(Jetzt endgültige) Personalstärke Dezember 2024: Weniger ist Trend
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr lag zum Jahresende 2024 niedriger als ein Jahr zuvor – das hatte das Verteidigungsministerium bereits Anfang Februar in einer vorläufigen Statistik mitgeteilt. Nun liegt die detaillierte Übersicht für Dezember 2024 vor, und die Trends werden bestätigt: weniger Soldat*innen insgesamt, mehr Berufs- und weniger Zeitsoldaten.
Die nunmehr endgültige Statistik für Dezember 2024, am (heutigen) Dienstag kurz vor Ende Februar wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:
Insgesamt leisten 181.174 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.118
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 7.164
Streitkräftebasis 22.540
Zentraler Sanitätsdienst 20.371
Heer 61.151
Luftwaffe 27.385
Marine 15.449
Cyber- und Informationsraum 13.784
Unterstützungsbereich 1.644
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1007
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.921
Bereich Personal 7.640
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldaten 57.813
Soldaten auf Zeit 113.019
Freiwillig Wehrdienstleistende 10.119
Freiwillig Wehrdienstleistende im Heimatschutz 223
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
24.675 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Heer 4.706
Luftwaffe 2.805
Marine 1.753
Streitkräftebasis 2.642
Sanitätsdienst 8.372
Cyber- und Informationsraum 1.456
Unterstützungsbereich 147
Ministerium und andere Bereiche 2.794
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.172
Unteroffizierinnen mit Portepee 8.629
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.437
Mannschaften 5.437
Status
Berufssoldatin 5.405
Zeitsoldatin 17.439
Freiwillig Wehrdienstleistende 1.804
Freiwillig Wehrdienstleistende Heimatschutz 27
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.639 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.868
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 2.434
Streitkräftebasis 6.357
Zentraler Sanitätsdienst 4.429
Heer 2.501
Luftwaffe 4.746
Marine 1.832
Cyber- und Informationsraum 1.798
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 33.127
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.730
Bereich Personal 10.257
Militärseelsorge 469
Rechtspflege 91
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.639 zivilen Beschäftigten sind 31.892 Frauen (rund 39 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 10.476
im höheren Dienst 2.162
im gehobenen Dienst 4.360
im mittleren Dienst 3.933
im einfachen Dienst 21
Arbeitnehmerinnen 19.319
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.097
(Stand 31. Dezember 2024)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 17. Februar 2025:
Insgesamt sind 928 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup in Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
(Archivbild Januar 2025: Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 greifen bei der Übung Kalter Sturm auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz unter ABC-Schutz an – Mario Bähr/Bundeswehr)
Wie so oft stellt sich die Frage, warum in diesen Zahlen die Wehrdienstleistenden nach §4 ResG nicht ausgewiesen werden. Das sind meiner Schätzung nach ca. mindestens 1300 +X Dienstposten in den nichtaktiven Truppenteilen und der TerrVerbOrg. Die Zügel werden ständig enger angezogen, ab 2026 müssen alle körperlichen, militärischen und gesundheitlichen Leistungen/Bedingungen der Aktiven erbracht werden. Der Status entspricht dem eines aktiven Soldaten in Hinblick auf die zu erfüllenden Pflichten. Sind diese Offiziere in den Zahlen (7164) des direkt dem BMVg unterstellten Bereich mit drin? Und auch in den nichtaktiven Verbänden dann bei deren TSK /OrgB? Spätestens bei der Status-Übersicht wird es dann aber seltsam, denn da fehlen die immer. Und eigentlich sollen es ja künftig mehr dieser Dienstposten und damit „Nebenamtssoldaten“ werden. @TW: Eine Frage für die RegPK?
Wann fängt das BMVg endlich an, sich der Personalgewinnung ernsthaft zu widmen? Man hat den Eindruck, dass seit Jahren ein „weiter so“ im Schlafwandlermodus betrieben wird, entgegen allen selbst verkündeten Zielen und der sich weiter verschärfenden Risikolage. Anders lässt sich die negative Entwicklung nicht erklären.
Es ist nicht erkennbar, dass im Ministerium der Stellvertretende GI als Verantwortlicher für Reservisten außer Papiere zu schreiben Erfolg hat bei der Reservistengewinnung.
Findet eine Erfolgskontrolle statt? Das ist zu bezweifeln, ansonsten hätten längst personelle Konsequenzen gezogen werden müssen und damit meine ich nicht jemanden weg zu befördern.
Auch der GI hat hier Verantwortung dem BAPersBw die Personalgewinnung wg. Erfolglosigkeit und wahrscheinlich Ideenlosigkeit entweder abzunehmen, oder aber es anzuweisen, geeignete Pläne vorzulegen, wie die Bundeswehr personell aufwachsen kann und zwar nicht in 50 Jahren, sondern in 5. Es kann doch so nicht weitergehen!
Die Bundeswehr wird ohne eine Wehrpflicht oder etwas ähnliches jetzt garantiert nicht mehr aufwachsen. Die Generation Work Life Balance kommt mit der möglichen Aussicht auf eine Ukraine Mission sowieso nicht.
Schon vergessen? Wir hatten doch vor fast einem Jahr die „Task Force Personal“, die einen dicken Katalog von über 60 Maßnahmen erstellt hat – und die beiden, die das Papier erstellt haben, gingen danach umgehend auf die relevanten B8 Dienstposten in BMVg und BAPersBw, um das Konzept dann auch wirklich zügig umsetzen zu können.
Alles wird gut :-)
https://augengeradeaus.net/2024/04/neue-abteilungsleiterin-neuer-amtschef-fuers-personalwesen-der-bundeswehr/
@Christian Bühring: Und ewig grüßt das Murmeltier… Nach aktuellen persönlichen Erlebnissen mit **Generalität und A16/B3 Ebene ist mein aufgefrischter Eindruck, dass Nachwuchsgewinnung als irgendwie „nicht standesgemäße Aufgabe“ empfunden wird und daher nur alleine auf den „Schultern der Zuständigen“ lastet. Echte erfolgreiche Nachwuchsgewinnung erfordert aber eine Kommunikation in die ganze Gesellschaft hinein, vernetzt und getragen von allen (!) Repräsentanten der Bundeswehr. Daher müsste – als Grundlage vor der Nachwuchsgewinnung – eine deutlich besser vernetzte Informationsarbeit und Sichtbarkeit der Bundeswehr in der Gesellschaft stehen.
Auf Grund der Demographie, den Wünschen und Vorstellungen der GenZ & A, der Tatsache das wir die nächsten Jahre immer mehr einen Arbeitnehmermarkt haben werden…
…kann die Bundeswehr noch so viel in das Bewerber-Management investieren…
… sie wird trotzdem maximal gerade so die Abgänge an SaZ / FWDL ausgleichen können.
Ein deutlicher Aufwuchs bei den SaZ wird nicht möglich sein.
Wer das auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre und den o.g. Grundbedingungen glaubt, lebt in einer Traumwelt…
Auch der Ukrainekrieg und die Drohung mit dem Russen vor der Tür wird die Masse der Jugend nicht zu einer Verpflichtung als SaZ bewegen… Dies zeigen alle seriösen Umfragen.
Es werden immer noch zu viel gute Leute vergrault ! Die Rolle der unbeorderten Reservistenarbeit wird teilweise stark unterschätzt ! Ich habe als Offizier zwei nicht aktive Reservistenkompanien mit aufgebaut.. Gediente Soldaten motiviert,sich wieder beordern zu lassen.. Ich allein könnte 12 Soldaten wieder in Wehrübungen bringen.. Über die Reservistenkameradschaften und die
DVAGs ..
