beteiligung ist vordergründig nebensächlich oder dramatisierend. Meines Erachtens zeigt sie allerdings auch, wie wenig sich die Bundestegierung realistisch mit der Bedrohung durch Trump auseinandersetzt. Denn mal andersherum: Wenn Trump tatsächlich Grönland gewaltsam annektiert oder sich mittels erpresserischer Drohungen aneignet, dann ist doch eine Teilnahme der Europäer an einer Veranstaltung in einem Feindstaat völlig undenkbar. Und das ist nur der geringste Teil notwendiger Konsequenzen.
2. Anders als viele vermeintlich vernünftige Kommentstoren schreben: Die Dänen werden bei einer möglichen gewaltsamen Aktion der Amerikaner kämpfen und schießen – und das auch müssen. Sonst läuft es wie bei der russischen Krimbesetzung. Da die Ukrainer sich nicht gewehrt haben, können heute noch Leute behaupten, die Krim wäre per Referendum friedlich und rechtmäßig an die Russen gegangen. Genau das befürchte ich auch, wenn sich die Europäer nicht wenigstens symbolisch wehren. „War doch alles in Ordnung, sinnvoll, nicht so schlimm…“ Dann wird Trump uns Europäer immer weiter fertigmachen.
Wenn Europa wieder klein beigibt, wenn wir uns sogar schon von Alliierten ins Bockshorn jagen lassen, hat es die NATO auch nicht verdient.
@ ad astra
Akzeptiert. Eine vorsichtigere Wortwahl ist angemessen.
Dass DK den Armeechef nach Grönland beordert ist ein positives Zeichen.
@Dünnes Eis
„October 2025, the United States entered into a major agreement with Finland to acquire up to 11 medium-sized Arctic security cutters (icebreakers) for the U.S. Coast Guard, with the first vessels to be built in Finnish shipyards. …
Deal worth $ 6,1 billion“.
⬇️ Wie oben.
https://www.bbc.com/news/articles/c0q48d71ke8o
Dass die Finnen von Bau und Verkauf zurücktreten, ist derzeit nicht erkennbar. Kritik war allerdings an ggf unzureichender Leistungsfähigkeit von „medium-sized“ Eisbrechern zu lesen.
Kennt sich dazu jemand aus?
Wenn Trump ernst macht und einfach ein Exportstop von LNG verhängt sieht Europa ziemlich nackt aus. Dann müssen wir bei Putin betteln gehen, uns über Nordstream 2 mit Gas zu versorgen.
Europa hat keine Druckmittel gegen die USA!
@ Jan Peter Brodersen
Wenn Sie meinen… aber dennoch bleiben wir bei den Fakten:
Marktanteile und Marktwerte (in Mrd. Kubikmeter) verschiedener Gaslieferanten der EU im Jahr 2024
Norwegen: 33,4 % – 91,1 Mrd. m³
Vereinigte Staaten: 16,5 % – 45,1 Mrd. m³
Algerien: 14,4 % – 39,2 Mrd. m³
Russland (Pipeline-Gas): 11,6 % – 31,6 Mrd. m³
Russland (LNG): 7,3 % – 20 Mrd. m³
Vereinigtes Königreich: 4,3 % – 11,7 Mrd. m³
Aserbaidschan: 4,3 %, – 11,7 Mrd. m³
Katar: 4,3 % – 11,7 Mrd. m³
Andere: 3,9 % – 10,6 Mrd. m³
Quelle: Europäische Kommission auf der Grundlage von ENTSOG und LSEG
https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/where-does-the-eu-s-gas-come-from/#0
@ Closius, 19.01.2026, 20:40 Uhr:
„…Dass die Regierungsvertreter nicht die Wahrheit sagen und bestreiten, dass Trump die Nato in Frage stellt, ist ein großer Fehler und ein Beleg, dass der Kanzler seinen Amt nicht gewachsen ist(zu komplex)!…“
Interessante Ableitung, die ich zum Einen nicht nachvollziehen und zum Zweiten nicht teilen kann, bzw. will. Bei Licht besehen, ist es das gleichen diplomatisch hinreichend ungenaue Geschwurbel, wie immer.
