Luftwaffe soll weitere 15 US-Kampfjets vom Typ F-35 bekommen (Nachtrag)
Im Juli hatte es das Verteidigungsministerium noch – wenn auch windelweich – dementiert, jetzt scheint es sich zu bestätigen: Die Bundeswehr soll nach Medienberichten zusätzlich zu den bereits bestellten 35 Kampfjets des US-Typs F-35 weitere 15 bekommen. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht; das Ministerium wiederholte aber auch nicht seine frühere Aussage, dass es aktuell keine Planungen für die zusätzliche Beschaffung gebe.
Nach Berichten des Spiegels und der Nachrichtenagentur Reuters vom (heutigen) Montag hat das Ministerium dem Bundestag eine Vorlage für die Beschaffung der 15 zusätzlichen Jets mit einem Ausgabevolumen von 2,5 Milliarden Euro zukommen lassen. Mit den weiteren F-35 sollten die der NATO zugesagten Fähigkeiten erfüllt werden.
Die US-Regierung hatte 2022 den Verkauf der 35 Maschinen an Deutschland gebilligt. Sie sollen die betagten Tornado-Kampfjets der Luftwaffe ablösen, vor allem in der Rolle als Träger von Atomwaffen in der so genannten Nuklearen Teilhabe. Dass jetzt zusätzliche F-35 gekauft werden sollen, deutet darauf hin, dass die Bundeswehr die Maschinen mehr als zunächst geplant auch außerhalb der Nuklearträger-Rolle einsetzen will.
Dass die Planungen für die Beschaffung weiterer Kampfjets in den USA jetzt bekannt wird, dürfte auch taktische Gründe haben: In der vergangenen Woche hatte das Ministerium eine Bestellung für 20 Eurofighter in der neuesten Konfiguration unterzeichnet. Damit wird ein möglicher Protest der deutschen und europäischen Industrie gegen den Kauf beim US-Konzern Lockheed Martin weniger wahrscheinlich.
Bereits im Juli hatte das Online-Portal Politico die Bestellung der zusätzlichen 15 F-35-Jets gemeldet. In der Bundespressekonferenz am 11. Juli (Korrektur, nicht 12. Juli) wurde Fregattenkapitän Kenneth Harms als Sprecher des Wehrressorts dazu befragt. Im Wortlaut:
Frage: Ich würde gerne an Herrn Harms eine Frage richten. Es gibt Berichte, wonach Deutschland zusätzlich zu den bereits bestellten 35 Kampfflugzeugen vom Typ F-35 15 weitere beschaffen wolle. Ist das zutreffend? Wie bettet sich eine solche Entscheidung in die generellen Überlegungen ein, dass Deutschland und auch Europa unabhängiger werden wollen, auch in Rüstungsfragen? Wir hatten ja die Debatte über einen „kill switch“ oder indirekte Probleme, wenn Ersatzteile nicht nachgeliefert werden, also darüber, dass man dabei zu abhängig ist.
Harms: Sie wissen, dass wir 35 F-35 beschaffen werden. Die entsprechenden Verträge sind geschlossen. Es ist beabsichtigt, dass nächstes Jahr die Ausbildung der ersten Piloten in den USA beginnen wird. 2027 erwarten wir die ersten Maschinen in Deutschland und werden die dann sukzessive auch in den operativen Flugbetrieb und Einsatzbetrieb bringen.
Wir haben die Berichterstattung zur Kenntnis genommen. Ich habe heute in der Sache nichts Neues mitzuteilen. Wenn es entsprechend Änderungen geben sollte, was die Anzahl an zu beschaffenden Systemen angeht, dann würden wir in bewährter Manier zuerst das Parlament und anschließend natürlich die Öffentlichkeit informieren. Am heutigen Tag habe ich dazu nichts mitzuteilen.
Zusatzfrage: Heißt das, der Bericht ist nicht zutreffend? Es wird nicht geplant, 15 weitere zu bestellen?
Harms: Ich möchte das heute nicht kommentieren, nicht bestätigen und auch nicht dementieren.
(…)
Vorsitzende Hamberger: Das BMVg möchte noch etwas nachreichen.
Harms: Ich bin noch gebeten worden, aktiv etwas zum Themenkomplex Beschaffung von F-35-Kampfjets nachzureichen. Es gibt aktuell im BMVg keine Planungen, über die bereits vertraglich vereinbarten F-35 hinaus weitere F-35 zu beschaffen.
Im Gegensatz dazu lehnte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Montag jede Stellungnahme zu den aktuellen Berichten ab – die damalige Aussage Es gibt aktuell im BMVg keine Planungen schien nicht mehr zu gelten.
Nachtrag: Irgendwann hat dann jemand im Bundesministerium der Verteidigung doch was sagen wollen und das dementiert – bei der Deutschen Presse-Agentur, anscheinend nicht bei denen, die berichtet haben.
Dementi: Verteidigungsministerium will keine weiteren F-35 kaufen
Jetzt kann sich jeder aussuchen, welche der heutigen Aussagen aus dem Ministerium glaubhaft wirkt.
(Archivbild Januar 2023: U.S. Air Force, F-35A Lightning II flies above the Mojave Desert, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons)
50 F35, viele Eurofighter – die Luftwaffe gewinnt dadurch definitiv an Schlagkraft. Kurz/Mittelfristig sinnvoll, was das aber für FCAS bedeutet?
@Michael S.: Tatsächlich war mein Gedanke, @T.Ws Meldung könnte die Grabsteininschrift von FCAS sein.
