Mehr Zivilschutz wagen: Szenario zu möglichem Chemiewaffenangriff – mit düsteren Aussichten
Ganz offiziell hat die Bundesregierung dem Bundestag eine Risikoanalyse Einsatz chemischer Kampfstoffe vorgelegt, die zu ernüchternden Ergebnissen kommt. Bei einem gezielten Einsatz mit Chemiewaffen auf wichtige Logistiknoten in Deutschland, so das trockene Ergebnis, wären Zehntausende Menschen betroffen, mehrere Tausend würden sterben – auch wenn die Versorgung der Bevölkerung großflächig nicht betroffen wäre. Um dafür vorzusorgen, sei ein Umdenken in der Vorplanung für den Bevölkerungsschutz nötig.
Die Untersuchung wurde als Bundestagsdrucksache (21/3600) veröffentlicht. Aus der Zusammenfassung:
In diesem Szenario kommt es zu einem militärischen Aufmarsch eines Aggressors an den östlichen Grenzen des NATO-Bündnisgebietes und als Reaktion darauf zu einem Aufmarsch von NATO-Kräften. In dieser Phase verübt der Aggressor drei Anschläge mit chemischen Kampfstoffen auf militärisch bedeutsame Logistikknotenpunkte in Deutschland. Angenommene Anschlagsorte sind ein Seehafen, ein Rangierbahnhof und ein Materialdepot der Bundeswehr. Ziel der Anschläge ist es, die Drehscheibenfunktion Deutschlands und somit den Aufmarsch alliierter Truppen an der Bündnisgrenze zu behindern. Zum Einsatz kommen der Nervenkampfstoff VX sowie der Hautkampfstoff Schwefellost. (…)
Der Anschlag auf dem Hafengelände verursacht durch die Art der Ausbringung und die zum Einsatz kommende Menge des Nervenkampfstoffes VX den weitaus größten Teil der verletzten und verstorbenen Personen. Insgesamt versterben in Folge der Anschläge innerhalb der ersten 15 Stunden mehr als 8.500 Personen. Mehr als 33.500 weitere Personen werden zum Teil schwer verletzt, so dass in der Folge mehrere tausend Personen intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Es kommt über Tage und Wochen zu mehreren hundert weiteren Todesfällen. Zudem reichen die bestehenden Betten- und Behandlungskapazitäten in deutschen Krankenhäusern bei Weitem nicht aus, um die hohe Anzahl verletzter Personen intensivmedizinisch zu versorgen.
Am Rangierbahnhof kommt es nach der Ausbringung des Hautkampfstoffes Schwefellost zu vier Toten und etwa 400 Verletzten. Da die Symptome zeitverzögert auftreten, kommt es zu Kontaminationsverschleppungen bis in weite Teile Deutschlands. Am Materialdepot der Bundeswehr wird die Ausbringung von VX schnell erkannt, so dass sich nur eine geringe Anzahl von Mitarbeitenden kontaminiert.
Viele zehntausend Personen sind unmittelbar oder mittelbar von den Ereignissen betroffen. Für sie müssen Unterkünfte bereitgestellt werden, in denen sie versorgt und psychosozial betreut werden. Das Szenario übersteigt
alle bisherigen Ereignisse bei Weitem, weshalb der Bevölkerungsschutz und insbesondere der präklinische und klinische Medizinische CBRN1-Schutz vor besondere Herausforderungen gestellt werden.
Obwohl bei den Anschlägen zwei bedeutende Logistikknotenpunkte betroffen sind, zeigen Modellierungen der Verkehrsströme, dass trotz des zeitweisen Ausfalls nicht mit relevanten Auswirkungen auf die bundesweite Ver-
sorgung der Bevölkerung und den Host Nation Support zu rechnen ist.
Die Erfahrungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hätten gezeigt, dass viele Konzepte des Bevölkerungsschutzes für Gefahren im Frieden entwickelt worden seien und in einem Kriegsfall nicht ausreichten, heißt es in der Unterrichtung. Dafür seien unter anderem festgelegte Ziele für den angestrebten Schutz, aber auch hinreichende Finanzierung sowie Aufklärung und Ausbildung der Bevölkerung für solche Fälle nötig.
Die Detailempfehlungen in der Unterrichtung sehen sowohl für den Gesetzgeber als auch für die Verwaltung zahlreiche einzelne Maßnahmen vor. Eine davon fällt auf, weil sie weit über das genannte Chemiewaffen-Beispiel hinausgeht und einen verbreiteten öffentlichen Irrtum zum Ziel hat – nämlich die Einschätzung, die Hilfsdienste in Deutschland seien durch ihre zahlreichen Ehrenamtlichen doch ausreichend gewappnet:
Bundesweite, organisationsübergreifende, regelmäßig aktualisierte
Erhebung der Mehrfachverplanungen und Mehrfachassignationen von
Einsatzkräften in der Gefahrenabwehr, dem Zivil- und Katastrophenschutz,
Polizei, Reserve der Bundeswehr und Mitarbeitenden weiterer KRITIS,
sowie Schaffung der gesetzlichen und technischen Möglichkeiten hierfür
Denn noch immer weiß keiner so recht, ob der ehrenamtliche Rettungssanitäter nicht zugleich zum Beispiel entscheidender Mitarbeiter in einem Energieunternehmen und auch noch Reservist der Bundeswehr ist – und wo er im Kriegs- oder Krisenfall zu finden ist.
Spannend auch die weiteren Bereiche, die jetzt untersucht werden sollen:
An den Forschungen zur substrategischen Kernwaffe (als wohl „taktischen“ Kernwaffe), wurde schon begonnen. Zufälligerweise ein Feld, indem Russland gut ist. Europa aber nicht. Klingbeil hat ja kürzlich wieder die Beteiligung an den französischen Kernwaffen ins Spiel gebracht, Da sowohl F als auch GB aber „nur“ strategischen Nuklear-Wumms besitzen, sollte dann vielleicht noch die taktische Eskalationsstufe bedacht werden.
Wie sieht’s eigentlich mit dem Cyberraum aus? (Paar Kraftwerke hacken usw usf.) Dobrindt hat ja vor ein paar Tagen auch von Hackbacks im Ausland fantasiert. In Anbetracht der teils enorm schwierigen Attribution von Cyberattacken ein für Deutschland unerhört waghalsiges Vorgehen. Weiß er natürlich und es war nur die übliche CSU-Polterei? Aber wäre dann rein hypothetisch auch die Bundeswehr bei so einem Abenteuer dabei oder wer würde sowas dann machen?
Gute Idee über den C-Teil der ABC-Waffen mal nachzudenken.
Russland war da immer schon skrupellos.
Wie hier zu sehen:
https://www.deutschlandfunk.de/bundesregierung-wirft-russland-verstoss-gegen-chemiewaffen-uebereinkommen-vor-104.html
steigt die Intensität auch im Ukraine-Krieg. Beginnend mit Tränengas sind die jetzt bei Chlorpikrin mit stärkerer Wirkung ( im Nazi-Jargon „Grünkreuz“ genannt ).
Das Problem ist die Machtlosigkeit anderer Parteien bei solchen Einsätzen, bisher zwar nur tränengas-artig, könnte sich aber auch noch lokal in Richtung VX-Nervengas entwickeln.
Das wäre immer noch unter der atomaren Eskalationsschwelle. Dauert der Ukraine-Krieg noch länger, wer weis…
Russland hatte mal eine Interkontintalrakete ( die SS-18 Satan ) im Arsenal mit einem C-Waffen-Sprengkopf. 1900 kg VX-Nervengas in verdickter Form. Das reicht theoretisch für über 100 Millionen Tote bei Aufnahme über die Haut, schauder..
