Bundeswehr plant neue Kasernen von der Stange: 4-Personen-Stube, Fertigbau, kein Bunker
Während die schwarz-rote Koalition noch darüber streitet, ob im Gesetz für den geplanten neuen Wehrdienst die Wehrpflicht als Option oder bereits jetzt verpflichtend vorgesehen wird, läuft die Planung für eine Vergrößerung der Bundeswehr auf Hochtouren. Egal ob freiwillig oder eingezogen: In den nächsten sechs Jahren sollen Plätze für 40.000 zusätzliche Rekruten (und Rekrutinnen) entstehen – mit Kasernen in Fertigbauweise.
Die Eckdaten waren am (heutigen) Dienstag Thema bei einer Fachkonferenz Infrastruktur des Verteidigungsministeriums. 270 so genannte Kompaniegebäude sollen über einen Rahmenvertrag bei der Bauindustrie in Auftrag gegeben werden, so weit wie irgend möglich standardisiert. Diese neuen Bauten sollen auf Bundeswehr-Gelände errichtet werden, so dass es so wenig bürokratische Vorgaben und Verzögerungen wie möglich geben wird.
Für die neuen Gebäude, in den nächsten Jahren vor allem als Unterkunfts- und Stabsgebäude für Ausbildungskompanien vorgesehen, werden standardisierte Grundrisse und Größen für die jeweiligen Funktionen der Räume genutzt. So soll die Unterbringung regelmäßig in einem Vierbettzimmer erfolgen (Als Vier-Mann- oder Vier-Frau-Stube) mit einer Raumgröße von 35 Quadratmetern.
Was vergleichsweise viel klingt, ist der Zunahme an Ausrüstung geschuldet: Die vier Soldaten oder Soldatinnen auf einer Stube müssen dort künftig ihre ganze persönliche Ausstattung einschließlich der Schutzausrüstung unterbringen können – ein deutlich größerer Raumbedarf als zu früheren Zeiten.
Baubeginn für die neuen Standard-Kasernen soll 2027 sein. Damit will sich die Bundeswehr auf den geplanten Aufwuchs der Truppe von derzeit knapp 183.000 auf künftig 260.000 aktive Soldaten und Soldatinnen einstellen: Das wird nach den Planungen zur Steigerung der Zahl der Kurzdiener (bisher Freiwillig Wehrdienst Leistende; künftig Soldaten auf Zeit bis zu 23 Monaten) von derzeit rund 15.000 auf 40.000 im Jahr ab 2031 führen. Mit den vorhandenen Kasernen ließe sich die Unterbringung nicht sicherstellen.
Mit dem Bau der neuen Standard-Unterkünfte sind keine Schutzräume oder das geplant, was militärisch als Härtung bezeichnet wird. Warum, erläuterten der Leiter der neuen Ministeriums-Hauptabteilung Aufwuchs, Alexander Götz, und Verteidigungsminister Boris Pistorius bei ihrer Pressekonferenz im Anschluss an die Infrastrukturtagung:
Nachtrag: In den Kommentaren tauchen diverse Nachfragen auf (nicht zuletzt: warum neu bauen und nicht alte Gebäude sanieren?). Ein Teil davon wird in der ganzen Pressekonferenz von Pistorius, dem bayerischen Bauminister Christian Bernreiter und Hauptabteilungsleiter Götz beantwortet (zunächst Statements; Fragen und Antworten ab Minute 12:30):
Weil es der Beschleunigung von Bauvorhaben dient, sind solche Planungen von der Stange eine gute Idee. Es gibt keinen Grund dafür, dass sich bei jeder Kaserne ein anderer Architekt schöpferisch auslebt und das Rad neu erfindet.
Jetzt muss noch Bürokratie abgebaut werden, Vergaberecht vereinfacht werden und die Landesbauverwaltungen, die das ganze bauen sollen, müssen mit ausreichend Personal ausgerüstet werden.
Hört sich erstmal sehr gut und pragmatisch… und evtl auch bezahlbar an
…aber es muss ja auch schnell gehen…
Gerade eben habe ich noch gelesen dass die Bundeswehr die Firma Tytan Technologies zum Schutz von Bundeswehrliegenschaften gegen Drohnen beauftragt hat…
die Firma hat unterschiedliche Abfangdrohnen im Portfolio… für stationiere Einrichtungen und für mobile Anwendung (Tytan S) auch sehr gut
[Nein. Nicht auf alle Startup-News reinfallen. Das BAAINBw hat einen Demonstrator (!) in auftrag gegeben. T.W.]
Zu erwähnen wäre auch, daß es einen Veräußerungsstop seitens der BIMA gibt, d.h. es werden (fast) alle Verkäufe auf Eis gelegt. So z.B. auch der Verkauf des Patrick-Henry-Village Areals bei MANNHEIM, für das die Stadt bereits die Bebauungsplanung angeschoben hat:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/us-kaserne-patrick-henry-village-bundeswehr-bestaetigt-pruefung-100.html
Alles schön und gut. Jedoch Schade, dass keine neuen Standorte erschlossen werden und lieber in bestehende Standorte reingebaut wird. Das wird viele ehemalige Soldaten (und auch Ungediente) verprellen, die sich vielleicht bei besserer Verfügbarkeit von Standorten in der Fläche, nochmal für eine Wiedereinstellung bzw. Verpflichtung beworben hätten. Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Dienst.
