DroneWatch: Acht US-Drohnen vom Typ Sea Guardian für die Deutsche Marine bestellt
Fürs Archiv: Die im vergangenen Dezember vom Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigten acht Sea Guardian–Drohnen für die Deutsche Marine wurden bestellt, innerhalb von zwei Jahren sollen die ersten Maschinen geliefert werden. Die unbemannten Systeme sollen die Flugzeuge des Typs P-8 Poseidon bei der Seefernaufklärung und der U-Boot-Jagd ergänzen.
Aus der Mitteilung auf der Webseite der Bundeswehr vom (heutigen) Montag:
Die Bundeswehr hat am 12. Januar 2026 acht Drohnen vom Typ MQ-9B beim US-Hersteller General Atomics bestellt. Die unbemannten Flugzeuge werden vor allem für den Einsatz über See beschafft und künftig von den Marinefliegern eingesetzt. Die ersten Systeme erhält die Marine ab 2028.
Auch wenn die MQ-9B weniger Nutzlast tragen kann als ein P-8A Poseidon, kann sie über 2.000 Kilogramm Zuladung mit ins Einsatzgebiet bringen. Für die Drohnen der Marine sind verschiedene Sensoren vorgesehen, darunter unterschiedliche Kameras und Radare, um die Meeresoberfläche zu scannen. Zusätzlich gibt es Kanister, die Sonarbojen ausstoßen können. Diese erlauben es dem unbemannten Flugzeug, auch Aktivitäten unter Wasser zu erfassen, etwa die Bewegung von U-Booten.
Die Daten der Sensoren werden dann an die Bodenkontrollstation gesendet, von der aus die Marineflieger die MQ-9B steuern. Auch andere Flugzeuge und Schiffe der Marine werden auf die gesammelten Daten der Drohne zugreifen können – bei Bedarf auch Einheiten verbündeter Streitkräfte. So kann die MQ-9B zukünftig auch im Bereich der U-Boot-Jagd eingesetzt werden. Ein großer Mehrwert, denn bei der Suche nach gegnerischen U-Booten ist jeder zusätzliche Sensor äußerst nützlich.
Die acht MQ-9B-Drohnen sowie die zugehörigen Bodenkontrollstationen werden künftig vom Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz betrieben.
Nach Angaben der Herstellerfirma kauft die Bundeswehr mit den acht Flugzeugen auch vier Bodenstationen. Der Kauf wird über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) abgewickelt, die bereits diese Drohnen für andere europäische NATO-Mitglieder beschafft hat.
(Grafik: Undatierte Illustration einer MQ-9B SeaGuardian – General Atomics)
Das ist eine gute Nachricht für unsere Marine und unsere Kritische Infrastruktur auf See. Die SeaGuardian hat, wenn ich es richtig verstehe, ein ähnliches Einsatzprofil wie die Eurodrone. So haben Airbus & Co gleich einen guten Benchmark für ihr Produkt,
Spannende Beschaffung: Mit den Poseidons und den Sea Tigern hat die Aufrüstung bei der Anti Submarine Warfare Kapazität bereits begonnen. Jetzt kommen sogar Drohnen dazu bevor die neuen U-Boote und Fregatten zulaufen. Weiter so.
Interessant dürfte auch die allgemeine Aufklärungskapazität dieser Drohnen über Wasser sein. So langsam zeichnet sich wirklich ab, dass die Zusammenführung und Auswertung der Informationen all dieser unterschiedlichen Sensorplattformen eine der entscheidenden Fähigkeiten der Bundeswehr und ihrer Partner werden kann, muss und wird.
Ich habe vernommen, dass erwogen wird, für die wachsende Anzahl an Fluggeräten und Typen, den Flughafen Parchim als Standort für eine neues Marinefliegergeschwarder zu ertüchtigen.
Ist da was Wahres dran?
Ein guter Anfang, um „mit dem großen Zeh“ den Einsatz von Drohnen zu testen, hoffentlich dann mit einem Ausbau mit deutsch/europäisch Produzierten und Entwickelten weiteren Drohnen (Eurodrohnen bisher 7 geplant? (Stand 2021) https://de.wikipedia.org/wiki/European_MALE_RPAS).