Nach meinen Statistiken kamen über 80 Prozent aus Reservistenkameradschaften.
Da sind halt nicht nur dickbãuchige Schlauchbootfahrer….
Als ich 1974 im Kalten Krieg SaZ war, machte die absolute Mehrheit der Wehrpflichtler das sicher nicht freiwillig. Es gab halt kein Entkommen, außer Berlin, und Zivi war für viele auch nicht attraktiv. Man konnte mit den meisten trotzdem ganz gut auskommen. Heute eine Wehrpflicht durchzusetzten, angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen, scheint mir ein großes Problem. Und wenn wohl die Masse der 18-24 jährigen Links gewählt hat, dann erst recht. Und ich habe unabhängig davon starke Zweifel, dass die Masse der Jugendlichen Russland als Bedrohung sieht. Es gibt dafür kein Bewußtsein.
Bei zB der Infanterie hätten wir wohl Bewerber um Zahlen deutlich zu steigern. Die werden aber vielfach nicht eingestellt, Es ist mir schleierhaft, wieso man im BMVg nicht etwas „marktgerechter“ agiert. Leichte JgKp bekommt man zu überschaubaren Kosten aufgestellt, und ihren den Nutzen der leichten Inf sieht man im Ukraine-Krieg. Warum tut man das nicht. Ja, man hat dann ggf. nicht den ganzen Unterbau im Verhältnis 1:7 von Kämpfer zu Unterstüzern gleich auch an Bord, aber das Verhältnis in der stehenden Truppe ist doch sowieso für LV/BV nicht tragfähig. Bei Marine nun ähnlich: Statt den High-Tech-Pötten, die viel hochqualifiziertes Fachpersonal brauchen, muss man ggf. mal wieder zu den einfachen Lösungen, viele der kleinen Überwassereinheiten die die Skandinavier betreiben, kann man auch mit einem hohen Anteil SaZ 2-4 oder sogar Wehrpflichtigen betreiben.
@12PvDiv: Genau so habe ich das immer erlebt: Wenn man Wehrpflichtigen den militärischen Auftrag sinnvoll erklären konnte und mit Anspruch an sich selbst führte, dann kam gute Leistung zurück. Mehrfach so erlebt, auch bei Übungen mit Beobachtern der US-Army. Die waren immer erstaunt, wie eigenständig und technisch versiert unsere Grundwehrdienstleistenden an Aufträge gingen. Grob gesagt: Zwei Drittel hatten eine abgeschlossene technische oder handwerkliche Ausbildung, ein Drittel Abitur. Wenn die Bundeswehr im digitalen Zeitalter dann noch eine hohe Trefferquote für die Stellenvergabe hinbekäme, dann wäre da mit Sicherheit auch Akzeptanz bei genügend jungen Leuten zu erreichen. ABER: Das alles erfordert Führungsstärke von ganz oben …
@Christian Bühring sagt (25.02.2025, 15:50 Uhr)
Der GI soll die Verantwortlichen im BAPersBw bzw. BMVg von Ihrer Verantwortung entbinden, bzw. etwas anweisen, nachdem diese doch erst vor einem Jahr raketenmäßig gefördert wurden (vgl. @POO)?
Die aktuelle Regierung macht da gar nix mehr und eine zukünftige???
Erfolglosigkeit ist eine sehr gute Beschreibung, aber niemand wird sich dazu bekennen. Am Ende gilt der alte Spruch der Krähen und den Augen.
Die Führung des BMVg muss nur so weiter machen, dann werden sie auch noch die „braven“ aufrechten Idealisten des Bestandspersonals verlieren. Und das ist nicht einfach so passiert, sondern „hausgemacht“.
Konkretes Beispiel, wie schwierig das geworden ist ::
Ich treffe den 48 -jahrigen Kameraden wieder, gedient, Ehemals OG als Kraftfahrer mit BCE Bundeswehr, , dann Berufskraftfahrer geworden mit Millionen von Kilometern auf dem Buckel .
Ich könnte ihn dafür begeistern, in die RK einzutreten und dann bald mit zum Schulschiessen und AGSHP zu fahren, um erstmal wieder reinzukommen.
Geht aber nicht mehr, da er soeben das G36 nicht mehr geschossen hat.
Dafür braucht er eine SÜ1, die er aber nur mit einem Beorderungsdienstposten bekommt.. So mit der Brechstange läuft das aber nicht..Wem will man denn erzählen,dass das so mind. 1 1/2Jahre dauert ? Dass das G36 als „neue Kriegswaffe“per Weisung erklärt wurde, ist doch wohl ein Witz!
Dass die Unbeorderten kein nSAK , kein MG5,keine Grapi oder MP5 schießen, ist völlig in Ordnung..Aber den um die 50-jährigen ohne SÜ1 die Teilnahme in der BURes zu verweigern, ist so lächerlich und kontraproduktiv, das spottet jeder Beschreibung !
Die Statistik zeigt, dass die Bundeswehr weiterhin einen hohen Anteil an zivilen Beschäftigten hat, aber einige Aspekte der Personalverwaltung durchaus kritisch zu betrachten sind. Mein persönlicher Eindruck aus einem kürzlichen Besuch im Karrierecenter bestätigt diesen Eindruck: Trotz meiner zwölfjährigen Dienstzeit als SaZ 12 mit einer Mangel-ATN im Sanitätsdienst wurden mir nur begrenzte Stellen angeboten.
Das Problem dabei: Die Berater können offenbar nur auf Stellen für nicht ausgebildete Soldaten zugreifen, was in meinem Fall wenig sinnvoll ist. Eine wirkliche Bemühung des Beraters, eine passende Anschlussverwendung für mich zu finden, konnte ich nicht erkennen. Dabei weiß ich aus direkten Kontakten in die Truppe, dass es durchaus freie und auf mein Profil passende Stellen gibt – die aber offenbar nicht aktiv besetzt werden.
Hier fehlt mir ganz klar die Initiative der Bundeswehr, ehemals qualifizierte und weiterhin beorderte Soldaten wie mich gezielt wieder einzustellen. Schließlich erfülle ich alle Voraussetzungen, einschließlich 90/5. In Zeiten eines angespannten Personalmarktes und steigender Anforderungen an die Truppe sollte man meinen, dass solche Hürden längst beseitigt sind. Leider zeigt die Realität, dass das noch nicht der Fall ist.
ich sehe eher aus dem privatem umfeld dass viele soldaten berufssoldat werden wollen allerdings da auf probleme treffen obwohl in den bereichen eine mangelverwendung vorhanden sein soll ist die bundeswehr anscheinend der meinung „nur“ diese leute auf zeit mit zusätzliche prämien zu verlängern anstadt diese zu berufssoldaten zu machen und diese haben inzwischen oder werden in naher zukunft dadurch die bundeswehr verlassen
Immer wieder das selbe Bild. Wer Menschen vergrault, egal ob langgedientes idealistisches Bestandspersonal oder hochmotivierte Reservisten, muss sich nicht wundern, dass es mit der Personalgewinnung nicht klappt. Miese Berichterstattung von betroffenen Menschen ist halt nun mal eine ganz schlechte Binnenwerbung. Einmal den Blog hier gelesen reicht aus.
@Insider: Als Teil der Generation „work life balance“, die Gegenfrage, warum sollte ich für einen Arbeitgeber arbeiten, der vergleichsweise unattraktiv ist? Nicht nur aus dem Blickwinkel work life balance sondern auch aus dem Blickwinkel Flexibilität, Bezahlung, Absicherung, gesellschaftlicher Status, Arbeitsmittel/-bedingungen usw.
