Europäische NATO erklärt Grönland-Solidarität mit Dänemark (m. Korrektur)
Vor dem Hintergrund der erneuten und anhaltenden territorialen Ansprüche der USA auf Grönland haben die großen europäischen NATO-Staaten ihre Solidarität mit Grönland und mit dem Königreich Dänemark erklärt, zu dem die Insel gehört. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien (KORREKTUR) und Polen betonten in einer gemeinsamen Erklärung mit dem skandinavischen Land, die Probleme der Arktis könnten nur von allen Mitgliedern der Allianz gemeinsam angegangen werden, und erinnerten die USA an ihre vertraglichen Verpflichtungen. Zugleich stellten sie klar: Grönland gehört seinem Volk.
Die gemeinsame Erklärung der sieben (KORREKTUR, nicht sechs) Länder folgt auf Solidaritätserklärungen einzelner Mitgliedsstaaten der Allianz, insbesondere aus Nordeuropa. Angesichts der zunehmend aggressiveren Töne aus der Regierung von US-Präsident Donald Trump ist es die bislang deutlichste gemeinsame europäische Aussage. Der Verweis auf die Bedeutung der Arktis ist auch eine Reaktion auf Behauptungen aus der US-Administration, nur die USA könnten angesichts einer Bedrohung durch Russland und China die Sicherheit der Nordpolarregion sicherstellen.
Zur Dokumentation der bislang nur auf Englisch veröffentlichten Erklärung eine (inoffizielle) deutsche Übersetzung:
6. Januar 2026
Gemeinsame Erklärung zu Grönland
Erklärung von Präsident Macron (Frankreich), Bundeskanzler Merz (Deutschland), Ministerpräsidentin Meloni (Italien), Ministerpräsident Tusk (Polen), Ministerpräsident Sánchez (Spanien), Ministerpräsident
Starmer (Vereinigtes Königreich) und Ministerpräsidentin Frederiksen (Dänemark) zu Grönland.
Die Sicherheit in der Arktis bleibt eine wichtige Priorität für Europa und ist von entscheidender Bedeutung für die internationale und
transatlantische Sicherheit.
Die NATO hat deutlich gemacht, dass die Arktisregion eine Priorität ist, und die europäischen Verbündeten verstärken ihre Anstrengungen. Wir und viele andere Verbündete haben unsere Präsenz, unsere Aktivitäten und unsere Investitionen erhöht, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten und Gegner abzuschrecken. Das Königreich Dänemark – einschließlich Grönlands – ist Teil der NATO.
Die Sicherheit in der Arktis muss daher gemeinsam mit den NATO-Verbündeten, einschließlich der Vereinigten Staaten, erreicht werden, indem die Grundsätze der UN-Charta, darunter die Souveränität, die territoriale Integrität und die Unverletzlichkeit der Grenzen, gewahrt werden. Dies sind universelle Grundsätze, und wir werden nicht aufhören, sie zu verteidigen.
Die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Partner in diesem Bestreben, als NATO-Verbündeter und durch das Verteidigungsabkommen zwischen dem Königreich Dänemark und den Vereinigten Staaten von 1951.
Grönland gehört seinem Volk. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen.
(Übersetzt mithilfe von deepl.com, wird ggf bei Vorliegen einer offiziellen deutschen Fassung durch diese ausgetauscht. Das Original als Sicherungskopie:
20250106_Joint_Statement_on_Greenland)
Nachtrag: Die Niederlande schließen sich der Erklärung an, wie Ministerpräsident Dick Schoof auf X mitteilte:
Nachtrag 2: Am Dienstagabend hat das Weiße Haus noch mal nachgelegt:
President Donald Trump and his team are considering “a range of options” in order to acquire Greenland — including “utilizing the U.S. Military,” White House press secretary Karoline Leavitt told CNBC on Tuesday. …
“President Trump has made it well known that acquiring Greenland is a national security priority of the United States, and it’s vital to deter our adversaries in the Arctic region,” Leavitt said in an emailed statement.
“The President and his team are discussing a range of options to pursue this important foreign policy goal, and of course, utilizing the U.S. Military is always an option at the Commander in Chief’s disposal,” she said.

Frage zu Grönland: Gilt hier die Beistandsklausel aus dem Vertrag über die Europäische Union?
Herr Putin wird sich das sehr amüsiert ansehen und vor Lachen auf die Schenkel klopfen. Wir sollten uns schleunigst von den USA emanzipieren. Aber das ist für Kanzler Merz vermutlich sehr komplex.
Aus der NYT von heute:
„ Stephen Miller, a top aide to President Trump, asserted on Monday that Greenland rightfully belonged to the United States and that the Trump administration could seize the semiautonomous Danish territory if it wanted.
“Nobody’s going to fight the United States militarily over the future of Greenland,” Mr. Miller told Jake Tapper, the CNN host, after being asked repeatedly whether he would rule out using military force.“ ……
“We live in a world, in the real world, Jake, that is governed by strength, that is governed by force, that is governed by power,” he said. “These are the iron laws of the world since the beginning of time.”
