Neuer Inspekteur fürs Heer (und neuer social-media-Auftritt)

Fürs Archiv: Der bisherige Kommandeur des Deutsch-Niederländischen Korps, Generalleutnant Alfons Mais, hat als Inspekteur das Deutsche Heer übernommen. Mais folgt auf Generalleutnant Jörg Vollmer, der den derzeitigen Befehlshaber des NATO Joint Force Command Brunssum, General Erhard Bühler, ablösen wird.

Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn übergab am (heutigen) Donnerstag im Kommando Heer in Strausberg das Amt von Vollmer an Mais. Der Heeresflieger war vor seinem Kommando in Münster bereits als Chef des Stabes im Kommando in Strausberg eingesetzt. Erfahrung hat Mais außerdem als früherer General der Heeresflieger und aus dem Einsatz in der Resolute Support Mission in Afghanistan.

Als wesentliche Punkte für seine Arbeit nannte der neue Inspekteur laut Bundeswehr unter anderem eine Erhöhung der materiellen Einsatzbereitschaft und einer Verbesserung der Führungsfähigkeit im Heer – und dürfte allein schon damit für seine Amtszeit ausgelastet sein…

Mit Amtsantritt trat Mais zudem dem – noch überschaubaren – Kreis der deutschen Spitzenmilitärs bei, die einen eigenen Twitter-Account betreiben (neben dem ihrer Teilstreitkraft oder des Organisationsbereiches):

(Da der Account bereits seit September vergangenen Jahres existiert, war das wohl eine lange geplante Aktion.)

Und der erste Tweet des neuen Inspekteurs:

(Foto: †Übergabe des Heeres von Generalleutnant Jšörg Vollmer an den neuen Inspekteur des Heeres Generalleutnant Alfons Mais durch  Generalinspekteur Eberhard Zorn in der von- Hardenberg- Kaserne in Strausberg – Maximilian Schulz/Bundeswehr)

36 Gedanken zu „Neuer Inspekteur fürs Heer (und neuer social-media-Auftritt)

  1. Kleiner Tip zum Punkt 2 der Tagesordnung: Im KdoH sitzen auch Soldaten mit denen man sich mal unterhalten kann….Vollmer war sich dessen nicht bewusst und so habe ich ihn in 3 Jahren ausser bei gelegentlichen Veranstaltungen nie gesehen oder mit ihm geredet (LVU/Es mal ausgenommen). Einfach mal ab und an durch die „Graeben gehen“ und mit den Soldaten reden, soviel Zeit muss sein!!

  2. Die drei Herren sehen aus, wie 3 alte müde Männer.
    Würden Sie keine Uniform tragen, käme niemand auf die Idee, das sie einer „schlagkräftigen Streitmacht“ vorstehen.
    Ob nun mit, oder ohne social-media.

  3. Die Rede des scheidenden Insp H war sehr eindrücklich. Wenn Sie die Möglichkeit haben an den Redetext zu kommen lohnt sich die Lektüre!
    Steinekraxler

  4. Nachdem ja auch die Inspekteure IHRE Ideen zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft umsetzen sollten, ist das jetzt der erste, der von vorne anfangen und neue Ideen entwickeln darf. Für die Ideen des Vorgängers kann man ihn ja nicht verantwortlich machen.

  5. Viel Erfolg!

    … Aber bitte nicht zu lange umherreisen sondern zügig die Probleme angehen.
    -Führungsstruktur
    -Ausbildung Offz/Uffz
    -Vollausstattung/Einsatzbereitschaft
    -Digitalisierung
    -3.Division
    -Flugabwehr
    -Kampfunterstützung
    -usw…

    pi

  6. Darauf ein kameradschaftliches „Nach – vorn!“. An seinen Taten wird man ihn in der Truppe messen.

  7. @Heiko Kamann: Ich stimme dem Eindruck zu.