Wenn das ordentlich teuer wird, steigt der Verteidigungshaushalt ordentlich und es gibt später ne Menge Jobs als Berater zu verteilen. Winwin
Mal ernsthaft: können die Angaben zur Härtung so bestätigt werden? Ich glaube zu erinnern, dass hier in den Kommentaren kritisiert wurde, dass gehärtete Liegenschaften aufgegeben wurden.
Der richtige Weg.
Frage: Tritt die Bundeswehr selber als Bauherr auf und koppelt die Landes-Hochbauämter aus oder bleibt die Bundeswehr Bedarfsforderer und die bisherige Verfahrensweise bleibt?
Wenn die Bundeswehr selber baut, welches Personal soll das machen?
Wenn die bisherige Verfahrensweise bleibt, wer soll das machen?
Ich hatte in der letzten Zeit Gelegenheit mit drei verschiedenen Landes-Hochbauämtern zu sprechen. Die Kernaussage war, ja wir haben die Forderung das Bundesswehr-Baumaßnahmen eine höhrer Prio haben und ja auch die Verfahrensweisen haben sich etwas vereinfacht, aber wir haben trotzdem kein Personal und werden auch da auch absehbar keinen Aufwuchs erreichen.
Und der (Leerstand) Bestand an Altgebäuden ist bedeutungslos?
https://defence-network.com/verlorene-heimat-der-truppe-bergische-kaserne/
„Das Beispiel Bergische Kaserne zeigt: Während die Bundeswehr aufwachsen soll, verfallen genau die Liegenschaften, die sie für den Aufwuchs dringend bräuchte. Das Defence Network hat sich selbst ein Bild der leerstehenden Kaserne gemacht“.
Ist jemals eine Kosten-Nutzenabwägung bei leer stehenden Gebäuden in Bundeshand gemacht worden? Sofern eine Berechnung und der Zeitplan bis zum Tag „x“ pro 270 Kompaniegebäude ausgehen, brauchen Fragen nicht gestellt zu werden. Wurde aber geprüft?
Für den Herrn Minister: Nur weil im Kalten Krieg der Schutzbau sträflich vernachlässigt wurde, u.a. in Achimer Steuben-Kaserne des FlaRgt 11, müssen ähnliche Fehler nicht neu begangen werden. In einigen Kasernen gab es wenigstens „Schutzbauten Bw 50“: Luft- und ABC-Schutz.
Ist irgendwas über Pläne bekannt aufgegebene Standorte zu reaktivieren? Die Gebäude sind ja zT noch vorhanden und müssten halt mal durchsaniert werden.
@ReservistTH, Ihnen ist aber schon klar das bei einem neuen Standorten dieser erst gefunden, ggf die Flächen gekauft und dann entsprechendes Baurecht geschaffen werden muss?
Bei mir in der Ecke wird aktuell eine neue Wache für die Feuerwehr geplant auf einer Fläche die noch im wahrsten Sinne grüne Wiese ist. Da rechnet man mit 3 Jahren von Entschluss da soll gebaut werden bis man entsprechendes Baurecht geschaffen und einen Bauantrag stellen kann. Gibt auch Stimmen die meinen die 3 Jahre sind nur im Optimalfall machbar wenn kein Gutachter im falschen Moment krank wird und man ein Jahr warten muss bis er wieder Tiere und Pflanzen zählen kann.
Wenn das so kommt, dann ist das so. Hauptsache es kommt und taugt auch etwas.
Ich habe insgesamt 22 Monate im Container gelebt und habe damit auch kein Problem gehabt.
Haut rein Leute. Es muss jetzt laufen
Der Aufwuchs muss Stattfinden bevor Putin über die Polnische Grenze geht
@all
Ich habe oben das Audio der kompletten Pressekonferenz nachgetragen – einige der hier in den Kommentaren gestellten Fragen werden darin beantwortet.
@achtmalklug
Die Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen ist ein Kandidat, ist aber noch offen.
@TW
es sollte doch eine Liste der zu prüfenden Standorte geben ?
Das ist ein spannender Ansatz und ich bin mal gespannt, wie sich das in der Praxis umsetzen lässt. Baurecht ist in Deutschland Länderrecht. Das heißt, jedes Bundesland hat eine eigene Landesbauordnung die im Bau quasi Gesetzescharakter hat. Es gibt zwar eine Musterbauordnung, an der sich die einzelnen Landesbauordnungen orientieren, aber die sind trotzdem nicht identisch.
Ich stelle es mir ziemlich schwierig vor, wenn man versucht ein standardisiertes Gebäude zu spezifizieren, dass die Anforderungen von 16 Landesbauordnungen (zzgl. der ganzen ohnehin anzuwendenden Baunormen) berücksichtigt.
Evtl. kann man die Anzahl der Landesbauordnungen die man berücksichtigen muss etwas eingrenzen indem man sich beim Liegenschaftsausbau auf 3-4 (große) Bundesländer beschränkt. Ich könnte mir da z.B. Baden Würtemberg, NRW, Bayern und Mecklenburg Vorpommern vorstellen.
Was ebenfalls sehr individuell sein wird ist die Bodenbeschaffenheit. Ob man ein baugleiches Gebäude auf unterschiedlichen Untergründen errichten kann?
Mal sehen wie das am Ende ausgeht. Prinzipiell ist der Ansatz ja richtig.
Containerbauten haben sich in zahlreichen Bereichen bewährt – ob als Kindergärten, Krankenhäuser oder Feuerwachen. Daher erscheint es auch für die Bundeswehr sinnvoll, Kasernen in moderner Fertigbauweise zu errichten. Diese Bauweise ist nicht nur wirtschaftlich und flexibel, sondern ermöglicht auch eine schnelle Realisierung neuer Standorte.