Stephen Miller ist der stellvertretende Stabschef des US-Präsidenten.
Ob sich in der EU schon jemand Gedanken gemacht hat, was die EU-Beistands-Verpflichtung nach Art.42 Abs.7 in dem Zusammenhang bedeuten könnte?
Es erscheint undenkbar, aber:
Die Europäer sollten sich die Frage stellen,
ob die amerikanischen Truppen in ihren Ländern aufgrund der Neuausrichtung der US-Außenpolitik nicht nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in einem Konflikt mit RUS mglw. nicht tätig werden, also nutzlos sind, sondern außerhalb eines solchen mglw, sogar der Durchsetzung von US-Interessen dienen könnten (und sei es nur durch Blockade von bestimmten Einrichtungen etc.), und demzufolge durch die Host-Nations zügigst zum Abzug motiviert werden sollten.
Man kann die Passagen der NSS2025 bezüglich „wir müssen den Europäern behilflich sein, ihren Kurs zu ändern…“ nämlich auch weniger fürsorglich auffassen.
[Gegen einen Link zur NY Times spricht nichts:
https://www.nytimes.com/2026/01/05/us/politics/stephen-miller-greenland-venezuela.html?smid=url-share
T.W.]
Lieber Herr Y-gg8201
Ich stimme Ihnen nicht zu.
Erklären und erläutern Sie mir bitte die Folgen für die EU und für unsere Land, wenn es gehen darum gehen soll, sich von den USA zu „emanzipieren“? Sie meinen militärisch? Oder wirtschaftspolitisch oder was auch immer. Danke für Ihre erläuternden Folgewirkungen. Lassen Sie sich ruhig Zeit.
@Tobias Becker
Grönland ist nicht Mitglied der EU:
https://www.deutschlandfunk.de/groenland-und-daenemark-auch-ohne-eu-mitgliedschaft-100.html
Daher dürfte die Beistandsverpflichtung nach EUV nicht greifen. In wie weit die Insel (indirektes) NATO-Mitglied ist weiß ich nicht, DNK ist jedoch in verteidigungs- und außenpolitischen Fragen zuständig.
@Tobias Becker: Grönland ist Teil der Territorialen Integrität Dänemarks, damit ja, definitiv.
[Vorsicht; Grönland ist ebenso definitiv nicht Teil der EU – also würde ich das so eindeutig nicht bejahen. T.W.]
@ Josef König Zumindest sollten wir es mal langsam hinkriegen, zusammen mit unseren EU-Partnern militärisch auf eigenen Beinen zu stehen. Derzeit sind wir einfach nur erpressbar. Wenn wir es mit Demokratie, Freiheit und Völkerrecht ernst nehmen, dann bleibt uns derzeit gar nichts anderes übrig, als uns da stark aufzustellen. Die USA benehmen sich wie ein Feindstaat.
Grönland ist nicht Teil der EU, somit gilt die EU Beistandsklausel nicht. Das gilt auch für diverse Überseegebiete Frankreichs, die zwar zu Frankreich gehören aber nicht zur EU.
Wenn sie mal auf eine Euromünze schauen, da sehen sie alles was dazugehört, inkl winzig kleiner Inseln, die man dort darstellen wollte. Grönland könnte man da nicht übersehen.
Aber Natogebiet ist es denke ich schon….. wäre interessant das herauszufinden.
Putin wollte die Nato spalten, Trump macht das im Vorbeigehen, wie in nem ganz schlechten Drehbuch eines Billigfilmchens
Bei der geradezu unglaublichen Entwicklung der Beziehung Grönland / USA wird es schwierig historische Vergleiche zu finden.
Ich warte noch auf das „Argument“ incl. des kruden Vergleichs der US-Administration mit dem Vorfeld des 2. Weltkriegs damals für die USA.
Aus Wikipedia:
„Samstag, 13. April (1940). Das Løgting protestiert formal beim britischen Konsul in Tórshavn gegen die Besetzung der Färöer. Dieser Protest wird von allen Seiten als rein formal angesehen, denn die Bevölkerung ist übereinstimmend erleichtert, dass es die Briten und nicht die Deutschen sind, die ihr Land besetzen.“
sowie:
„Nachdem die isländische Regierung nicht überredet werden konnte, sich den Alliierten anzuschließen, marschierte Großbritannien am Morgen des 10. Mai 1940 ein.“
Könnte man ein “ besser wir morgen als die Russen übermorgen “ daraus konstruieren…
Lieber Y-gg8201,
Genau. Die USA verfügen über 11 atomar betriebene FLUGZEUGTRÄGER mit nahezu 50.000. dort eingesetzten Soldaten. In allen Weltmeeren. Die deutsche Brigade 45 in Litauen wird am Ende 5000 Soldaten umfassen. Ihr Vorschlag für einen deutschen Flugzeugträger wäre? Über seinen Namen bin ich mir auch nicht sicher. Aber gegen Angela Merkel hätte ich keinen Einwand. O. K?
