Personalstärke Oktober 2025: Sprung auf mehr als 184.000 – Größte Bundeswehr seit Juli 2021
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr hat im Oktober im Vergleich zum Vormonat einen Sprung um mehr als 2.500 nach oben gemacht und mit 184.242 den größten Umfang der deutschen Streitkräfte seit Juli 2021 erreicht. Dazu beigetragen hat auch ein Anstieg der Zahl der Zeitsoldaten um rund 1.100, vor allem aber die Zunahme der Freiwiligen Wehrdienst Leistenden (FWDL) um fast genau 2.000. Die Zahl der Berufssoldaten ging dagegen um mehr als 500 zurück.
Der erstaunliche Anstieg in einem Umfang, wie er über die vergangenen Jahre nicht zu beobachten war, kommt aus Sicht des Verteidigungsministeriums sicherlich passend zur Debatte und vor allem Abstimmung über das Gesetz zum Neuen Wehrdienst in dieser Woche. Denn gerade die freiwilligen Kurzdiener, auf die die Bundeswehr in den kommenden Jahren setzen will, sollen ja den geplanten Aufwuchs auch ohne eine Wehrpflicht ermöglichen.
(Vielleicht, aber das ist natürlich reine Spekulation, wurden die Zahlen auch deshalb bereits nach gut vier Wochen und nicht wie in jüngster Zeit üblich erst nach zwei Monaten veröffentlicht. Auf jeden Fall geschah das in großer Eile – die Zahlen zum Anteil von Frauen sowohl auf militärischen Dienstposten als auch beim Zivilpersonal wurden unverändert aus dem September übernommen und sind damit offenkundig falsch. Aus diesem Grund die Archivkopie der am 2. Dezember veröffentlichen Statistik hier.)
Die Statistik für Oktober 2025, am (heutigen) 2.Dezember wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht (seit der Statistik für den Monat März 2023 wurde das Format der Darstellung verändert; der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit halber bleibt es hier bei der Art der Darstellung vor den März-2023-Zahlen):
Insgesamt leisten 184.242 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.073
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3973
Heer 63.618
Luftwaffe 28.280
Marine 15.601
Cyber- und Informationsraum 13.849
Unterstützungsbereich 47.367
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.073
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.913
Bereich Personal 7.495
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldaten 59.010
Soldaten auf Zeit 113.170
Freiwilligen Wehrdienstleistende 12.062
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Die Zahl der Frauen in den Streitkräften – HINWEIS: Diese Zahlen sind vollständig identisch mit den Zahlen für September. Bei einem Anstieg der Personalstärke insgesamt um zweieinhalbtausend ist das eher unwahrscheinlich – vermutlich wurden aufgrund eines redaktionellen Irrtums hier nicht die Oktober-Zahlen eingestellt.
24.878 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Heer 4.875
Luftwaffe 2.915
Marine 1.731
Cyber- und Informationsraum 1.472
Unterstützungsbereich 11.646
Ministerium und andere Bereiche 2.239
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.246
Unteroffizierinnen mit Portepee 8.901
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.402
Mannschaften 5.329
Status
Berufssoldatin 5.795
Zeitsoldatin 17.355
Freiwilligen Wehrdienstleistende 1.728
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Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.923 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.816
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.696
Heer 2.566
Luftwaffe 4.895
Marine 1.837
Cyber- und Informationsraum 1.830
Unterstützungsbereich 11.413
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 33.020
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.751
Bereich Personal 10.545
Militärseelsorge 483
Rechtspflege 92
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HINWEIS: Auch die Angaben zum Anteil von Frauen am zivilen Personal wurden unverändert aus dem September übernommen. Hier stimmt schon die zuvor angegebene Gesamtzahl nicht (81.942 statt aktuell 81.923).
