US-Präsident und Kriegsminister schwören Militär auf neue Richtung ein (Update)
Von den Reden von US-Präsident Donald Trump und von Kriegsminister (offizielle Bezeichnung) Pete Hegseth vor den versammelten Generalen und Admiralen der US-Streitkräfte gibt es noch kein Transkript – aber was bislang davon bekannt wurde, lässt erschrecken: President Tells Top Brass U.S. Cities Should Be Military ‘Training Grounds’, berichtet zum Beispiel die New York Times. Und absehbar scheint, dass der Kurs gegen Schwarze und Frauen im Militär fortgesetzt wird.
Die Rede des Kriegsministers gibt es schon komplett:
Update 1: Die Rede von Hegseth liegt jetzt im Transkript vor, einige Schwerpunkte:
Good morning and welcome to the War Department because the era of the Department of Defense is over. You see, the motto of my first platoon was those who long for peace must prepare for war. This is, of course, not a new idea. This crowd knows that. (…)
From this moment forward, the only mission of the newly restored Department of War is this: warfighting, preparing for war and preparing to win, unrelenting and uncompromising in that pursuit not because we want war, no one here wants war, but it’s because we love peace. We love peace for our fellow citizens. They deserve peace, and they rightfully expect us to deliver.
Our number one job, of course, is to be strong so that we can prevent war in the first place. The president talks about it all the time. It’s called peace through strength. And as history teaches us, the only people who actually deserve peace are those who are willing to wage war to defend it.
That’s why pacifism is so naive and dangerous. It ignores human nature and it ignores human history. Either you protect your people and your sovereignty or you will be subservient to something or someone. It’s a truth as old as time. (…)
Another way to put it is peace through strength brought to you by the warrior ethos, and we are restoring both. As President Trump has said, and he’s right, we have the strongest, most powerful, most lethal and most prepared military on the planet. That is true, full stop. Nobody can touch us. It’s not even close. (…)
This speech today — as I drink my coffee, this speech today is about people and it’s about culture. The topic today is about the nature of ourselves, because no plan, no program, no reform, no formation will ultimately succeed unless we have the right people and the right culture at the War Department. (…)
Our warfighters are entitled to be led by the best and most capable leaders. That is who we need you all to be. Even then, in combat, even if you do everything right, you may still lose people because the enemy always gets a vote. We have a sacred duty to ensure that our warriors are led by the most capable and qualified combat leaders. This is one thing you and I can control, and we owe it to the force to deliver.
For too long, we have simply not done that. The military has been forced by foolish and reckless politicians to focus on the wrong things. In many ways, this speech is about fixing decades of decay, some of it obvious, some of it hidden, or as the chairman has put it, we are clearing out the debris, removing the distractions, clearing the way for leaders to be leaders. You might say we’re ending the war on warriors. I heard someone wrote a book about that.
For too long, we’ve promoted too many uniformed leaders for the wrong reasons, based on their race, based on gender quotas, based on historic so-called firsts. We’ve pretended that combat arms and non-combat arms are the same thing. We’ve weeded out so-called toxic leaders under the guise of double blind psychology assessments, promoting risk averse go along to get along conformists instead. You name it, the department did it.
Foolish and reckless political leaders set the wrong compass heading and we lost our way. We became the woke department. But not anymore. Right now, I’m looking out at a sea of Americans who made a choice when they were young men and young women to do something most Americans will not, to serve something greater than yourself, to fight for God and country, for freedom and the Constitution.
(Die Sicherungskopie der Rede hier:
20250930_Hegseth_Flag_officer_speech)
Zusammen mit der Rede und dem neuen Kurs, angeblich verweichlichte Streitkräfte auf die Richtung der neuen Führung auszurichten, wurden mehrere neue Vorschriften erlassen. Unter anderem geht es um neue Fitness-Tests, die – wie vom Minister angekündigt – nach Kampftruppen und anderen unterscheiden und vor allem nicht mehr gender-neutral sein sollen.
Die Rede von Trump im Video:
Die Analyse der New York Times:
A Novice Defense Secretary Lectures the Brass on What It Takes to Win
Nachtrag: Ein Leser weist mich darauf hin (vielen Dank!), dass es sowohl Hegseth‘ als auch Trumps Reden hier im Transkript zum Nachlesen gibt:
https://www.rev.com/transcripts/hegseth-and-trump-address-to-military
(Foto: Secretary of War Pete Hegseth delivers remarks during a War Department Address at Marine Corps Base Quantico, Va., Sept. 30, 2025 – DoW photo by U.S. Navy Petty Officer 2nd Class Aiko Bongolan)
Absolut ungewöhnlicher Vorgang.
Bekannt war im Vorfeld schon das 20% der höchsten Führungsebene „reduziert“ werden sollen.
Es wird mit Sicherheit die „unliebsamsten“ Generäle oder Admiräle treffen.
Dazu sollte man sich auch ins Gedächtnis rufen das die Trump-Administration in einer Sache immer sehr klar war ( im Gegensatz zu vielen anderen politischen Aussagen ):
Andere als die traditionellen Geschlechterrollen ?
Nicht mit uns.
Zudem sei „affirmative action“ ein Irrweg der beendet werden müsse, insbes. die Förderung von Gruppen wie „people of colour“ bspw. bei der Uni-Bewerbung.
Soll heissen:
Keine LBGTQ im Militär.
Keine explizite Förderung von Gruppen im Sinne der affirmative action.
Frauen und andere Hautfarben als weiss können aber zugelassen werden.
Alles andere geht gar nicht. Das gilt für alle Dienstgrade.
Wer sich ganz oben dagegen stellt wird zu den 20% gehören…
( Auch da sich das Verteidigungsministerium jetzt Kriegsministerium nennt gab es im Vorfeld der Rede noch andere Bedenken, auch bezugnehmend auf ähnliche „Meetings“ im 3. Reich, ist natürlich Unsinn ).
Ich bin extrem gespannt wie die ausländische Presse die Situation bewertet…
Und ich dachte der Film „Ausnahmezustand“, 1998, mit Bruce Willis wäre Sciene Fiction. Jetzt wird das so ähnlich tatsächlich Wirklichkeit. Und wie zufällig sind das alles demokratische Städte in denen nun das Militär zu Einsatz kommt. Und die Demokratische Partei, weit und breit nichts mehr zu sehen. Das lässt nichts Gutes ahnen.
Der Faschist lässt die Maske fallen. Noch ein Jahr bis zur Midterm da muss er Fakten schaffen.
Und alle machen mit.