Wenn ich mir halt anschaue, dass die USA 350+ MQ9’s über alle Bereiche einsetzen (https://de.wikipedia.org/wiki/General_Atomics_MQ-9), dann erscheinen die deutschen Zahlen doch etwas niedrig, selbst wenn man berücksichtigt, dass die USA weltweit operieren und die BW eher fokussiert unterwegs ist.
Anyhow. Wäre froh, wenn wir gar keine Drohnen weltweit im militärischen Einsatz hätten, aber da das eine Utopie ist, freue ich mich, dass unsere Marine dieses Equipment bekommt! Und mit der Reichweite können die Drohnen (wenigstens) die gesamte Nordsee abdecken.
Zur Bewaffnung wir hier nix gesagt, aber ich nehme an als Reaper-Derivat steht auch bei diesem Modell (zumindest theoretisch) das umfangreiche Spektrum an Wumms zur Verfügung?
Ist das dann die Ablöse für die Heron TP, die ja 2025 in der Ostsee überwacht hat? Wie sieht es eigentlich bei großen bewaffneten „Land-„Drohnen aus? Bis 2028 sollen ja noch Heron TP (als SIGINT) zulaufen. Da wäre dann ja eher nicht für Drohnenschläge gedacht.
Gute Beschaffung – die Marinefliegerei mit unbemannten System zu verstärken ist durchaus sinnvoll.
Ob die Bestellung in den USA angesichts der aktuellen Lage mit der Trump…äh „Regierung“ belastbar ist wird sich zeigen.
Ich freue mich übrigens schon darauf wenn die ersten Kommentatoren in Medien und sozialen Netzwerken rausfinden, dass die Sea Guardian de facto nur die Marinevariante der ach so bösen „Reaper“-Drohne ist.
Und wieder ein System bei den „Amis“ bestellt und abhängig gemacht
@BongoKing
Deutschland beschafft 7 Systeme der European MALE RPAS, von dem jedes System aus drei Drohnen sowie zwei Bodenstationen besteht. In Summe sind gegenwärtig somit 21 Drohnen geplant.
Generell wäre mir, wie vielen Kommentatoren hier wohl, eine Beschaffung, die nicht aus den USA kommt, lieber. Damit wäre ein Zulauf innerhalb von zwei Jahren aber bei weitem nicht möglich. Ein System mit Abhängigkeiten von den USA ist mir gegenwärtig lieber, als ein System in zehn Jahren.
Die Sea Guardian werden keine Ablöse für die Heron TP werden, vielmehr werden beide Systeme parallel betrieben werden, eins von der Lw, eins von der Marine. Irgendwann kommt dann vielleicht die EuroDrohne, ob als Ersatz oder als Ergänzung, wird sich dann erst zeigen müssen.
Die Frage die mich beschäftigt: Wie sieht es mit der Integration in den deutschen Luftraum aus? Die Heron TP hat eine umfassende Zertifizierung bekommen und eine schrittweise Integration in den Luftraum über einen längeren Zeitraum, damit sie vollumfänglich als Teilnehmer im deutschen Luftraum agieren kann. Ohne dies wird sich die Sea Guardian nur in gesperrten Lufträumen aufwendig bewegen können, was dann doch eine erhebliche Einschränkung des Wirkungsgebiets bedeuten würde.
@Nur mal so 01.2026 um 10:37 Uhr
>Und wieder ein System bei den „Amis“ bestellt und abhängig gemacht
Und die Daten der Aufklärungsoperationen fließen kostenlos wohin …???
Ich begrüße die zügige Entscheidung und halte das Muster für gut geeignet.