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.942 zivilen Beschäftigten sind 32.153 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.751
im höheren Dienst 2.234
im gehobenen Dienst 4.481
im mittleren Dienst 4.016
im einfachen Dienst 20
Arbeitnehmerinnen 19.240
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.162
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(Stand 31. Oktober 2025)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 24. November 2025:
Insgesamt sind 1.014 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
(Foto: Rekruten beim feierlichen Gelöbnis zum 70. Geburtstag der Bundeswehr am 12. November 2025 in Berlin – Kira Graap/photothek.de)
Die neuen Bundeswehrzahlen sind ein kleines Wunder, denn der Jahreshöchststand der Truppenzahlen war bisher immer im Juli, wenn die neuen Offiziersanwärter in die Kasernen einrücken. Daß jetzt in einem Oktober über 184.000 Soldaten verbucht werden, ist ein Hinweis darauf, daß es doch mehr Bewerber dieses Jahr zu geben scheint. 184.242 Soldaten ist die Vierthöchste Truppenstärke seit der monatlichen Erfassung durch Augen Geradeaus und die höchst seit dem erfasste Truppenstärke im Oktober. Nur dreimal gab es mehr Soldaten, dies war im Juli 2020(mit mehr als 185.000 Soldaten, Höchststand seit 2013), und nur im August 2020 und Juli 2021 gab es mehr Soldaten als jetzt.
Wie meistens beruht der Anstieg auf mehr FWDL, welche sich um 2.000 erhöht haben seit letztem Monat und 1.000 Zeitsoldaten mehr, ist auch(außer für Juli) außergewöhnlich, weil seit Jahren die Zahl der Zeitsoldaten meist sinkt.
Daß mal wieder Zahlenfehler veröffentlicht werden in den Zahlen der Soldatinnen usw, ist nicht das erste Mal, und spricht wahrscheinlich dafür, daß die Zahlen jetzt überstürzt veröffentlicht worden sind, um vor der entscheidenden Abstimmung im Bundestag am Freitag noch positive Zahlen zu haben, um den neuen(freiwilligen) Wehrdienst zu stützen und zu behaupten, man könne die neue Truppenstärke von 260.000 – 270.000 Soldaten auch ohne Wehrpflicht erreichen.
Wichtig dazu ist, daß der Tagesordnungspunkt neue Wehrpflicht der 1. Tagesordnungspunkt am Freitag ist, so daß zu hoffen ist, daß die neue Wehrpflicht am Freitag tatsächlich beschlossen wird, Angesichts den Streites um das Rentenpaket, wird die Große Koalition kein Interesse haben, eine neue Regierungskrise in der ersten Abstimmung am Freitag zu produzieren. Denn später steht am Freitag die Entscheidung über das Rentenpaket an, wo laut Probeabstimmung in der Union die Regierungsmehrheit wackelt. Und es gibt Stimmen aus der SPD die gedroht haben, weitere Vorhaben der Koalition zu blockieren, sollte das Rentenpakete scheitern. Deshalb scheint mir hier die Abstimmungsreihenfolge für Freitag sehr wichtig zu sein.
Noch interessanter werden jetzt die Zahlen für November + Dezember werden, ob die Bundeswehr mal einen positiven Trend über mehrere Monate fortsetzen kann und es nicht nach einem Jahreshöhepunkt dann wieder monatelang bergab geht mit der Truppenstärke.
Ich sehe hier schon eine klare Tendenz, daß die Bundeswehr steigende Zahlen einige Wochen früher veröffentlicht und sinkende Truppenstärken bis zu 6 Wochen später veröffentlicht. Überraschend ist dabei, daß diesmal nicht vorab das Ministerium den Anstieg groß herausposaunt hat an die Presse, wie die Juli Zahlen. Nur war es etwas peinlich, daß das Ministerium gegenüber der Presse über 183.000 Soldaten für Juli verkündet hatte, was zwischendrin wohl auch stimmte, aber zum Monatsende Juli war die Truppenstärke wieder knapp unter 183.000 Soldaten gefallen. Und die Truppenstärke wird auf der BW HP seit Jahren mit Stichtag Monatsende angegeben.
Interessant.
