Alarmierungsübung für US-Truppen: Erste Soldaten in Berlin gelandet

Auf dem militärischen Teil des Berliner Flughafens Tegel sind am (heutigen) Dienstag knapp 400 US-Soldaten gelandet, die als Teil einer Alarmierungsübung der US-Armee nach Polen in Marsch gesetzt wurden. In den nächsten Tagen sollen nach Angaben der US-Armee in Europa insgesamt gut 1.500 Soldaten des 2nd Armored Brigade Combat Teams der 1. US-Panzerdivision auf den polnischen Truppenübungsplatz Drawsko Pomorskie verlegen; die weiteren Flüge mit zivilen Maschinen erfolgen ebenfalls über Berlin.

Während die Soldaten aus Fort Bliss in Texas auf dem Luftweg in die deutsche Hauptstadt und dann auf dem Landweg weiter nach Polen reisen, wurde ihr Großgerät aus einem vorgeschobenen Depot in den Niederlanden nach Drawsko Pomorskie transportiert. Auf dem polnischen Übungsplatz sollen die US-Truppen dann ihre Ausrüstung in Empfang nehmen. Die Übung wird voraussichtlich bis Mitte April dauern.

Die Alarmierungsübung war in Deutschland wie in den USA nicht angekündigt worden, um das Überraschungsmoment für die eingesetzten Soldaten nicht zu gefährden. Die U.S. Army Europe betonte, die Verlegung sei als Übung keine Reaktion auf eine aktuelle politische Entwicklung. Das Dynamic Force Employment diene dazu, potenziellen Gegnern zu erschweren, die Bewegungen der US-Streitkräfte vorhersagen zu können.

Aus der Pressemitteilung der U.S. Army:

Armored unit deploys to Europe, draws prepositioned stocks as part of Dynamic Force Employment
WIESBADEN, Germany — At the direction of the Secretary of Defense, the 2nd Armored Brigade Combat Team, 1st Armored Division, deployed to Europe to exercise the U.S. Army’s ability to rapidly alert, recall and deploy under emergency conditions.
This Dynamic Force Employment makes our activities unpredictable to potential adversaries and provides a clear signal of commitment to NATO while maintaining strategic predictability for our NATO allies and partners. This U.S. exercise involves the participation of allies, which contributes to objectives defined by NATO in order to increase our deterrence posture.
Our ability to rapidly surge combat-ready forces into and across the theater is critical in projecting forces at a moment’s notice to support the NATO alliance. However, this deployment is not in response to any real world situation.
The 1,500 Soldiers from Fort Bliss, Texas, began arriving in Berlin today. They will now travel to Drawsko Pomorskie Training Area, Poland, where they will utilize more than 700 pieces of equipment pulled from the Army Prepositioned Stock site in Eygelshoven, Netherlands.(…) 
Once the exercise is complete, the unit will return to Fort Bliss and the APS equipment will return to Eygelshoven.

(Foto: U.S. Army Soldiers with 2nd Brigade Combat Team, 1st Armored Division, have their orders inspected by members of the German police upon arrival at Berlin, Germany as part of an emergency deployment readiness exercise, March 19, 2019 – U.S. Army photo by Staff Sgt. Kris Bonet)

61 Gedanken zu „Alarmierungsübung für US-Truppen: Erste Soldaten in Berlin gelandet

  1. Ein Anfang ist gemacht.
    Im Vergleich zu den Reforger-Übungen in den 80erjahren etwas spärlich. Aber das ist ja noch entwicklungsfähig.

  2. Pio-Fritz | 19. März 2019 – 14:53

    … etwas spärlich. Mhmm.

    Aber, Alarmübung ist doch mal ein Stichwort.

    Was würde eigentlich passieren, wenn der neue Oberbefehlshaber der NATO ohne Vorwarnung nachmittags auf die Deutschlandkarte einen Dartpfeil wirft und die zwei diesem Dartpfeil am nächsten liegenden Bataillone (muss ja nicht mehr sein) zu einer Übung in Marsch setzt.
    Abmarsch morgen früh, nach Grafenwöhr.
    Übermorgen Abend dann gemeinsam mit dem GI und der Ministerin Inspektion mit Beurteilung der Einsatzfähigkeit, so wie die Truppe da angekommen ist.
    Den Finanzminister könnte man ja auch einladen.

    Mit ein bischen Rückgrat könnte die Ministerin das auch alleine machen.

