Verbesserung der persönlichen Ausrüstung: Ein Unterhemd mehr

Bei der persönlichen Ausstattung der Bundeswehrsoldaten geht es auch im Kleinen voran: Künftig stehen jedem aktiven Soldaten sechs statt bisher fünf Unterhemden, braun, kurzer Arm zu. Diese Information steht der aktuellen Mitteilung Bekleidung Nr. 16/2018 des Verteidigungsministeriums, die Augen geradeaus! vorliegt:

Die Anzahl der Unterhemden braun, kurzer Arm, wird in drei Abschnitten erhöht. 2018 erfolgt eine erste Erhöhung von fünf auf sechs Unterhemden. Wer mehr als fünf Unterhemden auf seinem Bekleidungs- und Ausrüstungsnachweis (BAN) stehen hat, erhält kein weiteres Unterhemd.
Damit die Ausgabe der Unterhemden in geordneten Bahnen verläuft, hat BAAINBw darum gebeten, eine koordinierte Ausstattung der Soldatinnen und Soldaten mit der jeweils zuständigen Servicestation (SVS) abzustimmen. Dies wird hiermit für den nachgeordneten Bereich angewiesen.
Die Kompetenzzentren Bekleidungsmanagement werden gebeten, mit ihren jeweils zuständigen SVS in Kontakt zu treten, um die Ausgabemodalitäten abzustimmen.
Für die Soldatinnen und Soldaten im … gilt folgende Verfahrensweise: bis zum 14.12.2018 zeigen Sie bitte Ihren Bedarf hinsichtlich eines weiteren Unterhemdes mit den folgenden Angaben an:
• Name
• PK
• Größenangabe
Die Anzeige der benötigten Informationen kann aufgrund der sensiblen Information der Größenangabe auch in Papierform erfolgen.
Im Januar 2019 (genaues Datum wird separat bekannt gegeben) können die Unterhemden gegen Unterschrift auf dem neu gedruckten BAN in … empfangen werden.

Es hat alles seine Ordnung. Und auch der Datenschutz ist berücksichtigt, auch wenn nicht so ganz klar ist, warum die Angabe der Kleidergröße eine sensible Information ist, die Angabe der Personenkennziffer (PK) aber nicht – da steht ja unter anderem das Geburtsdatum drin.

(Archivbild August 2012: Soldat des Logistikunterstützungsbataillons im Unterhemd braun, kurzer Arm, bei der Verladung von Fahrzeugen im ISAF-Einsatz – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

81 Gedanken zu „Verbesserung der persönlichen Ausrüstung: Ein Unterhemd mehr

  1. „…auch wenn nicht so ganz klar ist, warum die Angabe der Kleidergröße eine sensible Information ist, die Angabe der Personenkennziffer (PK) aber nicht…“

    Ich vermute das hat weniger mit dem Schutz persönlicher Daten zu tun als mit den persönlichen Befindlichkeiten einiger Kameraden, die nicht die Größe XXL neben ihrem Namen in einer offiziellen Liste in der Kompanie haben wollen. Habe ich letztes Jahr genau so im Rahmen einer Ausbildung erlebt.

    MkG

  2. WTF?!?

    Wo ist die gute alte Zeit hin?
    Damals hätte man nach der Erhöhung des Austattungs-Soll keine Meldeorgie gestartet. Sondern nach Wirksamwerden wäre jeder Soldat bei verfügbarer Zeit zu seiner Bekleidungsausgabe gegangen/gefahren. Oder alternativ der Versorger für mehrere Soldaten der Einheit im Auftrag.
    Dort hätte er ein passendes Unterhemd empfangen und auf dem Bekleidungsnachweis eingetragen. Und wenn die benötigte Größe gerade nicht vorrätig ist, dann kommt man halt 2 Wochen später wieder – ggf. nach vorheriger telefonischer Nachfrage.
    Wir reden hier nicht von Helmen, CRC-Austattung, Klappspaten o.ä. Also nicht von Produkten die ewig halten. Sondern von Unterhemden (T-Shirt), die man aus hygenischen Gründen eh alle paar Monate austauschen/wegschmeißen sollte. Faktisch einem Mengenverbrauchsgut.

  3. Wie armselig und lächerlich ist das alles, ein Unterhemd ist ne Meldung wert. Oder war es ein Schreibfehler und sollte Jabo/Uboote/ KPz heißen? Na dann, alles gut.

