Neue Kampfjets für die Luftwaffe: F-18 wird teuer. Aber Eurofighter nicht?

Der Plan des Verteidigungsministeriums, die betagten Tornado-Kampfjets zum Teil durch F-18-Flugzeuge des US-Herstellers Boeing in verschiedenen Versionen zu ersetzen, wird nach einer externen Expertenschätzung bis zu 8,77 Milliarden Euro kosten. Allerdings: Die Studie, die die deutsche Sektion von Greenpeace vorlegte, deutet auch auf auch mögliche deutlich höhere Kosten für den Kauf von Eurofightern als Tornado-Ersatz hin.

Die Umweltorganisation veröffentlichte die Studie des Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit (BITS) und des früheren Tornado-Piloten und NATO-Planungsoffiziers Ulrich Scholz in Verbindung mit einer Protestaktion vor dem Verteidigungsministerium in Berlin (Foto oben) am Mittwoch. Greenpeace wollte damit gegen die Neubeschaffung von Kampfjets protestieren, die für den Einsatz von US-Atomwaffen im Rahmen der so genannten Nuklearen Teilhabe geeignet sind.

Das ist aus Sicht der Organisation nachvollziehbar; die Studie bietet allerdings ein etwas differenzierteres Bild, das über die plakative Aussage Keine US-Kampfjets beschaffen, weil so teuer hinausgeht.

Zur Erinnerung: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte im April entschieden, dass der Prozess für den Ersatz der Tornados unter anderem durch US-Kampfflugzeuge gestartet werden soll – auch wenn die eigentliche Beschaffungsentscheidung voraussichtlich nicht mehr in dieser Legislaturperiode fallen wird:

• Zusätzlich zu den vorhanden 141 Eurofightern der Luftwaffe sollen 93 neue Flugzeuge dieses Typs beschafft werden:
– 38 Eurofighter der so genannten Tranche 4 als Ersatz für die Eurofighter der ersten Generation, der so genannten Tranche 1
– 40 weitere Eurofighter, die den Tornado in der Rolle als Jagdbomber ablösen sollen und
– zunächst nur als Option vorgesehene weitere 15 Eurofighter, die für den elektronischen Kampf ausgelegt sind.

• 30 Kampfjets des US-Typs F/A-18 F Super Hornet Block III, die modernste Version, auf die auch die U.S. Navy ihre F-18-Maschinen aufrüstet, vor allem für die Nukleare Teilhabe. Diese Flugzeuge sind bislang zwar nicht für den Einsatz von Atomwaffen zertifiziert. Da aber eine frühere Variante der F-18 dafür von den US-Behörden freigegeben war, geht das deutsche Verteidigungsministerium davon aus, dass der Zertifizierungsprozess nicht bei Null beginnt und damit schneller und kostengünstiger möglich ist als bei einem anderen Flugzeug.

• 15 Kampfjets des US-Typs E/A-18 Growler, die für die so genannte luftgestützte elektronische Kampfführung ausgerüstet sind und damit unter anderem die bislang für den Tornado vorgesehene Bekämpfung der gegnerischen Luftabwehr (Suppression of Enemy Air Defense, SEAD) übernehmen.

Die von Greenpeace vorgelegte Studie konzentriert sich auf die Beschaffung der 30 F/A-18 F Super Hornet Block III, die für eine Nukleare Teilhabe vorgesehen sind; die 15 Growler für die elektronische Kampfführung werden bei den Kosten mit eingerechnet, sind aber nicht für Atomwaffen geeignet. Die Autoren der Studie stellen auch fest, dass das politische Ziel des Festhaltens an der Nuklearen Teilhabe ein wichtiger Teil dieser Beschaffungsentscheidung ist, für die Luftwaffe aber auch andere Punkte genau so wesentlich sind:

Die bisherigen Aufgaben des Tornados sind:
• die Gefechtsfeldabriegelung und Bekämpfung von Hochwertzielen (Interdiction-konventionell) und Strike (nuklear),
• SEAD/ECR (Suppression of Enemy Air Defenses / Electronic Combat Reconnaissance)
• und die Luftnahunterstützung (CAS -Close Air Support) bzw. die taktisch-operative Aufklärung (Recce), bei denen der Tornado auch von Eurofightern der Tranchen 2 bis 4 abgelöst werden könnte.
(…)
Der Schwerpunkt der Aufgaben des Tornados heute und künftig der F-18 liegt im konventionellen Bereich. Eine klare kalkulatorische Abtrennung der Kosten, die die Luftwaffe speziell zur Durchführung der nuklearen Strike-Aufgabe tragen muss, ist weder sinnvoll noch möglich, weil
• die für die Strike-Aufgabe eingeplanten Jagdbomber überwiegend konventionelle Luftangriffsaufgaben durchführen,
• der nukleare Strike-Einsatz die unwahrscheinlichste Form des Einsatzes dieser Flugzeuge darstellt und
• auch nicht-nuklearfähige Flugzeugtypen an Strike-Einsätzen und damit an Aufgaben im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt sein würden (SNOWCAT, Support of Nuclear Operations with Conventional Air Tactics).
• Strike-Einsätze können multinational erfolgen, also unter Beteiligung von Luftfahrzeugen mehrerer Nationen, von denen nur ein kleiner Teil Nuklearwaffen tragen würde.
Deshalb sind vor allem die Kosten der Beschaffung nuklearfähiger Flugzeuge vom Typ F-18F und der zu deren Begleitung fähigen SEAD/ECR-Maschinen als Kostenfaktoren sinnvoll abgrenzbar. Das dabei zu erzielende Ergebnis unterliegt vor allem dem Vorbehalt, dass diese Flugzeuge alle überwiegend Aufgaben der konventionellen Kriegführung wahrnehmen würden. Demgegenüber ist jedoch zu betonen, dass die Wahl auf die F-18 fiel, weil bei ihr die Zertifizierung als nukleares Trägersystem durch die USA bedeutend schneller zu erwarten ist als beim europäischen Eurofighter. Anders gesagt: Die F-18 soll für die Aufrechterhaltung der nuklearen Teilhabe beschafft werden.

