Verteidigungsministerin erinnert an Karfreitagsgefecht 2010: „Bereit, das eigene Leben einzusetzen“

In einem Tagesbefehl hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an das Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 erinnert, bei dem in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kunduz drei deutsche Soldaten fielen und acht verwundet wurden.

Aus dem Tagesbefehl der Ministerin eine zentrale Passage:

Es waren nicht die ersten Gefechte der Bundeswehr in Afghanistan und nicht die letzten. Aber mit den Ereignissen dieses Tages wurde für viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland erstmals sichtbar, dass die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Gefecht auch töten müssen und sterben können.
Für die Bundeswehr verdeutlicht dieser Tag, was den Beruf des Soldaten in letzter Konsequenz ausmacht: die Fähigkeit, im Kampf zu bestehen. Und auch die Bereitschaft, für den Auftrag, den der Deutsche Bundestag der Bundeswehr gibt, das eigene Leben einzusetzen.

(Der gesamte Tagesbefehl hier, und als Sicherungskopie: 20200402_AKK_Tagesbefehl_Karfreitagsgefecht)

Ein Blick von mir auf das damalige Geschehen und die Jahre seitdem:

Zehn Jahre nach dem Karfreitagsgefecht: Wie es Bundeswehr und gesellschaftlichen Blick veränderte

Und zum Gedenken ein Video der katholischen Militärseelsorge:

 

28 Gedanken zu „Verteidigungsministerin erinnert an Karfreitagsgefecht 2010: „Bereit, das eigene Leben einzusetzen“

  1. „Heute vor zehn Jahren standen Soldaten des Fallschirmjägerbataillon 373 aus Seedorf in Afghanistan im stundenlangen Kampf mit Aufständischen. Dabei sind drei unserer Soldaten gefallen …“ schreibt die Ministerin und Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte und ihre Soldaten.

    Diese drei Gefallenen haben Namen, es waren

    Hauptgefreiter Martin Augustyniak (28 Jahre), Hauptfeldwebel Nils Bruns (35 Jahre) und Stabsgefreiter Robert Hartert (25 Jahre) ,

    sie starben in Erfüllung ihrer Soldatenpflicht für unser Land.

    Wir ehren das Andenken an unsere Gefallenen am besten, indem wir – grade an solchen Gedenktagen – auch ihre Namen nennen.

  2. @Obristlieutenant: Sie haben völlig Recht, es ist unmöglich den Gefallenen zu Gedenken, ohne die Namen Robert Hartert, Nils Bruns und Martin Augustyniak namentlich im Tagesbefehl anzuführen.

    Genauso merkwürdig finde ich aber, daß auf den Volkstrauertag verwiesen wird! Wir Gedenken heute den Gefallenen und den Verwundeten des Karfreitagsgefechts. Der Volkstrauertag ist dagegen für alle Toten. Und der Verweiß auf den Volkstrauertag erinnert daran, daß die BW noch immer keinen Veteranentag hat. Und mit dem Karfreitag(leicht zu merken) oder dem 02.04. gäbe es zwei gute Möglichkeiten für einen Veteranentag.

  3. @Obristlieutenant
    So ein Gedenken ist doch nicht erwünscht. Deswegen versteckt man die Gedenkstätte auch irgendwo im nirgendwo und nicht z.B. zentral in Berlin.