Ist Grönland dänische Hoheitsgebiet? Das ist in Bezug auf den Artikel 42 (7) EUV die allein relevante Frage. Ob dieses Hoheitsgebiet Bestandteil der EU ist oder nicht ist, ist irrelevant. Der Artikel 42 (7) EUV erzeugt Verpflichtungen zwischen den Mitgliedsstaaten, nicht gegenüber der EU. Ist Grönland Bestandteil des dänischen Hoheitsgebietes, so greift die Besistandsklausel. Die EU (ihre Organe) ist da raus, sofern Dänemark sich nicht aktiv bemüht, den Ball über die EU zu spielen, wie seinerzeit Frankreich. Wirkmächtig wäre es, wenn Dänemark in der NATO Artikel 4 Konsultationen aufrufen würde. Grönland ist aus der Sicht des EU Instrumentariums kaum anders zu betrachten als z.B. die Ukraine (naja, bevor dem Kandidatenstatus). Nur das halt die Oberherrschaft nicht in Kiew sitzt sondern in Kopenhagen.
Es wird höchste Zeit Truppen in Marsch zu setzen und nach Grönland zu verlegen, einfach erstmal als Zeichen an Länder ( auch solche von denen man das nicht angenommen hätte) die planen Grenzen gewaltsam zu verschieben. Ich schrieb es schon mal: Die EU liegt geographisch zwischen zwei Kontinenten wovon einer ganz klar autoritär geführt wird, und der andere gerade dabei ist diese Staatsform zu wählen.
Moin,
dumme Frage: Könnte Grönland nicht im Schnellverfahren der EU wieder beitreten?
https://de.wikipedia.org/wiki/EG-Mitgliedschaftsreferendum_in_Gr%C3%B6nland_1982?wprov=sfti1
https://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagener_Kriterien?wprov=sfti1
Bei einer derart kleinen Bevölkerung, welche ohnehin eng mit der EU verbunden ist, sollte dies doch grundsätzlich möglich sein. Und nach Möglichkeit und Volksabstimmung die Faröer gleich mit.
@ Josef König Haben Sie vor, irgendwo einzumarschieren? Was schlagen Sie vor? Auf den Rücken legen und in Schockstarre verfallen? Sie opfern lieber Grönland.
Die Zukunft?
Es wird keine U.S. Annexion mit militärischer Macht geben. Nicht erforderlich.
Trump kann, und vermutlich wird auch, mit der weitgehend autonomen Regierung auf der Insel einen Deal abschließen, ohne Kopenhagen einzubeziehen, der den Zugriff auf Rohstoffe und Stützpunkte (Radar/Flugabwehr) garantiert. Der Inatsisartut, das Parlament, wird unter Behauptung innenpolitischer Eigenständigkeit nach Zusage großzügiger U.S. Investitionen zustimmen.
Nur angestammte Ur-Einwohner, also keine Dänen, werden U.S. Bürgerrechte bekommen, auch attraktiv.
@KPK Es geht Trump nicht um Stützpunkte auf Grönland. Es geht ihm darum, daß grönländische Gas, Öl, seltene Erden zu stehlen.
Stützpunkte könnten die USA auch so bekommen.
@ KPK Vielleicht wird es so laufen. Aber Stützpunkte können die Amerikaner jetzt schon errichten. Wie oft kam im Zusammenhang mit Venezuela das Wort „Öl“ aus dem Mund von Trump? Wir brauchen niemanden auf der Welt noch irgendwas erzählen.
Ich sehe hier auch keine militärische Aktion zur Übernahme Grönlands. Es sind nur 57.000 Menschen die überzeugt werden müssen. Jedem 100,000 Dollar bieten ist wahrscheinlich günstiger als ein militärischer Einsatz.
Ich hab letztens auch irgendwo gehört, die USA hätten aktuell nicht besonders viel Material und ausgebildetes Personal für den Einsatz unter arktischen Bedingungen. Da sind die NATO Mitglieder Finnland, Schweden, Norwegen, Kanada und in Teilen Dänemark deutlich besser aufgestellt. Die spezialisierten Kräfte der USA gibt es, aber die werden zum Teil auch in Alaska benötigt und sind zahlenmäßig deutlich unter den skandinavischen Kräften mit der Spezialisierung.
Insgesamt trotzdem sehr traurig, in welche Richtung sich die Zivilisation entwickelt. Nicht, dass es nicht schon immer fadenscheinige Begründungen gab, womit das Völkerrecht gedehnt wurde (Drohnentötung; Tschetschenien; Irak 2003; Libyen usw.) aber jetzt wird ja nicht mal versucht so zu tun, als halte man sich an das Völkerrecht.
Dieses Schreiben, was am Anfang sehr viel Unterwürfigkeit und ganz am Ende erst den wichtigen Teil der Unterstützung beinhaltet, wird Trump nicht beeindrucken.
Im Gegenteil wird es ihn jetzt erst Recht motivieren, die Einheit Europas zu demontieren.
Weshalb?
Unterzeichnet haben 6 EU-Staaten und GB.
Es gibt aber 27 EU-Staaten plus die beiden sehr engen Partner GB und NO.
