Nächste Woche Bescherung: Das neue Standard-Sturmgewehr kommt in die Truppe
Gut zehn Jahre nach der Entscheidung des Verteidigungsministeriums, das Sturmgewehr G36 von Heckler&Koch durch eine neue Standardwaffe abzulösen, kommt die neue Waffe in die Truppe. Am 4. Dezember sollen die ersten Exemplare des HK416 von Heckler&Koch, in der Bundeswehr G95 genannt, als Standard-Sturmgewehr an das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach übergeben werden.
Aus der am (heutigen) Freitag veröffentlichten Einladung für die Übergabe:
Als erster Verband des Heeres wird das Panzergrenadierbataillon 122 mit dem neuen Sturmgewehr G95 ausgestattet. Insgesamt erhält das Bataillon rund 300 Exemplare der neuen Waffe. Die symbolische Übergabe der ersten Waffen erfolgt am 4. Dezember 2025 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
An der Veranstaltung nehmen der Abteilungsleiter Rüstung des Bundesministeriums der Verteidigung, Vizeadmiral Carsten Stawitzki, der Abteilungsleiter Kampf im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Brigadegeneral Stefan Wind und der Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Heico Hübner, teil.
„Das Deutsche Heer erhält mit dem neuen Sturmgewehr eine Waffe, die Maßstäbe setzt. In Präzision, Zuverlässigkeit und Modularität“, betont Generalleutnant Heico Hübner die Bedeutung dieser Einführung.
Genau genommen hat das Heer diese Waffe schon, und zwar bei seinen Spezialkräften – ebenso wie die Marine (Foto oben). Aber obwohl die Waffe bereits seit Jahren in Gebrauch ist, musste sie für die Einführung als Standard-Gewehr der Bundeswehr noch ein wenig angepasst und dann natürlich überprüft werden.
Nicht dass es so einen großen Unterschied gemacht hätte. Bereits im September 2015 (kein Tippfehler) hatte das Ministerium unter der damaligen Ressortchefin Ursula von der Leyen entschieden, dass die bisherige Standardwaffe G36 keine Zukunft in der Bundeswehr habe:
Das BMVg hat sich zur langfristigen Lösung der Präzisionsproblematik für eine neue Generation des Systems Sturmgewehr Bundeswehr entschieden.
Zwei Gründe waren für die Entscheidung ausschlaggebend:
1. Ursprünglich war das Gewehr G36 für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgelegt. Diese Frist wird im Jahr 2016 für die zuerst beschafften Waffen des Konstruktionsstandes A0 erreicht sein.
2. Die Forderungen der Truppe an ein zukünftiges System Sturmgewehr, so wie sie Anfang August als Priorisierter Forderungskatatalog (PFK) gebilligt wurden, gehen weit über eine PV [Produktverbesserung, T.W.] des bestehenden Systems G36 hinaus. (…)
Nach erster Abschätzung könnte, bei Marktverfügbarkeit einer Lösung, ab 2019 mit einer Ablösung der ersten Gewehre G36 begonnen werden.
Ganz so schnell ging es dann doch nicht. Nach der Grundsatzentscheidung 2017 folgte ein sieben Jahre langer Beschaffungs-Hürdenlauf mit etlichen Gerichtsverfahren – in denen es nicht nur um die Vergabe für das Gewehr selbst ging, sondern auch noch um diverse Patentstreitigkeiten. Die lange Geschichte hatte ich bereits 2022 hier zusammengefasst.
Bis zur tasächlichen Bestellung im Mai dieses Jahres dauerte es dann noch mal ein bisschen. Danach ging es aber ratzfatz, und kommende Woche steht dann der ersten Lieferung einer neuen Generation infanteristischer Bewaffnung für die Bundeswehr (O-Ton Hersteller) nichts mehr im Wege.
(Foto oben: Kampfschwimmer der Deutschen Marine mit dem G95 im September 2025 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr – U.S. Army photo by Spc. Thomas Dixon; Foto unten: ein G36A2 und das Nachweismuster des G95A1 im März 2025 im BAAINBw in Koblenz – Jörg Hüttenhölscher/Bundeswehr)

Wird die Waffe wirklich mit Key-Mod ausgeliefert, wo doch alle Armeen, Zulieferer und Ausstatter auf M-Lok setzen?