Eines hat grossflächige Nervengas-Verseuchung mit der Explosion einer Atombombe gemeinsam:
Die Anzahl der Schwerverletzten ist nicht beherrschbar, die Reaktion der betroffenen Regierung ebenfalls. Eskalation fast garantiert…
In den offiziellen Planungen wird eigentlich immer auf solche unbeherrschbaren Szenarien verzichtet eben da sie ja nicht beherrschbar sind.
Das gilt insbesondere für den Fall Atombomben-auf-Millionenstädte. Gibts nur im Kino mit dem bekanntesten Beispiel the-day-after.
Einsätze mit Nervengas in Granatenform sind aber durchaus denkbar. Die Planung der Massnahmen also auch.
Im kalten Krieg hatten die Amerikaner übr. sehr viele solcher Granaten in Depots in Deutschland gelagert, die wurden bis Anfang der 1990er abtransportiert und vernichtet. Ein Freund von mir war damals als Wehrpflichtiger in ABC-Schutzausrüstung dabei…
PS:
B-Waffen ( „biologisch“ ) werden von Militärs meist als ungeeignet betrachtet ( Witkung stark verzögert, schwierige Verteilung ).
Bei EMP-Waffen gehen die Meinungen auseinander, die gibts grossflächig atomar und kleinflächig auch ohne…
(Vorsicht, viel Text)
Bei ähnlichen Aufregern vermeintlicher bzw tatsächlicher Unzulänglichkeiten in Rüstung allgemein, konkret aber zurecht häufig bei Ausstattung und Ausrüstung der Truppe, wird rasch darauf verwiesen, bis zur Wende konnten und hatten wir das alles.
Es wäre alles lediglich eine Frage von Finanzierung und Personalaufwuchs zur Wiederherstellung benötigter „alter“ Fähigkeiten.
Für den Gesamtbereich ABC-Abwehr/CBRN (Chemisch/Biologisch/Radiologisch/Nuklear) gilt das allerdings nicht!
Die Einstellung zu allen Herausforderungen bei ABCAbw waren zu oft, auch bis 1989, von Halbherzigkeit bis hin zu Ablehnung gekennzeichnet. Zwar waren die S3StOffz/stvBtlKdr alle ABCAbwStOffz in Zweitfunktion, das war es dann aber auch schon. Die Kompanien/Batterien bildeten gerade noch ihre KpTrpFhr, ebenfalls in Zweitfunktion, an der ABCAbw/SE Schule aus.
Der alltägliche Umgang mit ABC beschränkte sich auf das (ungeliebte) Tragen der Schutzausrüstung und die Dichtigkeitsprüfungen, häufig wegen Versorgungsschwierigkeiten für Prüfstoffe erschwert. Überprüfungen mit und der Einsatz von CS-Reizstoffen wurde verboten. In Gefechtsübungen fand ABCAbw in der Regel nicht statt. Die Schutzbauten BW50 nach 1955 neu errichteter Kasernen, führten nach wenigen Jahren ein erbarmungswürdiges Dasein.
Ursache des Ganzen, womit ich mich weit in die Spekulation hinein begebe,
1. liegt m.E. in den Erfahrungen des „Gaskrieges“ der Westfront im I. WK, der nicht nur Betroffene traumatisiert zurückließ, sondern auch die „Heimatfront“ erfasste,
2. Hitler selbst war am 14. Oktober 1918 bei Ypern in einen britischen Angriff mit Gelbkreuz geraten und „habe“ folgend den Einsatz chemischer Rüstung der Wehrmacht nicht proaktiv betrieben,
3. Die Apokalypse von Hiroshima und Nagasaki ließen Schutzmaßnahmen gerade bei Soldaten und führenden Politikern als nutzlos erscheinen.
Im Ergebnis liegt die o.g. „Risikoanalyse Einsatz chemischer Kampfstoffe“ vor, die vollumfänglich die Lage zutreffend beschreibt.
Es gibt sehr viel zu tun, es beginne mit dem „mindset“.
@Apollo 11
B-Waffen eignen sich aber für eine hybride Kriegführung im Vorfeld des eigentlichen Konflikts aber natürlich auch während da die Bewältigung der Krise medizinische Kapazität bindet und das öffentliche Leben im betroffenem Gebiet zum Stillstand bringt (vgl. CoVid-19). Richtig ist, daß dies natürlich auch auf die eigene Bevölkerung übergehen kann aber je nach Aufbau des Erregers nicht muß (räumliche Ausbringung, ethnische Biowaffe – ?).
C-Waffen haben auch fern der Front einen Einsatzwert, z.B. die Verseuchung des Trinkwassers (z.B. mit Rizin), ebenfalls präkonfliktual. Auch hier ist i.d.R. eine Attribuierung schwierig (Terrorismus, Kriegshandlung, Kriminalität mit begleitender Erpressung, o.a.).
@Apollo: Diese Hochrechnungen im Stil von „mit soundsoviel Gramm VX könnte man…“ sind eher etwas für die staunenden Frischlinge in der Grundausbildung oder „Zeitungen“ mit vielen Großbuchstaben.
Es stellen sich eben nicht 100 Mio Menschen in sauberer Reihe auf, um sich ein paar Mikrogramm VX verabreichen zu lassen…
„Spannend“ an dem Szenario finde ich, dass die Bundeswehr-Logistiker so glimpflich davonkommen sollen. So bedeutend ist die Awareness meiner Meinung nach nicht. In jedem glaubwürdigen Szenar sind die allerersten Ziele unvorbereitet und der Schaden maximal. Ab der zweiten, dritten Welle kriegt man dann langsam die Mittel und Mechanismen in Einklang…
Ich bin nicht sicher, ob Deutschland eine taktische Atombombe braucht. Diese einzusetzen, ohne das Risiko eines Drittschlages wäre wohl nur auf eigenen Territorium möglich. Auf dem gegnerischen führt das wohl immer zur totalen Vernichtung.
Wir sind trotz allen Gepolters weit weg von einem Atomkrieg mit einer fremden Macht, das darf man nicht vergessen.
Gegen einen EMP, ABC-Waffen und die Folgen müsste man der Bevölkerung in meiner Welt gestatten, ein Jahr lang ohne Mehrwertsteuer gegen Quittung gewisse Lager anzulegen. Sozusagen subventioniert Lebensmittel, Bunker, Technologie und Erste Hilfe einzukaufen. Wer es dann lieber verkauft oder aufisst, ist natürlich selbst schuld. Preppen ist eh schon schwierig, wenn das halbe Land zur Miete wohnt.
Ja, Putin ist ein Kriegsverbrecher und wird hoffentlich – auf Grund des Alters – nicht mehr zu lange im Amt sein…
Aber jetzt aus dem Einsatz von Reizgas gleich zu unterstellen das neue hochwirksame Kampfstoffe wie VX hergestellt werden… Denn:
„Das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen (CWÜ), das am 29. April 1997 in Kraft trat, verbietet Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz chemischer Waffen. Seitdem hat sich das CWÜ als einer der erfolgreichsten Abrüstungsverträge erwiesen.
Das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen (CWÜ) trat am 29. April 1997 in Kraft. Es verbietet die Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und den Einsatz chemischer Waffen. Damit wurde eine gesamte Waffenkategorie völkerrechtlich verbindlich geächtet. Aus Sicht der Bundesregierung hat es sich als einer der erfolgreichsten multilateralen Abrüstungsverträge erwiesen.
