Dokumentation: Europäer versprechen Ukraine Unterstützung – auch mit multinationaler Truppe
Im Bemühen für eine Friedenslösung für die Ukraine haben die Europäer dem Land ihre Unterstützung zugesagt – auch mit einer europäisch geführten multinationalen Truppe, die aber von den USA unterstützt werden sollte. Ob der Vorschlag, der unter anderem von Deutschland, Dänemark, Finnland, Italien, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Großbritannien, Polen sowie der EU vorgelegt wurde, tatsächlich Chancen hat, ist aber noch offen.
Zur Dokumentation die vom Bundespresseamt am (heutigen) Montagabend in Berlin veröffentliche Erklärung im englischsprachigen Original:
Statement by Chancellor Merz, Prime Minister Frederiksen, President Stubb, President Macron, Prime Minister Meloni, President Nausėda, Prime Minister Schoof, Prime Minister Støre, Prime Minister Tusk, Prime Minister Kristersson, Prime Minister Starmer, as well as President Costa and President von der Leyen
The Leaders welcomed significant progress on President Trump’s efforts to secure a just and lasting peace in Ukraine. They also welcomed the close work between President Zelenskyy’s and President Trump’s teams as well as European teams over the recent days and weeks. They agreed to work together with President Trump and President Zelenskyy to get to a lasting peace which preserves Ukrainian sovereignty and European security. Leaders appreciated the strong convergence between the United States, Ukraine and Europe.
Leaders agreed that ensuring the security, sovereignty, and prosperity of Ukraine was integral for wider Euro-Atlantic security. They were clear that Ukraine and its people deserved a prosperous, independent, and sovereign future, free from fear of future Russian aggression.
Both the US and European leaders committed to work together to provide robust security guarantees and economic recovery support measures for Ukraine in the context of an agreement on ending the war. This would include commitments to:
• Provide sustained and significant support to Ukraine to build its armed forces, which should remain at a peacetime level of 800,000 to be able to deter conflict and defend Ukraine’s territory.
• A European-led ‘multinational force Ukraine’ made up from contributions from willing nations within the framework of the Coalition of the Willing and supported by the US. It will assist in the regeneration of Ukraine’s forces, in securing Ukraine’s skies, and in supporting safer seas, including through operating inside Ukraine.
• A US led ceasefire monitoring and verification mechanism with international participation to provide early warning of any future attack and attribute and respond to any breaches along with a deconfliction mechanism to work on mutual deescalatory actions that can be taken to benefit all parties.
• A legally binding commitment, subject to national procedures, to take measures to restore peace and security in the case of a future armed attack. These measures may include armed force, intelligence and logistical assistance, economic and diplomatic actions.
• Invest in the future prosperity of Ukraine, including making major resources available for recovery and reconstruction, mutually beneficial trade agreements, and taking into account the need for Russia to compensate Ukraine for the damage caused. In this vein, Russian sovereign assets in the European Union have been immobilised.
• Strongly support Ukraine’s accession to the European Union.
The leaders expressed their support for President Zelenskyy and agreed to support whatever decisions he ultimately makes on specific Ukrainian issues. They reaffirmed that international borders must not be changed by force. Decisions on territory are for the people of Ukraine, once robust security guarantees are effectively in place. They agreed that some issues would need to be resolved in the final stages of negotiations. They underlined that they would support President Zelenskyy to consult his people if needed.
They were clear that as in any deal, nothing is agreed until everything is agreed and that all parties must work intensively towards a solution that could assure a lasting end to the fighting.
They were also clear that any deal should protect the long-term security and unity of the Euro-Atlantic and the role of NATO in providing robust deterrence. They stated that any elements affecting the EU and NATO will be discussed among EU and NATO members respectively.
It is now incumbent upon Russia to show willingness to work towards a lasting peace by agreeing to President Trump’s peace plan and to demonstrate their commitment to end the fighting by agreeing to a ceasefire. Leaders agreed to continue to increase pressure on Russia to bring Moscow to negotiate in earnest.
They all committed to work on rapid further progress in the coming days and weeks to jointly conclude and endorse an agreement for a lasting peace. They reaffirmed their strong support for President Zelenskyy and the people of Ukraine in their fight against Russia’s illegal invasion and in delivering a just and lasting peace.
This statement remains open for other countries to join.
(Foto: Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj aufgenommen im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin am 15.12.2025 – Florian Gaertner/photothek.de)
Wie hier bereits mehrfach angemerkt wurde, ist Russland zu keinen (0!) echten Verhandlungen bereit sondern besteht im Prinzip auf unannehmbaren Maximalforderungen, die einer Kapitulation der Ukraine gleichkämen.