Wenn ich das richtig verstanden habe greifen diese „2600 Euro Brutto“ für blutige Anfänger erst zum 01.01.2026.
Das wäre der Monat der wirklich interessant wäre…
Zu schön, um wahr zu sein!
Wie oben im Artikel ja schon beim Anteil Frauen erwähnt, scheint diese Statistik für Oktober wohl nicht zu stimmen.
Einfach armselig, wie die Öffentlichkeit hier getäuscht werden soll.
Mich würde mal interessieren, warum die Zahl der BS in den letzten Jahren immer im September einen Sprung nach oben macht (siehe letzten Monat) und dann im Oktober wieder zurück fällt.
Die Entwicklung der FWD entspricht eindeutig dem Trend der letzten Jahren.
Die Gesamtstärke ist im Vorjahresvergleich um 2.600 gestiegen. Bei aller Unkerei einen gewissen Erfolg haben die Maßnahmen inzwischen unbestreitbar.
Interessant ist, dass erst kürzlich bei einer Tagung, bei der unter anderem die Führung des BAPersBw vertreten war, konkret betont wurde, das die Zahlen, die von einem gewissen Herr Wiegold regelmäßig veröffentlicht werden auch regelmäßig falsch seien. Interessant insbesondere daher, da die von ihnen genannten Zahlen sich auf eine direkt nachvollziehbare Quelle der Bundeswehr, respektive des BMVg berufen. Leider bot der Rahmen nicht die Möglichkeit mal nachzuhaken, inwieweit die Zahlen denn falsch seien – vielleicht hat der Herr des Hauses hier Möglichkeiten, Klarheit zu schaffen?
Und nein, damit möchte ich weder die oben genannten (und nachvollziehbaren) Daten anzweifeln, noch die Aussage des BAPers – es handelt sich hier um eine Anmerkung aus ehrlicher Neugier.
[Das finde ich zum Brüllen – die Aussage, die Sie zitieren, bedeutet ja schlicht: Aus Sicht des BAPersBw lügt das Ministerium regelmäßig… Das wüsste ich gerne geklärt, ich höre mich mal um (und wenn Sie mir gerne per E-Mail verraten, welche Tagung das war, kann ich auch konkreter nachhaken. T.W.]
@NervSVDst sagt: 03.12.2025 um 7:21 Uhr
„Interessant ist, dass erst kürzlich bei einer Tagung, bei der unter anderem die Führung des BAPersBw vertreten war, konkret betont wurde, das die Zahlen, die von einem gewissen Herr Wiegold regelmäßig veröffentlicht werden auch regelmäßig falsch seien.“
Ich denke, da hat sich jemand wichtig machen wollen.
Letztendlich ist jeder Soldat oder ziviler Mitarbeiter in SASPF erfasst und mit seinem Status hinterlegt. Da der Datenbestand täglich gepflegt wird und aktuell sein sollte, greifen BMVg und BaPersBw wohl auf den gleichen Datenbestand zu.
Gleichwohl ist es immer wieder verwunderlich, warum es dann bei der Veröffentlichung der Personalzahlen zu offensichtlichen Rechenfehlern kommt, die auch anscheinend keiner kontrolliert. Denn auch diese Auswertung könnte das System auf Abfrage liefern, wenn man sie ordentlich hinterlegt.
@O.Punkt sagt:
03.12.2025 um 6:26 Uhr
„Mich würde mal interessieren, warum die Zahl der BS in den letzten Jahren immer im September einen Sprung nach oben macht (siehe letzten Monat) und dann im Oktober wieder zurück fällt.“
Die regelmäßigen Termine zu denen die Berufssoldaten in den Ruhestand versetzt werden sind der 31.03. und der 30.09. des Jahres.
Ergo ist davon auszugehen, dass im jeweils folgenden Monat April bzw Oktober mit einer deutlich geringeren Zahl zu rechnen ist.