Hoffentlich nicht.
[Nicht jeder hier hat die Detailkenntnisse… Können Sie das bitte für die interessierten Laien erläutern? T.W.]
Wir sprechen hier von einem 24 (!) Jahre alten Sturmgewehr. Die Modifikationen mal unerwähnt gelassen. Das Kaliber ist völlig überholt und wir hinken, aufgrund Vergabeverfahren/ Trägheit des Systems /HK-Politikum wieder mal hinterher. 6,8×51 ist das neue Maß der Dinge. Und dann auch noch mit unhandlichem langen Lauf (viel Spaß beim dominieren von Räumen). Was soll das? Die Präzision (max. Kampfentfernung eines Standard Gewehrschützen?) kann es nicht sein.
Wenn es stimmt, was Hartpunkt schreibt, zeigt das Bild der Waffe oben nicht den finalen Stand:
„So werden die Serienversionen der Waffe über einen längeren Handschutz (M-LOK) verfügen, der bis zum Mündungsfeuerdämpfer reicht […]. Auch das Griffstück wurde dem des G95K angepasst, so dass es jetzt über einen weniger flachen Winkel verfügt. Ähnliches gilt für die Schulterstütze, welche nun über keine verstellbare Wangenauflage mehr verfügen wird und somit auch der des G95K ähnelt. Zudem wird die Waffe über eine um 45-Grad abgewinkelte Kimme-und-Korn-Notvisierung verfügen.“
Es ist schon etwas seltsam, dass ein Gewehr mit einem 16,5 Zoll-Lauf ausgeliefert wird. Viel zu lang. 6 kg Gewicht. 800 m Kampfentfernung.
Nicht umsonst nehmen die Spezialkräfte die kürzeren Läufe.
Ecosia sagt: Key-Mod und MLok sind beides Befestigungssysteme für Zubehör, ersteres lizenzfrei und erkennbar an schlüssellochförmigen Aussparungen in der Schiene, letzteres proprietär.
@T.W.: Ich bin mal so frei: Key-Mod und M-Lok sind Montagelösungen für Zubehör. Auf dem Bild zu sehen ist Key-Mod, zu erkennen an den schlüssellochförmigen Aufnahmen am Lauf. M-Lok ist etwas neuer, hat gewisse Vorteile und ist im Markt zum Platzhirsch geworden. Letzten Endes ist es ein Detail, schließlich funktioniert die Beschaffung für G95-Zubehör anders als für SoftAir-Flinten. Ich bin überrascht, dass noch niemand die unvermeidliche Kaliber-Diskussion eröffnet hat.
M-Lok und KeyMod sind die unterschiedlichen Befestigungssystem für Anbauteile an den Rails.
Interessanter Vergleich zur Stabilität beider Systeme Key-Mod vs M-Lok. Ist auf Englisch, aber die Bilder sprechen eine deutliche Sprache: https://www.80-lower.com/80-lower-blog/ar15-handguards-compared-mlok-v-keymod/
Die G95A1 kommt mit M-LOK AFAIK. Die Bilder im Netz sind vermutlich älter.
@all
Vorsorglicher Hinweis: wer großen Spaß an der Kaliber-Diskussion hat, möge bitte die Kommentare zu den Meldungen zum Thema der vergangenen zehn Jahre nachlesen. Da wird er fündig und erkennen, dass diese Debatte bereits ausführlich erledigt wurde und hier gar nicht neu begonnen werden muss.
Es ist immer wieder erstaunlich, dass alle Neuentwicklungen und deren Einführung gleiche Probleme haben, zu lange Zeiten, Bürokratie von Unfähigen, technische Unzulänglichkeiten, zu teuer und juristische Streitigkeiten. Immer hinkt man den modernen Erfordernissen hinterher. Der Auftragnehmer macht am Ende was er will und verdient irre und der Bund steht meist trottelig da. Lobbyisten bestimmen und der Staat ist der unfähige Wackeldakel.