Von noch größerer Bedeutung ist jedoch die strategische Positionierung dieser Kasernen. Neue Standorte sollten unbedingt in oder zumindest in der Nähe von Ballungsräumen entstehen. Nur so lässt sich vermeiden, dass junge Menschen vom neuen Wehrdienst abgeschreckt werden, weil sie unter der Woche weit von ihrem Zuhause entfernt sind oder nach Dienstschluss keine Möglichkeit haben, nach Hause zu fahren.
Denn realistisch betrachtet möchte jeder möglichst nah an seinem gewohnten Umfeld bleiben und seine Zeit nicht in abgelegenen Regionen (Pampa) verbringen, nur weil die Kaserne weit außerhalb der nächsten größeren Stadt liegt. Eine wohnortnahe Standortpolitik würde die Attraktivität des Dienstes deutlich erhöhen.
Die Bundeswehr muss sich gerade ohne Wehrpflicht, wohl oder übel an die Lebensrealität und Erwartungen der jungen Generation anpassen. Wer junge Menschen für den Dienst gewinnen will, muss ihnen attraktive Rahmenbedingungen bieten – dazu gehören moderne Unterkünfte, gute Erreichbarkeit und Standorte in der Nähe von Ballungsräumen.
@Julian
Es wird ja nicht damit getan sein, in irgendwelche Kasernen zusätzliche Fertighäuser zu stellen. Da muss die restliche Infrastruktur auch erweitert werden. Truppenküche, Parkplätze, Ausbildungsanlagen, Sporteinrichtungen etc.
Da frage ich mich schon, ob Reaktivierung oder Weiternutzung aufzugebender Standorte nicht sinnvoller wäre.
„… Damit will sich die Bundeswehr auf den geplanten Aufwuchs der Truppe von derzeit knapp 183.000 auf künftig 260.000 aktive Soldaten und Soldatinnen einstellen: …“
Am Ende stehen da leere Gebäude, weil man den „geplanten Aufwuchs“ gar nicht packt. Seit Jahren dümpeln die Streitkräfte bei der Personalstärke weit unter dem Soll vor sich hin, während der Wasserkopf weiterhin wächst bzw. nicht adäquat gestutzt wird.
Aber vielleicht kann man ja die 270 neuen Gebäude für Seniorenwohnungen umwidmen, wenn sie denn von vornherein barrierefrei geplant werden.
PS.: Wo bleiben eigentlich die aktuellen Stärkezahlen???
[Finde den Versuch, den Thread zu kapern, nicht lustig. T.W.]
@LuckySailor
Hauptargumente (von Bundeswehrseite aus) gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht waren: Zu wenig Ausbildungspersonal; zu wenig Infrastruktur. Jetzt stellt die Bundeswehr Heimatschutzregimenter auf (und schafft im gleichen Atemzug neue Ausbildungskapazitäten, was das Personal angeht) und legt einen Plan dar, wie man Infrastruktur schaffen kann. Bundeswehrangehörige sollten sich dunkel erinnern, dass die Truppe den Ausdruck ‚Voraussetzung schaffende Aktivitäten‘ kennt.
Ich würde ja kein Geld drauf setzen, dass diese Unterkünfte am Ende leer bleiben.
Standardisierte neue Unterkünfte ohne verpflichtende Schutzräume sind ein absoluter, verantwortungsloser Fehler.
@T.W.: „[Finde den Versuch, den Thread zu kapern, nicht lustig. T.W.]“
Sorry, aber ich will hier nichts kapern und es ist auch kein Vorwurf an Sie, dass die aktuellen Zahlen zur Personalstärke wohl noch nicht veröffentlicht werden.
Der parallele Ansatz aus der Vorbereitung schnell umsetzbarer Containerlösungen und dem Veräußerungsstop nicht genutzter ehemaliger militärischer Liegenschaften ist eine gute Strategie: kurzfristige und parallel eine nachhaltige langfristige Lösung gleichzeitig.
@all
Ehe sich der Irrtum festsetzt: es geht nicht um Containerlösungen wie im Camp Marmal, sondern um Fertigbauten, also Bauen mit weitgehend vorproduzierten Bauteilen,
@Daryl Dixon
Die Landesbauämter übernehmen i.d.R. Ausschreibung, Bauüberwachung und Abnahme. Bei standardisierten Bauten sehe ich kein Problem, dies „wie am Fließband“ durchzuziehen und hier natürlich auch die Infrastrukturstäbe der Bw einzubinden.
Zeitfressend sind immer Sonderlösungen z.B. bei Schießanlagen und Waffenkammern.
In wie weit Landesbauordnungen bei Bauten im Bestand und in Bundesliegenschaften überhaupt Anwendung finden weiß ich nicht aber ggf. kann man, falls erforderlich, das bei Bedarf per Gesetz schnell ändern.
Bei containerisierten Lösungen o.ä. gäbe es noch weniger Schwierigkeiten, da dies keine ortsfesten Gebäude i.e.S. sind (@TW: ich habe wohl verstanden, daß es sich um massive Bauten handeln soll).
Vielleich werden jetzt auch im großen Maßstab Prefab- bzw. „gedruckte“ Strukturen verwendet ? Wobei: ich bin nach wie vor für eine modulare Lösung, ich hatte ja vor einiger Zeit hierzu ein paar Verweise eingestellt.
@Helmut Rudolf Kowanz sagt:
08.10.2025 um 6:37 Uhr
„Standardisierte neue Unterkünfte ohne verpflichtende Schutzräume sind ein absoluter, verantwortungsloser Fehler.“
Es ist eine Risikoabwägung – kein Fehler. Wirkung geht vor Deckung.