  4. Und da wundert sich noch jemand, dass die Bundeswehr mit dem vorhandenen Geld nicht auskommt-wenn alleine für die Ausgabe eines (!) Unterhemdes erst mal 1000 Bürokraten eingestellt werden müssen, die den damit verbundenen Verwaltungsaufwand bewältigen können?

    (Ironie aus).

  5. hmmm, das ist wirklich bemerkenswert… Aufgrund des Passus‘ „Soldaten im …“ vermute ich echte Listenfreaks. Bei dem „neuen“ Kampfschuh, schwer hat es wie im echten Leben auch funktioniert: hingehen, anprobieren, buchen. Aber das ist natürlich auch viel einfacher, als bei einem zusätzlichen Unterhemd…

  6. Die Kleidergröße ist ein Datum in Bezug auf Art. 9 Abs. 1 DS-GVO (biometrische Daten) und gehört damit – im Gegensatz zum Geburtsdatum – zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten. Dadurch sind besondere Anforderungen an den Schutz dieser Daten zu richten. ;-)

    Mal schauen, wo ich meinen Bekleidungsnachweis habe – Vollzähligkeitsprüfung steht auch mal wieder an. :D

  7. Die Vorgehensweise um ein ( 1 ) zusätzliches Unterhemd pro Soldat oder Soldatin auszugeben ist einfach grotesk.

    Wie @Tom schon schrieb wären früher einfach 180000 zusätzliche Unterhemden in einer Größenstaffelung beschafft worden und beim nächsten regulären Tauschvorganges eines Soldaten in der Standort Bekleidungskammer hätte der Soldat ein zusätzliches Unterhemd empfangen und auf seiner Bekleidungsstammkarte eintragen lassen.

    Bürokratie pur !

    Ein früherer Kommandeur hat vor 20 Jahren mal den Spruch getätigt, „nur weil die STOV jetzt auch einen Computer hat, ist es nicht notwendig den monatlichen Verbrauch von Klopapier in den Unterkunftsgebäuden bei der STOV anzufordern. Es reicht wenn die Arbeiter der STOV die Vorräte in den Toiletten wie bisher einfach routinemäßig auffüllen.“

    Wieviel Mannstunden an Arbeitszeit kostet diese Aktion ? Wieviel Unterhemden hätte man zusätzlich ohne diesen Verwaltungsaufwand kaufen können ?

  8. Auf den ersten Blick mag das Thema marginal und keiner Meldung wert sein. Und über die mehr oder minder bürokratische Form der Kleiderausgabe kann man auch den Kopf schütteln bzw. dass es Jahrzehnte gedauert hat, bis es zu „mehr als drei“ kam.
    Allerdings: Ich habe bereits mehrfach erlebt, wie das Thema „Unterhemd“, deren Anzahl und die Qualität, Minister und das BMVg beschäftigt hat – eben weil aus der untersten Ebene „Mecker“ kam. Es scheint sich also um ein hochsensibles Thema zu handeln.
    Insofern ist der jetzige „Aufriß“ zumindest nachvollziehbar.

  9. D auf den BAN ja ohnehin mittlerweile alles mit einer Größe hinterlegt ist, sollte es doch ein einfaches sein, dem System eine entsprechende, anonyme Statistik zu entlocken.

    Aber man stellt sich das vermutlich zu einfach vor ^^

    Insgesamt freue ich mich natürlich über ein Shirt mehr…
    Immerhin eines pro Woche in Reserve, wenn es mal schweißtreibend wird

  10. @Tom

    Bzgl. “Meldeorgie”

    Das ist so nicht richtig. Auch “früher” wurde alles als Meldung abgefragt. Allerdings war dort das System der SVS und der Materialvorhaltung anders.

    Jede SVS hat “früher” nach einem festgelegten Schlüssel Dinge bereit gehalten. Der Schlüssel ergab sich aus den Meldungen der Stärke der Dst im Zuständigkeitsbereich. Damals waren Soldaten mit deutlich weniger Material, dafür aber deutlich querschnittlicher ausgestattet. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Und eine (fast schon Individual-) Ausstattung von 200.000+ ist eine absolute Mammutaufgabe und logistischer Alptraum.