(und dies wird sich die nächsten Jahre noch verstärken, da auch hier die Baby-Boomer die nächsten Jahre in Pension gehen…)
Erhöhungen ergeben sich regelmäßig zu den Ernennungsterminen neuer BS.
SaZ (Uffz/Fw/Offz) zu BS
SaZ die OffzMilFD + BS werden
Hinzu treten Effekte … wenn eine höhere Anzahl BS vom Angebot Gebrauch macht, die Dienstzeit über die persönliche besondere Altersgrenze hinaus zu verlängern.
Und allgemein gilt ja bei JEDER Statistik…
Traue keiner die Du nicht selbst gefälscht hast… 😉
So verwunderlich das auf den ersten Blick sein mag, so wenig(er) verwundert es mich tatsächlich. Was ist denn um den Oktober geschehen: Die vorläufige Haushaltsführung wurde beendet. Zugleich wurde endlich mal für den Aufwuchs Haushaltskarten hinterlegt, so dass auch die Karrierecenter und das BAPersBw endlich deutlich mehr Bewerber einstellen konnten.
Zur Erinnerung: In der Vergangenheit wurde immer die Zahl 203.000 (+-) postuliert, aber diese Zahl wurde NIE im Haushalt (EP14) abgebildet. Dies hat sich mit dem Haushalt 2025 geändert. Für 2026 wurde sogar ein Haushalt beschlossen, der nochmals einen deutlichen Aufwuchs der Haushaltskarten beinhaltet.
Die Frage, die (nicht nur) ich mir stelle: Wird das alles reichen? Was passiert, wenn die Wirtschaft wieder anzieht?
Da wir einen heißen Krieg in Europa haben, die USA ihr Engagement in Europa zurückfährt und die geopolitische Lage nicht gut aussieht, sehe ich langfristig eher ein Aufwuchs wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
Die Zukunft wird es zeigen.
Zitat: „… Die regelmäßigen Termine zu denen die Berufssoldaten in den Ruhestand versetzt werden sind der 31.03. und der 30.09. des Jahres. …“
Die Aussage ist definitiv falsch, und das schon sehr lange. Die Zurruhesetzung erfolgt mit Ablauf des Monats, an dem das für die Laufbahn festgelegte Lebensjahr vollendet wird. Ich wurde z.B. mit Ablauf des 30.06.2006 in den Ruhestand versetzt, als StFw damals noch mit 53 Jahren. Und die von mir genannte Regelung gab es da schon ein paar Jahre.
@all. Bei der hier erwähnten Tagung habe ich selbst als Präsident vorgetragen. Ich habe klar dargelegt, dass man sich bei Augen geradeaus über Zahlen hermacht, die zwei Monate alt sind und deshalb nicht den aktuellen Stand widerspiegeln, Bsp, September vs Oktober. Wenn ich also zitiert werde, dann bitte richtig. Bei Tagungen dieser Art habe ich – wie immer – bei meinen Auftritten die jeweils aktuellen Zahlen genannt.
Grundsätzlich – und das versuche ich ebenfalls immer zu erklären – haben wir einen Drop im ersten Halbjahr und ein einstellungsstarker zweites Halbjahr (Schulabschluss). So verteilen sich mit 35% zu 65% auch die Ausbildungsplätze in den Streitkräften. Abhängig von der Abbrechendenquote werden wir zum Jahresende wieder eine fallende Kurve haben. Bislang – Dezember nicht abgeschlossen – rechne ich mit einem Aufwuchs zum Jahresende von rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten im Vergleich zum Jahresendbestand 2024.
Trennung
Ein Anstieg bei den Berufssoldaten hängt von den entsprechenden Durchführungszeiträumen der Konferenzen ab, die wiederum gekoppelt sind an Beurteilungsstichtage.
Ich sehe tatsächlich eine kleine Tendenz nach Oben. Alleine an unserer Ausbildungsstätte, steigen die Zahlen der Rekruten.
Unsere Kaserne hat zeitweise kaum noch freie Kapazitäten.