Damit ist zwar korrekt erklärt, dass die Nukleare Teilhabe ein wesentlicher Teil der Gründe für die Entscheidung für das Flugzeugmodell von Boeing ist, aber eben nicht der einzige – und die Verkürzung auf deutsche Atombomber ein bisschen arg sparsam ist. Denn die Alternative – eben nicht nur für den Atomwaffeneinsatz, sondern auch für die anderen Aufgaben des Tornados – wäre nicht unbedingt kostengünstiger, wie aus dem letzten Absatz der Studie hervorgeht:

Zum Abschluss ein notwendiges Ceterum Censeo: Es lässt sich aufgrund aller Erfahrungswerte davon ausgehen, dass die industriepolitisch motivierte Nachbeschaffung von bis zu 93 Flugzeugen des europäischen Typs Eurofighter ein größeres Kostenrisiko beinhaltet als die Beschaffung von 45 F-18F und G. Der durch die Industrie kolportierte Betrag, rund 10 Mrd. Euro, hat offenbar wieder einmal mehr kaum Bezug zur Realität.

Mit anderen Worten: Die Abschätzung aufgrund öffentlich verfügbarer Zahlen, dass für eine Beschaffung von 45 F-18 in verschiedenen Varianten Kosten in Höhe von im Minimum zwischen € 7,67 Milliarden und € 8,77 Milliarden anfallen, ist ein hilfreiches Detail für die Debatte über die Tornado-Nachfolge. So zu tun, als wäre das Geld schlicht über, wenn man nicht beim Ami kauft (wie Greenpeace das nahelegt), ist dagegen ein bisschen arg einfach.

Nachtrag: Sehe erst beim erneuten Nachlesen den Hinweis in der Fußnote, der zum Thema Eurofighter Bedeutung hat:

Es gibt im BMVg offenbar Zweifel, ob die Eurofighter-Hersteller um Airbus in der Lage wären, ab 2025 – oder wenig später – eine einsatzfähige, notwendigerweise zweisitzige ECR-Variante des Eurofighters auszuliefern. Deshalb bevorzugt man zunächst ein auf dem Markt verfügbares und bereits einsatzerprobtes Flugzeug und gibt den Eurofighter-Herstellern über die Option eine Chance, die Zweifel an ihrer Liefer-und Leistungsfähigkeit doch noch zu beseitigen und später auch noch zum Zug zu kommen. Ein solches Vorgehen lässt der deutschen Industrie zugleich die Chance, ihre technologischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln und im Kontext des französisch-deutschen Vorhabens FCAS besser angebotsfähig zu werden.

(Foto: Greenpeace-Aktion am Verteidigungsministerium in Berlin – Ruben Neugebauer/Greenpeace)

95 Gedanken zu „Neue Kampfjets für die Luftwaffe: F-18 wird teuer. Aber Eurofighter nicht?

  1. Dem Hausherrn ein „Bravo“, dass er aus der Substanz der Greenpeace-Studie das Wesentliche, die Mehrkosten an Anschaffungskosten für die Beibehaltung der Nuklearen Teilhabe herausschält. Mein Kompliment, das ist sachgerechter Journalismus.
    Eine Nachfrage: Die Feststellung
    „die 15 Growler für die elektronische Kampfführung werden bei den Kosten mit eingerechnet, sind aber nicht für Atomwaffen geeignet.“
    hört sich distanzierend an. Ich würde gerne das wirkliche Urteil erfahren: Ist das nicht von Greenpeace sachgerecht zugeordnet, weil die Atomwaffen tragenden Flugzeuge bekanntlich nicht alleine gen Kaliningrad in Marschgesetzt würden, weil sie die dortige Luftabwehr alleine nicht knacken in der Lage wären. Richtig verstanden?

    [Hm, noch ein bisschen vorher angesetzt: Die Fähigkeiten der Growler benötigt die Luftwaffe unabhängig von der nuklearen Teilhabe. Siehe dazu auch den Nachtrag oben im Text. T.W.]

  2. Naja 38 ef sind ja Ersatzbeschaffungen für Trache 1. Ich denke da weiß man auf was man sich kostenmäßig einlässt. Bei dem ef als jabo bin ich mir da nicht so sicher. Ist ja nen vollkomen anderes Aufgabenprofil. Wäre auch die Frage ob dass in Zeiten der Präzisionsbewaffnung überhaupt noch Sinn macht. (Tiefflugansatz, automatischer Konturflug usw)

  3. Mich stören zwei Dinge an AKKs Plänen

    1.
    „30 Kampfjets des US-Typs F/A-18 F Super Hornet Block III, die modernste Version, auf die auch die U.S. Navy ihre F-18-Maschinen aufrüstet, vor allem für die Nukleare Teilhabe. Diese Flugzeuge sind bislang zwar nicht für den Einsatz von Atomwaffen zertifiziert. Da aber eine frühere Variante der F-18 dafür von den US-Behörden freigegeben war, geht das deutsche Verteidigungsministerium davon aus, dass der Zertifizierungsprozess nicht bei Null beginnt und damit schneller und kostengünstiger möglich ist als bei einem anderen Flugzeug.“

    Das ist Wunschdenken und bedeutet, dass das BMVg offensichtlich noch nicht mal weiß, was die Zertifizierung kosten soll. Und wenn Deutschland der einzige Nutzer ist, der diese Zertifizierung will gibt es auch keine Skaleneffekte. Und ohne eine US-TSK, die das auch will wird das ggf. extrem langsam.

    2. Die F-18 ist eine Trägerflugzeug. Warum ist dieses das richtige für Deutschland (ich vermute den Plan einen Träger zu beschaffen hat AKK wieder aufgegeben)?

    Warum setzt man bei der NT nicht auf die F-15E, die schon zertifiziert ist und beträchtlich mehr Nutzlast tragen kann?

    [Oh weh. Die Debatte darüber, warum F-18 und Eurofighter und nicht F-15 (oder F-35), ist hier schon mehrfach in sehr tiefgründiger Ausführlichkeit geführt worden. Und die fangen wir bitte nicht wieder bei Null an. T.W.]

  4. Die F15E ist ebenfalls von Boeing und der Hersteller hat sich zur Zertifizierung auch geäußert.
    Aus gutem Grund hat sich das BMVG für die beiden F-18 Varianten entschieden. Sie passen am Besten zu den Aufgaben der Luftwaffe und das Preis-/Leistungsverhältnis passt. Luftfahrzeuge können hervorragend von ortsfesten Flugplätzen operieren, auch wenn sie ursprünglich für Flugzeugträger gebaut wurden. Stabileres Fahrwerk, evtl. kürzere Startbahn usw. Spanien, Schweiz, Finnland, Australien kennen schon die Vorteile….

  5. @Fragen

    Wo sehen Sie da konkret ein Problem? Das sind alles Details die im Vorfeld zu klären und in einen Vertrag zu gießen sind.

