Personalstärke Juli 2025: Nun doch keine 183.000; FWDL im Heimatschutz gestrichen (m. Nachtrag)
Ende Juli hatte das Verteidigungsministerium eine positive Bilanz der Nachwuchswerbung gezogen und darauf verwiesen, dass am 21. Juli die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen auf 183.100 gestiegen sei. Die symbolisch wichtige Zahl 183.000 konnte allerdings bis Ende Juli nicht gehalten werden, am 31. Juli lag die Personalstärke bei 182.984 – ungeachtet der Symbolik: rund 1.400 mehr als im Vormonat. Den größten Anstieg gab es bei den Zeitsoldaten; da spielte offensichtlich der Einstellungstermin zur Jahresmitte eine Rolle.
Neu ist auch, dass die Rubrik Freiwillig Wehrdienst Leistende im Heimatschutz gestrichen wurde. Auf Nachfrage hieß es aus dem Ministerium, dieses Projekt sei Ende Juni eingestellt worden. (Details unten im Nachtrag)
Die Statistik für Juli 2025, am 21. August wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht (seit der Statistik für den Monat März 2023 wurde das Format der Darstellung verändert; der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit halber bleibt es hier bei der Art der Darstellung vor den März-2023-Zahlen):
Insgesamt leisten 182.984 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.088
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 4.227
Heer 63.219
Luftwaffe 28.127
Marine 15.286
Cyber- und Informationsraum 13.713
Unterstützungsbereich 46.962
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.005
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.914
Bereich Personal 7.443
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldaten 57.993
Soldaten auf Zeit 113.657
Freiwillig Wehrdienstleistende 11.334
Freiwillig Wehrdienstleistende im Heimatschutz – entfällt
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
24.947 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Heer 4.938
Luftwaffe 2.900
Marine 1.720
Cyber- und Informationsraum 1.436
Unterstützungsbereich 11.625
Ministerium und andere Bereiche 2.328
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.236
Unteroffizierinnen mit Portepee 8.835
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.411
Mannschaften 5.465
Status
Berufssoldatin 5.609
Zeitsoldatin 17.449
Freiwillig Wehrdienstleistende 1.889
Freiwillig Wehrdienstleistende Heimatschutz – entfällt
Die wie üblich von einem Leser (vielen Dank!) erstellte und fortgeschriebene Tabelle:
Juli_2025_BWPers
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 80.602 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.878
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.657
Heer 2.455
Luftwaffe 4.700
Marine 1.836
Cyber- und Informationsraum 1.810
Unterstützungsbereich 11.054
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.683
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.526
Bereich Personal 10.430
Militärseelsorge 481
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen (Hinweis: diese Zahlen sind identisch zu denen vom Juni; ob es tatsächlich da überhaupt keine Veränderungen gegeben hat oder irrtümlich die alten Zahlen erneut veröffentlicht wurden, habe ich noch nicht klären können):
Von den insgesamt 80.743 zivilen Beschäftigten sind 31.698 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.659
im höheren Dienst 2.211
im gehobenen Dienst 4.451
im mittleren Dienst 3.977
im einfachen Dienst 20
Arbeitnehmerinnen 19.125
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 1.824
(Stand 31. Juli 2025)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 11. August 2025:
Insgesamt sind 899 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
Nachtrag: Die Aussage des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) zum gestrichenen Projekt FWDL im Heimatschutz:
Reservistinnen und Reservisten leisten einen wesentlichen Beitrag zur personellen Einsatzbereitschaft der Streitkräfte im Inland wie auch im Ausland. Darüber hinaus unterstützen sie durch Hilfeleistungen und Schutz der Bevölkerung im Rahmen einer gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge. Der Einsatz von Reservistinnen und Reservisten hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie leisten je nach Ausbildung und zeitlicher Verfügbarkeit ihren auf Freiwilligkeit begründeten individuellen Beitrag zum Auftrag der Reserve. Der messbare Aufwuchs beorderter Reservistinnen und Reservisten unterstreicht die Bedeutung und wird weiter vorangetrieben.
Um dies zu gewährleisten wird unter anderem seit dem 1. Juli 2025 zwischen „FWDL-Kurz“ (Verpflichtungszeit 7-11 Monate) und „FWDL-Lang“ (Verpflichtungszeit 12-23 Monate) unterschieden. Das Pilotprojekt „Dein Jahr für Deutschland – Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ (FWD HSch) wurde mit der stufenweisen Erhöhung der Umfänge von FWDL und der beabsichtigten qualifikationsgerechten Beorderung von „FWDL-Kurz“ für Aufgaben Schutz und Sicherung Inland/Heimatschutz als eigenständiges Projekt eingestellt und in den FWDL integriert.
Der Beginn der neuen Ausbildungssystematik für FWDL erfolgte mit Einstellungstermin Juli 2025. Die Einstellungen erfolgen monatlich in ausgewählten Einheiten und orientiert am militärischen Bedarf. So werden FWDL-Kurz grundsätzlich in den Heimatschutzregimentern eingestellt, für den Heimatschutz sowie für Sicherung und Schutz im Inland verwendet und in der Territorialen Reserve beordert. FWDL-Lang werden ausschließlich in der 1. PzDiv, 10. PzDiv und DSK eingestellt, ausgebildet und für alle Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung in der Breite der Streitkräfte herangezogen sowie beordert.
Alle FWDL werden innerhalb der ersten sechs Monate ihrer Dienstzeit zur Wahrnehmung von Wach- und Sicherungsaufgaben sowie im Heimatschutz bzw. Schutz und Sicherung Inland ausgebildet. Dazu erwerben sie die Qualifikation “Sicherungs- und Wachsoldat“ und „Soldat Heimatschutz – erweiterte Befähigung“. Diese werden dann durch spezifische Kompetenzen in den jeweiligen Teilstreitkräften sowie im Unterstützungsbereich ergänzt.
(Foto: Strandlandung eines A400M des Lufttransportgeschwaders 62 auf der dänischen Nordseeinsel Rømø – Dennis Wolf/Bundeswehr)
Vorab bei der Luftwaffe hat sich ein Tippfehler eingeschlichen, da ist eine 1 zuviel in der Zahl. Es muss 28.127 Soldaten bei der Luftwaffe sein, laut BW.
Auffällig ist das Heer, welches mit jetzt 63.219 Soldaten um 1.549 Soldaten zugelegt hat, mehr als der Zuwachs insgesamt. Dagegen ist die Stärke der Marine & des Unterstützungsbereiches gefallen, obwohl mit den neuen Offiziersanwärtern ich auch bei der Marine zumindest einen Zuwachs erwartet hätte. Auch die Luftwaffe hat nur 26 Soldaten dazu gewinnen können.
Ebenfalls auffällig ist, daß die Zahl der Soldaten im Personalbereich, welche auch die Offiziersanwärter enthält(allerdings nur mit Pauschal maximal 5.400), von 7.507 auf 7.443 Soldaten gefallen ist. Hier hätte ich im Personalbereich auch eher einen Zuwachs erwartet. In der Vergangenheit(Juli 2021) umfasste der Personalbereich mehr als 8.000 Soldaten., Da stellt sich die Frage, findet die BW zu wenig Soldaten für den Personalbereich oder spart die BW tatsächlich Verwaltungsstellen ein?