Was wäre eine Alternative? Heron-Maritime? https://www.iai.co.il/p/heron-maritime
Was einen möglicherweise zusätzlichen Flugplatz Richtung Ostsee und Baltikum angeht: wäre Neubrandenburg nicht geeigneter? Der Flugplatz „gehörte“ bis 2013 der Bundeswehr; soweit ich richtig informiert bin, ist die (Bundes-)Polizei immer noch dort mit Hubschraubern stationiert, und angeblich gibt es doch auch Pläne, dort wieder Bundeswehr zu stationieren. Wäre daher der Flugplatz zumindest als Ausweichstandort und zur Verkürzung der Flugzeiten Richtung Ostsee und Baltikum nicht geeignet(er)?
In der von TW verlinkten Hersteller Pressemitteilung befindet sich ein weiterer Link auf die Information bzgl. der Zertifizierung der RAF Variante der MQ-9B nach NATO STANAG 4671 Edition 2 durch die UK MAA. Die Zulassung durch die DEU MAA / CAMOBw sollte demnach machbar sein um somit den Betrieb im Luftraum auch über Land zu ermöglichen. Über das Trinity House Abkommen kann bestimmt die Nachweisführung für die RAF weitestgehend übernommen werden und es ist nur eine deutsche Delta-Qualifikation erforderlich.
leicht off topic:
Bei der Marine drückt der Schuh doch auch immer noch bei der K130.
Gibt es Informationen über eine neue Initiative zur Beschaffung kleinerer bordgestützter Drohnen?
Könnten die durch die MQ-8B obsolet werden? Oder wäre eine SIGINT Heron vorzuziehen? Warum werden die dann von der LW betrieben?
Letztendlich eine gute kurz- bis mittelfristige Lösung!
Gerade in Kombination mit den P8!
Die deutsche Marine wird hier in 3 Jahren die beste Hardware und am meisten Maße davon in Europa haben…
Perfekt für den Einsatz in Nord- Ostsee und Atlantik!
Großes ABER ist natürlich die Abhängigkeit in Richtung USA…
daher direkt am Ball bleiben damit man in 10 Jahren EuroMale und A321 MPA als Nachfolger P8 voranbringen… und einführen
Für die Heron Maritime existiert wohl noch kein fertiges Anti-Submarine-Warfare Kit, für die MQ-9B schon.
https://www.ga-asi.com/remotely-piloted-aircraft/mq-9b-seaguardian
https://www.twz.com/38843/new-pods-will-allow-reaper-drones-to-hunt-submarines-and-launch-small-weapons-and-drones
Die Heron hätte man hierzu also erst aufbohren müssen, was wieder Zeit gekostet hätte.
Ich weiß nicht, ob es sonst noch Alternativen gegeben hätte, aber die Marine hatte sich wohl diese beiden Modelle ursprünglich ausgeguckt, dann aber auf eine ausgiebige Testphase verzichtet, siehe esut aus Juni 2024 „Testkampagne der Marine für MQ-9B Sea Guardian abgesagt“.
@Nur mal so:
Haben Sie ein vergleichbar leistungsfähiges System marktverfügbar parat? Wie meinen? Nein? Ach so. Danke für’s Gespräch.
@GolfEcho83:
Die Belastbarkeit dürfte kein größeres Problem darstellen, denn
1. Wird Trump ja nicht müde zu betonen, die Europäer müssten selbst mehr für ihre Sicherheit tun und
2. Ist eine Beschaffung amerikanischer Systeme dabei ausdrücklich erwünscht.
Grundsätzlich gibt es also keinen rationalen Grund für die USA den Kauf zu torpedieren.
Aber Sie dürften insoweit recht haben, als die Volatilität des Trump-Regimes natürlich ermöglicht, dass im Rahmen irgendeines anderweitigen Disputs dieser „Deal“ dann zur Disposition gestellt wird, um Druck auszuüben. Ich würde jedenfalls den Vogel erst bezahlen, wenn er auf dem Hof steht und komplett abgenommen ist.
@Metallkopf……naja,.es wird ja immer mal wieder berichtet,das man sich zu sehr von den USA abhängig macht/ gemacht hat. Siehe auch F35 Diskussion. Oder auch wiederum Patriot etc.
@ zu dem,.es geht hier primär um die Beschaffung eines Systems und nicht was damit gemacht wird.( Datenweitergabe etc.