Das bedeutet, mit diesem Schreiben haben gerade einmal 7 von 29 Staaten ihren gemeinsamen Willen und die Unterstützung bekundet.
Das ist kein gemeinsames Statement, das ist eine Schwächung der Europäer.
Da hatte ich von der EU mehr erwartet.
Dann ist Grönland weg… ne im Ernst, welchen Hebel hat Dänemark dann noch?
Derzeit hat Grönland ja einen zumindest ähnlichen Status wie etwa Puerto Rico, die Amerikanischen Jungferninseln oder Guam, Amerikanisch Samoa oder die diversen Inseln und Atolle im Pazifik, nur halt unter dänischer Hoheit, anstelle der der USA. Dazu gehören einige Besonderheiten, wie ein eigener Außenminister und das weitgehende Mitspracherecht in Angelegenheiten, die Grönland betreffen.
Die Frage ist allerdings, ob Trump ernsthaft davon ausgeht, dass Dänemark im Falle einer Übernahme Grönlands durch die USA weiterhin treudoof das wirtschaftliche Defizit (in Höhe von immerhin bummelig 600 Mio. US$ im Jahr 2023) ausgleichen wird. Ich denke, die Dänen werden kaum Veranlassung sehen, das weiterhin zu stemmen, sollten die USA hier Ernst machen wollen. Auch der zu 95% lt. Wikipedia über Dänemark abgewickelte Export heimischer Produkte dürfte dann schwieriger werden.
Die heimische Wirtschaft ist auch durch die örtlichen Besonderheiten (lange Transportwege, geringe Nachfrage) hoch subventioniert. Auch das muss den USA im Fall der Fälle klar sein.
Aber vermutlich glauben Trump, Vance und Hegseth einfach nur, dass sie in jeden Ort einen McDonald’s, einen TacoBell und einen Starbucks setzen müssen und die Grönländer danken ihnen auf Knien… /sarc.
Nachtrag:
Jetzt mit den Niederlanden anscheinend 8 von 29 Staaten.
Es wird höchste Zeit, dass wir Europäer begreifen, dass wir uns alleine verteidigen müssen.
Die USA werden unter der Regierung eines Despoten und Musk, der im Hintergrund immer noch seine Fäden spinnt, zu einer Bedrohung für uns, die vergleichbar mit der Bedrohung durch Russland und China ist.
Er wird Grönland besetzen und sich aus Florida ganz genüsslich ansehen, wie daran die EU und NATO zerbrechen.
Und dann seine neue Weltordnung umsetzen.
Ja, es geht halt nur um die Rohstoffe, keinen Deut um militärische Sicherheit. Denn Sie könnten und dürften sogar weitere Stützpunkte dort errichten – was aber sehr teuer wäre.
Eigentlich will er keinen einzigen Boots on the Ground, sondern einfach nur die Flagge dort hissen um das Land Rohstoffmäßig nach typisch amerikanischer Gesetzgebung auszubeuten.
Jetzt will er ja einen Kauf alá Alaska prüfen lassen.
Das Sicherheitsthema könnte Europa auch abräumen indem wir anbieten selbst 1-2 Stützpunkte dort aufzustellen – das würde Europa zwar viel Geld kosten, Trump aber des Sicherheitsthema berauben.
Und bringen würde es trotzdem nichts, denn Trump würde trotzdem sein Ding durchziehen wenn er es ernst damit meint – und zwar schneller als unsere Regierungschefs einen Arbeitskreis dazu gebildet hätten.
Seine schnellen Entscheidungsmöglichkeiten und die schon vorhandenen Mittel sind aktuell ein Trumpf den wir kaum kontern können.
@ AOR Wenn diese diebischen Herrschaften damit durchkommen, können wir die NATO und die EU in die Tonne treten. Taiwan sollte sich schon mal warm anziehen.
@ Y-998201: Total!
Und da wir wissen, dass Verlustminimierung auch eine Form der Gewinnmaximierung ist und somit jedes Ergebnis oberhalb der Schwelle eines totalen Zusammenbruchs besser ist, möge man sich überlegen, Grönland als Teil der EU – Beistandsverpflichtung zu sehen.
Die Lansing-Deklaration:
Am 4. August 1916 gab der US-Außenminister Robert Lansing eine formelle Erklärung ab:
„Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird keine Einwände dagegen erheben, dass die dänische Regierung ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen auf ganz Grönland ausdehnt.“
Mit diesem Satz verzichteten die USA offiziell auf alle eigenen Gebietsansprüche und erkannten die dänische Oberhoheit über Grönland an. Dies war die Voraussetzung dafür, dass Dänemark dem Verkauf der Jungferninseln für 25 Millionen Dollar in Gold zustimmte.
Ich finde das ziemlich eindeutig, aber wir haben gelernt, dass den USA nichts mehr heilig ist und nichts mehr gilt. Also sollte Europa endlich anfangen auch danach zu handeln und nicht immer noch mit offenem Mund dastehen und staunen. Ich finde das Verhalten der Europäer zunehmend schwierig erträglich, auch der Kauf wichtiger US Rüstungsgüter sollte abgebrochen werden. Wir können uns doch nicht in dieser Form in die Hand eines „vielleicht“ Allierten geben.
