Zum Jahresende: Danke für die Unterstützung! (Und noch schnell ein paar Merkposten)
Aus der Weihnachts low ops würde ich gerne nahtlos in die Silvester/Neujahrs low ops übergehen… möchte aber vorher noch eines tun: Allen Leser*innen von Augen geradeaus! für die Unterstützung im zurückliegenden Jahr danken. Und, das muss auch noch schnell sein, einige Merkposten festhalten, die uns voraussichtlich auch im neuen Jahr beschäftigen werden.
Zuallererst ein ganz großes Dankeschön an die Leser*innen, die im vergangenen Jahr mit einer finanziellen Unterstützung den Betrieb dieses Blogs ermöglicht haben. Das war, nicht ungewöhnlich, über das Jahr verteilt natürlich sehr unterschiedlich. Und, das sage ich ganz offen, in manchen Monaten auch deutlich weniger als in den Vorjahren – weitgehend kamen im Monat zwischen 1.100 und 1.300 Euro zusammen. Im Dezember wurden es dann gut 2.000 Euro – eine Summe, die mir eine planbare Weiterarbeit ermöglicht und für die ich mich sehr bedanke!
Wie seit dem Beginn von Augen geradeaus! als eigenständige Plattform gilt ja, dass hinter diesem journalistischen Vorhaben kein Verlag und kein Finanzier steht. Sondern nur ich als Einzelperson. Und die Arbeit an diesem Blog beansprucht schon einen großen Teil meiner Zeit (auch wenn, wie ich offengelegt hatte, im Sommer aufgrund eines familiären Notfalls der Betrieb hier über Wochen praktisch zu Erliegen kam). Aber wichtig ist, dass es hier weitergeht und auch weitergehen kann, eben dank der finanziellen Unterstützung der Leser. (Wer da gerne neu mitmachen möchte: hier sind die Details)
Und nun in gebotener Kürze – Stichwort low ops! – Hinweise auf Entwicklungen, die es im Auge zu behalten gilt und die uns ziemlich sicher 2026 weiter beschäftigen werden:
• Aktionsplan Luftlandetruppe nach Vorfällen bei den Fallschirmjägern
Zum Jahresende legte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit einem Bericht über sehr unschöne Vorgänge bei den Fallschirmjägern offen, was seit einiger Zeit schon gerüchteweise zu hören war:
Zwei Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments 26 schickten im Juni einen Bericht an die Wehrbeauftragte. Er sollte die Luftlandetruppen der
Bundeswehr erschüttern. Ebenso wie weitere Meldungen, die das
Kommando Heer in Strausberg erreichten, legten sie nahe, dass in Teilen
des Eliteregiments unhaltbare, ja kriminelle Zustände herrschten. Seither wird ermittelt. Es geht um Rechtsextremismus, sexualisiertes Fehlverhalten, Gewaltrituale und harte Drogen. Mehrere Dutzend Fallschirmjäger sind beschuldigt, etliche bereits aus der Bundeswehr entlassen worden.
Der Bericht steht hier (hinter Paywall), die Reaktion des Verteidigungsministers ist offen nachlesbar:
»Die gemeldeten Fälle von Rechtsextremismus, sexuellem Fehlverhalten und Drogenkonsum in Zweibrücken sind erschütternd«, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. … »Mir kommt es jetzt darauf an, dass erstens die einzelnen Vorfälle weiterhin restlos aufgeklärt werden, zweitens, wenn sich weitere Vorwürfe bestätigen, die Fälle mit aller Konsequenz geahndet werden«, sagte Pistorius. »Drittens muss das Vertrauen in militärische Führung vor Ort wieder hergestellt werden.«
Zahlen gibt es u.a. in der taz:
Gegen insgesamt 55 Soldaten wird ermittelt. „Bei 19 Beschuldigten wurde die Entlassung eingeleitet. In 3 Fällen ist diese bereits erfolgt“, teilte eine Sprecherin des Heeres der taz mit.
Bislang seien 16 Fälle an die Staatsanwaltschaft abgegeben und in ebenfalls 16 Fällen Disziplinarmaßnahmen ausgesprochen worden. In 20 Fällen habe die Wehrdisziplinaranwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen.
Die Details der Vorfälle werden zu einer Zeit öffentlich, in der die Bundeswehr mehr um Nachwuchs werben will denn je. Aber ehe die – erwartbare – Reaktion kommt, solche Verirrungen gerade in einer solchen Truppe seien die Folge, wenn die Wehrpflicht fehle: Wer mit Fallschirmjägern spricht, die zu Wehrpflicht-Zeiten in dieser Truppe gedient haben, erfährt sehr schnell, dass es damals auch solche Vorfälle gab.
• Wehrdienstmodernisierungsgesetz im Bundesgesetzblatt
Nach Zustimmung von Bundestag und Bundesrat und der Unterschrift des Bundespräsidenten hat die Neuregelung des Wehrdienstes ihre letzte formale Hürde genommen: Das Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes (Wehrdienst-Modernisierungsgesetz – WDModG) wurde am 29. Dezember 2025 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und kann damit wie geplant zum 1. Januar 2026 in Kraft treten.
Die Fundstelle, für spätere Referenzierung: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2025/370/VO.html
• Tarifvertrag für Landes- und Bündnisverteidigung
Zum Jahresbeginn tritt ein neuer, nein, überhaupt ein Tarifvertrag für die Beschäftigten der Heeresinstandsetzungslogistik (HIL) in Kraft. Zwar hat mich zunächst vor allem überrascht, dass es für die Beschäftigten dieser bundeseigenen Gesellschaft bisher gar keinen Tarifvertrag gab, bei genauerem Hinsehen ist aber ein ganz anderer Punkt neu. Aus der Mitteilung des Verteidigungsministeriums:
Daneben stellt die Vereinbarung sicher, dass die HIL ihre für die Bundeswehr unverzichtbaren Leistungen mit Blick auf die Landes- und Bündnisverteidigung auch zukünftig stets professionell erbringen kann. Dafür wurde gemeinsam mit ver.di ein spezieller Tarifvertrag zur Landes- und Bündnisverteidigung abgeschlossen. Dieser bietet erstmals verbindliche und planbare Rahmenbedingungen für Krisen- und Kriegssituationen. Damit ist sichergestellt, dass im Ernstfall angemessen auf die besonderen Herausforderungen einer solchen Situation reagiert werden kann. So können bei erhöhtem Bedarf beispielsweise die Arbeitszeiten erhöht werden, um die anfallende Mehrarbeit zu bewältigen. Insbesondere der neue Tarifvertrag zur Landes- und Bündnisverteidigung leistet somit einen wichtigen Beitrag zur materiellen Einsatzbereitschaft der Streitkräfte.
