Bundeswehrsoldaten beginnen Hilfseinsatz auf den Bahamas (m. Nachtrag)

Als Teil eines niederländischen Einsatzverbandes sind Soldaten des Seebataillons der Deutschen Marine auf den Bahamas eingetroffen. Zusammen mit den Niederländern und Franzosen sollen sie auf der Insel Abaco Nothilfe nach den Verheerungen des Hurrikans Dorian leisten.

Nach Angaben des Kommandeurs der Netherlands Maritime Force, Ad van de Sande, wurden am (heutigen) Donnerstag das erste Personal und Material auf Abaco angelandet. Die Bundeswehrsoldaten, die Teil des Einsatzverbandes sind, hatten ursprünglich auf dem niederländischen Docklandungsschiff Johan de Witt an einer Übung für humanitäre Hilfseinsätze in der Karibik teilnehmen sollen und waren dann zusammen mit ihren niederländischen Kameraden auf die Bahamas umgeleitet worden.

Zu dem Verband gehören neben den 550 Niederländern und 50 Deutschen auch 50 französische Soldaten. Die Zusammensetzung und Ausrüstung nannte die Verteidigungsministerin Ank Bijleveld via Twitter:

Nachtrag: Zur Ergänzung aus einem aktuellen Bericht von Associated Press von den Bahamas:

A preliminary report estimates Dorian caused some $7 billion in damage, but the government has not yet offered any figures. Crews have started to remove some debris on the islands, but they are moving slowly to avoid accidentally disturbing any bodies lying in the rubble. The official death toll stands at 50, and Prime Minister Hubert Minnis said he expects the number to significantly increase.
About 2,500 people are listed as missing in the hurricane’s aftermath, although the government has cautioned that it still needs to check names against the rosters of people evacuated from the devastated islands or staying in shelters.

… und von Reuters:

Piles of debris, decaying human and animal corpses and fetid water on storm-hammered Great Abaco Island in the Bahamas are posing a new risk for those who survived Hurricane Dorian’s wrath: Disease.
As the insect population temporarily cleared when Dorian slammed into the islands on Sept. 1 with top sustained winds of 185 miles (298 km) per hour, water-borne and insect-borne diseases, including malaria and dengue fever, are fresh threats for those who remain or return to the island, the Pan American Health Organization (PAHO) said in a report this week.
Disease outbreaks could further drive up the death toll of one of the most powerful Atlantic hurricanes on record, which currently stands at 50, but which Bahamian Prime Minister Hubert Minnis said he expects to significantly increase.

Nachtrag 16. September: Ein Bericht dazu auf der Bundeswehr-Webseite:

Deutsch-niederländische Marine-Kooperation: Katastrophenhilfe in der Karibik
(und fürs Archiv als pdf-Datei:
20190916_D-NL-Marinekooperation_Karibik)

(Foto: COM NL MARFOR via Twitter)

28 Gedanken zu „Bundeswehrsoldaten beginnen Hilfseinsatz auf den Bahamas (m. Nachtrag)

  1. Warum können immer andere Nationen vernünftige PR und Öffentlichkeitsarbeit machen.
    Gab’s da was vergleichbares vom BMV’g?!
    Nicht das ich es mit bekommen hätte.

  2. Die Niederländer sind Meister in PR. Alleine ein vielfaches an Twitteraccounts mehr als in der grossen Bundeswehr zusammen. (wobei hier die Deutsche Marine schwer am aufholen ist und besser wird)
    Einsatz ist die beste Übung für sie Kameraden.
    Viel Glück dem Verband

  3. @Küstengang01
    Heute Vormittag in den Nachrichten des DLF jeweils ein kurzer Hinweis auf NLD/DEU – Hilfseinsatz, keine Details, kein Hinweis auf FRA Teilnahme.
    Den üblichen Medien, Text&TV, hatte ich gestern Hinweise zum Hilfs-Einsatz übermittelt, kein Ergebnis.
    Allerdings twittert Deutsche Marine intensiv.