Mit 193 Mitgliedern hat das CWÜ zudem fast universelle Geltung. Nur vier Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sind dem CWÜ noch nicht beigetreten: Ägypten, Israel, Nordkorea und Südsudan.
Die CWÜ-Vertragsstaaten sind verpflichtet, alle chemischen Waffen (CW) und die Einrichtungen zu deren Herstellung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) zu melden und unter internationaler Aufsicht zu vernichten. Auch zur Herstellung chemischer Waffen besonders geeignete Chemikalien, Ausrüstungen und Einrichtungen sind Beschränkungen und Verifikationsinspektionen unterworfen: Damit geht das CWÜ über die bloße Ächtung und Vernichtung von Massenvernichtungswaffen hinaus. Es trägt maßgeblich dazu bei, dass Chemiewaffen nicht weiterverbreitet werden.“
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/sicherheitspolitik/abruestung-ruestungskontrolle/uebersicht-bcwaffen-node/207106-207106
Davon losgelöst … gibt es, wie zu Zeiten des Kalten Krieges, keine Möglichkeit die Masse der
Bevölkerung vor ABC-Waffen zu schützen. Zur Erinnerung, es gab nur für max. 10 % Schutzräume.
Deshalb war eine Lehre aus dem Kalten Krieg… Bunker, Schutzanlagen… verlängern nur den Weg zum Tod…
Denn die Masse der Bunker hatte nur Vorräte für 4 – 6 Wochen und dann… ab in die z.B. atomare Wüste…
Und wer glaubt bei Kampfstoffen wie dem schrecklichen VX … irgendjemanden retten zu können…
Zitat: „Für über 2.000 SK I-Patientinnen und Patienten und über 4.500 SK II-Patientinnen und Patienten stehen deutschlandweit insgesamt nur etwa 1.700 Intensiv- und 800 Überwachungsbetten zur Verfügung“ … diese Angabe bezieht sich auf die statistisch freien Intensivbetten in Deutschland. Wenn man die alle belegen könnte, führte das natürlich zu brutalen Verdrängungseffekten an anderer Stelle, denn nahezu alle Erkrankungen, die einer intensivmedizinischen Versorgung bedürfen, finden ja trotzdem statt. In solchen Szenarien muss über Triage gesprochen werden und da ist bisher nicht wirklich viel passiert nach dem Urteil BVG. Kurz gesagt, so ein Angriff würde in Gesamtdeutschland ggf. eine Kettenreaktion auslösen, deren Potential für unerwartete Reaktionen in der Bevölkerung hier noch gar nicht beleuchtet sind (auch, weil da viel Spekulation drin steckt). Außerdem muss klar sein, dass für die Bestattung der Toten nur Massengräber übrig bleiben ….
Es reicht schon ein schwerer Unfall mit Gefahrgut um ein Szenario mit tausenden von Verletzten zu haben
da braucht es weder einen Angriff noch Terroranschlag.
Das es zu wenig Kapazitäten im Zivilschutz gibt und noch diese auch noch am schrumpfen sind ist bekannt,
siehe Krankenhausschließungen und Ärztemangel.
Das Beste ist aber die Annahme das bei zwei zeitgleichen Großschadensereignisse nicht mit relevanten Auswirkungen zu rechnen sei !
Kleiner Schönheitsfehler, sowohl im Szenario Seehafen als auch beim Rangierbahnhof werden überörtlich Kräfte angefordert.
Nur welche Kräfte werden wann von wo nach wo angefordert ? Seehafen wird sofort erkannt und die Maßnahmen laufen an während der Rangierbahnhof erst Stunden später erkannt wird. Da laufen aber schon Kräfte überörtlich zum Seehafen. Je nach örtlicher Lage der Szenarien zu einander sind ggf schon für das spätere Szenario Rangierbahnhof für die überörtliche Hilfe längere Anfahrtzeiten einzuplanen weil die entsprechenden Kräfte im direkten Umfeld bereits im Szenario Seehafen gebunden sind.
@ACE
Zwar gibt es das Kleeblatt-Procedure, die Patienten müssen aber auch transportfähig (stabilisiert) sein. Mir bereitet eher Sorge, daß es viel zu wenige Behandlungsplätze für Brandverletzte gibt.
Und: jeder Medizinstudent sollte belastbare Kenntnisse in der Traumatologie vermittelt bekommen, das ist ebenfalls ein Engpaß.
Der Punkt ist in der Leitung des THW schon angekommen und es werden entsprechende Maßnhamen im Bereich Ausbildung/Kräftewaufwuchs/Austattung geplant und hoffentlich zeitnah umgesetzt, Nun hat das THW den Vorteil der Bundesanstalt und der neuen Mittel im Bundeshaushalt. Aber gerade DLRG und RK die im Bereich der Dekon von verletzten und toten Personen haupt träger sind, sind immens abhänih von Maßnahmen der Länder im Katschutz usw. hier sehe ich die größten Baustellen.
@Felix2
CWÜ hat zwar zur Abrüstung der Großbestände nach dem Kalten Krieg beigetragen ist aber ansonsten ein Papiertieger denn Russland hat ja trotzdem Nowitschok entwickelt und setzt Chlorprikin ein.
Die Anzahl der Zivilschutzplätze ist aber ein spez. deutsches Problem die Schweiz hat 100% Schweden und Finnland liegen bei rund 80%.
In Zeiten leerer Kassen braucht es ernste Argumente, um die Finanzbeamten und Haushälter dazu zu bewegen, Gelder für dringend notwendige Zwecke freizumachen. Denn es muss erst einmal belegt werden, dass die Zweckerreichung notwendig und dringlich ist.
Die Gegenauffassung und Behandlung der Wehrfähigkeit und der zivilgesellschaftlichen Resilienz als Stiefkinder der Friedensdividende haben uns den aktuellen Zustand herbeigeführt. Jetzt ist ziemlich viel Geld nötig, um überhaupt wieder auf einen akzeptablen Stand zu kommen, bis man irgendwann vielleicht wieder auf einem Status Quo ist, bei dem man mit vergleichsweise weniger (aber immer noch mehr als bisher) Geld pro Jahr diesen Status halten kann.
Es ist deshalb durchaus angezeigt, die Misere in ihrer grundsätzlichen Breite aufzuzeigen, weil jede Abschwächung nur dazu einlädt, die Angelegenheit nicht ernst zu nehmen.
@Ex_Inst
Allerdings erschließt sich mir die Sinnhaftigkeit der Erfordernis für Schutzbauten nicht. Das wäre nur sinnvoll wenn die Bevölkerung zu Hause bliebe und man vor einer konkreten Bedrohung mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf warnen könnte.
Ein Anflug feindlicher Bomberverbände findet eben heute nicht mehr statt und große Organisationen kann man auch nicht von jetzt auf nachher evakuieren bzw. die dort Tätigen schützen (Bsp.: Mercedes-Werke in STUTTGART).
Ich frage mich eher in wie weit Bevölkerung im Umkreis von HVT (High Value Targets), z.B. BÜCHEL, RAMSTEIN, div. HQ aber auch KNDS MÜNCHEN evakuiert werden wird bzw. auch in wie weit diese Einrichtungen in andere Räume verlegt werden (z.B. Räumung BMVg, KdoH, u.a.).
Ace hat da einen wichtigen Punkt mit der Triage.
Was hier auch einfach ausgeblendet wurde ist der Zustand unserer Infrastruktur.