Ich finde dieses Fokusierung auf einzelne „Generationen“ nicht sinnvoll. Sonst könnte ich hier auch Dinge über die Babyboomer, Rentengeschenke und verpasste Modernisierung / Ausstattung der Truppe sagen. Bringt uns aber nicht weiter und löst keine Probleme.
In der jeder Generation haben sich die Menschen angeschaut, was für sie attraktiv ist und was nicht. Selbst den römischen Legionäre musste man einen Anreiz geben (Staatsbürgerschaft, Land, Sold, usw.). Das gleiche muss die Bundeswehr tun, und sich endlich überlegen, wie sie attraktiver werden. Wehrpflicht kann ein Teil davon sein, dass mehr Menschen Bundeswehr „Luft schnuppern“. Und zum Thema Ukraine Mission, die Möglichkeit freiwillig etwas zu Friedenssicherung in Europa beizutragen ist attraktiv. Aber nur, wenn man sich darauf verlassen kann mit genügen Rückendeckung / Feuerkraft, Reserven und dem richtigen Material an den Start gehen zu können.
@Windlicht
Das Reservistengesetz (ResG) regelt das Reservewehrdienstverhältnis. In das können einige wenige ehrenamtliche Reservisten berufen werden. Hier handelt es sich um den Leiter, stv. Leiter sowie den leitenden SanStOffz eines KVK oder BVK.
Das Reservewehrdienstverhältnis ist kein aktives Dienstverhältnis, die Person zählt nicht zum Umfang der Soldaten und unterliegt auch nicht dem Soldatengesetz. Das Reservewehrdienstverhältnis ist lediglich die Grundlage für die Gewährung einer pauschalen Aufwandsentschädigung.
Diese Personen könnten, wie alle anderen Res auch, nur als akviter Soldat zählen, wenn diese zu einer Dienstleistung herangezogen wurden.
Wie ich diese Kommentare über die nutzlose Gen Z mal wieder vermisst habe.
Andere Staaten schaffen es auch, ihre Rekrutierungsziele zu erreichen. Allerdings schalten die nicht so unangenehme Werbeanzeigen/ bzw. Kampagnen wie die Bundeswehr, sondern fokussieren sich aufs kämpfen. Das scharfe Ende der Waffe ist unser Beruf, egal ob Kampftruppe, Kampunterstützung oder Einsatzunterstützung. Die dauerhafte (berechtigte) Berichterstattung über fehlendes Material tut ihr übriges. Warum sollte ich mich bei der Bundeswehr bewerben, wenn ich vorher weiß, dass kein Material vorhanden ist?
Aus meiner Sicht sollte auf politischer Ebene als auch in den höheren militärischen Kreisen ernsthaft erwägt werden, dass auch Personen ohne DEU Staatsbürgerschaft in den DEU SK dienen können – Vorbild USA. Eine Beschränkung sollte dabei lediglich auf die OR-Dienstgrade gelegt werden, Offizier sollte man weiterhin nur mit DEU Staatsbürgerschaft werden dürfen. Dienstsprache Englisch – schon aufgrund der notwendigen europäischen Kooperation. Und ja, eine solche Konstellation ist möglich. Die Kommunikation mit anderen SK im Rahmen der VJTF lief auch mir begrenzten sprachlichen Kenntnissen von Soldatinnen und Soldaten.
Folgerung: Vollausstattung, Möglichkeit des Dienens auch ohne DEU Staatsbürgerschaft. Aber dafür lässt sich die Politik und die höhere militärische Ebene viel zu stark von „extrem rechts“ treiben.
Im Jahresvergleich Dez 23 zu Dez 24
– 340 Truppe
+ 115 Zivil
Muss man vielleicht auch mal erklären, und kostet eben auch eine Menge Geld.
Grundsätzlich sage ich als ziviler Arbeitnehmer das der zivile Teil mal ganz gehörig auf den Prüfstand muss.
Kann jemand beziffern wieviel vom Etat für Zivil ausgegeben wird?
Hinweis und Bitte: Das Einbringen persönlicher Erfahrungen und Erlebnisse in den Kommentaren ist ja gut, aber das Posten mehrseitiger Briefe an den Verteidigungsminister sprengt doch etwas den Rahmen hier.
@JoJo2802
So sehr ich ihren Vorschlag auch unterstütze und ebenfalls die negative Betrachtung der Gen Z missbillige,
ich sehe eine sehr große Schwierigkeit gerade bei allen Dienstgraden bis Offizier Englisch als Sprache zu nutzen.
Vollumfänglich stimme ich zu, dass in einem multinationalen Einsatzumfeld Englisch zwingend erforderlich ist, nur bedeutet dies aus zumindest eigener Erfahrung, dass sie sehr sehr viele Soldaten vorher in Englisch schulen dürfen. Selbst wenn frisch aus der Schule kommenden jungen Menschen direkt zur Bw gehen, bildet Schulenglisch fast gar nicht das m Militär benötigte Vokabular ab.
Will jetzt nicht auf GenZ schimpfen oder von früher erzählen, was wir als SaZ alles durchmachen mussten …-;)
Habe als Personaler letzte Woche ein Vorstellungsgespräch mit einem jungen motivierten Bewerber geführt, der als UA innerhalb der Probezeit gekündigt hat. Verwendungswunsch Panzergrenadier im Umkreis von 100 km um seinen Wohnort, wo es mit Augustorf, Luttmersen und Munster drei entsprechende Bataillone in seinem Einzugsbereich gibt. Stammeinheit sollte nach Grundausbildung und Uffz-Lehrgang dann Oberviechtach in Bayern (600 km) sein. So wird das nichts …
@Ecki 272 sagt: 26.02.2025 um 9:22 Uhr
Hört sich erstmal dramatisch an. Aber was hat man dem jungen Mann bei Einstellung denn zugesagt? Und gibt es an den von ihnen genannten Standorten den Bedarf oder hätte man tauschen können?
Ansonsten kann ich den Bewerber gut verstehen, für mich als Nordlicht war gedanklich auch südlich des Weißwurst-Äquators Schluss. Alleine schon wegen der Sprachbarriere.
Beim Gen Z-Bashing sollte beachtet werden, welche Generation(en) derzeit diese völlig intransparente und ineffiziente Personal(gewinnungs)organisation betreiben. Spoiler: die Gen Z ist es nicht. Irgendwo beißt sich da die Katze in den Schwanz. Ich kann ja nicht Teil einer solchen Organisation sein, die ihren Auftrag nicht auf die Kette bekommt und gleichzeitig auf die Generation schimpfen, um die ich mich eigentlich nachwuchstechnisch kümmern soll. Da fehlt es einfach am gehörigen Maß Selbstreflektion.
Die GenZ hat da einfach andere Erwartungen: und die sind wohl eher: zeitgerechte Bearbeitung, verlässliche Aus- und Zusagen des Arbeitgebers, unbürokratische und transparente Entscheidung und Bearbeitungswege, Behandlung auf Augenhöhe und gewisse Mitspracherechte und einen ansprechenden, fordernden Dienst (wenn die Einstellung denn dann stattgefunden hat) und nicht Homeoffice, Sabbaticals, Vanlife und bezahlte Faulheit bzw. Komfortzonen in allen Varianten, wie ihr hier oft unterstellt wird.
Für mich sind diese Ansprüche nachvollziehbar. Ich hatte die im übrigen vor 3 Jahrzehnten in meinem Einstellungsprozess auch. Erfüllt hat sie die Personalgewinnungsorganisation schon damals nicht (und heute nicht). Nur damals waren halt die Vorzeichen für Bewerber andersherum und man konnte sich den „Luxus dieses Umgangs“ mit Bewerbern eben auch aus eigener Bequemlichkeit leisten. Ich sehe von damals bis heute keinerlei signifikante positive Entwicklungen – auch nicht im Umgang mit den sog. „Bestandskunden“.
