Rechnungshof zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr: Alles noch ein bisschen schlimmer (m. Nachtrag)

Der Bundesrechnungshof hat in dieser Woche dem Haushaltsausschuss des Bundestages seine übliche Analyse des Verteidigungshaushalts zugeschickt – zur Begleitung der Verabschiedung des Bundeshaushalts 2018. Die Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Prüfbehörde kommen für die Leser hier nicht vollkommen überraschend: Die Berichte des Verteidigungsministeriums zur materiellen Lage und vor allem zur Einsatzbereitschaft der Streitkräfte seien an vielen Stellen nicht aussagekräftig und gäben kein realistisches Bild der Bundeswehr ab,  heißt es in dem Papier, das Augen geradeaus! vorliegt.

Der Rechnungshof bezieht sich in dabei neben dem Entwurf des Einzelplans 14 für dieses Jahr vor allem auf die Berichte zur Materiallage der Hauptwaffensysteme, die für 2017, 2016, 2015 und 2014 ohnehin kein allzu rosiges Bild zeichnen. Diese Berichte seien aber unzureichend:

Einige Waffensysteme bewertete das BMVg als einsatzbereit, obwohl die Systeme nur zur Ausbildung genutzt werden konnten. Das BMVg sollte in seinen Berichten verdeutlichen, für welche Zwecke ein System einsatzbereit ist. Außerdem sollte das BMVg den Zusammenhang zwischen materieller und personeller Einsatzbereitschaft deutlicher darstellen.

Wenn Personal fehlt, kann die Bundeswehr ihre Waffensysteme nicht wie beabsichtigt einsetzen. Der Bundesrechnungshof empfiehlt außerdem, den Bereich Cyber/IT in die Berichte aufzunehmen, denn nur mit einsatzfähigen Kommunikationssystemen ist die Bundeswehr handlungsfähig.

Über die Analyse des Rechnungshofes hatte zuerst die Bild-Zeitung berichtet. Die Behörde kündigte an, ihre Bemerkungen nach Abschluss der Haushaltsberatungen ohnehin öffentlich zu machen.

Der Rechnungshof nannte exemplarisch einige Hauptwaffensysteme von Heer, Luftwaffe und Marine, um deutlich machen, dass über die bisherigen Angaben des Verteidigungsministeriums hinaus weitere Informationen notwendig sind, um ein umfassendes Bild von der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und den sie bestimmenen Faktoren zu gewinnen.

Dabei bestimmen nicht zuletzt Probleme bei der Ersatzteilversorgung den mangelhaften Klarstand. Zum Beispiel beim Heer, wo der Rechnungshof den neuen Schützenpanzer Puma als Sorgenkind herausstellte:

Im Jahr 2017 verschlechterte sich die Einsatzbereitschaft der Landsysteme des Heeres deutlich und lag nur noch bei 64 %. Erst in seinem aktuellen Bericht räumt das BMVg erstmals Engpässe bei der Versorgung mit Ersatzteilen ein.
Ursächlich für die negative Entwicklung seien aber auch eine deutlich intensivere Nutzung der Landsysteme und die über Jahrzehnte reduzierten Instandhaltungskapazitäten.
Zur Ersatzteilproblematik liegen dem Bundesrechnungshof Hinweise vor, wonach der Bundeswehr die Übertragung der Daten aus ihren Altsystemen in das IT-System SASPF erhebliche Schwierigkeiten bereitet und zeitaufwendig ist. Dadurch verzögere sich die Nachbestellung von Ersatzteilen. Es handele sich um ein komplexes logistisches Problem.
Unter den Landsystemen des Heeres schnitt der Schützenpanzer PUMA in den Jahren 2016 und 2017 mit einer durchschnittlichen materiellen Einsatzbereitschaft von 48 % bzw. 43 % mit Abstand am schlechtesten ab. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um ein neues Waffensystem in der Einführungsphase handelt. Zu den einsatzbereiten Waffensystemen zählt das BMVg auch die bedingt einsatzbereiten. Als bedingt einsatzbereit bewertet das BMVg den Schützenpanzer PUMA schon dann, wenn er für die konzeptionell einfachste Stufe, die Umschulung und Truppenausbildung in der Gruppe, genutzt werden kann. Um die volle Einsatzreife zu erlangen, müssen allerdings noch wichtige Systemkomponenten nachgerüstet werden. Darüber hinaus spricht das Heer von „fehlender Systemstabilität“ des Schützenpanzers PUMA, da er schon während der Ausbildung häufig ausfällt und die hohe Ausfallrate nicht auf eine bestimmte Fehlerquelle zurückzuführen ist.
Das BMVg erwartet die volle Einsatzreife des Schützenpanzers PUMA „nicht vor 2024“. Bis dahin kann er den vor über 40 Jahren eingeführten Schützenpanzer MARDER als Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe nicht ablösen. Vielmehr muss die Bundeswehr die beiden Waffensysteme aufwendig parallel betreiben. Technische Anpassungen des Schützenpanzers MARDER für mehr als 150 Mio. Euro sollen dabei sicherstellen, dass die Bundeswehr ihren internationalen Verpflichtungen bis in die 2020er-Jahre nachkommen kann.
Der Bundesrechnungshof hat darauf hingewiesen, dass sich die Nachrüstung des Schützenpanzers PUMA nach den vorliegenden Vertragsentwürfen bis mindestens zum Jahr 2029 erstrecken wird. In der Vergangenheit kam es insbesondere zu technischen Problemen bei der Anpassung neuer Systemkomponenten. Die daraus resultierenden Probleme im Projektverlauf lassen nicht erwarten, dass künftige Anpassungen zeitgerecht umgesetzt werden können.
Die Bundeswehr sollte deshalb vorsorgen, falls sie den Schützenpanzer MARDER in größerem Umfang als bisher geplant über das Jahr 2024 hinaus einsetzen muss. Dazu gehört beispielsweise, die Ersatzteilversorgung sicherzustellen und damit eine weitere Nutzungsdauerverlängerung erst zu ermöglichen.

Das Problem, dass die Logistik vor allem an der Übertragung der Datenbestände von alten Softwaresystemen in die – schon seit mehr als einem Jahrzehnt in der Einführung befindliche – neue Software SASPF leidet, hat nicht nur das Heer:

Auch bei der Ersatzteilversorgung fliegender Waffensysteme liegen dem Bundesrechnungshof Erkenntnisse vor, wonach der Bundeswehr die Qualität der Daten, die sie aus ihren Altsystemen in das IT-System SASPF übertragen hat, erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Durch fehlerhafte Daten verzögerte sich nicht nur die Nachbestellung von Ersatzteilen, sondern es besteht auch das Risiko von Fehlbeschaffungen.

Nicht einsatzbereit wegen fehlender Ersatzteile, das ist für den Bundesrechnungshof inzwischen schon eine eigene Kategorie. Eine weitere, über die materielle Verfügbarkeit der Waffensysteme hinaus, ist der Mangel an qualifiziertem Personal. Das macht die Prüfbehörde am Beispiel Marine deutlich:

Da die Waffensysteme nur mit einer vollständigen Besatzung eingesetzt werden können, ist neben der materiellen auch die personelle Einsatzbereitschaft entscheidend. Beispielsweise standen nach den Erkenntnissen des Bundesrechnungshofes im Jahr 2017 für sechs U-Boote durchgängig nur zwei vollständige Besatzungen zur Verfügung. Für acht Minenjagdboote gab es nur sechs vollständige Besatzungen. Bei Fregatten, Korvetten, Einsatzgruppenversorgern und Tendern fehlte bis zu 20 % des erforderlichen Personals.
Die Marine hat in bestimmten Bereichen große Probleme, freie Dienstposten zu besetzen. Besonders betroffen sind Elektrotechniker, Marineelektroniker und IT-Systembetreuer. Nach den Feststellungen des Bundesrechnungshofes erreichte der Anteil der unbesetzten Stellen im Mai 2017 bei diesen Berufsgruppen auf einzelnen Einheiten bis zu 80 %.(…)
Die personelle Situation wird auch in den kommenden Jahren angespannt bleiben. So benötigt die Marine mehr als 2 400 Besatzungsangehörige für bis zu 15 neue Fregatten, Korvetten und Mehrzweckkampfschiffe. Dafür muss das Personal rechtzeitig ausgebildet und qualifiziert sein. Einen geringen Teil des Personals wird die Bundeswehr intern rekrutieren können, da ältere Waffensysteme außer Dienst gestellt werden. Weiteres Personal muss sie auf dem Arbeitsmarkt gewinnen. Der Bundesrechnungshof geht davon aus, dass die Personalsituation die Einsatzbereitschaft der Marine weiterhin einschränken wird, wenn es nicht gelingt, das notwendige Personal zu gewinnen.