Ebenso ist es dann,das ggf die Software oder auch Systemkomponenten von den USA nicht weiter gegeben werden und wir hier dann in die Röhre gucken..
Genauso ist es doch auch im zivilen Markt, sich von Chinesischen Herstellern abhängig zu machen…..( Handy, Smart Meter, Elektrobusse die aus der Ferne gesteuert werden können ( China )
Offizieller Sachstand:
Es gibt Heron 1 mit See-Radar. Fliegt bei Frontex Malta&Kreta. Vorher Bw 13 Jahre 72.500h Heron1 Afg/Mali.
Es gibt Heron MK2. Wir in Japan getestet.
Es gibt German Heron TP bewaffnungsfähig. Fliegt in Jagel und Tel Nof (5 geleast). 1. zugelassenes UAS für den kontrollierten Luftraum weltweit.
Es gibt bald German Heron TP SIGINT. Fliegt dann in Jagel (3 gekauft).
MQ-9B war keine „schnelle Entscheidung“.
LufABw hat beim Demonstrationsflugbetrieb vom GHTP sicherlich genug Erfahrungen/ Kompetenzen sammeln können, um die Zulassung MQ-9B bewerten zu können.
Der Kauf macht Sinn, weil sie zusammen mit den Poseidons eingesetzt werden können.
Aber vermutlich bedeutet der Kauf auch, dass keine weiteren Poseidons mehr beschafft werden.
Es wird ein marktverfügbares System beschafft was bereits durch die USA vorgesehen ist um im Verbund mit der Poseidon zu operieren.
Ob dann zukünftig ein Ersatz durch die Eurodrohne erfolgt, kann dann gerne geprüft werden. In der Zwischenzeit hat man Augen und Ohren in der Luft… es muss hier auch beachtet werden das die Marine bestrebt ist ihre Poseidon Flotte zukünftig wohl Combined & Joint zusammen mit UK/NO/DK zu betreiben und man dann auch fix einen bereits integrierten Sensor benutzen will.
Von daher ist die Entscheidung sinnvoll, weil man mit der Poseidon eh bereits ein US System betreibt. Es öffnet halt auch für die anderen Nutzerstaaten die Möglichkeit weitere Sea Guardians zu beschaffen und in den Sensorpool zu werfen. UK und NO hätten wohl nie ein israelisches System beschafft oder sehnsüchtig auf die Eurodrohne gewartet.
Bezüglich Betrieb eines zusätzlichen Fliegerhorstes im Nordost Deutschen Raum…. das würde nur als ausweich Landesplatz Sinn machen. Da die neuen Systeme von Reichweite und Einsatzzeit eigentlich nicht darauf angewiesen sind… eine P-8 ist von Nordholz in unter 30 Minuten in einem Einsatzraum über der Ostsee und kann dort Stunden verweilen. Selbst die Ertüchtigung einer Schwedischen Basis im hohen Norden wie Luleå macht da keinen Sinn weil Trondheim, wo die norwegischen P-8 stationiert sind lediglich 22 Flugminuten entfernt ist.
Für Notfälle hat die Bundeswehr drei aktive Fliegerhorste im Ostsee Bereich (Laage, Rendsburg, Jagel) wo auch die Marine jederzeit runter kommen kann.
@Nur mal so:
Schon. Nur ist eine solche Drohne schon noch was anderes als die F-35. Und beides kann man sicherlich auch mit ein bißchen Hirnschmalz in einer Sandbox dazu kriegen, nur noch mit eigenen Servern zu reden, um von den Eskapaden des Donald unabhängig zu werden. Einziges Manko wäre dann natürlich, dass man nicht mehr von den Fortschritten und Verbesserungen profitiert, die die restlichen Nutzer aus Amerika bekommen. Man ist dann für die Wartung der Soft- und Hardware vollständig selbst verantwortlich.
Und das wäre man sicher auch, wenn man was aus China nimmt und versucht, backdoors zu vermeiden, natürlich.