Und die wird es auch nicht geben, solange die Gralshüter dieser Heiligen Kuh (BAPersBw, KarrC etc.) weiter versuchen sich selbst zu optimieren/reformieren. Da fehlt es, wie gesagt, an der notwendigen Portion Kritikfähigkeit in eigener Sache und Selbstreflexion.
Beispielhaft für unsere überholten Vorstellungen und unser Hinterherhinken hinter den Ansprüchen und Notwendigkeiten von heute (der GenZ) ist der Englisch-Kommentar von @ S4-Offz.
Englisch – heute gerade für die allermeisten Spezialisten (IT, Logistik, Luftfahrt, Seefahrt u.a.) ein Muss im zivilen beruflichen Umfeld. Warum? Weil Firmen heute in der Regel international vernetzt (Kunden, Mitarbeiter, Niederlassungen, Standards) sind. Also genau für die Leute ein wichtiges Asset, die wir eigentlich auf Zeit anwerben wollen. Da müssen wir was bieten! Im Dienst! Und nicht erst: ja mach das später mal im BFD – die Leute wollen das als Praxis im täglich Dienst anwenden, weil das in deren beruflichen und auch privaten Lebenswelten einfach zur Praxis dazu gehört und weil sie den Anschluss (!) nach draußen nicht verlieren wollen. Da müssen wir auf Augenhöhe mitziehen lernen.
Wo stehen wir (die Bw) da? In so einer Art „Anfängerstatus“. Vor kurzem erst erlebt: Eine Beförderung in eine Spitzenpostion einer Laufbahngruppe reihenweise von den infrage kommenden Kandidaten ausgeschlagen. Warum? Umfassende Englisch-Kenntnisse auf DP gefordert – hat keiner, traut sich keiner zu, will sich keiner mit belasten oder blamieren (mit dem Lehrgang).
Und wenn wir da uns selbst als Organisation, die 2-3 Jahrzehnte lang nur im Rahmen von IKM mit internationalen Partnern im multinationalen Bündnis eingesetzt worden ist, immer noch umfassend selbst schulen müssen, dann hat es aus meiner Sicht wieder die Generation verpennt, die die o.g. Personalorganisation betreibt, die ja neben Nachwuchsgewinnung auch für die Personalentwicklung (!) der Bestandskunden zuständig ist. Das gleiche gilt für das Zugpferd Sport/Erhalt körperliche Leistungsfähigkeit im Dienst. Alles weitgehend dem sich selbst kümmernden, engagierten Individuum überlassen. Wer sich nicht kümmert, kommt halt auch irgendwie durch.
Mit Nachwuchsgewinnung ist es nicht getan, wenn sich daran nicht auch ein attraktives Personalentwicklungsangebot anschließt. Und das ist nicht: der Führerschein.
Beispiel: Wer als Spezialist zu uns kommt, um sich z.B. militärische Logistik/IT anzuschauen, Erfahrungen zu sammeln, auch mit dem Gedanken evtl. nach 2,4.8 Jahren sich beruflich weiter zu qualifizieren, z.B. mit einem (dualen) / (Fach)Studium, der wird sich mit fremdsprachlichen (z.B. Englisch) Lehrinhalten befassen müssen und der verschenkt bei uns momentan nur Zeit, weil das Personalentwicklungsangebot für auch in praktischer Hinsicht nicht passt.
Im Grunde sagt die GenZ doch: Bundeswehr? Ist an unserem Leben vorbei! Stimmt auch, aber anders als wir denken.
WorkLifeBalancer sagt:
26.02.2025 um 0:37 Uhr
‚Wehrpflicht kann ein Teil davon sein, dass mehr Menschen Bundeswehr „Luft schnuppern“.‘
Sehe ich anders. Wir schaffen es noch nicht einmal die Leute zu halten, die sich zunächst freiwillig für die Bw entscheiden. Es brechen halt zu viele in der Probezeit ab. Das soll dann besser werden, wenn wir Menschen mit Zwang zum Wehrdienst verpflichten?
Nichtsdestotrotz bin ich mittlerweile für eine Wehrpflicht – und zwar aus zwei Gründen: Aufbau von Infanterie und Aufbau einer durchhaltefähige Reserve. Wir sehen doch in der UKR, dass der Mangel an Infanterie die aller größte Sorge der UKR ist.
Mit sind die Probleme bekannt: Keine Infra, keine Ausrüstung, keine Ausbilder. Richtig, aber kann man alles beheben – wenn ausreichend Geld vorhanden ist. Wenn jetzt eine Wehrpflicht eingeführt, könnte man darauf hinarbeiten, dass in 5 Jahren wieder eine große Anzahl an Wehrpflichtigen eingezogen werden könnte.
Gleichzeitig müssen die Anstrengungen weitergehen, die erforderlichen Spezialitäten zu gewinnen (z.B. EloKa, (Drohnen)piloten, IT-Experten, San, usw. usf.).
@S4 Offz sagt:
[…] nur bedeutet dies aus zumindest eigener Erfahrung, dass sie sehr sehr viele Soldaten vorher in Englisch schulen dürfen. […]
Da sehe ich kein Problem. Das kann und sollte man nachschulen. Die US Navy macht das auch im Rahmen des „Citizen through service“-Programms und die Fremdenlegion biegt jedem Französisch bei. Es geht auch hier ums Wollen. Vor allem das Wollen der Institution.
@Ecki 272 sagt:
26.02.2025 um 9:22 Uhr
[…]So wird das nichts …[…]
Leider korrekt. Natürlich bedingt die Bundeswehr eine deutschland-, bzw. europaweite Einsetzbarkeit. Allerdings wäre es durchaus clever grade zu Anfang derartige Wünsche zu berücksichtigen um die Abbrecherquote zu drücken. Aber gut, was erwarte ich.
Allerdings drehen wir uns in dieser Diskussion regelmäßig im Kreis. Es ist auch kein Generationenproblem. Definitiv nicht. Die Leistungsbereitschaft junger Menschen ist nicht gesunken. Nur muss Sinn und Machbarkeit vermittelt und gelebt werden.
Wir wärmen hier konstant die gleichen Argumente auf – die häufig auch richtig sind. Und im Kern ist klar was passieren muss.
-Bessere Ausrüstung
-Bundeswehr wieder in der Fläche
-Berücksichtigung von Wünschen (im Rahmen klarer Kommunikation (du wünscht dir / wir wünschen uns))
-Herausstellen des USP (die Bundeswehr ist eben KEIN Arbeitgeber wie alle anderen – das kann und muss ihre Stärke am Arbeitsmarkt sein)
etc.
Es gibt viel zu tun und wir sollten endlich loslegen.
@Ecki: Unteroffizieranwärter und PzGren? Es gibt seit Jahren keine PzGrenUffze mehr. Und als Uffz allg.FD muss dann auch schon ein freier Dienstposten als MatBewirtschafter, Instandetzer, PersUffz usw. am Wunschstandort verfügbar sein. Das weiß aber am Ende der erfolgreichen Eignungsfeststellung nur einer – der Einplaner.
Ich sehe da hier gerade hochkochende Fremdsprachenproblem nicht als solches.