Die Goldreserven zurückholen, nur dann, wenn wir keine entsprechenden US Wertgegenstände im Besitz hätten, die den USA auch weh tun könnten, was zu untersuchen wäre. Teilnahme an der WM absagen, kann man machen, stellt sich die Frage, ob es DJP „weh tun“ würde, oder eher völlig sinnfrei als „Symbolpolitik“ verpuffen würde.
Viel wichtiger ist es aus meiner Sicht, die vernünftigen US Amerikaner (ja, die gibt es, es sich längst nicht alle US Bürger „Trump-Fans“) in Ihrer Ansicht zu stärken.
@ Jan Peter Brodersen
Unsere Reserven sollten bis zum Ende des Winters reichen. Damit ist das Druckmittel sehr geschwächt.
Ich hoffe, dass Flinten-Uschi dieses eine Mal hart bleibt und die EU den LNG-Deal mit den USA einseitig absagt.
@T; Wiegold, Jan-Peter Brodersen
Man muss die Zahlen beim Gas im Kontext betrachten. Wenn die Versorgung aus den USA bei niedrigen Speicher-Füllständen wegfällt, dann hätte Russland spätestens im nächsten Winter ein sehr wirksames Druckmittel gegen Europa.
Auf anderen Gebieten sind die Abhängigkeiten von den USA aber noch wesentlich größer, während umgekehrt kaum amerikanische Abhängigkeiten von Europa bzw. nur auf nachgeordnet wichtigen Gebieten bestehen. Hier sitzen die Amerikaner (ebenso wie militärisch) am längeren Hebel.
Allerdings haben in den USA wesentliche Akteure immer noch ein Interesse daran, dass die europäische Gegenküste Teil amerikanischer Allianzen ist. Bislang zahlt Europa einen hohen Preis dafür, dass es sich gegenüber China und Russland auf Seite der USA positioniert. Eine äquidistante Positionierung würde die europäische Position gegenüber den USA stärken, und die Drohung damit ist eines der wenigen wirksamen Druckmittel, über die Europa gegenüber den USA aktuell verfügt. Allerdings hätte auch das seinen Preis.
Es dürfte in so mancher Hinsicht einen Unterschied machen, ob Trump Grönland kampflos einnehmen könnte – oder US-Soldaten zur Einnahme gegen dänische bzw. NATO-Soldaten kämpfen müssten.
Will sagen: Wenn Truppen vor Ort sind, die tatsächlich Widerstand leisten würden, wären Risiko und Hemmschwelle für Trump gewiss höher.
Trump wurde möglicherweise schlecht informiert über den Grund der europäischen Truppen auf Grönland, sagte er zu Hr. Starmer…
Ab 0:17
https://www.youtube.com/watch?v=mppJaqQKflY
Sofern das tatsächlich irgendjemand in unserer Führung glaubt,
muss der Schluß folgen, dass es mit US Intelligence wohl nicht so weit her sein kann, wenn aus NATO-Gremien die Infos schon nicht bis zum Präsidenten kommen….
@ORR
Das Problem ist, daß Merz nun den Franzosen in den Rücken fällt mit seiner Wahrnehmung einer „komplexen Lage“ und seinem Deeskalationsansatz. Dabei hat Trump 200% Zoll auf bestimmte französische Waren angedroht da FRA sich bzgl. des Trump’schen „Rates des Universums“ zurückhaltend geäußert hat.
Trump – TACO (oder dieses Mal auch nicht), Merz – MACO
Ich möchte mal etwas Positives hervorheben: wie großartig, dass es bei uns solche Pressekonferenzen gibt, bei denen die Regierungsvertreter sich schwierigen Themen und Fragen stellen müssen, und sie nicht einfach Herrn Wiegold wegen zu kritischer Fragen rauswerfen oder nicht zu Wort kommen lassen.
Ich denke es ist nicht hilfreich jetzt auf unsere „Leader“ einzudreschen, denn wir haben erstmal nur diese und bessere sind für mich nicht in Aussicht.
Das Verhalten von Trump ist schlicht irre, ggf. ist es geschauspielert und soll diese Wirkung haben, aber es bleibt unberechenbar, irrational und wirkt auf mich tatsächlich zunehmend krankhaft. Sogar in Moskau sollten so langsam Falten auf der Stirn entstehen.
Eigentlich sollte man sich seinen Ergüssen gar nicht jeden Tag hingeben und es kann auch nicht das Ziel sein hier jede seiner „Truths“ zu kommentieren.