Das neue – dramatische – an den derzeitigen Verhandlungen ist, dass sich die USA ganz offen auf die Seite Russlands stellen und nur noch nach einem Vorwand suchen, um die Ukraine zu RUS Bedingungen zur Kapitulation zu zwingen. (Begründung dann: Die uneinsichtigen Ukrainer und die schwachen Europäer müssen zu ihrem „Glück“ gezwungen werden – die USA teilt sich den Kuchen mit RUS, Europa bezahlt und fertig.
Um im diesen Spiel nicht den bereits vorgesehenen schwarzen Peter zu erhalten müssen Ukraine und EU möglichst „konstruktiv“ und „aktiv“ an dem falschen Spiel der Amerikaner teilnehmen. Adressat ist dabei gar nicht Russland (an keinen echten Verhandlungen interessiert) sondern die Amerikaner, denen man es nicht zu einfach machen will die Ukraine unter falschen Vorwänden zu verraten. Die Frage ist eigentlich: Wie groß sind die militärischen Auswirkungen wirklich, wenn die Amerikaner ganz aussteigen? Und würden sie sich wirklich die Munitionsverkäufe und Rüstungsgeschäfte – bezahlt durch „Europa“ entgehen lassen?
PS
Sehr geehrter Windlicht, die Ukraine hat zwar ganz tolle Lieferverträge für 100+ Gripen und 100+ Rafale abgeschlossen (Das sind allerdings reine Wunschträume). Die kann nämlich wirklich niemand bezahlen. Frankreich ist strukturell insolvent und Schweden zu klein (und die Flieger sollen ja nicht verschenkt werden). Deutschland als alleiniger Zahlmeister würde sich hier schwer selbst schädigen, da keinerlei Wertschöpfung in Deutschland bliebe.
Da können wir lieber 200 Eurofighter Tranche 5 bestellen und damit später (nach dem Waffenstillstand) die Lufthoheit der Ukraine durch die Deutsche Luftwaffe garantieren…
(Deutschland muss dringend anfangen eigene Interessen zu wahren, da wir eh schon den Großteil der humanitären Kosten schultern.)
@Windlicht sagt:
17.12.2025 um 21:37 Uhr
„Was, wenn 2026/2027 die Ukraine plötzlich die Luftüberlegenheit gewinnen kann…“
Die Erfahrungen mit den vermeintlichen Zusagen an die UKR was wann geliefert wird zeigen…
… ein reiner Wunschgedanke … erst recht bezogen auf „Überlegenheit“ …
Genau solche vollkommen unrealistischen Überlegungen führen nur in ein verlängertes
Leiden des UKR Volkes…
Was hat z.B. Herr Merz in der Opposition auf Scholz verbal eingeschlagen weil der Taurus nicht
geliefert wird … und jetzt… als Kanzler … hat er selbst versagt… was interessiert mein Geschwätz von gestern…
Und da glauben Sie ernsthaft und realistisch (!!) die UKR wird in 2 Jahren alles für eine Luftwaffe bekommen
die eine Überlegenheit über die RU gewinnen kann… ?
Nicht mit diesen Politikern der „Koalition der Willigen“ die viel reden … im Fall des Falles aber nur heiße Luft fabrizieren… und die UKR im Stich lassen …
2022/23 hieß es noch von allen … die UKR bekommt ALLES für den SIEG !
Was ist davon übrig geblieben…? Nichts !!
@Windlicht
Woher kommen die Flieger ? Und, wichtiger: woher kommen die Piloten ? Für die F-15 konnte die UKR gerade ‚mal 12 Piloten mit ausreichend englischen Sprachkenntnissen finden (vielleicht waren es auch ein paar mehr, viele waren es jedenfalls nicht).
Und wer soll die angedachten / gewünschten RAFALE und GRIPEN bezahlen ? Und mit welcher Lieferzeit nach Vertragsabschluß ?
@KPK; 6,5 Mio Bulgaren und 19 Mio Rumänen (beide Länder mit vielen Arbeitsmigranten in anderen EU-Ländern und kleinem pro Kopf BIP) die Last einer seegestützten „Friedenstruppe“ aufzubürden finde ich sportlich.
Für fremde Kriegsschiffe gilt: 1 Tag Anmarsch, 1 Tag Abmarsch, d.h. 19 „Kampftage“. Bei einem Versorgungsstützpunkt wäre 1 Umlauf 23 Tage lang. Die Option rum./bil. Kriegsschiffe komplett mit Niederländischen/fr./britischen Besatzungen zu bemannen ist m.E. nur theoretisch denkbar.