Bei den Offizieren ist Englisch Pflicht und wird auch entsprechend geschult. Auch an den Unis Bw. Es gibt mehr als genug Angebote, auch an den Standorten, man muss nicht jedes Mal ins Bundessprachenamt. Obwohl – die Lehrgänge dort sind super, aber arbeitsintensiv. Das könnte den ein oder anderen aus seiner Komfortzone holen.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Für meine letzte aktive Verwendung brauchte ich einen SLP (Sprachleistungsprofil) in drei Fremdsprachen, in unterschiedlichen Abstufungen, Zwei habe ich so hinbekommen, für die dritte Sprache war ich dann eben am Bundessprachenamt.
Man muss es wollen, nicht nur der Dienstherr muss es möglich machen, der Soldat muss es dann auch abholen. Es gibt da auch nichts zu „blamieren“, wie ein Kommentator anmerkte. Wenn man das schon könnte, dann bräuchte man nicht zum Lehrgang.
@JoJo2802 sagt:
26.02.2025 um 7:36 Uhr
„Andere Staaten schaffen es auch, ihre Rekrutierungsziele zu erreichen.“
Dies stimmt so pauschal nicht….
Selbst die USA – mit ihren tollen kämpferischen/patriotischen Werbespots – schaffen
es seit gut 10 Jahren nicht mehr die gewollten Einstellungsquoten zu erreichen.
Deshalb wurden z.B. 2024 ca. 24.000 Stellen wegen Unbesetzbarkeit einfach gestrichen.
Pio-Fritz sagt: 26.02.2025 um 11:47 Uhr
Also ich weiss nicht, von wann ihre Erfahrungen sind. Aber ich kenne z.B. nicht einen Standort, der mir dienstbegleitend ein Fremdsprachenangebot (a la Inhouse-Schulung) vor Ort zur Auffrischung der Kenntnisse gemacht hätte.
Ich habe selbst erlebt, wie schwierig es ist und was für Engpässe wir haben, wenn für Einsätze in Afrika französisch sprechende Stabs(Offiziere) und Feldwebel gesucht wurden.
Zur Offizierausbildung: erstens: in meine Jahrgang hat gerade mal ein gutes Drittel das geforderte Englisch-Niveau 3332 erreicht. Der Rest darunter.. und wie gesagt, das geht eben auch durch.
Und dann zweitens: schön, dass der Lehrgang dann bestanden ist, aber wo ist die regelmässige Praxis? Mehr Englisch in den Dienstbetrieb zu integrieren ist schon wünschenswert. Fremdsprachengebrauch kann sich ja nicht nur, wie bei Ihnen, auf eine spezielle Verwendung beschränken. (Da nutzt mir dann konkret auch der x-jahrealte SLP vom Offz-Lehrgang anno dazumal wenig)
Und zum Thema „blamieren“ live und aus der Praxis: Laufbahnwechsler MilFD – TrDst: der Kandidat hat abgelehnt. Begründung: er traue sich den Englisch-Lehrgang nicht zu – er wär da nicht so die Englisch-Perle.
Und nochmal mein Punkt: Nachwuchsgewinnung geht einher mit nachhaltigen und vernünftigen Personalentwicklungs(perspektiven): da liegen die Defizite. Englisch ist da nur ein Beispiel unter anderen.
Der Staat müsste
im ersten Schritt die die objektiven Mängel beseitigen (Bürokratie abbauen, Besoldung attraktiv machen, Material anschaffen etc.), dann
im zweiten Schritt alle jungen Männer zwangsweise mustern und dann physisch, intellektuell, psychisch und moralisch Geeigneten ein am Arbeitsmarkt attraktives Angebot machen, und
im dritten Schritt nach hinten raus die Reserve neu wiederaufbauen.
Für die dafür erforderlichen Mehrausgaben ist aber nach meiner Meinung trotz aller gegenteiligen Aussagen der politische Wille bei den etablierten Parteien weiterhin nicht vorhanden, und es wird sich somit nur heiße Luft produziert werden und kleinere Änderungen geben, die die Personalstärke nicht entscheidend ändern.
Ich bin daher der Meinung, das es derzeit sinnvoller ist, evtl. vorhandene zusätzliche Gelder statt in Personal in mit Schwerpunkt die Verbesserung der Materiallage zu investieren. Denn das ist machbar, geht schneller, ist einfacher und hat ebenfalls einen Kampfkraft verstärkenden Effekt (sofern auf deutsche Goldrandlösungen verzichtet wird), wenn es wirklich ernst wird und holterdipolter aufgewachsen werden muss. Also genau so, wie Polen das macht; Polen sollte hier unser Vorbild sein.
@Pio-Fritz
Tatsächlich war die Intention nicht, es aufzublasen. Es existiert allerdings, kann je nach dem aber auch eine Chance sein.
Warum sponsern wir unseren nicht ganz so finanzstarken osteuropäischen Verbündeten nicht mal 20000-30000 Dienstposten und machen aus den 181000 Soldaten eine vollausgestattete, motivierte schlagkräftige Truppe, die jähliche, objektiv prüfbare Leistungen im Sport und der körperlichen Leistungsfähigkeit erbringen muß? Es steht viel auf dem Papier und Papier ist geduldig.
@Neugierig sagt:
26.02.2025 um 7:18 Uhr
In Anbetracht der Zahlen für FWDL Heimatschutz (unter 300) und FWDL sind ca. 1300 Dienstposten nicht „“einige wenige“…. @Neugierig: Zitat „Das Reservewehrdienstverhältnis ist kein aktives Dienstverhältnis, die Person zählt nicht zum Umfang der Soldaten und unterliegt auch nicht dem Soldatengesetz. Das Reservewehrdienstverhältnis ist lediglich die Grundlage für die Gewährung einer pauschalen Aufwandsentschädigung.“ …. Die Bundeswehr sieht dies aber in einigen Punkten SEHR anders…a) vollständige Impfpflicht b) kostenloses Bahnfahren in Uniform c) Alle Rechte und Pflichten nach der Vorgesetztenverordnung d) Verpflichtung zur 24/7 Erreichbarkeit. e) ab 2026 vollständiger Nachweis IGF f) ständige Nutzung persönliche Dienst-IT mit allen Rechten und Pflichten (Materialverantwortlichkeit!). Ich könnte die Liste noch verlängern. Besonders der letzte Punkt war zentral für die Einführung des ResWDV: OHNE Dienstverhältnis kein Zugang zu VS-NfD und dienstlicher IT-Ausstattung. Die Zahlung der monatlichen Pauschale ist nur ein Detail, das mal ganz am Anfang der Diskussion vor vielen Jahren stand. Es sind Fälle dokumentiert, in denen wegen nicht fristgerechter Erfüllung der Impfpflicht oder mehrfacher nicht Erreichbarkeit innerhalb einiger Stunden schließlich die Entlassung aus dem ResWDV verfügt wurde. Das ist die vorherrschende Rechtsauffassung der Bundeswehr. Teilweise ist diese aber in Hinblick auf eventuelle Zielkonflikte bislang nicht gerichtlich überprüft worden. Noch ein Zahlenspiel: Wenn die heutige Heimatschutztruppe (jetzt 59 Komp.) den geplanten Zielumfang bis 2030 jemals erreichen sollte, müsste zusätzliches Führungspersonal in der Größenordnung plus mindestens ca. 1000 DP berufen werden….
Trump bietet die „Gold Card“ um Investoren anzulocken. Wir könnten es mit einer Olive Card für den Aufbei einer eigenen Fremdenlegion probieren.
Laut Statista verließen im Jahr 2023 55.708 Schulabgänger unsere Schulen ohne Abschluss. Laut DeStatis lag die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss im Jahr 2024 sogar etwas höher.
Die Hälfte dieser Menschen landete in den letzten Jahren in der Arbeitslosigkeit. Angesichts der wirtschaftlichen Lage dürften es dieses Jahr noch mehr werden. Im Land Berlin überlegt man, das Problem mit einem 11 Pflichtschuljahr für diese Personengruppe zu lindern.