Sehr merkwürdig finde ich aber, daß die BW den FWDL für den Heimatschutz einfach stillschweigend abgeschafft hat! Denn nur durch die fehlende Zahl der FWDL in der BW Veröffentlichung von heute & der Nachfrage des Hausherren bei der BW wissen wir jetzt, daß es die FWDL im Heimatschutz jetzt nicht mehr gibt. Damit sind 172 Soldaten im Vergleich zum Vormonat weggefallen.
Zur Aufstellung der Heimatschutzdivision im April(die mit 4 Monaten Verspätung seit 2 Wochen tatsächlich ein Wappen mit 2 gekreuzten Karabinern erhalten hat) passt dies eigentlich nicht. Aus meiner Sicht hatte das Modell zwei Fehler. Das Heer war nicht eingebunden in die Freiwilligen für den Heimatschutz, obwohl Reserveeinheiten des Heeres existieren und ich fand die 7 Monate aktiv + 5 Monate Reservedienst zu unflexibel, weil ich mir vorstellen könnte bzw. selbst 12 Monate am Stück besser gefunden hätte, zumindest zur Auswahl.
Der neue freiwillige Wehrpflicht, soll zwar diesen Monat vom Kabinett beschlossen werden, aber dies ist noch nicht erfolgt. Union & SPD streiten sich noch wie die Kesselflicker um das neue Wehrpflichtmodell. Und bis die neue Wehrpflicht Gesetz wird, können noch viele weitere Monate vergehen! Es ist also zu besorgen, daß nur ein völlig verwässertes schwedisches Wehrpflichtmodell beschlossen wird, welches erwartungsgemäß scheitern wird und dann fehlen der BW auch 300 – 172 Freiwillige Heimatschutzsoldaten an allen Ecken und Enden!
[Danke, Tippfehler ist korrigiert. T.W.]
Bis 2029 haben wir alle Zeit der Welt! Nur keine Eile! Man hat noch genug Zeit, sich zu streiten. Zum Glück für uns gibt es noch die Polen.
Ganz kurz:
Meiner Vermutung nach wird es einen echten „push“ der Zahlen des BW-Personals wohl erst nach Einführung der angekündigten „2000 € Netto“ geben.
Man darf gespannt sein…
Was soll man zu solchen „Erfolgsmeldungen“ noch sagen? Die lassen mich mittlerweile ratlos zurück.
Im Vergleich zum Juli 2020, also ohne Ukraine-Krieg und akute Bedrohungslage, waren es 185.198 Soldaten, also 2.214 Pax mehr als jetzt.
Offensichtlich ist der Wehrwillen im Altersband von 18 – 30 nicht so ausgeprägt, wie unsere Streitkräfte das bräuchten.
Bin jahrgang 1952 , wurde 1975 eingezogen, war 15 Monate bei der Bundeswehr, hat mir nicht geschadet.
Die Wehrpflicht muss wieder herangeführt werden, z. b. für 12 Monate.
Das FWD Modell im Heimatschutz war ein reines Personslgewinnungsprojekt.
Es gab ca. 25% Abbrecher; nichts was ungewöhnlich wäre, das FSJ hat mit ähnlichen Quoten zu kämpfen.
Von den verbleibenden 75% kamen nur 30% insgesamt im echten HSch an; der Rest verlängerte und da wird es interessant; diese FWDL wurden in NICHT HSch Einheiten respektive Verwendungen gepackt; ich habe das Projekt u.a. auf Ebene Phase 2.2, LKdo betreut; teilweise kamen von anfänglich ( GA ) 15 geplanten Soldaten 1, 2 oder auch 0! an; ebenso wurde die Zahl der GA Wiederholer von Durchgang zu Durchgang höher.
Das Projekt war mit unnötigen “ Schmuck am Nachthemd “ aufgezogen worden – und es wurden Millionen an Gelder verbraten.
Nur der kleinste Teil der danach grundbeorderten Soldaten hat bisher geübt – daher ist das Ende des Projekts kein wirklicher Verlust.
Wir stellen einfach einen Sack Geld auf den Kasernenhof, dann ist für die Verteidigung gesorgt.
Wer den Sarkasmus findet, darf ihn behalten.
Jeder in Berlin (im Bundestag) weiß, was eigentlich gemacht werden müsste, aber keiner will es den Leuten sagen.
FWDL waren Wehrpflichtige zum Mehrfachen der Kosten und effektiv nur in der SiTru und Infanterie einsetzbar.
Das muss und wird durch Wehrpflichtige ersetzt (aktuell idtcFWDL nix halbes und nix ganzes… und da absehbar nicht genügend Freiwillige für EIN AUTO zugesagtes 400.000 Mann Heer kommen werden, wird die ECHTE Wehrpflicht ähnlich Skandinavien Modell kommen. MÜSSEN.)
Aktuell kommt dann übergangsweise der „SaZ super kurz“ … Aber dann mit ernsthaft Eid Vertrag und sofortiger Pflicht Reservisten Posten nach DZ Ende mit Zwangs Übungen pro Jahr. (Was es bei FWDL nicht gab!)
Der Heimatschutz kann und wird durch Quereinsteiger in Teilzeit aufwachsen und im V Fall aus diesen Reservisten rekrutiert.
Das ist insgesamt vermutlich gut so.
Oliver Eckey sagt… „Nur der kleinste Teil der danach grundbeorderten Soldaten hat bisher geübt – daher ist das Ende des Projekts kein wirklicher Verlust.“
Das setzt in aller Dringlichkeit natürlich voraus, dass die die üben lassen wollen auch das richtige tun und einen Plan haben. Da scheiterts schon bei der Ansprache und Motivation. Wobei wir wieder beim Problem sind das keiner so recht weiss was man mit den Grundbeorderten eigentlich machen will.
Statistiken sind das eine und ich bekomme immer wieder mit das es hier wohl nur um geschönte zahlen geht.
In meiner TE ist derzeit ein neuer SaZ ohne bestandene Grundausbildung. Weil gegen Ihn ein offenes Verfahren läuft hat er keine Ü1, darf daher nicht schießen und logischerweise kann er dadurch die Grundausbildung nicht abschließen.
Er ist also da,besucht aber keine weiteren Lehrgänge, kann keinen Wachfienst machen und sich in unserem Bereich auch nicht alleine bewegen.
Bekommt aber ganz normal seine Besoldung und wohl auch noch die Erfahrungsstufe 4 aufgrund seines alter/ziviler vorausbildung.
Laut seiner Aussage gab es wohl auch mehrere in seiner AGA die das gleich problem haben.
Da frage ich moch ob diese auch in den Statistiken auftauchen, ich denke schon?
Verstehe ich es richtig, dass die Ausbildung für Ungediente im Heimatschutz nicht bloß ausgesetzt, sondern dauerhaft gestrichen ist?
Ich selbst habe mich zusammen mit zwei Freunden (ehemaligen FWDLern) im Juni auf die Ausbildung im Heimatschutz bewerben wollen, allerdings sagte man mir, der Ausbildungsweg für Ungediente sei (vorübergehend?) nicht mehr offen… Vermutlich habe es nicht genügend Bewerber gegeben usw. – eine Vermutung, auf die auch hier in den Kommentaren hingewiesen wurde.