  6. Man muss ganz deutlich sagen, DEU hat der Nato die Eloka-Fähigkeiten eines Staffeläquivalents für 2025 fest zugesagt.

    Die Fähigkeiten ECR / SEAD werden für jegliche Luftangriffsoperation benötigt, auch für ganz konventionelle (siehe deutsche Tornado Teilnahme am Luftkrieg gegen Serbien). Insofern darf man die 15 Growler nicht zur Nuklearen Teilhabe rechnen und wie schon richtig bemerkt wurde, die Hauptaufgabe der Super Hornets ist die konventionelle Interdiction, also Luftangriff mit konventionellen Waffen.

    Wenn man hier die 30 F 18 nicht beschaffen würde, müsste man mindestens 30 (eher mehr) zusätzliche Eurofighter zu den genannten 90 Eurofightern bestellen. Wobei dann immer noch die Frage wäre, ob und wann der Eurofighter die Bomben- und Marschflugkörper des jetzigen Tornados oder der F-18 Super Hornet je tragen könnte.

  7. @georg „müsste man 30 oder mehr ef bestellen“ Müsste man meiner Ansicht nach nicht. Man (wer auch immer das sein mag) müsste nur dafür sorgen dass die 140 die da sind voll gewartet und ausgerüstet sind. Mit Ersatzteilen, Mun,Personal ect. Und alles auf dem neusten Stand. Dann reichen die 140. (Privatmeinung)

  8. @Andreas:
    Natürlich muss man das vorher klären und vertraglich regeln.

    Nur ist die politische Entscheidung für die F18 für NT (Growler ist ein separates Thema) gefallen mit dem Verweis, dass die nukleare Zertifizierung möglich ist und nicht so teuer wie es z.B. für den EF wäre.

    Beim konkreten Preisvorteil ist die Formulierung des BMVg allerdings dann immer so wachsweich wie von T. Wiegold oben zitiert.

    Mag sein, dass die USA den EF nie zertifizieren würden, aber was die Zertifizierung der F18 kosten soll hab ich noch nirgends gelesen.
    Und zumindest mir ist nicht bekannt, ob das BMVg die F-15E jemals ernsthaft betrachtet hat.

  9. @SiggiP: die Zertifizierung erfolgt durch das US Ministerium für Energie und nukleare Angelegenheiten. Durch den Prozess leitet aber das US MoD.

    Wenn man die Kosten für EF und F18 vergleicht darf man nicht vergessen dass die Euros die für den EF ausgegeben werden im Europäischen Wirtschaftskreislauf bleiben während die F18 Euros in die USA abfließen.

    Das die Luftwaffe gern 2 Muster hätte ist verständlich, ich sehe jedoch immer noch nicht die Notwendigkeit zur F18. Die Luftwaffe wird ohnehin nirgends eingesetzt wo sie Luft-Boden Einsätze fliegen muss. Ist schlicht politisch nicht gewollt. Somit wäre die vernünftigste Variante ein absolutes Minimum der günstigsten NT Flieger zu beschaffen, welches Muster auch immer.
    Bisher waren die Nukes auf keinem US Muster – warum muss das auf einmal so sein und warum wird das so ohne weiteres hingenommen?

  10. @loki Anscheinend ist die f18 die billigste Variante. Was es mit dem streit um die Zertifizierung aufsich hat erschließt sich mir allerdings immernoch nicht. Ich dachte immer die flugbahn der nuke gleicht der einer gbu und somit wäre es egal unter welches Flugzeug man sie hängt solange es für die entsprächende gbu und den bombenkörper freigegeben ist. Oder hat die nuke im flug ganz andere parameter?

  11. @ Loki: „Die Luftwaffe wird ohnehin nirgends eingesetzt wo sie Luft-Boden Einsätze fliegen muss.“

    Falsch, wie die jüngere Vergangenheit bereits gezeigt hat (ECR Tornados im Kosovokrieg, 428 SEAD Einsätze).
    https://augengeradeaus.net/2019/03/vor-20-jahren-der-erste-kriegseinsatz-der-luftwaffe-in-der-nato/

    Wie Georg weiter oben bereits beschrieben hat, ist diese Fähigkeit der NATO fix zugesagt. Somit müssen hierfür die Voraussetzungen geschaffen werden.

  12. @TW
    Herzlich willkommen zurück

    @Loki
    „Die Luftwaffe wird ohnehin nirgends eingesetzt wo sie Luft-Boden Einsätze fliegen muss. Ist schlicht politisch nicht gewollt.“

    Politischer Wille kann sich in 30 + X Jahren Nutzungsdauer eines solchen Systems ändern.
    Vor 1999 glaubte ich z.B. auch nicht, dass wir (DEU) aktiv Luftkrieg in Europa führen.

    Und zur LV/BV brauchen wir die Fähigkeit Jagdbomber in voller Befähigung, wie ja in Herrn Wiegolds Beitrag oben gut dargestellt.

  13. @Fragen

    Weil es von der F15 eben keine dezidierte EW Version gibt.
    Wie weit die Frage zur Integration der B61-12 geklärt ist kann/wird hier niemand beantworten. Das ist alles stochern im Nebel. Ich persönlich halte eine Vergabe an Boeing für die sinnvollste Variante, da sie sowohl das Flugzeug als auch die Waffe bauen. Dadurch vermeidet man technische und bürokratische Reibungsverluste.

  14. Die F-18 ist eine Trägerflugzeug. Warum ist dieses das richtige für Deutschland (ich vermute den Plan einen Träger zu beschaffen hat AKK wieder aufgegeben)?

    Es ist nicht deshalb das „richtige“ Flugzeug, weil es ein spezifisch Trägerflugzeug ist, sondern diese Eigenschaft hat unabhängig vom maritimen Einsatzszenario angenehme Mitnahmeeffekte, die die Lebensdauer erhöhen. Beispielsweise die Ausstattung mit Fanghaken, eine auf harte Beanspruchungen bei Start und Landungen ausgelegte Zelle sowie ein entsprechend robustes Fahrwerk, um den Vogel auch bei bewegterer See aufs Landedeck zu schmeißen. Die seinerzeit als JaBo und Jäger beschaffte F-4 Phantom II war ja ursprünglich auch als Trägerflugzeug konzipiert, auch wenn die seitens der Bundesrepublik letztlich beschaffte Variante F-4F als abgespeckte Version der F-4E der Air Force einige Abstriche gemacht hat…

  15. @TM welcome back ! – klasse Journalismus !
    @ Autoren der Studie: schade um die wirklich gute Arbeit, da leider EINSEITIG (spätestens bei Fussnote 7 [von 29] hätten auch diese das erkennen müssen!)