  4. @ laut denker um 14:45 Uhr
    Ja, es ist bedauerlich, um nicht zu sagen beschämend, daß der seinerzeit geäußerte Vorschlag keine Zustimmung und nur mäßige Unterstützung fand, das Ehrenmal der Bundeswehr, die Gedenkstätte für die Gefallenen und in Ausübung ihres Dienstes gestorbenen Soldaten der Bundeswehr vor dem Reichstag zu errichten, dem Sitz des Parlaments, in dessen Auftrag Soldaten ihren Dienst verrichten. Im Nirgendwo sehe ich das Ehrenmal an der Hildebrandstraße nun nicht, aber sie steht auch nicht an einem Ort, an dem in normalen Zeiten großer Publikumsverkehr herrscht.
    Merkwürdig berührt hat es mich allerdings, daß die Ministerin in ihrem Tagesbefehl zum Karfreitagsgefecht darauf verzichtet hat, die Namen der Gefallenen zu nennen.
    Das war für mich der Anlaß, dies in meinem Kommentar nachzuholen.
    Ich habe in den zurückliegenden Jahren mehrere Regionale Ausstellungen von Truppenteilen im Rahmen des Attraktivitätsprogramms der Ministerin von der Leyen kuratiert. Verwundung und Tod wurden dort immer thematisiert und natürlich werden in diesen Ausstellungen auch die Namen der Gefallenen dieser Truppenteile mit Porträt – soweit von den Angehörigen freigegeben – und kurzer Darstellung der Ereignisse, bei denen diese Kameraden ihr Leben verloren haben, gezeigt.
    Wenn schon offizieller Seite zu wenig geschieht, um das Andenken an unsere gefallenen Kameraden in Erinnerung und damit in Ehren zu halten, dann ist es eben an den aktiven und ehemaligen Soldaten wie mir, Reservisten und an allen Staatsbürgern, das dort wo es möglich und angebracht ist von sich aus zu tun!

  5. Ehrlich gesagt finde ich den Tagesbefehl ziemlich gut. Benennt klar soldatische Tugenden, gedenkt der Gefallenen. Ja, man hätte die drei Namen nennen können, aber das ist dann auch schon alles, was mir daran fehlt.

    Und gerade die Beziehung zum Volkstrauertag finde ich richtig und wichtig. Das wird viel zu selten gemacht. Bei vielen Gedenkfeiern werden die Toten der Bundeswehr immer noch ausgeblendet.

  6. Werden eigentlich die Namen der gefallenen Soldaten an dem o.g. Bw-Ehrenmal in Berlin jetzt fest gezeigt, oder ist es immer noch eine durchlaufende Projektion mit dem Beamer, der dann abends ausgeschaltet werden kann ?

  7. Den Karfreitag fände ich für den Gedenktag schlecht gewählt, die religiöse Bedeutung würde ihn zum einen erdrücken und zum anderen bin ich mir nicht sicher ob dies angemessen wäre für Soldaten und Veteranen die nicht dem christlichen Glauben angehören oder angehört haben.

    [Hm, ich habe das nicht so verstanden, dass jemand den Karfreitag vorgeschlagen hätte – sondern den 2. April. Der Karfreitag fiel 2010 auf dieses Datum, hat sonst aber in der Tat damit nichts zu tun. T.W.]

  8. @Georg

    In dem Video Link steht der Pfarrer vor dem „Buch“ in dem die Namen aller in Dienstausübung gestorbenen Soldaten der Bundeswehr verzeichnet sind.

    …und wir standen gestern natürlich am Ehrenmal in MeS….

  9. Sicherlich beachtenswert, zumal es die Bw-Darstellung spiegelt.
    @bundeswehrInfo.
    Vor 10 Jahren erlebte die #Bundeswehr im #Afghanistan-Einsatz ihre heftigsten Gefechte. Das #ZMSBw beschreibt in einem Beitrag Hintergründe, Verlauf und Folgen des #Karfreitagsgefecht’s für den ISAF-Einsatz. Den ganzen Beitrag zum Download gibt es hier: http://bundeswehr.de/de/organisatio
    https://mobile.twitter.com/bundeswehrInfo/status/1245984009034891264/photo/1

  10. An diesem Tag sind auch afghanische Kameraden ums Leben gekommen….durch die Hand von Bundeswehrsoldaten. Deren Namen kennt niemand. Kein Denkmal erinnert an sie.
    Dieses ‚Karfreitagsgefecht-Teil2‘ wird gern unter den Teppich gekehrt.

    [Wenn ich das jetzt mal Ernst nehme, was mir zunehmend schwer fällt: Das ist doch jetzt eine Aufforderung an Ihre afghanischen Kameraden, die das unter den Teppich gekehrt haben nach ihren Worten? T.W.]

  11. @ThoDan sagt: 03.04.2020 um 12:04 Uhr
    „Dann habe ich das falsch verstanden, der 2 April wäre tatsächlich sehr angemessen.“

    Das Schiff ist gesegelt. Sowohl im allgemeinen, als auch im Bw-internen Sprachgebrauch ist es das Karfreitagsgefecht. Niemand nennt das Ereignis „Gefechte am 2. April“.