Fast noch schlechter sieht es in einem Bereich aus, der nach Einschätzung des Rechnungshofes in der Bewertung der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte schlicht vergessen wird: Bei Computern, Kommunikation, Informationstechnik. Dabei sei die Bundeswehr ohne die Spezialisten in diesem Bereich nicht handlungsfähig.

Obwohl die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr in hohem Maße von ihren IT- und Cyberfähigkeiten abhängt, enthalten die Berichte des BMVg zur Einsatzbereitschaft dazu bislang keine Aussagen. Die Bundeswehr benötigt beispielsweise für Auslandseinsätze und Übungen Kommunikationsmittel, um große Entfernungen zu überbrücken. Sie betreibt hierzu u. a. eigene Kommunikationssatelliten. Für die Übertragung von Daten und Sprache setzt sie an den Einsatzorten verlegefähige Bodenstationen ein. Der Bundesrechnungshof stellte in den Jahren 2014 und 2015 fest, dass weniger als 30 % der Bodenstationen einsatzbereit waren. Die geringe Verfügbarkeit der Bodenstationen war im Wesentlichen auf fehlende Ersatzteile und fehlendes Wartungspersonal zurückzuführen. Die Instandsetzung der defekten Geräte dauerte zwischen 6 und 18 Monaten. Weiterhin waren im Durchschnitt weniger als 40 % der für den Betrieb dieser Systeme benötigten Dienstposten mit ausgebildetem Personal besetzt.
Insgesamt fehlt der Bundeswehr für Aufbau, Betrieb und Verwaltung der IT- und Kommunikationssysteme ausgebildetes Personal. Dies liegt überwiegend daran, dass es hierfür nicht ausreichend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber gibt.

Interessant sind da die Aussagen zur Trendwende Personal, die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als eine wesentliche Richtungsentscheidung für die Streitkräfte ausgerufen hat. Zwar lasse der Haushalt, so hebt der Rechnungshof hervor, für das Jahr 2018 einen organisatorischen Umfang der Bundeswehr von 193.700 Soldatinnen und Soldaten zu, darunter rund 180.000 Planstellen für Zeit- und Berufssoldaten – aber der tatsächliche Umfang ist erheblich geringer. In diesem Zusammenhang machte die Prüfbehörde eine erhebliche rechnerische Lücke geltend:

Der Bundesrechnungshof empfahl dem BMVg, seine gesamte Personalbedarfsplanung auf eine tragfähige Grundlage zu stellen. Er wies das BMVg auf das Risiko hin, dass die „Trendwende Personal“ im Wesentlichen ins Leere läuft, wenn es weiterhin die Teilnahme an seinen umfangreichen Kursangeboten zur Gesundheitsförderung auf die Arbeitszeit anrechnet. Der damit verbundene Arbeitszeitausfall entspricht rund 3 000 Vollzeitstellen. Das BMVg klärte nicht, wie es diesen Arbeitszeitausfall ausgleichen kann (Bemerkungen 2016, Bundestagsdrucksache 18/11990 Nummer 3). Der Rechnungsprüfungsausschuss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages (Rechnungsprüfungsausschuss) forderte das BMVg daraufhin auf, zu klären, ob auf Dauer die Notwendigkeit besteht, die Gesundheitskurse auf die Arbeitszeit anzurechnen.

Nun waren die meisten Details, die der Rechnungshof anführt, in der einen oder anderen Form schon öffentlich bekannt – wenn auch selten in dieser Zusammenschau. Für die Zukunft wird es deshalb ein Merkposten, ob und wie sich die Schlussfolgerungen in diesem Bericht auswirken:

• Nach Auffassung des Bundesrechnungshofes geht aus den Berichten des BMVg derzeit nicht hinreichend deutlich hervor, dass einige Waffensysteme nur eingeschränkt einsatzbereit sind. Die Beispiele zeigten, dass das BMVg Waffensysteme als einsatzbereit bewertete, obwohl bei manchen Systemen nicht alle Komponenten verfügbar waren oder Ersatzteile fehlten und die Systeme deshalb nur zur Ausbildung genutzt werden konnten. Generell sollte das BMVg stärker verdeutlichen, für welche Zwecke ein System einsatzbereit ist.
• Fehlende oder eingeschränkte Einsatzbereitschaft ist teilweise (mit-)verursacht durch organisatorische Probleme. Dazu zählen beispielsweise fehlerhafte Daten in SASPF oder Probleme beim Obsoleszenzmanagement. Wenn das BMVg beispielsweise das Obsoleszenzmanagement oder Materialerhaltungskonzepte für verschiedene Waffensysteme vergleicht, kann es herausfinden, welche Maßnahmen sich als besonders wirksam erwiesen haben. Diese Erkenntnisse kann es dazu nutzen, die Verfahren auch bei anderen Waffensystemen zu verbessern. Der Bericht des BMVg sollte auch Aufschluss darüber geben, welche organisatorischen Maßnahmen die Einsatzbereitschaft verbessert haben.
• Die Einsatzbereitschaft der Waffensysteme über deren gesamten Lebenszyklus zu erhalten, ist mit erheblichen Ausgaben verbunden. Daher sollte das BMVg die Life Cycle Costs in seinen Bericht an das Parlament aufnehmen.
• Der Bericht des BMVg stellt keinen Zusammenhang zwischen Aspekten der materiellen und der personellen Einsatzbereitschaft her. Wenn Personal fehlt, kann die Bundeswehr ihre Waffensysteme nicht wie beabsichtigt einsetzen. Außerdem wirkt sich die materielle Einsatzbereitschaft auf die personelle Einsatzbereitschaft aus, wenn Waffensysteme für die fliegerische Ausbildung und Inübunghaltung fehlen. Das BMVg sollte das Parlament über diese Zusammenhänge und die Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der Bundeswehr informieren.
• Nur mit einsatzfähigen Kommunikationssystemen ist die Bundeswehr handlungsfähig. Daher sollte der Bereich Cyber/IT in die Berichterstattung aufgenommen werden. Das BMVg hat mitgeteilt, der Jahresbericht 2018 zur materiellen Einsatzbereitschaft werde auch diesen Bereich umfassen.

Nachtrag: Das Verteidigungsministerium hat zu dem Bericht des Bundesrechnungshofs nach den heutigen Veröffentlichungen Stellung genommen. Bevor ich die Stellungnahme zitiere, muss ich noch ein Beispiel aus dem BRH-Papier erwähnen, das ich oben nicht verwendet habe (es ist nämlich schlicht überholt), das andere Medien aber besonders herausgestellt haben, vielleicht weil es so schön plakativ klingt: Dass die Korvetten zunächst ohne Hauptbewaffnung in See stechen mussten. Das gilt zwar schon seit 2015 nicht mehr in der Schärfe, aber macht sich in der Story natürlich gut.

Die Waffensysteme der Marine umfassen viele unterschiedliche Waffen und Sensoren auf einer gemeinsamen Plattform. Wenn das BMVg die Waffensysteme als „einsatzbereit“ bewertet, bedeutet dies nicht, dass jeweils alle Komponenten vorhanden und einsatzbereit sind:
• Der Bundesrechnungshof stellte fest, dass das BMVg Korvetten der Klasse 130 als einsatzbereit bewertete, obwohl diese lange Zeit nicht über einsatzbereite Lenkflugkörper verfügten. Bis heute fehlt die vorgesehene Aufklärungsdrohne, ohne die das Waffensystem nicht seine volle Leistung erbringen kann.
• Bei älteren Waffensystemen sind häufig einzelne Komponenten veraltet und nicht mehr nutzbar. Der Bundesrechnungshof stellte beispielsweise fest, dass die Bundeswehr die Nutzungsdauer der Fregatten der Klasse 123 verlängern will, ohne veraltete Waffen und Sensoren zu erneuern.
• Teilweise reichen einsatzfähige Komponenten nicht für alle Waffensysteme aus. Beispiel hierfür sind die Radargeräte der Fregatten der Klasse 124.