Eigentlich ist es ja komplett egal ob und wie viel und was man an ein Sturmgewehr dranbastelt! Hauptsache es kommt Blei in die Heide. Und da mag mir sicher jemand aus der älteren Generation zustimmen. Das G3 reicht dafür aus genauso wie irgendwelche High Tech Flinten heutzutage.
@mildot
Für das Dominieren von Räumen haben sie doch den Waffenmix, sprich G 27, G 28 und diverse MG`s. Für den Ottonormalschützen wird das G 95 A1 ein wesentliche Verbesserung gegenüber des G 36 sein. Die Treffpunktverlagerung durch Erwärmung, insbesondere in kalten Einsatzgebieten, wie sie sich jetzt ja abzeichnen, war schon erheblich, Hat im Winter bei sehr kalter Waffe nach 30 Schuss zügigem Einzelfeuer auf 300 m schon mal eine Verlagerung um 30 – 40 cm ausgemacht. Und beim HK 416 exakt 0. Generell bin ich Fan vom HK 433, hat bei gleicher Leistung eine bessere Ergonomie.
Die Kaliberdiskussion hat der Hausherr dankenswerterweise beendet.
Über die Länge streitet man bei der Bundeswehr gerne, aber auch das ist müßig.
In jeder weiteren Diskussion sollte man nicht vergessen, dass dieses Beschaffungavorhaben noch unter den alten Voraussetzungen begann. Da hat sich viel getan, was hier aber nicht zum Tragen kam. „Es dauert so lange“, „Goldrandlösung“ und „Eierlegemde Wollmilchsau“ sind also auch olle Kamellen, die nochmal aufgewärmt werden.
Und genauso wie die Diskussion in den Staaten muss ich, als ehemalige Grünlitze, darauf hinweisen, dass die Gewehre im Krieg nebensache sind. Die wirkmächtigsten Effektoren sind im indirekten Feuer zu finden (Artillerie, Drohnen, Flächenwaffen). Deswegen ist es schön, dass es was Neues gibt und die Magazine nicht mehr so auftragen. Gut so, weiter machen.
Weiß jemand hier im Blog, was zum Ausschluss des HK 433 geführt hat?
Wann soll die Umstellung G36 -> G95 abgeschlossen sein?
@Trevor Faith
Keymod ist open source, MLOK nicht. Das macht bei der Menge an bestellten Gewehren einen Unterschied im Preis. Ob das der ausschlaggebende Grund war, kann ich aber nicht sagen. Möglicherweise spielte auch das Gewicht eine Rolle. Ich hoffe nur, dass gut getestet wurde. Wäre schon arg mies, wenn wieder am falschen Ende gespart worden wäre.
Und bitte nicht auf diese unsäglich dämliche Studie hereinfallen. Praktisch alle MLOK-Testergebnisse haben sich im Nachhinein entweder als wertlos (es wurde mit einer Schiene getestet, die nicht den Spezifikationen des Herstellers entsprach und so auch nie in der Masse produziert wurde) oder trivial (besagte Schiene wurde an entsprechend kritischen Stellen zusätzlich verstärkt, das Ergebnis hätte von vornherein bekannt gewesen sein sollen) erwiesen. Das soll nicht heißen, dass beide Systeme in vollem Maße gleichwertig sind, aber die Studie lässt keinen gültigen Rückschluss auf die eigentliche Leistungsfähigkeit zu. Zudem wurde auch nicht auf eine möglichst „haltbare“ Installation unter Zeit gestetet, sondern bei beiden System wurden die Anbauteile vor Testbeginn einfach so gut wie möglich drangebastelt. Wer beide Systeme genutzt hat, weiß selbst, dass der Zeitfaktor schnell eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, wenn das Zeug auch halten soll.
Hinweis: Bei den Begriffen Keymod und MLOK handelt es sich um zwei Montagesysteme für Schusswaffen, mehr oder weniger die Nachfolger von Picatinny. MLOK hat sich, befeuert durch die damalige Studie, marktübergreifend durchgesetzt, während die Verbreitung von Keymod im direkten Vergleich mit „nahezu ausgestorben“ beschrieben werden kann.