Man wird sehen was von dieser Show übrig bleibt. Die Richtlinien von Hegseth sind zu konkret für den erforderlichen strategischen Input in einem Top-Down-Prozess und zu wenig konkret, um sie direkt zu operationalisieren. Wir wissen auch nicht, was in den internen Richtlinien steht. Möglicherweise etwas ganz anderes oder es gibt schlicht keine. Wahrscheinlich wird erst einmal Verwirrung und Unsicherheit entstehen. Insgesamt sollte man diese Veranstaltung und den verordneten Kulturwechsel nicht überbewerten (Organisationskulturen ändern sich nicht plötzlich durch Anweisung). Anders als Hegseth behauptet, sind die USA nicht wegen der Muskelmasse ihrer Soldaten ein geopolitisches Schwergewicht geworden, sondern wegen ihrer militärischen Projektionsfähigkeiten und wirtschaftlichen Stärke. Fitness-, Haar, und Barterlasse sind dafür nur von geringer Bedeutung, genauso wie das Ego des „Secretary of War“.
Wow, das ist mal ne Rede!
Wer nicht 2 Dutzend Flaggen im Wind flattern sieht und im Vordergrund Jack Nicholson aka Colonel Jessup aus „A few good men“, dem kann man nicht helfen. In der Rede ist soviel Testosteron, dass es schon knistert.
Im Ernst, er hat ein paar Punkte, die man nicht von der Hand weisen kann:
Da muss man ihm wohl Recht geben. Diese Haltung ist bei den Amerikanern teilweise schon in Vergessenheit geraten – wir Deutschen müssen diese Haltung erst wieder lernen.
Und auch das Thema Fitness, ist nachvollziehbar.
Ein MG wird nicht leichter, nur weil ein HFw mit Plauze es trägt und eine Gruppe ist nur so schnell, wie das langsamste Mitglied.
Mein Tipp: Würde man alle Soldaten entlassen, die es nicht schaffen einen Cooper-Test und das Sportabzeichen binnen 2 Monaten vorzuweisen – der Wasserkopf hätte sich erledigt.
Gleichzeitig kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen:
Sich über Opportunisten zmokieren und gleichzeitig nur die eigenen zu fördern – das ist schon Zynismus auf einem besonderen Level.
Was bleibt?
Das Militär soll wieder die Macho-Schmiede mit (überzogenem) Korpsgeist werden, das das Militär nicht mehr sein wollte; nicht zuletzt, um auch für neue Bevölkerungsgruppen attraktiver zu werden.
Ob dies nicht eher ein Bärendienst, denn eine Motivation sein wird, wird sich zeigen.
Eins ist klar: Wir brauchen mehr Popcorn, denn das wird noch sehr spannend.
„Liebmann-Aufzeichnung“ 2.0 Made in USA. Der größenwahnsinnige Böhmische Gefreite rief seine Generale bereit eine knappe halbe Woche nach Amtsantritt zusammen um seine Militärische Agenda zu verkünden.
Und auch an diesem 3.2.33 saßen die hohen Herren da… lauschten den Ausführungen und waren Gehorsam.
Interessant die Kommentare rein zu der rednerischen Leistung und der Form der Präsentation, z. B. von Ward Carrol ( Autor, Youtuber und Ex-Marineflieger ).
Es ist die Rede von 800 (!) Personen im Saal. Das sind mehr als es Generäle und Admiräle in den US Streitkräften gibt ( max. ca. 660 ). Im Raum herrschte meist unheimliche Stille.
Ich vermute so etwas gab es noch nicht…
Der Auftritt des Kriegsministers wurde ausdrücklich gelobt, der vom Präsidenten stark getadelt.
Trump machte Witze bspw. könnte jeder der nicht der auf der Bühne vertretenen Meinung sei gerne den Raum verlassen. Natürlich würde er dann gefeuert werden…
Die Androhung von Hegseth die Fitness- und Gewichtsregeln gelten auch für „fette Generäle“ öffnet natürlich wilkürlichen Entlassungen Tür und Tor. Gilt dann natürlich nicht für die Linientreuen…
Begonnen die Säuberung hat („Yoda, Krieg-der-Sterne“)
10 Prozent davon und vor allem 10 Prozent tatsächlich umgesetzt im BMVG wäre der Gamechanger.
Sagt ein Anti Trumpist.
Aber Pistorius pseudo Ansagen ohne Umsetzung sind leider mittlerweile überflüssig.
Wirklich beängstigend, diese Mischung aus offensichtlich zutreffenden Punkten neben Behauptungen, die man nur als ideologisch bezeichnen kann; der Euphemismus „apolitisch“ für Streitkräfte ohne eigene Meinung und komplett auf Linie der Regierung; das Ausmaß – selbst für amerikanische Verhältnisse – der Heroisierung des Soldaten (generisches Maskulinum in diesem Fall sicher angebracht), die Betonung und Bedeutung von In-group und out-group. Immer wieder gespickt mit „ist ja alles Common Sense“, übersetzt: jede abweichende Meinung ist nicht relevant.
Ich kann jeden verstehen, der Parallelen zu faschistischen Regimes zieht.
Das SWInstBw könnte ja die einzelnen Punkte der Rede von Hegseth (und ggf. von Trump, wenn es da etwas zur Sache gibt) in einen Fragebogen gießen und einmal der Truppe zur Bewertung vorlegen..
Auf das Ergebnis wäre ich gespannt.
Nicht meine Entdeckung, aber ganz interessant.
Die Position von Hegseth und Trump vor der US Flagge entspricht in etwa der von George C. Scott im Film ‚Patton‘.
Wenn Trump das durchzieht, werden die USA in einen Bürgerkrieg laufen.
Bin gespannt, ob ihm die Mehrheit der Flaggoffiziere auf diesem Weg folgt oder (zumindest) passiven Widerstand leistet.
Dieser egomanische Präsident, der für sich den Friedensnobelpreis ersehnt, ist nicht nur eine Gefahr für die ganze (westliche) Welt sondern für die Demokratie im eigenen Land.
Mich hat gewundert, dass man diesen Auftritt im ÖRR kaum gebracht hat.
@Teetrinker sagt:
30.09.2025 um 21:34 Uhr
„Wir wissen auch nicht, was in den internen Richtlinien steht.
Möglicherweise etwas ganz anderes oder es gibt schlicht keine.“
Die neuen Vorgaben hat Herr Wiegold doch oben verlinkt. : „…mehrere neue Vorschriften erlassen…“
Und diese 23 Seiten sind kein „Wir schauen erst mal…“ , sondern klare Weisungen (Befehle) zur Umsetzung – sofort.