Will sagen – es ist besser schnell Unterkünfte zu beschaffen und einen Aufwuchs der Streitkräfte zu gewährleisten als jetzt noch X Jahre zu warten bis man an den Standorten die Genehmigungen hat um auch noch Schutzräume (die ja gewöhnlich auch unterirdisch stattfinden) bauen zu können.
Ja – Schutzräume können Truppe schützen. Aber um das zu können braucht es auch erstmal Truppe. Fangen wir doch erstmal vorne an….
@Sanierung bestehender Kasernen:
Erfahrungen mit öffentlichen Gebäuden (z.B. Schulen, Verwaltung) und im privaten Bereich zeigen, daß Sanierung kaum schneller gehen, da dort meist unvorhergesehene Situationen auftreten, die Entscheidungen und/oder Umplanungen erfordern, was Zeit und Geld kostet. Man vergißt leicht, daß sich die Anforderungen 2025 deutlich von denen 1995 unterscheiden (z.B. Elektrik, IT)
Daher kann die Entscheidung zwischen einer 1965 errichteten Kaserne, die seit 10 Jahren leer steht und einem Typenbau locker zu Gunsten letzterem ausfallen.
Ich wäre ein Fan davon, hier jetzt schon für die Zukunft mitzudenken, auch wenn das vermutlich dann erstmal wieder länger dauert. Schnell-Schnell fällt einem aber halt leider früher oder später dann doch wieder auf die Füsse… (so wie uns heute ja vieles aus der Vergangenheit auf die Füsse fällt). Z.B. denke ich, dass eine Vorbereitung auf Klimawandel / Extremwetter Szenarien durchaus sinnvoll ist. Wäre mMn auch insgesamt beim Zivilschutz sinnvoll, da ist Finnland z.B. ziemlich gut, da die Gerüchteweise die weitverbreiteten Bunkeranlagen auch bei Extremwetterereignissen wie Hitzewelle, Erdbeben, Starkregen, Sturm, als Rückzugsorte eingesetzt werden sollen.
Ist aber vielleicht ja ne Idee erstmal von der Stange zu planen und zu bauen, und dann in einem nächsten Schritt das zu überarbeiten und anzupassen, wobei es dann ja wieder nicht von der Stange ist, naja… Ich hoffe, dass da fähige Leute dran arbeiten.
Überlegungen, die mMn Sinn machen:
– Wie kann gehärtete Infrastruktur/Bunker integriert werden? Wäre es z.B. eine Lösung teilweise, so wie die Prepper Bunker in den USA in einer Fabrik gefertigt werden, Bunker / gehärtete Einrichtungen „von der Stange“ in einer Fabrik vorzufertigen, und dann vor Ort zu vergraben? Kann man ja vielleicht auch nachträglich dann machen, und würde dann ja auch dem Zivilschutz helfen, wenn es bereits Unternehmen gibt, die Bunker von der Stange prüfen, die dann in Gebäude (Neubauten) integriert werden können.
– Vorbereitung auch auf andere Szenarien, z.b. wie oben genannt Extremwetter, wie Hitze/Kältewellen -> angepasst / anpassbar an Klimawandel -> Wärme / Kühlräume, Hochwasser/Starkregen, Sturm)
– Offgrid-fähig & Niedrige Wartungsintensität (evtl. sogar so, dass Kräfte vor Ort, das selbst Warten können) -> EE Versorgung mit Speicher? Wärmepumpen?
– zusätzlicher Drohnenschutz (Gitter an den Fenstern?)/Explosionsschutz
Evtl. auch Erweiterung des Konzepts, dass Teile davon auch für zivile Bereiche angepasst werden können. Es gibt ja z.B. auch Bedarf für zivile Pop-Up-Einrichtungen z.B. für Geflüchtete, im pot. Kriegsfall ja sowieso für Binnenflüchtlinge, aber auch für Flüchtende aus anderen EU Staaten, oder im (längerfristigen) Katastrophenfall, z.B. Ahrtal 2.0.
Wäre so mein Wunschzettel, was da alles berücksichtigt werden sollte.
@Flo: Ja, natürlich ist das langwierig etc. Aber was hätte dagegen gesprochen im Feldlagerstil neue Standorte zu erschließen und entsprechend die ganze Baubürokratie parallel zu erledigen. Die Notwendigkeit von min. 40 neuen Standorten wurde ja schon vom Minister eingeräumt.
Und ewig grüßen die Nörgler.
Das unmittelbare Problem ist doch, dass wir gar keine Soldaten unterbringen können.
Werden hierfür nun möglichst schnelle Voraussetzungen geschaffen (Stichwort: wesentliche Leistung!), wird rumgezickt, dass es keine flächendeckende Verbunkerung mit Goldrand gibt… Quasi jedem Infanteriezug seine eigene kleine Festung, oder wie?
Ich gehe fest davon aus: Wären Bunker jetzt mit eingeplant worden, hätten vermutlich exakt die gleichen Leute hier stante pede rumgemosert, dass das so ja viel zu lange dauere und ohnehin zu teuer wäre, die kriegen nix gebacken, früher war alles besser, usw.
Wie @GolfEcho83 richtig sagt: Wirkung vor Deckung. Um die Verbunkerung kann sich immer noch dann gekümmert werden, wenn überhaupt erst einmal wieder Leute zum Wehrdienst eingezogen werden können, weil genug Unterkünfte da sind. Erst mal gehen, bevor man zu laufen versucht und nicht immer gleich die eingesprungene Sitzpirouette auf dem Balken aus dem Stand fordern.