  16. Selbstverständlich kann sich der politische Wille in Deutschland ändern und ich persönlich bin auch dafür dass die Luftwaffe auch schlagkräftig gegen Bodenziele wirken kann.
    Aber man muss sich anhand der Beträge fragen was sind die Prioritäten und was ist mein Level of Ambition. Es geht nicht nur um die Wünsche der Luftwaffen sondern auch darum was wichtig ist, da permanent im Einsatz gebraucht und was eben eine niedrigere Priorität hat.
    Und wenn ich mir anschaue mit welchem „Affenzahn“ die Luftwaffe die Luft-Boden-Rolle auf dem EF weiterentwickelt (insb im Vergleich zu UK wo der EF schon die Rollen der brit. Tornados erfüllt), dann frage ich mich ob es der richtige Schritt ist ein weiteres Muster zu beschaffen. Vielleicht sollte die Luftwaffe erstmal lernen die Potenziale des bestehenden Equipments voll auszuschöpfen. Sie geben nämlich Steuergelder aus und da geht es nicht um Wunsch, sondern darum was ich wirklich brauche.

  17. Welche aktuell genutzten Flugzeuge sind in der NATO für Nuklearwaffen zertifiziert?
    Ich kenne mit Sicherheit nur B-1, B-2, B-52, Tornado und F35.

    Welche Staaten offerieren derzeit ihre Nuklearwaffen für Nuclear Sharing?
    Imho derzeit nur die USA wobei Frankreich zumindestens Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

    Welche davon sind in der Lage US-Atomwaffen zu tragen und entsprechen aktuellem Stand der Technik?

    Sind Flugzeuge als Träger für Nuklearsysteme überhaupt zeitgemäß gegenüber Cruise Missiles und ballistischen Raketen? Imho bieten sie nur einen Vorteil in der Missile-Gap für Mittelstreckenraketen.

    Ich will sicher nicht die Vor- und Nachteile diskutieren, ich hätte nur gerne eine kurze namentliche Aufzählung damit ich mich in Wikipedia einlesen kann. Kann mich da jemand erhellen? Danke.

  18. Ich habe häufig im öffentlichen Beschaffungswesen erfahren, dass eine realistische Kenntnis der Kosten sich immer erst in Stufen entwickelt. Was auch immer jetzt seitens der Politik, des Beschaffungswesens oder der Industrie oder per Studien an Zahlen auf den Tisch gelegt wird, hat einen großen Unsicherheitsfaktor. Weitere Klarheit bekommt man erst, wenn die Angebote auf den Tisch gelegt werden. Und deren Höhe hängt schließlich maßgeblich von der Verhandlungsposition ab. Auswahlentscheidungen, die das Angebot auf einen Anbieter (und damit einen Monopolisten) reduzieren, sollte man bei Neubeschaffungen deshalb auf jeden Fall vermeiden. Ich verstehe deshalb dieses Verfahren absolut nicht. Es ist so offensichtlich kostentreibend, wenn man nur ein Muster haben will und sich dann auch noch selbst unter Zeitdruck setzt, in dem Zusagen für die Bereitstellung von Fähigkeiten gibt, bevor man das Beschaffungsverfahren im Griff hat. Aber so ist jetzt nun mal hier und auch beim TVLS. Schade.
    Ein kostentechnischer Ausweg wäre meiner Ansicht nach nur dann gegeben, wenn man sich bei der nuklearen Teilhabe auf ein „nice to have“ einstellen würde und man bei der Alternativ-Entwicklung der ELOKA-Fähigkeit über den Eurofighter sich zeitliche Flexibilität einräumen würde. Beides sehe ich aber leider nicht gegeben.

  19. @TW toller Artikel! Besser als im Spiegel und Co. die Studie auseinander genommen!

    @all Zur Preisfindung bei der Super Hornet: Nicht vergessen Boeing geht es gerade ganz schön mies! 737, 777X werden z.Z. nicht ausgeliefert. Nur die 787 produziert man gerade und noch ein paar Frachter von 777, 767 und 747.
    Die Air Force kauft gerade zwar wieder neue F-15EX und die Navy lässt ihre SH umrüsten, trotzdem ist Boeing schwer angeschlagen und es lassen sich sicher sehr gute Stückpreise erzielen. Jeder Verkaufserfolg wäre für Boeing gerade Goldwert.
    Leider aber brauchen wir wohl noch ein paar Jahre bis das alles unter Dach und Fach ist und die Situation bei Boeing könnte da wieder besser aussehen. Aktuell aber ließen sich sicher sehr gute Preise erzielen.

  20. @Stoerfang:
    „Wie Georg weiter oben bereits beschrieben hat, ist diese Fähigkeit der NATO fix zugesagt. Somit müssen hierfür die Voraussetzungen geschaffen werden.“

    Die Zusagen an die NATO sind deutlich umfangreicher als die zur Verfügung stehenden Finanzmittel.
    Nach der Bundestagswahl wird es da schwere Entscheidungen geben müssen.

  21. @ Loki

    Zitat: „Bisher waren die Nukes auf keinem US Muster – warum muss das auf einmal so sein und warum wird das so ohne weiteres hingenommen?“

    Was war mit den über 900 F104G Starfightern ? Haben Sie die in ihrer Betrachtung übersehen ?

    @ Dante

    Zitat: „Was es mit dem streit um die Zertifizierung aufsich hat erschließt sich mir allerdings immernoch nicht. Ich dachte immer die flugbahn der nuke gleicht der einer gbu und somit wäre es egal unter welches Flugzeug man sie hängt solange es für die entsprächende gbu und den bombenkörper freigegeben ist. Oder hat die nuke im flug ganz andere parameter?

    Ich denke Sie haben da bei dem Begriff „Zertifizierung“ eine falsche Vorstellung im Kopf.
    Es geht bei der Zertifizierung darum, dass eine Nuklearwaffe nicht versehentlich abgeworfen, geschärft oder schlicht weg im Flug „verloren“ wird durch technische Mängel und Störfälle am Trägerflugzeug. Dazu wurde bei dem Tornado ein Sonderwaffenpanel integriert, das nur für die Nuklearwaffe zuständig ist und damals entsprechend zertifiziert wurde.