Die Wahrheit ist doch: Niemand wird wirklich Grönland gegen die USA verteidigen wollen, obwohl die Europäer das in der Klimazone gut könnten, besser als die USA. Wir haben viele Einheiten die für dieses Klima Material und Ausbildung hätten. Es wird nicht mal ernstzunehmende Sanktionen gegen die USA geben. Alles ziemlich traurig.
Wie windelweich sind wir eigentlich? Unser Außenminister hat mindestens Verständnis, wenn nicht sogar Rechtfertigungen für das Vorgehen bzgl. Venezuela geäußert. Wenn es allerdings um „unsere Nachbarschaft“ geht, dann müssen wir Handlungsunfähigkeit beweisen und rote Linien ziehen!
Man muss sich nur mal beispielhaft Saudi Arabien anschauen, die nach dem israelischen Angriff auf Katar unter den pakistanischen nuklearen Schutzschirm geschlüpft sind.
„Handlungsufähigkeit“, sorry, das war die Autokorrektur.
Ich bin zumindestens gespannt auf den Delta-Force Movie ;-)
[Sie meinen den Film, der mit dem Boarding eines Tankers unter russischer Flagge durch US-Spezialkräfte anfängt? ;-)
https://www.reuters.com/business/energy/us-seizing-venezuela-linked-oil-tanker-after-weeks-long-pursuit-2026-01-07/
T.W.]
Die Europäer können Grönland nicht gegen die USA verteidigen, mit was denn? Die dänischen F-35 werden Grönland nicht einmal erreichen, falls sie überhaupt abheben. Das wäre, bei allem Frust über die US-Regierung, auch nicht wünschenswert. Sollen Amerikaner und Europäer wirklich aufeinander schießen?
Europa muss zusehen, wie es mit der neuen geopolitischen Realität zurechtkommt – und das gelingt nicht mit Wunschdenken. Wie wäre es etwa mit dem Wiederaufgreifen der Pläne zur Bildung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft, die Anfang der 50er Jahre gescheitert sind? Europäische Nato-Mitglieder minus Türkei und Ungarn, vielleicht plus Österreich. Die Nato liegt eh auf dem Sterbebett. Ich weiß, derzeit wenig realistisch. Aber sagte man das vor kurzem über den Gedanken einer militärisch erzwungenen Annexion Grönlands durch die USA nicht auch? Glaubt man Donald Trump und Stephen Miller könnte es schon bald dazu kommen. Wir werden es sehen. Die US-Regierung hat Steroide geschluckt, wir sollten deshalb zumindest das Valium absetzen. Das heißt, nicht nur reden, sondern endlich handeln.
Doch um die Europäer muss man sich keine echten Sorgen machen, die fertigen Pläne zur Bildung der EVG liegen bestimmt bereits in der Schublade. Man muss sie bloß genauso schnell herausholen, wie es kurz nach der Invasion Russlands in der Ukraine mit den Plänen zur Ankurbelung der Waffen- und Artillerieproduktion geschehen ist. (Muss ich jetzt beim letzten Absatz noch „Achtung Ironie!“ hinzufügen?)
„Y-998201 sagt:
07.01.2026 um 12:01 Uhr
@ AOR Wenn diese diebischen Herrschaften damit durchkommen, können wir die NATO und die EU in die Tonne treten. Taiwan sollte sich schon mal warm anziehen.“
Oh ja. Die Chinesen machen bestimmt mal irgendwann auch etwas Böses. Die Projektion hat uns dazu gebracht, auf die Transatlantiker zu hören, mit allen jetzigen Konsequenzen, z.B. komplette Abhängigkeit militärischer Art von den USA.
Oh weh, die USA machen jetzt in den Europa etwas ähnliches wie vorher im Irak etc. Naja, da hat ja zumindest Herr Schröder nicht mitgemacht. Ich finde es ja eher erfrischen dass Trump das nicht moralisch verbrämt – und die vielen Naivlinge jetzt auch realisieren, was Sache ist.
Dank auch an die langjährigen Transatlantiker hier im Forum. War ja gar nicht absehbar, trotz Tea Party etc.
@T.W.: Genau den Film! :-)
… stimmt, SEALs kommen darin ja auch vor – ich meine natürch (hüstel) „Coast Guards“ … Noch besser :-)
@ Michael Schöfer
Europäische Verteidigungsgemeinschaft?
Die Nationalstaaten Europas sind innerlich ähnlich gespalten wie die USA. In einigen Staaten waren bereits, oder sind es noch, Regierungen mit der politisch selben Ausrichtung wie die aktuelle Regierung der USA, im Amt.
Staatliche Repressionen gegen Medien, die nicht linientreu berichten. Aushebelung von Gewaltenteilung. Politik, wieder mehr hin zu Autokratie und dem Recht des Stärkeren, weg vom Schutz von Menschenrechten und der Unantastbarkeit der Würde aller Menschen.