Den neuen Tarifvertrag „Landes- und Bündnisverteidigung“ hatte die Gewerkschaft ver.di bereits in ihrer Pressemitteilung zum Vertragsabschluss am 18. November erwähnt. Wie genau diese Regelungen gefasst sind, ist bislang nicht veröffentlicht worden. Aber es dürfte sich an das anlehnen, was zum Beispiel mit Rheinmetall im Vertrag über die Dienstleistungen für Convoy Support Center (CSC) oder schon länger in der Beschaffung vereinbart wird.
• FCAS auf die noch längere Bank geschoben
Das deutsch-französisch-spanische Luftkampfprojekt FCAS (Future Combat Air System), ohnehin durch die Auseinandersetzung der beteiligten Industrie auf französischer (Dassault) wie deutscher (Airbus Defence) gebeutelt und immer wieder infrage gestellt, wird noch ein bisschen unsicherer. Denn eine für dieses Jahr geplante Verständigung der Regierungen in Berlin und Paris über das weitere Vorgehen ist vorerst nicht in Sicht, wie die Kollegen von hartpunkt.de am 30. Dezember berichteten:
„Entgegen der ursprünglichen Planung ist eine abschließende Entscheidung zum Fortgang des FCAS-Projekts zum Jahresende noch nicht gefallen“, teilte ein Regierungssprecher heute auf Anfrage von hartpunkt mit.
• DRK-Präsident für geschützte Not-Operationssäle
Der neue Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, der frühere CDU-Politiker Hermann Gröhe hat sich dafür ausgesprochen, in deutschen Krankenhäusern für den Kriegs- und Krisenfall auch gehärtete Operationsmöglichkeiten vorzusehen. In einem Interview der Rheinischen Post sagte der ehemalige Bundesgesundheitsminister:
Wir müssen in einem bewaffneten Konflikt vor allem auch handlungsfähig bleiben: Krankenhäuser müssen beispielsweise so eingerichtet werden, dass sie im Ernstfall weiter die Gesundheitsversorgung sicherstellen können. Ich habe vor Kurzem in Israel das Krankenhaus der Ben-Gurion-Universität besucht. Es hält in geschützten Kellerräumen Notoperationssäle vor. So sollte es auch bei uns in bestimmten Krankenhäusern sein.
• Ukraine ohne Friedensplan
… erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. Denn die Nachrichten und Wasserstände dazu ändern sich mindestens täglich, wenn nicht öfter. Und klar scheint nur, dass mit einem Ende der russischen Aggression gegen die Ukraine so schnell nicht zu rechnen ist.
Und trotzdem: allen Leser*innen von Augen geradeaus! wünsche ich einen hoffentlich friedlichen Jahreswechsel und einen guten Start 2026. Wir lesen uns.
zur Thematik der Fallschirmjäger kurzer Input:
Laut den Berichten sind es wohl vor allem Mannscjaften und Unteroffiziere o.P.
in den allermeistennKasernen gibt es keinen GvD, UvD oder Militärische Wache mehr. auch sind alle „Erwachsenen“ über 25 ausgegliedert.
Fast alle Exzesse der letzten 10 Jahre hätten sicherlich besser eingedämmt oder früher identifiziert werden können, wenn mehr Unterkunftskapazität bestehen würde….
@ Thomas Wiegold:
Ihre Arbeit ist unverzichtbar und es müsdte aufgrund der Zugriffe aus dem Bundeswehrnetz eigentlich aus dwn ganzen Medienbudget der Bundeswehr 1000€ im Monat oder mehr aus dem Haushalt möglich sein. ich drücke die Daumen
[Danke – aber bitte kein Staatsgeld für Augen geradeaus! Das wäre… schwierig. Aber die Gefahr ist ohnehin gering. ;-) T.W.]
Die Vorfälle in Zweibrücken sind besorgniserregend und müssen aufgeklärt werden. Kein Pardon.
Nicht ganz ernst gemeint: Wenn die Bundeswehr die Kaserne in Zweibrücken selbst als „Horror-Kaserne“ bezeichnet („Presse am Morgen“), dann muss man wahrscheinlich Drogen nehmen, um das Elend auszuhalten.
Guten Rutsch!
@ Florian Staudte, 31.12.2025, 10:16 Uhr
„Die Vorfälle in Zweibrücken sind besorgniserregend und müssen aufgeklärt werden. Kein Pardon.“
Völlig richtig. Aber hierbei muss zwingend auch „tief genug gegraben“ werden.
Das Problem ist nicht nur einschichtig (Msch bzw. UoP haben sich schuldig gemacht). Das Problem reicht viel weiter.
Nach Pressemeldungen haben Vorgesetzte nicht ausreichend ermittelt bzw. ausreichend Maßnahmen ergriffen. Da stellt sich doch automatisch die Frage, wer hat diese Vorgesetzten ausgebildet / erzogen und ausgewählt. Heutzutage wird ja längst nicht jeder Offz mehr KpChef; Kommandeur schon gar nicht.
Fallschirmjäger waren zu meiner aktiven Zeit eine Elitetruppe, die ausgesucht waren, um robust als Kräfte der ersten Stunde dort zu „arbeiten“, wo man nicht gerne hin möchte.
Auf diese Menschen muß man halt auch „aufpassen“, sonst lassen sie Ihren „Ideen manchmal freien Lauf“. Die jährliche Belehrung á la „Du sollst nicht…, das ist bäh..“ reicht hier bei weitem nicht aus. Das Stichwort lautet „Dienstaufsicht“ (nicht nur im Dienst). Da kommt auch der Einwand mit fehlenden GvD, UvD,…vollkommen richtig. Aber auch die Chefs müssen die Möglichkeit zur Dienstaufsicht haben und nicht durch überbordende Bürokratie an den Schreibtisch gefesselt sein.
