Europäische NATO-Staaten zeigen demonstratives Engagement in Grönland (Überblick)
Nach einem offenkundig wenig erfolgreichen Gespräch dänischer und grönländischer Offizieller mit US-Vertretern über die Zukunft Grönlands demonstrieren mehrere europäische NATO-Staaten Solidarität mit dem Königreich Dänemark, zu dem die Insel gehört – und wollen den USA die Bereitschaft zur Sicherung Grönlands zeigen. Mehrere Länder, darunter Deutschland, kündigten die Entsendung von Truppen in den hohen Norden an, im Falle der Bundeswehr zunächst zur Erkundung.
Am (heutigen) Mittwoch hatten die Außenminister Grönlands und Dänemarks, Vivian Motzfeldt und Lars Løkke Rasmussen, mit US-Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio über die Forderungen von US-Präsident Donald Trump gesprochen, Grönland in sein Land einzuverleiben. Beide Seiten vereinbarten zwar weitere Gespräche, ein Ergebnis schien jedoch nicht erreicht, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press:
A top Danish official said Wednesday that a “fundamental disagreement” over Greenland remains with President Donald Trump after talks in Washington with Vice President JD Vance and Secretary of State Marco Rubio.
The two sides, however, agreed to create a working group to discuss ways to work through differences as Trump continues to call for a U.S. takeover of Denmark’s Arctic territory of Greenland.
“The group, in our view, should focus on how to address the American security concerns, while at the same time respecting the red lines of the Kingdom of Denmark,” Danish Foreign Minister Lars Løkke Rasmussen told reporters after a highly anticipated meeting in which Greenland’s foreign minister also participated.
Die Pressekonferenz von Rasmussen und Motzfeld im Video:
Dänemark und verbündete europäische Staaten machten unterdessen Ernst mit ihrer Ankündigung, eine gemeinsame Absicherung der Insel zu organisieren – vordergründig gegen die von Trump fälschlich behauptete unmittelbare Bedrohung der Insel durch Russland und China. Die Regierung in Kopenhagen kündigte zunächst die Verlegung von Truppen nach Grönland an:
The geopolitical tensions have spread to the Arctic. The Government of Greenland, and the Danish Ministry of Defence have therefore decided to continue the Danish Armed Forces’ increased exercise activity in Greenland, in close cooperation with NATO allies. From today, there will be an expanded military presence in and around Greenland – in close cooperation with NATO allies. The purpose is to train the ability to operate under the unique Arctic conditions and to strengthen the alliance’s footprint in the Arctic, benefiting both European and transatlantic security.
Zu den Partnern, die in diesem Fall mit Dänemark zusammenarbeiten, gehört auch Deutschland. Das Verteidigungsministerium kündigte am Mittwochabend eine Erkundungsmission an, die bereits am (morgigen) Donnerstag beginnen soll:
Auf Einladung Dänemarks wird sich Deutschland vom 15. bis 17. Januar 2026 gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen. Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.
Die Bundeswehr wird dazu morgen früh mit einem Airbus A400M Transportflugzeug ein Erkundungsteam mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk in Grönland entsenden. Die Erkundung vor Ort wird zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden.
Wichtige Aussage dabei: diese Erkundung findet auf Einladung Dänemarks statt – und eben nicht als eine gemeinsame Mission der NATO, die in der deutschen Mitteilung ebensowenig erwähnt wird wie die US-Regierung.
Neben Deutschland kündigte auch Schweden eine Entsendung von Militärs an, offensichtlich ebenfalls zunächst nur in geringer Zahl zur Erkundung:
Einige Offiziere der schwedischen Streitkräfte kommen heute in Grönland an. Sie gehören zu einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern. Gemeinsam sollen sie die nächsten Schritte im Rahmen der dänischen Übung „Operation Arctic Endurance“ vorbereiten. Auf Anfrage Dänemarks entsendet Schweden Personal der Streitkräfte.
(übersetzt mit deepl.com)
schrieb der schwedische Premierminister Ulf Kristersson auf der Plattform X. Darüber hinaus sollen laut Medienberichten Frankreich, die Niederlande und Kanada ebenfalls an der Mission beteiligt sein.