Nun betont der Rechnungshof im Anschreiben zum Bericht zwar: Hinweise des Bundesministeriums der Verteidigung zum Entwurf des Berichts haben wir berücksichtigt. Aus Sicht des Ministeriums aber wohl nicht genügend, wie dessen Stellungnahme zeigt:

Wir nehmen die Bemerkungen und Kritikpunkte des Bundesrechnungshofes stets zum Anlass, unsere Projekte und Verfahren zu überprüfen und wenn möglich zu optimieren. In diesem Fall teilen wir die die Sachstandsdarstellung des BRH jedoch nicht.
Der BRH bezieht sich auf unseren Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft, den wir jährlich dem Parlament zur Verfügung stellen. In diesem Bericht definieren wir sehr genau, wie sich die Einsatzbereitschaft des Materials darstellt: Einsatzbereitschaft bezieht sich stets auch auf den geplanten Verwendungszweck des betreffenden Materials.
So ist für aus militärischer Sicht ein Schiff einsatzbereit, wenn es für einen bestimmten Einsatzzweck die notwendige Ausrüstung und Bewaffnung besitzt.
Daher werten wir unsere Schiffe, die bspw. für die Anti-Schleuser-Operation SOPHIA vorgesehen sind, als einsatzbereit, auch wenn sie womöglich keine Lenkflugkörper an Bord haben. Denn diese werden bei Operation wie SOPHA, ATALANTA, SEA GUARDIAN oder der Nato-Aktivität in der Ägäis gar nicht gebraucht.
Darüber hinaus sind die Aussagen des BRH zum Personal im Kontext zu unserem Berichts zur materiellen Einsatzbereitschaft per se zu hinterfragen. Der vom BRH angesprochene Bericht zur materiellen Einsatzbreitschaft hat nicht den Anspruch oder die Aufgabe, Personalaspekte zu behandeln. Für die personelle Einsatzbereitschaft stellen wir dem Parlament andere Berichte zur Verfügung.
Zum konkreten Beispiel fehlenden Personals für U-Boot‎e. Zum Zeitpunkt des Berichts war kein U-Boot technisch einsatzbereit gemeldet, derzeit ist es eins. Es liegt auf der Hand, dass Einsatzbereitschaft der verfügbaren Boote nicht am fehlenden Personal krankt.
Erst die in der letzten Legislatur begonnene Transparenzinitiative des Verteidigungsministeriums hat überhaupt dazu geführt, dass das Parlament einen ungeschönten Blick auch auf die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr hat. Diese Berichte nun zu kritisieren und uns vorzuhalten mutet doch merkwürdig an.

Neben dem Ministerium hat sich, vermutlich wegen der Betonung der Marine-Probleme in den Berichten anderer Medien, auch Marineinspekteur Andreas Krause zu Wort gemeldet:

Diese Kritik ist für mich neben der Sache. Natürlich müssen wir grundsätzlich bei der Einsatzbereitschaft besser werden. Aber ‎die Marine war und ist imstande, die Verfügbarkeit von Booten und Schiffen zu gewährleisten, so dass alle aktuellen Einsatzerfordernisse erfüllt werden. Die genannten großen Lenkraketen werden weder im Einsatz gegen kleine Schmuggler- oder Piratenboote, noch bei der Seeraumüberwachung‎ oder Seenotrettung gebraucht. Für die derzeitigen Mandatsaufträge haben wir andere geeignete und auf den Einsatz zugeschnittene Waffensysteme an Bord.
Die Marine hat in den letzten Jahren lückenlos alle eingemeldeten Verpflichtungen voll erfüllt. Andere Behauptungen sind schlicht falsch. Es wird auch unseren Frauen und Männern an Bord der Boote, Schiffe und Flugzeuge nicht gerecht.
Es ist richtig, dass wir einzelne Personalengpässe haben. Allerdings habe ich derzeit sogar mehr Soldaten, die gern in See stechen würden, als ich dafür technisch einsatzbereite UBoote bereitstellen kann. Am Personal scheitert aktuell die Einsatzbereitschaft also nicht.
Außerdem handelt es sich beim kritisierten Bericht um eine reine Aufstellung zum Material. Zum Personal gibt es für das Parlament einen anderen Bericht, in dem alles genau dargelegt wird. Mehr Transparenz geht nicht.

Und da der Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages ging, dazu noch, was ein Haushälter der Opposition dazu zu sagen hat – Tobias Lindner von den Grünen hat sich zu Wort gemeldet:

Es wird deutlich, dass sich Ursula von der Leyen gerne als Meisterin von Transparenz inszeniert, aber tatsächlich sehr fragwürdige Zahlen in ihren Berichten an den Bundestag nennt. Wer Schiffe oder U-Boote als einsatzbereit bezeichnet, obwohl es an Munition oder Personal fehlt, erweckt einen falschen Eindruck gegenüber der Öffentlichkeit. Der Bericht des Rechnungshofes zeigt, dass nach wie vor Missmanagement in vielen Bereichen wie Instandhaltung und Ersatzteilen an der Tagesordnung ist. Die Ministerin kann in einer solchen Situation nicht ernsthaft noch mehr Geld für die Bundeswehr fordern. Sie sollte erstmal im eigenen Haus diese Missstände abstellen und das zur Verfügung stehende Geld richtig und sinnvoll ausgeben.

(Archivbild: Puma im Februar 2016 bei der Ausbildung auf der Schießbahn in Bergen – Bundeswehr/Daniel Dinnebier)

108 Kommentare zu „Rechnungshof zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr: Alles noch ein bisschen schlimmer (m. Nachtrag)“

  • Alex   |   27. Mai 2018 - 2:07

    Die Stellungnahmen sind eher Geständnisse! Die Marine ist doch keine Küstenwache! Wie will man so Nachwuchs anwerben?

  • Thomas Bernhardt   |   27. Mai 2018 - 5:13

    „…so dass alle aktuellen Einsatzerfordernisse erfüllt werden. Die genannten großen Lenkraketen werden weder im Einsatz gegen kleine Schmuggler- oder Piratenboote, noch bei der Seeraumüberwachung‎ oder Seenotrettung gebraucht.“
    Also das ist ein Denken sehr tief in der Box.
    Was war doch gleich der Auftrag der Bundeswehr?

  • IstEgal   |   27. Mai 2018 - 7:04

    Zur Aussage von Admiral Krause: „Die Marine hat in den letzten Jahren lückenlos alle eingemeldeten Verpflichtungen voll erfüllt. Andere Behauptungen sind schlicht falsch.“

    Ja kann man so sehen wenn ein 54m langer Mienenbock mit 47 PX Besatzung gleichwertig zu einer 138m langen Fregatte mit 200 PX ist dann haben wir lückenlos alles erfüllt. Ich verstehe ihn mal so das „grau & schwimmt“ ausreichend ist…

    Wenn es nicht so traurig wäre…….

  • Arno 52249   |   27. Mai 2018 - 10:03

    Ich sehe ein grundsätzliches Problem bei den Streitkräften: Haben wir es nicht mit einer Übertechnisierung zu tun. Muss immer bei allem der neueste Stand an Elektronik eingebaut werden? Und vor allem: Sind diese Geräte/Fahrzeuge überhaupt für ein Gefecht geeignet/ robust genug? Wäre eine größere Anzahl einfacher Kampfmittel nicht besser? So haben andere Armeen z.B. noch die Panzerhaubitze M 109 im Einsatz (USA, Israel…) Kann man nicht einfach solche älteren Baumuster modifiziert nochmal produzieren und ausreichend Ersatzteile bevorraten? Ich vermute, dass viele moderne Waffensystem nur für eine Waffenschau geeignet sind! Bei der Ausstattung ist vielleicht weniger mehr, aber dafür mehr Geschütze (um bei dem Beispiel zu bleiben) . Statt drei Batterien mit 6 Panzerhaubitzen lieber 3 Batterien mit 8 Geschützen in zwei Zügen.

  • Schwertfisch   |   27. Mai 2018 - 10:03

    @ ist egal:
    Neeee, Admiral Krause hat schon recht, beziehungsweise, der Satz stimmt.