Liegt aber auch daran, das seit dem WK II in keine, neuen zusätzlichen Unterkunftsgebäude, investiert wurde.
Unsere Züge werden seit August stetig grösser. Bis zu 200 Rekruten sind gemekdet für 1 Lehrgruppe.
Quantität ist das Eine, Qualität das Andere.
1) Bekommt die Bundeswehr auch die Menschen, die sie haben möchte / benötigt, oder „spielen“ die KC „Headhunter“ und stellen alles ein, was nicht bei drei den Raum verlassen hat?
2) Ebenso interessant sind die Abbrecherquoten, die aber sicher nicht veröffentlicht werden.
[Bislang wurden die Abbrecherquoten veröffentlicht, die liegen bei etwas mehr als 25 Prozent. Was genau meinen Sie? T.W.]
@Robert Sieger: Niemand hindert Sie die aktuellen Zahlen früher zu veröffentlichen. Ursprünglich kamen die Zahlen zum 15. des Folgemonats. Mittlerweile kommen sinkende Zahlen oft mit 5 Wochen Verspätung. Steigende Truppenzahlen kommen ein paar Wochen früher! Es liegt also an der BW, und nicht an AG, dass wir nur veraltete Zahlen diskutieren können. Wenn die Abbrechenquote weiter das große Problem ist, warum wird die Probezeit dann nicht abgeschafft, zeitlich verkürzt oder die Möglichkeit der Verpflichtung ohne Probezeit angeboten? Denn bei einer echten Wehrpflicht gibt es keine Probezeit. Für manche Bewerber mag es wichtig sein, aber der leichte Abbruch schadet der Bundeswehr. Und in der Privatwirtschaft muss kein Arbeitsvertrag eine Probezeit enthalten & für Auszubildende sind nur 4 Monate vorgeschrieben!
@TW
[Bislang wurden die Abbrecherquoten veröffentlicht, die liegen bei etwas mehr als 25 Prozent. Was genau meinen Sie? T.W.]
Auch hier meine ich eine qualitative Betrachtung.
Es macht a.m.S. einen großen Unterschied, ob ein „Neukunde“ nach kurzer Zeit feststellt, dass die Entscheidung wohl doch nicht so gut war, und daher abbricht, oder ob jemand aus Gründen (z.B. Gesundheit, Charakter, Vorgeschichte,…) niemals hätte eingestellt werden dürfen und deshalb „abgebrochen wird“.
@Felix2
Meine aktive Zeit ist schon etwas her, aber ich habe das überhaupt nicht so in Erinnerung dass es nur 2 Daten im Kalenderjahr gibt, wann ich meine Berufsunteroffiziere in den Ruhestand verabschiedet habe. Daher mal kurz ins Gesetz geschaut.
$44(2) SG:
Ein Berufssoldat, der die für ihn geltende besondere Altersgrenze nach § 45 Absatz 2 erreicht hat, kann zum Ende eines Kalendermonats in den Ruhestand versetzt werden.
Die genannten Regeltermine gelten für die allgemeine Altersgrenze, im Ausnahmefall.
@ORR
Die Gründe für einen Abbruch – ob freiwillig oder erzwungen – werden sicher ermittelt und intern ausgewertet. Ob von unten immer korrekt gemeldet wird (z.B. „Ausbildung zu hart“, „Ausbilder zu grob“) weiß ich natürlich nicht bzw. ob das direkt der personalbearbeitenden Stelle gemeldet wird.
@Klap sagt:
03.12.2025 um 16:49 Uhr
„Zitat: „… Die regelmäßigen Termine zu denen die Berufssoldaten in den Ruhestand versetzt werden sind der 31.03. und der 30.09. des Jahres. …“
Die Aussage ist definitiv falsch. (…) Ich wurde z.B. mit Ablauf des 30.06.2006 in den Ruhestand versetzt “
Sie sollten aber schon einkalkulieren das sich in fast 20 Jahren Änderungen ergeben können… 😉
HEUTE (!) gilt das von mir Genannte.