Die Türkei ist auf Grund ihrer Schaukelpolitik bzgl. Ru-NATO kein verläßlicher Partner.
@aussenstehender
Mir unklar, Ihr Beitrag.
Eine seegestützte BUL/ROM Sicherungs- oder Schutztruppe, „Friedenstruppe“ schon mal gar nicht, fordert wer, ich jedenfalls nicht. Beide Staaten können allerdings beitragen.
„Niederländischen/fr./britischen“ Bemannungen für deren Boote/Schiffe, wo haben Sie denn das her?
Die 1-tägige An/Abmarschphase ist gleichfalls mehr als fraglich, abhängig vom zu erreichenden Seegebiet und der „Feindlage“, um deutlich zu sein.
Die Bedeutung von Überwasser-Seemacht im Schwarzen Meer, erinnert sei an die „Power Projection der Ukraïner fast ohne nennenswerte Seestreitkräfte dort, ist ohnehin überbewertet.
Luftstreitkräfte, einschließlich Drohnen und SatAufkl, leisten im begrenzten Seegebiet in der RECCE/AWACS-Rolle zufriedenstellendes.
Die Russischen Zentralbankmittel bei Euroclear et al. sind vergangene Woche per EU Verordnung auf Dauer gesperrt worden. Die Rechtsgrundlage ist von „außenpolitischer Sanktion“ auf „schwere Beeinträchtigung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts“ umgestellt worden. Mit der Umstellung geht eine Änderung der Beschlussfassung von Eonstimmigkeit auf qualifizierte Mehrheit einher. Die dauerhafte Sperrung ermöglicht eine anderen Umgang mit den Mitteln: sie können als Faustpfand bis zu einer Reparationsregelung gesperrt bleiben. Gegen diesen Beschluss kann vor dem EUGH geklagt werden. Dieser Tage steht nun der nächste Schritt an: die Versorgung der Ukraine mit Geld, daß teilen der eingefrorenen Summe entspricht. Dazu ist dem EU Gesetzgeber ein Verordnungsentwurf vorgelegt worden, der das Was? und Wie? einer Finanzierung für die Ukraine von 210 Millarden Euro regelt. Diese Verordnung muss zeitnah verabschiedet werden, damit die Ukraine ab April 2026 finanziell ‚afloat‘ bleibt. Davon gehen 45 Millarden Euro zurück an die G7, insbesondere 20 Millarden US$ an die aktuelle Regierung. 50 Millarden Euro gehen an die Ukraine Facility, eine Art schweizer Taschenmesser zur gesamtwirtschaftlichen Unterstützung Ukraine, und 115 Millarden Euro werden für die Verzahnung der Verteidigungsindustrien der EU und der Ukraine bereitgestellt. Diese Mittel werden bei Euroclear zinsfrei abgeschöpft und müssen bei der Remobilisierung wieder bereitgestellt werden. Die Ukraine verpflichtet sich, dies zu tun um die vorgenannten Mittel zu erhalten und die EU Mitgliedsstaaten garantieren die Rückzahlung. Ermöglicht wird dies alles durch den Anspruch der Ukraine auf Reparationen, die ihr laut Feststellung des Haager Getichtshofs, daß Russland der Aggressor sei, zustehen. Niemand sollte davon ausgehen, daß der EU Gesetzgeber russlandfreundlich beschließen wird. Da der letzte ‚Twist‘ des Rechtsaktes noch nicht beschlossen ist, ist eine Vorhersage darüber, wieviel Geld in finiae wieder in der EU landet noch nicht klar möglich. Kampfjetgeschwader sind auf jeden Fall drin.
Ergebnis der Nacht von Brüssel ist, die Ukraïne kommt nun mit den 90 Mrd € zwei Jahre hoffentlich zurecht.
„Ein klares Signal an Putin aus Europa. Der Krieg wird sich nicht lohnen“ (BK Merz), ist es jedoch nicht wirklich, das eingefrorene RUS Vermögen bei Euroclear wird zunächst nicht angefasst.
Die drei Kleinen um Orban machten erfolgreich mobil.
In diesem Zusammenhang muss gefragt werden, wie verlässlich der „EU Art 5“, also EU-Vertrag Art 42 (7) als Sicherheitsgarantie härter als sein großer NATO Bruder abgefasst, genommen werden darf, vor allem auch im Kreml?
Dass der Moskauer Oberverhandler mit den USA das nächtliche Resultat gelobt hat (DLF Info), muss zu denken geben.