Passend hierzu ein Artikel auf Telepolis:
„US-Regierung gibt zu: Die F-35 ist ein Fehlschlag“
https://www.telepolis.de/features/US-Regierung-gibt-zu-Die-F-35-ist-ein-Fehlschlag-10767389.html
Dem sollte man zumindest nachgehen bevor man weitere Flieger bestellt.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass 8 Maschinen für die Pilotenausbildung in den USA vorgesehen sind. Damit verblieben für den Einsatz nur 27. Das könnte bei dem erwarteten Klarstand zu wenig sein. Deshalb ist die Erhöhung der Beschaffung auf 50 Maschinen wirklich zielführend und zu begrüßen.
pi
Damit hat man dann bislang 70 Tornados ersetzt mit 50xF-35 und 20xEurofighter. Fehlen für einen 1:1 Ersatz also nochmals mindestens weitere 20 Luftfahrzeuge. Mal schauen was da noch kommt.
Bezüglich des „F-35 ist ein Fehlschlag“ Artikels empfehle ich (wie andere auch schon) den Youtube-Kanal von Ward Carrol (ehem. F-14 RIO). Er hat ein gutes Video zum Thema F-35 und das Update auf Block 4 (war es glaube ich) gemacht. Mehr oder weniger schafft es die Industrie nicht, die notwendige Hardware fehlerfrei zu entwickeln und man hat sich entschieden auf bestimmte Fähigkeiten (Seezielbekämpfung u.a.) erstmal zu verzichten. Dazu kommt eine absurde Preisgestaltung, die die Industrie geradezu dazu ermutigt, Verzögerungen hinzunehmen weil kein Verlust entsteht, dadurch dass (minimale) Vertragsstrafen durch höhere Prämien für die paar pünktlich gelieferten Flugzeuge/Komponenten wieder ausgeglichen werden.
Generell ist „über den Tisch gezogen“ noch milde für das, was Lockheed/Martin mit dem Pentagon mit der F-35 gemacht haben.
@Küstengang01
Eine F-35 wiegt doch fünf TORNADO auf, mindestens. Bei den Betriebskosten sowieso 😎
@Wiegold: War die Pressekonferenz tatsächlich vom 12. Juli- und damit relativ alt- wie oben steht oder ist dies ein Schreibfehler und müsste Oktober heißen?
Wegen Kill Switch & weil Trump die USA immer mehr zur Diktatur macht, sollten wir keine weiteren F 35 kaufen. Stattdessen lieber weitere Eurofighter kaufen, was Arbeitsplätze bei uns erhält. Und zusätzliche Eurofighter Jagdbomber sollten für Resillenz sorgen, falls Trump die F 35 durch Kill Switch oder Nichtlieferung von Ersatzteilen oder Software-Updates lahmlegt, im Falle eines russischen Angriffs. Es sieht doch jeder, das Putin über die amerikanische Außenpolitik in Sachen Ukraine & Europa entscheidet. Trump handelt wie ein russischer Agent, deshalb ist Artikel 5 Nato Vertrag wertlos gegen Russland. Wir brauchen keine F 35, weil Trump niemals US Atomwaffen gegen Russland freigeben wird! Deshalb die F 35 Bestellung endlich stornieren, was Trump unter Druck setzen würde!
Hinweis zu den Tornados, wir ersetzen 89 Tornados bisher, nicht nur 70 wie ein anderer Kommentator geschrieben hat, durch nur 35 F 35 & 20 EF. Auch weitere 20 F 35 würden nichts daran ändern, dass die Zahl der Kampfflugzeuge – bei immer mehr Einsätzen & mehr Bedrohung sinkt!
[Tatsächlich war das sogar am 11. Juli, kleiner Typo.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/regierungspressekonferenz-vom-11-juli-2025-2364244
T.W.]
@Michael S. sagt:
20.10.2025 um 10:32 Uhr
„50 F35, viele Eurofighter – die Luftwaffe gewinnt dadurch definitiv an Schlagkraft. Kurz/Mittelfristig sinnvoll, was das aber für FCAS bedeutet?“
Joar – FCAS würde ich aus jeglicher Betrachtung rauslassen bis da mal irgendwas Zählbares vorliegt.
Generell ist die Erhöhung der Stückzahl fliegenden Materiales mehr wie gut. Ob es nun die F35 sein muss (die ja grade auch in den USA schlechte Kritiken bekommt), deren Lieferzeiten vermutlich auch etwas länger sind….nun ja.
Generell fände ich persönlich es ganz spannend wenn sich die Luftwaffe Fluggeräte wie die Gripen oder die Rafale noch mal anschaut (vielleicht ist das ja auch schon passiert).
Jedenfalls sollte man die Flieger jetzt zügig und ggf. auch günstiger bekommen können, da das Pentagon deren Beschaffung drastisch zusammenstreicht: von geplanten 48 auf 24 in 2026:
https://nationalsecurityjournal.org/the-f-35-stealth-fighter-is-officially-on-the-ropes/
Die Meldung ist allerdings bereits vom Juni. Ich kann mir auch vorstellen, daß, wenn der Flieger die zugesagte Leistung nicht bringt, das Programm seitens der USA vorzeitig eingestellt wird oder es nur noch Updates für den Bestand geben wird.
@Thomas Melber
etwas reißerisch, finden Sie nicht? Zudem der Autor als ehemaliger Panzerfahrer auch nur bedingt Expertise im Bereich der Luftfahrt vorweisen kann.
Und, die F35 hat bis heute JEDE Ausschreibung gewonnen an der sie teilgenommen hat.
Es fällt mir schwer dies alles als „Fehlschlag“ einzustufen, nur weil es Probleme mit einzelnen Komponenten gibt.
Zumal der Autor uns eine Alternative schuldig bleibt, welche besser geeignet wäre die Aufgaben der F35 zu übernehmen.
Und wer kann den F-35 die „war-cloud“ je nach Laune abschalten, und damit essentielle Fähigkeiten?
Die F-35 soll amerikanische Atombomben ins Ziel bringen. Insofern ist die Abschaltfähigkeit der War Cloud ja eher unwichtig.
50 F-35 sind schon eine Ansage, und die Eurofighter kommen auch auf ihre Kosten.
@Andreas NRW
Ich gebe zu, daß ich den Vogel nicht mag und nicht begreifen kann weshalb der ehem. InspLw so versessen auf ihn ist. Gab es hierzu seitens der Bw überhaupt eine Ausschreibung ? Zur Aufrechterhaltung der nuklearen Teilhabe gab / gibt es ja fast keine Alternativmuster.