Genau dieses Vorgehen hatte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits am (gestrigen) Dienstag angekündigt: Eine gesonderte NATO-Mission werde kaum kurzfristig zu erreichen sein; statt dessen vermutlich eher ein gemeinsames Vorgehen einer kleineren Gruppe innerhalb der europäischen NATO. Die Bundeswehr sei in der Arktis in der Vergangenheit mehrfach präsent gewesen und werde das auch fortsetzen.
(Archivbild: Der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ der Deutschen Marine am 16. August 2025 beim Einlaufen zu einem offiziellen Besuch in der grönländischen Hauptstadt Nuuk – Jane Schmidt/Bundeswehr)
BW-„Erkundungsmission“, aha…
( und bezugnehmend auch auf den aktuellen Personal- und Katar-Beitrag ):
Im üblichen augen-geradeaus-Personalartikel ( der 2026 noch spannend wird nach verschickten Briefen und dem erhöhten Gehalt für Berufsanfänger ) steht ja der Ausdruck:
„Weitere Missionen / einsatzgleiche Verpflichtungen“. Im Sinne von “ zählen wir nicht zu Auslandseinsätzen „.
Hatte ich so noch nicht auf dem Schirm.
Mit den Worten vom Bundeskanzler “ die Situation ist komplex “ ist das wohl auch so bei den Einsätzen ausserhalb des Bereichs der BRD.
Ich erinnere mich noch an die „alten Zeiten“ im kalten Krieg wo man im Vorfeld der Überlegungen zum Wehrdienst ja/nein sicher sein konnte das sich in Friedenszeiten im Ausland zu 100% genau nichts abspielt ( ausgenommen vielleicht Rotkreuz-Leistungen ).
Jetzt zieht man einerseits Personal aus dem gefährdeten Katar ab, schickt aber andererseits Personal ins gefährdete Grönland.
Die Lage ist eben „komplex“…
Anmerkung:
Die BW-Erkundungsmission kann man durchaus positiv sehen.
Auch wenn der erratische Herr Trump immer wieder darauf besteht Grönland irgendwie einzugemeinden, wenn die europäische NATO hier dtl. mehr machen würde wäre er evtl. zufrieden ? Wer weis das schon…
Von seiner 2. Amtszeit ist gerade mal 1/4 um.
In der 1. Amtszeit hatte ich mir mehr Sorgen um echte Kriege gemacht die er vom Zaun brechen könnte
In der 2. Amtszeit bringt er jetzt das gesamte NATO-Konstrukt ins Wanken.
Was passiert wohl in den restlichen 3/4 der 2. Amtszeit.. ?
Interessant. Man pokert obwohl beide Seiten wissen, dass die Europäer vielleicht zwei Pärchen und die Amis ein Full House haben. Spieltheoretisch ist der Ausgang klar. Das Blatt der Europäer ist schlecht und Bluffen ist unmöglich, da das Blatt bekannt ist.
Also hofft man, dass die USA es sich anders überlegen, weil ein paar Senatoren und so. Aber die US-Außenpolitik wird vom Präsidenten gemacht. Spieltheoretisch wird Trump durch die paar renitenten Senatoren et al. gezwungen, noch härter aufzutreten, denn er darf ja innenpolitisch keinesfalls als Verlierer dastehen.
Also mir ist schleierhaft, worauf die Deutschen und Nato-Europäer da spielen. Ihre pseudo-Moralaußenpolitik, die früher vielleicht funktioniert hat („aber das macht man doch nicht!!“), ist obsolet. Das kann nur mit einer Blamage und / oder im Desaster enden.