Dies sind nur einige Aspekte. Wie gesagt das Problem ist vielschichtig.
Es bleibt also spannend.
Aber auch von mir beste Wünsche für 2026, vor allem aber friedlichere Zeiten und allseits Gesundheit.
@ Florian Staudte 31.12.2025 um 10:16 Uhr
Bitte dieses Zitat mit einer Bundeswehr-Quelle belegen, die es vermutlich nicht gibt. Den Click-bait-Term „Horror-Kaserne“ hat nach meinem Kenntnisstand die Zeitschrift „Der Stern“ geprägt. Und nein, Soldat:innen müssen ohne Drogen und Alkohol auskommen, auch wenn die Umstände schwierig und ekelig sind.
@FNU SNU 31.12.2025 um 9:10 Uhr
Das Problem ist eher ein toxisches Mindset unter manchen Soldaten. Dieses wiederum mit „Unterkunftskapazität“ zu begründen, halte ich für reichlich abwegig. Mit solchen fadenscheinigen Argumenten relativieren Sie Fehlverhalten, wofür es absolut kein Verständnis geben sollte.
Danke für Ihre unabhängige Arbeit! Guter unabhängiger Journalismus ist eine der wichtigsten Beiträge zu einer funktionierenden Demokratie!
Ich durfte hier schon kurz mein derzeitiges Hauptanliegen, nämlich die ersatzlose Streichung der Altersgrenze in der Reserve Ü65 in einem Kommentar thematisieren, auch dafür herzlichen Dank!
Ihnen weiterhin viel Erfolg, vor allem bleiben Sie gesund!
Guten Rutsch!
@ ORR
Nach meiner Erfahrung haben aktive Soldatinnen und Soldaten außerhalb von Übungen aufgrund der Soldatenarbeitszeitverordnung pünktlich Dienstschluss und „pimmeln“ oft in einer abgeranzten Kaserne mit einem üppigen Gehalt und einem Fallschirmjäger-Etos. rum. Einfach nur toll. Ab 25 Jahre müssten sie eigentlich außerhalb der Kaserne wohnen.
Das ist keine Entschuldigung! Aber vielleicht eine Erklärung für dermaßen desolates Verhalten.
@ Gletschergrollen
Ich kann die Originalquelle für „Horror-Kaserne“ nicht mehr nennen. Es war Thema beim morgendlichen Pressespiegel Ende November. Zweibrücken und Lüneburg wurden als absolute Negativbeispiele dargestellt.
Solche traurigen Zustände in Kasernen können und dürfen eklatantes Fehlverhalten nicht rechtfertigen. Es begünstigt es m.E. aber.
Frohes neues Jahr an alle,
@Florian Staudte
Die Google-Bewertungen der Kaserne sprechen eine deutlische Sprache.
Ganz grundsätzlich zur Arbeit von „Augen geradeaus“:
Die Seite ist mir vor ein paar Jahren aufgefallen im Zusammenhang mit der Infragestellung der Kosten(in)effizienz und Problematik einiger Rüstungsprojekte.
Das es einen unabhängigen Blog gibt der auch in Zukunft ein waches Auge darauf hat wie mit dem riesigen Verteidigungsetat umgegangen wird ist ausdrücklich zu begrüssen :-)
( Unrühmlichstes Beispiel der Vor-Internet-Ära war wohl die „Starfighter-Affäre“.
Vor allem der Spiegel hatte das damals thematisiert )
Von der Bundesregierung veröffentlichter Verteidigungs-Etat für 2026: 108 Milliarden Euro.
Happy new year 2026 !
@ Herr Ries
Reserve Altersgrenze Ü65 aufheben? Hier mal ein Schwank aus meinem Leben. Vor 6 Jahren, ich war 58, Kampfsportler- und Trainer, habe ich mal bei der Bundeswehr angefragt. Das Problem mit Russland war bereits offenkundig, ich war 12 Jahre bei der EloKa, habe Russisch gelernt, war zuletzt bei G2/2. Vielleicht bestünde wieder Bedarf für Leute wie mich?
Man hat mich ausgelacht.
Demnach steht wohl alles zum Besten, Gott sei Dank.
@Florian Staudte, 31.12.2025, 14:02 Uhr
„…Nach meiner Erfahrung haben aktive Soldatinnen und Soldaten außerhalb von Übungen aufgrund der Soldatenarbeitszeitverordnung pünktlich Dienstschluss…“
Gut möglich, aber genau deshalb müssen sie halt auch „beaufsichtigt“ werden, weil sie sonst auf dumme Ideen kommen. Ein klares Führungsproblem, beginnt beim Feldwebel und geht bis zum GI und BM.
@ Thomas Wiegold
Vielen Dank für das Update und vielen Dank für die geleistete Arbeit.
Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch und Ihnen und ihrer Familie alles Gute für das neue Jahr.
@Herr Ries @Der Uhrmacher
In FRA liegt die Altersgrenze bei 70 Jahren bzw. bei 72 Jahren für Spezialisten, körperliche Grundfitness vorausgesetzt. Die Absicht dort ist, jüngere Kameraden für den Dienst in der Truppe frei zu bekommen; EXCEL-Tabellen am PC (und in Heizungsnähe) können auch von lebensälteren Kameraden befüllt werden, bildlich gesprochen.
Meine Einschätzung: es wird erwogen werden, die Altersgrenze für freiwillige und wehrrechtlich verfügbare Reservisten auf 67 oder 68 Jahre heraufzusetzen mit der klaren Ansage, daß dies nicht für BS gilt. Der DBwV, der Beamtenbund, u.a. befürchten, daß sich dies auch auf aktives Personal auswirkt. In wie weit hier die im Raum stehende Anhebung der allgemeinen Altersgrenze in der RV sich auswirken wird bleibt abzuwarten.
Wenn ich die Altersstruktur in manchen Verwendungen anschaue wird offensichtlich, daß es dort in spätestens fünf Jahren massive Lücken geben wird. Bereits heute können diese nicht geschlossen werden, d.h. man muß sich Zeit kaufen und dort über die GBO diese stopfen (Operation HELDENKLAU).