Beispiel:
„Military education and training must equip our warfighters with the physical and cognitive skills and experiential instruction required to execute our strategy and meet the high standards required to succeed in combat. To achieve these objectives, I direct the following actions within 60 days of this memorandum:“
„Militärische Ausbildung und Training müssen unsere Soldaten mit den physischen und kognitiven Fähigkeiten sowie der erforderlichen Erfahrung ausstatten, um unsere Strategie umzusetzen und die hohen Standards zu erfüllen, die für den Erfolg im Kampf erforderlich sind. Um diese Ziele zu erreichen, weise ich innerhalb von 60 Tagen nach diesem Memorandum die folgenden Maßnahmen an:“
Weise ich an … innerhalb 60 Tagen…
Der erzkonservative Kurs der Regierung Trump wird nun auch in das Militär getragen…
… unter dem Deckmantel der Rückerlangung vermeintlich verloren gegangener militärischer Tugenden.
Die Demokratie – mit unseren Werten – wird nun auch hier beerdigt.
Ich habe mir die vollständige Rede von Hegseth angehört und konnte darin keine Äußerungen entdecken, aus der hervorgehen würde, dass ein „Kurs gegen Schwarze und Frauen im Militär fortgesetzt wird“ oder überhaupt existiert.
Hegseth hat vielmehr betont, dass Streitkräfte in erster Linie dazu tauglich sein müssen, notfalls Krieg gegen äußere Bedrohungen zu führen, und dass Soldaten daher hohe Standards erfüllen und nach dem Leistungsprinzip ausgewählt und befördert werden sollen. Den afroamerikanischen General Colin Powell erwähnte er dabei als ein militärisches Vorbild und Beispiel für exzellentes Soldatentum.
Dass alle Soldaten künftig den gleichen hohen Standards genügen müssen und Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit keine Rolle mehr spielen sollen, ist doch das exakte Gegenteil der Darstellung, dass „Schwarze und Frauen“ nun benachteiligt würden.
Eine solche konsequente Orientierung an Kriegstüchtigkeit und Leistungsprinzip würde ich mir auch für die Bundeswehr wünschen.
@Küstengang01
Sollen sie denn öffentlich rebellieren ?
Ich finde diese 1933 Vergleiche langsam aber sicher enervierend … Was tun außerdem deutsche Generale oder was taten sie jahrelang nicht ? War da nicht auch noch was mit Primat und Politik ? Warum also mit zweierlei Maß messen ? Auch der POTUS hat Anspruch auf Gehorsam ob man ihn mag oder nicht !
Nur zur Erinnerung …
Und ich empfehle den ICE-Bashern mal einige andere ausländische Medien zu konsumieren ob der Lage in den demokratischen Städten … was dort mitunter zugeht ist zum Haare raufen und ich verlinke hier nichts denn das kann man selber aufrufen über Tubenkanäle oder Presseberichte …
Mir schaudert – diesmal nicht wie üblich / konstant vor Putin, sondern vor unseren bis dato engsten Verbündeten.
Zum POTUS-Teil der Veranstaltung:
Wie geht man als General damit um? Reicht man jetzt (vielleicht sogar massenweise?) seinen Rücktritt ein, weil man da bei einem beabsichtigten Bürgerkrieg nicht instrumentalisiert werden will – oder bleibt, aber geht in den (wie auch immer zu gestaltenden) Widerstand? Wie ist eigentlich ein US-General versorgt, wenn er geht? Haben die einen “einstweiligen Ruhestand” wie wir.?
Wenn man das alles abgleicht mit der ADP 6-22 “Army Leadership and the Profession”, dann dürften da zumindest “kognitive Dissonanzen” entstehen…
Sec Of War Teil der Veranstaltung:
War schon immer so: “Jeder setzt da den Schwerpunkt, wo er Ahnung hat!” Wer außer physischer Fitness fachlich nichts drauf hat: für den ist eben Sport das wichtigste. Und dazu kommt noch verstärkend: “Wer gar nichts kann, kann Anzug.” :-) Damit haben sich schon immer inkompetente Führungskräfte entlarvt.
Ich würde viel darum geben in den Kaffepausen und bei den Rückreisen Mäuschen zu sein und zu hören, was die Generale / Admirale nach der “Stille im Raum” so unter 4-8 Augen besprechen. Alpha-Tiere mögen in der Regel keinen “Schlag in’s Gesicht” vor der Front. Das Ganze war ja nicht hinter verschlossenen Türen, sondern wurde komplett live übertragen.
Aber wahrscheinlich gibt es auch hier die “Gaußsche Normalverteilung”: manche werden verbittert still oder mit Getöse gehen, manche werden es “Klasse finden” – aber es wird spannend werden, was sich die Mitte denkt – und wie sie dann handelt.
Wie auch bei uns, melden sich eher die bereits ausgeschiedenen Generale zu Wort – nicht unbedingt ein Zeichen für Mut, als einer der Kernkompetenzen von aktiven Militärs.
Den Militärputsch in den USA erwarte ich nach dieser Veranstaltung nicht .
@Apollo 11
Wie man auf den Fernsehbildern gut sehen konnte, waren neben den Generalen /Admiralen auch die Senior Master Sergeants of the Commands bzw Senior Chief Petty Officers geladen und gekommen, die werden in US Streitkräften auch als gesonderte Spitzengruppe betrachtet.
Wenn die ihre Feldwebel / Unteroffiziere in den Kommandos jetzt auf die „neue Linie“ einschwören könnte das mit der Änderung des Klimas in den US Streitkräften schneller gehen als sich manch einer vorstellt.
Zwei Politiker einer augenscheinlichen Demokratie(!) stellen sich vor die gesamte(!) Militärführung ihrer Streitkräfte und schwören diese auf einen objektiv nicht vorhandenen und, falls doch, nicht in ihre Zuständigkeit fallenden „Konflikt im Inneren“(!) ein.
Es wird mit quasi Augenzwinkern gesagt, dass jede andere Meinung (nicht Befehlsverweigerung, nein, Meinung!) unerwünscht ist und die Entlassung zur Folge haben könnte.
Zwei Reden, die schon an die Führung der Nationalgarde völlig unangemessen wäre. Aber dazu noch an Army, Navy, Airforce usw.?!