Trotzdem kann ich einfach nicht fassen, wie unfähig das Personalmanagement der Bundeswehr an dieser Stelle anscheinend ist, denn es wurde kaum Werbung für den Heimatschutz bzw. den Zugang für Ungediente wie mich gemacht! Man kann zwar überall die üblichen Werbeposter an Bushaltestellen und Straßenbahnen sehen, aber die beziehen sich lediglich auf Stellen für FWDL, SAZ & Berufssoldaten… Einer meiner beiden Freunde sagte mir später, er habe auch nur durch mich davon erfahren. Und ich wurde durch eine NDR-Reportage auf den Heimatschutz aufmerksam (Youtube-Algorithmus sei Dank).
Ergo: Liebe Bundeswehr, wenn man eine Verwendung bzw. einen bestimmten Ausbildungsweg nicht bewirbt, dann kommen auch kaum Bewerber. Wer hätte sowas ahnen können.
@Closius sagt:
21.08.2025 um 13:18 Uhr
„Der neue freiwillige Wehrpflicht, soll zwar diesen Monat vom Kabinett beschlossen werden, aber dies ist noch nicht erfolgt. Union & SPD streiten sich noch wie die Kesselflicker um das neue Wehrpflichtmodell.“
Zumindest sind die benötigten 20.000 Planstellen A4 im Haushaltsentwurf 2026 ausgebracht, wenn der neue Wehrdienst zum 01.01.2026 in Kraft sein würde und der Haushalt 2026 ebenfalls beschlossen ist.
(Insgesamt plus 30.000 Planstellen gegenüber dem Haushalt 2025)
https://dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-%C3%BCber-die-feststellung-des-bundeshaushaltsplans-f%C3%BCr-das-haushaltsjahr-2026/324698
Alle FWDL die dann im Dienst sind und noch genügend Restdienstzeit haben, können ja dann zum SaZ wechseln.
Und Neueinstellungen wären dann ab 01.01.2026 eh nur noch als SaZ möglich.
Sollte bis dahin der Tarifabschluss ÖD auch 1:1 übertragen sein, würde dann das Einstiegsgehalt ab 01.04.2026 bei ca. 2.350 – 2500 €/netto liegen.
Es bleibt abzuwarten ob dies zu deutlich mehr freiwilligen Einstellungen führt…
Und … diese SaZ-kurz sollen dann alle in der Grundbefähigung zum Heimatschützer ausgebildet werden.
Somit wird das alte Projekt nicht mehr benötigt.
ich glaube eher nicht, dass der FWDL im Heimatschutz gestrichen wurde. Mein Dienst beginnt als FWDLer im Heimatschutz in 2 Wochen und ich habe keine Informationen seitdem bekommen, dass der gestrichen wurde. darüber hinaus kann man das Thema FWDL im Heimatschutz auch noch auf der Bundeswehrwebseite. könntet Ihr von Augen geradeaus nochmal genauer nachforschen?
[Siehe dazu Nachtrag oben mit den Angaben des Bundeswehr-Personalamtes. T.W.]
@Jonas Krol
Ich habe ebenfalls gehört, daß die Ausbildung neuer Ungedienter erst einmal ausgesetzt ist. Das kann aber auch an organisatorischen Gründen liegen, die LKdo sind da ja nicht mehr dafür zuständig. Bewerber bzw. Interessenten gab es deutlich mehr als verfügbare Plätze.
Ob der Sinnhaftigkeit dieses Ausbildungsganges – Kosten / Nutzen – kann man allerdings geteilter Ansicht sein.
@Der_Picard
„mit Zwangs Übungen pro Jahr“
Da bin ich gespannt wie man das rechtssicher eintütet.
Apollo 11, 21.08.2025 um 16:29 Uhr:
„…Meiner Vermutung nach wird es einen echten „push“ der Zahlen des BW-Personals wohl erst nach Einführung der angekündigten „2000 € Netto“ geben…“
Gut möglich. Bin selbst entfernt betroffen. Neffe hat in der „Jugend“ etwas zuviel Chuck Norris, Jason Statham und Gerard Butler Filme geschaut. Zumindest träumt er nun von einer Karriere bei der Bw mit dem Schutz des Guten gegen das Böse und dazu viel Geld verdienen.
Er war kürzlich beim KC zur Beratung und kam euphorisch zurück. Er hätte genau den richtigen Mindset in der heutigen Zeit und eine Karriere bei den Spezialkräften der Bw wäre wohl genau das richtige für ihn. Wenn er sich für eine Verpflichtung entscheiden würde, dann würde er wohl zu einem PzGren Truppenteil eingezogen, aber auch nur, weil die Spezialkräfte keine Einstellungstruppenteile seien. Er soll dann aber sofort einen Antrag auf Verwendung bei den SpezKr stellen.
Ebenso wußte er ganz genau, wann er für welche Tätigkeit wieviel Geld bekommt. Seit dem läuft er mit der Körperhaltung „Held in Ausbildung“ und den gigantischen € Zeichen in den Augen herum.
Sobald er 18 ist, wird er wohl unterschreiben.
Null Info zu Laufbahnmodellen, Null Info zu Voraussetzungen, Null Info zu “what if´s“. etc.
Ob das alles so richtig ist?
Nach all den Jahren bleibt mir der Befund, daß die BW im Kern auf Dysfunktionalität und mangelnde Wehrfähigkeit hin ausgerichtet ist.
@Engels
Bitte bedenken Sie, daß am 01.10.1975 auch nur eingezogen wurde, wer T1 war. Das hatte natürlich mit der grundsätzlichen Wehrgrechtigkeit und Wehrfähigkeit überhaupt nichts zu tun. Es gab eben nur zu viele Wehrfähige Männer. Für den Stellenplan. Nun denn.
Bin ja selbst aktiver SAZ – verstehe aber das diese Thematik FWDL im Heimatschutz nicht.
Diverse Einheiten im Heer wurden ja dazu „verdonnert“ an zum Teil dislozierten Standorten ein sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ auf die Beine zu stellen – d.H. Heimatschutzkräfte auszubilden. ( 6 Monate / Max. 11 Monate Dienstzeit). Dort wurden dann teilweise nichtmal genügend Personal generiert, welches zum besagten Zeitpunkt eingestellt werden sollte.
Das ganze ist nun also Hinfällig? Oder verstehe ich da jetzt etwas falsch?
Bin Jahrgang 1951 und habe 71/72 als Wehrpflichtiger 18 Monate gedient (FernmeldeAusbKp). Aus Überzeugung und mit Einsatz. Auch damals gab es große Probleme im Personalbereich (zu wenig SaZ-ler)! Zu der Zeit stehendes Heer >500 TSD. Es wurden einige wenige angesprochen, ob sie sich als Ausbilder und Uffz sehen könnten.
Zum Verständnis wie es damals lief, kurz mein Werdegang:
3 Monate Grundausbildung (Waffenkunde/infanteristische Grundkenntnisse, wenig Fachausbildung). 3 Monate Spezial-Grundausbildung (überwiegend Fachausbildung), Vollausbildung als Hilfsausbilder (einem erfahrenen Ausbilder zugeordnet).