Steht da doch:
„Obwohl bei den Anschlägen zwei bedeutende Logistikknotenpunkte betroffen sind, zeigen Modellierungen der Verkehrsströme, dass trotz des zeitweisen Ausfalls nicht mit relevanten Auswirkungen auf die bundesweite Versorgung der Bevölkerung und den Host Nation Support zu rechnen ist.“
Wer den Zustand unserer Autobahnbrücken und der Bahn kennt, der weiß, dass dieses Verkehrssystem kurz vor dem Zusammenbruch steht. Viele Schwertransporte müssen über Monate hinweg geplant werden, weil so viele Brücken hinüber sind. Bei der Bahn führte teilweise die Verspätung eines Zuges zu einem Verkehrschaos und Verspätungen bis tief in die Nacht hinein. Personalreserve ist bei der Bahn gleich Null.
Werden wichtige Stellwerke betroffen, fällt das Schienennetz in ganzen Regionen aus.
Und diesen Monat kam ans Licht, dass die Bundesregierung trotz des Sondervermögens die Bahn wohl weiter verrotten lassen wird. Die werfen das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus und kürzen dann bei den Lebensadern unseres Landes. Eigentlich ein Skandal, aber was ein Skandal ist, entscheiden ja einige wenige Journalisten in diesem Land.
@ Thomas Melber
Das mit den Behandlungsplätzen für Brandverletzte ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass die Planung für bestimmte Szenarien hoch komplex ist. Es hilf ja für ein Großschadensereignis mit vielen Brandverletzten (wie z.B. nach Rammstein) nicht, wenn man zwar die Betten hat, aber nicht das Personal und das auch nicht geübt ist. Das Gleiche gilt für den Einsatz von Chemiewaffen (oder einem analogen Großschaden in einer entsprechenden Fabrik). Selbst wenn ich mir die Betten leisten könnte, das Personal, das sie dann auch fachgerecht betreiben kann, das kann ich mir gar nicht auf den Hof stellen. Wir haben in Deutschland für „Normalzeiten“ wahrscheinlich rechnerisch immer noch zu viele Spezialbetten für Brandverletzte, aber eigentlich nur zwei oder drei wirklich gut trainierte Versorgungseinheiten. wenn man sich ehrlich macht, muss man einfach sagen, dass die Kriegsversorgung in Qualität und Quantität weit hinter dem zurück bleiben wird, das wir aktuell kennen und für normal halten. Wenigstens hat man jetzt mal benannt, dass ein guter Teil des Personals eben doppelt und dreifach in der Katastrophenversorgung eingeplant ist …
Ich korrigiere meine Aussage zu der Bettenzahl für Brandverletzte in Deutschland:
Rechnung: Bei ca. 1.500 Patienten und einer durchschnittlichen Liegezeit von 30 Tagen (unter Berücksichtigung komplexer Verläufe) sowie einem angestrebten Auslastungsgrad von 75–80 % (um Puffer für Notfälle und Katastrophen zu haben), ergibt sich ein theoretischer Bedarf von etwa 155 bis 165 Betten allein für Erwachsene. Aktuell sind ca. 152 Betten für Erwachsene vorhanden. Kleine Recherche hat mich da weitergebracht.
Die Verteilung und die Größenordnungen kann man hier nachlesen: https://verbrennungsmedizin.de/brandverletztenzentren
Ein offizielles Zentrum für Schwerbrandverletzte muss laut Leitlinien über mindestens 4 bis 6 Betten mit voller intensivmedizinischer Kapazität verfügen. Der Liste kann man entnehmen, dass nicht alle über die Mindestzahl verfügen …
Ex_Inst sagt:
27.01.2026 um 11:04 Uhr
„Die Anzahl der Zivilschutzplätze ist aber ein spez. deutsches Problem die Schweiz hat 100% Schweden und Finnland liegen bei rund 80%.“
Ja und ?
Trotzdem würde es in Deutschland wieder nur max. 10 % geben, bei ca. 80 Mill. Einwohnern.
Und selbst da müsste DE erst mal wieder hinkommen… Zeitpunkt vollkommen „Glaskugel“
Und bei einem kriegsmäßigen (!) Einsatz von VX bezweifle ich das die zivilen Stellen damit
klar kommen würden… Denn selbst die militärischen Kräfte hätten da schon große Probleme…
Dass ein solches Szenario zu unvorstellbaren Auswirkungen führen dürfte, sollte eigentlich klar sein. Selbst eine, im Vergleich mit dem im Text geschilderten Szenario, „kleinere“ Katastrophe wir in Crans Montana hat ja schon Auswirkungen auf Verbrennungsbetten in mindestens 4 Ländern (D, F, IT, CH).
Das m.E. weitaus größere Problem ist das Thema der mehrfach verplanten Helfer. Die Menschen, die sich in den „Blaulichtorganisationen“ freiwillig engagieren, haben meistens ein ausgeprägtes Helfersyndrom. Soll heissen, die wollen auch mal als Helfer eingesetzt werden. Wenn die nun eine „Einfachverwendung“ als CBRN-Abwehr-Experte haben, dann ist die Einsatzwahrscheinlichkeit schon eher gering. Dann nimmt die Motivation schnell ab, oder man sucht sich halt noch weitere Organisationen, in denen man tätig werden kann. Und dann sind wir wieder bei den Mehrfachzählungen. Eine ähnliche Motivation unterstelle ich auch vielen aktiven Reservisten.
Wie man das dann auch noch mit den Mitarbeitern in der kritischen Infrastruktur lösen will, die gleichzeitig Helfer in einer Blaulichtorganisation und/oder Reservist sind, weiss ich auch nicht. Weil, wenn diese Personen im Frieden dort engagiert sind, dann sammeln diese Personen Erfahrungen, die ja dann im „Ernstfall“ nicht zur Verfügung stehen. Und ich dann durch ggf unmotiviertere/ unwilligere Personen ersetzen müsste. Und Mitarbeiter in kritischen Infrastrukturen sind ja auch Mitarbeiter der Verwaltungen, des Transportwesens, Mitarbeiter in der Rüstungsindustrie…
„…In dieser Phase verübt der Aggressor drei Anschläge mit chemischen Kampfstoffen auf militärisch bedeutsame Logistikknotenpunkte in Deutschland…“
Na ja… dieses Szenario kann man natürlich annehmen. Ist aber selbst beim Grossangriff auf die Ukraine nicht eingetreten.
Der sehr lokale Einsatz u.a. im Häuserkampf, wie derzeit in der Ukraine, ist da viel wahrscheinlicher.
Und die Schwelle „nur Gasmaske reicht“ bei Tränengas wurde von den Russen ja mit Chlorpikrin bereits überschritten.
Ein Gruselszenario wäre ein Drohnen-Grossangriff wie derzeit massenhaft in der Ukraine mit Köderdrohnen, Sprengstoffdrohnen UND C-Waffen-Drohnen.
Beim Einsatz von Nervengas ( natürlich nur auf „militärische“ Ziele ) wäre eine rasche Landesflucht der Zivilbevölkerung zu erwarten…
Wäre aber immer noch unterhalb der nuklearen Eskalations-Schwelle. Bei einem NATO-Konflikt war früher eine mögliche „flexible response“-Antwort der Einsatz von Chemie-Granaten.
Die wurden kurz nach dem kalten Krieg von den USA aus Deutschland abgezogen.
Man hofft das bleibt so…
@ACE, das beim Thema Triage nix passiert wundert mich nicht. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Aktuell gibt’s da keinen akuten Handlungsbedarf und wenn bekomme mal 16 Bundesländer an einen Tisch, die sich möglichst auf einen Rahmen für alle einigen und das mit einem Thema das keine Wählerstimmen bringt.