    Ich bin sicher, jetzt kommen eine Menge Stimmen, die sagen „Das geht nicht“.
    Die sollen dann aber auch gleich erklären, wofür wir überhaupt Miltär haben.

    Und dann reden wir nochmal über den Begriff „spärlich“.

  3. @Pio-Fritz
    2 x ja: ja zu ein Anfang und ja zu etwas spärlich.
    Nur „spärlich“ war REFORGER (1969 bis nach Ende des Kalten Krieges 1993) nicht, stets auch Bw unterschiedlich stark beteiligt. Die Übung begann 1969 in (U.S.) DivStärke, zum Höhepunkt in 1988 wurden drei Korps mit 124.800 Soldaten eingesetzt.
    In den Jahren der (DEU) Korpsübungen, alle drei Jahre, war REFORGER generell eingebunden. Auf jeden Fall war das TerrH von Beginn an dabei.
    Übersicht bei https://de.m.wikipedia.org/wiki/Return_of_Forces_to_Germany zeigt die frühere Beteiligung DEU TrTle.
    Damit stellt sich die Frage, wie halten wir es Bw-seitig mit der Neuauflage als „Dynamic Force Employment“, geht an uns vorbei, wir sind stabsseitig/mit Tr dabei?

    Ein Blick hinter die Kulissen der Army „Prepositioned Stock site“ Eygelshoven.
    https://www.army.mil/article/192455/establishing_europes_army_pre_positioned_stocks

  4. @Pio-Fritz

    Im Vergleich zu den 80ern ist ja auch der potentielle Gegner wesentlich schwächer. Von daher hoffe ich auch eine angemessene Entwicklung.

  5. @kvogeler | 19. März 2019 – 15:42

    Naja, mit dem Dartpfeil wird die 1. US-Panzerdivision auch nicht ausgeworfen worden sein. Das eingelagerte Gerät sollte auch schon auf die Einheiten passen.
    Bei dem US-Getöne, wie toll man ist im Vergleich zu den Verbündeten, sollte man da mehr erwarten. @KPK hat es treffend beschrieben. Und die russische Armee ist immer noch die zweitgrößte der Welt. Von daher spärlich. Auch in den USA scheinen gewisse Fähigkeiten der Friedensdividende zum Opfer gefallen sein.

  6. @all:
    Man sollte aber auch nicht vergessen, dass während der Reforger Übungen die BW auch nichts anderes „zu tun hatte“.
    Ich meine damit, dass Landesverteidigung der Hauptauftrag war.
    Heute wird Personal und Material abgestellt zu verschiedenen Auslandseinsätzen.
    Kann man also so nicht vergleichen.
    Werferfehler

  7. @Pio-Fritz:
    Mal Hand auf’s Herz: Wann hat die Bw in einer Alarmübung das letzte Mal mehr als ein Bataillon über mehr als 50km verlegt?!
    AFAIK gibt es seit mindestens 20 Jahren keine „Alarmübungen“ mehr und die ungeplante Verlegung einer Brigade ist eben seit den frühen 90ern auch nicht mehr geübt worden.
    Seit der Zeit gab es nur noch Stabsrahmenübungen, auf denen Gerät (unfall- und problemfrei) auf Simulationsrechnern von A nach B verlegten.

  8. Soldaten, die mit ihrer (vermutlich bereits angeschossenen) Handwaffe aus dem Flugzeug steigen, sind so was von … (bitte selbst einsetzen). ;-)

  9. @Werferfehler
    LV/BV ist – wieder – der Hauptauftrag.
    Insofern, da das U.S. deployment in POL ausschließlich der Abschreckung im Verbund LV/BV dient („objectives defined by NATO in order to increase our deterrence posture“), ist eine DEU Teilhabe schon aus bündnispolitischer Sicht zwingend, viel mehr aber aus Interessenlage von Combinedness.

    Nur wird Bündnispolitik in Zeiten Grenell’scher Bewertung EP-14 diffizil.
    Wir werden doch bitte wenigstens ein VerbKdo abgestellt haben?
    Die Verlegung Berlin – Drawsko Pomorskie/Woiwodschaft Westpommern auf dem Landweg nach Polen hat die U.S. Seite allein bewerkstelligt, ohne „host nation“ support?