    Nach 20 Jahren im Heer bezweifle ich das ein Führungswechsel positive Auswirkungen haben wird. Die kreative Mangelverwaltung wird uns weiter bestimmen. Auf solche Positionen kommen keine kritischen Geister. Nur wer politisch positiv auffällt, d. h. linientreu, unkritisch und folgsam, wird eine derartige Position erreichen. Wir werden weiter an Symptomen laborieren und die Ursachen weiterhin bewusst ignorieren.

  8. @Steinekraxler
    Wie wäre die Beschäftigung mit dem was kommen soll?
    – Neuer InspH –
    „Als Kern der Landstreitkräfte wird das Heer weiterhin daran gemessen, wie wir die mandatierten Einsätze im Internationalen Krisenmanagement und unsere einsatz­gleichen Verpflichtungen im Rahmen der Bündnisverteidigung erfolgreich erfüllen. Diesem Ziel gilt daher unser Hauptaugenmerk. … (s. LwAbsicht) Des­halb werden wir dieses Jahr zunächst am Standort Strausberg den Startschuss für die schrittweise Aufstellung des Führungskommando Landstreitkräfte geben.“
    https://www.bundeswehr.de/de/organisation/heer/aktuelles/tagesbefehl-des-inspekteurs-des-heeres-182154
    Auf Twitter ist GenLt Mais/sein Team bereits erfreulich aktiv.

  9. @Heiko Kamann
    @Realist
    Früher hat man den Neuen erst einmal arbeiten lassen bevor Negativkommentare veröffentlich wurden.
    Oder kennen Sie Herrn Mais persönlich um Ihre Meinung zu rechtfertigen?

  10. @Realist
    da ich das Vergnügen hatte den GI Zorn persönlich privat kennen zu lernen, konnte ich bei diesem Mann nichts von “ linientreu, unkritisch und folgsam“ feststellen. er legt auch gerne den Finger in die Wunde (also auch ganz oben) da wo es weh tut

  11. @Realist
    Nachdem er als COS im KdoH an etlichen Entscheidungen in der Vergangenheit sicher beteiligt war, bezweifel ich auch, dass da nun irgendwas Innovatives kommt. Er sollte sich um das „big picture“ kuemmern und nicht die Truppe wuschig machen, indem er am laufenden Meter in die Btl faehrt. Dafuer hat er seine Inspizienten. Wenn er wirklich der Truppe was Gutes tun will, kuemmert er sich drum das die persoenliche Ausruestung „top of the line“ wird. Lassen wir uns also ueberraschen.

  12. Viel Erfolg im neuen Amt. Mit dem Schwerpunkt auf den LaSk wird hoffentlich das leidige Thema „Joint Helicopter Command / alles mit Rotor zum Heer“ zunächst von der Tagesordnung gebannt. Geht in die Richtung „Truppe wuschig machen“ des Vorkommentierers. Durch weitere Unterstellungswechsel und Dienstpostengeschacher im Orgbereich-übergreifenden Bereich Drehflügler wird der Klarstand nicht besser werden, lediglich ein jüngst höchstdurcheinandergebrachter und hochbelasteter Personalkörper weiter belastet. Nach vorn!

  13. @JohSte
    Das mit den Truppenbesuchen sehe ich exakt gegenteilig. Informationen der Inspizienten stellen für den InspH solche aus zweiter Hand dar.
    Selbstverständlich stimmt er seine Besuche mit jenen der unterstellten Führer ab.
    Gerade bei der vergleichsweise geringen Anzahl von Verbänden bietet sich das Kümmern im Sinne helfender Dienstaufsicht nicht nur an, es drängt sich geradezu auf. Wer dies unzureichend/nicht wahr nimmt, begeht Führungsfehler. Besonders die sehr unterschiedlichen Aufgabenstellungen jenseits des Grundbetriebs bedingen bei der Vielzahl der Einsätze und einsatzgleichen Verpflichtungen sowie Übungen den verantwortlichen Führer in abstellender Truppe und anschließend im Einsatzraum.
    Um konkret zu werden, die in diesem Jahr einsetzende Umstellung der Offizierausbildung zurück in die Bataillone erfordert einen Inspekteur, zumal er dies federführend in die Spur gebracht hat, mit regelmäßiger Anwesenheit in den Bataillonen.
    Nichts ersetzt den unmittelbaren, eben persönlichen Blick des verantwortlichen Führers.
    Nähme er diese Chance nicht wahr, wie schnell wären hier und andernorts Vorwürfe mangelnden Kontaktes zur Truppe hervorgehoben?