Auf was darf man sich denn da spekulativ freuen? Offshore-Windparks bekommen regelmäßigen Besuch von Zerstörern der Navy inklusive „Feindkontakt“, durchgehende Überwachung von „potentiellen Rebellen“ durch Drohnen und Satelliten sowie Abrams-Kampfpanzer, welche die Wahllokale zu den Midterms „schützen“? Ich versuche hier sarkastisch zu sein, aber beim Schreiben stelle ich fest: Ich traue dies der US-Regierung durchaus zu mit Blick auf die radikale und oft illegale Migrationspolitik.
Den Mitkommentatoren, welche meinen, etwas Positives aus den zusammenhängenden Reden ziehen zu wollen, möchte ich sagen: Egal wie „fit“ die US-Regierung ihre Streitkräfte mit was auch immer für Ideen machen möchte, über allem steht die Gesamtatrategie, das Ziel, das „Wofür eigentlich“. Aus diesem etwas Nützliches machen zu wollen ist meiner Meinung nach eine Verharmlosung des Gesamtinhaltes, eine Form der Legitimation, die ich fast schon abstoßend finde, um ehrlich zu sein.
Es ist doch, abgesehen von Trumps und Hegseths peinlich bombastischer Art (die auch einfach amerikanische Kultur ist), in vielen Aspekten genau das, was die Kommentarsektion hier immer für die Bundeswehr fordert:
Verschlankung, Entbürokratisierung, Konzentration auf die Kernaufgabe, den Kampf.
Das „Anti-Woke“ daran mag nicht nur der Person Trump, sondern auch dem Zeitgeist geschuldet sein. Die Zielgruppe für das US-Militär sind junge Männer, heute auch immer mehr Latinos, die nunmal ein konservatives männliches Rollenverständnis haben und mit LGBTQ-Themen eher abgeschreckt werden.
Zudem hat das Pentagon in den letzten Jahrzehnten seit 911 halt sehr stark in den Bereichen anderer Departments gewildert und sich auch als Parallen-Außenministerium, Parallel-NGO Finanzierer und Parallel-Geheimdienst etabliert, sozusagen als one stop shop für alles Auswärtige.
Das „Department of War“ soll neben dem üblichen trumpschen Chest Beating halt auch das symbolisieren.
Übrigens verkündete Trump auch, dass er ernsthaftes Interesse an Schlachtschiffen habe und das auf der Tagesordnung stünde ;)
[Angesichts des rapiden Verfalls des Rechtsstaates in den USA und des Umbaus zu einer Führerdiktatur klingen solche Entschuldigungsversuche ein bisschen merkwürdig. Ihre Meinung ist Ihre Meinung, aber für extremistische Propaganda gebe ich hier keinen Raum, und schon gar nicht für den Versuch, das als „wird hier doch auch für die Bundeswehr immer wieder gefordert“ darzustellen. T.W.]
@TW
„von Kriegsminister (offizielle Bezeichnung) Pete Hegseth“
Ich habe den Erlass von Präsident Trump dazu genau gelesen. Daraus wird klar: „Kriegsminister“ ist eine zusätzliche inoffizielle Bezeichnung, offiziell ist Hegseth weiterhin „Verteidigungsminister“. Der Erlass enthält vielmehr deswegen explizit eine Anweisung an den Chef des Pentagon zu klären, wie es eingefädelt werden kann, dass „Kriegsminister“ auch zur offiziellen Bezeichnung wird.
Mir wäre es deshalb lieber, man würde die Kirche im Dorf lassen und Hegseth weiterhin hier in diesem Blog nicht „Kriegsminister“ titulieren sondern „Verteidigungsminister“.
Anders gesagt. Auch Trump führt einen hybriden Krieg mit Propaganda-Elementen – und auf die sollten wir hier nicht hereinfallen.
[Empfehle einen Blick auf die Pentagon-Webseite. Da steht recht eindeutig ‚Department of War“.
https://www.war.gov/
Warum Sie der Meinung sind, man dürfe diesen Leuten ihre Eigenbezeichnung nicht zuordnen, erschließt sich mir nicht. T.W.]
Tja, so kann man seine Personalsituation auch verschlimmbessern.
Für alle die hier jubeln ob der neuen Fitnessregeln, natürlich sind fitte Soldaten ein must have und befördert werden sollte nur nach Eignung, Leistung und Befähigung. Aber so wie Hegseth das formuliert hat und eine angebliche Bevorzugung von Minderheiten (inkl. Frauen!) in den Vordergrund gerückt hat, hat er rd. 75% der US-Bevölkerung von einer Karriere in den US-Streitkräften ausgenommen.
Nach seiner Aussage ist der ideale US-Soldat weiß, männlich, sehr sportlich, hetero und christlich geprägt. Alle anderen können ausnahmsweise gerne mitmachen.
Das hat schon im Vietnam-Krieg und den Folgekonflikten bis heute nicht funktioniert. Der einfache US-Soldat kommt überwiegend aus armen, schlecht situierten Bevölkerungsschichten. Und die entsprechen nicht dem skizzierten Idealbild.
Das Ganze gestern war mehr wie bizarr und die Rede von Herrn Hegseth ließ mich mehrfach aufhorchen.
De facto hat er Kriegsverbrechen für akzeptabel erklärt.
Am Schlimmsten fand ich aber tatsächlich den Satz:
„We all serve at the pleasure of the President every single day. “
DAS ist nichts anderes als die Forderung das die Generalität ihren Eid auf die Verfassung vergisst. Zudem ist die Beförderung im Generalsbereich (insbesondere der drei und vier Sterner) ein Akt der die Zustimmung des Senates bedarf. Aus gutem Grund. Auch die Entlassung von Flaggoffizieren ist durch das Armed Forces Committee gegen zu prüfen und frei zu geben.
Klingt zwar kompliziert, ist aber extrem sinnvoll,
Und genau diese Kontrolle über die Streitkräfte, ihre Loyalität zur Verfassung und auch die Beschneidung der persönlichen Bindung der Offiziere an den Präsidenten stellt Hegseth in Abrede.
Das ist gefährlich.
Die Aussage im Beitrag, dass Tests „vor allem nicht mehr gender-neutral sein sollen“; ist nicht korrekt. Diese Tests unterschieden bisher zwischen Geschlechtern, was jetzt abgeschafft wird. Hegseth führt somit gender-neutrale Tests ein, die sich an den Standards orientieren, die bislang für Männer galten. Als Argument führt er an, dass der Rucksack des männlichen Infanteristen genauso schwer ist wie der des weiblichen. Was daran „erschrecken“ lassen soll, erschließt sich mir wirklich nicht.