    Man beachte: “ lückenlos alle eingemeldeten Verpflichtungen voll erfüllt.“
    Es kommt immer drauf an, was ich als Staat/BMVG SE/Bundeswehr/Marine einmelde…
    Ob es wie bei OEF am Anfang der große Flottenverband vor Djibouti war (dessen Anzahl „damals“ – 2002 fast dem heutigen Gesamtbestand an schwimmenden Einheiten entsprach), oder halt eben dem besagten Minenbock anstelle eines großen „F“…
    Überspitzt gesagt:
    Wenn wir der Nato irgendwann die MARINE 1 in einen Verband einmelden, und sie dann bis dahin kommt, ist die „Verpflichtung voll erfüllt“.
    Ergo – alles grün.

    Dass die Aussage von „ist egal“ allerdings durchaus berechtigt ist, zeigt die geringe Anzahl an eingemeldeten Einheiten.
    Noch vor knapp 10 Jahren war es STANDARD, dass zusätzlich zu den Einsätzen fuhr:
    – min 2 Dickschiffe (Fregatte oder Versorger) in BEIDEN SNMG
    – Min 2 Minenböcke / Tender in den Ständigen Minenabwehrverband.
    – Einsatzausbildungsverband Flotte (zur OA-und Eigenausbildung)
    – Gorch Fock
    Bis 2004/2005 noch die „Bereitschaftsboote Ostsee“, BBO
    Parallel wurde dazu noch OEF gefahren; mit zwei Einheiten

    Dass die Helo-fähigen Schiffe in den Einsätzen Hubschrauber dabei hatten, ist selbsterklärend… (oder auch nicht mehr…)

    Da aber inzwischen „alles was Grau und schwimmfähig ist“ (nein, ich meine nicht die
    Besatzungen!!! Die ärgern sich maximal schwarz!), in die Einsätze gemeldet wird und dort fährt –> erfüllen wir die Verpflichtungen…

  • istwieesist   |   27. Mai 2018 - 10:05

    Schmunzel, `kein allzu rosiges Bild zeichnen`, es scheint eher ein rostiges Bild zu sein welches gezeichnet wird.

  • klabautermann   |   27. Mai 2018 - 10:21

    Uff, widersprach sich der alte Häuptling. Man könnte fast glauben, dass Radio Eriwan einen neuen Kommentator hat. ;-) si tacuisses,………..
    Und das Information Silo BMVG verteidigt sein Stovepipe Reporting System als „transparent“…..ganz schön durchsichtig in der Tat/IRONIC
    Nach wie vor rein zweidimensionales, hierarchisch-zentralistisches Management – einfach nur gruselig.

  • Helmchen   |   27. Mai 2018 - 10:42

    Allein die Aussagen von BmVg und Inspekteur muss doch bei den Marinierten zu innerer Kündigung führen. Das ist ja nichts anderes als der sprichwörtliche Schlag ins Gesicht für alle, die sich noch freiwillig auf den Pott stellen, um im „Dauereinsatz“ durch die Welt zu schippern.

    Man habe kein Personalproblem da man mehr Personal habe als U-Boote? Logisch wenn 5 von 6 nicht fahren, dann hab ich auch mit 2 Mannschaften „genug Personal“.

    Kriegsschiffe ohne Raketen, ohne funzende Radare, ohne Hubschrauber und mit Betriebsstundenzählern die vor dem „midlife-upgrade“ im tiefroten Bereich stehen.
    Das sind doch alles Tatsachen, wie kann man das ernsthaft wegdiskutieren wollen?

    Da ist man bei den Aussagen nicht mehr beleidigt, man fühlt sich (meines Erachtens deutlich berechtigt), verarscht.

    Man merkt es nicht heute, man merkt es nicht morgen – aber das Personal kündigt. Erst innerlich, dann mit Ablauf Zeitvertrag. Weil BS wird sich vom relevanten Bestandspersonal wohl kaum einer antun – ohne Sicht auf Besserung.

    All dieses Lavieren wird mittelfristig die Personalproblematik noch verschlimmern.

  • Koffer   |   27. Mai 2018 - 11:29

    @UmPp | 26. Mai 2018 – 23:20
    „Anekdote: Ich gehe zur „Einkleidung“. Ich musss in den Einsatz. Egal wohin.
    Fazit: Keine richtige Größe für Schuhe. Keine Kniehschoner. Keine Combatshirts. Keine Weste etc. etc.“
    Ist nicht meine Erfahrung. Weder meine persönliche, noch in Bezug auf die Soldaten, die ich in den letzten 10 Jahren in den Einsatz geschickt habe.

    Aber ich denke, dass ist hier auch OT…

    „Selbst Nationen, die „nicht so reich sind“ lachen über uns.“

    Hmm, also wenn ich so nach rechts und links schaue, dann geht es sehr, sehr wenigen derzeit besser als uns.

    Den Amis natürlich. Aber selbst die POL, die derzeit viel ausgeben, müssen auch einiges nachholen. Und FRA, BEL, GBR, AUT zB geht schon seit längerem auf dem Zahnfleisch…

    Nicht das das UNSERE derzeitige, schlechte Situation in irgendeiner Weise besser machen würde :(

  • Voodoo   |   27. Mai 2018 - 11:54

    @ T.W.

    Ist mein Kommentar von gestern Abend (nach dem Update vom Insp Marine) evtl. im Spam-Filter hängengeblieben? Ging in die ähnliche Richtung wie der vom @klabautermann.

    [War im Spam-Filter und ist jetzt freigeschaltet; sorry. T.W.]

  • IstEga   |   27. Mai 2018 - 12:21

    @Helmchen

    +1 Treffer versenkt!

  • Der Realist   |   27. Mai 2018 - 12:31

    Ich denke, ein Teil der schlimmen Ersatzteilsituation ist der Tatsache geschuldet, daß wir unsere Muster extrem lange einsetzen.

    Bei 30 bis 40 Jahren Einsatzzeit können manche Ersatzteile vom Hersteller nicht schnell geliefert werden, weil sie erst teuer produziert werden müssen.

    Manchmal gibt es nicht mal mehr den eigentlichen Hersteller, weil der aufgekauft wurde…

    Wir müssen bei Helikoptern und Flugzeugen auch dazu kommen, kleinere Tranchen von mehr Mustern als aktuell zu kaufen. Das Risiko, bestimmte Ersatzteile nicht mehr geliefert zu bekommen, beschränkt sich dann nur auf einen kleinen Teil der Muster.

    Das ist natürlich auf den ersten Blick teurer, auf den zweiten aber nicht unbedingt, da ich bei geringeren Gesamtstückzahlen bei mehr Mustern eine höhere Einsatzbereitschaft hätte.

    Beispiel hierzu u.a. Schweden, die NH90 und UH-60 parallel betreiben, weil sie mit der Strategie, nur den NH90 zu betreiben, nicht erfolgreich waren.

    Darum wäre ich auch sehr unglücklich mit der Wahl des EF als einzigem Kampfflugzeug für die Luftwaffe bis das FCAS verfügbar ist.

  • klabautermann   |   27. Mai 2018 - 13:07

    @Helmchen | 27. Mai 2018 – 10:42

    Kann Ihnen nur zustimmen.
    Die Stellungnahmen des BMVg und von Admiral Krause sind einfach nur als katastrophal zu bezeichen, insbesondere mit Blick auf die Binnenwirkung.
    Keinerlei Reflexion der Reflexe, sondern innerhalb von Stunden Ablehnung eines Berichtes, in dem sehr viel belegbare Rechersche steckt, und mit dem sich z.Bsp. ein KzS Horn eher identifizieren kann als mit dieser Stellungnahme von Adm Krause.
    Realitätsverweigerung pur an der Führungsspitze der Streitkräfte. Die Realitäten müssen einfach in die Konzepte geschwafelt werden, koste es was es wolle.
    Keinerlei Fehlerkultur, bzw. konstruktive Selbstkritik. Der BRH sollte einmal den InspM fragen, ob er angesichts seiner eigenen Einschätzung in Sachen reale Einsatzbereitschaft Marine noch immer an solchen Konzepten wie „Mehrfachbesatzung“ und „Intensivnutzung“ gedenkt fest zu halten.
    Dabei ist der BRH noch ziemlich milde mit den Streitkräften umgegangen, denn er hat den Enabling Factor zwischen Material und Personal in Sachen EinsatzFÄHIGKEIT weitestgehend ausgespart: die Ausbildung – gerade im Bereich Schlüsselpersonal.