  10. „Our ability to rapidly surge combat-ready forces into and across the theater is critical in projecting forces at a moment’s notice to support the NATO alliance. However, this deployment is not in response to any real world situation.“

    Alles dummes Zeug. Hat nichts mit einer wirklichen Bedrohung zu tun. Dafür wäre es auch jämmerlich geringfügig. Aber irgendwie müssen ja 700 Miliarden Rüstungsausgaben der USA dem Steuerzahler gegenüber gerechtfertigt werden. Da sind solche Spielereien eine willkommene „Verkaufsshow“ gegenüber der eigenen Bevölkerung, die Polen zum Großteil nicht auf der Landkarte zuordnen könnte.

  11. @Pete
    Nicht aus der kleinteiligen deutschen Nussschale beurteilen. Das Konzept betrachtet weltweiten Einsatz.
    Dynamic Force Employment will prioritize maintaining the capacity and capabilities for major combat, while providing options for proactive and scalable employment of the Joint Force.
    Dynamic force employment is a concept that ties in with the National Defense Strategy (Mattis).
    Wer sonst noch ein armoured brigade combat team deployed bekommt, will ich gerne sehen.

    Richtig ist, wenige in den Staaten können mit POL etwas anfangen. Daher ist gleichzeitig falsch, dass hier eine begründende „Verkaufsshow“ gegenüber der eigenen Bevölkerung abläuft, zumal in den Kosten das heute begonnene employment ohne die Prepositioned Stock site“ Eygelshoven“ ( s.o.) nicht machbar ist. ZbV. USAREUR bestehen inzwischen vier pre-positioned stocks in BEL, DEU, ROM eben NLD, die Mat für eine komplette PzDiv (+) vorhalten, je einmal ABCT + enaybler und ein DivHQ. Somit kommt der neue Ansatz langsam auf Größe Beginn REFORGER 1969.

    Aufmerksamkeit erreichen allenfalls Berichte über carrier strike group deployment, siehe https://www.defensenews.com/naval/2018/07/16/jim-mattis-dynamic-force-employment-just-got-real-for-the-us-navy/
    Ansonsten wird hier U.S. seitig Erfolgreiches neu aufgenommen, REFORGER hat’s nachgewiesen.

  12. @Pete 1755h
    Ihre hochtrabende Arroganz in Ihrem Beitrag ggue den USA, deren Bevoelkerung und dieser Uebung wird nur durch Ihre augenscheinliche Ignoranz uebertroffen. Aber bei Ihnen funktioniert der konditionierte Beissreflex ggue. allem Amerikanischen noch ganz gut.

    Dabei wissen Sie doch, dass es ganz massgeblich kene Leute waren, die zwar angeblich nicht wissen, wo Polen liegt, aber immerhin in der Lage waren die benachbarte Herrenrasse in die Niederlage zu zwingen.

    Dem haben sie, die unterschwellig Ungebildeten, in ihrer Niedertracht auch noch ein politisches System aufgeschnallt, auf das Sie, Pete, sonst -durchaus zurecht-so stolz sind.
    Und- angesichts unserer eigenen, derzeitigen mil. Erstklassigkeit ist gewaehlter Duktus und Tenor – na, was denn wohl?

  13. @Eric Hagen | 19. März 2019 – 19:01

    Nun kommen sie mal runter von ihrem hyperpathetischen USA-Trip. So wie sich der USA-Botschafter seit Monaten hier in Deutschland aufführt ist das ja nun auch nicht gerade die feine diplomatische Art sondern erinnert eher an neo-imperiale Schutzgelderpressung.
    Warum sind diese US-Soldaten in Berlin gelandet und nicht direkt zu ihrem Gerät nach Polen geflogen worden ? Diese ewige, doppelte „ihr seid uns was schuldig“ Haltung der USA wird langsam öde, weil selbst der nur halbinformierte und -viertelgebildete Steuerzahler einfach keine wirkliche, reale und analoge (PENG-Ei-WEG) Bedrohung durch Rußland oder China zu erkennen vermag. Ich übrigens auch nicht – und ich bin sozusagen „vom Fach“.

  14. @TW
    Ich bekenne mich i.S. Ihrer Ermahnung und fuehle mich zutreffenderweise angesprochen.
    Meine Tonart war aber nicht zufaellig und ist mir auch nicht einfach herausgerutscht.

  15. @Eric Hagen
    Na ja, wenn das schon Argumente sein sollen…………..dann bin ich – zumindest in meinen Augen- deutlich weiter als Sie im Darlegen meiner Argumente.

    Ich weiß wirklich nicht was ich mit Ihrem Wortschwall anfangen soll. Damit lasse ich es auch sein.