Diese Sichtungsgruppe „Hilfsausbilder“ bestand aus 9 Kameraden; 5 wurden zum Uffz-Lehrgang abkommandiert (1 Richtfunk in Oldenburg, 4 Funkfernschreib in Buxtehude, Fernmelde-Bataillon 3)..
Erste Verwendung: Ausbilder/Gruppenführer FernmAusbKp. Zweite Verwendung: Ausbilder/Gruppenführer Uffz-Lehrgang im Fernmelde-Bataillon 1.
Warum erzähle ich das alles?
Das damalige System bestand aus Gesetz (WehrPFLICHT) und und gewisser Förderung (es gab während der Grundausbildung etliche Verpflichtungen).
Fazit: Ich glaube nicht, dass das „Schwedische Modell“ bei uns zum personellen Zielaufwuchs führt, da ja schon wieder aufgeweicht. Obwohl Geld natürlich ein Motivator sein kann. Deshalb stelle ich mir vor, dass jede/r Wehrerfasste (auch Frauen!) nach Einschätzung Musterung folgernden Weg nimmt:
1. 1 bis 6 Monate: Waffenkunde, Grundzüge Infanteristischer Kampf (Heimatschutz)
2. 7 bis 12 Monate: Erweiterung Kenntnisse /Spezialisierung(en)
3. 13 bis 18 Monate: Ausbildung in den Kampfeinheiten für die Kampfeinheiten (als echte, einsatzfähige Reserve)
Ich bin überzeugt, dass in allen drei Stufen bei ordentlicher, allerdings differenzierter Besoldung, im laufenden Betrieb ein erheblicher Aufwuchs erreicht werden kann!
Und immer wider: Es muss gelingen, unserer sonnenverwöhnten, Latte Macchiato trinkenden ahnungslosen jungen Generation zu erklären, in welcher Gefahr wir leben. Gefährlicher als im „Kalten Krieg“. Das gilt für alle!!!! Gesellschaftsschichten. Verdrängungsmechanismen sind nicht hilfreich!
Hier ist die Politik gefragt, Ist schon wieder ruhiger geworden in Sachen Kriegsvorbereitung zur Verteidigung in unserem Lande. Nützt nichts, es muss in unseren Hirnen sein. Wir haben einen Kriegstreiber und -verbrecher vor der Haustür. Einen, der vor nichts zurück schreckt, Soldaten- und Zivilistenleben opfert ohne Ende. Und sogar hofiert wird.
Wehret den Anfängen! Schutz und Stärke bilden die Basis für Freiheit!
Interview mit Generalleutnant Sieger auf esut.de am 21.08.2025
Zitat:
„ES&T: Herr Sieger, seit Jahren ist das Ziel von rund 203.000 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr
nicht erreicht worden. Was sind aus Ihrer Sicht die Hauptgründe – und was muss jetzt anders laufen?
Sieger: Ich glaube, man muss zunächst mit dem ein oder anderen Missverständnis aufräumen.
Die Vorgabe von 203.000 Soldatinnen und Soldaten war auf einen Zeitraum bis 2031 angelegt –
ein langfristiger Aufwuchspfad, Jahr für Jahr. Mit den Maßnahmen der Task Force Personal,
die ich mitverantwortet habe, wären wir in der Lage gewesen, dieses Ziel zu stemmen.“
Und weiter belügen wir uns selbst.
Der Aufwuchs auf 203.000 sollte gemäß den ersten Festlegungen bis 2025 (!) vollzogen sein.
Weil aber bei den Einstellungen seit ca. 2019 nur gerade so der jährliche reguläre Ergänzungsbedarf
von +/- 20.000 realisiert werden konnte… wurde die Zielmarke auf 2031 verändert.
Um die 203.000 zu erreichen, hätten jährlich (!) 3.000 zusätzliche (!) Einstellungen, insbesondere SaZ-lang, erfolgen müssen.
Davon ist die Bundeswehr meilenweit entfernt, denn keine der getroffenen Maßnahmen, auch die der
Task Force Personal, haben in diesem Punkt zu einer signifikanten (!) und vor allem nachhaltigen (!) Verbesserung geführt! Weshalb intern schon lange keiner mehr mit der Zielmarke 2031 geplant hat…
Und sollten die Soll-Zahlen bei den aktiven Soldaten auf 260.000, mit einem großen Anteil SaZ-lang, erhöht
werden, müssten zu den normalen Abgängen von 20.000 pro Jahr mindestens 6.000 zusätzliche Einstellungen
an SaZ-lang erfolgen. Denn das Potenzial das ich aus dem Pool der SaZ-kurz (bzw. Wehrpflichtigen) gewinnen
werde, wird diese Lücke nicht mal ansatzweise schließen können.
Aber alles ist ja gut, denn wie sagte doch Herr Generalleutnant Sieger:
„Mit den Maßnahmen der Task Force Personal, die ich mitverantwortet habe, wären wir in der Lage gewesen, dieses Ziel zu stemmen.“
Gab es da nicht bestimmte Truppenteile, zu denen Leute eingezogen wurden, die sich für eine Verwendung bei den Spezialkräften interessiert haben und die dort eine vorbereitende Ausbildung bekommen haben? Gibt es das nicht mehr?
Jeder weiß, es geht am Ende nicht ohne die Wehrpflicht um die nötigen „Landesverteidiger“ zu Ertüchtigung.
Problem, man hat die junge „Gesellschaftselite“ in der Vergangenheit Jahr für Jahr dermaßen in Watte verpackt, daß sich die Politik nu Angsterfüllt vor den nötigen Entscheidung wegduckt. Stimmen verlieren scheint hier ein scharfes Schwert und verhindert Vernunft und nötige Veränderungen, auch im Umgang mit der jungen Generation.
Genug mit Popoklatschen und Backe streicheln.
In jede Stube der derzeitigen Kasernen ein zusätzliches Bett, Kamerad Pistorius. Platz wäre da. Komm langsam in Wallung.
@ORR
Das ist völlig normal & ohne diese Bewerber ginge es dem Personalkörper ziemlich schlecht.
Bis auf den Spezialkräftewunsch & die €-Augen war ich auch so.
Die Militär-Propaganda wirkt. Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil. 🤘
Gut wird der Dienst aber erst wieder, wenn die unsäglichen KC zu WKE wieder umgebildet wurden.
@all
Dringende Bitte an die Herren, die ihren Wehrdienst vor Jahrzehnten geleistet haben, als die Gummistiefel noch aus Holz waren: Die Hinweise an die verweichlichte junge Generation sind nicht besonders prickelnd und müssen nicht sein.
Felix2 sagt:
22.08.2025 um 6:35 Uhr
„Mit den Maßnahmen der Task Force Personal, die ich mitverantwortet habe, wären wir in der Lage gewesen, dieses Ziel zu stemmen.“
Und dann erzählt er uns hier was von: „kneifen zählt nicht!“ Ernsthaft! Er möge mich gerne mal „kneifen“, so dass ich weiss, ob es sich beim aktuellen Zustand um die Realität oder doch „nur“ einen Albtraum handelt. Letztes wäre die bessere Alternative.