Warum kann man nicht ein Pflichtjahre bei der Bundeswehr für Schulabgänger ohne Abschluss einführen. Damit verringert man den Druck auf den Arbeitsmarkt und man könnte den Rekruten die Möglichkeit einräumen, den Hauptschulabschluss nachzuholen. Das Militär als Schule der Nation ist ja keine neue Erfindung. Ausserdem lernen die Leute Ordnung und Disziplin und sie erwerben einen Leistungsanspruch, sollten sie danach arbeitslos werden. Vielleicht ist diese Klientel nicht unbedingt das was die Bundeswehr besonders dringend braucht, aber wir lernen ja gerade wie wirksam Sperranlagen und Befestigungen dabei sind, einen Gegner aufzuhalten. Sollte es also, im Fall eines russischen Angriffs, unserer Bundeswehr nicht gelingen, Schulter an Schulter mit unseren polnischen Kameraden, den Angriff auf polnischem Territorium zu stoppen, dann wären Sperrwerke und Stellungen entlang der deutsch-polnischen Grenze ein sinnvoller Beitrag zur Territorialverteidigung. „Tief stechen, weit werfen“ ist sicher ein Konzept, dass auch Menschen ohne Schulabschluss schnell lernen können.
Okay, meine Vorschläge sind nicht ganz ernst gemeint. Aber wenn man nicht endlich anfängt über den Tellerrand zu schauen, dann wird das Aufwuchsproblem nie gelöst.
@Schlammstapfer
Vermutlich weil diese Schulabgänger zumeist minderjährig sind ?
@ Schlammstapfer: Auf die Kommunikationsstrategie innerhalb der Gesellschaft bin ich schon gespannt. Der Slogan lautet: „Du hast die Schule ohne Abschluß verlassen, deshalb ruft jetzt die Bundeswehr nach dir, äääääähh nein, wir bieten dir die einmalige Chance während deines Jahres für Deutschland deinen Schulabschluß nachzuholen.“ By the way, die Nachholung des Hauptschulabschlusses dauert ja auch gewisse Zeit. Soll das auch während der einjährigen Dienstzeit geschehen? Dann bräuchte der Tag aber mehr Stunden.
Nein, wenn Dienstpflicht, dann nur allgemeingültig.
Ich glaube, die Lösung könnte die Mischung aus einer Dienstpflicht á la Wehrpflicht und einer Steigerung der Attraktivität , wie von @WorkLifeBalancer 26.02.2025, 0:37 Uhr angesprochen sein. Herausforderung hierbei ist es (immer wieder), das alte Bestandspersonal nicht zu „verlieren“ (physisch oder emotional / idealistisch).
Das ist zugegebenermaßen eine Herausforderung, aber letztes Jahr hat der IBUK erst zwei Mitarbeiter für Ihre exzellenten Konzepte „raketenmäßig gefördert“. Erfolg dieser Konzepte? Mangelhaft. So langsam wäre mal Zeit „abzuliefern“.
@Thomas Melber
Mindesteintrittsalter ist aktuell das vollendete 17. Lebensjahr. Damit ist man offiziell noch minderjährig. Würde Ihnen ein Grund einfallen, warum man dass nicht um ein Jahr absenken könnte?
Man kann das, in Verbindung mit Schulung, als Weiterbildung verkaufen und muss halt die Arbeitszeit, um dem Jugendschutz gerecht zu werden, anpassen.
Ich gebe Ihnen recht, es wäre ein aussergewöhlicher Schritt, aber die Bundeswehr hat Bedarf für viele Gewerke und alle diejenigen, die tatsächlich für kein Handwerk zu gebrauchen sind, können Grünanlagen pflegen, Kasernenzäune reparierieren oder sich bei der Standortverwaltung nützlich machen. Überlegen sie mal, wie viel Geld die Bundeswehr auf diese Weise sparen kann, welches vielleicht aktuell in Fremdaufträge fließt.
[Ich werde jetzt mal sehr deutlich: Eine Verpflichtungsmöglichkeit, oder gar eine Wehrpflicht für Kindersoldaten, die dann „Grünanlagen pflegen, Kasernenzäune reparierieren oder sich bei der Standortverwaltung nützlich machen“, hier ernsthaft als Kommentar einzubringen, ist schon mehr als Trollen. Ich lasse mich hier nicht für dümmlichen Blödsinn missbrauchen. T.W.]
@Schlammstapfer
Entschuldigung, aber sollte dies ernst gemeint sein, kann ich nur fassungslos mit dem Kopf schütteln. Im Prinzip schlagen sie nichts anderes vor, als im Rahmen einer „Kosteneinsparung“ junge Menschen dazu zu zwingen/heranzuziehen im Rahmen einer Wehrpflicht(?), diese Arbeiten ausführen zu lassen. Mit anschließender „Belohnung“ eines Schulabschlusses. Den sie, wie von ORR bereits erwähnt, wann genau noch in diesem Pflichtjahr machen sollen?
Man kann ja über den Tellerrand schauen und neue Wege gehen, aber dieser Weg, sofern überhaupt ernst gemeint, läuft meiner Meinung nach mit Anlauf und Kopf voraus in eine Betonwand.
Da meine Augenbrauen sich bei einigen… „Vorschlägen“… hier schon nicht mehr senken wollen – ein Versuch das Thema mal wieder auf ne Sachebene zu bringen:
Diese Statistik ist mittlerweile wenig aussagekräftig. Viele Maßnahmen des BAPersBw haben vorallem dazu geführt, die absolute Zahl von Soldat:innen in den Streitkräften von jeglicher qualitativer (im Sinne von qualifiziert) und Segmentbetrachtung loszulösen.
Denn die Zahlen sind verdammt gut! (glaubt man)
Die Bundeswehr hat im EP 14 (inkl Leerstellen bei denen man mal eine Ausnutzung von 50% annehmen kann):
184.829 Stellen
mit
170.832 Soldat:innen besetzt.
FWDL laufen komplett außen vor.
Das macht eine Besetzungsquote von 92,4% – ergo sind ja gerade mal 7,6 Prozente der Stellen unbesetzt.
Das klingt doch erstmal richtig gut! Und genau deswegen kriegt man da nie wirklich politisches Gewicht in absehbar notwendige Änderungen.
Das ist eine reine IST-statusrechtliche Betrachtung.
Wenn man das Personalproblem der Bundeswehr wirklich verstehen möchte, bringt das herzlich wenig.
Interessant wären Größen wie:
Anzahl DPäK mit abweichender Besetzung zur Bedarfsträgerforderung
Heißt – man hat zwar eine Haushaltskarte, aber kann die Person dafür nicht rekrutieren bzw. besetzen und weicht dann auf eine völlig andere Stelle aus und besetzt diese weil da eben „grad Bedarf“ ist oder man so auch Leute im System hält. DPäK ist ein gigantisches Schattenproblem.