@LuckySailor
„Mich hat gewundert, dass man diesen Auftritt im ÖRR kaum gebracht hat.“
Zum Auftritt von DT kann ich nichts sagen, aber der Präsident ist nun einmal – auch im Frieden – der Oberbefehlshaber der SK, so wie dies auch in FRA der Fall ist. Daher ist es normal, daß er sich persönlich an die Flaggoffiziere wendet und seine 3a durch den VM in seinem Beisein übermitteln läßt. Hegseth hat ja des öfteren auf die Absicht des POTUS hingewiesen.
In ähnlicher Form erfolgt das ja auch bei uns wenn auch a) durch den IBuK und b) nicht so öffentlichkeitswirksam.
Übrigens, ähnliches wie von Hegseth vorgebracht hat Martin van Creveld bereits 2016 in seinem Buch „Pussycats“ geschrieben:
https://www.telepolis.de/features/Pussycats-3594723.html
https://www.abebooks.de/9781533232007/Pussycats-Why-Rest-Keeps-Beating-1533232008/plp
[Ich habe den Link zum Buch mal ausgetauscht. T.W.]
Gruselig…
Hegseth macht jetzt den gleichen Fehler wie Putin, er scharrt Ja-Sager und Speichellecker um sich rum, die ihm die Welt schön reden, und Probleme unter den Teppich kehren. Das kann am Ende böse in die Hose gehen.
Hunderte von Generälen haben mit versteinerter Mine und überwiegend emotionslos eine inszenierte Show über sich ergehen lassen. Ohne Zweifel, die können das ertragen. Aber wie denken sie darüber, sich in solcher billiger Weise instrumentalisieren zu lassen?
Es war 1973, als der Major der Luftwaffe Harold L. Hering in einer Schulung fragte,
Hering wies auf eine Schwachstelle hin, und wurde dafür gefeuert. Die Schwachstelle im System ist, dass zwar die Identität des Befehlenden überprüft wird, nicht aber sein Geisteszustand.
Wie viele der Generäle haben sich ähnliches während oder nach der Veranstaltung gefragt?
Trump und seine Kumpane haken lediglich die bekannten Punkte im Handbuch für Autokraten/Diktatoren ab:
1. Kontrolle der Justiz (via Supreme Court bereits gelungen)
2. Gleichschaltung der Presse (durch Selbstunterwerfung von Medien-Konzernen schon teilweise erfolgt; Journalisten seien „Feinde des Volkes“, deren Berichterstattung „illegal“)
3. Verächtlichmachung und Kriminalisierung der politischen Gegner (Schmähung der Demokratischen Partei als „linksradikal“; eine nicht genau abgrenzbare Gruppe wie die „Antifa“ als Terrorgruppe einstufen, was wiederum die Möglichkeit bietet, praktisch jeden Widersacher dort einzuordnen und anzuklagen; im Wahlkampf hat Trump angekündigt, die Kommunisten, Marxisten, Faschisten und linksradikalen Gangster „auszurotten“ und sie als „Ungeziefer“ bezeichnet, was das Schlimmste befürchten lässt)
4. Umbau der Verwaltung, Besetzung von Posten nach Loyalität, nicht nach Kompetenz (z.B. Leitung des FBI, demnächst vielleicht auch die Kontrolle über die Federal Reserve)
5. Einflussnahme auf die Wirtschaft (z.B. Forderung nach Entlassung von Managern, die angeblich eine „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ seien, z.B. Lisa Monaco von Microsoft oder Intel-Chefs Lip-Bu Tan)
6. Das Einschwören der Armee auf die eigenen Ziele und die Ankündigung, sie im Innern gegen die eigenen Staatsbürger einzusetzen (inklusive der Drohung mit Säuberung, falls das bei einzelnen Kommandeuren nicht gelingt)
7. Manipulation von Wahlen (ob die Midterms 2026 frei und fair sein werden, steht momentan in den Sternen)
8. Militärische Aggression nach außen, ggf. unter Nutzung fadenscheiniger Gründe und Missachtung des Völkerrechts (steht noch aus, könnte aber in Kürze etwa gegen Venezuela beginnen)
9. Hinzu kommt bei Trump die nicht einmal verschleierte massive Korruption (andere Autokraten machen das heimlich)
Bei alldem müssen wir bedenken: Donald Trump ist erst seit dem 20. Januar 2025 im Amt, und bislang gibt es keinen Hinweis darauf, dass er oder seine Anhänger in der GOP sich mäßigen könnten. Insofern überrascht mich das Treffen mit den Kommandeuren der Armee nicht. Im Gegenteil, es passt ins Bild (auch wenn wir uns das im „Land of the free“ und den in der Verfassung verankerten „checks and balances“ sowie der dort garantierten Rede- und Pressefreiheit nicht vorstellen konnten).
Küstengang01 sagt:
30.09.2025 um 21:59 Uhr
„Und auch an diesem 3.2.33 saßen die hohen Herren da… lauschten den Ausführungen und waren Gehorsam.“
Das taten sie damals und tun sie auch heute. Nur eben heute unter dem „Primat der Politik.“ Und die jüngere Vergangenheit zeigt deutlich: Wer nicht auf Linie ist, wird in den Ruhestand versetzt … wenn es ein muss, per WhatsApp-Nachricht.
Danke T.W.
Meine Reaktion auf die Aussagen von Pete Hegseth war ähnlich. Als nicht-Experte was die US Streitkräfte anbetrifft, hat mich vor allem die Meinung von Leuten interessiert, die die US Streitkräfte und ihren Zustand deutlich besser einschätzen können. Da wäre zum Beispiel Daniel Davis, ex Lt. Col. und Kriegsveteran der US Armee.
https://www.youtube.com/watch?v=DFHMDX0YgwU
Richtig gefährlich wird es für die USA wenn Hegseth (und die Trump-Administration) tatsächlich den Blödsinn über die Stärke der US-Streitkräfte glaubt, den er da verbreitet.
Was könnte noch wichtig sein, um diese Rede (die von Trump war ja nicht wirklich aussagekräftig) einordnen zu können.
Die Washington Post meldete Pläne über die Verdopplung der Raketenproduktion in den USA. Die Begründung ist auch für uns wichtig. Da geht es nämlich nur um einen zu erwartenden Konflikt in Asien.
Die Ukraine wird davon nichts sehen.
Die USA verabschieden sich aus dem Krieg in der Ukraine. Das ist die logische Folge der letzten Äusserungen von Donald Trump. Schließlich sollen die Europäer Kriegsgerät (das erst in den Jahren 2026-2027 produziert werden kann) in den USA kaufen. Mit Geld das wir Europäer gar nicht haben. Scott Ritter, ein ehemaliger US-Marine und UN Waffeninspekteur hat das Verhalten Trumps und die Spekulationen um Tomahawk Lieferungen in einem Interview mit Rachel Blevin ziemlich
gut beschrieben.
https://www.youtube.com/watch?v=o2847DE9H0s
Für die USA wäre die Lieferung von Tomahawk noch problematischer als die Lieferung von Taurus für uns.