Denn ein ganz heißes Eisen hat das BVG ja elegant umgegangen mit der fehlenden Gesetzgebungskompetenz, nämlich das Thema bereits zugeteilte Kapazitäten. Was in der Praxis bedeutet hätte, wer gestern ein Intensivbett bekommen hat behält das auch wenn heute klar ist das man sterben wird und wer heute eines braucht hat dann Pech weil keins frei ist und nicht frei gemacht werden darf.
Eine Ergänzung zu KPKs umfanreichen Kommentar mit meiner persönlichen Erfahrung aus meiner Dienstzeit.
Dichtigkeitsprüfungen der Maske mit Reizgas in einem Trainingskorridor waren Standard in meiner Grundausbildung. Die Übung umfasste auch das Retten und Bergen aus brennenden (verrauchten) Gebäuden. Als extrem anstrengend erinnere ich mich an die Geländeübungen unter Vollschutz im Sommer. Das war für mich als Brillenträger besonders ärgerlich. Ohne Brille war ich unter der Maske zwas geschützt aber praktisch blind.
Nach der Grundausbildung spielte das Training mit der Schutzaussrüstung keine Rolle mehr. Einen Teil meiner Dienstzeit habe ich in einem ABC Abwehrzug verbracht. Es war eine aussergewöhnlich langweilige Tätigkeit, da wir Gerät und Material eigentlich nur verwaltet hatten. Zu lernen, dass die ABC-Abwehr noch mehr an Bedeutung verloren hat, finde ich bedauerlich.
Nicht weil ich aufgrund der bestehenden Abkommen glaube, dass ein Gegner tödliche Nervengase einsetzen würde, sondern aufgrund der real bestehenden Risiken in Form von Unfällen in der chemischen Industrie. Katastrophen in einer Größenordnung wie in Bophal oder Seweso haben sich zwar nicht wiederholt, aber das Risiko bleibt.
Wir können leider auch einen Terrorangriff mit Giftgas (wie auf die U-Bahn von Tokyo) nicht völlig ausschließen.
Zitat:“Diese Nachricht wurde am 04.07.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.“
Ohne den Schlapphüten zu Nahe treten zu wollen, aber wenn diese Einsätze von Reizgas tatsächlich in signifikantem Umfang stattfinden, dann wundert es mich, warum das Thema in der Berichterstattung nicht vorkommt. Ich folge der Berichterstattung eigentlich täglich, aber mich an keine entsprechenden Berichte auf Info-Radio oder DLF (sieht man von dem verlinkten Artikel ab) erinnern.
Puh. „Mehrfachverplanungen“ ist bei CBRN -Einheiten nicht wirklich ein Thema. Die vom Bund ausgestatteten CBRN-Einheiten des Bevölkerungsschutzes sind personell alle durch Freiwilligen Feuerwehren besetzt. @SanHG63: Da sammeln die Angehörigen der CBRN-Züge auch Ihre Einsatz-Erfahrungen, können im Bedarfsfall aber auch problemlos abgestellt werden. Das Wort Helfersyndrom ist sehr unpassend gewählt. Die CBRN-Zugführer wissen auch sehr genau wie die Verfügbarkeit der Mannschaft ist. Die Ausstattung der zivilen CBRN-Einheiten ist sehr viel besser als sie im alten kalten Krieg jemals war. Übrigens auch die der Sanitäts- und Betreuungszüge der HiOrgs.
Auch wenn das Thema „problematische Mehrfachverwendung“ immer mal wieder nach oben gespült wird – es ist ein Nicht-Thema. Keine der Lagen der letzten Jahrzehnte hatte das Problem dass zu wenig Personal zur Verfügung stand.
Ich wundere mich auch etwas über diese Bundesdrucksache. Auch wenn die eine Reihe sinnvoller Maßnahmenvorschläge enthält – es fehlt jede Priorisierung, und vieles ist irgendwie recht wirr. Es ist Aufgabe des BBK und (für den Terror-Fall) der Länder, Konzepte für solche Szenarien zu erarbeiten und mit Leben zu füllen.
Was es im ZS/KatS zu wenig gibt sind Beübung von anstrengenden Grosslagen unter Einbindung von Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Unternehmen, verlegbare Module für Behandlungsplätze, Strukturen für die schnelle Heranziehung von bislang nicht in den Einheiten eingebundenem ärztlichen Personal und Arzneimittelvorräte im Schnellzugriff. Da haben wir echt eine Lücke. Das ist aber kein Hexenwerk und wäre schnell machbar. Bei den Skandinaviern kann man sich viel abgucken. Da können wir uns auch viel Analyse sparen und auf den Copypaste Knopf drücken. Wenn diese Risikoanalyse dazu beiträgt wäre mir dass sehr recht.
Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der Aussagen von Großmächten, speziell über Chemiewaffen:
„Russland hat eigenen Angaben zufolge seine letzten noch verbliebenen Chemiewaffen vernichtet.“
Quelle (2017):
https://de.euronews.com/2017/09/27/russland-vernichtet-letzte-chemiewaffen
„Darüber hinaus investiere Russland stark in sein Chemiewaffenprogramm. Die Forschungen auf dem Gebiet würden ausgeweitet, neue Wissenschaftler rekrutiert.“
Quelle (2025):
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/chemiewaffen-russland-ukraine-100.html
Man erinnere sich an die russische „Abrüstung“:
Auch älteste T-55 Panzer wurden eingelagert und rollen jetzt wieder.
Lange ausgemusterte Granaten wurden eingelagert und jetzt wieder eingesetzt.
Atomsprengköpfe wurden zerlegt ( aber das teure Waffen-Plutonium / Uran natürlich eingelagert, machen die USA übr. ebenso ).
Das Russland derzeit keine grösseren Bestände an VX, Novitschok o.ä. hat wage ich zu bezweifeln…
Auch aus diesem Grunde ist die Risikoanalyse der Bundesregierung um die es hier geht gar nicht so weit hergeholt…
@SanHG93, eine nur einfache Einplanung muss nicht zwingend mit einer „langweiligen“ Einplanung als reiner CBRN-Abwehr-Experte einhergehen. Da gibt es genug Einheiten die in der Beschreibung ihrer Fähigkeiten stehen haben „geht auch unter ABC-Schutz“. Man werfe nur einen Blick zu den Räumgruppen des THWs. Die können mit ihren Radladern / Baggern etc viel und bei Bedarf trägt der Fahrer auch ’n PA um direkt am brennenden Objekt Öffnungen für die Feuerwehr zu schaffen.
Wichtig ist halt nur das man sich eingesteht das es die Krankenschwester im örtlichen Krankenhaus gibt die bei der Bundeswehr war und nun als Reservistin geführt wird und noch bei der Feuerwehr aktiv ist.
@Landmatrose3000, ja das Thema Mehrfachverplanung war bisher kein Thema. Es kann aber sehr schnell eines werden. Nämlich in dem Moment wo ich es mit mehr als einer Lage zu tun bekomme oder meine eine Schadenslage räumlich sehr groß wird.
Auch im Ahrtal fiel das Thema Mehrfachverplanung nicht auf weil ich aus dem restlichen Bundesgebiet kontinuierlich frische Einheiten einfach besetzt nachschicken konnte und in deren Heimat das fehlen der entsprechenden Kräfte kompensiert werden konnte.