Anzahl qualifizierter Bewerbungen
Anzahl qualifizierter Bewerbungen ohne Einstellung (Auslese)
Anzahl Widerrufe
Anzahl Soldat:innen mit nicht dienstpostengerechter Ausbildung auf Dienstposten (Qualität)
Anzahl Abgänge BS vor Zurruhesetzungen
Anzahl Anträge auf Dienstzeitverkürzung
Und am Ende muss sich die Bundeswehr dann auch endlich mal kritisch und ÖFFENTLICH! mit ihren eigenen Studien auseinandersetzen:
https://zms.bundeswehr.de/resource/blob/5855536/3afdc801d2623b20679b4a44eacfd1d2/zmsbw-forschungsbericht-137-bevbefragung-2024-data.pdf
Wenn dann dort bei der Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber im Status Soldat:in rauskommt:
Ich könnte mir vorstellen, als Soldat:in bei der Bundeswehr zu arbeiten:
4% trifft voll und ganz zu
11% trifft eher zu
10% teils teils
also ein vielleicht positives Arbeitgeberbild von 25% (das ist granatenbeschissen – Jede Heuschreckeninvestmentbank mit Burnoutgarantie hat mehr)
aber dann eben:
26% trifft eher nicht zu
48% trifft überhaupt nicht zu
rauskommt – also fast 75% der wehrfähigen Bevölkerung sich einen Dienst in der Freiwilligenarmee nicht vorstellen können – dann hab ich ein Problem.
Und da helfen eben die heutigen 92% Besetzung nichts. Der Trend ist entscheidend. Die Demographie wird sich erst Ende der 2030er entspannen – auf einem prekären Niveau.
Rein mathematisch verliert die Bundeswehr einfach mehr Menschen in ihren FREIWILLIGEN ZEIT- UND BERUFSSTRUKTUREN als sie demographie- und organisationsfest gewinnen kann.
Und die eben auch in der Studie genannten Gründe – außerhalb der Individualgründe der Ablehnung des Krieges und des eigenen Alters sind absteigend:
Zufriedenheit mit dem aktuellen Beruf
Fehlende persönliche Eignung
Entfernung von Freunde und Familie
Familäre Verpflichtungen
Ablehnung von Hierachie und strengen Regeln
nicht familienfreundlich
Besonders unatrraktiv für Frauen
geringes Gehalt
Also es ist überhaupt nicht die monetäre Attraktivität – sondern eben alle Rahmenbedingungen des Jobs.
Wenn man aber eine Freiwilligenarmee ernst mein muss man diese Bedingungen schaffen.
Da hat sich herzlich wenig getan seit 2013. Es wird weiterhin das alte System mit den Annahmen des männlichen Alleinverdieners ohne Anteil an Care-Arbeit und Sozialverpflichtungen gefahren.
Und das bleibt am Ende für die Junge Generation: Ein toxischer Arbeitgeber.
Das muss man sich erstmal eingestehen und dann mal auf nem weißen Blatt Papier anfangen das Personalwesen neu zu denken. Disruptiv – sonst geht es nicht und man stirbt einen langsamen Tod…
@[Ich werde jetzt mal sehr deutlich: Eine Verpflichtungsmöglichkeit, oder gar eine Wehrpflicht für Kindersoldaten, die dann „Grünanlagen pflegen, Kasernenzäune reparierieren oder sich bei der Standortverwaltung nützlich machen“, hier ernsthaft als Kommentar einzubringen, ist schon mehr als Trollen. Ich lasse mich hier nicht für dümmlichen Blödsinn missbrauchen. T.W.]
Danke, Herr Wiegold
Wie so viele „Ideen“, die hier geboren werden, vollkommen außerhalb jeder realistischen (!) Chance der Umsetzung sind.
Das fängt schon damit an, dass ignoriert oder ausgeblendet wird, dass viele gesetzliche (!) Normative,
die die Grundlage für viele personaltechnische Maßnahmen sind, nicht (!) in Verantwortung der Bundeswehr
liegen. Wie zum Beispiel beim Thema Besoldung das BBesG. Dies ist ein Bundes-Gesetz für alle (!) darunter
fallenden Beamten, Richter und Soldaten des Bundes. Da kann das BMVg bitten und Vorschläge einbringen.
Wenn das federführende BMI und / oder der BMF dann aber NEIN sagen … passiert … genau : Nichts !
Genauso sind es bei der Beamtenlaufbahnverordnung BUND aus… ohne den Willen des BMI … wieder: Nichts!
Und die Liste lässt sich noch deutlich weiter fortführen…
Natürlich entwickelt auch die Führung des BMVg Ideen, die … vorsichtig ausgedrückt … nicht nachvollziehbar sind… wie z.B. der Glaube auf freiwilliger (!) Basis in 2025 5.000 FWDL mehr einstellen zu können als 2024 — ohne Konkurrenz zu den SaZ-Bewerbern ….
Aber Vieles im Personalbereich ist nun einmal gegen den Willen BMI/BMF nicht umsetzbar. Punkt!
Bzw. der Gesetzgeber im Bundestag — also die Politiker in Verantwortung – schaffen nicht die nötigen Grundlagen !
Siehe die Unterdeckung mit Planstellen, um endlich einmal die seit Jahren bestehenden Verschiebungen im Dienstgradgefüge beseitigen zu können…
Denn Politikern seit Jahren bekannt — wird aber jedes Jahr abgetan und von diesen nicht gelöst. Punkt!
Deshalb hört sich Vieles in der Theorie toll an … scheitert dann aber an der nüchternen Realität … z.B. durch gesetzliche (!) Vorgaben des Deutschen Bundestages…
@ JoJo2802
Die anderen Staaten sind mit ihren Bemühungen so erfolgreich, dass sie Bürger anderer Staaten rekrutieren müssen – die EU-Ausländer sprachen Sie ja selbst an. Da liegt dann anscheinend ein anderes Verständnis von „erfolgreicher“ Rekrutierung zugrunde.
Ansonsten, und es wird auch vom häufigen Wiederholen nicht besser oder richtiger:
Bestimmte Aspekte des soldatischen Dienstes lassen sich NICHT ändern. Es gibt nicht ohne Grund den Status „Soldat“ neben dem des „Beamten“ und des „Arbeitnehmers“. Wäre der soldatische Dienst mit dem eines Beamten oder Arbeitnehmers vergleichbar, bräuchte man ihn auch nicht. Die Aussage, der Soldatenberuf sei ein Beruf wie jeder andere auch, war in den 1970er Jahren Unsinn und ist es auch heute noch.
Es spricht für die kranke Struktur der Bundeswehr, wenn überhaupt der Eindruck erweckt – und oftmals auch bestätigt – werden kann, dass man in der Bundeswehr einen „Job“ hat wie es ihn auch anderswo gibt, nur mit besseren Rahmenbedingungen und besserer Bezahlung. Wenn das die Leute anziehen soll, ok, dann stimmen möglicherweise die absoluten Zahlen, aber ob das dann auch alles so richtig ist?
Ich wurde als T3 gemustert und habe meinen Wehrdienst geleistet, danach Reserveunteroffizier gemacht und im Heimatschutz gedient. Nach dem Wehrdienst Informatik Studiert und arbeite bei einem deutschen Software-Konzern. Habe beim Karrierecenter angefragt, was mit T3 als Reservist möglich ist. Ich würde Heimatschutz machen aber würde sicher auch gut zum CIR passen. Antwort: T3 geht leider nicht. T3 war ja auch nur wegen der Wehrgerechtigkeit wirklich untauglich… Aber wieso ist man als Reservist im CIR untauglich z.B. zum programmieren aber in meinem Job nicht? Oder sollte ich doch mal mit meiner BU sprechen… ;)
@Felix2 sagt: 27.02.2025 um 10:43 Uhr
Natürlich ist das Einstiegsalter auch ein Frage unserer Gesetze, allerdings kann man bei der Bundespolizei schon mit 16 Jahren anfangen.
Bei Soldaten sieht das vor allem die UN kritisch, wenn diese so jung sind. Deutschland wurde auch schon mehrfach wegen der Altersgrenze 17 Jahre kritisch angesprochen. Kindersoldaten sind auf unserer Welt ein großes Problem, und nicht nur in Afrika. Soldaten sollten mindestens volljährig im Sinne des jeweiligen Landesgesetzes sein.