    Da macht die Herangehensweise des BAAINBw nur Sinn:

    1. Erstmal fragen wer überhaupt eins möchte/braucht.
    2. Feststellen wie groß und mit welchem Größenschlüssel für die jeweilige SVS der Bedarf ist
    3. Zeit- und Bedarfsgerecht ausstatten und ausgeben

    Schlimm wäre es doch stumpf 8000 neue T-Shirts in eine SVS zu liefern und davon werden dann 800 abgeholt…. und das in jeder SVS…

    Kampfschuhsystem, Wintermütze und jetzt das Unterhemd. Die letzten Grundartikelerweiterungen liefen eigentlich alle echt gut. Muss man auch mal den viel bescholtenen Stellen zugestehen.

  11. Ist zur bürokratisch korrekten Ausgabe des zusätzlichen Unterhemdes nicht erst die Schaffung eines zusätzlichen Amtes mit 500 Dienstposten oder mindestens einer Abteilung im BAAINBw nötig?
    Das Bundesamt zur Ausgabe des Zusatzunterhemdes kurz, BzAdZu, wird den nötigen zusätzlichen Bürokratieaufwand bis 2021 bewältigen. Die Kosten der T-Shirts werden damit von 3,00€ pro Stück auf insgesamt 432,90€ pro EA ansteigen.
    Einfach den Soll festzulegen und bei der nächsten Vorstellung der Soldaten bei seiner Servicestation ein Shirt mehr auszugeben erscheint dagegen als Raketenwissenschaft.

  12. @Jas | 26. November 2018 – 14:49

    Da macht die Herangehensweise des BAAINBw nur Sinn: […]

    Schlimm wäre es doch stumpf 8000 neue T-Shirts in eine SVS zu liefern und davon werden dann 800 abgeholt…. und das in jeder SVS…

    Man muss sich nur mal vor Augen halten, welcher in Summe enorme Aufwand hier betrieben wird.
    Allein die Erfassung aller Soldaten durch ihre Einheiten bindet. Sowohl bei einzelnen Soldaten als auch bei der Versorgungsleiste. Dann die Weitermeldung. All das (auch) in Papierform. Anschließend die lokale und bundesweite Auswertung nach Bedarf / Größenschlüssel / lokaler Verteilung. Daraus dann wieder über den groben Daumen die Verteilung der Bestände auf die Servicestation. Mit all den Fehlerquellen dass ein Teil der Soldaten derzeit Urlaub / Einsatz / Lehrgang hat oder zum Januar versetzt / kommandiert wird, usw.
    Dem gegenüber steht die automatisierte Auswertung der aktuellen Größenschlüssel und Bekleidungsempfänger. Womit sich der Gesamtbedarf über den Daumen hinreichend ermitteln lässt. Die lokale Verteilung einer ersten Charge ebenfalls. Anschließend liefert man je nach fortlaufendem Abruf aus einem oder mehreren Zentrallagern binnen Wochenfrist nach.
    Überbestände gehen wegen Dienstzeitende / Ersteinkleidung und Routineaussonderungen eh zeitnah weg.

    Der Mehraufwand an individueller vorab-Erfassung übersteigt den Mehraufwand bei pauschalisierter Versorgung der SVS bei weitem.
    Wenn man natürlich nur den Mehraufwand beim aufforderndem BAAINBw betrachtet und nicht den im Gesamtsystem, dann schaut’s anders aus.

  13. Ich komme an dieser Stelle nochmal mit den Batterien um die Ecke. Geänderter Eigenschaftscode – rücklieferungspflichtig. Also AA und AAA …

    [Dem bin ich kürzlich mal nachgegangen. Der Stand war, dass die schon immer rücklieferungspflichtig waren, das aber meist nicht durchgesetzt wurde. Also neu offensichtlich nur die Durchsetzung einer nicht befolgten Regel… T.W.]

  14. Das eine Hemd klingt eigentlich wie Hohn, wenn ich mir die sonstige Ausrüstung anschaue, die teilweise absolut veraltet ist und man sechs Unterhemde eigentlich nicht braucht. Gute Winterbekleidung und die vernünftige Trageausrüstung wären eine sinnvollere Investition. Die richtigen Funktionsunterhemde, die Schweiss nach draußen ableiten, bleiben wahrscheinlich den ärmeren, aber besser organisierten Armeen vorbehalten.

  15. Das Unterhemd, braun ist Funktionsbekleidung – die Kritik von Corsac ist frei von Sachkenntnis.

    Richtig ist, das computergestützte Auswertung aller BAN möglich sind – so wurden ja auch individuell die Rucksäcke zurückgefordert.

    Insoweit ist die Verteilung der Größen pro SVS sehr wohl bekannt – und dieser Artikel wird ja schon vorgehalten – daher ist mir der Bedarf an Meldungen auch unklar.