Zudem: die totale Abhängigkeit von einem Drittstaat für den Betrieb, nur ein Triebwerk und „stealthy“ ist er eigentlich auch nicht: mit Außenlast eh nicht und moderne Radargeräte können ihn durchaus erfassen.
Welche Rollen / Aufgaben hat denn die Lw für den Flieger überhaupt vorgesehen ?
„Fun“ fact: die HUTHI hätten beinahe eine F-35 abgeschossen.
@Andreas NRW sagt:
20.10.2025 um 13:09 Uhr
@Thomas Melber
„[…]Und, die F35 hat bis heute JEDE Ausschreibung gewonnen an der sie teilgenommen hat.[….]“
Was nicht zuletzt daran liegt, dass viele Staaten US-Waffen verwenden und die Fluggeräte auf eben jene abgestimmt werden, sprich zertifiziert werden müssen. Aus „Gründen“ klappt dies bei US-Fluggeräten immer besser. Dazu kommt noch die Interoperabilität (man kann „problemlos“ US-Stützpunkte nutzen). Und natürlich das Streicheln des großen Bruders mit dem man gut sein will.
All diese Punkte spielen mit in die Pro F35 Entscheidungen.
@Closius und TW:
„Wir brauchen keine F 35, weil Trump niemals US Atomwaffen gegen Russland freigeben wird! Deshalb die F 35 Bestellung endlich stornieren, was Trump unter Druck setzen würde!“
Ich will keinen OT starten, aber das Szenario, dass eine deutsche F-35 Richtung Osteuropa fliegt und über Polen oder dem Baltikum eine amerikanische Freifallatombombe abwirft, ist schon extrem absurd. Ist auch in einer Folge „Sicherheitshalber“ mal thematisiert worden. Aber deswegen aus der nuklearen Teilhabe aussteigen? Jetzt, in dieser Zeit? „Atomwaffen sind politische, keine militärischen Waffen.“ habe ich als Slogan mal irgendwo aufgeschnappt. Welches politische Signal würde es an Putin senden, keine F-35 für die nukleare Teilhabe zu beschaffen, und damit de facto aus derselbigen auszutreten, wenn die Tornados in ein paar Jahren ausgemustert sind?
@GolfEcho83:
„Generell fände ich persönlich es ganz spannend wenn sich die Luftwaffe Fluggeräte wie die Gripen oder die Rafale noch mal anschaut (vielleicht ist das ja auch schon passiert).“
Gripen und Rafale stammen aus derselben Zeit wie der Eurofighter und bieten (deshalb) keinen Mehrwert. Ich bin kein Experte, aber der Eurofighter dürfte leistungsfähiger als die Gripen sein, und ähnlich leistungsfähig wie die Rafale. Daher würde ich bei einem Verzicht auf weitere F-35 definitiv mehr Eurofighter bestellen. Es sei denn, man liebäugelt mit einer Art nuklearen Teilhabe mit den Franzosen, und will unter die (deutschen) Rafale französische ASMP hängen. Aber auch das ist wieder ein anderes Thema.
Führt denn die Stückzahlerhöhung dazu, dass ein weiterer fliegender Verband die F-35 fliegen wird?
Mal ein anderer Gedanke:
Wenn die ursprünglichen Plannungen eine Verfügbarkeit von rund 80% angenommen haben wären das rund 28 Maschinen.
Sinkt die tatsächlichen Verfügbarkeit auf z.B. ca 55%, wären das 19 Maschinen. Fehlen also 9 Flugzeuge.
Um 9 Flugzeuge bei einer Verfügbarkeitsrate von 55% zu ersetzen bräuchte man ca 16 Maschinen….
Das sind natürlich angenommen Zahlen, ich kenne keine Internas.
Allerdings ergibt das aus meiner Sicht ein stimmiges Bild und soll nur ein Gedankenspiel sein bzw soll zeigen dass die Nachbestellung nicht nur „aus reiner Liebe“ zur F35 erfolgen muss.
FCAS ist tot genau wie das MGCS System, das gibt nur noch keiner zu. Persönlich sehe ich dieses Vorgehen kritisch, da man sich damit doch massiv von einem Land und dessen Hersteller abhängig macht. Hier hätte man auch zusätzliche Eurofighter oder Gripen in die Auswahl nehmen können.
Jede F-35 ist in der aktuellen, politisch unsicheren Lage eine zu viel. Die Vereinigten Staaten sind kein verlässlicher Partner mehr, solange Donald Trump und seine Partei die amerikanische Außenpolitik bestimmen.
Die einzige Partei, die konsequent von den Entscheidungen der Regierung Trump profitiert hat, ist Russland. Trump unterstützt russische Marionettenparteien wie die AfD, die Brexit-Partei Reform UK um Nigel Farage, den Puppenpräsidenten Viktor Orbán, Marine Le Pen vom Rassemblement National und andere.
Trumps Verbindungen nach Russland sind seit 1987 belegt, als er in Moskau war – kurz danach begann er seine politische Karriere mit Argumenten, die direkt aus dem Kreml stammen und darauf ausgelegt sind, westliche Gesellschaften zu spalten. Sein Wahlkampf wurde, ebenso wie der vieler dieser rechtsextremen Marionettenparteien, nachweislich von Russland unterstützt.
Trump verunsichert und spaltet die NATO mit seinen Aussagen zur Zuverlässigkeit der Vereinigten Staaten im Fall des Artikel 5, erhebt Gebietsansprüche auf verbündetes Territorium, schwächt Wirtschaftsbeziehungen zwischen westlichen Ländern durch willkürliche Zölle und erzeugt Unsicherheit.
Er ist der letzte Mensch, von dem wir unsere Verteidigung weiter abhängig machen sollten.