  16. @Klaus-Peter Kaikowsky
    „Das Konzept betrachtet weltweiten Einsatz.“

    Genau das ist ja mein „Problem“, dass ich mit einigen in diesem Blog habe. Ich bin als Staatsbürger einfach nur an „Verteidigung“ interessiert, so wie es unser Grundgesetz vorgibt und nicht am „weltweiten Einsatz“, denn es gibt keine „weltweite“ Verteidigung.

    Deswegen will ich keinen „weltweiten Einsatz“ der Bundeswehr – ausser Blauhelmeinsätze- , denn Verteidigung wäre das nicht, sondern Intervention. Was ist daran so schlimm, wenn man sich beim Einsatz staatlicher Gewalt am Grundgesetz orientiert?

    Die Reaktion von @Eric Hagen zeigt mir, dass eine nüchterne und sachliche Auseinandersetzung über den Einsatz der Bundeswehr – auch wenn sich die Argumentation am Grundgesetz orientiert- in diesem Blog offensichtlich nicht immer möglich ist. Dann ist das eben so. Manche lieben eben den Einsatz von Militär als „Allheilmittel“. Die Geschichte lehrt zwar etwas Anderes, aber…….sei es drum.

  17. Pio-Fritz | 19. März 2019 – 17:11
    Bow | 19. März 2019 – 17:34

    Das die beiden Bataillone da ankommen, da zweifel ich nicht dran.

    Das Ziel der Inspektion wäre ein Soll : Ist – Vergleich bei der Ausrüstung, vor allem bei den schweren Waffen und den nicht trivialen Systemen (Nachtsicht, Funkgeräte) wenn es keine Vorwarnzeit für das dynamische Materialmanagement gibt.

    Und wie sagt Pio-Fritz:
    Diese Sorte Übung ist wirklich ausbaufähig.
    Solange, bis das Ministerium begriffen hat, worauf es ankommt.

  18. @T.Wiegold | 19. März 2019 – 19:07 im Hinblick auf Eric Hagen | 19. März 2019 – 19:01:
    Ich finde den Ton in dieser Schärfe genau richtig.
    Verlegung=Spielerei?
    Amerikaner wissen nicht, wo Polen liegt?
    Aber vielleicht war Ihre Zurechtweisung ja auch an Pete gerichtet. Dann wäre alles gut.

    Das gesamte System Bundeswehr ist nicht mehr in der Lage, so eine kleine Alarmübung abzuleisten. Ein bunter Strauß an Verhinderern: SAZV, SAP, VP, Personalräte, Lehrgänge, Personalmangel, Planbarkeit der Freizeit, IGF Verpflichtungen, San Einschränkungen, fehlende Grundsatzdokumente etc etc etc.
    Das soll mitnichten bedeuten, dass diese einzelnen Elemente schlecht sind. Aber in der Summe verhindern sie jegliche schnelle, nicht planbare Aktion. Weil der Wille, schnell zu agieren, nicht vorhanden ist. Ganz oben in der mil. Hierarchie. Also verstecken wir uns hinter bürokratischen Prozessen. Isjaaucheinfacher.

  19. In den USA hat das Militär einen Stellenwert, der über das „freundliche Desinteresse“ der Bundesbürger ggue. der BW doch hinausgeht. Eine 1500 Mann-Übung braucht man da nicht als „Verkaufsveranstaltung“.

    Und nur, weil wir aktuell NICHTS davon so in der Zeit hinbekommen würden, müssen wir nicht geringschätzig auf den großen Bündnispartner schauen.

  20. Frage eines Ahnungslosen:
    Ist es bei der Bundeswehr nicht üblich bei der Verlegung die Handwaffe am Mann zu haben?

  21. @Pete | 19. März 2019 – 20:30
    „Ich bin als Staatsbürger einfach nur an „Verteidigung“ interessiert, so wie es unser Grundgesetz vorgibt und nicht am „weltweiten Einsatz“, denn es gibt keine „weltweite“ Verteidigung.“

    Wie bereits mehrfach durch das BVerfG sowie den Bundestag mit übergroßer Mehrheit festgestellt sind auch Einsätze der Bundeswehr außerhalb der Verteidigung im engeren Sinne verfassungsgemäß und damit „durch das Grundgesetzt vorgegeben“.

    @Atompilz | 19. März 2019 – 20:59
    „Ist es bei der Bundeswehr nicht üblich bei der Verlegung die Handwaffe am Mann zu haben?“

    Bei Verlegungen mit zivilen oder zivilvergleichbaren Flugzeugen ist es bei der Bundeswehr im Regelfall nicht üblich die Handwaffe am Mann mitzuführen.