Die US-Streitkräfte schrumpfen. In einem Artikel aus den USA wurde vor einiger Zeit berichtet, dass die Rekrutierungszahlen der US-Streitkräfte zurückgehen. Das ist auch keine Überraschung, Es ist zwar in den USA weniger ausgeprägt, aber letztlich und endlich haben die USA das selbe Überalterungsproblem in ihrer Gesellschaft, wie wir auch.
Fazit: Mit ihrer bereits begonnen „Säuberung“ der Streitkräfte von LGBTQ Menschen, Farbigen und Frauen, sind die MAGA-Clowns auf dem besten Weg die Streitkräfte weiter zu schwächen.
Wer sehen will, wie sich ein faschistisches Regime entfaltet, braucht nur diese obskuren Veranstaltungen zu betrachten.
Es stellt nichts anderes dar als den Versuch aus den US-Streitkräften eine MAGA-Bürgerkriegsarmee zu formen. Noch hindert die meisten der 660 Profis der Eid auf die Verfassung sich da vereinahmen zu lassen. Aber: Die Säuberungen sind schon gestartet und werden Fahrt aufnehmen und so wird der Anteil der fürchterlichen Opportunisten (sorry für die Formulierung aber keine Diktatur würde ohne solche Gestalten funktionieren) an der Spitze der US-Streikräfte sukzessive zunehmen. Ich hatte immer gedacht die Militärs wären die letzten Verfechter der US-Verfassung – den Glauben können wir wahrscheinlich begraben.
Aber es gab auch lustigeAspekte, die die USA als Bananenstaat mit entsprechender Führung zeigen: Was sich die 660 Profis im Saal wohl gedacht haben, als ihnen der orangegesichtige Amateur erzählt, dass er die heutigen Kriegsschiffe hässlich findet und er gerne wieder Schlachtschiffe sehen würde??? (-: Das passt eher zu irgendwelchen D-Movie-Klamotten aus den achtziger Jahren – oder?
@ Bow Soweit mir bekannt ist, brauchen Soldaten der Bundeswehr das Sportabzeichen nicht mehr ablegen. Die Leistungen für das Sportabzeichen wurden so angepasst, dass die recht einfach erfüllbar sind. Wer als Soldat nicht auf Anhieb die Stufe Bronze erfüllen kann, hat beim Militär nichts zu suchen. Man sollte schon aus Eigeninteresse einigermaßen fit sein.
Bei aller berechtigter Kritik an Hegseth, aber unsere Streitkräfte haben ein Probleme mit Fitness und mehr als 200 Generäle. Wir sollten uns durchaus an die eigene Nase fassen.
Zur Einschätzung wie die Reden von Hegseth & Trump denn bei einem US-Publikum ankommen das meist einen militärischen Hintergrund hat oder zumindest stark interessiert ist. Also eher nicht im linken Lager:
In den vielen Kommentaren zum Beitrag von Ward Carrol ( youtuber mit derzeit 660.000 Abonnenten, Buchautor und Ex-Flugzeugträger-Militärpilot ) mit entsprechendem Publikum und einer vergleichsweise neutralen Berichterstattung geht es zu über 70% in die Richtung Fassungslosigkeit.
Zieht man die vereinzelten Kommtare mit begeistertem Zujubeln ab sind die Meinungen zu den Reden für ein im Grunde Pro-Militär-Publikum unfassbar negativ.
“ Living nightmare “ , “ Dishonorable ans disrespectful “ , die Wörter “ showmanship “ und “ clown “ fielen öfter…
Der Kriegsminister Pete Hegseth wird ob des Inhalts seiner Ansprache stark getadet. Geht in die Richtung:
“ Was erlaubt sich dieser Clown und Ex-TV-Moderator ohne wirkliches Wissen unseren Generälen mit jahrzehntelanger Erfahrung so eine Rede zu halten ? “
Hätte ich so nicht erwartet…
Es wird in den Kommentaren übr. auch erwähnt das US-Generäle die in den Ruhestand geschickt werden vergleichsweise sehr weich fallen.
Aber: In den USA haben viele der höheren Generäle noch die Planung anschliessend in die Rüstungsindustrie zu wechseln und “ richtig “ Dollars zu verdienen als Berater oder Lobbyisten. Und das ist ist stark regierungsabhängig..
Unglaublich verstörend. Wie alles was derzeit so aus Washington kommt.
Im Januar wollten beide inklusive des Vizepräsidenten doch noch die großen „Peacemaker“ sein die jeden Konflikt im Handumdrehen beenden werden… Ansonsten das Übliche: Da inszenieren sich mal wieder zwei als besonders toll und einzigartig, liefern aber wenig Substanz. Die Generäle und sonstige führende Militärs möchte ich mal sehen welche sowas für voll nehmen, da gibt es wahrscheinlich keinen Einzigen.
Und nun?
„Den Militärputsch in den USA erwarte ich nach dieser Veranstaltung nicht .“
Ich leider schon. Und zwar falls es nochmal freie Wahlen in den USA geben und das Ergebnis in manchen Wahlbezirken nicht passen sollte, dann erwarte ich das Militär dafür sorgen, dass „die Wahl nicht wieder gestohlen wird“.
@ TW. Ich möchte sie bitten hier „Schlammstapfer“ kritischer zu hinterfragen. Seine Sympathie für Russland kann man in gewissen Grenzen ja in einer Demokratie akzeptieren, aber ich habe oft genug das Gefühl, dass hier 1:1 russische Propaganda wiedergegeben wird – unbelegte bzw. extra vage/ungenau, damit es ins Narrative passt.
Was mich zu diesem Kommentar verleitet hat, ist die Erwähnung von Scott Ritter als Quelle. Dieser ist eine äußerst fragwürdige Person, weswegen er auch das Militär verlassen musste. Danach hat er sein Leben halbseidenen Kontakten bestritten, wurde verurteilt auf Grund einer Straftat, die nicht unbedingt seinem Ruf zuträglich ist. Man könnte nun sagen, dass ist für die Qualität seiner Aussage irrelevant, aber diese Verurteilung hat dazu geführt, dass er praktisch von RT News angestellt wurde – da sonst niemand mehr mit ihm zusammenarbeiten wollte.