@ ORR
Mir kommt es so vor, als wüsste nur eine kleine Minderheit der Foristen, wie die Kasernen aktuell genutzt werden.
Unterkunfts- und Funktionsbereich sind voneinander entkoppelt und liegen teilweise entfernt in der Kaserne.
Die Zeiten „Kompanieführung im Erdgeschoss und Stuben in den darüberliegenden Etagen“ sind vorbei.
Auch so etwas begünstigt ein komisches „Eigenleben“ nach Dienstschluss.
@ Zweibrücken: Ein recht klarer Fall von Führungsversagen in Kombi mit falschem Verständnis von a) Tradition und b) Kameradschaft.
Mangelhafte Liegenschaften verstärken das Problem noch, aber die angesprochene Palette an Dienstvergehen, Verstößen gegen Grundsätze der Inneren Führung und vor allem Straftaten (!) ist nicht ursächlich auf den Zustand der Liegenschaft oder auf das Unterbringungskonzept zurück zu führen. Klar kann man stärker kontrollieren und als Falli ist man auf der Vorurteilsskala inkl. Zuschreibungen ganz hoch dabei – aber auch die ganz banalen Strukturen begünstigen dieses Verhalten. Führung ist immer auch Vertrauen nebst Kontrolle nebst Kommunikation.
Allen Leserinnen und Leser ein gutes Neues Jahr und für Thomas Wiegold weiterhin Schaffenskraft, Mut und Ausdauer.
Eine Frage; findet soetwas noch statt? https://augengeradeaus.net/2014/01/vormerken-blogtreffen-am-26-april-in-berlin/
[Danke für die Erinnerung… Ich überlege mal, ob/wie so was wieder machbar ist! T.W.]
@Paradox77 sagt:
01.01.2026 um 17:25 Uhr
„@ Zweibrücken: Ein recht klarer Fall von Führungsversagen in Kombi mit falschem Verständnis von a) Tradition und b) Kameradschaft.“
Dies hat ja auch der Minister festgestellt:
„Pistorius unzufrieden mit Kommando in Zweibrücken
Pistorius zeigte sich aber unzufrieden, wie die militärische Führung vor Ort zunächst auf die gemeldeten Fälle reagiert hatte.“Was nicht geht, ist, dass das Fehlverhalten vor Ort offenbar nicht sofort als solches erkannt wurde und damit auch nicht mit der erforderlichen Konsequenz verfolgt wurde. Das muss ausgeschlossen sein“, sagte Pistorius.
Die jetzt eingeleiteten Maßnahmen werden im „Aktionsplan Luftlandetruppe“ gebündelt. Der Aktionsplan soll laut Bundeswehr dabei helfen, so etwas in Zukunft zu verhindern.“
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/swr-pistorius-vorfaelle-bei-fallschirmjaegern-in-zweibruecken-erschuetternd-100.html
D.h. hier geht es mitnichten nur um die Gruppe der Uffz und Mannschaften.
Diese konnte man nur sofort rausschmeißen über den 55 (5) SG, wenn noch nicht 4 Jahre im Dienst.
Das Problem liegt genauso in der Gruppe der Feldwebel und Offiziere, die im leichtesten Fall „nur“ weggeschaut haben… Und sich damit als Vorgesetzte disqualifiziert haben.
Was wohl folgen wird… ggf. eine Lösung KSK…
Allen ein frohes und gesundes neues Jahr!
Vielmals danke an Hr. Wiegold für das Betreiben der Seiten und des Forums, ein sehr wichtiger Beitrag.
Seitdem mein Großer bei den Panzergrenadieren ist, hole ich mir hier ein wenig Input zu Rüstung, Wehrpolitik und Bundeswehr.
Als ehem. Wehrpflichtiger (Obermaat) der NVA, kann ich sehr gut nachvollziehen, was sich in Zweibrücken abgespielt hat und auch warum. Da möchte man „Kämpfer/Krieger“, die der Führung und den Kameraden blind vertrauen, ohne zu zögern aus Flugzeugen dahin springen, wo es richtig „weh tut“ und im E-Fall allen Befehlen folgen. Dann aber überlässt man diese Jungs zum Feierabend sich selbst und der Langeweile.
Bei uns in der 4. Flottille hat der UvD (bzw. MvD) damals das Gröbste unterbunden und Feierabend war auch deutlich später als heutzutage.
VG von der Ostsee
JFE
@ Felix2: In der Tat. Interessant ist m.E. nach die Deutlichkeit des Ministers und das Timing der Veröffentlichungen dazu. Die Eingaben sind im Sommer gewesen und der Kommandeurswechsel im Oktober, beides unabhängig von der doch recht facettenreichen Ausprägung der einzelnen Vergehen und Straftaten, die ja eine ziemliche Streuung haben – teilweise dominierend in den Mannschaften, teilweise in den UoPs, aber auch darüber hinaus. Die Aufarbeitung dazu wird in jedem Falle spannend.
Es ist halt eine schwierige Gemengelage, von Sexismus über BTM-Missbrauch über Antisemitismus/ NS-Verherrlichung zu Körperverletzung/sexueller Nötigung sowie anderen ISoLa-Fällen. Der FAZ-Artikel ist schon sehr gut und ausführlich, aber der Umgang mit den – teilweise länger bekannten – Vorfällen ist wirklich hanebüchen und eher 1985 als 2025
@Florian Staudte @“Kasernenalltag“
1++++++++++++
Kann ich so 100% unterschreiben. Vielleicht noch ergänzend das gerade die Mannschaften im Grundbetrieb während der Dienstzeit schon in den entkoppelten Gebäuden bis Dienstschluss „abpimmeln“ und genug Zeit haben um auf abenteuerlichen Ideen zu kommen.
@Hausherr:
danke für die Arbeit und ein gutes 2026 für sie.
@JFE sagt:
„01.01.2026 um 20:13 Uhr
Da möchte man „Kämpfer/Krieger“, die der Führung und den Kameraden blind vertrauen, ohne zu zögern aus Flugzeugen dahin springen, wo es richtig „weh tut“ und im E-Fall allen Befehlen folgen.“
Genau diese „Blinden“ und „allen Befehlen Folgenden“ haben nichts
in der Bundeswehr zu suchen.