Liebe Grüße
Patrick Hoffmann
@ Martin Schröder
Es gibt wohl noch keine wirkliche deadline. Wenn man Vergleiche ziehen möchte: Bei der Einführung des G36 im Dezember 1997 peilte man ca. zehn Jahre für den Austausch an, wobei danach immer noch einige G3 (obschon in anderen Ausführungen wie ZF oder DRM) in der Truppe verblieben. Und der Sage nach gibt es wohl noch immer im Depot eingelagerte G3. Falls das stimmt – Ich würde eines nehmen, by the way… :-)
@Wolfgang Rösner
„Eigentlich ist es ja komplett egal ob und wie viel und was man an ein Sturmgewehr dranbastelt! Hauptsache es kommt Blei in die Heide. “
Bei sowas weiß ich immer nicht, ob das Satire ist.
Zum Beispiel Nachtsicht haben, oder nicht haben macht für mich schon den Unterschied zwischen Treffen und nicht Treffen bei Dunkelheit.
Mal einiges zur neuen Waffe zur Klarstellung :
Es wird in der Truppe aktuell nur noch die Kurzlauf Variante beschafft (G95KA1,… G95K bei H&K bezeichnet)…Diese besitzt einen 14 Zoll Lauf und ist damit deutlich kürzer als ein Standard G36 mit 18 Zoll Lauf.
H&K listet auf seiner Homepage auch nur das G95K.. Aber dort noch mit (langem) Keylock Handschutz,.
Die Tests der Bundeswehr zeigen aber eindeutig M-LOK, ebenfalls mit langem Handschutz.:
https://www.hartpunkt.de/g95ka1-egb-kraefte-werden-mit-als-erste-das-neue-bundeswehr-sturmgewehr-erhalten/
K-Lok / M-Lok:
Keylock ist keineswegs schlechter als M-LOK bei korrekter Handhabung… Das ist unsinniger Youtube Influenza Urban Mythos.
M-LOK ist nur in den USA Services weiter verbreitet…. Und daher am Zubehör Markt, der zu 90% auf US Markt getrimmt ist, inzwischen weiter verbreitet.
Das G36 (K) A3 /A4 verwendet in der Bundeswehr ausschließlich das ältere KEY-lock System
.Es existieren somit 1000 de Griffe, Dreibeine, LLM etc. mit Keylock in der Bundeswehr.
Diese aber können auch für M-Lok genutzt werden!
Warum?
K-Lok. Und M-Lok sind beides Befestigung Systeme, wo an den Anbau Teilen nur Grössen genormte Schrauben Löcher erforderlich sind. (ich meine es ist M5) und diese werden mit passenden Gegen Muttern am bzw von innen hinter den Handschutz Löchern am Handschutz verschraubt.
Das Gegenstück und dessen Anbaukonstrktion (simpel die *Mutter“ zur Schraube) definiert dabei das jeweilige System.
Die meisten Keylock Anbauten können aber daher mit passender M-Lok Gegen-Mutter auch an M-Lok verwendet werden (nutze ich als Sport Schütze selbst diverse an meiner SIG MCX)
@wurzelbert
Kaliber und Lauflänge bestimmen aber die Wirkdistanz. Mit der Verbreitung von Body Armour ist das durchaus ein Thema, ein Körpertreffen bedeutet nicht automatisch die (dauerhafte) Kampfunfähigkeit des Gegners.
Ich gebe aber zu, eine Prognose über zukünftige Kampfentfernungen abzugeben, ist beinahe ausgeschlossen. Ist man in AFG noch von über 300 m ausgegangen (teilweise sogar von 500 m) sieht man in der UKR, daß es verstärkt deutlich kürzere Distanzen gibt, insbesondere bei höherem Bodenbewuchs, vom Ort- und Häuserkampf gar nicht zu reden.
@Der_Picard
Ihre Aussage das nur die Kurzlaufvariante beschafft wird ist falsch. Es wird sowohl das G95KA1 als auch das G95A1 beschafft.