Darum ist in der aktuellen politischen Lage jede F-35 eine zu viel.
@Thomas Melber
Was die Probleme mit der F-35 anbetrifft, so habe ich ähnliches schon in mehreren verschiedenen Quellen gehört. bzw. gelesen.
Ich verstehe Herrn Pistorius nicht. Nukleare Teilhabe hin oder her. Aber dies sind nun mal US-amerikanische Flugzeuge und leider haben US-amerikanische Regierungen den Ruf, zuverlässige Bündnis-Partner zu sein, verspielt.
Anstelle weiterer F-35 sollte er weitere Eurofighter kaufen.
Was FCAS anbetrifft, glaube ich auch, dass der Drops gelutscht ist. Frankreich bleibt ein wichtiger Partner und Nachbar, aber angesichts der politischen Instatbilität und der großen Haushaltsprobleme (aktuell kriegt man nicht mal den Etat für das nächste Jahr hin) sollten wir uns da keine weiteren Abhängigkeiten leisten.
Aktuell ist der Herr Wadefool ja in Island am Klinken putzen. Der Plan ist dort auch die Hafeninfrastruktur für unsere Marine zu nutzen. Bis hin zur Stationierung von Aufklärern. Das bedeutet eigentlich, das man auch über die Stationierung von Marinefliegern zum Geleitschutz nachdenken muss. Die Reichweite der F-35 ist ja nicht so toll und wenn Herr Pistorius weitere Eurofighter in Polen stationieren will, wird die Luft vielleicht wieder etwas eng für die Luftwaffe.
@Closius sagt:
20.10.2025 um 12:21 Uhr
…Hinweis zu den Tornados, wir ersetzen 89 Tornados bisher, nicht nur 70 wie ein anderer Kommentator geschrieben hat, durch nur 35 F 35 & 20 EF. Auch weitere 20 F 35 würden nichts daran ändern, dass die Zahl der Kampfflugzeuge – bei immer mehr Einsätzen & mehr Bedrohung sinkt!..
Erstmal richtig lesen und dann richtig rechnen!
Bislang sind bestellt…
-35 x F-35
-20 x Eurofighter
Jetzt sollen weitere…
-15 x F-35
dazukommen. Macht also nach Adam Riese 70 insgesamt. Richtiger Weise haben sie 89 Tornados als gesamt bestatand der Luftwaffe genannt. Also fehlen da noch weitere 19 Maschinen… und ich schrieb das mindestens 20 weitere für einen 1:1 Ersatz der Tornados fehlen. EGAL WELCHEN TYPS!
Soweit ich das überschauen kann, sind die IDF doch sehr zufrieden mit ihren F-35, oder? Unterscheidet sich deren Muster so sehr von ursprünglichen US-Version, also in etwa dem, was die Luftwaffe erhalten soll?
Das Hauptkriterium hierzulande für die Auswahl der F35 ist recht eindeutig.
Das ist die Möglichkeit der nuklearen Teilhabe. Es geht um die nie bestätigten ca. 20 B 61 Atombomben am Fliegerhorst Büchel ( Da der derzeit umgebaut wird ist unklar ob die noch dort lagern, wenn ja dann derzeit mangels Erreichbarkeit nicht einsetzbar ).
Das einzige andere Träger-Modell der Luftwaffe ist der Tornado. Der soll ja ersetzt werden. Und der Eurofighter ist nicht von den USA zertifiziert als Nuklearwaffenträger. Und wird es wohl auch nicht.
Von den beiden europäischen NATO-Nuklearmächten hat GB auch F 35 bestellt. Bisher hatten die „nur“ nuklear bewaffnete U-Boote. Frankreich baut ihre Atomwaffenträger selbst, die Rafale. Und hat deshalb keine F 35 bestellt.
Zum schon erwähnten Youtuber Ward Carrol und der F 35:
Aufgrund seines Hintergrunds sowohl als Ex-Marineflieger, als auch unabhängiger Journalist mit zudem recht grosser Reichweite und vielen Beziehungen eine immer interessante Quelle. Auch bemerkenswert seine kritischen Äußerungen auf Youtube zu der Vance/Trump-Rede vor kurzem vor der kompletten US-Generaliätät/Admiralität…
Er weist zu Recht auf viele Probleme der F 35 hin.
Das betrifft bestimmte militärische Fähigkeiten. Und nicht eine grundsätzliche Gefährdung bspw. durch die Auslegung mit nur einem Triebwerk. Es gab bisher keinen bestätigten kompletten Triebwerksausfall. Jede Menge Probleme incl. Wartungsaufwand aber schon…
Zum Vergleich: Mehr als 50 % aller Abstürze des berüchtigten Starfighters waren auf Triebwerksprobleme ( es gab nur eins ) zurückzuführen…
Aber wie gesagt fällt es für Länder mit nuklearer Teilhabe schwer die F 35 nicht zu kaufen.
Und selbst GB hat sich wohl aus Zeitgründen für die F 35 entschieden. Atommacht ist man zwar, aber ohne solche Bomben für Flugzeuge im Arsenal. Eine eigene Entwicklung für den Eurofighter ( in GB Typhoon genannt ) würde eben dauern…
Fazit:
Es gibt aus deutscher Sicht schlicht keine Alternative zur F 35 wenn man sich nicht die Finger schmutzig machen will, pardon, den Atomwaffensperrvertrag von 1970 nicht verletzen will.
Noch etwas zum Thema Stealth:
„Tarnkappenjäger: China macht die F-35 sichtbar“
https://www.telepolis.de/features/Tarnkappenjaeger-China-macht-die-F-35-sichtbar-10781343.html
Das mag vielleicht noch etwas verfrüht aber in ein paar Jahren sollte das robust machbar sein. Hensoldt bietet ein bodengebundenes passives System an:
https://de.wikipedia.org/wiki/TwInvis
S. auch Hartpunkt: „Twinvis – Luftwaffe testet Passivradar von Hensoldt“
Watum will die Luftwaffe mehr F-35?