    Ich weiß nicht im Detail was bei der „Zertifizierung“ überprüft wird, aber vorstellbar ist die Robustheit einer eigenen Engergieversorgung für dieses Sonderwaffenpanel, eine Einstrahlsicherheit wegen Beeinflussung durch große HF-Leistungen von Außen (EMI), eine Abschirmung und möglichst große Widerstandsfähigkeit gegenüber einem elektromagnetischen Impuls, wie er nun mal bei eine Nuklearexplosion auftritt, denn das Flugzeug und der Pilot sollen ja die Chance haben nach dem Waffeneinsatz auch wieder nach hause fliegen zu können. Dies kann sich bis zu galvanisch getrennten Datennetzen hinziehen, wo dann jedes einzelne Bit des Datenbusses über Optokoppler oder ähnliche galvanisch getrennte Übertrager die Daten von dem Borddatennetz auf das Sonderwaffenpanelnetz übertragen mit dessen eigener Stromversorgung.

    Und um mal ein Beispiel zu nennen, wenn sie normale Systeme mit einer statischen Sicherheit von z.B. 99,5 % (3 sigma) auslegen, kann ich mir vorstellen, dass die Systeme für ein Sonderwaffenpanel mit einer statischen Sicherheit von 5 oder 6 sigma ausgelegt werden, womit sie dann eine statische Zuverlässigkeit von 99,977 % bis 99,99966 % haben.

    Um so etwas zu zertifizieren muss ein Hersteller alle Konstruktionsunterlagen vollständig offenlegen, damit wären Firmengeheimnisse betroffen, die natürlich die amerikanische Zertifizierungsbehörde den amerikanischen Konkurenten von Airbus wie Boing usw. weiterleiten würde. Insofern ist eine realistische Zertifizierung des Eurofighters für die Nuklearrolle per se ausgeschlossen.

  22. Die, pardon, Greenpeace-Kasper haben keine Ahnung, was die Super Hornet kosten würde. Der Vergleich zu Australien zeigt vielmehr, dass man eine Studie mit dem Ziel in Auftrag gab, ein möglichst unschönes Ergebnis vorweisen zu können.

    Denn kein Flugzeug wird zum Listenpreis verkauft. Unzählige Faktoren beeinflussen die Preisgestaltung, nicht zuletzt die Politik.

    Und gerade weil im derzeitigen Klima ein Verkauf amerikanischer Rüstungsgüter nach Deutschland einen Riesen-Propagandaerfolg für die Trump-Administration darstellen würde, darf die Luftwaffe mit erheblichen Preisnachlässen rechnen.

    Hinzukommt, dass die Super Hornet als Lückenbüßer fungieren soll. Es würde keinen Technologietransfer geben, keine Forderung nach einer Einbindung deutscher Unternehmen, vielleicht nicht einmal nach Gegengeschäften; und auch diese aus amerikanischer Sicht vorteilhafte Konstellation wird entsprechend honoriert werden.

  23. Bitte nicht wieder die Debatte über die F-15E…
    Die gibt es gar nicht mehr neu.
    Die USAF bekommt jetzt bis zu 144 F-15EX.

    Was mich bei der Entscheidung für die beiden F-18 Versionen immer noch irritiert, ist die Rolle der F-18F parallel zum EF in der JaBo Rolle.

    Eigentlich wäre die F-18F ohne NT überflüssig. Der EF kann die Rolle übernehmen.

    Warum also nicht die Growler für die NT zertifizieren?

    Vermutlich weil die F-18F Rollen übernehmen soll, über die man aktuell noch nicht spricht.

    Ich bin sehr gespannt, wie man die beiden JaBo Flugzeuge dann einsetzen wird, um zwei verschiedene Muster zu rechtfertigen. Oder ob am Ende die F-18F in -G umgebaut werden, wie es Australien geplant ist?

  24. Ich bin die unqualifizierten Trump-Bemerkungen in Richtung Deutschland leid.
    Gibt es nicht irgendwo auf der Welt ein Übergangs-Kampfflugzeug, dass uns von
    usa unabhängig macht? Bis unser Europa das Problem gelöst hat! Und soll er doch
    die Atomraketen in die usa bringen, oder mit den Soldaten auch verlegen.
    Vor diesem gewöhnungsbedürftigen (und gefährlichen) Präsidenten können wir
    Europäer doch nicht in die Knie gehen! Ich wünsche mir, dass dieser einfache Mensch
    mal merkt, dass Intelligenz bisher jede Dummheit besiegt hat.

  25. @Der Realist
    Growler für NT? Die ist so vollgestopft mit Technik das da für zusätzliche NT Technik kein Platz ist.
    Integration geht auch nicht den dann müsste man die ganze ELOKA/SEAD Technik prüfen und zertifizieren.
    Sprich je weniger Technik im Flieger betroffen ist um so einfacher und billiger die Zertifizierung.

    Außerdem wer macht dann beim Strike SEAD? B61 und HARM belegen die gleichen Hardpoints also entweder/oder.

  26. @Der Realist

    Sie schrieben: „Vermutlich weil die F-18F Rollen übernehmen soll, über die man aktuell noch nicht spricht.“

    — Das könnte sein. Und ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte: Es ist die (konventionelle) Jagdbomberrolle. Dass die Luftwaffe so wenige Luft-Boden-Wirkmittel in die Typhoon integriert hat, liegt nicht nur am Geld. Es ist eine Frage der Doktrin, mindestens aber eine der eingeübten Verfahren, die sich als Doktrin verkleiden.

    Meines Wissens nach ist Großbritannien der einzige der ursprünglichen Betreiber, der die Typhoon in ein vollwertiges Mehrrollen-Kampfflugzeug konvertiert hat – d.h. die Befähigung zum Einsatz aller relevanten Luft-Boden-Waffen integrierte. Und die Briten hatten keine Wahl. Die Jaguar war aussortiert, der Tornado sollte aussortiert werden, bis zur full operational capability der Lightning II war es noch ein weiter Weg; man hätte schlichtweg keinen Jagdbomber zur Verfügung gehabt.

    Hinsichtlich Doktrin und Taktik ist die Typhoon das europäische Pendant zur Raptor, nicht zur Lightning II. Mir scheint, die Betreiber wollen die Stärken der Maschine ausspielen und nicht die Zelle unnötig verschleißen, indem man Aufständischen Bomben auf den Kopf wirft. Und aus militärischer Sicht ist eine Zweimusterflotte absolut wünschenswert.