Im Falle LV/BV dürfte das aber ganz anders aussehen aussehen was das entsenden von Einheiten angeht. Dann wird das nämlich sehr wohl ein Thema wenn die Elektriker der Stadtwerke alle gebraucht werden um das lokale Stromnetz am laufen zu halten, die mit Feuerwehr und THW örtlich im (Dauer)Einsatz sind und dann noch Einheiten überörtlich entsendet werden sollen. Dann fällt sehr wohl auf das jemand auf mehreren Hochzeiten tanzt und ich ihn nicht einplanen kann in mein System bei dem gezielt nur geplante Kräfte Einsätze im Zeitfenster X übernehmen und dann von der Folgeschicht abgelöst werden und dann Ruhezeit haben bis zur nächsten Schicht.
Flo sagt:
27.01.2026 um 20:35 Uhr
Es kann ja nicht die Lösung sein dass der Elektriker der Stadtwerke oder die Reservistin nicht mehr bei FW, THW, HiOrgs engagiert sein darf. Das ist ein Managementthema. Ja, beim Management und bei der Erfassung und Verwaltung von Fähigkeiten und Kontakten müssen wir besser werden. Managen kann man das mit dem Total-Defence-Ansatz der Skandinavier. Jede Person, jedes Unternehmen bekommt eine Rolle. Sollte in DEU kopiert werden.
Landmatrose3000 sagte am 27.01.2026 um 17:52 Uhr:
„Auch wenn das Thema „problematische Mehrfachverwendung“ immer mal wieder nach oben gespült wird – es ist ein Nicht-Thema. Keine der Lagen der letzten Jahrzehnte hatte das Problem dass zu wenig Personal zur Verfügung stand.“
Puh, das ist jetzt aber eine sehr steile These! Wollen oder können Sie den Elefanten im Raum nicht sehen?
Ich bin seit über 40 Jahren im (erweiterten) Rettungsdienst tätig. Das Problem gab es vereinzelt schon in den 1990erjahren, konnte aber dank 8.1- und 8.2-Verpflichteten fast immer ausgeschlichen werden.
Jetzt ist die Lage allerdings ausgesprochen dramatsicher. In meinem Beritt werden/wurden Einheiten des BevSchutz aufgelöst, aktuell im Kreis Höxter der ABC-Zug Nord mangels finanzieller Ausstattung seitens des Landes NRW, Im Südkreis Lippe haben die Johanniter ihr Engagement im BevSchutz (Kats/ZS) fast auf Null reduzieren müssen, nachdem sie binnen Jahresfrist die letzten drei Rettungswachen an den Kreis Lippe haben abgeben müssen. Der Grund jeweils: fehlendes Personal!!! Auch beim Großbrand in Minden vom Wochenende, bei dem eine Großdruckerei den Flammenn zum Opfer fiel, musste überörtlich auf Einsatzkräfte zurückgegriffen werden, weil die ersteintreffenden nach nur wenigen Stunden aufgrund von Erschöpfung, Arbeitsaufnahme und anderen Gründen abgelöst werden mussten.
[@TW: Kann mit Links alles belegt werden. Also falls gewüsnscht, mailto bekannte Adresse!]
Verschließen wir jetzt nicht die Augen und sagen einfach: „Et is doch noch immer noch jut gegangen.“ Es ist zwar Karnevalszeit, aber in vier Wochen jährt sich zum vierten Male der barbarische Angriff seitens der Russischen Föderation auf die Ukraine.
Neben der (breiten!) Berichterstattung der Meldung vom 4. Juli 2025 über mehrere Medien gab es bereits im Mai 2024, bei der Berliner Morgenpost… Link aus bekanntem Grund nicht.
Von Autorenteam Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.
Siehe dazu HHK Ausgabe 6/25.
[Ich habe den Link mal rausgenommen – da lässt sich eine privatwirtschaftliche Zeitschrift von Bundeswehr-Angehörigen den Text schreiben, stellt ihn aber hinter Paywall. Muss ich als Steuerzahler nicht gut finden und schon gar nicht mit Verlinkung belohnen; sollen die doch in ihrer Blase bleiben. T.W.]
@ alle Sie sagen also, dass mehr als hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg eine reale Bedrohung durch den Einsatz von Chemiewaffen gegen Sie besteht (vielleicht in Form von „Kampf-Nanorobotern“ anstelle konventioneller Chemiewaffen…), und dass dies nur durch organisatorische Anstrengungen, unterstützt durch die Anzahl und Qualität der Krankenhausbetten, verhindert werden kann? Wie sind wir an diesen Punkt in unserem Leben gelangt? Regards…
@Landmatrose 3000: Viel wesentlicher als die hier beschriebenen Szenarien (wobei sich mir noch immer nicht erschließt, welchen Seehafen man mit 40.000 Opfern sieht) wäre die Frage, welchen Effekt großflächige Stromausfälle hervorrufen würden. Das Stromnetz ist, wie man jeden Tag in der Ukraine und auch in Teilen Russlands sehen kann, angreifbar. Das wird man nie vollständig in den Griff bekommen können. Die Hürde, dieses anzugreifen, ist deutlich niederschwellige als ein B/C-Waffen-Einsatz. Diesen kann man nicht leugnen, Stromausfälle kann man ja „technische Probleme“ umschreiben.
Wie schnell muss denn eine Notversorgung und -betreuung von Krankenhäusern mit wie viel Ressource aufgezogen werden, wenn man z.B. den Großraum Hamburg und Berlin parallel „stromtechnisch“ lahmlegt? Wie schnell muss eine Notversorgung mit Lebensmitteln etc. für dann ungefähr 6 Millionen Menschen aufgezogen werden? Wie viele Techniker und Großtechnik benötige ich, um die Schadenslagen wieder beheben zu können – und in was für einer Zeit? Wie bekommt man das Verkehrschaos überhaupt in den Griff (ausgefallene Ampel, ÖPNV etc)? Das halte ich für viel naheliegendere Szenarien.
Und ja: eine Rollenzuordnung zu Unternehmen halte ich für durchaus sinnvoll. Ob der Bürobedarfshandel beitragen kann: vielleicht nicht. Der Projektlogistiker? Sicher – alleine weil man es dort gewohnt ist, in Projekten zu denken und Aufgaben und bearbeitbare Pakete zu zerlegen.
@Flying-Tiger, im Szenario Seehafen nimmt man an das sich die Aerosole auch in angrenzende Wohngebiete ausbreiten und nicht sofort erkannt wird das man es mit einer C-Waffe zu tun hat. Und bis das klar ist ist kann die betroffene Fläche entsprechend groß werden. Bzw selbst wenn das klar ist wird man nur abwarten können bis sich die Wolke aufgelöst hat. Evakuiert bekommst so schnell nix.
@ Flying-Tiger sagt:
28.01.2026 um 14:56 Uhr
Grundsätzlich Zustimmung. Für solche anstrengenden Grosslagen fehlen uns Konzepte, Beübung, etc. So ein Bürobedarfsladen kann doch auch sehr nützlich sein. Man stelle sich vor Anwohner einer Strasse wissen dass der Staples-Laden im nächsten Stadtteil ihnen als primäre Notunterkunft zugewiesen ist, der DRK-OV hat Material griffbereit, die FFW bekommt über Schlüsseltresor Zugang und kann mit dem Stromerzeuger vom Löschfahrzeug einspeisen usw….
@ Oleg Olkha sagt:
28.01.2026 um 12:43 Uhr
Das sowas sehr unwahrscheinlich ist, ist klar. Das die zuständigen Stellen so ein Szenario in einer Risikoanalyse durchspielen, ist ja deren Job. Wenn solche Überlegungen zu mehr Resilienz führen, gerne.