Niemand, außer den USA, bedroht Grönland. Die Hoffnung der Grönlander mal selbständig werden zu können, hat sich für die Zukunft zerschlagen. Denn ein unabhängiges Grönland würde sofort von USA oder Russland besetzt werden, da es nicht mehr Teil der NATO wäre. Dänemark, wozu Grönland gehört ist dagegen NATO Mitglied, so daß ein Angriff auf Grönland den NATO Bündnisfall auslösen würde. Weder Russland, noch China werden einen Krieg mit der NATO WG Grönland anfangen. Die Behauptung von Trump, dass Russland oder China Grönland bedrohen würden ist aktuell grober Unfug. Zudem gibt es einen US Stützpunkt, so dass jeder Angreifer mit einer Kriegserklärung der USA rechnen müsste! Die USA haben aus eigener Dummheit ein Dutzend weiterer Stützpunkt auf Grönland seit Ende des Kalten Krieges geschlossen. Durch den Stützpunktvertrag von 1951 dürften die USA sowieso wieder weitere Stützpunkte auf Grönland errichten & die dänische Regierung hat doch längst signalisiert, dass sie keine Bedenken grundsätzlich gegen weitere US Stützpunkte hat. Aber Dänemark erwartet zu Recht, dass seine Souveränität über Grönland respektiert wird. Dass jetzt 13 Soldaten der Bundeswehr zur Erkundung nach Grönland geschickt werden ist mal eine relativ schnelle Reaktion der Bundeswehr. Aber warum nur Erkundung? Gleich eine Kampfkompanie der Gebirgsjäger oder Fallschirmjägern zu schicken wäre überzeugender. Im übrigen gehe ich davon aus, dass die Dänen uns direkt sagen könnten, wo welche Truppen untergebracht werden könnten oder wo mögliche Stützpunkte sinnvoll errichtet werden könnten! Zudem haben wir mit dem Multinationalen Korps Nordost ein gemeinsames Korps mit den Dänen, welches man nutzen könnte, um eine gemeinsame Verteidigung von Grönland zu planen. Und da Trump von einer Invasion der Russen oder Chinesen fantasiert, wäre eine Stationierung von Infanterie oder Kampfflugzeugen wohl sinnvoller, als wie die BW nur von Erkundung zur Seeraumüberwachung zu sprechen, was zwar der NATO nützen kann, aber Trump ist die NATO Scheiss egal. Die EU Staaten bzw die europäischen NATO Staaten sollten eine tatsächliche Verteidigung Grönlands gegen die USA planen und vorbereiten, um Trump abzuschrecken statt weiterhin sich vorzulügen, man könne Trump einbinden. Dazu müsste man den Dänen EU oder europäische NATO Stützpunkte für Grönland vorschlagen.
Ich hätte mir nie gedacht, wieder in Furcht vor einem Krieg leben zu müssen. Als studierter Historiker und ehemaliger GWDL und KatS-Helfer, der vor einem Vierteljahrhundert hauptberuflich das Schwesternhelferinnen des Roten Kreuzes in seinem Beritt hat abwickeln müssen, schüttelt es mich täglich, wenn ich die Nachrichten höre bzw. sehe.
Lernt die Menschheit denn nie aus der Geschichte? Ich zweifele langsam aber sicher an dem allzu oft in die Diskussionen eingebrachten GMV. Gesund scheinen mir hier nur noch wenige zu sein. Und trotz Verstandes scheinen Emotionen, Gefühle, Haltungen zu überwiegen …
Umzingelt waren wir Deutschen letztmals 1943.-1945. Wiederholt sich Geschichte doch – diesmal allerdings in einem größeren europäischen Rahmen? J’espère que NON!
Nur um das zusammenzufassen: Gemäß des Greenland Defence Agreement von 1951 hat die USA das Recht, Truppen auf Grönland zu stationieren und diese Truppenkontingente auch weiter aufzustocken. Dafür haben die USA auch die De-Facto-Hoheit über Thule, Sondrestrom und Narsarsuaq.
Die Begründung für Trumps Anspruch auf Grönland ist, das sonst Russland oder China das Territorium beanspruchen würden, und Dänemark und die EU Grönland nicht verteidigen können.
Das einzige was Trump davon abhält, legal und rechtmäßig mehr Truppen auf Grönland zu stationieren und die Verteidigung der Region zu stärken, ist Trump.