@ORR
Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen hatte das HK 416 durchweg die besten Trefferbilder und die wenigsten Störungen im Vergleich zu HK 433 und Haenel MK 556. Vielleicht hat JPW da noch mehr Informationen?
Hallo zusammen,
Da jeder zweite Kommentar sich um Keymod oder Mlok dreht: das obige Bild vom G95 und auch die eingeführten spezkr Gewehre haben alle „Hkey“. Eine Abwandlung von keymod, sodass nur Hk eigenes Zeug passt. Grauenhafte Lösung, da die Teile ausm G95k Satz dafür nicht so doll sind. Außerdem schwer in der Kombi mit pica unten.
Also hier passt weder keymod noch mlok Zubehör. Es ist kaum möglich besseres Zeug selbst zu beschaffen, ohne den ganzen Handschutz zu tauschen.
Ich hoffe die reguläre Truppe bekommt nen kompletten Mlok Handschutz.
Grüße
Die Diskussion über das M-LOK oder Keymod ist extrem akademisch. Vor allem, weil es genau wie viele Soldaten geben wird, die ihre STAN-Waffe mit eigens für die Einheit beschafftem Zubehör modden werden? Genau. Nahe Null, nehme ich an. Da gibt’s dann die zentral vefügbaren Anbauteile und gut.
Bei den Spezialkräften dürfte das durchaus anders sein, Da kriegt aber der Kdr auch nicht gleich Juckreiz, wenn seine Soldaten antreten und der eine hat ein Aimpoint, der nächste ein Harris Zweibein, usw., sodass alle unterschiedlich aussehen.
Eine Situation in Richtung „wir nehmen, was wir kriegen können“ oder „Bring your own device“ wird es bei der Bundeswehr, die wir alle kennen und aus Erfahrung zu schätzen gelernt haben, vermutlich schon deshalb nicht geben, weil sonst die Waffen- und Gerätewarte wahnsinnig werden, wenn sie auch noch nachhalten müssen, wer seinen eigenen Krempel mitgebracht hat und wer nicht. Geschweige denn vom Grundsatz „train as you fight“. Handgriffe für weit gefächertes, individuelles Zubehör zu vermitteln, dürfte die Möglichkeiten effizienter Ausbildung erheblich übersteigen.
Aber so isses halt. Wenn das Gewehr schon nicht zum nölen taugt, dann muss es eben die Peripherie sein.
Ist die Frage welches Montagesystem an dem Gewehr angebracht wird wirklich so unglaublich wichtig wie hier dargestellt – zumindest von den Mitforisten? Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.
Solange die Anbauteile die beschafft werden kompatibel sind ist das alles komplett egal.
@Trevor Faith sagt:
28.11.2025 um 17:30 Uhr
„Wird die Waffe wirklich mit Key-Mod ausgeliefert, wo doch alle Armeen, Zulieferer und Ausstatter auf M-Lok setzen?[…]“
Könnten Sie bitte mal kurz die fraglichen Armeen auflisten – ich finde dazu nämlich de facto nichts. Was komisch ist wenn doch angeblich „alle“ Armeen auf M-Lok setzen….
Eins noch: ich hoffe wir lagern die G36er dann ein wenn G95 vollumfänglich eingeführt wurde – für den Fall der Fälle
@GolfEcho83
Aus meiner Sicht nicht, deshalb habe ich mir auch die Mühe erspart, überhaupt Hkey zu nennen. Es gibt für das System drei Picatinny-Segmente unterschiedlicher Länge und einen KDR-Adapter. Wieso sollte an eine Ordonnanzwaffe noch mehr gehören? Und wenn es sein muss, haben die Spezis Zugang zu anderen Mitteln (bspw. Sonderwaffen oder eigens angefertigtes Zeug). Wir sind hier nicht bei „use what you want“.