@42EUV und KPK
Zitat:“Die Russischen Zentralbankmittel bei Euroclear et al. sind vergangene Woche per EU Verordnung auf Dauer gesperrt worden..“
Zusätzlich will Keir Starmer russische Gelder, die in Großbritannien lagern, ebenfalls den Ukrainern zur Verfügung stellen. Die City of London, sprich die britischen Banken und anderen Finanzinstitute, versuchen alles, um ihn davon abzuhalten. Vor einem unbedachten Zugriff auf die bei Euroclear lagernden Gelder haben der IWF, die Europäische Zentralbank und Finanzexperten, wie z. B. Jeffrey D. Sachs, gewarnt. Ich fasse einfach mal die meist gehörten Argumente zusammen.
a) Schaffung eines gefährlichen Präzedenzfalls mit extrem negativen Auswirkungen auf die europäischen Banken. Bis zu dieser Entscheidung galt, dass in einer Bank gelagertes Geld einer ausländischen Regierung so unantastbar ist wie eine Botschaft. Den Russen dauerhaft den Zugriff auf ihr Geld zu verwehren ist ein Bruch internationaler Regeln und könnte dazu führen, dass auch andere Staaten, die mit der EU über Kreuz liegen, ihr Geld von europäischen Banken abziehen. Diese Gelder würden dann in Banken z. B. in Quatar, Singapoor oder Honkong eingelagert, womit diese aussereuropäischen Konkurrenten gestärkt werden.
b) Die russische Zentralbank hat am 12. Dezember vor einem russischen Schiedsgericht gegen Euroclear geklagt. Auch wenn eine Entscheidung zugunsten der russischen Zentralbank gegen Euroclear in der EU nicht vollstreckt werden kann, wäre das eine Basis für die russische Regierung, um
europäische Einlagen und Vermögenswerte in Russland zu konfiszieren. Das wird nicht nur Gelder und Vermögenswerte europäischer Staaten sondern auch von europäischen Wirtschaftsunternehmen treffen.
Die Ukraine braucht pro Jahr etwa 100 Milliarden, Euro um zu überleben. Die nun freigeschaufelten 90 Milliarden wenden einen Staatsbankrott im kommenden Jahr ab. Und wie geht es dann weiter?
@Schlammstapfer
In Frankreich lagern ca. 30 Mrd. russische EUR die Paris auch nicht in den Topf legen will. Mit dem Finger nur auf Belgien zu zeigen ist unredlich. Außer Deutschland wollte auch kein Staat eine Haftung bzw. Bürgschaft übernehmen.
Davon ab: diese Staatenimmunität begünstigt auch deutsches Staatsvermögen im Ausland, ich erinnere an Urteile niederer Gerichtsbarkeit in Griechenland und Italien bzgl. Kompensation für Kriegsschäden und daraufhin angedachten Pfändungen.
Bzgl. finanzieller Situation der Ukraine: sie hat auch Verpflichtungen ggü. dem IWF und der Weltbank, und diese können nicht abgeschrieben werden. Zudem sollte man sich darauf verständigen, für was denn die Gelder gedacht sind: für den allgemeinen Haushalt, Bedienung von Auslandsschulden, den Wiederaufbau oder für gemeinsame Projekte mit den USA.
@ aussenstehender
Zitat:“Wenn der Kreml Maximalforderungen auf den Tisch legt, kann die Ukrainer&Co das auch.“
Natürlich. Aber welche Seite, glauben Sie, wird ihre Forderungen am Ende durchsetzen? Vielleicht lohnt sich auch auch mal ein Blick darauf, wie sich die russischen „Maximalforderungen“ im Verlauf des Krieges verändert haben.
a) In dem Angebot, welches die russische Regierung unmittelbar vor dem Krieg, der NATO gemacht hatte, gab es, ausser der Anerkennung der Krim als russisches Territorium, keine weiteren Gebietsforderungen. Auch die beiden „Volksrepubliken“ im Osten der Ukraine waren zunächst nicht annektiert worden. Am 21. Februar 2022 wurden sie lediglich als unabhängige Staaten anerkannt.
b) Auch in den Verhandlungen von Istanbul, im April 2022, war noch keine Rede von weiteren Gebietsforderungen.
c) Die Annexion der vier Oblaste und die entsprechenden Gebietsforderungen folgten erst am 30. September 2022.
Der erfolgreiche Ausgang der Gegenoffensiven der Ukrainer im August und im September 2022 hatte die Ukrainer in eine bessere Ausgangslage für Verhandlungen gebracht. Aber die Gelegenheit wurde vergeben.