Ebenso Vorgesetzte deren Ziel es ist solche blinden Befehlsempfänger zu schaffen.
Soldaten der Bundeswehr sind Staatsbürger in Uniform und haben jederzeit die Pflicht ihr Hirn zu gebrauchen und z.B. jeden Befehl aktiv zu verweigern, der eine Staftat darstellt.
Dies hat man bewusst den Soldaten der Bundeswehr auferlegt, damit sich niemand mehr mit: „Das hat aber XY mir befohlen.“ herausreden kann, wenn z.B. ein KpChef befehlen würde Kriegsgefangene zu erschießen.
@Uhrmacher u. a.
Danke für Bericht und Meinung: Wenn solche Leute wie Sie zurückgewiesen werden, weist genau das auf die Probleme hin, die man auch als Ergebnis bürokratischer Verkrustung sehen kann: Die Entscheider in Politik und BW-Führung haben erkennbar die Situation noch nicht erkannt: Wir sind auf jede(n) angewiesen, der kann und will, völlig unabhängig vom Alter!
In der Reserve bräuchten wir nicht nur Spitzenkräfte, sondern ebenso AusbilderInnen, die die Ausbildung im Heimatschutz ergänzen und unterstützen können, einsetzbar wären fast ALLE Dienstgrade!
Bin gespannt, wann und ob sich diese Erkenntnis auch bei den Entscheidern durchgesetzt hat – das wäre in unser aller Interesse!
Das …
Florian Staudte sagt:
01.01.2026 um 15:12 Uhr
„Unterkunfts- und Funktionsbereich sind voneinander entkoppelt und liegen teilweise entfernt in der Kaserne.“
… war früher auch schon so, zumindest bei uns und bei früher meine ich 30 Jahre.
Das …
Florian Staudte sagt:
01.01.2026 um 15:12 Uhr
„Die Zeiten „Kompanieführung im Erdgeschoss und Stuben in den darüberliegenden Etagen“ sind vorbei.“
… ist so. Das Fehlen von UvD/GvD in den meisten Kasernen (ja, es gibt Ausnahmen) macht es nicht besser.
Auch wenn es nicht so ganz hier passt. Trotzdem:
Mir fällt auf, dass mit Blick auf den „neunen Wehrdienst“ nicht mit dem geworben wird, was deutsche Streitkräfte und der Dienst des Soldaten mitausmachen: „Grundsätze der Inneren Führung und zeitgemäße Menschenführung“ – bislang hab ich in allen Werbemaßnahmen immer nur „Geld und Führerschein“ lesen können. Warum verzichten, so mein Eindruck, bislang sowohl die politische als auch soldatische Führung auf diese Wesenselemente hinzuweisen? Es mag sein, dass es bei ausschließlich freiwilligen dienenden Soldaten darauf verzichtet werden kann, aber bei einer doch näher rückenden allgemeinen Wehrpflicht für männliche deutsche Staatsbürger wird man nicht darum herumkommen, mehr „als ausschließlich Geld“ anzubieten.
@Felix2
auf den Gedanken, dass ein Bundeswehr-Kompaniechef Straftaten befiehlt oder extrem, Erschießungen von Kriegsgefangenen auch nur tolerieren könnte, wäre ich jetzt wirklich nicht gekommen. :-0
An dieser Stelle ist doch die Auswahl des Führungspersonals sicherlich (hoffentlich) sehr selektiv, zumindest in aktuellen Friedenszeiten. Oder?
„Ironie-Modus an“: Ich stelle mir gerade vor, wie eine Sprunggruppe Fallschirmjäger erst im Stuhlkreis abstimmt, ob der Sprung aus der Maschine jetzt trotz des Nebels oder Dunkelheit sicher ist, sie wirklich springen sollen…und dann noch, ob alle mit müssen…
Was auch interessant werden dürfte: eine sanitarisierte Version des OPLAN wird an die Verwaltungen gegeben werden und damit auch einen Weg an die Öffentlichkeit finden. Man darf auf den (heruntergestuften) Inhalt gespannt sein, die Presse soll wohl bereits Einblick haben (WELT Online über deren Schwester POLITICO: „Das geht aus einem vertraulichen Regierungsdokument hervor, das „Politico“ vorliegt.“).
WELT: „Deutschland im Konfliktfall „priorisiertes Ziel“ für weitreichende Waffen Russlands“ mit dem Fazit als Schlußsatz des Artikels:
„Die Konsequenz des Plans ist klar: Der Krieg beginnt nicht erst mit militärischen Angriffen — sondern lange zuvor.“
https://www.politico.eu/article/germany-new-military-plan-foreign-sabotage-hybrid-attacks-as-preparation-for-war/
@ Andreas Westphal
Es gab und gibt immer Ausnahmen. Die Trennung von Funktions- und Unterkunftsbereichen ist die offizielle Linie.
Vielfach gibt es nur noch einen Bataillons-UvD.
Aus meiner Sicht verkennen solche organisatorischen Entscheidungen, dass Soldatinnen und Soldaten, insbesondere Mannschaftssoldaten, manchmal im Geiste schlicht sind. Das macht sie nicht zu schlechteren Menschen. Der MG-Schütze muss auch kein studierter Quantenphysiker sein. Dies anerkennend muss man Soldatinnen und Soldaten Führen. Ausbilden. Erziehen und nicht wie Arbeitskollegen behandeln.
Die ist ein hervorragendes Beispiel, wie der Bundeswehr in guter Absicht die Seele herausorganisiert wird.
@ Josef König, 02.01.2026, 17:07 Uhr
„…Warum verzichten, so mein Eindruck, bislang sowohl die politische als auch soldatische Führung auf diese Wesenselemente hinzuweisen?…“
Weil Sie mit diesen Wesenselementen mit Ausnahme einiger weniger Idealisten keinen Freiwilligen mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. Zumindest nicht kurzfristig, also schnell.
Und die politische Führung hat sich selbst Ziele gesetzt und wird daran gemessen werden. Also holt man die Brieftasche heraus, wedelt mit den Scheinchen (oder geldwerten Vorteilen, wie z.B. Führerschein) und hofft dann damit zumindest in die Nähe der eigenen Ziele zu kommen, um sich nicht der Erfolglosigkeit stellen zu müssen. Nachhaltig ist die „Attraktivität By EURO“ nicht, aber als kurzfristiger “Troubleshooter“ (aka „Augenwischerei“) taugt es vielleicht.