    Link https://mobile.twitter.com/hdevreij/status/1171111926178254852/photo/1 zeigt je zwei Cougar/NH90 auf der de Witt. Insofern unterschlägt obige Grafik mit lediglich 2 luchtmacht = Luftwaffen Cougar die zwei NH90 der Marine, die als Bordhubschrauber (NTH) eingesetzt sind.

    Das FRA 33. Marine-Infanterieregiment hat ständig Vorausabteilungen auf Martinique und Guadeloupe.

  4. Danke Kameraden,

    Ihr macht uns alle stolz! 👍

    Passt auf euch auf und stellt einen Antrag für Gestattung von Bildern per Tweet 😉

  5. Offensichtlich basiert der Artikel auf der (noch?) nicht im Netz archivierten Presseerklärung des Presse- und Informationsstabes des Verteidigungsministeriums vom 06. Sept.

  6. @Gk jürgen
    Dass die Deutsche Marine beim Twittern „schwer am Aufholen“ ist, kann man für lobenswert halten, muss man aber nicht (Lidl).
    Besser wäre aber meines Erachtens einen Einsatzgruppenversorger loszuschicken und RICHTIG mitzuhelfen.
    Angesichts der immensen Schäden können die nur 50 Soldaten des Seebattaillons doch bestenfalls der Beginn einer teilweise deutschen Hilfsmission sein, die (glücklicherweise!) gerade in der Region unterwegs war.
    Solch einen humanitären Einsatz mit ihren größten SCHIFFEN darf die Marine dann auch gerne in den social media lautstark „verkaufen“.

  7. der Einsatz ist lobenswert aber offensichtlich nur bis zum 18.9., dies ist nur eine WOCHE. Eine längere Hilfe ist notwendig

  8. @Hoffmann sagt: 14.09.2019 um 8:36 Uhr

    „der Einsatz ist lobenswert aber offensichtlich nur bis zum 18.9., dies ist nur eine WOCHE. Eine längere Hilfe ist notwendig“

    Natürlich ist längerfristige Hilfe notwendig. Aber muss das gerade von der Deutschen Marine sein? Ist das eine militärische Aufgabe? Haben wir Interessen in der Karibik? Wir haben im Gegensatz zu NLD, GBR und FRA noch nicht mal Überseegebiete mit Basen dort. Was ist mit Mexiko, USA oder Kanada, das ist genau vor deren Haustür? Oder haben Sie z.B. US-Hilfe bei den Beben in Italien gesehen? Und dann müsste man auch mal über Geld sprechen, schließlich sind die Bahamas als Steueroase nicht gerade arm.
    Und ich wiederhole es nochmal gerne, Katastrophenschutz und -hilfe sind nicht die primären Aufgaben der Bundeswehr. Dafür gibt es THW und DRK (und weitere), die sind für langfristige Hilfe auch wesentlich besser geeignet und ausgerüstet. Es hilft, hin- und wieder auch mal nach links und rechts zu schauen, bevor man reflexartig nach dem Einsatz der Bundeswehr ruft.

  9. @Hoffmann

    Sicher, aber solche Einsätze sind nicht originäre Aufgabe der Bundeswehr. Zudem ist Deutschland „raumfremd“, zunächst gefragt sind da die USA, FRA und NLD sowie ggf. GBR. Wir sind nur mit dabei weil die Holländer in lead sind.

    Bis wir vor Ort sind ist es sowieso zu spät. Und ganz ehrlich: soll das auch aus dem EP 14 bezahlt werden?

  10. Spät, aber immerhin.
    @bundeswehrInfo
    Hilfe für die #Bahamas. Korrespondentin @boettcher_xenia berichtet für die @tagesschau auch über den humanitären Hilfseinsatz des @Seebataillon der @deutschemarine gemeinsam mit der @kon_marine

  11. Richtig @Pio-Fritz,

    und ich vermute der Einsatz der BW als Katastrophen Helfer dürfte pro Kopf auch weitaus teurer ausfallen als gegenüber THW und Co. .