Ganz ehrlich, Das sind alles Leute, die richtig gut darin sind professionell Probleme zu verwalten. Probleme lösen, ist einfach nicht mehr Teil deren beruflicher Daseinsberechtigung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dieser Personenkreis das überhaupt mitbekommt und da nicht in einer Art Selbstbestätigungsschleife gefangen ist. Auf jeden Fall scheinen ja alle Beteiligten von ihrer Wirksamkeit im Apparat vollends überzeugt zu sein.
In den letzten Jahr(zehnt)en ist aber in experimenteller Rat- und Hilflosigkeit an derart vielen Stellschrauben des Personalvehikels Bundeswehr gedreht worden, dass deren Gewinde so ausgenuddelt sein müssten, dass das Vehikel wohl einfach in sich zusammenfällt, wenn noch einmal eine*r mit dem Schraubenzieher anrückt.
„In jede Stube der derzeitigen Kasernen ein zusätzliches Bett, Kamerad Pistorius. Platz wäre da.
LoL und Rofl. Der war gut! Danke für den Lacher!
Welche Stuben? Welche Betten? Und vor allem: welcher Platz?
Die Kommunikation der Bundeswehr & hier des Personalamts der BW ist eine Katastrophe. Der FWDL Heimatschutz wurde einst mit großem Tam Tam gestartet. Daß die Befürworter AKK & Tauber nicht mehr im Amt sind wissen wir und wir alle konnten sehen, daß die Zahl von 1.000 FWDL Heimatschutz nie auch nur annähernd erreicht wurde wissen wir alle. Aber ich kann nicht verstehen, warum das System FWDL im Heimatschutz faktisch eingestellt wird, solange der Bundestag noch keine neue Wehrpflicht entschieden hat!
Es wurden verschiedene Entwürfe des neuen schwedischen Modells der BW bisher veröffentlicht oder von Medien aus diesen zitiert. Nur eine Version sah eine Wehrdienstdauer von mindestens 12 Monaten vor, die verlängert werden konnte auf bis 23 Monate. Alle anderen Entwürfe sahen nur 6 Monate vor, also nur eine Kurzausbildung für den Heimatschutz. Merkwürdigerweise wird die Wehrpflichtdauer bis jetzt überhaupt nicht diskutiert in Deutschland.
Die BW soll der Nato mindestens 15 Kampfbrigaden stellen. Es sind nur 7,5 Brigaden vorhanden. Die Kampftruppen des Heeres nebst Kampfunterstützern müssen damit faktisch verdoppelt werden! Dafür brauche ich aber Soldaten die sich mindestens 12 Monate verpflichten nebst mehr Offiziere & Unteroffiziere. Wo sollen die Offiziere & Unteroffiziere herkommen, wenn dieses Jahr offensichtlich nicht mehr Offiziersanwärter eingestellt worden sind? Denn anderenfalls hätte die Zahl der Soldaten & der Soldaten im Personalbereich weit mehr steigen müssen.
Da aber fast alle Entwürfe zum neuen Wehrdienst nur 6 Monat vorsehen, bekommt die BW nur kurzdienende Wehrpflichtige, womit die Reserve erhöht werden kann, aber keine Wehrpflichtigen für dien neuen Kampfbrigaden. Selbst ein echter Wehrdienst von nur 6 Monaten hilft da gar nichts. Es ist nur die reine Hoffnung, daß sich genug neue Wehrpflichtige auf 12 – 23 Monate verpflichten.
Solange wir kein neues Wehrpflichtgesetz haben, und alles dafür spricht, daß dies keinen Automatismus zur Wehrpflicht haben wird und niemanden zum FWDL lang verpflichtet wird, ist der Personalaufwuchs überhaupt nicht zu erreichen.
Es ist nichts in Sachen Führerschein bei der BW entschieden, nichts zur Bevorzugung von Gedienten fürs Studium entschieden & ich glaube nicht, dass mit 2.000 0der 2.500 EURO netto die BW einen Ansturm erleben wird. Und selbst wenn, werden diese in der Probezeit wieder kündigen, weil es an anständigen Kasernen, ausreichend Waffen & sinnvoller Beschäftigung fehlt!
Jede Umstellung des FWDL in FWDL kurz oder lang hätte kommuniziert werden müssen, damit die Bewerber auch wissen, was sich für sie ändert. Der Nachtrag des Personalamtes ist kryptisch, wenn die FWDL lang in den normalen Heeresdivisionen dienen sollen, was ist mit Luftwaffe, Marine oder CIR? Außerdem wäre interessant zu wissen, wer hat entschieden den FWDL Heimatschutz faktisch einzustampfen und alle normalen FWDL, die sich nur auf 7 – 11 Monate verpflichten, nicht mehr in den normalen Heereseineinheiten zu verwenden, sondern nur noch in den Heimatschutzregimentern? Die Angst sich in den Heimatschutzregimentern nur zu langweilen, könnte viele FWDL kurz abschrecken, die dann lieber gar nicht zur Bundeswehr kommen.
Die Heimtschutzdivision wurde zum 1. April 2025 aufgestellt. Gleichzeitig solle das 6. Heimatschutzregiment aufgestellt werden. Das 6. Regiment existiert immer noch nicht & nach April hat es die Bundeswehrpresse nicht geschafft, nur einen einzigen Pressebericht über die Heimatschutzdivision oder seine bisher 5. Regimenter zu veröffentlichen. Man muss also den Eindruck haben, daß die Heimatschutzdivision ein ungeliebtes Kind des Heeres ist, welches vom Kommando Heer vernachlässigt wird. Denn wer mehr Heimatschutzsoldaten haben will, der müsste viele Veranstaltungen und Übungen der Heimatschutzdivision & der Heimatschutzregimenter veranstalten & kräftig die Presse einladen, damit die Bevölkerung mehr davon erfährt! Aber wenn die eigene Presse sogar über Monate schweigt…..
Was die angebliche Einstellung der Ausbildung ungedienter zu Heimatschutzsoldaten angeht, so war schon vor vielen Monaten zu lesen, daß das Heer gegen die Ausbildung der ungedienten zu Heimatschutzsoldaten in 20 Tagen sei. Aber ohne die Ausbildung von ungedienten(wo es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gibt) wird die BW nie von aktuell nur 49.000(die Zahl wurde gestern von dem Blog Sicherheit & Verteidigung auf Twitter gemeldet) beorderten Reservisten auf 200.000 Reservisten kommen.
@ Closius Das Regiment 6 arbeitet schon. Am 1.Oktober ist der Indienststellungsappell in Möckern.
@ Tobias Litzenberger, 22.08.2025 um 8:38 Uhr:
„Das ist völlig normal & ohne diese Bewerber ginge es dem Personalkörper ziemlich schlecht.
…Die Militär-Propaganda wirkt. Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil. 🤘“
Das erinnert mehr an „durch schicke, aber gelogene Bilder und völlig überzogene Besoldung benebeln (=besoffen machen), wenn die Unterschrift drauf ist mit der Wahrheit herauskommen und hoffen, dass nicht zu viele kündigen.“ Vor 200 Jahren hieß dieses Prinzip „Shanghaien“.
Das ist mehr Söldnertum als Dienst aus Überzeugung für die FDGO.
Damit ist die Innere Führung (also das vielgepriesene Markenzeichen) mausetot.