Ich wiederhole mich: Man muß halt nur aufpassen, dass das Bestandspersonal, das diese Vergünstigungen nie bekommen hat und auch nicht bekommt noch „bei der Stange“ bleibt.
@ Florian Staudte:
„Der MG-Schütze muss auch kein studierter Quantenphysiker sein.“
Absolut. Auch ein Offizier muss kein studierter Quantenphysiker sein.
Aber wie sieht es denn mit Hauptschulabschluss aus? Muss ein Mannschaftsdienstgrad zumindest Hauptschulabschluss nach Klasse 9 vorweisen, oder werden auch Bewerber für SaZ in der Mannschaftslaufbahn ohne Schulabschluss eingestellt?
Und findet Unterricht zur Politischen Bildung statt? In welchem Umfang? Dies wäre ein Ort, um (Rechts-) Extremismus, Antisemitismus, legale/illegale Drogen, Geschlechtersensibilität, Leitbild des Staatsbürgers in Uniform etc. zu thematisieren.
@T.W. Mille Grazie für all Ihre Engelsgeduld mit einem sprichwörtlichen Heer aus Nationaltrainer,Generale und Minister..
Darüber hinaus den Optimismus angesichts einer Wand aus Ignoranz von Berufsbeamten.
Als beorderdeter Reservist erlebe ich das punktuell
Und das ist mehr als genug.
Somit keep it up!
@Lehrer
Politische Bildung hilft hier nicht. Hier liegt auf allen Ebenen ein kulturelles Problem vor, und eine defekte Kultur ändert man nicht mit ein paar Unterrichten oder Appellen an abstrakte Werte. Die im vorliegenden Fall offensichtlich mangelhaft erzogenen und geführten Mannschaften und Unteroffiziere sind dabei nur ein Teil des Problems.
Florian Staudte sagt:
02.01.2026 um 19:10 Uhr
Sehe ich ebenso.
@Lehrer sagt:
02.01.2026 um 19:57 Uhr
Die Einstellung in die Laufbahn der Mannschaften erfordert das Erfüllen der Vollzeitschulpflicht. § 10 Abs 1 , Satz 1 SLV
Suchen Sie in Google nach der Regelung A-2620/1 „Politische Bildung“
„Diese Regelung beschreibt die Ziele für die politische Bildung in der Bundeswehr und setzt Vorgaben für deren Durchführung. Sie wendet sich an alle Bundeswehrangehörige und insbesondere an militärische und zivile Vorgesetzte. “
z.B. zu finden bei fragdenstaat.de
Man kann Herrn Wiegold nur immer wieder dafür danken, dass er sich die Arbeit macht. Hoffentlich erhält er irgendwann dann auch mal die entsprechende Anerkennung der „großen“ Medien.
Ich kann mir aber nicht verkneifen, in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse, darauf hinzuweisen, dass wir, Stand jetzt, den Wiegold-Effekt nicht mehr als Theorie einstufen können. Die Beweise kann man nicht mehr leugnen. Nun wissen wir zumindest, das WKIII erst vor der Tür steht, wenn bei AG eines Tages für immer das Licht ausgeht. Wir haben also noch Zeit.
Wiegoldeffekt in Caracas, glaube die regelbasierte Ordnung hat’s erwischt. Frohes 2026 allerseits!
@T.W: Dank und Respekt ihrer unermüdlichen Arbeit und hochhalten journalistischer Standards, dem ununterbrochenen Einsatz für die FDGO auch in den letzten Wochen und Monaten in dieser zunehmend postfaktischen Welt.
@AoR
Die Regeln sind ja nicht weg, sondern es gelten nur andere, Stichwort „Monroe-Doktrin“.
@Bravo November: Und die ist ja sogar älter als die Charta der Vereinten Nationen. /SCNR
@AoR
Es gibt sogar eine noch ältere Regel, beschrieben von Thukydides vor rund 2500 Jahren: „Die Starken tun, was sie können, und die Schwachen ertragen, was sie müssen.“ Oder diese ungefähr zeitgleich von Laotse beschiebene: „Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr.“
Aus europäischer Sicht sollte man spätestens jetzt die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass die USA auch an derer Stelle (Grönland) das Völkerrecht ignorieren.
@Bravo November: Einen Vorgeschmack für eien mögliche Reaktion hat UvdL ja schon gegeben. Sie legt dann das Schicksal Grönlands in die Hände der Grönländer. Man möge, um wietere unschöne Worte zu subsummieren, daran erinnern, dass wir schon Kredite aufgenommen haben, deren Rückzahlung (planerisch und gedanktlich) an die Steuermehreinnahmen gebunden war, die wir uns aus einem Freihandelsabkommen mit Lateinamerika erhofft hatten.
Grazie Italia!
Nachtrag: Noch so ne alte Regel „VAE VICTIS – Wehe den Besiegten“. WIr sollten uns straffen.
Interessant zu wissen wäre ob es seitens des Militärs (offene) Kritik oder Widerstand gegen den offen völkerrechtswidrigen Einsatz in Venezuela gab oder ob man bereitwillig oder mit etwas Bauchschmerzen mitgemacht hat, weil: ‚ist ja doch eine tolle Aktion, und dabei sein ist alles.
Die Diskussionen in den USA bzgl. der Verbindlichkeit rechtswidriger Befehle gibt es ja seit ein paar Monaten. Hier etwas zur Denke des POTUS:
https://www.reuters.com/world/us/trump-says-democrats-who-told-us-military-refuse-illegal-orders-deserve-death-2025-11-20/
@Thomas Melber, 04.01.2026, 8:41 Uhr:
Ich denke , dass es -wenn überhaupt- nur versteckte/verdeckte Kritik im Militär gibt. POTUS hat ja sehr deutlich gezeigt, was mit hochrangigen Militärs passiert, die nicht nach seinem Mindset „ticken“.
Viel interessanter finde ich die Position der EU und einiger europäischen Staaten. Das Bemühen durch juristisch / semantische Höchstleistungen „den offen völkerrechtswidrigen Einsatz in Venezuela“ ohne eine direkte offene Kritik an den USA zu kommentieren.