Die F-35 ist ein vernetztes System das unbemerkt Daten und taktische Informationen zwischen anderen Flugzeugen und Bodeneinheiten und Armeen tauscht. Bekannt wurde die Übermittlung von Daten dänischer F-35 von Texas nach Kopenhagen und von Zieldaten niederländischer F-35 an eine Raketenartillerie-Stellung. Von diesem Datennetz wollte/will auch die Schweiz partizipieren. Letztlich wird ein wirkungsvoller Einsatz der Eurofighter auch mit Hilfe der Daten der F-35 möglich.
@Voodoo In Israel es gibt andere Möglichkeiten für Germany… Regards.
@Voodoo
Eine schnelle Suche ergab (@TW: keine WEB Seite sondern Google-Ergebnis)
The Israeli F-35I (Adir) is special due to its unique modifications, which include a customized electronic warfare suite, domestic software integration, and the ability to be equipped with Israeli weaponry and sensors. This allows it to operate with a high degree of independence, integrating seamlessly with Israel’s layered defense systems like Iron Dome and acting as a central node for intelligence and multi-domain operations.
Key modifications and features:
Israeli electronic warfare (EW) suite: The F-35I includes an indigenous electronic warfare system that provides enhanced situational awareness and both offensive and defensive capabilities tailored to specific threats.
Domestic software integration: Israel is the only operator authorized to develop and integrate its own software, enabling it to create its own „C4 program“ that runs on top of the U.S. operating system. This allows for compatibility with Israeli-specific datalinks and countermeasures.
Weapon and sensor integration: The aircraft’s onboard computer is optimized for the use of Israeli-made weaponry and sensors, which provides a distinct tactical advantage.
Independent maintenance: Israel can perform completely independent, depot-level maintenance on its F-35s, which is crucial for maintaining a high sortie rate, especially during combat operations.
Network-centric warfare: The F-35I is designed to function as a central „sensor node“ that connects Israel’s multi-layered defense architecture, sharing real-time intelligence with systems like Iron Dome, David’s Sling, and Arrow.
D.h. ISR kann die F-35 eigenständig betreiben und auch – ggf. in Grenzen – weiterentwickeln. Weshalb uns das nicht zugestanden wird ? Oder legt man darauf gar keinen Wert ?
@Apollo 11 @Oliver Schwarz
Ich bin nicht gegen die nukleare Teilhabe per se aber wir müssen diese anders darstellen. Die F-35 ist hierzu m.M.n. schlecht geeignet auch wenn sie als Trägersystem natürlich funktioniert. Die Freifallbomben sind als System / Wirkmittel eben aus meiner Sicht völlig veraltet auch wenn sie aktuell ein Upgrade erhalten.
Die Debatte um die F-35 ist m.E. mit der Entscheidung „Ersatz Tornado durch F-35A“ erledigt. Die Bestellung ist raus und war zu niedrig, so man denn den Aufgabenkatalog über das Thema „NT“ ausweitet.
(Über Polen und dem Baltikum soll die F-35 übrigens keine A-Waffen abwerfen…, die Briten kaufen F-35A, um bei der nuklearen Teilhabe mitmachen zu können, die haben gar keine klassischen Atombomben mehr, die französischen A-Waffen sind mit der F-35 überhaupt nicht kompatibel…)
Die klassische JaBo -Rolle soll und muss durch die F-35 komplementär zum Eurofighter erfüllt werden. Und das wird auch funktionieren.
Man betrachte doch einfach einmal die A400M. Da funktionierte lange nichts, ein Milliardengrab wurde konstatiert. Und heute ist es ein Must-Have. Und ja, immer noch in den roten Zahlen, aber das Flugzeug funktioniert.
In Europa gibt es kein vergleichbares Muster zur F-35. Viele NATO-Nationen haben sich für die Maschine entschieden. Der Eurofighter kann das, was die F-35 ggf. nicht perfekt kann, überhaupt nicht. Rafale und Gripen auch nicht. Man muss die F-35 als Lernkurve begreifen, die 4th- und 5th-Gen -Teaming ermöglicht und uns auf den Weg in Richtung sechste Generation (FCAS oder was auch immer) bringt.
Und ein wenig Vertrauen in die Entscheidungsträger muss man schon haben. Wenn die Bundesregierung zu der Einschätzung gelangt, dass man in bestimmten Fällen eine Abhängigkeit von den USA, die ich nicht begrüße, einzugehen bereit ist, dann dürfte das auf besseren Informationen beruhen, als wir sie haben (den Hausherrn nehme ich hier mal raus.).
Will sagen: Die Entscheidung ist gefallen. Machen wir das beste draus…
Solange seitens der offiziellen Stelle keine Information zur Motivation der Beschaffung vorliegt darf man ja noch spekulieren:
1. Es könnte sich um die Umlaufreserve von ca. 40% für Büchel und die nukleare Teilhabe handeln.
2. Es könnte sich um Flugzeuge handeln, die man für die Tests und Weiterentwicklung mit Collaborative Combat Aircrafts, etc. zum Know-How Aufbau der Luftwaffe verwenden will.
3. Eine weitere Bestellung der gleichen Anzahl von Eurofightern würde deren Lieferung in den Jahre 2035- 2037 bedeuten. Das wäre zu spät, um genügend Jagdbomber und Fähigkeit für den elektronischen Kampf aufzubauen. Die F35 sollen deshalb früher kommen und diese Rollen einnehmen.
4. Rheinmetall bekommt in Weeze etwas zu tun.
Ich tippe ja auf eine Kombination von mehreren Punkten. Ich tippe auf eine Stationierung in Jagel, da dort die entsprechenden Kapazitäten frei werden dürften. Außerdem macht man damit einen zweiten Standort für die F35 aus – was der Resilienz in der Rolle der Nuklearen Teilhabe dienlich wäre. Eine gemeinsame Stationierung vieler Flugzeugmuster in Jagel wäre zwar kompliziert würde dafür aber die Erarbeitung und Einübung von gemeinsamen Einsatzmustern ermöglichen. Ein weiterer spekulativer Punkt: Die F35 bietet sich auch für ein Aufleben der Marineflieger an.