Es macht schon Sinn dass Europa sich hier stärker einbringt… schon alleine um das Pseudo Argument von Trump zu entkräften dass Grönland schutzlos den Russen und Chinesen ausgeliefert ist…
Europa sollte hier permanent ein paar Kräfte stationieren… schon alleine um die GIUK Lücke im Atlantik zu schließen…
bedeutet für mich:
Seefernaufklärer (3-4)
MALE Drohnen (3-4)
U-Boote (2-3)
Schiffe (3-4)
Luftwaffe (12 Kanpflugzeuge, ein paar Transportmaschinen)
Flugabwehr zum Schutz der Stützpunkte
ein kleines verlegbares Element an Bodenkräften (zusammen eine Brigade)
wenn sich Deutschland, England, Frankreich, Italien, die Skandinavier beteiligen… sollte das kein Problem sein…
Trump kann man zusätzlich den Ausbau seines Golden Domes zusagen (er darf bauen und EU übernimmt Betriebskosten für den Grönland Part)
wenn er dann nicht einlenkt geht es ihm nur um die Rohstoffe auf Grönland und sein EGO… und dann ist die NATO am Ende !!!
Einfach mal machen! Sehr gut.
Im Übrigen ist eigentlich noch gar nicht ausreichend besprochen worden, was „Grönland verteidigen“ eigentlich bedeuten soll.
Die berühmten „Schiffe vor der Küste“ sind an sich ja noch kein Problem. Das haben wir sowohl in der Ostsee als auch beispielsweise im Ärmelkanal. Schön wäre allerdings, dass wenn man ein Lagebild dazu hätte – siehe meinen Kommentar zu den U-Booten.
Wie steht es um „Boots on the Ground“? Dazu ist zunächst einmal festzuhalten, dass ein Trupp auf der Insel noch lange nicht bedeutet, dass man diese riesige Insel kontrolliert – geschweige denn besitzt. Dazu benötigt es sicher einer permanenten Stationierung mit weitreichender Aufklärung und Wirkung, die auch nachhaltig versorgt werden kann. Dennoch sollte der Anspruch der EU sein, ungebetene Gäste – geschweige denn Militär – auf der Insel zu vermeiden.
Ein politscher Akt wäre übrigens auch, Grönland mit in das Schengenabkommen zu übernehmen. Dann könnte man es auch offiziell durch FRONTEX schützen lassen :) Logisch wäre dann auch die Entsendung von Schiffen der Küstenwache. Selbst Island könnte dann mit der Thor dort aktiv werden.
Funfact zum Schengenraum: Die Eingangstore zu den amerikanischen Stützpunkten wären dann eine Schengen-Außengrenze. Dort könnte man dann Zollstationen als Checkpoints für die Einreise von US-Amerikanern in den Schengen-Raum einführen…. (mit dem daneben liegenden freien Durchgang für „Schengenraum-Bürger). Da Donald Trump ja so auf Symbole steht – das würde dann doch starke Bilder generieren.
Sehr schnelle, erfolgreiche und notwendige sowie sichtbare Massnahme der Entschlossenheit, welche den aktuell fortlaufenden diplomatischen Diskurs unterstützend flankiert.
Dies musste sein, auch um unsere Glaubwürdigkeit zu manifestierten, ansonsten wäre das Memorandum der Europäischen Staaten (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Polen und Dänemark) von letzter Woche sinnlos gewesen und die zugesagte Unterstützung des Freundes und Verbündeten Dänemark nicht glaubwürdig.
Es ist halt extrem schwierig, wenn der Aggressor aus dem Bereich des eigenen Bündnis kommt und eine unerhörte Herausforderung.
Es kommt daher nicht aktuell darauf an, wie die militärische Wirkung zu beurteilen ist, sondern allein die Bereitschaft sowie Entschlussfähigkeit bestimmt momentan das Primat der Verteidigung.
Noch wichtiger ist der Fortschritt der Bereitschaft zur erkennbaren Unterstützung von dem Freund und Verbündeten Dänemark. So fordert der Reservieren Verband meines Erachtens nach völlig zutreffend und korrekt die Aufstellung einer Brigade, welche umgehend nach Grönland zu verlegen ist.
Allen Europäischen Staaten muss jetzt klar sein, dass es entschlossenes Handeln zwingend erforderlich ist.
Grönland wäre für Dänemark und Europa eine Perle. Es behalten zu wollen, ist ein rational sinnvolles Interesse.
Ebenso für die USA Grönland haben zu wollen.