  12. h/t@hdevreij (im Original)
    „Die NLD Marineschiffe ZrMs Johan de Witt und Snellius liegen derzeit vor der ABACO – Inselgruppe vor Anker, damit fast im Auge des Tropensturms HUMBERTO“.
    Da werden unsere Kräfte vom Seebataillon zwangsläufig seefest, die Hilfsleistungen sind allerdings eingeschränkt.
    https://www.nhc.noaa.gov/graphics_at4.shtml?start#contents
    oder
    https://nhc.noaa.gov/graphics_at4.s
    @Thomas Melber
    Evtl. deutsche Hilfeleistungen außerhalb der gegenwärtigen zufälligen Maßnahmen kämen aus dem EP 60, Allgemeiner Haushalt (Allgemeine Finanzverwaltung). Zu spät im Sinn Soforthilfe (!) stimmt, ist jedoch irrelevant, da auch der akute Wiederaufbau der Infrastruktur: Straßen, Häfen, Elektrizität, Telkom, San sich in Monaten misst.

  13. @KPK
    „… da auch der akute Wiederaufbau der Infrastruktur: Straßen, Häfen, Elektrizität, Telkom, San sich in Monaten misst.“

    Auch dies ist nicht Sache der Bw, selbst nicht einmal im Inland, zumindest nicht über einen längeren Zeitraum.

  14. @Thomas Melber 14:50
    Stimmt, es ist aber Katastrophe, da hilft jeder der kann. Oder lautet Ihr Rat an die BR „Hände in den Schoß“.
    Merkwürdig Ihre Auffassung!

  15. @Klaus-Peter Kaikowsky sagt:16.09.2019 um 15:19 Uhr

    Natürlich hilft jeder der kann, nur der reflexartige Ruf nach Bundeswehr ist im ersten Anlauf falsch. Nach Gesetzes- und Vorschriftenlage sind nun mal andere Organisationen am Zug. Die Bundeswehr kommt nur subsidiär zum Zuge, d.h., wenn die zivilen Mittel erschöpft sind, sind sie aber nicht, die Kameraden des Seebataillons waren einfach am nächsten dran.
    Wenn Deutschland da längerfristig helfen möchte, dann wäre das THW als Bundesanstalt, DRK oder andere Hilfsorganisationen am Zug. Das macht auch viel mehr Sinn, die sind extra dafür ausgerüstet und es ist deren Hauptjob. Und Schiffstransport bekommt man gechartert wesentlich billiger, schneller und effizienter hin als mit der Marine.
    Aber das schrieb ich bereits als Antwort an Sie am 09.09. im Vorgängerthread sowie am 14.09. nochmals. Manchmal bin ich überrascht, wie wenig hängenbleibt.

  16. @KPK

    Für mich hat das den Touch des „Adabei“. Die Bw hat ja (angeblich) keine verfügbaren Kräfte und Mittel, zumindest, was man in einem solchen Fall schnell und durchhaltefähig braucht.

  17. @Pio-Fritz, Thomas Meiner
    „Reflexartig“ rief niemand und „auch dabei“ jubelte ebensowenig keine Seele.
    Es war Zufall, wie im Vorgängerfaden gelernt werden kann, da Truppe ohnehin anlässlich „Caribbean Archer“ unterwegs war.
    Die Kurzsichtigkeit bleibt erstaunlich, logisch kommen zivile/halbstaatliche HilfsOrg bei längerem Einsatz in Anmerkung. Wer hätte anderes gefordert?

  18. @Pio-Fritz sagt: 16.09.2019 um 16:51 Uhr
    „Nach Gesetzes- und Vorschriftenlage sind nun mal andere Organisationen am Zug.“

    Das gilt nur für das Inland. Bei Katastrophen im Ausland sind diejenigen am Zug, die die BReg damit beauftragt.

    Natürlich haben Sie recht, wenn Sie ausführen, dass grundsätzlich andere dafür da sind und zumeist auch besser dafür ausgestattet und ausgebildet sind.