Irgendwo kommt aber immer der Punkt, an dem man mangels eigener Kompetenz einen „leap of faith“ machen muss. Das gilt im Rüstungswesen wie auch im Privaten: Sie müssen Microsoft ganz einfach vertrauen, dass Windows Ihr detailliertes Surfverhalten nicht nach Redmond meldet, oder Sie dürfen keine Produkte von dieser Firma verwenden. Sie müssen darauf vertrauen, dass Ihre DNS-Abfragen von Ihrem Internet-Provider nicht gespeichert werden, oder Sie müssen einen eigenen DNS-Server zu Hause betreiben. Sie müssen vertrauen, dass https und sonstige Verschlüsselung den Inhalt Ihrer Seitenaufrufe einigermaßen gut vertraulich hält… Und dann weiß Ihr Internetanbieter letztlich immer noch, mit welchen IP-Adressen Sie kommuniziert haben…
Alles selbst machen, wenn man nichts mehr selbst kann, ist aber ohne entsprechendes Bootstrapping schlechterdings keine akzeptable Option, oder?
Zu der vielfach und zu recht beklagten Abhängigkeit von den USA würde ich gerne eine Anmerkung machen.
Eine eigenständige militärische, politische und auch industrielle Sicherheitsarchitektur Europas sehe ich in absehbarer Zeit nicht, selbst wenn man jetzt mal endlich in die Puschen kommen würde.
Daher macht es auch Sinn Produkte in den USA zu kaufen, da man damit vielleicht auch den großen Dealmaker zufriedenstellen könnte, wenn einige Milliarden auf amerikanischen Konten landen. Letzten Endes müssen wir Zeit schinden.
@Küstengang01:
Volle Zustimmung.
@Küstengang01
Alle Punkte gekauft! Kein Widerspruch zur operativen Logik.
Gedanken meinerseits:
Man kommt man in Nordholz kaum mit der Infra für 12 P8, 47 Hubis, 8+ neue Drohnen plus Unterkünfte hinterher.
Weiterer Aspekt ist das de-risking. Alle Assets an einer Stelle ist ungünstig.
Und dann ist da noch dieser ganz unwesentliche Punkt der Parteipolitik.
Der Flugplatz in Nordholz ist riesig, im kalten Krieg war er dazu vorgesehen, mehr als 100 zusätzliche Fighter aus den USA und Kanada aufzunehmen. Große Teile werden kaum genutzt. Bevor man einen neuen Flugplatz gebaut hat, baut man besser ein oder zwei zusätzliche Abstellhallen und ein Bürogebäude für die Drohnenstaffel. Platz genug ist da.
@Mitleser3 sagt:
14.01.2026 um 13:37 Uhr
…Man kommt man in Nordholz kaum mit der Infra für 12 P8, 47 Hubis, 8+ neue Drohnen plus Unterkünfte hinterher.
Weiterer Aspekt ist das de-risking…
Infrastruktur muss dann ausgebaut werden, das wäre an einem auch nur teilweise neu zu bauenen Platz nicht anders.
Wir sind kein Frontstaat mehr! Unser Problem im Konfliktfall wird Sabotage und SOF Operationen sein. Da sind weniger Plätze besser zu schützen. Zumal für die Poseidon’s dann genug FOB’s vorhanden sein werden und die NH-90 mit der Flotte in See stehen werden. Und wo die Mobilen Bodenstationen für die Sea Guardians stehen ist auch egal.
Luftwaffe und Marine sollte lieber schnell aus dem Knick kommen und wieder Sicherungsstaffel/Kompanien für ihre Plätze und Häfen aufstellen. Die Marine tut das allerdings viel zu langsam und da mangelt es auch an Drohnen und nahbereichs Flugabwehr.
Fragt sich auch mit welchem Personal die MQ 9 beflogen werden sollen. Bisher ist zumindest kein zusätzliches fliegerische Personal für die Marine in der Ausbildung.
Man kann natürlich wie die LW in den Anfängen der HERON1 mit dem System „Heldenklau“ (Zweitmuster für fliegende Besatzungen) arbeiten, aber das ist kaum eine Dauerlösung.
Und externe Unterstützung durch AIRBUS wie bei der LW wird General Atomics sicher vermeiden wollen.