Wie dem auch sei – wir werden wohl bald die Motivation genannt bekommen.
„Die Freifallbomben sind als System / Wirkmittel eben aus meiner Sicht völlig veraltet auch wenn sie aktuell ein Upgrade erha“ (google) Es ist überraschend, dass sich jemand auf solchen Unsinn einlässt…
Einige Mitschreibende sollten ggf. mal ihre Emotionen zum Thema F-35 außen vorlassen und sich objektiv mit den Fakten zur F-35 auseinandersetzen. Die F-35 ist aktuell der einzige Gen. 5 Jet, der für die Bw zugänglich ist – mit allen Vorteilen, die dieses Flugzeug mit sich bringt. Der Kauf von Rafale oder Gripen würde die Fähigkeiten der Bw in einem möglichen Peer-to-Peer Konflikt nicht wirklich steigern. Über Wartung, Training von einem grundsätzlich komplett neuen Flugzeugtyp brauchen wir gar nicht anfangen.
Und die ganzen lustigen Links, wonach Stealth nutzlos ist und durch CHN/ RUS/ IRN Systeme einfach ausgehebelt werden kann: einfach nur nein. Es gibt keine objektive (und offene) Quelle, wonach die angeblichen Anti-Stealth-Aufklärungsmittel funktionieren. Aufklären ist das eine, tracken und bekämpfen das andere.
Und wenn Stealth eine angebliche Totgeburt ist, warum entwickeln RUS und CHN Stealth-Drohnen sowie Kampfflugzeuge? Warum war die IDF unter Nutzung der F-35 so effektiv bei den Operationen gegen den IRN? Wir wissen auch nicht welche Fähigkeiten die F-35 zusätzlich mit sich bringt, weil ein nicht unerheblicher Anteil EINGESTUFT ist. Wer eine F-35 mal bei einer (statischen) Airshow gesehen hat, weiß was ich meine.
Auch wenn die aktuelle politische Situation in den USA den Kauf von F-35 irrational erscheinen mag, der Fähigkeitszuwachs (abseits der Thematik der nuklearen Teilhabe) für die Bw ist elementar. Und die Orange reagiert nun mal auch auf monetäre Anreize, auch wenn sich einige damit nicht abzufinden scheinen. Willkommen in der realen Welt.
Der Kauf weiterer F-35 wurde gerade offiziell verneint:
https://www.deutschlandfunk.de/verteidigungsministerium-will-keine-weiteren-f-35-kaufen-102.html
[Das ist… interessant und zeigt ein gewisses Kommunikationschaos im BMVg. T.W.]
Fakt ist: wenn von 35 Luftfahrzeugen, egal welchen Typs, acht zur Schulung der Besatzungen genutzt werden, dann verbleibt eine Kleinstserie für den operationellen Einsatz. Das entspräche gerade mal einer Staffel.
Mit 50 bzw. 42 Lfz kann man immerhin ein Geschwader ausstatten.
Das Zerreden der Beschaffung von 15 weiteren F-35 kann ich nicht nachvollziehen. Wer die nukleare Teilhabe auch weiterhin und bruchfrei möchte – das ist ganz offensichtlich politischer Konsens – dann führt an der F-35 kein Weg vorbei.
Und wenn damit den Franzosen ganz nebenbei noch gezeigt werden kann, dass wir uns bei FCAS nicht herumschubsen lassen, umso besser.
Na Hauptsache, die Dinger können auch das, was sie sollen. Investitionsmillionengräber hatten wir in den letzten 10 Jahren mehr als genug.
@Apollo 11
„Es gibt aus deutscher Sicht schlicht keine Alternative zur F 35 wenn man sich nicht die Finger schmutzig machen will, pardon, den Atomwaffensperrvertrag von 1970 nicht verletzen will.“
Das ist so nicht korrekt. Die Bundesregierung kann jederzeit aus dem NVV aussteigen. Man sollte nicht das Völkerrecht vorschieben, wo das eigentliche Problem mangelnder politischer Wille ist. Mit der Abwendung der USA von Europa, dem Brexit und drohenden Wahlerfolgen von Rechtspopulisten in Frankreich und dem damit verbundenen Wegfall eines zuverlässigen nuklearen Schutzschirms ist es höchste Zeit, die Frage nach nuklearer Bewaffnung Deutschlands inkl. eigener Trägersysteme auf die Agenda zu setzen.
Die F-35 ist ein tolles Flug-(Spiel-)zeug, aber für die NT und EloKa hätte eine entsprechend befähigte F/A-18F/G ausgereicht. Wenn man gewollt hätte, hätte man auch die F-15E(X) Eagle (II) kaufen können.
Ob es ein kluger Schachzug war, sich in die Abhängigkeit eines zunehmend erratisch und kantonistisch agierenden US-Regierungsapparates zu begeben, wird sich zeigen. Denn einerseits wird Trump nicht müde, zu betonen, dass die Europäer mehr für ihre eigene Sicherheit tun müssen (womit er auch nicht gänzlich unrecht hat), aber auf der anderen Seite halte ich es auch gut für möglich, dass er den Europäern auch militärisch den Hahn abdreht, wenn er Zugeständnisse auf irgendwelchen anderen politischen Gebieten will. Was Putin mit Gas versucht hat, ist hier mit anderen Mitteln möglich. Und man wird kein rationales Argument haben, um ihn zu überzeugen. Rechtsordnung und Vertragstreue sind nur dann Stichworte für Trump, wenn sie ihm nützen.
Ich rate daher dringend dazu, mindestens eine F-35 mithilfe von CIR softwaremäßig so auszubaldowern, dass es wenigstens möglich wird, die Einsatzfähigkeit mit eigenen Servern aufrecht zu erhalten, sollte der Tag einmal kommen, an dem der Donald wieder mal dreckige Spielchen spielen möchte.