  14. @Ein Ehemaliger sagt: 14.02.2020 um 13:10 Uhr
    „Früher hat man den Neuen erst einmal arbeiten lassen bevor Negativkommentare veröffentlich wurden.
    Oder kennen Sie Herrn Mais persönlich um Ihre Meinung zu rechtfertigen?“

    +1

    @GK Jürgen sagt: 14.02.2020 um 13:24 Uhr
    „da ich das Vergnügen hatte den GI Zorn persönlich privat kennen zu lernen, konnte ich bei diesem Mann nichts von “ linientreu, unkritisch und folgsam“ feststellen. er legt auch gerne den Finger in die Wunde (also auch ganz oben) da wo es weh tut“

    Absolute Zustimmung. Ich habe unter Zorn gedient und kann das nur bestätigen.

    Und auch zum InspH kann man zwar menschlich sicherlich viel Negatives sagen, aber das er stromlinienförmig wäre und in den letzten Jahren seine Stimme nicht gegen Fehlentwicklungen erhoben hätte ist wohl kaum ein Vorwurf, dem man ihm machen darf.

    @JohSte sagt: 14.02.2020 um 14:19 Uhr
    „Wenn er wirklich der Truppe was Gutes tun will, kuemmert er sich drum das die persoenliche Ausruestung „top of the line“ wird. Lassen wir uns also ueberraschen.“

    Das bezweifle ich! Die persönliche Ausrüstung ist entweder bereits gut oder auf dem Weg dorthin. Der InspH kann da gerade mal gar nichts machen.

    @alle
    Man kann sicherlich kritisch anfragen, ob der neue InspH mit seinem sehr „speziellen“ Aufbau und seinem ungewöhnlichen Herkommen wirklich der richtige ist um das Heer in die neue (alte) Aufgabe zu führen, aber jetzt ist die Personalentscheidung nun mal getroffen und man muss ihm die ehrliche Chance geben diese Kritik durch sein Handeln zu entkräften.

    Pauschale Kritik nur weil es „die da oben“ sind, ist unkameradschaftlich, unsachlich und bringt niemanden weiter.

  15. Ich für meinen Teil fand den „ersten Tweet“ von GenLT Mais ganz frisch und lustig. Nun geht hier schon wieder das Auf-die-Goldwaage-legen und herumkritteln daran los, dass er da schreibt, dass er sich auf Besuche in der Truppe freut, au weia….

    Machmal erstaunt mich die hier doch recht weit verbreitete Denke „Es muss sich ganz viel ändern, aber es wird sich nichts ändern, und es kann sich auch nichts ändern“ immer noch.

    Ich hoffe, dass GenLt Mais aus seiner Zeit beim D/NL Korps einige gute Denkansätze aus der Effizienz und Effektivität des Nl-Heeres mitgenommen hat und wünsche viel Elan und Erfolg.

  16. @ Ein Ehemaliger sagt:
    14.02.2020 um 13:10 Uhr
    Lesen Sie meine Einlassung einfach noch mal, bevor Sie mich kritisieren.

  17. Das Einzige, was sich ändern wird, ist der Briefkopf in den Befehlen.
    Wer Änderungen erwartet, wie Kamerad „politisch inkorrekt “ oben angesprochen hat, bleibt die nächtsten Jahre leider enttäuscht.

    Änderungen kommen erst, wenn es wieder tote DEU Soldaten gibt. PersAusrüstung etc…..

    Wer Sarkasmus findet, darf ihn gerne behalten.