Liest man sich die Daten durch ist das eine wohl sehr gute Entscheidung:
Früher war ja ein Riesen-Flugzeug Voraussetzung für solche Einsätze, alleine da die Technik so gross und schwer war. Das geht heute anders.
( Vergleich MQ 9: Unter 5000 kg / Flugzeit 30 Stunden, Poseidon: ca. 80.000 kg / Flugzeit unter 10 Stunden, aber natürlich sehr viel schneller ).
Die Betriebskosten dementsprechend niedriger. Dolle Sache.
Angesprochen in den Kommentaren wurde noch das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ auf dem „Riesen-Flugplatz“ Nordholz ( na ja, der hat nur eine Bahn, unter 2500m, Ramstein bspw. hat deren zwei, über 3000 m )
Wurde wohl in den 1960er Jahren aufgestellt mit dem „Traditionsnamen“ Graf Zeppelin lt. Wikipedia.
Ich vermute mal nach dem Luftschiff / der Person und nicht nach dem nie fertiggestellten Flugzeugträger ;-)
Zum Schluss dann doch noch ein Dämpfer:
Die MQ 9 ist satellitengesteuert ( OTH / over the horizon ), das Satellitennetzwerk dazu ist amerikanisch. Keine Verbindung, keine Steuerung.
Im Gegensatz zur F35 könnte man hier von einem direkten Killswitch sprechen…
@MFG / Mitleser3: Der mehr oder minder ruhende Fliegerhorst in Upjever, 15 Flugminuten oder 1,5 Stunden auf der Straße von Nordholz entfernt (oder 30 Minuten von Wilhelmshaven) soll wieder für den Flugbetrieb reaktiviert werden, wenn auch erst einmal nur als Trainings- und Ausweichplatz. Dort gibt es reichlich Hangar da dort mal zwei Staffeln Tornados stationiert waren. Oder man geht nach Wittmund mit seiner gerade sanierten Bahn.
Platzprobleme zur Unterbringung von ein paar zusätzlichen Drohnen sehe ich ehrlich gesagt im Nordwesten derzeit nicht.
@Pecunias:
Personal.
DAS ist die wirklich relevante Frage. Denn die mit Zulassung fliegende MQ-9B wird nicht in 2. Verwendung analog Heron 1 hinter den Bergen bei den 7 Zwergen in Afg mit Luftraumfüralle betrieben werden können.
Macht die Lw bei GHTP auch nicht. Weil es eben kein „nebenher“ ist.
Wer stellt Wartung/Inst?
@all:
MQ-9B war doch mW ein Muss. Denn sonst hätte es die P- 8 nicht gegeben, oder?
Als Übergangslösung sicher sinnvoll. Aber es ist natürlich kein Weg, uns von einer, immer erratischer agierenden, US-Regierung unabhängiger zu machen.
Wer sich nicht abhängig machen will, der muss was konkurrenzfähiges vorweisen.
Egal ob Lebensmittel, Energie, Chips, Maschinen oder Soldaten.
Ist bzgl. MQ-9B wohl nicht vorhanden.
Und auch die MQ-9B wird noch durch die Zulassungsmühlen gehen dürfen. Das scheint also alles in allem nicht ganz einfach zu sein.
Vielleicht sollten wir weniger fordern/wollen und uns stattdessen mal um so Basics kümmern, wie den Personalkörper Bw um die wenigen tausend Soldaten aufstocken, die seit Äonen fehlen. Wir sind ja ein 83Mio Land. Oder das bißchen Kampftruppe Litauen endlich präsentieren.
Also machen.
Nein. Kriegen wir nicht hin.
@Apollo11
Mir sagte mal ein Entwickler von General Dynamics beim Bier, dass zumindest die britischen Reaper, die er seinerzeit in Betrieb nahm, über Inmarsat kommunizieren.
Das sei unauffälliger als eine Kommunikation über militärische Satelliten.
Auch die P8 haben Inmarsat an Bord.
Inmarsat ist britisch.
Seit 2021 gehört Inmarsat zur US-amerikanischen Viasat Inc.