  22. @Eric Hagen
    „Meine Tonart war aber nicht zufaellig und ist mir auch nicht einfach herausgerutscht.“

    Dann betrachte ich Sie ab sofort als argumentativ nicht mehr relevant. Ich werde Ihre emotionalen Aufgeregtheiten nicht mehr erwidern.

  23. @Pete
    Weshalb wird hier immer häufiger nicht alles gelesen, einschließlich der Links?

    „Das Konzept betrachtet weltweiten Einsatz.“ Ja, für alle U.S. Kräfte, von Bw hat diesbezüglich niemand was geschrieben, jedenfalls ich nicht.
    Für mich gilt für Bw der NATO-Vertrag, mit bekannter geographischer Begrenzung.

    Blauhelmeinsätze, ja. GG, ja.
    Da wir nun mal NATO-Mitglied sind und bleiben werden, ebenso wie EU-, sind wir auch bei deren Einsätzen dabei, sofern mehrheitlich beschlossenen.
    Falls Sie solche Einsätze nicht wollen, … klagen, nicht jammern.

    Darüber hinaus bin ich sehr bei @Eric Hagen und @Auslandsdiener.

  24. @Klabautermann

    „…weil selbst der nur halbinformierte und -viertelgebildete Steuerzahler einfach keine wirkliche, reale und analoge (PENG-Ei-WEG) Bedrohung durch Rußland oder China zu erkennen vermag. Ich übrigens auch nicht – und ich bin sozusagen „vom Fach“…“

    Danke. Sie haben mit Ihren sehr ausdrucksstarken Worten der fehlenden „…wirkliche(n), reale(n) und analoge(n) PENG-Ei-WEG Bedrohung…“ sehr prägnant das Wesentliche auf den Punkt gebracht, was ich auch auszudrücken versuchte, aber nicht so schön formulieren konnte.

  25. Handwaffe am Mann mag hier und da vorkommen. Bei Luftverlegung eher nicht da Gesprächen zufolge in Wunstorf der checkin in A400 nach zivilen Sicherheitsrichtlinien passiert. In derzeit laufenden einsatzgleichen Verpflichtungen wurden Handwaffen wieder nach Hause geschickt da mit der Hostnation keine Vereinbarung diesbezüglich getroffen wurde.
    Man rätselt also noch ob man als dt. Soldat gewaltlos oder wehrlos sein soll.

  26. Wer hier glaubt, dass selbst bei der US Army mal schnell 1500 Soldaten „ohne Vorankündigung“ über den großen Teich nach Berlin verlegt werden, um auf dem Landweg dann weiter nach Polen auf einen Übungsplatz verlegen, dort mit Material, was vorher quer durch Europa transportiert wurde zusammentreffen und paar Wochen üben, der glaubt auch an die bekannten Zitronen faltenden Zitronenfalter….

    Das „ohne Vorankündigung“ bezog sich vielleicht noch auf die Medienberichte und Öffentlichkeit.. alles andere ist bei länderübergreifender Logistik unter normalen Friedensbedingungen und Übungsplanung schlicht illusorisch.

  27. Ich verstehe das Problem auch nicht, da sind doch eindeutig keine Magazine in den Waffen drin …

    Keine Ahnung, ob das hier allgemein bekannt ist – aber die Amerikaner stellen sehr viel an Fotos, Videos usw. der Allgemeinheit auf DVIDS zur Verfügung. Wer sich kostenlos als „Friend of the Army“ registriert, kann sich die Bilder in hoher Auflösung herunterladen. Das hier verwendete gibt’s z.B. unter
    https://www.dvidshub.net/image/5189696/emergency-deployment-readiness-exercise-19-02

  28. @Fux

    In der Tat, Logistik etc. hatte einen längeren Vorlauf. Das „ohne Vorankündigung“ bezog sich offensichtlich insbesondere auf die alarmierten Truppen in Texas, weniger auf die Logistiker, die das Material nach Polen geschafft haben.

  29. Die Verlegung erfolgte bei dieser Übung auf den militärischen Teil des Flughafens, sodass es keine Probleme mit (nicht einmal rhetorisch zugespitzt) ein paar hundert schwerbewaffneten Angehörigen eines ausländischen Militärs gegeben haben sollte, die aus einem zivilen Flugzeug auf einem zivilen Flughafen aussteigen und sagen, sie seien nur auf Durchreise und haben es sehr eilig.