  18. @UmPp und politisch inkorrekt:
    Die genannten Punkte wurden entweder vom bisherigen InspH mit viel Aufmerksamkeit und Vehemenz angegangen und wesentlich vorangetrieben bzw. umgesetzt (Führungsstruktur, OA-/FA-Ausbildung, qFlgAbw) oder sind insbesondere vom Haushalt abhängig (Vollausstattung, 3. Div, Digitalisierung, Flugabwehr).

    Ich finde der bisherige Inspekteur hat eine deutlich bessere Bilanz vorzuweisen als so mancher Vorgänger. Insbesondere der unmittelbare Vorgänger.

    Die Schwerpunkte des neuen InspH (Einsatzbereitschaft und Führungsfähigkeit) sind aus meiner Sicht sehr klug gewählt.

    Nun sollte man auch ihm erstmal Zeit geben und dann vielleicht urteilen, anstatt zur Fundamentalkritik über die da oben anzuheben.

  19. @UmPp sagt: 14.02.2020 um 22:04 Uhr
    „Wer Sarkasmus findet, darf ihn gerne behalten.“

    Was ist an ihren Aussagen solle sarkastisch sein? Ich empfinde sie als zynisch (und außerdem als unsachlich und faktisch falsch), aber Sarkasmus konnte ich keinen entdecken.

  20. JohSte sagt:
    „Er sollte sich um das „big picture“ kuemmern und nicht die Truppe wuschig machen, indem er am laufenden Meter in die Btl faehrt. “

    Merke: Nach Soldatengesetz §10(2) ist der Vorgesetzte (u.a.) zur Dienstaufsicht verpflichtet. Meiner Meinung nach haben die Ad-hoc-Besuche des GI die Truppe tatsächlich voran gebracht, ihr zumindest die Möglichkeit gegeben, echte Probleme der Basis an die verantwortliche Stelle zu tragen. Das hatte man dort lange vermisst.

  21. @MikeFox
    Absolut richtig.
    S.a. meine Antwort 14.02.2020 um 16:03 Uhr an @JohSt
    Wer keine Dienstaufsicht ausübt, handelt verantwortungslos.

  22. Truppe 2010:
    „Wir bekommen kein klares Lagebild in die übergeordnete Führung im Ministerium, alles wird weichgespült!“

    Lösungsansatz: (General-)Inspekteur greift zum Mittel der (unangekündigten) Dienstaufsicht.

    Truppe 2020:

    Er sollte sich um das „big picture“ kuemmern und nicht die Truppe wuschig machen, indem er am laufenden Meter in die Btl faehrt. Dafuer hat er seine Inspizienten.

    Ab und an vermisse ich hier die Smileys, die ihren Kopf gegen eine unsichtbare Wand hauen…

  23. Das Foto zum Kommandowechsel sieht, wegen den Wintermänteln, wenigstens einigermaßen anständig aus. Allerdings finde ich, daß zu den Wintermänteln eine Schirmmütze den Beteiligten viel besser stehen würde, als das Barett. (Der Kommandowechsel beim 1. Deutsch-Niederländischen Korps war hier nicht Gegenstand eines Threads(wenn ich mich nicht irre). Das dortige Foto sah in Sachen Uniform mal wieder furchtbar aus).

    Für die Politiker gelten eigentlich 100 Tage Schonfrist. Diese sollte wir dem neuen Heeresinspekteur zugestehen. Ob es ein Vorteil oder ein Nachteil ist, daß er der Stabschef des Kommando Heer gewesen ist, wird erst die Zukunft zeigen.

    Mich persönlich hat gewundert, daß ein Heeresflieger zum Heeresinspekteur berufen worden ist, weil die Aufgaben einer schnellen Eingreifbrigade für 2023 (ohne Materialklau) und die Aufstellung einer 3. Heeresdivision(in der Zukunft) hätten aus meiner Sicht es logischer erscheinen lassen, einen General aus der Panzertruppe zu nehmen, aber es dürfte nicht viel Auswahl gegeben haben für den Posten des Heeresinspekteurs. Denn Generalleutnant Mais war der einzige Korpsgeneral der zur Auswahl stand(Eurokorps wird zu Zeit von einem französischen General und das MNK Nordost von einem polnischen General geführt. Andere drei Sterne Generale des Heeres hätten also nur aus dem Kommando Heer selbst oder dem Verteidigungsministerium kommen können.