Ein Deutschland, bei dem sich von Garmisch bis Sylt alle auf eine Politik einigen können ist schon schwer. rechtsextreme Parteien sitzen teils als stärkste Opposition in den Parlamenten. Aber ganz Europa zusammenzubringen. Das der Grieche auf Grönland für die EU kämpft und der Portugiese im Baltikum. Viel Erflog, allein mir fehlt der Glaube.
Einigkeit und Recht und Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – oder europäisch – „In Vielfalt geeint“ – Welche Europäer sind bereit dies tapfer zu verteidigen?
@T.W.
„Europäische NATO erklärt Grönland-Solidarität mit Dänemark“
Das ist die Überschrift ganz oben.
Und trifft den Punkt ganz gut.
Denn dies ist so ziemlich das Einzige was man tun kann. Solidarität erklären impliziert ja nicht was genau daraus folgen wird…
Im Grunde ist man immer noch fassungslos was das Trump-Regime schon im ersten Jahr so alles abgezogen hat.
Und wohl noch abziehen wird….
@Josef König
Ein deutscher Flugzeugträger sollte natürlich Old Shatterhand heißen.
Das Thema ist an Absurdität nicht zu toppen und passt in die verrückt gewordene Welt. Eine „Kolonialmacht“ jammert, weil eine andere Kolonialmacht ihr das Kuchenstück wegessen möchte. Hat schon mal jemand die Kalaallit gefragt? Dänemark hat völkerrechtlich das gleiche Recht auf das Land, wie die USA. Siehe auch: „Richtlinien zur Aufhebung des Kolonialregimes“.
Man kann durchaus etwas tun. DT und Co sind augenscheinlich ja nur für zwei Dinge „empfänglich“:: Stärke und Geld
Geld:
– Stornierung noch ausstehender Bestellungen von US-Wehrmaterial ( z.B. die aktuelle dänischer P-8)
Stärke:
– Kündigung der erst in den letzten beiden Jahren erweiterten Abkommen bezüglich der US-Nutzung von dänischen Basen und dänischer Landmasse
– Beispielnahme an de Gaulle: Erinnerung an die Operationen Red Richard / Operation Freloc, wenn nicht umgehend offiziell seitens des US-Präsidenten das Thema Grönland beerdigt wird. Die USA (im Wesentlichen) hatten im Frühjahr 1966 bis April 67 Zeit bekommen, sämtliches Personal aus Frankreich abzuziehen (ca.69.000).
– Kurzfristige Übung ausgewählter europäischer alpiner Einheiten und U-Boote, medial begleitet, in Grönland
Können wir Europäer nicht? Doch, können wir.
Wird das schön? Vermutlich nicht.
Wird es anders schön: Mit Sicherheit nicht.
Trump ist ein Irrlicht, ihn interessiert halt einen Meter von den amerikanischen Grenzen nichts mehr, wenn er damit nicht in Amerika unmittelbar vor seinen Jubilanten punkten kann.
Ihm ist kurzfristiger Profit lieber, als langfristigen Schaden zu vermeiden. Warum? Weil er nicht mehr im Amt sein wird, wenn die ganze Brühe den Amerikanern in den Keller schwappt. Und weil er glaubt, dass die Bevölkerung inzwischen blöde genug ist, um ihnen zu erklären, dass das dann alles die Schuld einer Nachfolgeregierung (idealerweise eines Demokratischen Präsidenten) sein müsse.
Wir haben das doch schon im eigenen Land; Bundestagswahlkämpfe in denen (auch „etablierte“) Parteien ganz unverhohlen Themen plakatieren, die einzig und allein in der Zuständigkeit der Landkreisen liegen! Wie z.B. der bauliche Zustand von Schulen. Oder Kommunalwahlkämpfe, in denen die üblichen Verdächtigen von links und rechts einen Wahlkampf auf dem Rücken von Asylsuchenden bestreiten. Die einen mit „Keine Grenzen! Bleiberecht für alle“ die anderen mit „Alle abschieben“.
Als ob der Stadtrat von Pusemuckel darüber auch nur irgendwie befinden könnte?! Hauptsache, man hat ein Aufregerthema!
@Wolfgang Blau:
Frankreichs überseeische Besitzungen sind größtenteils in die „Heimatverwaltung“ integriert, Übersee-Departements und Teile der EU (Quick-Check: Mayotte, La Reunion, Gouadeloupe, Martinique, St. Martin; die anderen bitte selbst nachschauen). Für die niederländischen Besitzungen in der Karibik in der Karibik scheint dies nicht zu gelten.