@Lehrer
Zum Thema politische Bildung habe ich die Erfahrung gemacht, das sie zumindest in meinen letzten 15 Dienstjahren bis 2021 keine Rolle mehr gespielt hat. Früher musste man im Auftrag der Chefs als Uffz und Fw öfter an Freitagen kurze Vorträge (10 bis 15min) über ein tagesaktuelles Thema aus den Nachrichten in den Kompanien halten. Später machten dann die Chefs noch hier und da politische Bildungen. Und in den letzten Jahren hatten politische Bildungen eher mehr den Charakter von “Betriebsausflügen“. Klassische Unterrichte zu politischen Themen vom Chef oder vom KEO vor den Mannschaften habe ich ewig nicht mehr erlebt.
@Insider, Felix2 und Bravo November:
Danke für die Rückmeldungen.
@Insider:
Danke für den ernüchternden Einblick. Schade, falls das bundeswehrweit die Realität darstellen sollte.
Die sicherheitspolitischen Themen gehen AG hier auf jeden Fall nicht aus! Vielen Dank an den Hausherren, der auch 2025 mit der Sicherheitspolitik; Krisen & unseren vielen Kommentaren dazu viel zu tun hatte. Wir sehen ja immer nur die freigeschalteten Kommentare und nicht den ganzen Mist/Propaganda, die erst gar nicht hier veröffentlicht wird.
Und nachdem Trump das Völkerrecht gleich zu Beginn des Jahres in den Mülleimer wirft durch den völkerrechtswidrige Angriff auf Venezuela & Entführung des Präsidenten lässt schlimmes für dieses Jahr erwarten.. Zumal unser Kanzler nicht mal den Mut hat, diesen Angriffskrieg zu verurteilen! Dieser Angriff war auch nicht in den Merkposten vorhergesagt, was zeigt, wie unvorhersehbar die aktuelle Weltpolitik ist.
In Deutschland dagegen wird weiter Dienst nach Vorschrift gemacht bei der BW &v die Realität geleugnet. Anders ist es nicht verständlich., dass der Verteidigungsminister sich von den Vorfällen im Fallschirmjägerregiment 26 erschüttert zeigt. Laut FAZ sind die Missstände in der Niederaubachkaserne in Zweibrücken seit 10 Monaten bekannt. Am 15.08.2025 hatte eine Regionalzeitung die Vorwürfe öffentlich gemacht, Am 10.10.2025 wurde über den Amtsantritt des neuen Kommandeurs, die vorzeitige Ablösung des alten Kommandeurs & über die Vorwürfe in der Regionalpresse geschrieben. Die Bundeswehr hatte also 10 Monate Zeit durchzugreifen, aber stattdessen wartet der Verteidigungsminister ab, bis die FAZ als überregionale Zeitung, das Fallschirmjägerregiment 26 & die Zustände dort öffentlich macht, um überrascht zu sein. In den 10 Monaten der Untätigkeit der BW-Führung wurden Fallschirmjägerrinnen, die die Meldung über die Missstände erstatte hatten, aus der BW rausgemobbt oder zu ihrer Sicherheit versetzt, anstatt die betroffenen, frauenfeindlichen Kompanien, wie die 2. Kompanie des KSK, aufzulösen! Daß die Niederaubachkaserne einen der schlechtesten Kasernen der BW ist, ist sicherlich nicht hilfreich für das Regiment, kann aber keine Rechtfertigung für Hitlergrüße, Nazi-Uniformen oder frauenfeindliche Kompanien sein. Die Niederaubachkaserne zum (Haupt)-Standort des Fallschirmjägerregiments 26 zu machen(als Zweitstandort gibt es noch Merzig) war eine der typischen Fehlleistungen bei der Bundeswehrreform 2011! Denn wegen dieser Reform wurden die Fallschirmjägerbataillone 261 aus Lebach, 262 aus Merzig und 262 aus Zweibrücken aufgelöst & das Fallschirmjägerregiment 26 gegründet. Aus den Kasernen in Lebach & Merzig habe ich noch nie was negatives zum baulichen Zustand gehört. Warum wurde das Fallschirmjägerregiment 26 nicht in den besseren Kasernen in Lebach oder Merzig aufgestellt oder die Soldaten wenigstens dorthin zeitweise stationiert, bis die Kaserne in Zweibrücken saniert ist? Der Vorwurf Horror Kaserne für die Niederaubachkaserene dürfte stimmen, denn KI hat meine Suchanfrage mit „Horror Kaserne Niederaubach“ beantwortet! Dabei ist mir aus der Regionalpresse seit längerem keine Kaserne der BW bekannt, deren Zustände in der Presse öfter kritisiert wird, als die Kaserne in Zweibrücken. Die Zustände der Truppenküche in Zweibrücken waren schon Thema der Wehrbeauftragten & die Presse hat öfters über Hygienische Probleme in der Kaserne berichtet. Die hier schon zitierten Facebook Kommentare sind vernichtend, wenn die Hygienischen Zustände in Kundus besser gewesen sein sollen. Erst dieses Jahr soll tatsächlich mit dem Abriss & Neubau von Gebäuden begonnen werden. Die Vorwürfe selbst können nicht überraschen, weil die Vorwürfe sind dieselben Vorwürfe, wie es diese schon gegen frühere Fallschirmjägerbataillone gab, bei Gebirgsjägerbataillonen oder gegen das Wachbataillon erhoben wurden in der Vergangenheit. Der Militärhistoriker Sönke Neitzel hat vorhergesagt, daß die Vorwürfe sich immer wieder widerholen würden, weil die deutschen Krieger/Elitesoldaten keine positiven Vorbilder haben bzw. haben dürfen und sich deshalb immer falsche Vorbilder suchen würden. Genau dies ist mal wieder geschehen. Verbunden mit mangelnder Dienstaufsicht, die vermutlich wieder an der EU-Arbeitszeitrichtlinie liegt. Sich langweilende Elitesoldaten, die keine Vorbilder haben dürfen und ohne effektive Aufsicht, l bauen scheiße. Dies war beim KSK auch dasselbe. Und der Fehler des KSK, mit nur einem Standort, hat sich bei den Fallschirmjägern wiederholt. In den 90iger Jahren gab es noch 7 Fallschirmjägerbataillone an 7 Standorten. Dann begann der Unsinn, die Fallschirmjäger erst in Seedorf, und dann in Zweibrücken, zu konzentrieren. Damit wird dann nicht nur einer von 7 Standorten vergiftet, wenn es zu Problemen kommt, sondern es ist faktisch gleich die halbe Fallschirmjägertruppe betroffen.