  12. @Sindbad: Diese weitere Unterstellung im Zusammenhang mit Ihrer Sichtweise des Karfreitagsgefechts zu dem Vorfall des “ Friendly Fire “ auf afghanische Militärkräfte ist falsch. Zitat aus dem Sonderdruck des Heftes 2/2018 der Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung ( wird übrigens durch die Bundeswehr unterstützt ): “ Beim Marsch in den Einsatzraum kam es zu einem tödlichen Zwischenfall: Ein Panzergrenadierzug, vor Sprengstofffahrzeugen gewarnt, beschoss gemäß der Einsatzrichtlinien zwei entgegenkommende Pickups,welche die Warnzeichen nicht beachteten. Es waren Fahrzeuge der afghanischen Armee. Sechs afghanische Soldaten starben. “ Der Umstand ist zwar tragisch, aber nicht vergleichbar mit der Gefechtshandlung, in der die angesprochenen Fallschirmjäger verwickelt waren. Und wie man lesen kann, wird da nichts unter den Teppich gekehrt.

  13. @Christian Falk
    So ist es.
    Noch mal für @Sindbad
    https://www.bundeswehr.de/de/aktuelles/schwerpunkte/2010-afghanistan-bundeswehr
    Klick: Gefecht bei Isa Khel
    Klick: Ein komplexer Hinterhalt
    Wenn, wie gestern bei ARD/ZDF/nt-v/DLF-Nachrichten der Tod von 6 Afghanen in Zusammenhang mit dem Karfreitagsgefecht in den jeweiligen Hauptnachrichten benannt wird, ist damit größtmögliche Öffentlichkeit gegeben. Dass Sie dort ein Denkmal sehen möchten, kann ich als Soldat nachvollziehen. Die Zuständigkeit liegt aber in Kabul bei einem der 2 gegenwärtigen Präsidenten, wahrscheinlich aber gar bei Hamid Karzai, Amtszeit als Präsident: 7. Dezember 2004 – 29. September 2014.

  14. Der parlamentarische Staatssekretär Tauber hat sich auch zum Karfreitagsgefecht zu Wort gemeldet:
    https://blog.petertauber.de/?p=3757

    Viele große Worte und richtige Gedanken, nur im aktuellen Regierungshandeln kann ich nicht wirklich immer die logischen Konsequenzen hieraus erkennen. Gerade auch was die aktuelle Einsätze in Afrika angeht.

  15. @Christian Falk

    Soso…sie sind Soldat.
    Na dann können sie ja das, was sie selbst schreiben sicher auch fachmännisch bewerten:
    “ Ein Panzergrenadierzug… beschoss …zwei entgegenkommende Pickups……Es waren Fahrzeuge der afghanischen Armee…Sechs afghanische Soldaten starben. “
    Jetzt stelle ich mir das also mal selber vor: Ein Panzergrenadierzug (!) ….Unter Panzerschutz….Wärmebildgerat…Hochauflösende Optiken….?! – Wie muss denn da die Situation gewesen sein dass ich mich von 2 Pickups so massiv bedroht fühlen musste um da mit BMK oder Turm-MG reinzurotzen?! – Auf weite Entfernung ist doch gar keine Bedrohung vorhanden gewesen, und auf nahe Entfernung hätte man ja nun wirklich seine AFG Kameraden identifizieren müssen. Warum wurde also geschossen?
    Sie sind ja Soldat, erklären sie es mir.
    Wenn sie mal genau lesen, was sie da geschrieben haben, dann sollten sie sich ja mal die Frage stellen, wieso da gleich drei (scheinbare) Ausreden eingebaut wurden, die aber alle einer Überprüfung eben nicht standhalten:
    1- „vor Sprengstofffahrzeugen gewarnt“: Sehr offensichtliche Ausrede; selbst wenn es so gewesen sein sollte, gibt mir das noch lange nicht die Feuererlaubnis auf jeden Pickup den ich sehe.
    2- „gemäß der Einsatzrichtlinien“: Es gibt keine Einsatzrichtline nach der DEU Soldaten Menschen erschiessen dürfen die nicht eindeutig als Bedrohung identifiziert wurden. Als DEU Soldat in AFG muss ich doch jederzeit mit ANA Soldaten auf dem Gefechtsacker rechnen, oder liege ich hier falsch?!
    3 – „die Warnzeichen nicht beachteten“: Mal völlig unabhängig davon, welchen dubiosen Warnzeichen das gewesen sein sollen, bleibt der Fakt: Wo war die reale Bedrohung für die im SPz sitzenden Soldaten?