Lehrer sagt:
20.10.2025 um 16:44 Uhr
„[…]@GolfEcho83:
[….]Gripen und Rafale stammen aus derselben Zeit wie der Eurofighter und bieten (deshalb) keinen Mehrwert. Ich bin kein Experte, aber der Eurofighter dürfte leistungsfähiger als die Gripen sein, und ähnlich leistungsfähig wie die Rafale. Daher würde ich bei einem Verzicht auf weitere F-35 definitiv mehr Eurofighter bestellen.[….].“
Der große Vorteil der Gripen liegt darin, dass sie deutlich robuster ist und auch für den Einsatz von unebenen Behelfspisten ausgelegt wurde (was im Konfliktfalle ja nicht unerheblich wäre). Zudem wurde in der Vergleichstest stets ihre Wartungsfreundlichkeit betont. Dazu kommt aus meiner Sicht der nicht unwichtige Faktor der Diversifizierung. Natürlich bedeutet ein weiteres Flugzeugmuster einen weiteren Logistikstrang, aber alles nur auf den Eurofighter auszulegen ist halt auch nur bedingt klug. Wir hatten schonmal das Problem, das die ganze Flotte am Boden bleiben musste.
Laut DLF (Information am Morgen) habe BMVg auf Anfrage des Senders eine Beschaffung zusätzlicher F-35 verneint.
Wie seriös sind die Darstellungen „Der Spiegel“ und „Reuters“ also?
[Genau so seriös wie meine Darstellung, dass das Ministerium auf meine Anfrage jegliche Aussage verweigerte, also auch nicht die Beschaffung dementierte. Was wollen Sie eigentlich damit sagen? T.W.]
Also erstmal nichts Neues!
die Luftwaffe muss für sich klären wie ihre Flotte in den nächsten 10-15-20 Jahren aussehen soll… da gibt es viele offene Fragen:
1) was wird aus FCAS?
a) bleibt man dabei kommen die ersten Flugzeuge ab 2040 frühestens
b) steigt man aus… was sind die Alternativen?
b1) GCAP -> ggf. erstes Flugzeug bereits am 2035 möglich
b2) was gemeinsam mit Schweden -> erstes Flugzeug zwischen 2035/40
b3) Airbus macht alleine was -> erstes Flugzeug auch zwischen 2035/40
2) wie gewichtet man unbemannte Systeme?
Man kann auch sagen Kampfflugzeuge werden in Masse nicht mehr benötigt… und Mann setzt voll auf UCAVs in verschiedenen Größen…
letztendlich ist man mit Eurofighter UND F35 kurz bis mittelfristig ganz gut und teilweise besser aufgestellt wie andere Nationen die nur 1 Muster haben!
Man bekommt in den nächsten 8-9 Jahren knapp 60 neue Eurofighter! außerdem 35 x F35 … das ist ganz gut…
die T2/3 Eurofighter bekommen ein Upgrade… also hat man bis 2035 knapp 200 recht moderne Kampfflugzeuge!
Es kann trotzdem sein dass eine sinnvolle Flottengrösse auch noch 10-15 weitere F35 beinhaltet… das muss man sehen… Druck hat man keinen!
wichtigere Prioritäten sind:
1) unbemannte Systeme in allen Größen!
Ich würde mir wünschen dass Airbus losgelöst von FCAS einen Auftrag für den loyal Wingman bekommt mit einem ersten Los von 30-40 Maschinen!
2) Bodengebundene Flugabwehr!
Die Luftwaffe benötigt mehr Patriot, mehr Iris-t SLM/X
„Es gibt aktuell im BMVg keine Planungen, über die bereits vertraglich vereinbarten F-35 hinaus weitere F-35 zu beschaffen.“
Die Frage ist in diesem Kontext:
Wie viele sind denn vertraglich vereinbart? Und mit welcher Art Vertrag?
35 als Festbestellung wissen wir. Aber falls es Vorverträge über die weiteren 15 gibt, möchte man natürlich über die insgesamt 50 keine weiteren bestellen…
So oder so reichen die 35 nicht aus, weil einige permanent in den USA zum Training bleiben.
@ Kapitän
Richtig, theoretisch könnte Deutschland die NPT verlassen. Aber das hätte handfeste Folgen, auch so etwas relativ harmloses wie den Verlust der Fähigkeit nuklearmedizinische Produkte zu importieren (weil de jure die Mitglieder der NPT diese nicht mehr an „Vertragsbrecher“ exportieren dürften). Obendrein sitzt da dann auch noch der 2+4 Vertrag oben drauf, wo damals beide deutsche Staaten den Erwerb, Besitz und die Entwicklung jeglicher Massenvernichtungswaffen kategorisch ausgeschlossen haben. Und da letzterer ja fast schon als formaljuristische „Existenzgrundlage“ des wiedervereinten Deutschlands angesehen wird, ist das ein Faß, das Berlin mit Sicherheit nicht aufmacht.
Ich möchte hier nochmal die Eurofighter-Zahlen korrigieren. Aktuell hat die Luftwaffe noch 128 Eurofighter im Flugdienst. Neun der Tranche 1 bleiben bereits zur Ausbildung dauerhaft am Boden, zwei der Tranche 2 sind abgestürzt. Ein weiterer ist nach einer Kollision auch nicht mehr einsatzfähig. Somit bleiben 128 Maschinen im fliegerischen Dienst.
Wir erhalten 38 Eurofighter der Tranche 4, die die noch verbliebenen 23 Tranche 1 ersetzen. Außerdem erhält die WTD 61 davon vier T4. Somit verbleibt ein effektiver Aufwuchs von 11 Flugzeugen, solange die Eurofighter der T2/3 nicht ersetzt werden (was offenbar nicht geplant bzw. notwendig ist). Die 20 neuen Tranche 15 sollen Eurofighter EK werden, somit wird sich der Bestand effektiv um 31 Flugzeuge (ein weiteres Geschwader?!) erhöhen.