  27. @Georg
    Dafür ist nicht nur ein Sonderwaffenpanel sonder ein eigenes Supsystem aus verschiedenen Komponenten erforderlich. Das muss in die Avionik und Waffenmechanik eingebunden werden.

  28. @muck sagt: 29.07.2020 um 20:34 Uhr
    „Der Vergleich zu Australien zeigt vielmehr, dass man eine Studie mit dem Ziel in Auftrag gab, ein möglichst unschönes Ergebnis vorweisen zu können.“

    Wundert Sie das? Es ist doch Usus, das bei solchen „Studien“ und „Gutachten“ das Ergebnis herauskommt, das der Auftraggeber und Finanzier gerne sehen würde. Jedes andere Ergebnis hätte mich überrascht.
    Das ist doch in der Politik auch nicht anders, prominentes Beispiel ist die Maut. Hat dann doch nicht so geklappt, wie prognostiziert – hach, wie ärgerlich und nicht vorhersehbar./sarc

  29. @Wait&C:
    Die Niederlande (Volkel) und Belgien (Kleine Brogel) nutzten bislang auch die F-16 für die NT mit der B61.

    Gegenwärtig sind die B-2, die F-15E, die F-16, die Boeing F/A-18 Super Hornet und der Tornado fähig, die B61 einzusetzen, die letzten vier allerdings nur in den Varianten 3/4. Die Debatte um eine Zertifizierung der Super Hornet für die deutsche Nukleare Teilhabe dürfte sich einerseits darauf beziehen, dass evtl. die Luftwaffe eine eigene Modellvariante erhält, die eine erneute Zertifizierung notwendig macht, sowie andererseits, dass die neueste Baureihe B61-12 noch nicht in die Super Hornet integriert ist. Es geht nämlich längst nicht nur um das konkrete Flugzeugmuster, sondern auch um die Bombe selbst.

    Die B-52 ist seit 2016 nicht mehr für den Einsatz von B61 vorgesehen.

    Den historischen Abriss der Flugmuster, die die B61 einsetzen konnten, und die teilweise bereits genannt wurden, erspare ich uns mal, das kann man auch recht leicht bei Wikipedia mit entsprechenden Quellenbelegen selbst nachlesen.

  30. @ muck

    Ich habe eine andere Vermutung.

    Seezielbekämpfung in Nord-und Ostsee. Da haben die meisten NATO-Staaten nicht viel zu bieten.

  31. @ Der Realist:

    Die US Navy soll also noch nicht erkannt haben, was Sie erkannt haben wollen, nämlich dass die E/A-18G ohne Abstriche und zu einem konkurrenzfähigen Preis die Aufgaben der F/A-18F übernehmen könnte – und vice versa? Nur mal zum Nachdenken: Bei der PA 200 ECR musste auf die beiden 27 mm BMK der Version IDS verzichtet werden – aus Platzgründen für das ganze „ECR“/“ECM“-Gerümpel. Das ist zwar schon ein paar Tage her, aber die Grundproblematik, dass man in einer Flugzeugzelle nicht unendlich Platz hat, dürfte gleich geblieben sein. Es hat also seinen Grund, weshalb es keine Version gibt, die ECR, Jagd und Luftangriff gleichermaßen ausführt. Und selbst wenn das so wäre, so bliebe es dabei, dass die Flugzeuge in deiner COMAO verschiedene Aufgaben haben und zeitlich gestaffelt eingesetzt werden. Insofern müssen da Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis bleiben. Und ob es am Ende den großen Unterschied ergibt – außer aus Sicht der Logistik – wenn man 15 E/A-18G und 30 F/A-18F oder 45 E/A-18G bestellt, nunja…
    Und nichts für ungut: Im Gegensatz zum Eurofighter war die F/A-18 E/F von Geburt an ein Mehrrollenkampfflugzeug – wie schon die Bezeichnung aussagt. Der Eurofighter wird letztlich ein Jäger mit Bomben bleiben, egal wie viel Geld man noch darin investiert.

  32. @ Hans Dampf

    Sie haben mich leider nicht verstanden.

    Es ging mir rein um die Rolle der NT, nicht um die anderen Rollen der F-18F.

  33. @Der Realist

    Mensch, was gäbe ich dafür, eine Super Hornet im blau-grauen Kleid der Marineflieger zu sehen.

  34. @Hans Dampf
    Sie schrieben: „Der Eurofighter wird letztlich ein Jäger mit Bomben bleiben, egal wie viel Geld man noch darin investiert.“

    — Das sehe ich genauso. Es ergibt Sinn, Luft-Boden-Waffen in das System Eurofighter Typhoon zu integrieren, um gewisse Reserven zu erlangen und das Flugzeug als Waffenträger einzusetzen, wenn es gerade sonst nichts zu tun gibt. Das heißt, vorausgesetzt, dass die Kosten nicht ausufern und die Eignung der Maschine als Luftüberlegenheitsjäger nicht beeinträchtigt wird.

    Aber alles in allem ist die Typhoon als Jagdbomber das fliegende Gegenstück zu einem Bentley Continental als Taxi. Es funktioniert, aber man muss viel daran herumschrauben und die Fahrgäste ruinieren einem die Fußmatten. In meinen Augen stellt der Kauf wenigstens eines Geschwaders F/A-18 E/F den bestmöglichen Kompromiss dar zwischen militärischer Notwendigkeit und fiskalischer Realität.

    Es wird spannend, wie sich die jüngsten Volten aus Washington auf den geplanten Deal auswirken; ob man in den USA Sanktionen und Truppenabzug etwa als Pokerchips einsetzen will; und ob das Gestänker des Mannes im Weißen Haus das Geschäft in Deutschland innenpolitisch undurchsetzbar macht.

    Es zeugt von Donald Trumps außenpolitischer Unfähigkeit und Ahnungslosigkeit in Sachen Diplomatie, dass er fortwährend eine Regierung vor den Kopf stößt, mit der er gerne ein Milliardengeschäft machen würde.

    Hierin sehe ich den größten Stolperstein, den es zu umgehen gilt. Ich glaube nicht, dass die Kosten oder die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verwerfungen eine große Rolle spielen. Würde die Regierung nicht mit einer schnellen Erholung rechnen, hätte sie bereits bei den im Juni getätigten Milliardenverpflichtungen die Reißleine gezogen.

  35. @ Muck

    Eher der Vergleich der Eurofighter ist zum Jagdbomber geeignet, wie ein Ferrari zum Taxi geeignet ist.