    Ich stelle mir daher folgende Fragen:

    1. Wie viele militärische oder zivile Flughäfen mit militärischen Bereichen gibt es in DEU, welche Verkehrsflugzeuge dieser oder vergleichbarer Größe aufnehmen können?

    2. Wie sehr ist deren Kapazität, insbesondere im V-Fall, durch anderen militärischen Flugverkehr voraussichtlich eingeschränkt?

    3. Gibt es aktuelle Planungen oder verwertbare Erkenntnisse aus zurückliegenden Übungen im Kalten Krieg, bei denen zivile Ausweich-Flughäfen ganz oder teilweise zur Truppenverlegung genutzt werden können?

    4. Gibt es bereits erlassene Vorschriften, welche den Vorrang des militärischen Flugverkehrs regeln? Bejahendenfalls welche (NATO/EU/DEU)? Welche Behörden und ggf. Dienststellen sind für solche Regelungen zuständig?

    5. Inwieweit sind zivile Personen wie Sicherheitskräfte auf Flughäfen auf Szenarien nach Nr. 3 vorbereitet? Gibt es hier standardisierte Verfahren? Ist die Bundespolizei erforderlich? Gäbe es ausreichend Polizeikräfte?

    6. Gibt es Planungen und Vorbereitungen, um den strategischen Lufttransport zwischen den USA und Europa, insbesondere bei Nutzung von zivilen Verkehrsflugzeugen, gegen Bedrohungen zu sichern?

  30. Eine so sparsame Truppenstärke mit relativ leichten Panzerfahrzeugen scheint mir wenig sinnvoll für eine Kriegsübung gegen die technisch führende Militärmacht der Welt (ja, ich spreche von Russland).
    Was man m.M.n. aber damit sehr gut trainieren kann, ist die Niederschlagung gering bewaffneter Einheiten und die Übernahme strategischer Objekte einer (Haupt-)Stadt.
    Bleibt nur noch die Frage, mit welchen Hintergedanken man so etwas trainieren sollte ..

    [Drawsko Pomorskie ist keine Hauptstadt. Und Berlin kamen die ohne jegliche Fahrzeuge und, abgesehen von ihren Handwaffen, ohne jegliches Material an. Bleibt nur noch die Frage, mit welchen Hintergedanken man solche Aluthut-Verschwörungstheorien hier einspeisen sollte… T.W.]

  31. @Pete

    Im Jahre des Herrn 2019 landen zivile Flugzeuge in Berlin und 1500 US-Troopers mit umgeschnallten Handwaffen werden vom deutschen Zoll/Polizei „empfangen“.
    Die Munition für die Handwaffen ist vermutlich schon in Polen. Eigentlich Realsatire pur.
    Wie kann man so einen Stunt ernst nehmen und daraus eine größere und effektivere Deterrenceposture und – expenditure der USA – auch für Deutschland – aber besonders für Osteuropa ableiten ? Bullshit³

  32. Jetzt noch einmal zurück zum Bild.
    Ich erinnere mich an meinen Einsatz in AFG, bei dem ich zur Verstärkung der MED Komponente mit der CH 53 im Einsatzland meine Waffen nicht im Hubschrauber mitnehmen durfte (FEY-MES), und dann in MES neu empfangen musste. Und in Berlin stolpern die Kameraden alle mit Ihrem persönlichen Gerät die Gangway runter. Dazu gibt es dann noch einen High Five von den Kollegen der Polizei.
    Ich bin überzeugt und finde es richtig, das jeder seine eigene Waffe dabei hat. Aber wie ist es juristisch. Es sind ja keine Wasserpistolen.
    Glück ab!

    Doc

  33. Wenn ich manche Kommentare zu Auslandseinsätzen und Partizipation an NATO-Operationen lese und gestern in den Nachrichten hören muss, das Trump mit Brasiliens Präsidenten über eine mögliche NATO-Mitgliedschaft spricht, bekomme ich Bauchschmerzen.
    Anscheinend betrachtet die US-Regierung Europa nur noch als Vehikel zur Umsetzung ihrer eigenen Interessen. Da passt doch so eine Übung als Beruhigungspille ganz gut.

    Und natürlich findet so eine Übung nicht unvorbereitet statt, das würde im Chaos enden.