  • Zimdarsen   |   27. Mai 2018 - 13:15

    @Der Realist

    „Ich denke, ein Teil der schlimmen Ersatzteilsituation ist der Tatsache geschuldet, daß wir unsere Muster extrem lange einsetzen.“

    Warum haben wir die Probleme dann auch bei allen Neusystemen und da noch extremer?

    „Bei 30 bis 40 Jahren Einsatzzeit können manche Ersatzteile vom Hersteller nicht schnell geliefert werden, weil sie erst teuer produziert werden müssen.“

    Logistisch ist ein altes Waffensystem eine geringere Herausforderung, denn es ist bekannt, wann was zu ersetzen ist und für die Engpassteile hält sich jede Streitkräft Werften oder besondere Betriebe. Dass man diese zertrümmert hat ist die Ursache für die meisten Probleme in der Versorgung.
    Es sollte ja billig werden und nicht günstig.

    „Manchmal gibt es nicht mal mehr den eigentlichen Hersteller, weil der aufgekauft wurde…“

    Na und?

    „Wir müssen bei Helikoptern und Flugzeugen auch dazu kommen, kleinere Tranchen von mehr Mustern als aktuell zu kaufen. Das Risiko, bestimmte Ersatzteile nicht mehr geliefert zu bekommen, beschränkt sich dann nur auf einen kleinen Teil der Muster.“

    Nein das Problem haben alle, nur immer bei einem anderen Teil.

    „Darum wäre ich auch sehr unglücklich mit der Wahl des EF als einzigem Kampfflugzeug für die Luftwaffe bis das FCAS verfügbar ist.“

    Nicht ganz, denn man muss das NATO weit sehen und da bieten EF und Tornado genau deshalb einen Vorteil, denn der Rest setzt auf F-35 und gibt sich genau in diese Abhängigkeit.

  • Holzi   |   27. Mai 2018 - 13:28

    @ Jochen: Danke für den WamS-Tipp. Herr Jungholt beschreibt im Kern das, was hier bei AG seit längerem diskutiert wird. Gut, dass das mal wieder eine große Tageszeitung erreicht. Und wie ich bereits schrieb: für uns hier nicht Neues.

  • Der Realist   |   27. Mai 2018 - 14:42

    @ Zimdarsen

    Ich schrieb, daß ein Teil der Situation dadurch verursacht wird.

    Der andere Teil wird dadurch verursacht, daß wir generell zu wenig Ersatzteile bevorraten.

    Es ist wenig überraschend, daß im Lifecycle eines Musters am Anfang und am Ende die Einsatzbereitschaft am schlechtesten ist. Das ist normal.

    Nur manchmal, gerade im Elektronikbereich, muß man auch bereit sein, diese zu ersetzen, obwohl sie noch funktiiniert, weil der Tag sehr schnell kommt, an dem sie so veraltet ist, daß man keine Komponenten mehr bekommt.

    Ich schrieb auch, daß ich hoffe, daß wir weiterhin 2 Muster betreiben und nicht nur den EF. Da stimmen Sie mir also zu indem Sie den Tornado ebenfalls nennen?

  • Memoria   |   27. Mai 2018 - 15:16

    Wenig überraschend betont das BMVg erneut, dass alle Einsätze geleistet werden können. Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass der Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft eben keine Perdonallage umfasst.

    Aber alldas lenkt nur vom echten Problem ab:
    Die Einsätze und (!) einsatzgleichen Verpflichtungen der Bw insgesamt sind mit dem geplanten Finanzrahmen nicht realisierbar. Der WamS-Artikel zeigt auch gut auf, dass das Kernproblem dabei die schlechte Verhandlung des Koalitionsvertrages durch vdL ist.

    Nunmehr scheint das Heer zu versuchen im Rahmen der parlamentarischen Haushaltsberatungen die Grundlagen für die Erfüllung der NATO-Verpflichtungen zu erhalten. Bemerkenswert – die Marine scheint das Vorbild zu sein.

    Die Weichen für 2023 werden also bis zum Ende der Haushaltsberatungen in diesem Jahr gestellt.

  • 0815   |   27. Mai 2018 - 16:49

    Gottlob untersteht der Bundesrechnungshof nicht auch dem Netzwerk vdL. Ansonsten würde da ja nur alles „Schöngeredet“ oder Medial ausgebeutet ;-)
    Das sich die Verantwortlichen im BmVg nicht schämen…..

  • Trevor Faith   |   27. Mai 2018 - 17:03

    Der Zustand der Bundeswehr ist eine logische Konsequenz aus der Tatsache, daß Jahrzehnte lang „Tauben“ in der obersten Führung (politisch wie militärisch) vertreten waren, wo doch „Kettenhunde“ erforderlich gewesen wären.

    Ich frage mich jedoch immer, wo waren die Mitglieder des Verteidigungsausschuss und was diese eigentlich all die Jahre so gemacht haben? Es ist nämlich auch deren Aufgaben, die Arbeit der Regierung zu kontrollieren und Defizite öffentlich zu bemängeln.

  • Eisenstein   |   27. Mai 2018 - 17:28

    Laut Sebastian Sprenger vor fünf Tagen in DefenseNews,

    finden heute 70% der von den Marinefliegern geflgenen Stunden im Simulator statt, die anderen 30% werden real geflogen von neuen Piloten.

    Desweiteren schrieb er das für die P 3c Orion (8 Maschinen) nur 5 Besatzungen vorhanden sind. Nun da hier nur immer eine kleine Zahl einsatzfähig ist, Maschinen in Umrüstung und Wartung sind langt dies sicher für die P 3c Orion-

    Für den Sea Lynx, (22 Maschinen?) gibt es nur 4 Besatzungen (Einsatzbereit ?) von der Sollzahl 12 Besatzungen.

    Beim Sea King (21 Maschinen?) magelt es an Ersatzteilen und es sind nur 6 Besatzungen (Einsatzbereit ?) von benötigten Sollzahl von15 Besatzungen vorhanden.

    Wie Bitte will man damit Hubschrauber für die Versorger, Fregatten bereit stellen?
    Hat doch ein Versorger Platz für 2 Sea King, eine Fregatte für 2 Sea Lynx welcher nicht einmal über Eloka verfügt, somit weder erfassen kann ob er gerade erfasst wird, keine Flares besitzt. Braucht man alles nicht!

    Wird erst mit dem NH-60 Sea Lion verfügbar, der Sea Lynx ist veraltet. Weiß jemand ob von den Sonaren eigentlich noch welche einsatzbereit sind, aber im Dipping kann er eh keine Topedos mitführen, zu wenig Reichweite…

    Das alles ist ein Witz?

    Wenn ich 6 U-Botte 212 besitze aber nur für maximal 2 Besatzung stellen kann wofür brauche ich dann weitere 2 U-Boote mit größerer Reichweite in einer gemeinsamen Beschaffung mit Norwegen?

    Es stimmt scheinbar nichts mehr und es ist nur die Spitze vom Eisberg!

    Wo will die Marine das nötige Personal gewinnen?

  • MA   |   27. Mai 2018 - 17:51

    “ Einsatzbereitschaft bezieht sich stets auch auf den geplanten Verwendungszweck des betreffenden Materials. So ist für aus militärischer Sicht ein Schiff einsatzbereit, wenn es für einen bestimmten Einsatzzweck die notwendige Ausrüstung und Bewaffnung besitzt.“

    Wenn diese Stellungnahme des BMVg auf andere Gefechtsfahrzeuge übernommen wird, wird deutlich, warum in der bewegl. Befehlsstelle (BOXER) des Kdr DEU Gefechtsverband IVJTF 2015 Kunstrasen verlegt war.

    Er sollte ja nur Golf spielen (scnr). Denke er hat eine steile Karriere im BMVg vor sich.

    [Hm, auf wen bezieht sich der letzte Satz? Auf den Kommandeur des damaligen deutschen Gefechtsverbands? Wäre bisschen unfair, oder? T.W.]