Liebe Grüße
DT hat zumindest schonmal erfolgreich dafür gesorgt,
dass sein allernächster Nachbar Canada sich verstärkt China zuwendet:
https://apnews.com/article/canada-china-carney-xi-306dd153e57524f6c8394cb7543c5a27
@Alfred Maynard
Ein Deutschland, bei dem sich von Garmisch bis Sylt alle auf eine Politik einigen können, gab es noch nie. Grundlegende bzw. wichtige Entscheidungen waren und sind immer Mehrheitsentscheidungen, zum Beispiel die Wiederbewaffnung, die Westbindung oder die Ostpolitik von Willy Brandt – alle stark umstritten und nur gegen den großen Widerstand von Andersdenkenden durchsetzbar. Im Zweifel durch Wahlen, wie etwa 1972. Und je irrer die US-Regierung agiert, desto mehr Willige werden sich zusammenfinden, denn was ist die Alternative? Die einseitige Loslösung der USA von Europa ist ein Faktum, das nicht durch das Leugnen aufzuhalten oder rückgängig zu machen wäre. Höchstens durch eine Besinnung der amerikanischen Politik selbst. Und so müssen und werden sich alle europäischen Länder ungeachtet ihrer jeweiligen politischen Ausrichtung zwangsläufig fragen, wie sie in dem Haifischbecken „Weltordnung“ künftig überleben wollen. Das geht m.E. nur durch den Zusammenschluss von vergleichsweise schwachen Einzelstaaten zu einem starken Bündnis. Sich nach dem Motto „bringt nichts“ oder „ist nicht durchsetzbar“ zurückzulehnen und in Untätigkeit zu verharren, ist im Grunde das Eingeständnis, vor den schwierigen Umständen gleich zu Beginn kapitulieren zu wollen. Die Politik ist genau dafür da, solche Projekte zu planen und deren Realisierung wenigstens zu versuchen. Und man muss darauf vertrauen, dass die Bürger das schon aus Eigeninteresse unterstützen. Alle? Nein, nicht alle, aber die Mehrheit.
Ich finde, dass die EU jetzt eine Art „Strategie für die Nord-West-Passage“ auflegen sollte. Das ist ein Handelsweg, der aufgrund des schrumpfenden Meer-Eises immer bedeutungsvoller wird. Das ist hier interessant, weil die Route westlich an Grönland vorbeiführt. Warum also nicht Gespräche mit der einheimischen Bevölkerung aufnehmen, um bei Nuuk oder irgendwo anderes Investitionen in einen entsprechenden Tiefwasserhafen-Hafen als Stützpunkt vorzuschlagen. Zur Sicherung des Handelsweges kann dann die EU auch gleich dort eine militärische Präsenz in Absprache mit den Dänen vereinbaren. Die Kanadier machen mit Sicherheit bei solch einem „Nord-West-Passage“-Projekt auch mit. Es wäre eine Kombination zur Stärkung der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Unabhängigkeit.
GOP Sen. Thom Tillis has this scathing message to Stephen Miller:
https://edition.cnn.com/2026/01/07/politics/greenland-thom-tillis-stephen-miller
This story has been updated with additional developments.
@Brainstormer
„Kurzfristige Übung ausgewählter europäischer alpiner Einheiten und U-Boote, medial begleitet, in Grönland“
Ja, das kann und sollte man machen, wenn man es ernst meint seine Verbündeten zu verteidigen.
Denn bei aller Rhetorik könnte Trump es seiner Basis nur sehr schwer erklären, warum für die Sicherheit der USA auf (weiße) Europäer geschossen werden muss. (Rassismus ist real eine Komponente bei MAGA).
Die US Streitkräfte haben auch nur begrenzte Kapazität. Sie können nicht „ihren“ Hinterhof Südamerika dominieren, China eindämmen UND gleichzeitig gegen Europa aktiv kämpfen.
Aber was der Pate kann ist Drohen und Druck aufbauen. Und wenn alle einknicken, hat er gewonnen.
Zur Frage der Motivation würde ich noch in den Raum stellen, dass es nicht nur um Bodenschätze geht, sondern schlicht um Nationale Größe. Also Grönland sieht ja auf den meisten Karten wegen der Projektion sehr groß aus. Und was wollen alle Imperatoren aus Prinzip? Ihr Reich vergrößern.
Und was ist ein kleines Land alleine gegen das Imperium? Chancenlos. Aber wenn sich die kleinen Länder verbünden, werden sie stark. Gleiches Prinzip wie mit Russland. Wir sollten aber nicht nur Europäisch, sondern global denken. Uns mit allen verbünden, die unsere Werte teilen. Und eben nicht zurück in den Nationalismus verfallen, denn auch in den USA gibt es noch genügend, die das Spiel nicht mitspielen wollen. Das Blatt kann sich auch wieder wenden. Aber natürlicher kann es sich auch noch zum schlechteren wenden, wenn hier bald die Brandmauer fällt und die AfD an die Macht kommt. Dann nützen uns alle gekauften Panzer und Flugzeuge wenig.
Wichtiger als sich über die Feindschaft der USA gegenüber Europa (die lange vor Trump begann) und Deutschland zu grämen ist die Befassung mit der Frage, was nach dem absehbaren Kollaps von NATO und transatlantischen Untertanentum passiert.
Meine These: Der Untergang der Transatlantiker ist vor allem der Untergang der USA. Geopolitisch und wirtschaftlich.
Für uns lösen sich vor allem Illusionen auf und wir werden wohl die Russen nicht vom Angriff abschrecken können, USA werden vom Krieg zu profitieren versuchen. So weit so klar.