Liebe Grüße
Patrick Hoffmann
@ Metallkopf Als ich vor mehr als zehn Jahren bei den Gebirgsjägern beim neuSAK-Schießlehrer war, da hatten doch so einige meiner Lehrgangskameraden alle möglichen privat beschaften Baugruppen an ihren Waffen. Das hat da niemanden gestört. In meiner Reservekompanie gab es auch einige, die da Geld investiert haben.Wichtig wird das erst wieder, wenn was passiert oder wenn die Technische Materialprüfung (TMP, der TÜV der Bundeswehr) ansteht. Da sollte die Waffe dann im Originalzustand sein. Wir hatten unsere G36 eine Zeit lang auf 25 Meter angeschossen. Da war der Prüfer nicht sehr amüsiert drüber. Es kommt auch immer auf den Kompaniechef und den Kommandeur an. Wenn der Kommandeur sagt „Is nich!“ dann bleibt das Zeug im Spind.
Eine Sache die mir noch durch den Kopf schoss und die – glaube ich zumindest – in vielen Themen immer wieder durchscheint ist, dass wir immer noch von einer Einsatzarmee her denken. Siehe „wir haben unsere G36 eine Zeit lang auf 25 Meter angeschossen“. Oder auch das NSAK (wobei ich den Ansatz Schießen durch Schießen zu lernen mehr wie gut finde) war aus den Erfahrungen des Afghanistan-Einsatzes geboren und auf diesen ausgerichtet. Selbigen gilt für viele der Anbausysteme an Waffen. Diese machen – bei gut ausgebildeten Soldaten – in einsatzartigen Situationen vermutlich wirklich einen enormen Unterschied.
Wir entwickeln uns aber aktuell wieder hin zu dem Fokus der Landes- und Bündnisverteidigung und damit dem Massenheer mit Wehrpflichtigen, großen Mengen an Reservisten und anderen Gefechtssituationen. So ist die, liebevoll „Kackstuhlhaltung“ genannte Schießposition – leicht in die Knie gegangen, Front zum Gegner usw. – super bei spontan auftretendem Gegner in Einsatzräumen wie Afghanistan etc., aber gegen eine mit Masse antretende reguläre Armee doch ehr wenig sinnvoll.
Da gilt dann doch wieder klein und hässlich machen, Blei in Heide und hoffen, dass jenes höhere Wesen an das man glaubt einen guten Tag hat.
Interessant sind hierzu auch immer wieder die Berichte der amerikanischen Afghanistan- und Irakveteranen die sich für die internationale Legion der Ukraine haben rekrutieren lassen. Die sprechen davon, dass es ein ganz anderer Krieg ist und man ganz andere Fähigkeiten braucht. Denn hier – und darauf müssen wir uns auch vorbereiten – hat man es mit einem Gegner zu tun der Artillerie, gepanzerte Gefechtsfahrzeuge und Luftstreitkräfte einsetzt.
Viele Worte um zu sagen: wir führen häufig sehr akademische Diskussionen – die durchaus interessant sind – aber am Ende müssen wir einfach dafür sorgen, dass genügend einfach zu bedienendes Material auf dem Hof stehe, dass soldatensicher ist.
Y-998201:
Gut, gegen anekdotische Ausnahmen kann man schwer argumentieren, aber die Gebirgsjäger dürften aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten und Aufgaben durchaus auch unterschiedlich zur künftig sich wieder abzeichnenden Wehrpflicht mit Grundausbildung zum OR-1 (Schütze/Jäger/Kanonier/Grenadier/Funker/Flieger/…) behandelt werden.
Und ob da toleriert werden wird, wenn da plötzlich jeder sein eigenes Equipment an die neuen Knallstöcke bastelt? Ich habe Zweifel… Muss ja auch alles angeschossen werden, was bekanntlich nicht jeder darf, siehe Vorschrift. Vermutlich wird ohnehin auch erst einmal das alte G36 aufgetragen werden, sodass die Diskussion hinsichtlich der Beschaffung doch wirklich unsinnig ist.
Dort, wo es plausible Gründe und (vor allem) personalisierte, fest zugeordnete Waffen gibt, wird vermutlich auch die Beschaffung von diversem Equipment stattfinden, nötigenfalls eben auch einen M-Lok-fähigen-Handschutz. Bei Schütze A… und ROA Dosenkohl wird das wohl eher nicht stattfinden, schon allein, um die nötige Ausbildung nicht durch übermäßig komplexe Variationen zu überfrachten. Und wenn man Equipment schon privat beschafft, macht ein Handschutz den Kohl auch nicht mehr fett. Es sei denn natürlich, man bezahlt bei der Apotheke HuK Listenpreis. Es wird aber von Seiten der Bundeswehr vermutlich kein Geld ausgegeben werden, um so etwas in der Fläche explizit zu ermöglichen.