@Closius
Interessant zu wissen wäre was denn der Division gemeldet bzw. was in den Kp’n und im Bataillon schriftlich festgehalten wurde.
Die genannten Verfehlungen sind doch wohl aktenkundig zu machen und müßten bei einer Dienstaufsicht bekannt werden (Durchsicht der Disziplinarbücher durch den SiBe, Sicherheitstagebuch, SIVOKO- und ISoLA-Meldungen, u.a.). Es soll aber auch Kp-Chefs geben bei denen die Hürde für einen Eintrag ins Disziplinarbuch sehr hoch ist.
Sicherheitsvorkommnisse und ISoLA werden regelmäßig der übergeordneten Führung (Kdr, Stv. oder ChdS) vorgelegt. Zudem haben die Mädelz auch eine Vertrauensperson, die das ebenfalls an die der Div. hätte melden müssen oder gemeldet hat.
@ Insider
Ich kann Ihnen nur zustimmen. Als Beamter war ich u.a. für die Vergabe von PolBil-Leistungen bis vor kurzem zuständig.
Mein Klassiker: 6 Offiziere wollten mit ihren Ehefrauen nach Straßburg im Rahmen von PolBil im 40-Sitzer-KOM fahren. Programmpunkte u.a.: Bootstour und Picknick in den Weinbergen. Dann habe ich das gesamte Projekt beendet und eine Vergabe abgelehnt, weil ich nicht für Urlaubsreisen zuständig bin. Das gab ein riesengroßes Theater. Unvorstellbar.
PolBil ist gut und richtig. PolBil als getarnte Urlaubsreise auf Kosten des Dienstherrn ist nicht nachhaltig und verwerflich.
Meine feste Überzeugung ist, dass es in Zweibrücken eine Summe vielen Faktoren gab, die zu so einem Desaster geführt haben.
Noch ein Venezuela-Kommentar plus Dankeschön an Herrn Wiegold.
In der Tat ist auffällig wie teils gemässigt die europ. Kommentare zur, na ja, amerikanischen Spezialoperation ausfallen.
Die Politik ist aufgewacht in einem Umfeld in dem sich der wichtigste Verbündete ( auch ) nicht mehr an geltendes Völkerrecht hält.
Dummerweise hält dieser Verbündete das einzig relevante Arsenal vor das in der obersten Eskalationsstufe abschreckungsmässig als wirklich relevant einzustufen ist.
Aufgrund diverser Verträge und moralischer Einstellungen darf und will man hier nicht mitspielen ( was im Grunde völlig richtig ist ).
Ein Bei-der-Stange-halten der USA ist schlicht alternativlos.
Eine zunehmend wacklige Abschreckung ist immer noch besser als gar keine Abschreckung # hab ich das jetzt wirklich gesagt ? #.G
Gerade auch vor dem Hintergrund der vor kurzem geposteten Grönlandkarte in US-Flaggenform. Natürlich inoffiziell…
Zum „Auftrag“ von Augen Geradeaus:
Immer gut war und ist ein wachendes Auge ( gerne auch „Sauron“-mässig ;-) auf den deutschen Verteidigugshaushalt, einzelne Rüstungsprojekte und die damit betrauten Staatsdiener ( Soldaten, Wehrdienstleistende incl. Debatte, Politiker, Beschaffungs-Beamte ) und auch die Reaktion der Bevölkerung bzw. diverser Parteien.
Auch Diskussionen über Auslandseinsätze der Bundeswehr sind natürlich berichtenswert obwohl die BW ja keine “ Expeditionary Force“ vorhält wie bspw. Frankreich oder England ( die haben ja noch Überseegebiete ). Man ist schlicht immer von anderen abhängig.
In diesem Sinne nochmal MERCI VIELMALS an Herrn Thomas Wiegold im Jahre 2026 !
@all: Ich war 1988/1989 GWDL15 und habe als Gefreiter ab Mai 1989 gemeinsam mit drei weiteren Abiturienten die wöchentliche PB durchgeführt. Dafür erhielten wir pro Woche 2 Stunden zur Vorbereitung, konnten auf Tageszeitungen (lokal und überregional), den Hörfunk und das Fernsehen zurückgreifen (Internet und Social Media gab es damals noch nicht) und uns untereinander austauschen.
Ich erinnere mich an Stunden zu den gefälschten Kommunalwahlen in der damaligen DDR, zum Europatreffen an der ungarisch-österreichischen Grenze und zu den blutig niedergeschlagenen Protesten der chinesischen Bevölkerung am Platz des Himmlischen Friedens …
Ich fand das damals wichtig, dass die PB regelmäßig stattfand und wir aktiv eingebunden wurden (manch ein Kamerad meinte seinerzeit, dass eher wir proaktiv auf unsere Zugführung zugegangen wären … ;-)
BTW: In unserer FmKp gab es durchaus den einen oder anderen GWDL, der „rechts von der CSU“ stand. Und gerade deshalb war die PB damals so wichtig! Und ist es heute noch!
@Apollo 11 04.01.2026 um 23:31 Uhr
Das Wichtigste zuerst: Eine wackelige Abschreckung ist keine hinreichende Abschreckung, sondern eine Einladung an den Gegner, diese zu testen.
Das „Bei-der-Stange-halten“ ist in dieser Lage ein faktisches Appeasement, weil es eine Politik der Zugeständnisse, der Zurückhaltung, der Beschwichtigung und des Entgegenkommens darstellt, in trügerischer Erwartung gegenüber dem Aggressor, verschont zu bleiben. Das hat im historischen Rückblick noch nie funktioniert.
Wer im Übrigen noch immer glaubt, dass die Annexionsbestrebungen der Trump-Administration bezügl. Grönland Phantastereien sind, unterliegt einer fatalen Fehleinschätzung.