@@Felix2
Meine aktive Zeit ist schon etwas her, aber ich habe das überhaupt nicht so in Erinnerung dass es nur
2 Daten im Kalenderjahr gibt, wann ich meine Berufsunteroffiziere in den Ruhestand verabschiedet habe.
Daher mal kurz ins Gesetz geschaut. $44(2) SG:
Ein Berufssoldat, der die für ihn geltende besondere Altersgrenze nach § 45 Absatz 2 erreicht hat, kann zum Ende eines Kalendermonats in den Ruhestand versetzt werden.
Die genannten Regeltermine gelten für die allgemeine Altersgrenze, im Ausnahmefall.“
Das Gesetz formuliert „kann“…
Und der Dienstherr hat zur Durchführung festgelegt:
BS können (!) mit Ablauf des Monats in den Ruhestand versetzt werden,
in dem sie die für sie festgesetzte besondere Altersgrenze erreicht haben.
Wird davon Gebrauch gemacht, sollen (!!!) BS zum Ablauf eines 31. März
oder 30. September in den Ruhestand versetzt werden.
Und „sollen“ ist somit die aktuell gängige Praxis, egal was „früher“ galt… 😉
@Closius sagt: 03.12.2025 um 19:16 Uhr
Wahrscheinlich stellen wir uns das mit den Zahlen zu einfach vor.
Die Probezeit ist ein Teil der personellen Maßnahmenpakete der letzten Jahre und macht auch m.E. nach Sinn. Was wollen Sie mit einem Soldaten, der vier Jahre dienen muss, aber schon nach drei Wochen feststellt, dass das nicht seine Berufung ist? Das bringt niemanden etwas. Es gibt eben keine UA/OA mehr, die sich aus der Wehrpflicht heraus verpflichten können. Die hat eben seinerzeit als „Probezeit“ gedient.
Eigentlich ist es auch müßig, über die Personalzahlen zu diskutieren, das Niveau hat sich eingependelt. Und ob es nun 1.000 Pax mehr oder weniger in einem Monat sind, ist nicht wichtig. Die letzten Jahre haben ganz klar gezeigt, das es nicht für einen signifikanten Aufwuchs reicht.
Mich würde interessieren, wie viel darauf zurückzuführen ist, dass die PKW Fahrerlaubnis dort bezahlt wird, die Wohn- und Energiekosten massiv steigen (als junge Person schon erwägenswert, sich kasernieren zu lassen) und die Rezession als Pullfaktoren mittlerweile ziehen.
Militärsoziologisch durchaus interessant.
@ M. Weber, 04.12.2025, 16:31 Uhr:
„…Militärsoziologisch durchaus interessant.“
100% Zustimmung, wobei allerdings das Geld, oder andere „Vergünstigungen“ mit direkter finanzieller Auswirkung, wie Führerschein oder Wohn- und Energiekosten zwar sehr gute, aber auch sehr kurzfristige Motivatoren sind. Das sollte man nie vergessen.
Wenn die Menschen nur wegen des Geldes oder des geldwerten Vorteils zur Bw kommen und dann nicht sehr schnell von der Sinnhaftigkeit des Dienstes überzeugt werden, dann kauft man sich ein enormes Problem ein. Denn zum Einen „verliert“ man diese „Neukunden“ (zumindest motivationsseitig) nach kurzer Zeit und zum zweiten „verliert“ man auch den „Bestandskunden“ der schon einige Jahre SaZ Mannschaft ist und keinen Führerschein bezahlt bekommen hat und nun nur unwesentlich mehr Geld bekommt, als der „Neukunde“. Von den noch viel erfahreneren „Bestandskunden“ UmP, Offz, StOffz mal gar nicht zu reden. Dies ist militärsoziologisch mindestens genauso interessant.
Aber hier zeigt sich dann tatsächlich die Fähigkeit der Bw Menschen zu führen, zu begeistern und zu Höchstleistungen deutlich oberhalb der Erwartungen zu motivieren.