@ Hans Dampf:
Die Geschwaderstärke von 50 Flugzeugen bei der Luftwaffe, die Sie ansprechen, ist schon seit vielen Jahren Geschichte. Effektiv hat ein Eurofighter-Verband etwa 30 Flugzeuge im Bestand, davon sind etwa 24-25 vor Ort, der Rest bei der Industrie zur Wartung. Bei zwei fliegenden Staffeln macht das 12-13 Flugzeuge. Bei der F-35 wird man in etwa die gleiche Stärke ansetzen.
Übrigens: Auch die F-35-Verbände der NATO-Partner haben nie mehr als 12-15 Flugzeuge in einer einzelnen Staffel.
Die Nukleare Teilhabe ist wichtig zur Abschreckung, aber niemand von uns will, dass dies Realität wird. Es ist viel wahrscheinlicher, dass der F35 als konventioneller Jagdbomber gegen Putin eingesetzt werden muss. Und konventionell Bomben kann auch der Eurofighter. Allerdings führen wir hier möglicherweise eine Phantom Diskussion, denn laut Deutschlandfunk, wie oben bereits geschrieben, hat das Verteidigungsministerium gegenüber dem DLF dementiert, weitere F 35 beschaffen zu wollen. Wir müssten also erstmal herausfinden, in diesem Kommunikationschaos des Ministeriums, was denn jetzt stimmt? Oder tobt wieder ein Machtkampf im Ministerium, ob mehr F 35 oder Eurofighter beschaffen? Oder alles eine Zeitungsente?
@Obibiber: Ich bin voll bei Ihnen, dass man für die Beschaffungssteuerung ein Zielbild vor Augen haben sollte. Ich bin zwar kein Freund von festen Daten wie „Marine 2035“ aber welchen Mix aus erweiterten Jagdflugzeugen (EF), Jagdbombern (F-35) und wiederverwertbaren Drohnen (mindestens zwei Typen) man langfristig anstrebt sollte man schon definieren. Von der aktuellen Ausgangslage her, würde ich eine Serienbeschaffung mit F-35 und EF befürworten, die den Bestand an einsatzfähigen Flugzeugen auf mindestens 200 absichert. Parallel dazu könnte man mit einer kleinen Serienbeschaffung z.B. der Kratos XQ-58A Valkyrie beginnen. Für mich ist das vom Kern her ein kleiner unbemannter Bomber. Wenn man es hinbekommen würde diese Drohen beispielsweise durch die F-35 zu steuern und durch die EF zu schützen, könnte die Luftwaffe einen auf mittlere Distanz schlagkräftigen Angriffsverband aufbauen. Dies würde definitiv zur Abschreckung beitragen.
Sollte es wirklich zu einem militärischen Konflikt kommen, bei dem Trump oder wer auch immer die deutschen bzw. europäischen F-35 „abschalten“ würde, bestünde vermutlich ein wesentlich größeres Problem als nur jenes mit diesem Flugzeugtyp.
Beim Thema „Abschalten“, auf so eine Idee könnte man ja auch anderswo kommen. Gibt es eigentlich belastbare Informationen zur Sicherheit der F-35 Server?
@T.W.
Nach meinem mglw unzureichenden Sprachverständnis des Deutschen besteht zwischen
– jegliche Aussage verweigert
und
– Beschaffung verneint
ein gravierender Unterschied.
Ich habe noch mal bei DLF nachgelesen: „Es gebe derzeit keine Überlegungen für eine Beschaffung weiterer F-35, …“
Somit ist das Thema derzeit also erledigt, es wird nichts beschafft. Und das will ich damit sagen.
@Aardvark:
Das Problem ist nicht die Art Konflikt, bei der man sich vorstellt, dass Donald Trump zu Peter Lustig wird und „abschalten“ sagt.
Das Problem sind die ganzen bescheuerten Nebensächlichkeiten, derentwegen er auf den Gedanken kommen kann, dass es eine gute Idee ist, zu demonstrieren, welche Macht er hat. Das kann schon bei den Verhandlungen zu einem neuen Freihandelsabkommen zwischen EU und USA der Fall sein, wenn er der Meinung ist, dass er mit solcherart Druck einen „besseren Deal“ rausbekommt. Donald Trump ist ein Narzißt und wird auf jede gefühlte Kränkung mit jedem Mittel antworten, welches er für geeignet hält, um sich entweder durchzusetzen, oder wenigstens zu rächen.
Ob es Kanonen auf Spatzen sind, ist so jemandem egal. Hauptsache der Spatz ist hinterher tot.
@Closius
Die nT ist mE im Sinne der Abschreckung und für LV/BV vollständig irrelevant. Der einzige Zweck ist die Teilnahme an diversen Stuhlkreisen und die Illusion von Einblicken in strategische Überlegungen anderer Nationen. Dafür gibt man die strategische Souveränität und Handlungsfähigkeit Deutschlands, wie sie bereits mit einigen 100 konventionellen weitreichenden Systemen hergestellt werden könnte, in bizarrer selbstschädigender Art und Weise auf. Wobei @Kapitän natürlich zuzustimmen ist.
Die F35 und alleine die Abhängigkeit von fremdprogrammierten MDF, aber da hört es ja bei Weitem nicht auf, ist nur ein weiteres Kapitel dieses Wahnsinns. Es handelt sich hier um einen Bomber-as-a-Service! Für Deterrence-as-a-Service. Ramstein, aber nicht als Flughafen, sondern als Flugzeug.
Nichts hindert uns mehr daran strategisch selbständig zu denken, geschweige denn zu handeln, als das postrationale, ständig allen guten Ansätzen zuwiderlaufende Glaubenskonstrukt der ach so abschreckenden „nT“ mit seinen militärisch nutzlosen Bomben, die in der Eifel liegen, oder vielleicht auch nicht.