Personalstärke Juni 2019 – der Trend ist: keine Veränderung

Die militärische Personalstärke der Bundeswehr ist im Juni dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat praktisch unverändert geblieben. Ein leichter Rückgang von 181.463 auf 181.377 aktive Soldatinnen und Soldaten ist überwiegend auf Verschiebungen bei den Zeitsoldaten (plus rund 60) und den Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL, minus rund 260) zurückzuführen, die Zahl der Berufssoldaten unterschied sich um nicht einmal 20 Personen.

Damit bleibt vorerst der Trend, dass es keine wesentliche Veränderung in der militärischen Personalstärke gibt – und dass die Zahl der Soldatinnen und Soldaten weiterhin unter der Zielmarke 182.000 bleibt, die die scheidende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schon für Ende vergangenen Jahres ausgegeben hatte.

Die Statistik zu der militärischen Personalstärke für Juni, vom Ministerium am (heutigen) Dienstag wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:

181.377 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.124
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 3.153
Streitkräftebasis: 27.620
Zentraler Sanitätsdienst: 19.888
Heer: 62.140
Luftwaffe: 27.725
Marine: 16.365
CIR: 13.133
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 980
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.634
Bereich Personal: 7.615, davon bis zu 5.400 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 53.050 Berufs- und 120.326 Zeitsoldaten (Gesamt: 173.376) sowie 8.001 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt 2019: 8.380).

Zur Bundeswehr gehören 22.058 Soldatinnen.

Die Bundeswehr hat rund 81.000 zivile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Seit Mai 2o19 wird eine gesonderte Statistik zu den Frauen in der Truppe veröffentlicht:

Soldatinnen nach Teilstreitkraft/Organisationsbereich
Heer 4.189
Luftwaffe 2.309
Marine 1.605
Streitkräftebasis 2.815
Sanitätsdienst 8.064
Cyber- und Informationsraum 1.220
Ministerium und andere Bereiche 1.856

Soldatinnen nach Dienstgradgruppe (Inklusive Anwärter)
Offiziere 5.500
Unteroffiziere mit Portepee 7.920
Unteroffiziere ohne Portepee 3.475
Mannschaften 5.163

Soldatinnen nach Status
Berufssoldat 3.382
Zeitsoldat 17.195
FWDL 1.481

Ebenfalls seit Mai 2019 gibt es eine gesonderte Statistik der Zivilbeschäftigten:

Insgesamt sind 80.996 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bundesministerium der Verteidigung und in der Bundeswehr beschäftigt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.564
Bundeswehrverwaltung, Rechtspflege, Militärseelsorge und weitere dem zivilen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 56.429
Streitkräfte und dem militärischen Bereich zuzurechnende Dienststellen: 23.003

24.426 Beschäftigte sind Beamte/Beamtinnen, Richter/Richterinnen und Professoren/Professorinnen.
51.380 Beschäftigte sind Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen.
5.190 stehen derzeit in einem Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn oder in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis.

Von den insgesamt 80.996 zivilen Beschäftigten sind 30.312 Frauen. Das entspricht rund 37 Prozent. Frauen sind in allen Bereichen der Bundeswehr beschäftigt.

20.998 Arbeitnehmerinnen
1.634 Frauen im Vorbereitungsdienst beziehungsweise in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis
7.680 Beamtinnen, davon
1.450 im höheren Dienst,
3.167 im gehobenen Dienst,
3.033 im mittleren Dienst und
30 im einfachen Dienst

Stand aller Statistiken: 30. Juni 2019

Die von einem Leser (vielen Dank) in eine Tabelle umgesetzte und fortgeschriebene Statistik, hier nur die militärische Personalstärke:

20190716_BWPers

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen (die der Zivilbeschäftigten ab Mai 2019)

Mai 2019
April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
September 2018
August 2018
Juli 2018
Juni 2018
Mai 2018
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Januar 2013 bis Dezember 2015