    P.S. Die beiden ANA Pickups waren nicht die einzigen Pickups die im Nachgang nach DEU Verlusten in AFG irrtümlicherweise durch DEU Truppe „auf Zufahrt“ ;-) durchsiebt wurden.

  16. @Sindbad sagt: 04.04.2020 um 16:21 Uhr
    Und erneut spekulieren Sie. Keine saubere Vorgehensweise.

  17. @Sindbad:
    Macht es wirklich Sinn diese, teilweise sehr emotionale, Diskussion in zwei Strängen zu diskutieren?

    Passen ihre Thesen und Fragen nicht besser in den anderen Faden mit den eher praktischen Betrachtungen (in dem sie ja schon ähnliche Thesen aufgestellt haben)?

    Hier der Link:
    https://augengeradeaus.net/2020/04/zehn-jahre-nach-dem-karfreitagsgefecht-wie-es-bundeswehr-und-gesellschaftlichen-blick-veraenderte/

    Nach meinem Eindruck machen sie es sich übrigens zu einfach, da es im Krieg nunmal Friktionen und Emotionen gibt.
    Die Frage ist eher was man daraus lernt.

  18. @ Memoria
    „Die Frage ist eher was man daraus lernt.“

    Genau das ist der Punkt. Leider wurde mein erster Beitrag hierzu zensiert, so dass sie das nicht wissen können, dass ich genau diese Frage hier aufwerfen wollte.

    Aber wenn ihnen meine Ausführungen bisher zu taktisch waren, denn gehen mir doch ein Level höher: wenn wir uns nicht nur den Karfreitag 2010 angucken, sondern unseren Blick auf den ISAF Einsatz ausdehnen, dann fällt doch auf, dass nach eigenen Verlusten bzw.bei Gefechtstätigkeit die eingesetzten Bundeswehrsoldaten regelmäßig überreagiert haben.
    Die Bombardierung der Tanklaster am 04.09.2009 erfolgte im Nachgang deutscher Verluste.
    Karfreitagsgefecht Teil 1 und 2 haben wir hier schon abgehandelt.
    Nächstes Beispiel:
    https://www.fr.de/politik/bundeswehr-erschiesst-jugendlichen-11512066.html
    „[Juli 2009] Tödlicher Zwischenfall an Kontrollpunkt in Nord-Afghanistan: Bundeswehrsoldaten haben am Sonntag in Afghanistan einen Zivilisten erschossen und mindestens zwei weitere Personen schwer verletzt. ….Deutsche Soldaten gingen offenbar von Angriff aus….Zur gleichen Zeit habe es in dem Gebiet eine Militäroperation unter Führung der afghanischen Armee gegeben, die von deutschen Soldaten und anderen ausländischen Truppen unterstützt worden sei. Darüber hinaus habe es am gleichen Tag zwei Raketenangriffe auf das deutsche Feldlager gegeben.“
    Die Vorfälle ähneln sich doch frappierend: Irgendwo Gefechte…..anschliessend erschiessen deutsche Soldaten harmlose Leute.
    [Anmerkung: bei den 2 Opfern handelte es sich um harmlose Melonenbauern – dabei ein Jugendlicher – die an diesem Tag bereits mehrfach an dem Kontrollposten vorbeigefahren waren um ihre Melonen auf dem nächsten Markt zu verkaufen. Und wenn Herr Wiegold mal selber recherchieren würde anstatt das was er nicht glaubt zu zensieren, und mal nachforschen würde auf welcher Wagenseite die MG-Garbe eingeschlagen hat, dann würde das Heldenbild unserer Truppe in AFG bald zusammenbrechen.]
    Fazit: Unsere genderneutrale Bundeswehr von heute ist für einen Kriegs-Einsatz schlichtweg nicht zu gebrauchen.
    Die Performance in AFG war mehr als grottenschlecht.
    Wir Fallschirmjäger der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hätten den Feind am Karfreitag 2010 in ISA KHEL geworfen! – Im Moleskinanzug und ohne SPz-Unterstützung.
    Welchen Anspruch haben wir denn noch an unsere Armee wenn wir schon diese afghanischen Scharmützel so larmoyant hochspielen? – Aber mir ist schon klar dass hier Karrieren gemacht wurden und von Bundeswehr-Seite ein Interesse besteht die ‚Leistungen‘ der Truppe in AFG und anderswo künstlich hochzuspielen.