  • Memoria   |   27. Mai 2018 - 19:50

    In der morgigen FAZ wird erneut das Thema NeuSAK und die damit verbundenen Probleme (Alpha-Schießstände und fehlender Schutzwesten, etc) , sowie, deswegen nicht erfüllbar Ausbildungsziele in der GA dargestellt.
    Mit Auswirkungen bis hin in die VJTF 2019.

    Erneut negiert das BMVg die Probleme.
    Fehlerkultur wie immer:
    PrInfoStab korrigiert ZgFhr bezüglich Truppenalltag.

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer….

    [Ist ja leider hinter Paywall, die FAZ-Geschichte, deswegen weiß ich nicht, ob die mehr haben als ich schon im Februar geschrieben habe:

    https://augengeradeaus.net/2018/02/schiessen-wie-die-profis-aber-schiessstand-gesperrt/

    T.W.]

  • ehemaliger Bundeswehrunterstützer   |   27. Mai 2018 - 20:02

    Puhhh, also mein Beileid an jeden Soldaten. Die Bundeswehr zählt scheinbar zu den schlechtesten Arbeitgebern, die es in Deutschland gibt.

    Die ganze Welt lacht nur noch über die Bundeswehr, mich eingeschlossen.

    Währenddessen fliegt die „verhasste“ F35 die ersten Kampfeinsätze und hat bei Red Flag im Verhältnis 20:1 alles vernichtet, den Eurofighter eingeschlossen. Aber Deutschland braucht die F35 ja nicht! xD

  • Elahan   |   27. Mai 2018 - 20:13

    @Arno 52249

    „Ich sehe ein grundsätzliches Problem bei den Streitkräften: Haben wir es nicht mit einer Übertechnisierung zu tun. Muss immer bei allem der neueste Stand an Elektronik eingebaut werden?“

    Es kommt darauf an, was man mit der Beschaffung bezwecken will.

    Wenn man Schlagkraft möchte, dann sollte man mit robustem, bewährtem, versorgaberem und beherrschbarem Gerät arbeiten. Der Rest sollte in die Erprobung und Musterverbände bis zur Beherrschung.

    Aber der Zweck unserer Plattformen nach 1990 wahr mehr Wirtschaftsförderung und Symbolpolitik, gekreuzt mit Reformen/Reduzierungen (für die Wirtschaft unkalkulierbar).

    Der Tornado könnte mit ASST A4.x noch bis 2035, wenn man will und das günstiger uns schlagkräftiger als F-35 die nächsten 10Jahre (Einführung Bw (oder Vergleichsmuster und CR-Status 20Jahre).

  • Insider   |   27. Mai 2018 - 20:30

    Wenn ich diese Fake News dieses komischen Admirals lese, muss ich mich echt zurückhalten.
    Klar, wenn ich kein einsatzbereiten U-Boot habe dann reicht mir auch eine Besatzung. Ich glaube langsam, das die U-Boote extra als Ausfall gemeldet werden, damit man das fehlende Personal kaschieren kann und sich somit elegant aus Einsätzen abmelden kann
    Und solche Vögel haben Führungsverantwortung. Unglaublich.

    [Wieder mal die Bitte: Am Ton könnten wir noch arbeiten. T.W.]

  • Memoria   |   27. Mai 2018 - 22:52

    @T.W.:
    Neu sind aus meiner Sicht die Darstellungen zu den praktischen Auswirkungen des Ausbildungsstandes zum Ende der Grundausbildung und somit der Einsatzbereitschaft der Stammtruppenteile bis hin in die VJTF 2019. Eine Zusammenfassung findet sich bei bild.de unter „Schießübungen oft nicht möglich“.

    Eben auch eine Frage der personellen Einsatzbereitschaft.

  • Elahan   |   28. Mai 2018 - 7:18

    „Bundeswehr-Soldaten können wegen fehlender Schutzwesten oft ihre Schießausbildung nicht richtig durchführen.“ (Bild)

    ………fehlendem Gehörschutz, fehlendem Ausbilder, fehlendem Schießstand, fehlender Waffen, fehlender Munition.

    Dazu der passende Spruch eines Stabsoffiziers. Wenn Sie schießen wollen, gehen Sie doch in einen Schützenverein. Mann mit Weitblick, denn wenigstens für die Pistole ist das ein sehr guter Rat, denn da geht man hin (meist am eigenen Ort) und schießt.

  • FpunktR   |   28. Mai 2018 - 8:06

    Zusamengefasst: das Bundeswehrauto fährt mit 200km/h nachts über die leere Autobahn. Der Beifahrer (Rechnungshof) weist den Fahrer (BMVg) mit Sorge daraufhin dass die Bremsflüssigkeit leer sei. Jetzt kontert der Fahrer: es sei irrelevant, da ja derzeit keine anderen Autos zu sehen sein. Weiterhin blafft er den Beifahrer an dass ihn das überhaupt nichts angeht – schliesslich fährt er ja nicht, und von Bremsen hat er sowieso keine Ahnung. —- Die Reaktion des BMVg und InspM ist m.E. nichts weiter als eine Bestätigung dieses bedauernswerten Zustandes… sad but true

  • WB   |   28. Mai 2018 - 8:42

    Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich gelacht.
    Der BRH hat qualifiziertes Personal, das sich aus der Bundeswehr verabschiedet hat. (Obwohl jene genau dieses Personal bräuchte. Und natürlich nehmen diese Personen auch das ganze Hintergrundwissen mit.) Insofern ist die Analysefähigkeit beim BRH gegeben und die Ergebnisse sind zutreffend. Schade nur, dass das Personal wohl bundeswehrintern kapituliert hat und keine Perspektive mehr sah.

  • f28   |   28. Mai 2018 - 10:14

    [Ist ja leider hinter Paywall, die FAZ-Geschichte, deswegen weiß ich nicht, ob die mehr haben als ich schon im Februar geschrieben habe:
    https://augengeradeaus.net/2018/02/schiessen-wie-die-profis-aber-schiessstand-gesperrt/
    T.W.]
    ich habe mal hinter die PayWall geschaut: in der Sache in der Tat eigentlich nix Neues im Vergleich zu Ihrem Beitrag.
    Interessant allerdings die überdeutlichen Hinweise darauf, dass die Berichte aus der Truppe den Beschwichtigungen aus dem Verteidigungs-Mysterium massiv widersprechen.
    Beispiel: Das Mysterium verweist darauf, dass zur Problemlösung ja auf andere Schießstände ausgewichen werden könne, wenn auch mit längeren Anfahrtzeiten. Also alles easy.
    Der Troupier sagt dazu: was nützt mir der freie Schießstand am Freitag nachmittag in 200 km Entfernung, wenn alle Soldaten schon wieder zu Hause sind und wg. Arbeitszeitverordnung keine Überstunden aufgebaut werden können?
    Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Vermutlich aber sehr viel näher an der Aussage des Troupiers als bei der des Pressesprechers. Rate ich einfach mal ;)

  • Metallkopf   |   28. Mai 2018 - 10:23

    „da geht man hin (meist am eigenen Ort) und schießt…“

    Man tut sich allerdings oft schwer, einen zivilen Verein am eigenen Ort zu finden, der tatsächlich militärische Ausbildungs- und/oder Wertungsübungen nSAK auf dem eigenen Stand anbietet. Tipp für Stabsoffiziere mit Weitblick: Die Mühe kann man sich idR getrost sparen!

    Wie hieß es in der ehemaligen ZDv so schön? „Ständiges Üben ist erforderlich, um eine sichere Handhabung der Handwaffen und eine Automatisierung der Bewegungsabläufe beim Schießen zu erreichen.“

    Funfact: Probieren Sie mal, auf einem zivilen Kurzwaffenstand „Klar zum Gefecht“ zu machen und die fertig geladene und entspannte Pistole zu holstern. Dasselbe gilt für die inzwischen vorschriftsmäßige Störungsbeseitigung bei Zündversagern („1. Magazin einrasten/prüfen, um dessen festen Sitz sicherzustellen, 2. durchladen und 3. den Auftrag weiter fortsetzen.“) Da fliegt wegen 2. voraussichtlich zuerst dem zivilen Schießwart gepflegt der Draht aus der Mütze und man selbst achtkantig vom Stand, wenn man das nicht umgehend sein lässt! Von verbotener Übung unter Einsatz militärischer Ausrüstung wie Weste, etc. ganz zu schweigen.