  34. Um mal wieder von der politisch-persönlichen Ebene zur Sache zurück zu kommen: Nach dem Motto „was die Truppe nicht übt, kann sie nicht“ – neudeutsch „Train as you fight/Train hard, fight easy“ interessiert mich brennend, ob auch der GI oder der SACEUR damit liebäugelt, mal so ein „Snapdrill“ für die VJTF zu starten – egal, wie peinlich das werden könnte. Vielleicht auch gerade deswegen. Und ich finde die Idee gut, den Finanzminister auch für die Dienstaufsicht (oder auch „Sachmangelbesichtigung“…) einzuplanen. Die Primaten der Politik haben ja beschlossen, dass die Truppe das alles können soll. Oh, jetzt bin ich auch persönlich geworden.
    Für mich sieht die US-Übung aus nach „Machen, nicht quatschen.“ und „weil wir es können“. So was in der Art hat Peter Müller als MP des Saarlandes doch auch gemacht. Leider wurde er aus dem „aktiven Dienst“ weggelobt/-befohlen…

  35. Noch mal meine Frage. Welche juristische Grundlage erlaubt das Mitführen der Waffen/Einführen von Waffen nach Deutschland in dieser Art und Weise?
    Wäre dankbar dürr und brauchbare Information.

    Doc

  36. @Klabautermann
    „Wie kann man so einen Stunt ernst nehmen und daraus eine größere und effektivere Deterrenceposture und – expenditure der USA – auch für Deutschland – aber besonders für Osteuropa ableiten ? Bullshit³“

    ICH habe das ja auch nicht getan, sondern den hier dann viel kritisierten Begriff „Spielereien“ verwendet.

    Ich wäre froh wenn wir endlich einmal eine zielgerichtete Strategie der Abschreckung betreiben würden und die erforderlichen „ends-ways-means“ ableiten würden. Aber wir diskutieren ja zuerst über Details der „means“ bevor die angestrebten „ends“ und die dazu erforderlichen „ways“ überhaupt analysiert bzw. festgelegt wurden. Und so torkeln wir in einem Zustand einer zunehmenden Orientierungslosigkeit durch die Gegend.

  37. „Und natürlich findet so eine Übung nicht unvorbereitet statt, das würde im Chaos enden.“

    Und selbst wenn es so sein sollte, Teil der Übung ist es dann, die Ursachen des Chaos zu erkennen, so notwendig das Chaos in den Griff zu bekommen, Erkenntnisse für künftige Verbesserung gewinnen und einzuarbeiten.

    In Erinnerung habe ich den Quick Train so 70/71, da haben etwas nicht vorgesehenes, nicht geplantes gemacht, den Data Distribution Point verlegt aus dem Keller in eine Feldstellung, das weitgehend ohne Unterbrecheung des Betriebes. Als der überraschende Befehl kam, da gab es keinen Plan dafür, der entstand während des Durchführens, des Abbauens, Einbauens, Aufbauens in unseren Köpfen.

  38. @Doc
    Hier sollte genügend zu finden sein.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/NATO-Truppenstatut plus Zusatzabkommen und Stationierungsrecht.
    Unterschieden werden muss hinsichtlich „Recht zum Aufenthalt“, der Rechtsgrundlage der Truppenstationierung, und dem „Recht des Aufenthalts“ sowie dem Zusatzabkommen im Rahmen der Wiedervereinigung.

  39. Ich verstehe die Aufregung über die Handwaffen nicht.
    Es sind NATO-Soldaten auf Übung. Und garantiert bei deutschen Behörden angemeldet.
    Und das ist auch egal ob ziviler oder militärischer Bereich.
    Auf jedem Flugplatz und Flughafen kann man mit einem Vorfeldbus zu einem temporär abgesperrten Bereich fahren und dort dann die Einreisekontrollen durchführen.
    Da muss kein Soldat durch ein Terminal voll mit Urlaubern.

    Eine unangekündigte Übung bei der Bundeswehr in diesem Rahmen wird es bei uns nicht geben.
    Denn da hat Ministerin von der Leyen nämlich am meisten zu befürchten.
    Sie ist jahrelang schon in der Verantwortung und wäre damit auch ministerial verantwortlich für ein (wahrscheinliches) Debakel.
    Und ohne Ihr jetzt zu sehr auf die Füße zu treten, aber Sie mag halt lieber positive Meldungen inkl. Fotos über sich und Ihre Arbeit.