  24. Nötiger Hinweis: Wer das jetzt wieder mal zur Anzugordnung-Debatte umfunktionieren möchte, dessen Kommentare kommen nicht weit.

  25. @Closius 16.02.2020 um 18:48 Uhr:

    Da ist überhaupt nix unlogisch, das der neue Inspekteur keiner mit schwarzem Barett ist. Weil eine PZGREN-Brigade 2023 Teile einer Eingreiftruppe stellt (vermutlich wieder 1 bis 2 Kompanien Pz und eine PzGren) und eine dritte Heeresdivision aufgestellt bzw. transformiert wird (geschätzt knapp 8 bis 10 Jahre nachdem Mais den Dienstpost wieder verlassen hat) muss es ein Panzermann sein? Was sagen die Grenadiere dazu? Oder die Infanterie?

    Auf der Ebene und in der Aufgabe, managen des Heeres im Grundbetrieb, ist es völlig egal, ob man in Hammelburg, Bückeburg oder Munster (mit schwarzem, grünen oder bordeuxrotem Barett) seinen Offizieranwärterlehrgang gemacht hat. Wichtiger vermutlich eher welche Ministeriumsverwendungen man hatte…

  26. @ Closius

    Dritte Division…Man sollte erst mal Schritt 1 vor 56 machen:
    Selbst den deutschen Anteil (!!!!) der VJTF-Brigade 2023 (es ist ja mitnichten eine komplette Brigade, die wir da ins Felde führen, wie so gern suggeriert wird) wird man nicht vollausstatten können, so der InspH, alt im Interview. Und da reden wir, was Truppengattungen wie Pioniere, Artillerie und Panzertruppe(n) angeht, von jeweils einem Bataillon. Und weil wir das nicht hinbekommen, haben wir der NATO de facto noch eine weitere Brigade im Rahmen von NRI zugesagt – getreu dem Motto Honeckers „überholen, ohne einzuholen“ ;-).

  27. OFF TOPIC ….wenigstens so halb…

    Nachdem hier viele Mitdiskutanten sich schon über Sinn und Unsinn von Inspektionen auslassen, GenLt. Mais für „menschlich herausgefordert“ halten, keinerlei Schonfrist zubilligen oder direkt schon den Stab über die Leistungsfähigkeit der „oberen Führung“ brechen und , und, und,….

    Vor ein paar Monaten gab es doch mal das Hintergrundgespräch zwischen einenigen Foristi und dem GenInsp. Zorn. Auch, wenn ich Hintergrundgespräche gut finde und daher die Omerta, die über das Gespräch verhängt wurde respektiere, würde mich eine Einschätzung des Ergebnisses auf dem Hintergrund der letzten Monate doch schon interessieren.

    Wurden angesprochene Punkte wahrgenommen?
    Wurden diese Punkte bearbeitet?
    Hat sich vielleicht schon merklich etwas gebessert?

  28. @Closius:
    Aus welchem Anlass wird den nun wieder die 3. Division hier diskutiert?
    Wenn ich es richtig verstanden habe geht es eben nicht um die Aufstellung einer weiteren Division im Plan Heer, sondern um eine Verstärkung der DSK – wofür aber auch bereits die Dienstposten fehlen.

    Oder habe ich da was verpasst?