  36. @muck:

    Es zeugt von Donald Trumps außenpolitischer Unfähigkeit und Ahnungslosigkeit in Sachen Diplomatie, dass er fortwährend eine Regierung vor den Kopf stößt, mit der er gerne ein Milliardengeschäft machen würde.

    Da bin ich anderer Meinung. Der weiß recht genau, dass wir einen Ersatz für den Tornado in beiden Rollen jetzt benötigen, ergo das Geschäft somit so oder so zustandekommt, nachdem die Entscheidung für das Flugmuster bereits gefallen ist. Dass der Truppenabzug erst danach erklärt wurde, passt insoweit ins Bild. Die Deutschen würden sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie jetzt bloß wegen dieser Unverschämtheiten ihre eigene Luftwaffe kastrieren oder auf eine unsichere und nicht minder kostenintensive Eurofighter-Notlösung in ein paar Jahren setzen…

    Wie bei ihm der Kongress den Truppenabzug ist hier allein der Bundestag noch in der Lage, das Geschäft über die Kosten in den Haushaltsberatungen zu kippen, denke ich.

  37. Ich vermute fast, dass Trumps Strafaktion gegen Deutschland (Truppenabzug) bei der deutschen Entscheidung für ein zukünftiges Kampfflugzeug jetzt eine Rolle spielen wird und man diese Entscheidung jetzt auch vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahl abhängig machen wird. Das wäre zwar auch eher emotional denn sachorientiert, aber ich könnte es nachvollziehen, wenn man der Trump-Regierung auf keinen Fall vor der Wahl irgendein positives Zeichen zum F18-Kauf geben würde.

  38. @ Muck und Georg

    Man könnte das Zitat eines bekannten Fliegerasses abwandeln: das sieht doch jedes kleine Kind, dass dies kein Bomber, sondern ein Jäger ist.

    Ansonsten ist es schon bedenklich, dass nicht ausschlaggebend ist, was die Truppe braucht, sondern wer es herstellt bzw. wie in diesem Land der Präsident heißt.

  39. Weingarten sagt:
    > Ich vermute fast, dass Trumps Strafaktion gegen Deutschland (Truppenabzug)
    > bei der deutschen Entscheidung für ein zukünftiges Kampfflugzeug jetzt eine
    > Rolle spielen wird und man diese Entscheidung jetzt auch vom Ausgang der
    > US-Präsidentschaftswahl abhängig machen wird.

    Da kann man drauf wetten.

    Die bisherige Planung für eine SH ist eben genau das: Eine Planung. Es ist nichts unterschrieben.

    Trump wüßte einen solchen Deal sowieso nicht zu schätzen. Perlen vor… Trump…
    Einem POTUS Biden hingegen könnte man mit so einem Deal die Rückabwicklung diverser Trump-Maßnahmen schmackhaft machen.

    Selbst wenn Trump entgegen jeglicher Vernunft wieder gewählt wird kann man mit genügend Panzerklebeband die Tornados nochmal eine Legislaturperiode in der Luft halten. Und sollte Trump ernsthaft nochmal gewählt werden ist die Achse USA-EU sowieso permanent im Eimer, dann steigt man ins französische Programm ein oder fragt die neutrale Schweiz ob sie die Bundesrepublik als Kanton aufnehmen will.

  40. Herr Trump „bestraft“ ja gerade Deutschland durch Truppenabzug.
    WIR! sind doch Europa. Gibt es nicht mit Frankreich oder Britain Mög-
    lichkeiten, atomare Teilhabe zu vereinbaren?
    Dann kann usa sein Bombenpaket gleich mit zurück ziehen/verlegen.
    Was auch immer.

  41. @weingarten
    Genau das meine ich. Andere Mütter haben auch schöne Töchter!
    Und ich bin immer (für) Europa.
    Wenn Herr Trump unsere Bundesrepublik „bestrafen“ will, müssen
    WIR doch nicht für Milliarden Flugzeuge in usa kaufen.
    Unsere Euro-Flugzeugindustrie in den Allerwertesten treten
    UND AUF GEHTS!

  42. Ich würd doch da mal den Onkel Donald ein wenig bestrafen:

    – Statt F18 Rafale und mit Frankreich in Verhandlungen treten bzgl. NT.
    – Programm STH umplanen. Ich würde ja gerne sagen und mit Airbus Helicopters neu aufsetzen… Aber, NH90 ist da ja nicht gerade ein Paradebeispiel… Aber zumindest mal „androhen“.

    Und schon hat die US-Rüstungsindustrie zumindest mal bis zu 8 Mrd, wenn man den o. g. Zahlen glauben darf, an Minderumsatz. Gerade in diesen Zeiten, nicht zu verachten.

    Wie auch immer, hoffentlich hat die Ära Trump ein Gutes. Dass man in Europa wieder mehr selbst entwickelt und herstellt. Und das auch staatlich richtig unterstützt.

  43. SZ: „SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich plädiert dafür, dass Berlin nun selbst Konsequenzen zieht und Rüstungsvorhaben mit den USA auf den Prüfstand stellt.“
    Alles denkbar, wenn wir das Zerwürfnis unsererseits befeuern wollten, dauerhaft, in die Nach-Trump Zeit hinein.
    Wieviel Jahrzehnte on top für umfassende, unabhängige DEU/EU Rüstung?
    Mützenich ist unehrlich, er zielt auf das Kippen F-18 und NT.

  44. @Hans Dampf:
    „Man könnte das Zitat eines bekannten Fliegerasses abwandeln: das sieht doch jedes kleine Kind, dass dies kein Bomber, sondern ein Jäger ist.“
    Sieht der Tornado oder die Super-Hornisse denn aus wie ein Bomber? Also wie eine B1, B2 oder B52?

    „Ansonsten ist es schon bedenklich, dass nicht ausschlaggebend ist, was die Truppe braucht, sondern wer es herstellt bzw. wie in diesem Land der Präsident heißt.“
    Auch ich denke gerne vom Bedarf her. Da ist aber nicht „die Truppe“ allein entscheidend sondern der Bedarf der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus am besten auch der EU. Das greift schon etwas weiter und bezieht die industrielle und wirtschaftliche Basis ein. Leider ist mir aber das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr diesbezüglich nicht bekannt.
    Und weiß irgendjemand etwas darüber, ob es in Europa Überlegungen zu echten Bombern, d.h. nicht Jagdbombern gibt? Gibt es da absolut keinen Bedarf an Flugzeugen mit der Reichweite von sagen wir mal der des A400m? Ganz Europa, Naher Osten, Nord-Afrika – je nach Startpunkt. Es muss ja nicht gleich eine B21 sein. Soll dieses Fähigkeitsprofil komplett über Jagdbomber, die durch Tankflugzuge unterstützt werden, bereitgestellt werden?