  16. @Tom

    Sehe ihre Argumentation nicht.

    Es wird auf Verbandsebene eine Meldung an die Zuständige SVS abgegeben, die das mit ihren Beständen abgleicht und zusätzlichen Bedarf beim BAAINBw anfordert.

    Das ist doch ein regelmäßiger Aufwand. Und Papierform kann(!) erfolgen. In Wirklichkeit wird ne Liste ausgehangen wo sich jeder einträgt nachdem er seinen BAN geprüft hat und sich zusätzlich entschieden hat ob er/sie eines möchte. Die Liste geht an den Stab der sammelt diese und schickt sie an die SVS. Die macht den Abgleich und fordert das Delta nach.

    Ein elektronischer Abgleich ist unsinnig. Erstens würde Mann dann sehr wahrscheinlich viel zu viel beschaffen (Thema wollen) zweitens ist es gerade auf der taktischen Ebene Usus mehrere Größen des selben Versorgungsartikels auf dem BAN zu haben (Thema Clownshosen und enge Shirts im Gefecht, weite Shirts und Hosen im Camp etc…). Soll die SVS raten? Am Ende passt doch dem Soldaten dann eh wieder nicht (Major League Primadonnas). Mit dem angestrebten Verfahren kriegt jeder der was will auch das was er möchte. Und sollte wirklich der ein oder andere überhaupt nicht bis zum 14.12 erreichbar sein, ja Mei dann holt er sich halt später eins oder pokert das im Überbestand (den jede SVS führt) eins da ist. Sehe da kein Problem.

    Ich finde weder den Aufwand zu groß noch das Verfahren unsinnig, ganz im Gegenteil.

  17. @ Pirat77

    Die Trockenbatterien sind rückgabepflichtig bis zur Versorgungsebene zwecks der regelgerechten Entsorgung der Altbatterien.

    Zuhause sollte sie ihre alten Batterien auch nicht im Hausmüll entsorgen sondern im Wertstoffhof !

  18. Der Bericht ist etwas aus dem Zusammenhang gerissen worden, da nur ein Teil betrachtet wurde. Es geht um eine Erhöhung auf 13 EA. Im ersten Schritt 1 mehr und dann die folgenden.

    …, dass das BAAINBw E3.4 gem. Weisung GenInsp die Erhöhung des Ausstattungssolls Unterhemd, kurzer Arm auf nun insgesamt 13 EA umsetzen wird.

    Dazu wird das bisherige Ausstattungssoll (5 EA Unterhemd, kurzer Arm) in drei Schritten wie folgt angepasst:

    mit einem zusätzlichen Unterhemd noch im Jahr 2018,
    mit vier weiteren im Jahr 2020 und
    mit drei weiteren über den Zulauf des Kampfbekleidungssatzes Streitkräfte (KBS SK).

  19. @all
    Ich werde das über meinen Versorger nochmal genau prüfen. Die Entsorgung erfolgte ja schon immer über die Log Ebene. Habe Ende der Woche Ergebnisse.

  20. Wird in 3 Abschnitten erhöht…

    Es ist geplant, dass am Schluss jeder Soldat 13 Unterhemden hat. Termin war, glaube ich, bis 2023.

    Allerdings war oder ist bis jetzt eine Erhöhung der Anzahl der Unterhosen, braun noch nicht geplant. Zuständige Stellen wurden darauf hingewiesen, dass das vielleicht auch eine sinnvolle Maßnahme wäre.

    Im Hintergrund sind derzeit viele Dinge in Bewegung. Beschaffungen sind angestoßen worden oder werden in naher Zukunft angestoßen um die Situation der persönliche Ausrüstung und Zusatzausstattung des einzelnen Soldaten zu verbessern.

  21. @F_K | 26. November 2018 – 17:05
    „Das Unterhemd, braun ist Funktionsbekleidung – die Kritik von Corsac ist frei von Sachkenntnis.“

    Sind sie sich da wirklich sicher? In den „alten“ Modellen, also die OHNE Klett für Dienstgradabzeichen an der Brustmitte, hat man nach 3 Tagen „aktiven“ Aussendienst nicht gestunken wie ein Puma. Mit etwas lüften und normaler „Grabenhygiene“ war der Hahn geputzt. Zudem kam mir die alte Qualität besser vor. Die Nähte…..der Silberfaden….