Aber bitte schauen Sie sich an was dieser POTUS in den letzten Stunden an Inhalten zum Friedensnobelpreis, dem „eingemeindeten“ Nord- und Mittelamerika und offenbar geleakten (?) Nachrichten von Macron und Rutte abgesetzt hat.
Das ist die Lage — gestern las ich den treffenden Begriff „Gehirnschande“ — mit der die umgehen müssen. Und wir sehen nur Ausschnitte des Wahnsinns.
Unbenommen davon teile ich die Kritik an unserem Auftreten, weil es schwach wirkt und die Ergebnisse für unsere Sicherheit bisher unzufriedenstellend sind.
Wait & see. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nach Davos der Sturm vorbei ist. Trump hat feststellen müssen, dass er in Europa da auf Granit beisst, und er sieht, dass in den USA nur wenig Support für diese schräge Idee (und insbesondere für die damit einhergehenden Weiterungen) vorhanden ist.
Das Rülpsen mit den Zöllen war schon von Verzweiflung geprägt, hat natürlich nicht funktioniert – nun sucht er einen Ausgang.
Ist aber schon interessant, welche Subtöne hier in den Kommentaren durchscheinen. So richtig tief im Westen sind auch nicht alle verortet …
@Bravo November: LNG ist eine globale Handelsware und derzeit kommen diverse neue, große (F)LNG-Terminals auf den Markt. SEFE hat z.B. eine langfristige Vereinbarung über 2 Millionen Tonnen LNG ex Argentinien ab Ende 2027 kurz vor Weihnachten geschlossen. Die Abhängigkeit von den USA diesbezüglich ist deutlich geringer als viele glauben. Und wie so häufig: final ist es eine Frage des Preises. Wenn wir mehr zahlen, dann kommen auch mehr Spot-Mengen zu uns. Unabhängig davon wäre ich sehr dafür, wenn wir die deutsche Nordsee noch einmal systematisch aufsuchen würden um zu klären, ob wir tatsächlich keine förderwürdigen Gasvorkommen haben. Die Seismik hat sich seit den 1970/80ern doch deutlich weiterentwickelt.
@Closius: Die Bundesregierung hat ihren Unmut gegenüber den USA offen geäußert, versucht aber parallel, den Topf nicht zu sehr überkochen zu lassen. Kann auch ein gut abgesprochenes Bad European, Good European-Spiel sein, war aktuell vorgetragen wird. Bundeskanzler Merz gehört noch zu denen, die den besten Draht ins Weiße Haus haben, entsprechend ist er auch derjenige, der eine mäßigende Position einnehmen sollte. Allen ist klar, dass jeglicher Kompromiss, wie auch immer er aussehen könnte, ein Spiel auf Zeit ist. Aber genau darauf läuft es doch hinaus: je mehr Zeit wir uns als Europäer erkaufen, umso stärker können wir uns unabhängig(er) machen. Und eines brauchen wir alle gewiss nicht: noch mehr „geöffnete Baustellen“ als Ukraine, Iran, Israel/Gaza, …
Das soll ganz bewusst nicht als Appeasement verstanden werden. Sondern meiner Ansicht nach als Versuch, die Zahl der zu bearbeitenden Projekte (oben genannt Baustellen) auf eine vertretbare und tatsächlich noch umsetzbare Größe zu begrenzen. In der Unternehmenswelt würde man sowas als „Priorisierung“ bezeichnen. Probleme zu schaffen ist halt einfacher als sie zu lösen.
Ein CNN-Artikel mit einigen vielsagenden Hintergrundinfos:
https://edition.cnn.com/2026/01/19/politics/military-greenland-trump-denmark-nato
AUSZÜGE:
„
Around the midway point of his first term in office, Trump began asking an usual question of his myriad acquaintances and advisers: Did they think the United States should purchase Greenland?“
„ Ronald Lauder, the billionaire cosmetics heir who has known Trump for decades, is among those who first raised the idea with him, former officials said.“
[Wenn ohnehin der Text verlinkt ist, besteht keine Notwendigkeit, unter Verletzung des Urheberrechts einfach alles was man möchte hier reinzukopieren. T.W.]
MACO kann der Kanzler sich nicht leisten. Seine Rede in Davos wird als defining moment erwartet.