Wer nur 5 min diese Quelle recherchiert, der weiß, welchem Narrativ „Schammstaofer“ folgt.
Ich war überrascht, dass es in den US-amerikanischen Streitkräften auch „fette“ Generäle und Admiräle geben soll.
Bisher dachte ich, dass es die nur in Deutschland gibt.
Ein Stück weit verstehe ich die Aufregung von einigen Foristen nicht. Nur weil der US-amerikanische Präsident und sein Minister etwas anders und deutlicher auftreten, so bedeutet dies nicht, dass die USA zur Diktatur werden.
Wir sind doch nur deshalb von der Ansprache schockiert, weil sich die Bundeswehr vom Wesensgehalt und Selbstverständnis eher von einsatzfähigen und einsatzwilligen Streitkräften wegentwickelt und immer mehr einer zivilen Verwaltung ähnelt.
@Felix2 sagt:
01.10.2025 um 8:20 Uhr
Das Update 1 zum Artikel mit dem Link zum Dokumentverschien nach meinem Kommentar unf interne Richtlinien, also Vorschriften wie diese Memoranda umgesetzt werden, bleiben unbekannt.
Zum Dokument:
Die Memoranda sind unter mehreren Gesichtspunkten sehr verwirrend. Sie sind nicht „klare Weisungen (Befehle) zur Umsetzung“. Das erwähnte Memorandum ist hierfür sogar exemplarisch!
„Department of War Military Education and Training Standards 60-Day Review“
„I direct a comprehensive 60-day, “Education System Curricula and Training
School Standards Review,“…“
-> Weisumg a), 60-tägiger Review ohne Frist.
„I direct the following actions within 60 days of this memorandum: …“
-> Weisung b), Umsetzung von Punkten mit Frist in 60 Tagen.
=> Nimmt b) Bezug auf a) oder ist das ein separates Review? Es klingt so als ob a) gemeint ist…
=> aber wie soll a) mit 60-tägiger Frist ab gestern bei Dauer von 60 Tagen abgeschlossen werden,
=> oder ist b) doch nur die Meldung der Änderungen der Standards und a) muss begonnen haben („conduct“),
=> oder ist b) eine vorgezogene Form des Reviews aus a)?
=> Oder ist das amateurhaftes Gehabe das keinen Sinn ergibt?
Anderes Beispiel:
„Military Fitness Standards“
„Active Component Service members will execute two fitness tests annually:
• One will be the existing Service Fitness Test.
• The second will be:
– A Combat Field Test for combat arms personnel (see attached list).
– A Combat Readiness Test for non-combat arms personnel or the Service Fitness
Test.
• Service members will perform physical fitness training every duty day.“
-> Was ist der „Service Fitness Test“? Ich kann dazu nichts finden.
-> Spricht etwas dagegen den Test zweimal zeitlich eng nacheinander zu machen?
-> Was ist „physical fitness training“? Ist der Weg zur Kantine solches Training? Muss das dokumentiert werden und von wem?
„High performers on fitness tests may be granted exemptions, but only within defined limits“
-> Wovon ausgenommen, von den Tests oder dem täglichen Training? Wer definiert die Maßstäbe für high performers und die Grenzen der Ausnahmen? Dokumentation? Jedenfalls ein Widerspruch zu „will execute two fitness tests“.
„If someone consistently treats the bare minimum as their standard, then they are not a fit for our fighting Force.“
-> Was soll das heißen, was ist das Minimum, was ist „their standard“, was ist die „fighting force“? Wie kann das Minimum nicht der geforderte Standard sein und warum hebe ich das Minimum nicht an, wenn es nicht angemessen ist? Wie soll ohne Fehlverhalten sanktioniert werden?
=> Viel heiße Luft mit Null Substanz!
Die Weisungen werden auch in anderen Titeln weiterer Abstimmung bedürfen und erschöpfen sich zu einem großen Teil in Prüfaufträgen, mit ideologisch unterlegter Absicht aber ohne klares Ziel. Sie schaffen Unsicherheit und begünstigen Inkonsistenzen. Dass mit solch amateurhaften Memoranda ausreichend Druck aufgebaut werden kann, um Personalentscheidungen zu beeinflussen, sehe ich nicht.
Hier ging es um Machtdemonstration, Ego und den Schein.
Ich hätte mal einen Hinweis an diejenigen, die meinen, Präsident und Kriegsminister hätten halt nur etwas deutlicher gesprochen und/oder der Bundeswehr täte so was auch nicht schlecht: Der Aufruf zu Kriegsverbrechen, der Aufruf, gegen eigene Landsleute vorzugehen, und einige andere „deutliche Aussagen“ sind eher was für den Freundeskreis der Kriegsverbrecher und nicht so recht mit der Verfassung kompatibel. Jedem seine Meinung – aber es gibt Extreme, für die ich hier keine Plattform biete.
Ansonsten empfehle ich die Analyse des britischen Royal Services Institute:
https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/commentary/not-business-usual-why-trumps-war-department-rhetoric-matters
@TW
„Empfehle einen Blick auf die Pentagon-Webseite. Da steht recht eindeutig ‚Department of War“.
Das stimmt. Aber ich hatte einen Blick in die rechtliche Grundlage empfohlen. Die Executive Order vom 5. September 2025 findet sich hier
https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2025/09/restoring-the-united-states-department-of-war/
Und da steht
„The Secretary of Defense is authorized the use of this additional secondary title — the Secretary of War — and …“
Ich betone „secondary“.
Damit daraus der legale offizielle Name erst noch wird, hat Präsident Trump verfügt
„Within 60 days of the date of this order, the Secretary of War shall submit to the President, … a recommendation on the actions required to permanently change the name of the Department of Defense to the Department of War. This recommendation shall include the proposed legislative and executive actions necessary to accomplish this renaming.“
Nun verständlich, dass man die inoffizielle Zweitbezeichnung „Kriegsministerium“ nicht als offiziell übernehmen sollte? Das Türschild ist nicht maßgeblich.
Erschreckend, wie sich unser größter Verbündeter entwickelt.
Es wird Zeit, dass Europa sich alleine verteidigen kann.
Auf so ein Land kann man sich nicht mehr verlassen.
#T. Wiegold:
Gut ausgedrückt. Auch konform mit vielen Kommentaren in den sozialen Medien in den USA.
Wenn man ein solches, im Grunde beispielloses Meeting schon ansetzt, dann sollte der Inhalt zumindest substanziell für den verfassungmässigen Auftrag der Streitkräfte sein. Das war er nicht.