@Metallkopf +1 Exakt meine Gedanken
Zur generellen Einordnung ein paar Infos.
– Es wird das serielle Bauen von Gebäuden geplant, sprich ein Entwurf der n-Mal gebaut wird. Wie in der Autoindustrie nur ohne Extrawünsche.
– Die Gebäude kann man grundsätzliche überall hinstellen, wenn bei der Konstruktion die für Deutschland maximalen Wind- und Schneelasten angenommen werden.
– Die Fundamente müssen halt an die lokale Tragfähigkeit des jeweiligen Bodens angepasst werden um die Lasten der Gebäude in den Untergrund abzutragen. Das kann auch schon innerhalb einer Liegenschaft variieren.
– Da es schnell gehen muss bieten sich Container-, Modul- oder Elementebauweisen an. Container halten nicht so lange, gerade wenn sie z.B. irgendwo in Küstennähe stehen sollten und schränken Gestaltungsmöglichkeiten ein. Die Modulbauweise bieten mehr Vorteile, ist aber von den Maßen her beschränkt, da man ja nicht aus jedem Transport vom Werk zur Baustelle einen Schwertransport machen will. Auch gibt es afaik nur wenige Werke für Module. Die Elementebauweise bietet in vielerlei Hinsicht die größte Flexibilität bei der Gestaltung und es gibt diverse Werke in Deutschland, welche die Elemente innerhalb von wenigen Tagen fertigen können.
– die Landesbauverordnungen der Länder unterscheiden sich zwar, aber nicht so stark, das man das nicht entsprechend hinkonstruieren könnte
Die Wiederinbetriebnahme von vorhandenen Gebäude wird zu min. 90% länger dauern weil:
– individuell je Gebäude der Zustand aufgenommen werden muss
– eine Schadstoffbelastung ermittelt werden muss samt ggf. anschl. teurer Sanierung
– individuelle Planung für den Umbau (vierer Zimmer) und der Renovierung (Kostentreiber Denkmalschutz?)
– ggf. individueller Antrag der Nutzungsänderung
– individuelle Ausschreibung für jedes Gebäude
Schutzbauten sind richtig teuer und planungsaufwändig. Da wir ja nun endlich mal Geschwindigkeit in die Infra-Projekte bringen wollen müssen die später oder gar nicht kommen.
Ich hoffe ich konnte ein wenig Klarheit schaffen, auch wenn ich verstehen kann, dass manch einer gerne wieder in „seinem“ Kasernenschlösschen stationiert sein möchte. ;-)
Jeder der bei der Bundeswehr im Dienst war und deren Strukturen kennt, weiß, dass 1.) man dort für nahezu jede Situation vorbereitet ist 2.) es für nahezu alles entsprechende Vorschriften gibt und 3.) die Zweckmäßigkeit im Vordergrund steht und 4.) sowas ganz schnell umgesetzt werden kann. Da brauchen wir keine Bunker- Gebäude- oder Ausbildermangeldiskussion führen, das sind meiner Meinung nach durchschaubare Verzögerungsmanöver, mehr nicht.
[Satire bitte kennzeichnen. Danke. T.W.]
@ReservistTH, auch ein neuer Standort im Feldlagerstil wird entsprechende Infrastruktur benötigen. So eine Kaserne ohne Zaun, (Ab)Wasser und Strom aus’m Generator dürfte keiner Seite gefallen.
@Markus Cinar, dann viel Spaß bei der Suche nach Flächen in Ballungsräumen. Und ob das am Ende wirklich so viel attraktiver wird wenn zwar die Kaserne vermeintlich attraktiv liegt aber man regelmäßig auswärts übernachten muss weil die Übungsflächen so weit weg sind das es sich nur lohnt hinzufahren wenn man mindestens für eine Nacht bleibt?
@Marcus @TW
Ich sehe hier allerdings einmal den Willen tatsächlich etwas zu bewegen zumal auch das Ergebnis meßbar ist. Und Unterkünfte für 40.000 Sdt zusätzlich zeigt wohin die Reise geht, und das sind ja nur die kasernenpflichtigen.
Vonovia hat sich bereits angeboten Soldatenwohnungen (für Heimschläfer – ?) zu bewirtschaften.
Allen, die die fehlenden Bw50-Schutzbauten bemängeln, möchte ich folgende Gedächtnisübung empfehlen: Wann haben Sie das letzte Mal einen entsprechenden Raum gesehen, der mit Pritschen ausgestattet war, über eine funktionierende Schutzbelüftung verfügte und in dem kein Wasser stand?
Ich sehe hier keine Satire Thomas Wiegold, warum auch? Zudem stimme ich hier Thomas Melber zu, man zeigt hier den Willen das man etwas bewegen will, und gerade das sollte man dem BMVG und dessen Hausleitung vielleicht auch mal zu gute halten. Und auch wenn dies viele wieder für Satire halten sollten oder lächerlich finden, aber ich behaupte mal wenn es darauf ankommt wird das Ganze (Unterkünfte, Ausbildung etc.) auch funktionieren.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt:
07.10.2025 um 20:40 Uhr
Die bergische Kaserne war als Standort nicht gerade günstig. Man wollte da kein Geld mehr reinstecken. Daher wurden die Einheiten ein Stück weiter nach Hilden verlegt. Das Gelände sollte dann an einen Immobilienentwickler verscherbelt werden. Aber daraus wurde nie etwas und der Leerstand hat den Gebäuden teils stark zugesetzt.