  22. Eieieiei, ich habe ein Unterhemd in Mali weggeworfen weil kaputt und nix Ersatz.

    Das bereitet mir jetzt schlaflose Nächte ! (oder auch nicht…. :))

  23. Ehrlich gesagt überrascht es mich nicht. Ich habe vielmehr ein weiteres Beispiel aus dem echten Leben:
    Zuletzt mussten alle Soldaten die an TRJE teilnehmen sollten, ein Größenerfassungsblatt ausfüllen, damit die passende Winterbekleidung in ausreichender Anzahl zur Verfügung gestellt werden kann.
    Ende des Lieds? Papierberge und unzählige Stunden Arbeit mit dem Ergebnis, dass viele Soldaten nicht vollständig eingekleidet werden konnten, weil mal wieder nicht alle Größen vorrätig waren. Ein Schelm, wer böses denkt..
    Am Ende hatte dann doch jeder alles bekommen, zwar erst in Norwegen, aber immerhin ;)

  24. Die Technischen Liefervereinbarungen (TLV) sind online verfügbar – die braunen Unterhemden sind ein riesiger Schritt nach vorne im Vergleich zu „grün“ (Baumwolle).
    Und nein, Silber ist nicht verarbeitet.

  25. Das waren damals glückliche Zeiten, als bei der Einkleidung 1978 grundsätzlich Knobelbecher und Kampfschuhe mit Gamaschen ausgegeben worden sind. Wegen großer Füße bekam ich ein Paar geschnürte Kampfstiefel, Farbe braun. Das war der infrarotgetarnte Fortschritt, sagte man uns. Wegen der ausschließlich schwarzen dienstlich gelieferten Schuhcreme änderte sich die Farbe über die Zeit, so dass beim Abschlussappell meines Offizierlehrgangs in der ersten Reihe nur Knobelbecherträger stehen durften.
    Zu Beginn des Offizierlehrgangs hatte ich als einziger im Hörsaal zwei Paar geschnürte Kampfstiefel, weil ich zuvor als W15er den OG von der Bekleidungskammer kannte. ;-)
    Es gab für die Einführung der geschnürten Kampstiefel eine Weisungslage für den Ablauf der Ausrüstung der Truppe. Jeder hat es verstehen können, eine Millionen Lederstiefel sind mal nicht so eben hergestellt.
    Nach heutigen Maßstäben waren diese Stiefel bestimmt absolut untauglich. Aber waren wir damals deshalb nicht einsatzbereit?
    Auf der Standortbekleidungskammer gab es nach meinem Gefühl immer ausreichend Material. Ok, kurz vor dem Mauerfall gab es manchmal keine Fliegerhelmtasche für Piloten, weil diese für Jedermann so praktisch waren. ;-)
    Als ISAF in AFG begann, gab es neue hitzetaugliche Stiefel, die man nur von der zentralen Ausgabestelle bekam, wenn die Kommandierungsverfügung vorlag. Diese hatte ich erst kurzfristig vor der Verlegung in den Händen. Im Reisegepäck war ein Paar Kampfstiefel und ein Paar Fliegerstiefel aus dem letzten Jahrhundert. Täglicher Wechsel brachte mich über den Sommer. :-)
    Die leider zu kleinen Wüstenstiefel landeten sogar drei Tage nach Einsatzbeginn mit Luftfracht über KIA in Camp Warehouse! Knapp verpasst. ;-)
    Gut vierzig Jahre nach der GrdAusb bekomme ich als Selbsteinkleider für Geld kein neues blaues Diensthemd und muss monatelang darauf warten.
    Ist das symptomatisch? Sind wir heute nicht einsatzbereit?
    Ich bin begeistert. Ich diene Deutschland.

  26. Es gibt allerdings genug Leute die ihne Unterhemden selber kaufen müssen. Vom eigenen Gehalt. Wo ist das Problem? Zumal 5 stk die bei verschleiß jederzeit getauscht werden können, ansich schon viel sind.

  27. Bei einer 5-Tage-Dienstwoche empfinde ich 5 Unterhemden nicht als „viel“. Sondern als operatives Minimum. Selbst bei durchgehendem Innendienst. Mit Außendienstanteilen oder körperlicher Arbeit sind es da schon zu wenige.
    Wenn man dann noch professionell waschen lässt (bspw. Abgabe Dienstag – Rückgabe Donnerstag) reicht es nicht.

  28. @ W15_Z15_BS | 27. November 2018 – 9:20

    So ähnlich habe ich auch gedacht.