@Thomas Becker am 20.01.2026 um 11:32 Uhr:
„Wait & see. …“
Das gegen- und widerwärtige Großmaul im Weißen Haus ist nicht AMERIKA, aber viel zu viele dort haben ihn ins Amt gehievt.
Ich habe jedoch noch Hoffnung, dass sie ihn spätestens dann „ersetzen“, wenn sie selber nicht mehr bereit sind, die desaströsen Konsequenzen seines gesetzeswidrigen Handelns im eigenen Umfeld bzw. im Geldbeutel merken.
Dann finden sich hoffentlich auch couragierte Leute aus seinem inneren Zirkel, die diesem irrlichternden Schwachkopf Einhalt gebieten.
Wir brauchen Amerika, aber keinen König Donald!
Ganz so hilflos ist die EU auch nicht.
Auch die USA haben strategisch relevante Abhängigkeiten von europäischen Gütern, Technologien und Dienstleistungen, aber sie sind anders gelagert als die europäische Abhängigkeit von US-Plattformkonzernen. Während Europa vor allem bei digitalen Plattformen, Cloud, Betriebssystemen und Datenökosystemen abhängig ist, sind die US-Abhängigkeiten stärker bei hoch spezialisierten industriellen Schlüsseltechnologien und Vorprodukten.
Halbleiterindustrie – Europas kritischster Hebel:
ASML (Niederlande) ist de facto Monopolist für EUV-Lithografiemaschinen, die für modernste Chips (≤7 nm) zwingend notwendig sind. -> ohne ASML = keine High-End-Chips von TSMC, Intel.
Viele Hochtechnologiebranchen in den USA hängen von europäischen Vorprodukten ab, etwa Chemikalien für Halbleiterfertigung, Fotolacke (Photoresists), hochreine Gase, Batteriematerialien. Diese Stoffe sind oft hochreguliert, schwer substituierbar und jahrelang qualifiziert in Produktionsprozessen.
Europa ist digital abhängig, aber ohne europäische Industrie können die USA ihre Technologie nicht bauen.
UK und Mauritius bzw. Diego Garcia kommen auch dran:
„ Trump said: „Shockingly, our ‚brilliant‘ NATO Ally, the United Kingdom, is currently planning to give away the Island of Diego Garcia, the site of a vital U.S. Military Base, to Mauritius, and to do so FOR NO REASON WHATSOEVER.“
https://www.bbc.com/news/articles/c0mkp021rvro
Allerdings hat jemand aus dem Kreis der erleuchteten vergessen, die Meldung aus Mai 2025 zu löschen in der US in Gestalt von Rubio, das Ganze noch gelobt haben:
https://www.state.gov/u-s-support-for-uk-and-mauritius-agreement-on-chagos-archipelago
Unwissenheit ist Stärke, Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei.
Willkommen in „1984“, oder 1933.
Die NATO mit USA ist tot, es wollen nur zahlreiche Führungspersonen noch nicht wahrhaben.
@Brainstormer: Alle Tiere sind gleich, …
Gavin Newsom (Gov-D-Cal) hat uns etwas mitzuteilen.
https://youtu.be/DcESKAYTzng
@ Brainstormer Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Trump kritisiert Abkommen, die er selbst unterschrieben hat. Der Mann ist ein Schulhofschläger.
11th Airborne Division Anchorage, Alaska (Arctic Forces) – 2 Infantriebataillone sind in Alambereitschaft um nach „Minnesota“ verlegt zu werden. Die „Air Quotes“ kommen von Malcolm Nance, Wikipedia : „Nance ist Experte für Nachrichtendienste und Terrorismus“ wäre ich erst einmal geneigt, die „Air Quotes“ für „Minnesota“ (-> Greenland) nicht gleich für Bullshit oder Click Bait zu halten, Nächste Eskalationsstufe oder sehr lautes Säbelrasseln oder nicht viel bis gar nichts dran? In Minnesota haben wird die Sache mit ICE und Protesten und da ist es winterlich, aber „Arctic Forces“ braucht man da glaube ich nicht… Weiß jemand was darüber?
@Alfred Maynard
Genau u.A. die Laser von Trumpf und die Optiken von Zeiss in eine Liste der strategische Güter aufnehmen.
Export nur noch nach Genehmigung durch den BSR, Mit Endverwenderklausel zzgl Einschränkung für wen man damit fertigt.