Wie lange glauben Sie bleibt die Staatlichkeit der United States of America erhalten wenn dort auf einmal nach Jahrzehnten der Externalisierung von Kosten wirtschaftlich gehaushaltet werden muss (zB weil das Euromoney ausbleibt oder Gott bewahre, US-Anleihen abgestoßen werden)? Die USA überleben keine zwei weiteren Präsidentschaften bevor die Verteilungskämpfe in blanken Rassenwahn und Bürgerkrieg umschlagen. Vor allem aber bricht der Anleihenmarkt den poststaatlichen Insolvenzverschleppern das Genick sobald das Vertrauen in den Dollar schwindet. Und keine Währung ist leichter angreifbar als eine Weltwährung im Untergang.
Was macht Europa mit den Überresten der USA? Wer kümmert sich um die ganzen Waffen? Das sind Fragen auf die die wir Antworten brauchen.
Und das sind zusätzliche Gründe für die Notwendigkeit souverän verfügbarer deutscher und europäischer Kernwaffen.
Der Preis den „Westen zusammenzuhalten“ übersteigt mittlerweile die Vorteile in der Konfrontation mit Russland. Die NATO und die Unterwerfung unter das Diktat der USA bringen uns nichts mehr. Je früher Trump das allen klar macht, desto besser.
Die enormen Schulden die wir mit der Abhängigkeit eingegangen sind, in bewusst vernachlässigten technologischen Entwicklungen, militärischer Potenz und digitaler Souveränität müssen zurückgezahlt werden.
Das Gute daran: Wir zahlen das an uns selber zurück in der Phase der Emanzipation, während die Transatlantiker uns ohne Erlös weiter an den Feind verkaufen. Hierzu dürfte die gesamte Generalität der Bundeswehr gehören. Es braucht hier Disruption von außen.
Wenn der Preis für ein souveränes Deutschland und Europa die Übernahme einer Insel voll Schnee und Eis durch die USA ist, dann ist das der beste Deal den wir jemals kriegen werden.
Also: Die Dänen werden es überleben — hoffentlich macht Trump ernst!
Laut NT gibt es aus den 50er Jahren einen Vertrag zwischen USA und Grönland/DK der eine militärische Nutzung und eine Nutzung der Ressourcen durch die USA jederzeit möglich macht. Ich zitiere mal:
„Im Rahmen eines wenig bekannten Abkommens über den Kalten Krieg genießen die Vereinigten Staaten bereits einen umfassenden militärischen Zugang in Grönland. Im Moment haben die Vereinigten Staaten eine Basis in einer sehr abgelegenen Ecke der Insel. Aber die Vereinbarung ermöglicht es, Militärbasen in ganz Grönland zu „konstruieren, zu installieren, zu warten und zu betreiben“, „Hauspersonal“ und „Landungen, Starts, Verankerungen, Liegeplätze, Bewegungen und Betrieb von Schiffen, Flugzeugen und Wasserfahrzeugen zu kontrollieren“.
Es wurde 1951 von den Vereinigten Staaten und Dänemark unterzeichnet, die vor mehr als 300 Jahren Grönland kolonisierten und immer noch einige seiner Angelegenheiten kontrollieren.
Jetzt mal an die die Historiker unter uns; was ist da dran?
Die Worthülse „Grönland gehört seinem Volk“ ist überdies maximal unpassend. Niemand würde bei „Deutschland den Deutschen“ (hoffentlich?) zustimmen, also dem Abstellen auf eine den Staat konstituierende ethnische Gruppe von Menschen. Staaten „gehören“ keinem „Volk“, sondern sie existieren oder existieren nicht. Der Staat macht das Volk heutzutage, nicht umgekehrt. Oder wäre Grönland amerikanisch ab dem 50.001 Einwanderer aus Trumpland? Nein.
Diese Worthülse ist deshalb im Grunde eine Kapitulation. Was einem nicht gehört, kann einem nicht weggenommen werden. Wohlmöglich war mein voriger Kommentar zu optimistisch.
@Teeteinker,
Ein vertretbare Haltung, solange wir in DC aber noch potente Freunde und Netzwerke haben? Der Preis ggü. dem Kreml-Regime zu scheitern?
Mit freundlichen Grüßen
AoR
Transatlantiker ( in Trennung lebend )
Hier gibt es ja wilde Theorien.
Staaten bestehen aus der Staatsgewalt, dem Volk und dem Staatsgebiet.
Folglich „macht“ ein Staat auch nicht das Volk.
@Brainstormer
Es führt in den OT, aber zur Verteidigung gegen den Anwurf „wilder Theorien“: Die Drei-Elemente-Lehre ist überholt und rückständig da der Volksbegriff als solcher rückständig ist und nicht den heutigen Gegebenheiten gerecht wird und auch nicht hilfreich ist. Was zählt ist die Machtausübung über Menschen im örtlich begrenzten Machtbereich. Welchem Volk die sich zugehörig fühlen ist irrelevant. Insofern „macht“ der Staat sehr wohl sein Volk in dem er per Machtausübung z.B. ganz praktisch Staatsangehörigkeit vergibt oder versagt.