    Ich kenne z.B. auch Soldatinnen und Soldaten die bei TRJE18 beteiligt waren und zuvor jede Menge Listen ausfüllen mussten um die begehrte xx-Winterunterwäsche zu erhalten.

    Einige haben sich damit 1 Jahr lang intensiv auseinandergesetzt und zu ihrer grossen Zufriedenheit gab es die Winterunterwäsche auch rechtzeitig.

    Während TRJE gab es dann fast täglich Anrufe mit dem Inhalt „Wie funktioniert ides, wie mache ich das, wie kann ich dieses Problem lösen“.

    Natürlich freue ich mich, wenn diese Kammeraden bei mir oder anderen anrufen. Ich hätte mich aber mehr darüber gefreut, wenn sie sich nicht 1 Jahr lang mit ihr Unterwäsche sondern mit ihrer (rechtzeitig vorhandenen) Ausrüstung und der Ausbildung daran beschäftigt hätten.

    Man kann das auch wie Herr Heynckes zum Thema Bayern München zusammenfassen. „Dort gibt liebe Jungs dort und Diven“.

    Wenigstens haben sie nicht gefroren (sarc off).

    Ich frage mich aber, ob die an TRJE18 beteiligten Soldatinnen und Soldaten die xx-Unterwäsche wie in ISAF/RS etc. auch wieder abgeben müssen und wenn Ja, warum?

  29. @MA

    Das Personal das an TRJE 18 teilgenommen hat aber nicht für NFR 19 eingeplant ist, gibt ihre Winterzusatzausstattung wieder ab, genau wie die SK IV Westen.

    Warum? Ganz einfach…es ist nicht genug da.

    NRF 19 geplantes Personal gibt die Ausstattung nach Ende der Stand by Phase mit Notice to Move (NTM) 2- 7 wieder ab.

  30. Wir werden medienwirksam mit einem sechsten Unterhemd ausgestattet!!??? Wow, wie toll, danke Uschi!
    Aber an gute Kampfstiefel, Winterjacken oder gute Gefechtshelme, ABC-Scutzmasken (welche nicht alle 3-5 Jahre für teuer Geld ausgetauscht/von Firmen gewartet werden müssen) denkt kein Mensch!
    Für was für einen Verein/ eine Gesellschaft diene ich hier??

  31. @ Versorger | 27. November 2018 – 19:56

    Ich hatte die „Hoffnung“ dass das bei TRJE18 Eingesetze Personal wenigstens die warmen Unterhosen und Unterhemden (Leibwäsche) behalten darf und diese nicht z.B. wie bei ISAF/RS wieder abgegeben werden muss (sarc off).

  32. @Lupo74 | 27. November 2018 – 21:39
    „Wow, wie toll, danke Uschi!“

    Geht es auch noch unsachlicher???

    „Aber an gute Kampfstiefel, Winterjacken“

    Sind im Zulauf. Einfach mal besser recherchieren!

    „oder gute Gefechtshelme“

    Haben wir und zudem sind neue in Zulauf.

    „ABC-Scutzmasken (welche nicht alle 3-5 Jahre für teuer Geld ausgetauscht/von Firmen gewartet werden müssen)“

    Unsere ABC-Schutzmasken sind gut und bedürfen keines Austausches.

    „Für was für einen Verein/ eine Gesellschaft diene ich hier??“

    „Deutschland“ nennt man das glaube ich…

    Ganz ehrlich. Es gibt viele Dinge, in denen wir besser werden müssen, aber nichts davon finde ich in Ihrem Kommentar wieder.

  33. Was ist am Gefechtshelm schlecht? Ja, er sieht nicht so „Späschlfoazes“ mäßig aus, aber für Schütze A., der die Bw zu 90% ausmacht, vollkommend ausreichend.
    Die neuen Kampfstiefel können empfangen werden.
    Die Maske 2000 ist ein riesen Schritt im Vergleich zur M65 – es gibtnamhafte westliche Streitkräfte, da sind die Masken gepoolt und da hat nicht jeder Soldat seine Maske.
    Bleibt noch der Kälteschutz: Wer ihn benötigt, bekommt davon satt und genug. Habe ich selbst bei TRJE18 erlebt.
    Grundsätzlich finde es aber auch albern, wenn jetzt z.B. die Woolpower-Leibwäsche wieder abgegeben werden muss und dies mit Finanzmitteln begründet wird – das sind Pfennigbeträge im Vergleich dazu, was für fliegendes und schwimmendes Gerät ausgegeben wird und das nicht kann, was es soll – oder plötzlich mehr können soll, als es mal vorgesehen war.