Die Machtverhältnisse usw. sind klar und damit der Ausgang, wenn es „hart auf hart“ kommen sollte.
Was wäre also die rational beste Strategie für Dänemark und indirekt Deutschland?
a) Klappe halten. Thema runterspielen. Keine offiziellen Besuche in den USA, keine Presse. Das Thema raus aus den Medien bringen. Merke: Je mehr das Thema in den Medien, umso mehr muss Trump / die USA sich durchsetzen.
b) Parallel dazu muss Dänemark (nicht die EU, nicht die Nato, nicht Deutschland) still aber entschlossen eine Verteidigung einrichten, wesentliche (!) Teile seiner Streitkräfte dorthin verlagern. Die Aussage ist: Wir wissen, dass wir Grönland nicht verteidigen können, aber wir sind entschlossen, zu den Waffen zu greifen und Euch größtmögliche Verluste zuzufügen.
c) Wenn die Dänen das machen (und ich sehe bisher die Bereitschaft dazu nicht), dann – und nur dann – macht es für Deutschland Sinn, in die Verteidigung Grönlands mit einzusteigen. Dann analog zu Dänemark: Still und leise, signifikant und mit Schießbefehl.
Dann sind die USA am Zug. Und da müssen die sich dann entscheiden: Ist man bereit, gegen die Dänen und Europäer Krieg zu führen, die Nato aufzugeben, Westeuropa zu verlieren? Oder nicht. Und da wäre dann die rationale Wahl für die USA: Nein. Soviel ist Grönland nicht wert.
PS: Dänen und Europäer müssten parallel eine Strategie zur wirtschaftlichen Verwertung Grönlands entwickeln und umsetzen. Ein „Naturschutzreservat Nord-West“ auf Kosten Dritter geht nicht mehr. Da muss Substanz hin, sonst macht das militärische Engagement keinen Sinn.
@NervSVDst
„Das Einzige, was Trump davon abhält…“
ist die Tatsache, dass das Ansinnen von Mister Trump zur vollständigen, dauerhaften Übernahme im Sinne einer Eroberung sehr sehr viel Geld kostet und er diese Rechnung offenbar ohne die Entschlossenheit der EU gemacht hat.
Das Vertreiben der legitimen Regierung in Grönland dürfte daher für unsere Amerikanischen Freund deutlich schwieriger werden.
Übrigens : RECHTE haben wir Europäer freilich auch. Wir sind dort auf Einladung unserer Europäischen Freunde und Verbündeten
Die europäischen Truppen (wo sind dabei eigentlich die Briten?),
können bestenfalls als Stolperdraht fungieren. Einsatz explizit unter DK-Kommando (auf Einladung von DK) zur Unterstützung Dänemarks bei der Aufrechterhaltung seiner Hoheitsrechte an wichtigen Orten / Stützpunkten auf Grönland. (Zunächst gegen die „von den USA befürchteten Bedrohungen durch fremde Mächte“.)
-> Es muss sichergestellt werden, dass jeder Versuch Grönland durch eine militärische Aktion zu besetzen bedeutet, unmittelbaren Zwang gegen DK und jede Menge NATO-Partner anzuwenden, da diese an allen wichtigen Stellen präsent sind und einem simplen „Tausch der Flagge“ widersprechen. In Grönland muss eine klare rote Linie gezogen und deutlich gemacht werden.
-> Es muss auch (NATO-intern) klar gemacht werden, dass jeder Angriff auf DK und NATO Truppen in Grönland ernsthafte Konsequenzen hat. Die USA müssen wissen, dass man eine militärischen Aktion als Ihre sofortige Austrittserklärungn aus der NATO betrachten wird und, dass damit alle diesbezüglichen Verträge sofort hinfällig werden. (Sofortiger Verlust aller US Stützpunkte und Überflugrechte und sonstiger Bündnisprivilegien) Aufforderung zum sofortigen Truppenabzug. Dabei keineswegs die Auflösung der NATO anerkennen sondern die Rechtsnachfolge ohne USA sichern. (NATO in Brüssel ganz stumpf als Koalition der Willigen fortführen, wer sonst noch gehen will, darf gehen…)
-> Ein Schießkrieg in Grönland ist Quatsch, aber die Amerikaner dazu zwingen, Ihre Flagge unter Zwang (und mit Gefangenahme von Verbündeten) zu hissen reicht völlig aus.