Seit drei Jahren ist die russische Armee nun auf dem Vormarsch. Die russische Dampfwalze bewegte sich anfangs sehr langsam aber gerade in diesem Jahr hat der Vormarsch an Tempo gewonnen. Seit der gescheiterten Kursk-Offensive halten die Russen Brückenköpfe in der Charkiv- und in der Sumy-Oblast und seit diesem Sommer haben sie Gebiete in der Dnipro-Petrovsk Oblast erobert.
Der letzte Stand der „Maximalforderungen“ sieht so aus, dass sie alle von der russischen Armee eroberten Gebiete als russisches Territorium betrachten.
Was glauben Sie wo das endet?
In den Gesprächen zwischen Trump und Putin in Alaska ging es, hinsichtlich der Gebiete, zumindest ’nur‘ um die Anerkennung der Krim und der vier genannten Oblaste.
Entgegen der Darstellung in unseren Medien waren die Russen zu jeder Zeit bereit zu Verhandlungen. Aber natürlich zu ihren Bedingungen. Mal angenommen die Ukrainer beharren auf ihren, juristisch wie moralisch völlig gerechtfertigten, Maximalforderungen, dann wird es auch weiterhin keinen Frieden geben.
Wenn die Ukrainer dann in einem Jahr oder so doch gezwungen sein könnten, ernsthaft über einen Frieden zu verhandeln, dann könnten die russischen Maximalforderungen alle Territorien östlich des Dnepr und die Odessa-Oblast umfassen. Und wer könnte sie daran hindern, sich diese Gebiete zu holen?
Für die Rest-Ukraine bleibt dann vielleicht nur noch die Annahme von Bedingungen, wie sie einst im Morgenthau Plan für das deutsche Reich vorgesehen waren. Wie sagte Trump zu Selenskij: „You have no cards to play.“
Ich les immer wieder von europäischen Werten in Ru. Welche sollen das sein und warum wurden die noch nicht abgeschrieben? Europa bleibt aufgrund seiner Stabilität auch morgen noch ein sicherer Hafen! USA sind massivst verschuldet und politisch…. unzuverlässig, Hongkong IST Peking, Katar mit „komischen“ Kontakten nahe Israel und Europa will halt Kriegstreiber strafen. Ergo; bau kein‘ Scheiss, dann is alles save!
Vielleicht ist das dann eher ne Warnung, wenn wer sein Geld umschichtet….
Schlammstapfer sagt
Putins Anspruch erstreckt sich auf die gesamte Ukraine, die er als unabhängigen Staat nicht anerkennt.
Zugeständnisse an Territorien der Ukraine jetzt wären auch nur ein Teilschritt auf den Weg dahin.
Und wer könnte Putin nach dem nächsten Vertragsbruch auch daran hindern sich den Rest zu holen? Die USA und Europäer hätten gezeigt, dass sie die Ukraine früher oder später fallen lassen und Putin geben was er will.
Appeasement hat noch nie funktioniert.
@Singulativ
Zitat:“Putins Anspruch erstreckt sich auf die gesamte Ukraine, die er als unabhängigen Staat nicht anerkennt.“
Das stimmt nicht mit den aktuellen Forderungen der Russen überein. Aber natürlich könnte es dazu kommen.
@2tonTrucker
VW, Winterschall u.s.w.. . Es gibt dazu einen aktuellen Focus-Artikel. Demnach schätzen Finanzexperten den Wert von Einlagen aus Europa in Russland auf 17 – 21 Milliarden Euro. Die Werte der Investitionen europäischer, vor allem deutscher, Unternehmen werden auf 1oo Milliarden geschätzt. Mal angenommen, die Russen konfiszieren diese Werte und in der Folge geraten deutsche Unternehmen in finanzielle Schieflage. Wer, glauben Sie, darf die dann retten?
@Thomas Melber
Zitat:“Davon ab: diese Staatenimmunität begünstigt auch deutsches Staatsvermögen im Ausland,…“
Und auch aus diesem Grund hätte man mit der Wegnahme der russischen Einlagen einen sehr gefährlicher Präzedenzfall geschaffen.
Ich denke, dass es inzwischen bei diesen Verhandlungen gar nicht mehr um die Rettung der Ukraine geht, sondern darum, wem man den schwarzen Peter in die Schuhe schieben kann, wenn die Ukraine schlussendlich den Krieg verliert.
[Sie rechnen die bereits von Russland, nun ja, in irgendeiner Form vereinnahmten Werte westlicher Unternehmen auch noch dagegen, oder? Oder spielt das in Ihrer Welt keine Rolle? T.W.]