    Auf zivilen Ständen kann ich also grundsätzlich auch nur „zivil“ schießen und mir bestenfalls einen IPSC-Verein suchen, wenn ich eine etwas „praxisnähere“ Schießfertigkeit erreichen will, die jedoch immer noch wesentliche Abweichungen zum Ablauf des nSAK-Schießens aufweist. Das beinhaltet folgerichtig, dass ich nSAK privat auf dem Vereinsstand gar nicht so trainieren kann, wie ich es eigentlich muss, um die militärischen Abläufe und Handgriffe auch im Detail sicher zu beherrschen. Wenn ich aber auf dem zivilen Stand die zivilen Abläufe zum Waffenhandling drillen muss, damit nicht ständig um mich herum alle ausflippen, übe ich an dieser Stelle effektiv das Falsche ein und muss bei der Truppe dann immer wieder das Eingeübte „umlernen“ und auf „Bw/nSAK“ umstellen, und erhöhe dadurch meine Fehlerwahrscheinlichkeit.

    Klingt doof, ist es auch… Wem es als Reservist nur darum geht, dass es regelmäßig „Peng!“ macht und man mit einer Waffe einigermaßen zuverlässig Löcher in Scheiben praktiziert, für den ist der Tipp vielleicht tatsächlich praktikabel. Aber es geht doch gerade darum, dass der Dienstherr kaum mehr für die Gesamtheit der aktiven Truppe die entsprechenden Möglichkeiten bietet, einsatzgerecht zu üben, um ihre IGF zu erhalten. Es reicht offenbar noch gerade so für die Kameraden, die in den Einsatz gehen… Und die haben verständlicherweise auch Priorität auf den verfügbaren Ständen.

    Befriedigend ist das freilich alles nicht.

    Nebenbei für die Kameraden von der PzTrp: Man kann mit mydays in Tschechien auch privat stundenweise T-55/T-72 fahren…

  • obibiber   |   28. Mai 2018 - 11:10

    vielleicht muss man auch etwas anders an die Sache rangehen… und nicht die komplette Bundeswehr in der Breite auf einmal um ein paar Prozent verbessern…
    sondern lieber 6 Leuchtturmprojekte in den nächsten 5 Jahren zu 100% erfüllen. Für diese soll dann der finanzielle Spielraum keine Rolle spielen
    Diese Projekte könnten sein:
    1) VJTF2019 so gut wie möglich
    2) VJTF2023 (mit PUMA) vollausgestattet und 100% einsatzbereit aus komplett eigenen Mitteln, genug Ersatzteilen und Munition für 60 Tage Konflikt“
    3) 24 x 100% einsatzbereite A400M bis 2022
    4) 60 x vollausgestattete MultiRole (mit Iris-T, Meteor, GBU54, GBU48, erste Brimstone 2, erste AESA Radare) Eurofighter … auch ausreichend Ersatzteile und Flugkörper für 30 Tage Einsatz in Übersee
    5) 6 einsatzbereite U212 bis Ende 2020 inkl Besatzung
    6) Verfügbare 12 von 16 Überwassereinheiten (F123,F124,F125,K130) inkl ausreichend FK, VTOL Drohnen und Besatzung

    wenn das alles bis Ende 2022 erreicht werden würde könnte man ja schon sagen dass man viel erreicht hat!!!

    parallel muss man die Beschaffungsprozesse wieder sinnvoll vereinfachen!

    Außerdem darf die persönliche Ausrüstung/Grundausstattung der Soldaten (Kleidung, Schutzweste, Gewehr)… kein Problem sein… diese verursacht vermutlich mit Abstand am wenigsten Kosten… und die Probleme hier sind sofern der Wille da ist sehr schnell zu beseitigen!!

    des Weiteren müssten langfristige Investitionen auf den Weg gebracht werden (STH, Nachfolger Tornado, Entwicklung Nachfolger Eurofighter, Nachfolge Patriot, Heer 2028/2032, Digitalisierung)… die Mittel hierfür werden wohl erst größtenteils ab Mitte der 2020er bis Mitte der 2030er benötigt…

    gerade bei diesen Projekten macht es aber auch Sinn kein großes Risiko einzugehen:
    beim STH sollte man den CH47 wählen (weil halb so teuer in Beschaffung und Betrieb und funktioniert sofort) …

    Tornado Nachfolger = Eurofighter Tranche 4 mit 50-70 Maschinen

    Nachfolger Eurofighter = D/F Projekt … Zulauf für D erst ab 2040… dann aber bitte gleich Serienreif und keine Weiterentwicklung im Betrieb

    Nachfolge Patriot = KWS Patriot mit neuen Radaren, neue FK (PAAC4) und Integration Iris-T SL und SLM mit nahtlosem Übergang zur Heeresflugabwehr (35mm + Iris-T auf Boxer)… wichtig ist hier dass die Haupt-Flugkörper sehr viel günstiger sind als die aktuell eingesetzten… PAAC4 vs PAAC 3 MSE = 0,4 vs 2,5 Mio € … Iris-T kostet auch 10 Mrd € (von aktuell bisschen mehr als 4Mrd €) ansteigen…am besten bis Ende 2022…
    außerdem sollte Instandhaltung sich verdoppeln…
    das sind meiner Meinung nach die relevanten Größen… und nicht die Frage ob 1%, 1,5% oder 2% am BIP

  • obibiber   |   28. Mai 2018 - 11:35

    #Fehlerteufel

    „Iris-T kostet auch 10 Mrd € (von aktuell bisschen mehr als 4Mrd €) ansteigen…am besten bis Ende 2022…
    außerdem sollte Instandhaltung sich verdoppeln…
    das sind meiner Meinung nach die relevanten Größen… und nicht die Frage ob 1%, 1,5% oder 2% am BIP“

    #Korrektur:
    Investitionen sollten auf 10 Mrd € (von aktuell bisschen mehr als 4Mrd €) ansteigen…am besten bis Ende 2022…
    außerdem sollte Instandhaltung sich verdoppeln…
    das sind meiner Meinung nach die relevanten Größen… und nicht die Frage ob 1%, 1,5% oder 2% am BIP

  • Zivi a.D.   |   28. Mai 2018 - 11:47

    @Obibiber: Das scheint mir am Problem vorbei zu gehen. Jedenfalls von Außen her betrachtet ist der entscheidende Flaschenhals das Personal: Rein zahlenmäßig zu wenig Köpfe und in Köpfen/Händen zuwenig an praktisch anwendbarer technischer Kompetenz für Betrieb und Wartung der Systeme. Und diese Defizite korrespondieren mit den Ungleichgewichten bei den Bewerberzahlen, die (so aus der Erinnerung heraus) bei den Interessenten auf der Offiziersebene bei Größenordnungen um 8:1 (und höher) liegen soll, bei den Uffzen (mit und ohne P) bei etwa 2,5:1 und bei den Mannschaften so gerade 1:1 zu den vorhandenen Stellen (falls ich das grundsätzlich falsch erinnere, bitte ich die Experten um die richtigen Größenordnungen). Das ist eine Schieflage: Offenbar wird zuviel in die Häuptlinge in spe gesteckt wird und zuwenig in die einfachen Krieger die im Alltag das Material in die Hand nehmen. Umsteuern hieße: Etwas mehr Aufmerksamkeit und Mitteleinsatz zugunsten der Uffze und Mannschaften umlenken.
    Wenn man Kompetenz in Uniform haben will, muss man entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen. Das könnte praktisch durch den (Wieder-?) Aufbau eigener Werkstattkapazitäten passieren mit entsprechenden Anteilen ziviler Beschäftigung. Da könnte Know-How ausscheidender Zeitsoldaten für die BW erhalten bleiben und solche Betriebe könnten ohne weiteres zivile Ausbildungsstellen anbieten (Mechatroniker, Maschinenschlosser, Elektriker, . . . was nötig&sinnvoll machbar ist). Damit würde in kleinem Rahmen das Problem „BW in den Schulen“ umgangen weil die BW selbst zivile Ausbildung anbietet. Die Vorteile bei der Rekrutierung und das insgesamt verbesserte technische Niveau innerhalb der BW müssten dem reinen Kostenargument im Hinblick auf die konkreten Wartungen und Reparaturen (das ohnehin nicht so recht überzeugt angesichts der Resultate der Vergabe an „die Wirtschaft“) gegenübergestellt werden.