-> Die USA sind unter dieser Administration (und das ist nicht nur Trump, sondern der gesamte Apparat ist auf Linie. Eine Korrektur durch Kongress und Senat ist m.E. nicht mehr zu erwarten, ggf. auch nicht mehr möglich.) kein Verbündeter oder Partner mehr, sondern im Zweifel eine Bedrohung, die uns im Bündnisfall bestenfalls hängen lassen und abzocken (vgl. PURL) und schlimmstenfalls komplett an Putin verraten, wenn es ihnen nützt (und GPS, Starlink etc. für uns abschalten.)
-> Ist das „ganz doll schlimm“ und wir müssen uns aufgrund eigener Schwäche einfach immer weiter bei den USA anbiedern/ unterwerfen? Ich denke nicht. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Diese Zäsur kann auch einen heilenden und nötigen Energieschub bringen.
-> Im Besten Fall führt diese Entschlossenheit und der klare Wille zu Konsequenzen dazu, dass die USA noch einmal innehalten.
BS, ich muss doch schon bitten. Zitat: „Man pokert obwohl beide Seiten wissen, dass die Europäer vielleicht zwei Pärchen und die Amis ein Full House haben. Spieltheoretisch ist der Ausgang klar. Das Blatt der Europäer ist schlecht und Bluffen ist unmöglich, da das Blatt bekannt ist.“ In diesem Zusammenhang von „pseudo-Moralaußenpolitik“ zu sprechen, führt aufs falsche Gleis.
Festzuhalten ist: Die Europäer mögen vielleicht militärisch haushoch unterlegen sein, befinden sich aber im Gegensatz zu Donald Trump im Einklang mit dem Völkerrecht (vgl. Gewaltverbot laut UN-Charta). Außerdem wäre es ein Novum, wenn ein Nato-Mitglied gegen andere Nato-Mitgliedstaaten Gewalt androhen oder sogar Gewalt anwenden würde. Auch der Nato-Vertrag verbietet das ausdrücklich (siehe Artikel 1).
Nehmen wir an, ein muskulöser Kampfsportler droht Ihnen Gewalt an, wenn Sie ihm nicht Ihre Geldbörse überlassen (strafrechtlich wäre das ein Raub gemäß § 249 StGB), und Sie können sich körperlich nicht mit ihm messen. Was machen Sie? Bloß sagen „spieltheoretisch ist der Ausgang klar“? Oder pochen Sie aufs Gesetz und rufen die Polizei? Wäre das in Ihren Augen eine Pseudomoral, weil der Stärkere (zunächst) gewinnt?
Natürlich ist die Entsendung von ein paar Soldaten symbolisch, aber sie zeigt: Wenn Trump Grönland annektiert, befindet er sich im Unrecht und zerstört dadurch faktisch die Nato. Und wenn man den Amerikanern noch ein Fünkchen Verstand zubilligt (ohne wäre es sowieso hoffnungslos), wachen sie vielleicht auf.
Derletzt hatte DT ja angekündigt, die Verteidigungsausgaben von 900 Mrd.$ in 2026 auf 1,5 Billionen $ in 2027 erhöhen zu wollen:
https://www.bbc.com/news/articles/cy59kxl2xwzo
Ich fragte mich wozu. Wir erinnern uns, dass er die Europäer aufgefordert hat, ab 2027 Ihre Verteidigung selbst zu gewährleisten.
Der Zuwachs von 600 Mrd$ im Budget entspricht ziemlich genau dem Nicht-US-Anteil am Gesamt-NATO-Verteidigungsbudget 2025:
https://www.nato.int/content/dam/nato/webready/documents/finance/def-exp-2025-en.pdf (Seite 5).
DT plant bereits ohne NATO.
D.h. weniger versuchen, US an Bord zu halten, mehr sich darum kümmern, dass der Rest in einem Nachfolgekonstrukt zusammen bleibt.