Wie @GolfEcho83 richtig anmerkt, sind wir nicht mehr im Peacekeeping-Einsatz am Hindukusch.
Im Baltikum, Polen oder Rumänien steht die NATO im Zweifel anfangs eher in defensiven Stellungen und wehrt Angriffe ab, sofern nicht Drohnen und Artillerie das Schlachtfeld bestimmen. Jagdkampf gegen eingesickerte Einzeltruppen wird es sicher auch geben. Die Luftwaffe stellt durch SEAD und Fighter Sweep Luftherrschaft oder -überlegenheit her und unterstützt danach eigene gepanzerte Kräfte im (Gegen-)Angriff. Und das alles mit Drohnen.
Es fällt mir schwer, da die elementare Bedeutung des Befestigungssystems für Equipment am Handschutz zu erkennen. Bei Stablampen für einen ggf. nötigen Häuserkampf tuts nötigenfalls kurzfristig wohl auch Panzertape.
@ Metallkopf Afghanistan ist nicht an Bewaffnung und Ausrüstung gescheitert. Ich war lange im GÜZ. Da kam das ganze Heer vorbei. So anekdotisch war das nicht. Aber es soll ja Leute geben, die selbst bei MOBAST rumheulen. Aber warten wir mal ab, wie die Rückmeldungen aus der Truppe bezüglich G95 aussehen. Gibt es da, wie beim G36, eine zeitliche Befristung für den Einsatz? Beim G36 sollten es ja 20 Jahre sein. Bei Wehrpflichtigen wird es sicher nicht so einen Wildwuchs bei der Ausrüstung geben. Da wird vermutlich genauer hingesehen. Und ehe die wissen, wie es läuft, sind die schon wieder draussen.
Spezialisierte Kräfte sind keine infanteristischen Kräfte. Ergo, benötigen spezialisierte Kräfte die auf Schiffen unterwegs sind oder in Räumlichkeiten, keine langen Läufe.
Wenn i h als Fusssoldat im Heer in Räume gehen muss, habe ich vielleicht auch eine MP7.
Oder ich „könnte“ den Lauf bzw das Rohr wechseln.
Mit einem längeren Rohr erhöht sich die Reichweite.
Was ich von einer Waffe verlange ist ganz simpel:
1. Günstig in der Herstellung
2. Ein vernünftiges Kaliber mit Durchschlagskraft und mit guter Genauigkeit
3. 100% Instandsetzungsfähigkeit im Einsatzgebiet
All das hatten wir bereits mit dem G3.
Der ursprünglich geschlossene Rahmenvertrag beinhaltet insgesamt 118.718 Sturmgewehre. Nicht 118 oder 120Tsd, – 118718. Exakt berechnet.
Die ersten Gewehre soll das Panzergrenadierbataillon 122 bekommen. Das Bataillon hat „ca.600 Angehörige“ (Webseite BW). Bekommen soll es jetzt „ca.300“. Warum nicht einfach jeder eins. Wo ist mein Denkfehler ?
@fischer 3.12.2025 14:45 Uhr
600 Personen werden nicht gleichzeitig auf die Schießbahn gehen, auf dem Truppenübungsplatz üben oder den Umgang mit der Waffe trainieren.
Es ist ausreichend, auf der Schießbahn nur die Waffenanzahl vorzuhalten, wie auch Schießsbahnen vorhanden sind.
oder die paar Soldaten auf den Truppenübungsplatz mit den Gewehren auszustatten, welche auch wirklich dort vor Ort sind.
Hallo!
Wie sieht es mit der Fähigkeit des G95 aus, ein Bajonett aufzunehmen?
Ist es mit dem aktuellen Eickhorn-Bajonett für das G36 kompatibel?
Gruß Wolfgang