(Foto: Waffenträger Ozelot der Flugabwehrraketengruppe 61 beim Übungsschießen auf dem Raketenschießplatz Ustka im Rahmen der multinationalen Übung Torbruq Legacy 2019 in Polen am 18.06.2019 – Alexander Feja/Bundeswehr)

10 Gedanken zu „Personalstärke Juni 2019 – der Trend ist: keine Veränderung

  1. Es erklärt zumindest das intensive posten auf Facebook, Instagram und Co., was wohl nicht nur gefühlt zugenommen hat.

  2. Tja man hält den Status Quo. Es könnte schließlich auch nach unten gehen.
    Will man Personal werben muss man den Leuten ein Attraktives Angebot machen.
    SaZ 25 mit 10 Jahren BFD hinten dran bei vollen Bezügen anschließend Betriebsrente bis 67 auf hohem Nivau.
    Hält die Truppe halbwegs Jung macht die Dienstposten in erträglicher Zeit frei.
    BS halt nur noch für Spitzenpositionen oder Qualifikationen.
    Dann kann sich ein 20’ig Jähriger ausrechnen… bis 45 Aktiv dienen bis 55 Volles Gehalt und dann Abschlagsfrei in Rente. Dafür nimmt man dann auch die Entbehrungen des Dienstes in Kauf. Kostet halt nur Geld.

  3. Bevor es jemand anderes sagt:

    Die Trendwende greift voll. Denn ohne könnte es jetzt auch viel viel schlechter aussehen . Und: eine wirklich fundierte Aussage zur weiteren Entwicklung kann man erst im nächsten Monat machen.

    Sarc off

  4. @Gast sagt: 16.07.2019 um 23:37 Uhr
    „Die Trendwende greift voll.“

    Das bleibt abzuwarten.

    „Denn ohne könnte es jetzt auch viel viel schlechter aussehen“

    …würde es vermutlich viel, viel schlechter aussehen…

    „Und: eine wirklich fundierte Aussage zur weiteren Entwicklung kann man erst im nächsten Monat machen.“

    Zustimmung!
    Der Juli wird (wie in jedem Jahr) einer der zwei oder drei Schlüsselmonate des Jahres sein.

    Wenn es im nächsten Monat irgendwas zwischen 500 und 1.000 plus (bevorzugt eher am oberen als am unteren Ende dieser Skala) sein werden läuft es. Wenn nicht, ist die Trendwende tatsächlich zum halten gekommen. Das haben in den letzten Monaten in den vergleichbaren Fäden zwar einige schon gemutmasst, aber ob es tatsächlich so ist, werden wir in einem Monat sehen.

    „Sarc off“

    Ganz ernst gemeint.

  5. @Koffer 17.07.2019 um 23:19 Uhr:

    Nun ja, im Juli haben wir aber doch traditionell jedes Jahr ein plus von knapp 1500 „neuen“ Soldaten auf Zeit, einfach weil die Orgbereiche, wie jedes Jahr, Ihre Offizieranwärter zum 01.07. einstellen und dieser „Massenrekrutierung“ eben keine identische Zahl an Entlassungen wegen Dienstzeitende bei den Soldat auf Zeit-Offizieren und Pensionierung von Berufssoldaten-Offizieren (deren Pensionierung sich ja eher negative auf die Zahlen im April und Oktober auswirkt) gegenübersteht.

    Von daher müsste für die Trendwende Personal schon eine deutlich höhere Zahl als „Erfolg“ vermelden, ansonsten treten wir weiter auf der Stelle…

  6. @FlaOffz sagt: 18.07.2019 um 9:00 Uhr
    „Nun ja, im Juli haben wir aber doch traditionell jedes Jahr ein plus von knapp 1500 „neuen“ Soldaten auf Zeit“

    Nope. Traditionell irgendwas um die 1.000. Eher weniger. Deswegen ja auch meine Erwartungshaltung (bzw. „Forderung“), dass das dieses Jahr wieder so sein wird.