    Warum die US-Soldaten unbedingt in Berlin landen mussten, weiß wahrscheinlich auch nur der US-Verantwortliche.
    Einfach mal auf der Karte schauen wo der Truppenübungsplatz liegt und welche großen Flughäfen in kürzerer Entfernung liegen.
    Aber wenn man natürlich mit einer 747-400 fliegen MUSS, dann kann man in Stettin, Bromberg (Bydgoszcz) oder Posen zwar landen und wäre schneller am Ziel, aber starten und ohne Zwischenlandung nach Texas wird dann schwierig.
    Es gibt aber auch noch andere Flugzeuge als die Boeing 747.
    Ich glaube man hat das aus PR Gründen gemacht.
    Erwähnung in der Presse in Deutschland und Erwähnung in der Presse in Polen.
    Zwei Fliegen mit einer Klappe.
    Und so gab es auch eine Landung auf einem zivilen Flughafen, ist ja nicht so dass in Miroslawiec am südlichen Ende des Truppenübungsplatzes ein polnischer Fliegerhorst liegt (2500m Landebahn).

    Mit Üben für den Ernstfall hat das ganze hier aber nichts mehr zu tun.
    Aber wenn die USA was kann, dann PR.

  40. Was mich in diesem Zusammenhang interessiert.
    Wie kommen die GIs von Tegel nach Polen? Klassisch mit dem Busunternehmen XY, per Bahn oder sind aus den NL schon LKWs/MTWs unterwegs?
    Wenn das Gerät aus den NL per Bahn nach Polen kommt, dann warten doch die GIs Tage, wenn nicht gar Wochen bei unserem ausgelasteten Schienennetz.

  41. @Doc
    Vielleicht einfach ein Nato-Marsch Befehl mit dem häckchen bei mitführen von Waffen erlaubt?

  42. @ KW

    Ich kann hier keine Aufregung herauslesen – höchstens Verwunderung, von der auch ich selbst „befallen“ bin. Im vergangenen Jahr fand eine große Übung statt (und auch in diesem Jahr) und es wurde als Mantra ausgegeben, Soldat und Handwaffe dürften nicht zusammen im Flugzeug transportiert werden (selbst bei Flügen, in denen nur Soldaten transportiert werden –> Bw-Flugzeug oder Charter). Wenn man dann sieht, dass dies bei anderen Streitkräften und zudem in Deutschland möglich ist, dann stutzt der Fachmann und der Laie wundert sich.

  43. Nun sollten auch mal die Russen ihr Besatzungsrecht ausüben und Einheiten über Schönfeld einfliegen und auf dem Landweg wieder zurück nach Russland bringen! Die Zusatzvereinbarungen nach den 2+4 Verträgen ermöglichen das ohne weiteres. Allerdings verfügen die Russen über mehr Hirn als unsere „amerikanischen Freunde“.

    [Nichts geht über eine starke Behauptung – den Link mit dem Beleg dazu bzw. zu den Zusatzverträgen reichen Sie bitte noch nach. T.W.]

  44. @Hans Dampf
    Wundert mich nicht. Solche komischen Regelungen gelten immer nur für Deutsche Soldaten.
    Ähnliches Beispiel aus der Truppe im Zuge der Auflösung verschiedener Munitionsdepots. Munitionstransporte von Soldaten nur mit Waffe am Mann und unter Begleitung der Feldjäger oder Begleitkommando (grundsätzlich ja auch richtig so)
    Munitionstransporte durch ziv. Spedition (weil ja „billiger“) Der unbekannte ukrainische LKW Fahrer des SubSub Unternehmers
    des Rahmenvertragspartners fährt den ganzen Laster voll Panzerabwehrminen völlig alleine und ungesichert durch die Republik. Bei Soldaten wäre diese Art von Transport immer abgelehnt worden.

  45. IATA Handgepäckregelungen Kritische Fälle — Was darf ins Handgepäck? nicht erlaubt im Handgepäck Waffen und Spielzeugpistolen.

    Nachdem wir vor vielen Jahren Kameraden beobachteten beim Anbordgehen in den Charterflieger nach Afganistan, bemerkten sie hatten keine Handwaffen dabei, spekulierten mit einer Waffe und Munition könne jemand die Umkehr in die Heimat erzwingen, klärte uns „Langer“ darüber auf, IATA-Regeln.

    Nun, die US-Streitkräfte können das natürlich anders handhaben, mit ihren eigenen Maschinen und auch geliehenen von AA, die gehören vll, zur „Reserve“, ebenso die Besatzung im Cockpit.

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