    Aber im konkreten Fall stellt sich die Frage ja nicht. Denn da niemand anderes da war (die Bw war halt schon vor Ort), gab es kurzfristig hier keine Auswahlmöglichkeit.

    Es sei denn, Sie propagieren ernsthaft eine Rückverlegung der bereits vor Ort befindlichen DEU Soldaten (unter Zurücklassung der NLD Soldaten) und zeitaufwendiger Verlegung von THW etc. in die Gegenrichtung.

    @Thomas Melber sagt: 16.09.2019 um 17:09 Uhr
    „Für mich hat das den Touch des „Adabei“. Die Bw hat ja (angeblich) keine verfügbaren Kräfte und Mittel, zumindest, was man in einem solchen Fall schnell und durchhaltefähig braucht.“

    Jetzt mal ehrlich. Die Bw war doch schon vor Ort! Glauben Sie ernsthaft, dass wir einen guten Eindruck bei den NLD und FRA hinterlassen hätten genau dann nach Hause zu fliegen, wenn es darum geht Menschen in Not zu helfen?!?!

  19. @Koffer und @Klaus-Peter Kaikowsky

    Es ging in meinen Aussagen ausdrücklich um längerfristige Hilfe, nicht um die Kameraden, die zufällig vor Ort oder in der Nähe waren. Manchmal hilft lesen oder Sie beide wollen mich absichtlich missverstehen.

  20. @Pio-Fritz
    Manchmal hilft KLARER Ausdruck. Niemand (!) redet von Bw-Dauereinsatz in Karibik, sonstiger längerfristiger mil Unterstützung. Auch mal zur Kenntnis nehmen!
    Andererseits tut sich da was:
    @bundeswehrInfo
    „… Katastrophenhilfe #Karibik. Unter anderem mit 550 niederländischen, 50 deutschen und 50 französischen Marinesoldaten. Wie lange der Einsatz andauern wird, ist derzeit unklar …“
    Gestern hieß es seitens Marine noch 20sep19 – überraschende Aussageänderung in 24h.
    Könnte sein, dass DEU zivile Hilfsorganisationen derzeit nicht zu umfassender Hilfe befähigt sind, irgendeine grundlegende Ursache muss es ja haben, dass seitens THW, RK, Johanniter, Caritas etc nichts hörbar wird.
    Nachhaltigkeit in der Katastrophenhilfe bedeutet zunächst die Lösung von umfassender Transportlogistik, jenseits von ad- hoc Maßnahmen per Flieger. Die dazu erforderliche Reaktionszeit misst in Wochen in Bezug auf Mat&Pers. Insbesondere beim Personal sind ZivOrg auf Personen mit ordentlichen Berufen angewiesen, die Dauerabwesenheit kaum zulassen, das qualitative Personalreservoir ist zudem durchaus begrenzt.
    Nicht wundern sollte mich daher, wenn aus übergeordneten humanitären staatspolitischen Gründen ein begrenzter DEU mil Einsatz auf den Weg gebracht würde. Die gesamtparlamentarische Zustimmung zu 100% erachte ich als sicher, Gesetzes- u DV Lage hin oder her.

  21. Wie kann man bloß die hier erfolgte Hilfeleistung, über die positiv berichtet wird, nur so furchtbar zerreden?!

    Soforthilfe leistet im Zweifel jeder, der dazu in der Lage ist, ohne zu fragen, ob er denn soll. Das ist menschliches Gebot. Und wenn schon, dass es nur 50 Hansel sind, die sowieso zufällig vor Ort waren; dann ist das eben so. Über das, was danach kommt, entscheidet man – genau! – dann.

    Das ist doch eine völlig absurde Diskussion hier…

  22. Info
    @marinespox #noodhulpdorian #Bahamas.
    In diesen Minuten endet der Einsatz #DisasterReliefBahamas. Das Machbare ist erreicht. #Johan_de_Wit mit @Seebataillon & @korpsmariniers verlegt dann nach #Curaçao. Von dort fliegen 50 Deutsche #Seesoldat|en am 27.9. nach Deutschland.

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