Ein solch spalterisches Gehabe ist einer demokratischen Regierung unwürdig.
Zum Thema „the enemy within“:
Wäre Donald Trump anstatt J.F. Kennedy Anfang der 1960er Präsident gewesen, er hätte wahrscheinlich NICHT die Nationalgarde in die Südstaaten geschickt um die Rassentrennung zu beenden. Damals gegen den ausdrücklichen Willen der Südstaaten-Gouverneure.
Dummerweise sieht man an diesem Beispiel das eine solche Vorgehensweise durchaus auch angebracht sein kann…
Laut Gesetz entscheidet das in solchen Fällen der Präsident allein.
Und qua Gesetz hat er immer dann Recht wenn der oberste Gerichtshof ihn nicht zurückpfeift.
Weitere Diskussionen würden jetzt hier zuweit führen…
Während Punkte wie Entbürokratisierung und Fitness innerhalb der Streitkräfte nichts sind, was eine Kontroverse verdient, muss die Kombination von angekündigten Maßnahmen, welche die Streitkräfte heterogener machen, Grund zur Sorge sein. Wie schon in einigen Kommentaren dargestellt werden in den USA systematisch Institutionen gleichgeschaltet – in den letzten Tagen besonders deutlich Justiz und Presse. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen mag man als ‚Anti-Woke‘ abtun, aber sie sind auch dafür geeignet, eine Demographie in den Streitkräften zu fördern, die eher für die Linie der Regierung empfänglich ist. Das (nicht nur deutsche) Ideal der Streitkräfte als Spiegel der Gesellschaft wird somit systematisch zerstört. Und eine solche ideologisch empfängliche Armee vermehrt im Inneren einzusetzen sorgt dafür, dass künftig innere ‚Polizeiaktionen‘ der Armee vielleicht etwas enthusiastischer umgesetzt werden – was zum trumpschen Trend passt, innere Konflikte eskalieren zu lassen, um damit seine Feindbilder schlecht darzustellen. Künftig kann sich dann die gleichgeschaltete Justiz der Sache annehmen und schon sind neue Posten für linientreues Fußvolk frei.
Maßnahmen gegen DEI und die Neudefinierung von ‚Toxischer Führung‘ sind auch geeignet, um Beschwerdemöglichkeiten zu nehmen. Sprich: Wer in der neuen trumpschen Armee anders denkt hat kaum Möglichkeiten, etwas gegen Missstände zu unternehmen – außer die Uniform auszuziehen.
Dass die US-Streitkräfte dadurch vermutlich an Personal verlieren ist im Sinne dieser Gedankenfolge kein Verlust, sondern ein Gewinn – denn die Soldaten, die verloren gehen sind für die künftige Zielsetzung eh die falschen. Da ist es auch egal, ob diese Personen an und für sich gute Soldaten sind. Das Linientreue für die jetzige Regierung wichtiger ist als Eignung sollte ohnehin jeder erkannt haben.
Die „Gesellschaft“ wird von Trump und seinen Mit-Clowns gezielt gespalten. Auf der einen Seite schafft man sich unkritische Masse, die alles schluckt und frenetisch jubelt, weil Fox darüber berichtet, dass die „schönste First Lady aller Zeiten“ an der Rolltreppe in den Vereinten Nationen – Schnappatmung! – stillstehen musste und – noch mehr Schnappatmung!! – die Treppe mit eigener Muskelkraft emporsteigen… Geschenkt, dass der eigene Kameramann mit dem Hintern an den Not-Aus-Knopf gekommen war.
Auf der anderen Seite sind all‘ jene, die den Donald nicht gebührend feiern und die lästige Gepflogenheiten demokratischer Checks & Balances aufrechterhalten wollen. Die die „traditionelle Rolle der Frau“ ablehnen, wenn sie dem Manne wieder untertan sein soll. Wer über den Falschen Witze macht, wird abgesetzt, wer nicht „richtig“ berichtet, ist „Fake News“. Die Farm der Tiere trifft auf 1984.
Und das Schlimmste ist: Dank der demokratischen Bestrebungen zu mehr Waffenkontrolle haben vermutlich die demokratisch (nicht im Parteisinne) gesonnenen Bürger weniger Rohre als die einfach gestrickten Jünger des orangenen Zauberers… Das Ergebnis eines neuen Bürgerkriegs wäre also voraussichtlich gegenwärtig ein Sieg der Seite Trumps. Bleibt nur, zu hoffen, dass es ihm nicht gelingt, die Enttäuschung über seine fragwürdige wirtschaftliche Performance im Amt nicht durch immer groteskere Lügen auf Minderheiten oder das Ausland zu kanalisieren. Denn das wird ebenfalls gerade vorbereitet.
@TW: Der RUSI-Artikel ist wirklich eine gute Analyse, danke für den Link.
@ alle, die Variationen von „was ist gegen körperliche Fitness im Militär einzuwenden“ schreiben: die Antwort ist ’nichts‘, aber leider höre ich (ich denke zu recht) in der Rede sehr viele Hinweise, dass es nicht um solche Ziele geht, sondern um genau EINEN Weg die zu erreichen, und alle Abweichler werden schon im Vorhinein diskreditiert.
Zu McCarthys Zeiten durfte man auf keinen Fall etwas sagen, was auch ein Kommunist sagen könnte, jetzt darf man nichts gut finden, dass irgendwie einen Touch von ‚woke‘ hat.
Sowas wie „Fitness“ sind doch nur Kampfbegriffe – Nebelkerzen bzw. Karotten, die mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner Sympathien erhaschen und von den wahren Zielen ablenken sollen. Wo hat denn eine angebliche mangelhafte Fitness zuletzt für Probleme bei den amerikanischen Streitkräften gesorgt? Im Irak? In Afghanistan?
Gleiches Spiel bei Frauen und anderen Minderheiten. Wo hat zuletzt ein Rucksack mit ein paar Gramm weniger Inhalt zu einer verlorenen Schlacht geführt …? Irgendwie ist es mir gerade zu dumm auszuführen, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat und besonder große Muskeln weder kugelsicher machen, noch überragende Ausdauerwerte ein Vorteil gegenüber einer 100$-Drohne bieten … Und noch lange nicht jeder Soldat bei der „mobilen Infaterie“ jeden Tag 30 Meilen marschiert.
Es ist das alte Spiel mit Spaltkeilen und geschürten Emotionen. „Kick-off“ für weitere moralische und anderweitige Grenzverletzungen. Bleibt zu hoffen, dass die Generale dagegen resistenter sind, als ein Sportstadion voller Rednecks …