Natürlich ist Düsseldorf als Standort attraktiver als irgendeine Kleinstadt im Nirgendwo, aber diese Kaserne wird bis zu einer möglichen Reaktivierung viel Zeit und Geld kosten. Der Denkmalschutz in diesem Land ist ein Irrsinn. Und die Lokalpolitik müsste das auch erstmal akzeptieren und sich nicht wieder mit Bürgerinitiativen verbünden.
Der Neubau mit Fertigteilen geht da bedeutend schneller. Da braucht es keine Bestandsaufnahme der Bausubstanz, keine Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Keine Entkernung oder Teilabriss der Gebäude. Es braucht auch keine Um- oder Neuplanung nach unangenehmen Überraschungen; die mit der Zeit auftauchen würden. Sind die Gebäude einmal technisch bemustert, kann man sie auch schneller durch die Planungs- und Baugenehmigungsverfahren bringen.
Man muss aber auch sagen, wer einen Wehrdienst will, der muss die jungen Leute auch irgendwo mustern.
Die meisten dieser Kasernen in urbanen Gegenden wurden schon alle abgerissen und als Bauland verscherbelt.
Eine Standortfrage stellt sich da so oder so.
Die Personalfrage stellt sich aber auch. Südkoreas Streitkräfte sind in 6 Jahren um 110.000 Mann geschrumpft. Die Prognose sagt einen weiteren Abwärtstrend voraus. Die Geburtenrate ist halt extrem niedrig.
Bei uns sieht es nicht so viel besser aus, aber es wird so getan, als gäbe es diese Probleme gar nicht. Und wenn dann der Wehrdienst der Wirtschaft die Azubis streitig macht, dreht der politische Wind vielleicht wieder sehr schnell.
Der Aufwuchsplan sollte besser ein paar Zwischenziele haben und sich an den potenziellen Wehrdienstleistenden und späteren (Zeit-)Soldaten orientieren. Wir müssen mit dem arbeiten was da ist.
Und der Standort muss irgendwie halbwegs attraktiv sein und dort dann auch zu mustern wäre auch nicht verkehrt.
@SvD: Merkwürdiger Weise hat das mit der Wirtschaft irgendwie ja auch nicht so dolle funktioniert, als die Wehrpflicht ausgesetzt wurde. Allenfalls hat es dazu geführt, dass die Wirtschaft sich zurückgelehnt hat und gemeint hat, die nun vielen, vielen jungen Menschen, die nicht mehr zum Kommiß eingezogen wurden, noch mehr am Berufsanfang ausbeuten zu können, als zuvor.
Ein grundlegender Wehrdienst, der in seiner Dauer nicht übermäßig ausartet und ggf. freiwillig länger Wehrdienstleistende generiert, wird nicht der Sargnagel der deutschen Wirtschaft sein. Im Augenblick haben wir ohnehin bereits einen an Fachkräften sehr knappen Arbeitsmarkt und der Unternehmer, der sich fragt, warum er denn keine kompetenten Leute bekommt, obwohl er doch sogar einen Obstkorb in der Firma aufgestellt hat, kann sich natürlich dann auch boomermäßig beim Verteidigungsminister beschweren. Aber damit lügt er sich dann auch nur selbst ins Täschlein… Von daher hält sich angesichts einer m.E. objektiv gegebenen Notwendigkeit der Reaktivierung der Wehrpflicht in angemessener Form mein Mitleid mit „der Wirtschaft“ in engen Grenzen.
Ich glaube zudem, dass gewisse positive gesellschaftliche Nebenfolgen eines Wehrdienstes eher die Qualität der Arbeitskräfte, die hinterher am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, verbessern wird, was die durchschnittliche Resilienz und Belastbarkeit von Berufsanfängern angeht. Fragen Sie beim Handwerk doch mal nach, was da für Azubis (die meisten mit Abitur!) aufschlagen, was die so können (und was nicht!), und wie die auf die kleinsten Widrigkeiten im Alltag so reagieren und was für Ansprüche da angemeldet werden…
Ich bin weit davon weg, das Militär als „Schule der Nation“ wieder etablieren zu wollen, aber es dürfte historisch unbestritten sein, dass sowohl für den Dienst in der Bundeswehr aber natürlich auch für den geleisteten Ersatzdienst bei zivilen Trägern den solcherart in Anspruch genommenen jungen Menschen – und ja, vor allen bei Männern – durchaus auch eine gewisse Förderung des individuellen, Reifeprozesses festgestellt werden konnte, jedenfalls im durchschnittlichen Mittel.
Etwas gemeinsam mit anderen erreicht zu haben, Teil einer Gemeinschaft (gewesen) zu sein – und sei es auch dem Grunde nach unfreiwillig – hat durchaus auch einen gewissen charakterbildenden Effekt. Insbesondere dann, wenn man nicht bloß sinnlos den Wald gefegt, sondern zu etwas beigetragen hat. Und dazu gehört auch die Sicherheit und die Verteidigung dieses Landes im Angesicht völkerrechtswidriger Aggression durch totalitäre Regimes wie das von Putin.