  29. @ Memoria

    Das HEER2011 und das Heer gemäß Fähigkeitsprofil für das Jahr 2031+ (welches Jahr als Ziel dann auch immer gemeint sein mag) sind NICHT deckungsgleich.
    Diese ominöse „dritte Division“ ist dogmatisch also nicht die DSK, auch wenn das nahe liegt und am Ende der Zeit vielleicht auf selbige hinauslaufen wird.
    Ansonsten haben Sie lediglich verpasst, dass dieses Fähigkeitsprofil eine unverbindliche Absichtserklärung ist – Planungsgrundlage bleibt weiterhin das HEER2011 im verschlossenen Sack.

  30. Nun also Mais! Wenn ich bedenke, daß seit 1990 ungefähr mindestens jeder zweite neue Heeresinspekteur mit einer neuen Struktur kam und verkündete „Ich habe eine Vision, haltet nur noch ein paar Jahre durch und alles wird gut“ …
    Ich verkneife es mir an dieser Stelle ausdrücklich wenn auch mit Mühe, Helmut Schmidt zu zitieren.
    Und was hatten wir da nicht alles an schönen neuen Strukturen: Heeresstruktur V, Heeresstruktur V(N), Neues Heer für neue Aufgaben, Heer der Zukunft, Neues Heer 2010, Neuausrichtung der Bundeswehr. Und dann sind da natürlich noch die Trendwenden der jüngeren Vergangenheit, für die aber nicht der Inspekteur Heer verantwortlich zeichnete. An der Misere der Truppe hat das alles nichts geändert, siehe den jüngsten Jahresbericht des Wehrbeauftrag-ten.
    Und nun also Mais.
    Jungen Kameraden kann man nur raten, jetzt erst einmal abzuwarten, bevor sie ins Träumen und Schwärmen geraten. Ältere Kameraden haben ja schon einige Inspekteurwechsel erlebt und damit eigene Erfahrungen.
    Solange „Dynamisches Verfügbarkeitsmanagment“ und der Hl. St. Bürokratius den Truppenalltag bestimmen, ist Skepsis angeraten.

  31. @Obristlieutenant:

    Sehr treffend bemerkt und genau pointiert !
    Nun also Mais ! Der bekannte Totengräber der Heeresfliegertruppe mit immer noch nicht absehbarem Schaden im Zuge einer später einzunehmenden Fähigkeit LV …
    Der Schaden seiner Politik des Nachwuchses seit 2011 bessert sich nicht absehbar.
    Ich kann nicht beurteilen was er sonst noch anstellen wird im Heer, aber da ich ihn persönlich kenne und auch viele Kameraden die bereits unter ihm dienen durften …. ich bin jetzt sehr höflich wenn ich sage der Applaus blieb sehr überschaubar …

    Nun also Mais !

    [Ich sag’s jetzt einfach auch hier noch mal: Diese immer auf die Person gezielten abfälligen Bemerkungen sind schlicht nicht nötig. T.W.]

  32. @Hans Dampf:
    Nach meinem Verständnis ist das Heer2011 die Ausgangslage, die aber materiell und in einigen Teilbereichen leicht angepasst wurde. Darüber hinaus gehend gibt es den Plan Heer als Vorstellung des Heeres.

    Das Fähigkeitsprofil ist aus meiner Sicht die wesentliche Planungsgrundlage der Abteilung Planung. Aus ihr leiten sich alle Bedarfe ab.

    Deutschland hat der NATO bis 2031 3 Divisionen zugesagt. Im Fähigkeitsprofil wird dies bereits detaillierter definiert (z.B. teilaktive Verbände). Weder das Heer noch die Planung sprechen von der Neuaufstellung einer Division oder gar mechanisierten Division.

    Oder haben Sie eine gegenteilige Quelle?
    Oder verstehe ich nicht wirklich was sie meinen?