Aber wahrscheinlich erwarte ich nur zuviel. 🙈
@ snappy 22.08.2025 um 10:01 Uhr:
„…Und dann erzählt er uns hier was von: „kneifen zählt nicht!“ Ernsthaft! Er möge mich gerne mal „kneifen“, so dass ich weiss, ob es sich beim aktuellen Zustand um die Realität oder doch „nur“ einen Albtraum handelt. Letztes wäre die bessere Alternative….“
Was verbindet min. 80 % der aktiven oder ehemaligen Beschäftigten des „Personalapparates“?
Richtig, sie arbeiten primär an und für sich. Die Wahrheit = Realität schonungslos ansprechen macht unbequem und ist damit nicht förderlich. Daher einfach schönreden. Und für den Fall, dass etwas „den Bach runtergeht“ für ausreichend Ausreden sorgen (i.R. der wohlkoordinierten Verantwortungsdiffusion ist das nicht schwer), sodass es mir selbst nicht angelastet werden kann.
Eigentlich ein einfaches Rezept für die Karriere. (SARC)
„… In jede Stube der derzeitigen Kasernen ein zusätzliches Bett, Kamerad Pistorius. Platz wäre da. Komm langsam in Wallung. …“
Wann waren Sie zuletzt in einer Kaserne? Meine ehemalige (NVA-)Kaserne wurde komplett saniert und komplett mit dem neuen Mobiliar ausgestattet. Vorgesehen war die Belegung der Stuben mit 4 Männlein bzw. Weiblein – allerdings wurde nicht bedacht, dass das neue Mobiliar mehr Platz beansprucht als das alte. Hier ist die Belegung mit 4 Mann schon grenzwertig, da passt definitiv kein 5. Bett rein, geschweige denn Schrank und Stuhl. Und das war übrigens schon bei meiner letzten Wehrübung als Spieß einer Rekrutenkompanie eines PzGrenBtl so. Seitdem sind noch nicht gerade geringe Teile eines LogBtl in die Kaserne eingezogen.
Heimschläferstuben? Schon lange Fehlanzeige. Wohnheimplätze für ledige Offz/Fw? Mangelware. Unterkunft für berechtigte TG- Empfänger? Vielleicht.
„Interview mit Generalleutnant Sieger auf esut.de am 21.08.2025…“ – kannst Du Dir nicht ausdenken!
Bonmot zum Artikel-Aufmacherfoto ( landende A 400 M):
Hier gibts ein gutes Video der Landung auf der (dänischen) Nachbarinsel von Sylt vor einer Woche:
https://www.hartpunkt.de/video-luftwaffe-uebt-landung-mit-der-a400m-am-strand/
(1000 m Sandpiste)
Wird man gefragt wie „gefährlich“ das denn ist lautet die Antwort:
Die Piloten haben eher Spass. Im echten Einsatz könnten sie ja beschossen werden…
@Closius
Laut Wikipedia sind gut 37 Tsd. Planstellen für Offiziere besetzt. Das sollte auch ohne zusätzliche OA ausreichen, um die Bundeswehr auf eine Stärke von 260000 zu vergrößern.
snappy sagt: 22.08.2025 um 10:24 Uhr
„In jede Stube der derzeitigen Kasernen ein zusätzliches Bett, Kamerad Pistorius. Platz wäre da.
LoL und Rofl. Der war gut! Danke für den Lacher!
Welche Stuben? Welche Betten? Und vor allem: welcher Platz?
Das lasse ich nicht gelten und unkommentiert so stehen.
Man benötigt nicht immer Goldrandlösungen für … „Platz und Betten“..
Wir sind durchaus in der Lage gewesen, Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mit der kompletten dazu gehörenden Infrastruktur in kürzester Zeit aus dem Boden zu stampfen. Das geht auch mit Kasernen … wen man den den Willen dazu hat.
Vielleicht sind nur die falschen Entscheider involviert und sollte dort als erstes ansetzen.
Wollen ist Können.
@ Thomas Melber
Im Gegensatz zu den FWDL Heimatschutz („Dein Jahr für Deutschland“) sind die Abolventinnen und Absolventen der Ausbildung von Ungedienten für die Reserve zahlreich und hoch engagiert in den baden-württembergischen RSU- bzw. HSchKp angekommen und konnten weiter ausgebildet werden.
Die FWDL Heimatschutz („Dein Jahr für Deutschland“) wurden im Anschluss an die aktive Dienstzeit zwar grundbeordert und unterlagen damit aber keinem Übungszwang. Viele begannen nach der aktiven Dienstzeit eine Berufsausbildung oder ein Studium und wurden nie gesehen.
@ Andritz
Sie haben offenbar die Restriktionen bei Corona vergessen, bei denen die erwachsenen Personen zur Arbeit, die Kinder aber nicht in die Schule durften und ihre Freunde nicht treffen durften.
Die Sparmaßnahmen bei der Bildung. Das umwidmen von Turnhallen für geflüchtete Menschen usw.
Die letzten 10 Jahre hatten für die Jugend durchaus einiges an Entbehrungen zu bieten.
Und alle Personen nur aufgrund ihres Alters als verweichlicht zu kategorisieren zeugt nicht von einer guten Diskussionskultur.
Für die Wehrfähigkeit finde ich wichtiger das man herausstellt wofür man als Deutscher Soldat kämpft, statt ein Feindbild zu konstruieren.
Denn immerhin hat man seit 1990 gelernt mit ehemaligen NVA Soldaten, Polen, Tschechen, Slowaken, Balten usw. Zusammen für dieselben Werte von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu kämpfen. Etwas was den Menschen dieser Länder/Armee wahrscheinlich auch vorher schon wichtig war.
Die Politik hat derzeit ja wirklich einen Haufen gewaltiger Altlasten.
Und übereinstimmende Gemeinsamkeit ist: Die jetzige Generation „darf“ es anpacken.
Infrastruktur, Bildung, Rente, Kranken-/Pflegekassen, Wirtschaft, Energie…. und wehrfähig wollen wir auch wieder werden.
Eine satte Mehrheit der Bevölkerung schaut von der Seitenlinie aus mit ner Tüte Popcorn der Show zu und dankt für die Wählermehrheit, auch Dank niedriger eigener Reproduktion.
Kann man den Politikern verdenken, dass die zu allen (ebenfalls nicht freiwilligen) Beiträgen, die der jetzigen jungen Generation aufgelastet werden, nicht auch noch den direkt spürbaren Zwangsdienst scharf schalten wollen?
Bei ein paar Prozentpunkten Kassenabgabe oder ein paar Cent auf Sprit und Strom knirscht die Kauleiste, aber es geht weiter.
Bei tatsächlicher Wehrpflicht wird es meiner Meinung nach knallen, mit Zehntausenden auf der Straße.
Glaubt ihr nicht? Muss mit Logik nichts zu tun haben, da reichen nur ein paar reichweitenstarke Galionsfiguren vom Format FFF/Greta/Omas gegen Rechts etc
Also wird P auf kleinster Flamme weiter machen und wir können uns Gott sei Dank auch noch in 2026ff über die gleichen Zahlen ergotzen. Narrhalla…Marsch!