  34. Mal eine kurze Sachstandsfeststellung aus der Truppe:

    Jeder Soldat geplant für NRF/VJTF 2019 erhält folgende Ausstattung:
    1. Zusatzausstattung Winter (TRJE2018 Teilnehmer behalten diese, da es der gleiche Umfang ist)
    2. Zusatzausstattung Sommer (Vektorenschutz-Bekleidung usw.)
    3. Eine Schutzweste Klasse IV, eine Überwurfweste, Trinksack
    4. die persönliche Zusatzausstattung ABC

    Die genaue Aufstellung werde ich hier mal nicht posten, da es den Rahmen sprengt!

  35. @ MA | 27. November 2018 – 22:30

    Wie oben schon geschrieben:
    TRJE 18 + NRF 19 => behält die Winterbekleidung + SK IV Westen, gibt sie nach derzeitigem(r) Sachstand/Planung Anfang 2020 wieder ab.
    TRJE 18, keine NRF 19 => gibt alles Anfang 2019 wieder ab.

    @ Hans Dampf | 28. November 2018 – 7:16
    Finde ich auch, besonders wenn man bedenkt, dass die Leibwäsche über 2 Winter durch den Soldaten getragen wurde.

    @ TrVersBearbr | 28. November 2018 – 11:33
    zu 1. siehe meinen Kommentar oben zu MA
    zu 2. da auch hier keine Bestände vorhanden sind, soll auf die Bestände, die an einige Verbände ausgegeben wurden und die auf Btl BAN gebucht sind, zurückgegriffen werden.
    Wobei diese auch nicht ausreichen und und für das Klimagebiet heiß, feucht und nicht heiß, trocken sind
    zu 3. Trinkweste ist bis jetzt noch nicht geplant, Überwurfwesten sind auch nicht genug vorhanden.

    Wobei das, die kleineren „Sachen“ sind. Für jeden Soldaten persönlich nicht schön, aber nichts im Vergleich zu den wesentlichen Dingen die falsch laufen.

  36. @Koffer | 27. November 2018 – 22:31

    „Unsere ABC-Schutzmasken sind gut und bedürfen keines Austausches.“

    Ich glaube sie ihren sich…die M2000 besitzt ein bestimmtes Zeitfenster nach der diese (an LHBw oder altdeutsch STOV-BeklK.)zurückgeliefert werden muss.
    Ob zur „Entsorgung“ oder zur Aufbereitung bei Fa. XYZ entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.
    (Zumindest wurde in unserem Verband das MHD o.ä. geprüft und entsprechend im Tausch eingezogen. Neuer Eintrag/ Aufkleber in BAN und Schießbuch :-\ )

  37. @ Versorger | 28. November 2018 – 15:44

    Das Thema Leibwäsche (Ulfrotte) zurückgeben, kennen wir ja von ISAF/RS und erinnert stark an die Kälteschutzmasken.

    Der Grund, insbesondere aufgrund der Weisungslage, erschliesst sich mir nicht. Vielleicht soll dadurch auch nur eine Neiddebatte verhindert werden.

  38. @ 0815:

    Ich glaube, Koffer meinte mit „austauschen“, dass wir keinen neuen Maskentypen benötigen, weil die M2000 schlichtweg gut ist.
    Ansonsten haben Sie Recht, offenkundig wird nun alles, was Schutz bietet, nach fünf Jahren getauscht/überprüft/grundüberholt, so z.B. ABC-Schutzmaske, Gefechtshelm und die Brillengläser der Schießbrille. An sich doch nicht verkehrt, dass der Schutz einen hohen Stellenwert hat.

  39. Die ABC Maske enthält bewegliche Teile, deren Funktion überprüft wird – danach wird die Maske nach Reinigung ggf. weiterverwendet.
    Ähnliches bei den Helmen – Ballistik kann altern bzw. mechanisch Schaden nehmen.

    Die ballistischen Schutzbrillen sind nach Zeitintervall nicht mehr ausreichend sicher (Alterung durch UV Licht) und werden dann ersetzt.

    Also alles professionelle Massnahmen zum Schutz der Soldaten.

    Wenn daran jemand Kritik übt, kann ich dies nicht verstehen.

  40. @ Memoria | 28. November 2018 – 20:34

    2 einfache Beispiele, die so auch weiter kommuniziert wurden und ich hoffe, so nicht mehr vorkommen werden.