@ Jörn Fries sagt:
28.01.2026 um 0:48 Uhr
Nochmal puh. Das beim Grossbrand Einsatzkräfte von überörtlichen Kräften abgelöst werden ist normal, da spreche ich mit einiger Erfahrung als freiwilliger Feuerwehrmann. Rettungsdienst-Mitarbeiter der Johanniter sind wohl hauptamtlich, was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Mein Punkt war „Mehrfachverwendung“ und das Mitschwingen der These, dass dahingehend ein Problem bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften liegt. Ich bleib dabei, das ist aktuell doch nicht der Elefant im Raum.
@ Flo So ähnlich war es in Bari, Italien, am 2.Dezember 1943. Da wurde bei einem deutschen Bombenangriff ein mit über 500 Tonnen Senfgas beladenes amerikanisches Schiff versenkt. Die Ladung war geheim und es dauerte, bevor ein Arzt erkannte, was los war. Der kannte die Symptome aus dem WK I.
Landmatrose3000 sagt: um 28.01.2026 um 21:58 Uhr:
„Rettungsdienst-Mitarbeiter der Johanniter sind wohl hauptamtlich, was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Mein Punkt war „Mehrfachverwendung“ und das Mitschwingen der These, dass dahingehend ein Problem bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften liegt. Ich bleib dabei, das ist aktuell doch nicht der Elefant im Raum.,“
Ich sehe ihn: besagte ha. RD-Mitarbeiter sind/waren ZUGLEICH ea. Helfer derselben ORG, manche der ha. RD-Mitarbeiter zudem ea. Mitglieder örtlicher FFw im Grenzgebiet NI/NW/HE. :-/
Sehen Sie ihn nun auch, den Elefanten im Raum?
@Landmatrose3000, ja das bei größeren Bränden getauscht wird und Kräfte von außen helfen kommen ist normal. Da müsste man sich jetzt im Detail angucken wann würde wer von wem abgelöst, aber bei Jörn Fries liest sich das ja so das die örtlichen Kräfte komplett rausgelöst werden mussten weil die intern keine Ablösung organisieren konnten.
Und mit Rückzug aus dem BevSchutz, ja formal hat die Vergabe von Leistungen im Rettungsdienst damit nix zu tun.
In der Praxis werden aber die Hauptamtlichen aus dem Rettungsdienst gerne auch als Helfer für den BevSchutz mitgezählt ( wir können den Reserve RTW 24/7 vollwertig besetzen beim MANV) und die Möglichkeit als Helfer im BevSchutz am Wochenende als Dritter (oder gar als reguläre Besatzung bei entsprechender Ausbildung) Rettungsdienst fahren zu können zieht Personal an.
ABC-Waffen sind Massenvernichtungswaffen, mit deren Einsatz die nukleare Schwelle überschritten sein sollte. Die Vorstellung, man könnte Schutzmaßnahmen festlegen, um deren Wirkung zu vermindern, ist realitätsfern. Sie könnte einen Aggressor sogar zum Schluß verleiten, wir würden deren Einsatz nur als eine von mehreren Eskalationsstufen einordnen. Gegen Massenvernichtungswaffen kann man die Bevölkerung nicht effektiv schützen. Die Drohung, doppelt so hart zurückzuschlagen, dürfte viel wirksamer sein.
So, jetzt nehmen wir noch Ebola, SARS, und einen neuartigen COVID dazu, dann verfallen alle in Panik und laufen schreiend davon. Was soll das? Auf solche Szenarien kann man sich nicht vernünftig vorbereiten. Das sprengt jeden Rahmen.
Dafür gibt es Abschreckung mit und ohne Mad Man. Anders können wir Zivilisation im derzeitigen Verständnis nicht aufrechterhalten.
30.000 Intensivpatienten. Da gibt es keine Vorbereitung drauf. Das ist ein Zivilisationsbruch und dann ist es vorbei….
@Der Uhrmacher
„Die Vorstellung, man könnte Schutzmaßnahmen festlegen, um deren Wirkung zu vermindern, ist realitätsfern.“
Ach wie habe ich diese Debatte vermisst. Jedenfalls doch doch, Schutzmasken helfen schon gegen die Ausbreitung von manchen Viren (B-Waffe).
Das würde also schonmal eine Wirkung vermindern.
Und sehr pessimistisch gedacht, sehe ich ein Szenario, wo ein fabrikierter Virus abstreitbar auf das Feindland (uns) losgelassen wird, während sie selbst den Impfstoff im Geheimen bereits fertig entwickelt haben und rechtzeitig verteilen (Beweis für Überlegenheit der Wissenschaftler gegen dekadenten Westen blabla). So etwas tritt hoffentlich nie ein, aber falls es eintritt, ist doppelt harte Vergeltung bei unklarer Täterlage eine gefährliche Sache, so dass ich denke, dass wir durchaus Ressilenz aller Art fördern und fordern sollten.
Es gibt übrigens auch nichtstaatliche Akteure, die etwa eine schmutzige (radioaktive) Bombe zünden könnten. Kurz gesagt, ich würde mich nicht nur auf Härte verlassen als Abschreckung.
Mal abgesehen von dem großen Chemiewaffenangriff. Hier mal was anderes zu dem Thema
Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Zitat“ Übungsszenario: Lebensmittelvergiftung und Verbreitung eines Errergers auf einer Großveranstaltung
Die sechste Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung (kurz: LÜKEX) fand im Jahr 2013 statt. Sie behandelte das Thema „Biologisches Krisenszenario außergewöhnlicher Art“. An der LÜKEX 13 waren neben Ländern und Behörden des Bundes unter anderem auch Unternehmen, etwa des Lebensmittelhandels, sowie Verbände, Hilfsorganisationen und Vertreter der Wissenschaft beteiligt. “
Aus der LÜKEX 13 konnten zahlreiche Hinweise für eine Optimierung der Bund-Länder-Zusammenarbeit sowie der übergreifenden Krisenbewältigung gewonnen werden. Ende Zitat “
Quelle: https://www.bbk.bund.de/DE/Themen/Krisenmanagement/LUEKEX/Historie/LUEKEX-13/luekex-13.html
Wenn man sich mal die Berichte der älteren Lükex ( Themen ) ansieht,dann hat man schon vieles heraus gefiltert. Nur Handeln sollte man ( die Regierung ) auch ..
@ keiner Was ist bei 30000 Intensivpatienten vorbei? Nach der Spanischen Grippe war es auch nicht vorbei.
@Apollo 11
„„Russland hat eigenen Angaben zufolge seine letzten noch verbliebenen Chemiewaffen vernichtet.“
Ich glaube, die ganz großen Bestände sind wirklich weg. Hatte die Bundeswehr /Geka / Eisenmann Environmental Technology nicht so eine Anlage geliefert, wie sie in Munster steht? Ich meine mich an Berichte erinnern zu können, dass der Zustand der russischen Munition erbärmlich war, und das die schnell wegmusste. Gab es da nicht auch eine Überwachung?
https://www-opcw-org.translate.goog/media-centre/news/2017/09/opcw-director-general-commends-major-milestone-russia-completes?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq
Das schließt sicher nicht aus das die Ihre Bestände modernisiert haben.