@Closius sagt:
22.08.2025 um 12:34 Uhr
„Nur eine Version sah eine Wehrdienstdauer von mindestens 12 Monaten vor, die verlängert werden konnte auf bis 23 Monate. Alle anderen Entwürfe sahen nur 6 Monate vor, also nur eine Kurzausbildung für den Heimatschutz. Merkwürdigerweise wird die Wehrpflichtdauer bis jetzt überhaupt nicht diskutiert in Deutschland.“
Der aktuelle Referentenentwurf, zu finden auf BMVg.de, sieht ja 2 Dienstverhältnisse vor:
Den SaZ und den Wehrpflichtigen.
Regel ist der SaZ.
Den Wehrpflichtigen gibt es erst auf Beschluss Regierung und Bundestag.
Bei den SaZ plant man eine Unterscheidung in SaZ-kurz (6-12 Monate) und SaZ-lang (12-23) Monate.
Als neues Ausbildungsmodell wird bereits in diversen Verbänden die sog. Basisausbildung durchgeführt, die dann flächendeckend kommen soll.
Dauer 6 Monate. 1. Ziel: Erwerb der Befähigung Wachsoldat und Heimatschützer.
D.h. alle SaZ-kurz und -lang durchlaufen zunächst diese Basisausbildung.
Vor diesem Hintergrund ist es wohl geplant die SaZ-kurz in den Heimatschutzregimentern einzusetzen, da sie auf Grund der kurzen Dienstzeit
nur diese Befähigungen erwerben.
Die SaZ-lang erwerben ja noch eine zusätzliche Dienstpostenausbildung, z.B. IT-Sdt. Diese werden somit in allen anderen Bereichen der Bw eingesetzt werden.
Und zum Thema Wehrpflichtige.
Da sieht der Gesetzentwurf ja vor, dass über die konkrete Dauer zwischen 6 und 12 Monaten entschieden wird, wenn Regierung und Bundestag den verpflichtenden Wehrdienst in Kraft setzen:
„Die Dauer des Grundwehrdienstes ist in der Rechtsverordnung in Monaten festzulegen. Sie beträgt mindestens sechs und höchstens zwölf Monate“
“ (2) Die Dauer des Grundwehrdienstes wird in der Rechtsverordnung nach § 2a festgelegt. Er wird zusammenhängend geleistet.“
Die neue Wehrpflicht geht nächste Woche auf die Ziellinie, nach der bisherigen Regierungsplanung. Denn laut Defence Network soll am nächsten Mittwoch, nach 33 Jahren, das Bundeskabinett mal wieder im Verteidigungsministerium tagen. Und andere Medien berichten, daß damit nicht nur ein Zeichen für die Bundeswehr gesetzt werden soll, sondern das neue Wehrpflichtgesetz am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.
Noch bin ich skeptisch, wegen dem andauernden Streit zwischen Union und SPD über den bisherigen Gesetzesentwurf von Verteidigungsminister Pistorius, der bisher keinen Automatismus für die Wehrpflicht vorsieht & auch keine Zahlenquoten, deren Verfehlung den Wehrdienst wieder in Kraft setzen würden(wie dies wohl in Schweden der Fall ist.). Sondern die verpflichtende Wehrpflicht soll von einem extra Beschluß der Regierung & des Bundestages abhängen.
Aufgrund der gescheiterten Richterwahl vermute ich, daß das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zur freiwilligen Wehrpflicht beschließen wird, weil die Regierung Angst hat vor einer neuen Regierungskrise hat, aber ich vermute weiter, daß der Streit um die verpflichtende Wehrpflicht weiter toben wird bis in ein paar Monaten das Wehrpflichtgesetz den Bundestag passieren wird. Aber ich schließe nicht aus, daß der Gesetzesentwurf vor Mittwoch noch plötzlich von der Tagesordnung des Kabinetts genommen wird wegen der Uneinigkeit der Großen Koalition.
Die fehlenden festen Zahlen, die die BW pro Jahr oder Quartal erreichen muss, sind auch deshalb nicht gut, weil sie die Bundeswehrplanung beliebig machen, verpasste Ziele wieder verschoben oder verschleiert werden könnten. Deshalb wäre ein echtes Schwedisches Modell die beste Lösung, statt die Regierungskrise „echten Wehrpflichtbeschluß“ in die Zukunft zu verschieben.
„Closius sagt:
23.08.2025 um 10:34 Uhr
Die neue Wehrpflicht geht nächste Woche auf die Ziellinie, nach der bisherigen Regierungsplanung.“
Falsche Metapher. Es überschreitet nun endlich die Startlinie. Anschließend wäre der Bundestag dran. Es kann sich in diesem Prozess noch einiges ändern (sowohl zum positiven aber auch zum negativen – obwohl letzteres wahrscheinlicher ist).
Heute auf noz.de
„Bundeswehr-Personalprobleme
Dieser General muss Wehrdienst von Pistorius umsetzen: Können Sie das überhaupt, Herr Sieger?“
Zumindest hat Herr General Sieger richtig erkannt:
„Klar ist, dass die bisherigen Maßnahmen auch der Taskforce Personal bei solchen Zielen nicht mehr reichen.“
An seiner abschließenden Prognose habe ich aber meine Zweifel.
Solange man sich im BAPersBw hinter
vermeintlichen bürokratischen Zwängen und Vorgaben aus dem Hause BMVg versteckt – und dies tut man immernoch in vielen Fällen im Jahr 3 der Zeitenwende -, wird dies nichts.
Was ich Herrn General Sieger natürlich zugute halten muss:
Vorgaben des Gesetzgebers zum Personalbereich liegen nicht in seiner Verantwortung.
Hier ist der Verteidigungsminister und die Damen und Herren im Bundestag in der Verantwortung.
Ich bewundere ja die Beharrlichkeit zahlreicher Foristen, sich immer wieder mit dem Thema zu befassen.
Chapeau!
Post 1 @all
Danke für die Bereitschaft, sich mit meiner Perspektive konstruktiv auseinanderzusetzen.
Das Übertreffen von wie auch das Absinken unter die Linie 183.000 folgt der jährlichen Schwankung, die ich im letzten Post angeführt habe.
Zu eSuT und Task Force Personal – Zielerreichung bis 2031. Hier war und ist meine Position, dass es zunächst darum ging, den steilen Abwärtstrend aus 2022/2023 zu stoppen. In Summe Verlust ca. einer Brigade (-). Das ist in 2024 insbesondere durch die steigende Zahl an FWDL nahezu vollständig gelungen. Teil 2 der Maßnahmen war der Aufwuchs auch bei SaZ beginnend im Jahr 2025. Teil 3 waren Maßnahmen des sog. „Themenspeichers“, der bis heute als Grundlage für entsprechende Maßnahmen gilt. Dass dies nicht über Nacht möglich ist, wissen alle Mitdiskutanten. Auf die Problematik regional und saisonal fehlender Ausbildungsplätze und fehlende Infrastruktur, gehe ich an dieser Stelle nicht erneut ein. Mit der Weisungslage „+ 5.000 FWDL“ haben sich für 2025 die geltenden Vorgaben im Zahlenwerk (Weisung BMVg // Bedarfslage Streitkräfte) geändert. Mehr im nächsten Post morgen
Offene Frage zur Aufbau einer „Musterungsorganisation“. Es geht nicht darum, aus dem bestehenden zivilen Personalkörper quasi als Steinbruch das dafür benötigte Personal herauszunehmen, sondern innerhalb von 18 Monate eine Musterungsorganisation wiederaufzubauen, die nahezu ausschließlich zivil betrieben wird und deshalb auch das dafür notwendige zivile Personal neu einstellen muss.