    Bleiben wir bei TRJE 18.

    Hauptübungszeitraum ca. 3 Wochen….
    Hinverlegung der ersten Kräfte ab Ende August/ Anfang September.
    Rückverlegung eben dieser Kräfte Ende November/Anfang Dezember.
    Zeitraum ca. 3 Monate.

    Sinngemäße Befehlsgebung:

    „…aufgrund des Übungszeitraumes von 3 Wochen muss kein Feldpostwesen installiert werden…wird kein Austauschvorrat Bekleidung benötigt…“

    Ganz einfache Auswertung des Auftrages funktioniert nicht mehr. Kein Blick über den Tellerrand mehr.

    Für sich genommen mögen einzelne Maßnahmen/Regelungen jasSinn ergeben, aber ob dies im zusammenwirken mit anderen noch sinnvoll ist, wird nicht hinterfragt.

    Die Mentalität, es sich auf einem Dienstposten bequem einzurichten, sich bloß nicht bewegen, denn wer sich nicht bewegt, macht nichts falsch, hat sich leider in vielen Bereichen breit gemacht. Nicht überall !!
    Und leider ist es häufig einer „Mitentscheiderebene“.
    Das „operative Denken/Handeln“, das „biegen“ der Vorschriften zum Erreichen des Zieles, das durch den Dienstherren vorgegeben wurde fehlt häufig.
    Das „Vorschriftenhörige“ hat in vielen Bereichen überhand genommen.
    Wer erlässt denn die Vorschriften und warum kann man nicht nicht vieles wieder einfacher machen und durch den gesunden Menschenverstand regeln?
    Wir waren einmal eine Auftragsarmee…..

  41. @Versorger:
    Vielen Dank für die schnelle und sehr interessante Antwort.
    Am Ende geht es in jeder Großorganisation eben darum gut zu führen. Warum das in der Organisation, die einmal die dazu notwendigen Grundlagen gelegt hat (Auftragstaktik) nicht mehr gelingt ist wohl wirklich ein tiefgreifendes kulturelles Problem.

    Daher kann ich Ihrem letzten Satz nur zustimmen.

  42. [positive Bewertung Helm, ABC, Stiefel, Winterunterbekleidung]

    +1

    @TrVersBearbr | 28. November 2018 – 11:33
    „Jeder Soldat geplant für NRF/VJTF 2019 erhält folgende Ausstattung: […]“

    Danke für die Klarstellung!

    @alle
    Ich bitte einfach mal darum das ständige Nörgeln und Schlechteren fern der Faktenlage zu beenden.

    Wir haben uns in den letzten Jahren bei der persönlichen Ausrüstung äussert positiv entwickelt. Es ist zwar noch vieles zu tun und gerade bei der querschnitteichen Einführung wird es noch eine Weile dauern (bzw. aus guten Gründen wird manches nicht querschnittlich eingeführt), aber der Weg ist mehr als nur eingeschlagen! Er ist schon ein gutes Stück beschritten…

    @0815 | 28. November 2018 – 18:40
    „Ich glaube sie ihren sich…die M2000 besitzt ein bestimmtes Zeitfenster nach der diese (an LHBw oder altdeutsch STOV-BeklK.)zurückgeliefert werden muss.“

    LOL. Da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Siehe hierzu die Klarstellung von @Hans Dampf | 28. November 2018 – 20:41:
    „Ich glaube, Koffer meinte mit „austauschen“, dass wir keinen neuen Maskentypen benötigen, weil die M2000 schlichtweg gut ist.“

  43. @Koffer | 28. November 2018 – 22:19
    @Hans Dampf | 28. November 2018 – 20:41
    @F_K | 28. November 2018 – 20:52

    Prima! Dann ist doch alles gut und wir einer Meinung :-)

  44. Der Hintergrund ist schlichtweg für einen üblichen Übungsplatzzeitraum von 2 Wochen wenigstens für jeden Tag ein Unterhemd zu haben. Dass bei Übungen durchaus mal Kontakt mit Gelände und eventuellen Flüssigkeiten herrscht, zeigt das 13 Stück eigentlich auch noch zu wenig sind.
    Weiter geht es mit Socken und langer Unterwäsche für den Winter. 2 Wochen lang 5 Paar Socken und jeweils 2x lange Unterwäsche – aber so weit reicht dann der Horizont im BAAIN wieder nicht…

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