  19. Ich sag’s jetzt mal in diesem Thread sehr deutlich, aber auch in anderen: Plötzlich tauchen hier Kommentatoren auf, die sehr gezielt hier Verschwörungstheorien verbreiten – von „das soll nur französische Uranminen in Afrika sichern“ bis „in Isa Khel ist die Bundeswehr bewusst am Freitag einmarschiert, weil das der muslimische Feiertag ist“. Wie üblich, werden solche Verschwörungstheorien möglichst nah entlang der Fakten formuliert, das ist ja die beste Möglichkeit, bei Widerspruch die dann scheinbar unbestreitbaren Fakten als Beleg heranzuziehen.

    Und wenn ich versuche, an solchen Stellen gegenzusteuern, ist klar: „Hier wird zensiert“, Wiegold ist ein Sprachrohr der Regierungspropaganda und ähnliches.

    Ich habe darauf nicht nur schlicht keinen Bock – ich lasse mir auch nicht die Arbeit hier von Leuten kaputt machen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen und so hier agieren wollen. Ich stelle dann auch nicht die Frage, wer die eigentlich bezahlt oder auch nur motiviert, sondern ich schreite ein. Es mag sein, dass es einige gibt, die berechtigt Fragen aufwerfen und die nur sehr, sehr unglücklich formulieren. Darüber kann man dann reden. Aber nicht in der Art des Umgangs, die hier einige versuchen.

  20. @Sindbad sagt: 05.04.2020 um 14:42 Uhr
    Zu Ihren weiteren Anwürfen, steilen Thesen und Provokationen hat der Hausherr schon alles notwendige gesagt.

    Aber auf einen spezifischen Satz muss ich aus Fallschirmjägerperspektive noch eingehen:
    „Wir Fallschirmjäger der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hätten den Feind am Karfreitag 2010 in ISA KHEL geworfen! – Im Moleskinanzug und ohne SPz-Unterstützung.“

    Jeder der solche unsachlichen und unkameradschaftlichen Thesen aufstellt beweist, dass er von gar nichts Ahnung hat! Ob, was, wäre, wenn gewesen ist das Spiel von Ehemaligen, Verbitterten und Stammtischhelden. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

  21. @Sindbad:
    Mir geht es ebenso wie Koffer.
    Bei einer solch wirren und anmassenden Argumentation, sehe ich gar keinen Grund für eine Diskussion. Als Trainigsweltmeister wissen sie es ja offenbar eh am allerbesten.

  22. @Sindbad
    „Wir Fallschirmjäger der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts …“

    Da wären dann aber deutlich mehr Kameraden im Staub gelegen. Davon ab muß sich die Bw bei LV/BV wieder auf deutlich höhere Verlustzahlen einstellen, in Loyal stand neulich, man schätze 2% Ausfallrate pro Gefechtstag. Ich halte das noch für optimistisch; wer bei SIRA „mitgespielt“ hat, weiß das.

    Zudem müssen unsere jüngeren Kameraden von den üblichen Prozeduren (Golden Hour, CSAR, u.a.) Abschied nehmen, denn das findet in dissymetrischen / symmetrischen Konflikten eher nicht statt.

    Aber das ist natürlich OT.

  23. Nachtrag:
    Befaßt man sich bei der Bw mit den Themen Resilienz und Verwundbarkeit (von Organisationen), abseits eher allgemeiner Fragestellungen?

    Selbst „Übe wie Du kämpfst“ wird eher halbherzig umgesetzt – welcher Stab übt schon durchhaltefähig 24/7 oder in der Truppe durchgängig das Nachtgefecht?