@Metallkopf:
Die Aussetzung von Wehrdienst und damit verbunden Zivildienst ging bundesländerübergreifend (auf jeden Fall in NRW) einher mit einer Verkürzung der Gymnasialschulzeit von 9 und 8 Jahre. Dadurch startete nicht mehr der 18/19jährige Abiturient nach ca. 1 Jahr Wehrdienst/Zivildienst mit 19/20 Jahren in Ausbildung oder Studium, sondern der teilweise 17jährige Abiturient konnte/musste überlegen, wie es nun im Leben weitergeht, da Wehrdienst/Zivildienst abgeschafft waren. Was haben viele junge Menschen gemacht? Sie haben FREIWILLIG ein FSJ/BFD-Jahr absolviert (sicherlich aus verschiedensten Motiven). Damit steht die nicht neue Frage im Raum, ob der Staat den jungen Menschen per Wehrdienst/Zivildienst die „Pflicht“ zum individuellen Reifeprozess verordnet, oder ob man jungen Menschen selber überlässt, wie sie ihren individuellen Reifeprozess gestalten: FSJ, BFD, Jahr ins Ausland, oder eben 1-2 Jahre bei der Bundeswehr, was künftig immerhin sehr ordentlich bezahlt wird.
(PS: Mir ist bewusst, dass bei 15/16jährigen, die mit dem ersten Schulabschluss/Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss/Realschulabschluss die Schule verlassen, die Lebenssituation und Lebensperspektive sich vielleicht etwas anders darstellt als bei Abiturienten.)
Ihre Aussagen zur Resilienz und Belastbarkeit von Berufsanfängern entsprechen vermutlich leider der Realität, aber ob da ein verpflichtender Wehrdienst wirklich weiterhilft? (Offene Frage, auf die ich selber keine Antwort habe…)
@Schlammzone: +1. Ich wollte genau so einen Kommentar schreiben – allerdings mit weniger Sachverstand.
Und was die optimalen Standorte anbelangt, so wird die Bundeswehr mit Sicherheit eine Prioritätenliste mit 270 Positionen aufstellen, die dann von oben nach unten abgearbeitet wird.
Sollten die Gebäude schneller realisiert werden, als se sich mit neuen Rekruten füllen, so schaffen sie an den Standorten eventuell Spielraum dafür, notwendige und/oder sinnvolle Sanierungen an den Bestandgebäuden der Kaserne anzugehen.
Was die Schutzräume anbelangt, so denke ich, dass die Diskussion von den neuen Kompaniegebäuden losgelöst geführt werden sollte. Sinnvoll ist natürlich für jeden Kasernen-Standort das entsprechende Schutzkonzept grundsätzlich regelmäßig zu aktualisieren und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Das kann natürlich auch die Einrichtung von neuen Schutzräumen an geeigneter Position auf dem Gelände beinhalten.
@Metallkopf sagt: 09.10.2025 um 7:22 Uhr
Volle Zustimmung.
„Fragen Sie beim Handwerk doch mal nach, was da für Azubis (die meisten mit Abitur!) aufschlagen, was die so können (und was nicht!), und wie die auf die kleinsten Widrigkeiten im Alltag so reagieren und was für Ansprüche da angemeldet werden…“
Da brauchen Sie gar nicht so weit zu schauen. Sehen Sie sich einfach mal die Gründe an, aus denen Rekruten in der Probezeit kündigen und die Bundeswehr wieder verlassen. Da fasst man sich an den Kopf. Kleiner Hinweis, am Geld liegt es nicht…
Und im Gegensatz zu den Streitkräften nimmt der Handwerker bei fehlenden Fachkräften weniger Aufträge an und die Wartezeiten zur Erledigung werden länger.
Also ich denke nicht, dass man heute wirklich einen Boncker im Kasernengebäude braucht.
Mit Flächenbombardements ist nicht zu rechnen und bei einem Direkttreffer einer ballistischen Rakete nützt auch ein normaler Schutzraum nichts. Von ABC-Waffen ganz zu schweigen.
Gegen Splitterwirkung sollte der Keller reichen und falls wirklich die Iskanders kommen hat man hoffentlich genug Vorwarnzeit um alle in einen zentralen Schutzraum zu bekommen.
Eine Bedrohung durch massiven Angriffe mit Kurzstreckenraketen wie in Israel durch Hamas und Hisbollah ist für Deutschland allein durch Geographie wohl ausgeschlossen
In der Militärgeschichtlichen Sammlung der Schweppermann-Kaserne zu Kümmersbruck findet man am Eingang eine Tafel die Verrät: Unsere Kaserne, Bauplanung 1957, Baubeginn 1958, Baufertigstellung 1960…..da war ich einigermaßen baff!
„Kasernen von der Stange“ „Wirkung vor Deckung“ …da ist die Mutti doch beruhigt, wenn sie ihren Sohnemann zur Bundeswehr entlässt und weiß, es ist für alles und insbesondere seine Sicherheit bestens gesorgt!
Jetzt will man junge Menschen mit nichts davon überzeugen sich doch einer Bundeswehr zuzuwenden, der es noch auf Jahre an dem Nötigsten fehlen wird um dann (oh Wunder) nach einem Jahr zu konstatieren, tja, freiwillig hat nicht geklappt, trotz Taschengeld von 2000€ und …tja, es hat jedenfalls nicht geklappt, trotz der attraktivsten Bundeswehr aller Zeiten…daher müssen wir nun – schweren Herzens- die Wehrpflicht wieder einführen.
@Neu krank sagt:
09.10.2025 um 13:32 Uhr
„„Kasernen von der Stange“ „Wirkung vor Deckung“ …da ist die Mutti doch beruhigt, wenn sie ihren Sohnemann zur Bundeswehr entlässt und weiß, es ist für alles und insbesondere seine Sicherheit bestens gesorgt! [….]“
Ja, Wirkung vor Deckung. Ist ein altbekanntes militärisches Prinzip. Ob Mutti da beruhigt ist oder nicht. Für die Bunkerfraktion: Im Spannungs- oder gar Verteidigungsfall wird die Truppe disloziert. Mag jetzt erschreckend sein, aber eine Armee wartet nicht in der Kaserne bis der Gegner vor der Tür steht. Außer: die Kaserne ist Teil einer Festung. Dann haben wir aber eine ganz andere Situation.