Das ist auch unbedingt zu befürworten, bevor man psychopathische Killer heranzüchtet, die keine moralischen Schranken kennen.
Florian sagt: 27.02.2025 um 12:03 Uhr
Das haben Sie falsch herum eingetütet. Suchen Sie sich einen Beorderungsverband, in dem Sie gerne dienen möchten und sprechen dort mit dem S1. Dann kommt das die offizielle Schiene runter und Sie werden nicht von einem muffeligen Karrierecentermitarbeiter abgewimmelt. Das macht ja schließlich Arbeit. Denn T3 ist nun wahrlich kein Hinderungsgrund.
Jas sagt: 27.02.2025 um 9:48 Uhr
„mal auf nem weißen Blatt Papier anfangen das Personalwesen neu zu denken“
Danke für Ihren interessanten Beitrag und den Link zur Studie..
Wie würden Sie denn das Personalwesen neu denken?
@T.W.
Tut mir Leid. Das habe ich nicht zu Ende gedacht.
@Jas sagt:
27.02.2025 um 9:48 Uhr
Ich stimme Ihnen in der Beschreibung der Gegebenheiten weitest gehend zu und gehe dann noch weiter.
Gerade weil die Gen Z und A ein anderes „Mindset“ bzgl. ihrer Lebensvorstellung haben…
… wird es mit dem Freiwilligkeitsprinzip nicht möglich sein eine kriegstüchtige (!!) Bw zu schaffen.
Warum ? Zu Ihrer Aufzählung:
„Zufriedenheit mit dem aktuellen Beruf“
> das ist doch rein subjektiv, als wenn in der zivilen Wirtschaft alle immer mit ihrem Beruf/Arbeitgeber zufrieden sind
„Fehlende persönliche Eignung“
> ISSO und gilt auch in der zivilen Wirtschaft … wer diese nicht mitbringt, wird nicht eingestellt
„Entfernung von Freunde und Familie“
> kann die Bw nicht auflösen, z.B. Schiffe fahren nur auf Wasser…
U.a. aus diesem Grund wurden 2024 ca. 10.000 positiv (!!) geprüfte Bewerber/innen nicht eingestellt
Weil die Bw nicht den gewünschten Dienstposten dort anbieten konnte, wo es gewünscht wurde…
„Familiäre Verpflichtungen“
> wenn es gilt kriegstüchtig zu werden … sind Abstriche unausweichlich, Soldat ist und bleibt kein normaler Job
„Ablehnung von Hierarchie und strengen Regeln“
> Im Krieg unverzichtbar ! Wer sich dem nicht unterwerfen kann, darf nicht Soldat werden !
„nicht familienfreundlich“
> hier hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan, aber es wird nie alles gehen
„Besonders unattraktiv für Frauen“
> es ist zu bezweifeln das eine auf kriegstüchtig (!!) getrimmte Armee je besonders im Fokus junger Frauen sein wird
Selbst in den USA liegt der Frauenanteil nur bei +/- 20 %
„geringes Gehalt“
> hier ist die Bw abhängig von BMI/BMF … mit kaum Einflussmöglichkeiten
Felix2 sagt: 28.02.2025 um 11:04 Uhr
Bei allem Bashing auf die GenZ bitte nicht vergessen, welche Generation die Bundeswehr in diesen heutigen (kriegsuntüchtigen) Zustand hineingeführt hat.
Wir (die Älteren, die Boomer, die Gen X) fahren den Karren „Bw“ tief in den Dreck, hinterlassen den Folgegenerationen einen Berg von mannigfaltigen Problemen und gleichzeitig treten wir gegenüber diesen Generation auf, als wäre diese (mit ihrer Einstellung) die Wurzel allen Übels.
Es sind die Boomer gewesen, die Begriffe wie die „Friedensdividende“ erfunden und gleichzeitig in weiten Teilen diese Begriffskreation noch nicht einmal selbst verstanden haben.
Eine Dividende erhalte ich erst, wenn ich vorher erfolgversprechend investiere. Die Dividende „Frieden“ haben in der BRD bis in die 90er Verteidigungsinvestitionen deutlich oberhalb 2% gesichert. Bis nun in den 90ern die Idee geboren wurde, diese Dividende gäbe es auch einzufahren, wenn gerade dort bei den Verteidigungsinvestitionen den Rotstift angesetzt wird. Bis heute ist das nicht aus den Köpfen zu kriegen. Und jetzt geben wir, die Generationen, die an solche Denkfiguren gerne geglaubt haben, auch um alles mögliche andere durch Umschichtungen zu finanzieren (was eigentlich genau? Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Integration: heute alles ähnliche Problemfälle), diesen Scherbenhaufen an die GenZ weiter und dazu noch eine Menge wohlfeiler und kritischer Tipps, wie die es in unserem Sinne richtiger machen. Glückwunsch.
Das die (GenZ, A – you name it) uns, die Bockmistbauer, im Regen stehen lassen kann ich nachvollziehen.
@Schlammstapfer 28.02.2025 um 7:31 Uhr
>@T.W.
>Tut mir Leid. Das habe ich nicht zu Ende gedacht.
Respektabel!
Das Denken in Kategorien wie Generationen ist irreführend und polarisierend. Treffender wäre zu sagen, in den 90er, oder in den 2000er („Nuller“) Jahren wären diese und jene Entscheidungen getroffen worden, die jetzt folgende Konsequenzen hätte. Hier wie Blinde von der Farbe bez des Innenlebens von tausenden höchst unterschiedlichen Menschen zu spekulieren, halte ich daher für wenig konstruktiv. Offenkundig zieht die Nummer mit „wir sind ein dufter Betrieb wie alle anderen, nur mit seltsamer Amtskleidung“, oder Zeug wie „Arbeitgebermarke Bundeswehr“, gepflegt von einem „geschäftsführenden General“ in einem Laden, der „Irgendwas mit Management“ heißt, nicht. Wenn das zieht, dann offenkundig nur für die schmucke Säule Bundeswehrverwaltung, wo es wahrlich noch schöner wäre, wenn es nur die Truppe nicht gäbe.
Charmant finde ich erneut den Ansatz, wie er weiter oben von Landmatrose3000 25.02.2025 um 18:25 Uhr skizziert wurde: , Stichwort „Alle wollen zur Infanterie“: Die Leute da abholen, wo sie innerlich in Bezug auf Streitkräfte stehen – Druck, Drall, Geschwindigkeit in kurzer Hose bei jedem Wetter draußen im Gelände erwartend, Holzgewehr bei Fuß. Das wäre der richtige Ansatz für die Wiedereinführung der Wehrpflicht, die dann von vornherein nur in Heimatschutz-Bataillonen im jeweils eigenen Bundesland oder Landkreis abgeleistet wird. Wer mehr will, kann sich dann im stehenden Heer („Feldheer“) oder in den andern TSK weiterverpflichten, weil die eh in Zukunft Vornepräsenz an der Nordostflanke des freien Europas zeigen müssen, und damit hauptsächlich außerhalb Deutschlands ihren Mehrwert für kollektive Abschreckung erwirtschaften. Altgediente Kader können dann gerne von dort zurück kommend ihre Erfahrungen als AusbilderInnen in der neuen „Landwehr“ weitergeben. So wird es kommen! Denn Handwaffen & Munition sowie Feldunterkünfte und -bekleidung müsste doch in rauen Mengen kurzfristig zu beschaffen sein. Müsste aber. Ich bin gespannt, welche die künftige Regierung von den natürlich schon längst(!) vorbereiteten Plänen dieser Art aus der Schublade zieht und den politischen Segen und die Mittel zur Umsetzung gibt.