Die Russen haben mittlerweile die 100 Bälle auf dem Elfmeterpunkt erkannt und bedienen Trumps Wahn jetzt passend:
https://www.reuters.com/world/senior-russian-official-says-greenland-could-vote-join-russia-if-trump-does-not-2026-01-13/
Alter Schwede, Comedy.
Es wäre zum Lachen, wäre es nicht so ernst.
@Michael Schöfer:
Das Verhältnis zwischen Türkei und Griechenland ist nicht ganz friktionsfrei und der wesentliche Grund für die große griechische Panzerstreitmacht.
Lieber Herr Wiegold,
ich will Ihnen in diesem Kontext nur mal meinen großen Respekt aussprechen.
Es war wirklich beeindruckend, wie Sie hier gestern Abend als erster einen so umfassenden Überblick vermittelt haben, während in den Newstickern der großen bundesweiten Tageszeitungen gerade erst die ersten Meldungen aufkamen.
[Danke – und ehe ich erröte: Gelernt ist gelernt; nicht umsonst habe ich die ersten knapp 20 Jahre meines Berufslebens bei Nachrichtenagenturen verbracht… T.W.]
Upps!
„das Schwesternhelferinnen-Programm des Roten Kreuzes“ hätte es heißen müssen, das Wort „Programm“ war plötzlich nicht mehr da. ;-)
@closius Ich würde gerne daran erinnern, dass das Multinationale Korps Nord-Ost einen sehr sehr starken Ostflankenbezug hat. Laut NATO liegen sowohl Grönland als auch Dänemark im Verantwortungsbereich des JFC Norfolk und das Multinationale Korps Nord-Ost im Bereich des JFC Brunssum. Und wer sich hier auf das Völkerrecht beruft ist irgendwo vor 5 Jahren (Ende 2021) im Denken stecken geblieben. Es gilt mittlerweile nur noch das Recht des Stärkeren. Die USA aus der NATO herausdrängen zu wollen ist da ebenso großer Quatsch, dann würden die Russen innerhalb von ein paar Stunden im Baltikum einmarschieren.
Ein wichtiges und richtiges Zeichen! Erstmal geht es darum zu signalisieren das man da ist, und wenn nötig noch weitere Kräfte zur Verstärkung heranführen wird. Perspektivisch käme hier vielleicht eine Multinationale Brigade unter Führung des Eurokorps in Betracht, sofern die USA keine Partnerschaft über die Nato realisieren wollen.
@ Brainstormer sagt:
15.01.2026 um 12:33 Uhr
RUS und Trump-Admin spielen sich offenbar nun zunehmend offen die Bälle zu. Der Verdacht liegt nahe, dass Medwedew‘s Statement als mediales Futter für die Trump Admin gegenüber dem schlichteren Teil der US-Bürger dienen soll. Es steht auch zu befürchten das diese Marionetten-Republikaner im Kongress sowas auch als Grund für eine Unterstützung von Trumps Kurs nutzen, da ist ja im Moment nichts zu absurd.
CHN bräuchte eigentlich nur noch eine überraschende Anerkennung von TWN aussprechen und USA und RUS zur Räson rufen und wäre – zack – der grosse Gewinner im Game. So langsam hoffe ich drauf.
laut NTV prüft die Bundeswehr die
„Verlegung/Übung von Seefernaufklärern, Eurofightern, Fregatten oder anderen Einheiten zur Seeraumüberwachung“
Da der andere Thread leider geschlossen wurde:
Die EU Staaten halten US Staatsanleihen im Wert von über 1,3 Billionen USD. Die 30-jährigen US Treasuries rentieren z.Z. bei über 4,7% und die FED hat schon vor längerem erklärt, sie wäre gezwungen, Anleihen zurückzukaufen, sollte die Rendite über 5% steigen. Dazu müsste die FED aber Geld drucken! Mit den US Treasuries halten die EU Staaten eine enorm mächtige Waffe in den Händen. Sie könnten durch massive Verkaufen einen Kursrutsch an den US Anleihemärkten und in dessen Folge auch an den Aktienmärkten auslösen. Trump bettelt geradezu darum. Wann ist für Europa das Maß endlich mal voll? Xi Jinping war da nicht so zimperlich.