  24. Jetzt stelle ich mir das also mal selber vor: Ein Panzergrenadierzug (!) ….Unter Panzerschutz….Wärmebildgerat…Hochauflösende Optiken….?! – Wie muss denn da die Situation gewesen sein dass ich mich von 2 Pickups so massiv bedroht fühlen musste um da mit BMK oder Turm-MG reinzurotzen?! – Auf weite Entfernung ist doch gar keine Bedrohung vorhanden gewesen, und auf nahe Entfernung hätte man ja nun wirklich seine AFG Kameraden identifizieren müssen. Warum wurde also geschossen?

    3 – „die Warnzeichen nicht beachteten“: Mal völlig unabhängig davon, welchen dubiosen Warnzeichen das gewesen sein sollen, bleibt der Fakt: Wo war die reale Bedrohung für die im SPz sitzenden Soldaten?
    [Hervorhebung durch Voodoo]

    Allein diese beiden Absätze, nebst ihrer überheblichen Ausdrucksweise, signalisieren deutlich, dass Sie es wahrscheinlich im Rahmen der Einsatzausbildung niemals ins Kontingent geschafft hätten, da man Sie als Risiko für die eigene Truppe entfernt hätte. Des Weiteren wird klar, dass Sie als Fallschirmjäger der 80er überhaupt nichts von der tatsächlichen Einsatzrealität wissen, verstehen oder zumindest verstehen wollen. Damit disqualifizieren Sie sich und ihre vollmundigen Worte und reihen sich ein in die lange Liste der Trolle, die AG! bis jetzt erlebt hat. Fw Steiner, wegtreten.

  25. @ Voodoo

    Wer sagt ihnen denn, dass ich nicht noch aktiver Soldat bin und in Afghanistan Sachen gemacht habe, die man ihnen nicht zutrauen würde und von denen ich ihnen auch nix erzählen darf?!

    Ihre Antwort entbehrt jeglicher Substanz und stellt m.E. eine reine persönliche Beleidigung dar. Wundert mich, dass sowas nicht zensiert wurde.

    Aber ich antworte trotzdem mal zur Sache und erkläre meine Frage nach den ‚dubiosen Warnzeichen‘, an der sie sich ja gestossen haben:
    Den Pickup im Juli 2009 hat man angeblich ‚warnen‘ wollen durch eine MG-Salve vors Fahrzeug. Jetzt überlegen wir mal: Der klapprige Pickup prescht auf einer staubigen Ruckelpiste lang (bereits zum wiederholten Mal an diesem Tag am Bw-Posten vorbei). Wie stellt sich da wohl die ‚Warnung‘ im Innern des Pickup dar?: Laute afghanische Dudel-Musik dröhnt aus dem Radio, die Insassen werden hin und hergeschüttelt, der Pickup klappert wie Sau und es staubt wie Hölle. Wie soll ich da eine aufspritzende MG-Garbe irgendwo 10 Meter vor meinem Fahrzeug erkennen können. Und dass sich ein Schuss auf der ‚Empfängerseite‘ nicht so laut anhört wie im Ohr des Schützen, das sollten sie ja wohl wissen.
    Und eine ‚Zufahrt‘ war es nicht, sondern eine Vorbeifahrt!
    Daher also meine berechtigte Frage nach den Warnzeichen.

    Wegtreten Herr Feldwebel!

    [So, jetzt ist wirklich gut. Spätestens mit „Sachen gemacht habe, die man ihnen nicht zutrauen würde und von denen ich ihnen auch nix erzählen darf?!“ ist der Troll-Faktor offensichtlich. Danke für die Erheiterung, und jetzt lassen wir das mal. Gehen Sie sich anderswo zensieren lassen. T.W.]

  26. @ Thomas Melber 05.04.2020 um 21:40 Uhr
    „welcher Stab übt schon durchhaltefähig 24/7 oder in der Truppe durchgängig das Nachtgefecht?“

    Interessanter Aspekt und wirft die Frage nach dem „Kriegsbild“auf.
    Wie lange wird ein Btl tatsächlich im intensiven Gefecht stehen? 24 Std? Über mehrere Tage?

    Und bitte nicht wieder den 24 Std Kampftag einführen.

  27. @ Obristlieutenant 02.04.2020 um 12:56 Uhr
    „Diese drei Gefallenen haben Namen“

    Stimmt, aber was machen wir, wenn es mal 100 Gefallene sind? Schreiben wir die Namen dann in eine Anlage zum Tagesbefehl?

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