Herr Sieger, Ihre Darstellung klingt wohlgeordnet, doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sich gravierende Widersprüche und fundamentale Fehler: Das ständige Überschreiten oder Unterschreiten der Marke 183.000 als „jährliche Schwankung“ zu deklarieren ist keine Erklärung, sondern eine Verschleierung fehlender Steuerungsfähigkeit, Schwankung heißt eben nicht, dass das Problem beherrscht wäre. Der Verlust einer ganzen Brigade wird von Ihnen wie eine Randnotiz behandelt, tatsächlich ist er sicherheitspolitisch verheerend und belegt nicht ein Rutschen, sondern ein strukturelles Versagen. Ihre Betonung steigender FWDL-Zahlen ist ein Placebo – wie soll eine funktionsfähige Kernstruktur auf Zeitverpflichtete mit nur Monaten an Dienstzeit aufbauen? Das ist weder nachhaltig noch realistisch, sondern ein Versuch, Löcher mit Stroh zu stopfen. Ihr sogenannter „Themenspeicher“ ist seit Jahren die gleiche Worthülse, ohne dass praktische, belastbare Ergebnisse sichtbar werden – ein Paradebeispiel für Verwaltungsrhetorik statt Umsetzung. Vollends abenteuerlich ist der Vorschlag, binnen 18 Monaten eine komplett neue, zivil betriebene Musterungsorganisation aus dem Nichts aufzubauen – ohne Personalstamm, ohne Infrastruktur, ohne gewachsene Kompetenzen. „Neu einstellen“ klingt einfach, ignoriert aber den real existierenden Fachkräftemangel und die Tatsache, dass diese Stellen nirgendsher aus dem Hut gezaubert werden können. Damit verdrängen Sie die entscheidenden Fragen nach Ausbildern, Unterkünften, Material und Ausbildungskapazitäten, indem Sie das altbekannte Muster „Probleme existieren, aber Maßnahmen kommen irgendwann“ wiederholen. Ihr Beitrag ist nichts weiter als eine Aneinanderreihung selbstrechtfertigender Formeln, die Scheinerfolge als Fortschritt tarnen, während in Wahrheit Substanz verloren geht, Freiwillige missbraucht werden, Schlagworte die Analyse ersetzen und wolkige Musterungsideen das Unmögliche vorgaukeln. Wer so argumentiert, betreibt nicht Problemlösung, sondern systematische Verschleierung.
@Zündling; Hubert, so wie ich das verstehe geht es beim Aufbau der Musterungsorganisation rein darum die Struktur der alten Kreiswehrersatzämter wieder aufzubauen.
Klar müssen die dort gemusterten die dann zum Bund wollen ( bzw irgendwann wenn die Wehrpflicht wieder kommt müssen) auch irgendwo untergebracht werden, brauchen Material und irgendwer muss die auch ausbilden.
Aber soweit ist man noch nicht. Noch klammert man sich offenbar an den Strohhalm das der Fragebogen und die Umwandlung vom FWDL zum SaZ kurz genügend Freiwillige generiert.
Feine Sache, dass General Sieger offenkundig einer Kommunikationsstrategie folgt, nach der Posts auf ag Teil der Kampagne sind. Ich teile aber den Eindruck von Mitkommentierenden: Fokus im Messaging auf „Herausforderungen“, also wie schwierig alles ist. Schönes Beispiel ist die Anmerkung zu „500 AusbilderInnen auf 5000 Rekrutierte“, deren Genese vermeintlich die aktive Truppe in ihrer Einsatzbereitschaft schwächen würde – so hat das die „Ausbildungsarmee“ Bundeswehr im Jahre 1984 nicht gesehen, Herr General! Zudem: Wenn ich demnächst wieder (Achtung: Anekdotische Evidenz) einen Portepee-Unteroffizier der Fallschirmjägertruppe im Travel Management eines BwDLZ antreffe, oder zwei blutjunge topfitte Soldaten hauptamtlich die Zeiterfassung eines Verbandes berädern sehe, werde ich an General Steiger und seine Probleme denken müssen.
Trevor Faith sagt: 22.08.2025 um 17:36 Uhr
1.) Wo fordere ich denn in meinem kleinen Post „Goldrandlösungen“?
Es mangelt am Grundsätzlichen, am Notwendigsten. In den Kasernen in denen ich zuletzt tätig war, gibt es nicht einmal freie Gebäude oder Stuben, in die die Betten gestellt werden könnten. Seit mittlerweile Jahrzehnten bedeutet Pendeln für mich und mein ganzes berufliches Umfeld: Unterkunft auf dem freien Wohnungsmarkt mieten, mangels Kapazitäten in den Kasernen. Abgesehen von Schulen und Lehreinrichtungen (die noch Unterkünfte für Lehrgangsteilnehmer vorhalten) ist die Grundsatzlösung auch für kurze dienstliche Abordnungen oder Kommandierungen: ab ins Hotel.
2.) „Wollen ist Können.“
Das ist ein netter, aber etwas simpler Ansatz. Tatsächlich ist Wollen nur Wollen und Können ist Können. Ich kann viel wollen, aber gleichzeitig nichts davon können. Ich denke, da bewegen wir uns gerade (noch).
Robert Sieger sagt: 24.08.2025 um 15:42 Uhr
„Es geht nicht darum, aus dem bestehenden zivilen Personalkörper quasi als Steinbruch das dafür benötigte Personal herauszunehmen, sondern innerhalb von 18 Monate eine Musterungsorganisation wiederaufzubauen, die nahezu ausschließlich zivil betrieben wird und deshalb auch das dafür notwendige zivile Personal neu einstellen muss.“
Aber Herr Sieger, das wird doch so sicher nichts. Gerade im Bereich der zivilen Arbeitnehmer und Beamten in (!) der Bundeswehr finden Sie doch derzeit noch das Personal, dass sich mit Musterungswesen noch auskennt. Zwischenzeitlich haben die sich nur (wegen Aussetzung der Wehrpflicht) andere Tätigkeitsfelder in der Bw suchen müssen. Da wäre doch zumindest für den Anlauf und die Anfangsbefähigung der neuen Musterungsorganisation eine personelle Fundgrube die Bundeswehr selbst.
Finden Sie, es ist der richtige Weg, dieses noch vorhandene Wissen brach liegen zu lassen und stattdessen komplett neu quasi von „außen“ einzustellen?
@ Robert Sieger
Ich finde es beachtlich, dass Sie hier mitdiskutieren.
Gleichwohl kann ich die Floskeln nicht mehr hören. Am meisten stört mich aber, dass es nur um Quantität geht. Wir bräuchten querschnittlich deutlich fittere und besser ausgebildete Soldaten. Eine vernünftige Reserve, die die Bezeichnung auch verdient.
Als Beamter der Bundeswehr und Reservist ist es mir mittlerweile aber gleichgültig, was Sie im BMVg oder BAPersBw machen.
„Kann nicht, will nicht, darf nicht“ und Verantwortungsdiffusion. Hoffnungslos.