  33. Stichwort Dienstaufsicht.
    Link enthält Übersicht zur Planung anstehender Truppenbesuche.
    „Weg vom Schreibtisch: #Generalleutnant Alfons Mais, @Inspekteur_Heer, sucht von Anfang an den direkten Kontakt zur Truppe. Er will sich durch direkte Gespräche ein ungeschminktes #Lagebild verschaffen“. (@bundeswehrInfo)
    Erwartet werden kann, dass Informationen zur Rückführung OAAusb in die Btl, ebenso zur Aufstellung des „Führungskommando Landstreitkräfte“ bekannt werden. Bei der Offizierausbildung besteht durchaus Dringlichkeit durch Beendigung dieser Aufgabe in den bisherigen OABtl Munster/Hammelburg.
    https://www.bundeswehr.de/de/aktuelles/meldungen/general-mais-sucht-gespraech-mit-der-truppe-183664
    oder
    https://t.co/pOdjraW3sa?amp=1

  34. @ KPK
    „Das mit den Truppenbesuchen sehe ich exakt gegenteilig. Informationen der Inspizienten stellen für den InspH solche aus zweiter Hand dar“. Und das sollte fuer ihn vollkommen ausreichend sein. Ansonsten sind wir wieder da wo Kasdorf aufgehoert hat….beim Klein-Klein des Anzuges und der „Nahkampfausbildung“! Die paar Btl die wir noch haben, haben genug Generale die sie mit ihrer Dienstaussicht begluecken koennen…den InspH brauchen die nicht auch noch. Wenn Vollmer von einem seiner Besuche zurueckkam, ging es dann zb um die „verdammte K*ck-Haltung beim NSAK Schiessen“ die er abgestellt haben wollte. Also wirklich tiefgreifende Verbesserungen die uns richtig weitergebracht haben. Und im Uebrigen ist es ja nicht nur der InspH, sondern auch seine beiden „Nazgul“, Kdr Einsatz und der Kdr MGO, die ja auch nur unterwegs sind.

    @Koffer
    „Die persönliche Ausrüstung ist entweder bereits gut oder auf dem Weg dorthin“…im Vergleich zu 1985 sicherlich und auf dem Weg dorthin bedeutet dann was genau??? 2028 oder eher 2032! Ich kann es langsam nicht mehr hoeren!!!

    @Obristlieutenant and SER
    Danke fuer die realistischen Aussagen. Das glorreiche Dynamische Verfuegbarkeitsmanagement hatte ich schon total verdraengt. Gut das uns das erspart geblieben ist…da muessen wir wahrscheinlich dem Russen dankbar fuer sein. Unsere pol/mil Fuehrung hatte mit diesem Schwachsinn ja offensichtlich keine Schwierigkeiten.

  35. @JohSte
    Ich habe durchaus Sympathien für Ihre Sichtweise. Überflutungen mit – gefühlt – inflationärer Dienstaufsicht durch Truppnbesuche waren mir ab und an auch zuwider, besonders im Einsatz.
    Dennoch sehe ich die Dienstaufsicht alles in allem positiv und als absolut notwendig.
    Ihr „Und das sollte fuer ihn vollkommen ausreichend sein“ übersieht, der Insp muss ein ungefiltertes Bild eigener Meinungsbildung als Grundlage des Eingriffs in Ausbildungsbelange sich zu eigen machen. Zweite Hand-Informationen sind gefiltert.
    Allerdings unterstelle ich, anders habe ich Vorgesetzte dieser Führungsebene auch nie erlebt, dass dosiert als „helfende Dienstaufsicht“ Truppe und Ausbildungsorganisationen besucht werden. In meinem Post von 16:23 wird die moderate Abfolge/Anzahl der Besuche im laufenden Jahr deutlich.
    Auswüchse im Stil „verdammte K*ck-Haltung“ dürfen humorvoll genommen werden. Jeder Vorgesetzte liebt seine Korinthen, so what.
    Der reduzierte Umfang der Truppe bei qualifizierter Dienstaufsicht sollte sogar ein Vorteil sein und eine Notwendigkeit. Die Rückorientierung auf LB/BV legt m.E. eine intensive Dienstaufsicht bei Führern und Geführten nahe.
    Mit Blick auf die Reichswehr (100.000 Mann-Heer) ist zu ermessen, was qualitativ in der Ausbildung bei motivierter Truppe und hochwertiger Dienstaufsicht möglich ist.

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