Schutzräume sind toll – und sollten wir auch prinzipiell haben – nur sie haben einfach keine Priorität.
Lasst uns doch erstmal Kasernen bauen. Das wäre toll.
Und vorm Schutzraum sehe ich dann da noch Bedarf bei Schleppdächern, Inst-Hallen, Turnhalle usw. usf.
Wegen mir können wir aber gerne standardisierte Infanteriebunker in Serie fertigen und die an der Ostflanke verteilen (das war jetzt Ironie – die Geschichte zeigt: funktioniert auch nicht)
Wenn man Probleme hat, Nachwuchs zu gewinnen, sollte man von 4-Bett-Stuben absehen.
Etwas Privatsphäre schadet nicht.
Ich ahne schon, welche Reaktionen hier gleich kommen werden…
@Der Realist sagt: 09.10.2025 um 17:13 Uhr
Es wäre schon mal toll, wenn überhaupt jeder Soldat sein eigenes Bett hat. Und das sich noch in neuwertigen und modernen Blöcken. Das ist momentan nicht der Fall.
Da ist die 4-Mann-Stube dann kein Problem. Die anderen Unterbringungskonzepte wie z.B. Stube 2000 und wie der Bums sonst noch hieß haben doch nicht einen Bewerber mehr gebracht. Aber das ist jetzt schon wieder die Diskussion um die Goldrandlösung. Wollen wir nicht.
„Wirkung vor Deckung“, so so. Mal gucken, wie das auf dem gläsernen Gefechtsfeld so läuft. Oder das Dislozieren von Truppe im urbanisierten Europa. Klingt nach viel Bewegung für meine Begriffe, könnte ungemütlich werden. Ich bin sicher, die Armeen von deutschen Flagg- und Stabsoffizieren haben das alles schon durchdacht.
Wohlmöglich wartet die Antwortet auch hinter dem nächsten mechanisierten Durchbruch?
Auf strategischer Ebene ist natürlich vollumfängloch zuzustimmen, „Wirkung vor Deckung“, die Spezialität der deutschen Sicherheitspolitik, ein Klassiker.
Natürlich, natürlich, irgendwo fängt jeder an. Die einen kaufen Langstreckenraketen, die anderen Fertigbaukasernen. Denn es gilt: Ohne Armee, keine Kekse, nicht wahr?
Man wird sehen, was die Zeit bringt. Auf jeden Fall ist der Fuß im Stiefel. jetzt muss man halt sehen, ob er langfristig hält, was er verspricht.
Ich stehe voll hinter der Bundeswehr. Und ich finde es richtig wenn wir unsere Verteidigungsfähigkeit wieder herstellen und optimieren. Frieden schaffen ohne Waffen war noch nie meine Überzeugung. Diesen Unfug aus der Merkel Ära viele wichtige Standorte zu schließen, hat mich auf vielen Presseterminen immer nachdenklich gemacht. Wie kann man ALLE A400M an einem Standort zusammen ziehen? Im Vorgriff der Wiedergutmachung sollte das in Europa eingefrorene Vermögen des Verursachers (Russland) verwendet werden, um die Kosten der Selbstverteidigung zu stemmen. Russland muss Reparationen leisten gegenüber der Ukraine und allen durch diesen Krieg belasteten Länder. Meine Tochter ist 20 und mein Sohn wird in diesem Jahr 18 Jahre jung. Mögen beide wie ich (geb. 1964) ein Leben ohne Krieg haben!
@Realist:
Ihr Name verkommt immer mehr zur unfreiwilligen Realsatire. Was fehlt denn noch? Feldküche à la carte? Jedem einen eigenen Lakaien zum Stiefelputzen und Zeltaufbau im Biwak? Und natürlich alles ABC-sicher verbunkert. Überall. Klingt ein bißchen wie Hoxhas Albanien auf Amphetaminen…
[So, die persönliche Auseinandersetzung in diesem Ton beenden wir damit unverzüglich. T.W.]
@bodo schulz sagt: 10.10.2025 um 0:27 Uhr
„Mögen beide wie ich (geb. 1964) ein Leben ohne Krieg haben!“
Den Satz müssten Sie ergänzen um „auf deutschem Boden“. Hier hatten wir tatsächlich keinen Krieg, wenn man hybride Konflikte, Cyberattacken etc. nicht mitzählt.
Ansonsten bin ich nur wenig jünger als Sie. Und ich hatte in den letzten 35 Jahren mehr als genug Krieg und bewaffnete Konflikte, auch in Europa. Ich finde nicht, das ich ein Leben ohne Krieg gehabt habe.
Falls vom Hausherrn schon genannt… sorry…
Die zentrale Vergabeaufsicht für dieses Großprojekt liegt wohl bei der BLB NRW…
https://www.finanzverwaltung.nrw.de/uebersicht-rubrik-aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/nordrhein-westfalen-vergibt-grossauftrag
Und „G-CAP Inland“ sieht nun einmal keine Schutzbauten vor…
Warum sich darüber den Kopf zerbrechen…
Projekt „G-CAP Inland“:
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/infrastruktur-umweltschutz-und-dienstleistungen/aktuelles/erfolgsmodell-g-cap-inland-5985438
Und das Ganze so schnell wie möglich…