Beim Thema „Mehrfachverwendungen“ drehen sich die Diskussionen hier im Kreise… Man wird nicht um die Mühe herumkommen, dass für jede mehrfach engagierte Person individuelle Prioritäten und vielleicht Verbote festgelegt werden müssen, die dann z.B. lageabhängig nach Priorisierung abgerufen werden. Wenn in einer Stadt Raketen einschlagen und alle Feuerwehrkräfte benötigt werden, muss auch mal die Wehrverwaltung oder die Ordnungsbehörde kurzfristig für einen gewissen Zeitraum auf Personal verzichten können. In einigen Bundesländern gibt es Alarm- bzw. Aufrufhundertschaften, die aus Polizeibeamten bestehen, die sonst irgendwo ihren Dienst verrichten, aber nicht in der Bereitschaftspolizei. Bei „Größt-Lagen“ können aber so weitere Kräfte alarmiert werden. Ähnlich wird man beim Thema Mehrfachverplanung denken müssen. Welcher Zivilberuf lässt sich mit welchem V-Dienstposten vereinbaren? Spricht man von dauerhafter Abwesenheit oder kurzfristiger? Das alles ist sehr mühsam, aber meiner Meinung nach nicht anders lösbar. Und: So wurde es weitgehend bereits im 2WK und im Kalten Krieg in etlichen Ländern gehandhabt….Außerdem muss personalwirtschaftlich bei der Aufstellung von Einheiten in sog. „Wellen“ gedacht werden, da mit V-Fall in ganz anderem Ausmaß eingezogen und ausgebildet werden kann, auch für den Zivilschutz. Und heute lässt sich das digital sicher viel einfacher bearbeiten.
@Windlicht:
Klares Nein… Genau deshalb ist es ja wichtig, die Mehrfachverwendungen zu identifizieren, damit man mal einen Status Quo hat, mit dem man verlässlich Kapazitäten ableiten und Notwendigkeit zur Personalgewinnung und -planung identifizieren kann!
Bislang war der freiwillige Feuerwehrmann, der zugleich im KVK mitmacht und ab und zu ehrenamtlich den RKW fährt, bei den Organisationen jeweils eingeplant. Wenn die Sch… in den Ventilator fliegt, kann er aber nur an einem Ort sein. Ist er bei der FFw, fährt er keinen Rettungswagen und steht beim KVK nicht für die Schichtfähigkeit zur Verfügung. Ist er beim KVK in der Zelle, löscht er keine Feuer und auch der RKW braucht immer noch einen Fahrer, usw.
Es gehört zur grundlegenden ehrlichen Analyse, dass man jemand mit besonderen Fähigkeiten eben nur einmal zählen kann, nicht dreimal! Oder auch nur zweimal, wenn jemand nur zwei Verwendungen hat. Denn leider sind diese Mehrfachverwendungen ziemlich verbreitet, weil gerade die Leute, die Spaß daran haben und bereit sind, in diversen Funktionen bei Katastrophen mitzuhelfen, dieses Engagement des öfteren auch bei mehreren Organisationen zeigen, was man recht plausibel mit dem schon vorhandenen Mindset erklären kann. Und die Leute, die dazu schon von vornherein keine Lust haben, sind natürlich nirgendwo eingeplant.
Aber auch Ihr Beispiel mit der angeblich „weniger wichtigen“ Wehrverwaltung halte ich nicht für sonderlich überzeugend. Wenn in einer Stadt Raketen einschlagen ist in der Tat die unmittelbare Hilfe äußerst wichtig. Aber eben auch die dann für den V-Fall folgende Mobilisierung, denn Einberufungs- und Musterungsbescheide schreiben sich nicht von selbst. Und wir sind längst nicht so weit, dass nur einer irgendwo auf den Knopf drückt und es fliegen jede Menge behördliche Schreiben per Eule zu den Adressaten, wie Briefe aus Hogwarts! Und wenn die Wehrverwaltung immer als nachrangig hinten runterfällt, wenn die Drohnenwellen kommen, dann ist man dazu verdammt, immer nur Folgenbeseitigung und Schadensbegrenzung zu betreiben und der Gegner kann prinzipiell Teile der Verwaltung lähmen, wenn er ihm nur gelingt genug Verwirrung und Chaos stiftet, weil wir so blöde waren, uns hinsichtlich verfügbarer Kräfte sehenden Auges in die Tasche zu lügen.
In den zivilen Behörden werden derzeit übrigens allerorten ebenfalls Stäbe für den Notfall gebildet und es wird selbstverständlich auch vorher gefragt, ob man ggf. schon woanders eingeplant ist. Genau, damit nachher nicht auf dem Papier alles Paletti gemeldet wird, aber im Ernstfall dann aber Stühle überraschend leer bleiben, weil die Leute schon längst eine andere Uniform angezogen haben und anderswo mithelfen…
@Malefiz:
Lt. Link von mir weiter oben hatte Russland mal 40.000 t (!) chemische Kampfstoffe. Die sind natürlich nicht unbegrenzt haltbar. Ich gehe auch mal davon aus das die fast komplett weg sind. Trotz Korruption ( es gab mehrere hundert Millionen vom Westen dafür ).
Die kalte Krieg Doktrin der UDSSR von damals setzte ja auf Panzer-Breitkeil-Angriff / takt. atomare Unterstützung und wahrscheinlich den Einsatz von Chemiegranaten die in Millionenstückzahl vorhanden waren. Deshalb hatten die USA ja auch viele in Deutschland gelagert…
Der Neuaufbau solcher Lager ist aber vergleichweise billig ( Atombomben sind bspw. extrem teuer in Produktion und Wartung ).
Zudem gab es in den letzten Jahren immer mal wieder Beschlagnahmung von Dual-Use-Lieferungen von Grundstoffen für die Agrarindustrie ( zur Schädlingsbekämpfung ).
Bisher ist meines Wissens aber ausserhalb von tränengasartigen Stoffen, Aerosolbomben oder Phosphorbomben nichts eingesetzt worden ( wobei nur erstere als C-Waffen eingestuft werden ).
Der Nervengas / Lost – Angriff im beschriebenen Szenario auf Logistikzentren erscheint aber irgendwie logisch.
Mit denen hat man ja in der Ukraine / Polen nichts als Ärger. Stichwort westliche Lieferungen.
Und mit C-Waffen bleibt man deutlich unter der atomaren Schwelle. Nach gewisser Zeit ist auch Nervengas vollständig verflogen / zersetzt. Im Gegensatz zum Fallout…
Und um mal was Positives zu sagen ( Quelle von 2023:) :
https://www.tagesschau.de/ausland/usa-chemiewaffenbestaende-100.html
„…Zu den Staaten, die die Konvention nicht unterzeichneten, gehören Nordkorea, Israel, Ägypten und Südsudan. Die OPCW war für ihren Einsatz 2013 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Angaben von Ende Mai zufolge sind inzwischen 99 Prozent aller Chemiewaffen in den den Vertragsstaaten vernichtet.“
* Trotzdem dieses Papier mit dem C-Waffen-Szenario *
Weil das Thema Mehrfachverwendung so kontrovers diskutiert wird:
Wir haben analog einer bebachbarten KVB eine Abfrage (auf freiwilliger Basis) durchgeführt, in der solche Punkte abgefragt wurden.
Neben Tätigkeiten in verschiedenen Hilfeleistungsorganisationen eben auch Reservistenstatus oder hauptamtliche Tätigkeiten bei BOS oder KRITIS.
Und wie durch ein Wunder:
Hier auf dem Land wie im Großstadtbereich – unterm Strich fallen dann rund 30% der Helfer weg.
Das kann man sich Schönreden, hat sich aber in überörtlichen Szenarien (Hochwasser, etc) nachvollziehen lassen.
Das soll kein doppeltes Engagement schlechtreden, aber limitierende Elemente darf und sollte man benennen.