    Denn danach ist in den letzten Jahren über die folgenden 12 Monate die Zahl monatlich im Regelfall entweder gehalten worden oder leicht gesteigert worden.

    Wenn es also dieses Jahr wieder so wäre, dann wären wir in etwa auf Kurs. Mit Kurs meine ich damit das Ziel 2024 ca. 190.000 Sdt zu haben… Stimmt nicht ganz, weil wir ja dann jetzt erst das erreicht hätten, was eigentlich vor 6 Monaten schon angepeilt war, aber dennoch immerhin kontinuierlich in die richtige Richtung laufend :)

    Wenn es aber signifikant weniger als +1.000 wären, dann sähe das natürlich schon anders aus.

  7. Zur Zeit ca. 53.000 BS…

    Insgesamt ca. 173.00 Zeit und BS, die FWDL sind ja eh bald wieder weg… Wobei : Wie viele von den 173.000 sind eigentlich „Verteidigungsrentner“, also Wehrübende nach Pensionierung ???

    Nehmen wir aber mal die 173.000, die meisten ( ich tippe mal so auf ein Drittel ) davon dürften wohl aus den geburtenstarken Sechzigern sein und somit in den nächsten 3 ( 2022 gilt ja als „sicher“ ) bis 5 Jahren in Pension gehen. Dann wären es noch ca. 160.00 „aktive“ Woher sollen die ca. 15.000 „neuen“ denn kommen ???

    Zwischen den angepeilten 198.000 und den dann ca. 160.000 Aktiven klafft doch eine gewaltige Lücke…

  8. Ich habe auch diesen Monat wieder das Gefühl, dass sich die Trendwende Personal zum Großteil aus dem Bestandspersonal heraus erkauft wird (Personalbindeprämien, „Verteidigungsrentner“). Das erfüllt für mich die Bedingung einer in der Regel quantitative Wende, jedoch ohne äquivalenten qualitativen Zuwachs. Es macht den Personalkörper zweitens auch nicht jünger. Interessant in diesem Zusammenhang finde ich die aktuellen G1/A1- Information aus dem Bw-Intranet. Dort bestätigt sich doch Einiges (@Koffer), was ich vor zwei Monaten zur Versetzungsproblematik ausgeführt habe. Wir verlieren aus diesem Grund zu viele gute Leute! Aber man hat es erkannt. Gut so. Möge es der Anfang eines Umdenkprozesses sein, der sich spürbar in der Praxis niederschlägt.

  9. @Gerd Hansen sagt: 22.07.2019 um 14:52 Uhr

    „Wie viele von den 173.000 sind eigentlich „Verteidigungsrentner“, also Wehrübende nach Pensionierung ???“

    Ganz einfach, gar keine. Die Statistik spricht eindeutig von Zeit- und Berufssoldaten, nicht von Wehrübenden (Reservedienstleistenden im Neusprech). Die werden nicht mitgezählt.
    Oder meinen Sie die BS, die sich über die besondere Altersgrenze hinaus weiterverpflichten? Die sind dann aber noch BS, also in der Zahl enthalten.

  10. @Gerd Hansen sagt: 22.07.2019 um 14:52 Uhr
    „173.000 sind eigentlich „Verteidigungsrentner“, also Wehrübende nach Pensionierung ???“

    0.

    RDL (wie die Wehrübenden heute heissen) sind keine SaZ oder BS und werden gesondert gerechnet Dafür gibt es ein Extra-Kontingent.

    „Zwischen den angepeilten 198.000 und den dann ca. 160.000 Aktiven klafft doch eine gewaltige Lücke…“

    Auch hier gilt: Sie rechnen mit falschen Zahlen! In den 198.000 sind die RDL mit einem Extra-Kontingent ausgeplant.

    Dazu kommt, dass bei den 198.000 auch die FWD Flex eingerechnet mit einem eigenen Kontingent eingerechnet sind.

    @Pio-Fritz sagt: 22.07.2019 um 18:34 Uhr
    +1

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