  45. @Klaus-Peter Kaikowsky

    Sie schrieben: „Mützenich ist unehrlich, er zielt auf das Kippen F-18 und NT.“

    — Wie wahr. Und vermutlich zielt er noch auf mehr: ein Ende der Westbindung, denn für das linke Lager ist Donald Trump keine Abwehrreaktion einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft, sondern Ausdruck des Normalzustands eines angeblich durch und durch raubtierkapitalistischen, imperialistischen und rassistischen Systems.

    Die Realos hätten vielleicht darauf hingearbeitet, den Deal hinauszuzögern, bis Trump nicht mehr im Amt ist. Allein in der SPD sind die Realisten von den Ideologen verdrängt worden, die schon in den Startlöchern stehen, gemeinsam mit den Linken und Grünen 2021 das ‚Kumbaya‘ anzustimmen. Für diese Leute hat sich Amerika als Partner erledigt.

    @Georg, @Hans Dampf und @Weingarten

    Ich denke, dass wir John Bolton vertrauen können, wenn er Trump eine grundlegende Unfähigkeit attestiert, diplomatische und strategische Notwendigkeiten zu erfassen. Er sieht alles als ein Geschäft, und wenn nicht unterm Strich ein greifbares Plus auftaucht, wendet er sich ab wie ein beleidigtes Kind.

    Langfristige Planung ist seine Stärke nicht, wie ja auch diverse Insolvenzen in seinem Lebenslauf beweisen.

    In erster Linie geht es bei diesem Schritt nur darum, Angela Merkel vor den Kopf zu stoßen und diese persönliche Genugtuung sodann in einen Wahlerfolg umzumünzen. Warum sonst hätte Trump, der schon seit 2015 über Deutschland und die NATO die ewig gleiche Platte abspielt, mit dieser Entscheidung bis 2020 warten sollen?

    Wir sollten nicht unterschätzen, dass wir es mit einem Narzissten zu tun haben, der nur deshalb für das Präsidentenamt kandidierte, weil Barack Obama sich einmal vor laufenden Kameras über ihn lustig machte.

    Was glauben Sie, wie es in diesem Kasper brodelt, seit die größten amerikanischen Zeitungen nach seiner Wahl schrieben, Angela Merkel sei nun die „Anführerin der freien Welt“ – ausgerechnet die Frau, die sich durch ihre Asylpolitik dem linken Lager in den USA als idealer Gegenentwurf zu Trump und seiner Mauer anempfahl?

    Wenn in dieser Administration überhaupt jemand längerfristige Ziele in puncto Deutschland verfolgt, dann die mittleren Etagen in den Ministerien und gewisse Parlamentsmitglieder. Denen geht es aber nicht primär um die Super Hornet, würde ich meinen.

    Allenfalls sehe ich folgende Möglichkeit (und darauf spielte ich an):

    Angesichts des großen Drucks, den Tornado zu ersetzen, unter dem die Luftwaffe steht, ist wohl nicht ganz und gar ausgeschlossen, dass nicht bis November doch noch eine Kaufanfrage aus Deutschland eintrudelt – und sei es ohne Fanfaren aus der Feder irgendeines Abteilungsleiters im BAAINBw.

    Dies wäre ein dermaßen kolossaler Propagandaerfolg für Trump, obwohl unwahrscheinlich, dass darauf auszugehen keineswegs eine Zeitverschwendung wäre. Zumal man den Abzug ja ohnehin geplant hat, also auf eine Win-Win-Situation schielt.

    Aus Ihren Einwänden entnehme ich den Gedanken, dass die US-Regierung mit der Verkündung ihrer Pläne womöglich so lange gewartet haben könnte, bis klar wurde, dass die SPD einem Vertragsschluss in dieser Legislaturperiode definitiv entgegensteht.

    Das erscheint möglich, aber unwahrscheinlich. Ich glaube, dass Washington ernstzunehmende ablehnende Signale aus Deutschland, hätte sie solche erhalten, in den US-Medien genüsslich beigetreten hätte.

    In den USA sind politische Koalitionen undenkbar, und damit ist den meisten Amerikanern auch die Mentalität einer Koalitionsregierung fremd. Dass die deutsche Regierungschefin nicht einfach auf den Tisch hauen und in Richtung SPD klarstellen kann: „Wir machen das jetzt!“, böte eine Steilvorlage, sie so richtig schön vorzuführen.

    Aber wie auch immer, in meinen Augen geht es bei diesem ganzen Trara lediglich um Nordstream 2.

    Hier entsteht der größte Schaden für die US-Wirtschaft, falls man verpasste Chancen wirklich als „Schaden“ bezeichnen kann.

    Und hier besteht auch eine der wenigen Möglichkeiten für die republikanischen Falken, die sich ansonsten auf Distanz zu Trump halten, von der Regierungspolitik zu profitieren und all die fetten Spenden einzustreichen, die die Ölkonzerne dafür ausloben dürften.

    Das Gerangel um die Super Hornet stellt vor diesem Hintergrund kaum mehr als ein Zubrot dar.

  46. @Wait&C:

    So ist es…

    Aber sich wegen dem Trump zum Kanton machen? Das ist viel zu viel Verwaltungsarbeit… Kostet mehr als 8 Mrd. /SCNR

  47. Seien wir ehrlich, die NT würde bei einer direkten Wahlmöglichkeit in kaum einem europäischen Staat eine Mehrheit in der Bevölkerung bekommen.

    Mittelfristig könnten die europäischen Staaten eine eigene Lösung anstreben.

    Ich frage mich nur, gegen wen eigentlich…?

    Gestern hat Russland bekannt gegeben, dass Aeroflot zu 100 Prozent auf Airbus setzen wird und massive Großbestellungen kommen werden. (Im 2-stelligen Milliardenbereich bei der geplanten Flotte)

    FEINDE sehen für mich, ehrlich gesagt, anders aus…!

    Und für alle anderen potentiellen Gegner bringt die nukleare Abschreckung mit konventionellen Atomwaffen nichts.

  48. Ein US Verteidigungsminister forderte 90 + Prozent Einsatzbereitschaft bei den Fighter der Navy und Air Force. Alles andere wäre Steuerzahler Betrug. Bei den nicht Stealth Fightern wurde es erreicht. Demnach ist teuer sehr relativ.

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