  • Pio-Fritz   |   28. Mai 2018 - 12:40

    @Zivi a.D. | 28. Mai 2018 – 11:47

    Eine Wiederbelebung der Instandsetzungstruppe oder Depotwesen im Nachschub sind kurz- bis mittelfristig utopisch, dafür hat man das zu gründlich runtergefahren.

    Eine mögliche Lösung wäre, die Truppe statt wie momentan mit 70% und jetzt geplanten 100% des benötigten Materials und Großgeräts mit z.B. 130% Sollausstattung zu versehen.
    Das würde die Industrie motivieren, mehr Produktions- und Instandsetzungskapazitäten vorzuhalten, eine vernünftige Ersatzteilbevorratung zu haben und die Truppenteile, die Gerät in die Inst abgeben müssen, haben Reserven. Diese könnte man dann für Aufwuchs LV/BV planen.

    Die Auslagerung auf die Industrie ist ein durchaus gangbarer Weg, man muss sich nur von Kleinserien und Kleinstbestellungen (2 Ketten, 3 Seitenvorgelege etc.) verabschieden. das ist nicht attraktiv, dafür fährt keiner seine Produktion hoch.

  • Mackiavelli   |   28. Mai 2018 - 12:42

    @ Zivi a.D.
    Die schlechten Bewerberzahlen für den einfachen (Mannschafter) und mittleren Dienst (U.o/m.P) sind nicht deswegen so schlecht, weil man die Prioritäten hin zu den Offizieren verändert hätte.
    Fakt ist, die Bewerberzahlen sind in allen Bereichen zurückgegangen. Die Quote für Offizierbewerber auf offene Stellen lag vor 15 Jahren etwa bei 14:1 (und das obwohl die Zahl der Stellen inzwischen auch kleiner geworden ist).

  • MikeMolto   |   28. Mai 2018 - 12:46

    @ Zivi a.D. | 28. Mai 2018 – 11:47

    ‚Man‘ hat offenbar einen Teil Ihrer Forderungen als richtig erkannt. Das Marinearsenal in Kiel wird wieder aktiviert/aufgebaut.
    Wie weit die ehemalige Sachkompetenz wieder erreichbar sein soll und wird wissen allerdings die Goetter.
    Vielleicht ist das ja auch nur eines der erprobtenten Deckmaentelchen-Manoever des BMVg/BAAINBw

  • Der Realist   |   28. Mai 2018 - 13:51

    Mackiavelli schriebe

    „Fakt ist, die Bewerberzahlen sind in allen Bereichen zurückgegangen. Die Quote für Offizierbewerber auf offene Stellen lag vor 15 Jahren etwa bei 14:1 (und das obwohl die Zahl der Stellen inzwischen auch kleiner geworden ist).“

    Und dafür sollte man die Ursache suchen…

    Ich denke, ein Teil der Ursache liegt im Einsatzprofil der Bundeswehr.
    Nicht jeder ist bereit, einer Streitkraft beizutreten, die sich immer mehr vom eigentlichen Auftrag entfernt. Der Verteidigung Deutschlands und der NATO-Partner.

    Das muß man akzeptieren. Die Bevölkerung sieht das auch sehr gespalten und nicht wenige wünschen sich eine Rückbesinnung zur alten Rolle der Bundeswehr.

    And eine Rückkehr zur Wehrpflicht (und natürlich auch Ersatzdienst) würde das Image der Bundeswehr in der Bevölkerung und damit bei potentiellen Bewerbern deutlich steigern, da man keine abgeschottete reine Berufsarmee vorfände.

  • Zimdarsen   |   28. Mai 2018 - 16:53

    Das BMVg plant mit einem strategischen Aufwuchs bis 2031, das bedeutet in vielen Bereichen keine Eile und kurz bis mittelfristige Verbesserungen.

    LV/BV ist unter diesen Bedingungen nur mit Nuklearwaffen glaubhaft zur Abschreckung möglich. Der Rest ist Folklore, Garde, Brunnenboren und Hoffen, dass auch der Nachfolger von Putin rational handelt.

    Die Bundeswehr trägt zur Sicherheit der Bevölkerung nur marginal bei und dieser Beitrag steht in keinem gesunden Verhältnis zum Finanz Aufwand und würde mit Wehrpflicht noch schlechter.

  • Chris   |   28. Mai 2018 - 17:18

    @der Realist

    „Ich denke, ein Teil der Ursache liegt im Einsatzprofil der Bundeswehr.
    Nicht jeder ist bereit, einer Streitkraft beizutreten, die sich immer mehr vom eigentlichen Auftrag entfernt. Der Verteidigung Deutschlands und der NATO-Partner.“

    Viele sehen dass aber auch genau anders und wollen nicht nur da sitzen und potentielle Abschreckungsmasse sein und sind gerade dadurch frautriert dass es keine richtigen Einsätze mehr gibt.

    Und „And eine Rückkehr zur Wehrpflicht (und natürlich auch Ersatzdienst) würde das Image der Bundeswehr in der Bevölkerung und damit bei potentiellen Bewerbern deutlich steigern, da man keine abgeschottete reine Berufsarmee vorfände.“
    Ist Mal eine starke behauptung. Wäre ja auch denkbar dass junge Männer und eigentlich ja auch Frauen (weil eine solche sachgrundlos unterschiedliche Behandlung ja reinster Sexismus ist) es nicht so lustig finden wenn ihnen so um ein Jahr geklaut wird. Speziell wenn es mit dem Image der Bw begründet wird, wenn man Mal die Abwägung zwischen Freiheitsrechten seiner Bürger und dem Image der Bw betrachtet. Die übliche Begründung mit der man derart radikal in das Leben seiner Bürger eingreift ist eine existenzielle Bedrohung des Staates.

  • Milliway   |   28. Mai 2018 - 18:56

    @ehemaliger Bundeswehrunterstützer | 27. Mai 2018 – 20:02

    „Währenddessen fliegt die „verhasste“ F35 die ersten Kampfeinsätze und hat bei Red Flag im Verhältnis 20:1 alles vernichtet, den Eurofighter eingeschlossen. Aber Deutschland braucht die F35 ja nicht!“

    Richtig Israel hat als erste Betreiber die F-35 bei einem Kampfeinsatz eingesetzt.

    Falsch

    Das Luftüberlegenheits Szenario bei Red Flag war speziell auf die F-35A und F/A-22 zugeschnitten, dass Abschuss Verhältnis 20:1 geht auf eine Team Leistung zurück. Ferner wurde nur BVR Luftkampf Training, zu einen Dogfight mit rot ist es meines Wissen nicht gekommen.

    Ja, wir brauchen die F-35 nicht, da es Fighter mit einer wesentlich besseren Einsatzwirksamkeit im Bereich Luftüberlegenheit gib. ( F-15, F-18, Su-35 oder Su-57 )

  • Memoria   |   28. Mai 2018 - 20:20

    @obibiber | 28. Mai 2018 – 11:10:
    Mit Blick auf die VJTF 2023 scheint genau das – laut WamS – der Plan zu sein: Schwerpunktsetzung – jedoch nur wenn der Haushaltsausschuss 5 Mrd. zusätzlich bereit stellt.

    Aus dem von der Ministerin verhandelten Haushalt ist dies nicht finanzierbar.

    Es handelt sich um ein Brigadeäquivalent. Sagt einiges über die Lage.

    Das politische und mediale Interesse hält sich aber weiter sehr in Grenzen.

  • Der Realist   |   28. Mai 2018 - 21:37

    @ Chris

    Ich bin da völlig anderer Meinung.

    Niemandem wird ein Jahr geklaut, sondern Erfahrungen geschenkt, auf die man sein ganzes Leben zurückgreifen kann.

    Das gilt übrigens für Wehrdienst und Ersatzdienst.

    Man tut etwas für die Gesellschaft. Das schadet keinem.

    Ob das für Männer und Frauen gelten sollte, ist ein anderes Thema.

    [Bitte jetzt hier keine Grundsatzdiskussion pro/contra Wehrpflicht (weiter)führen – das ist für dieses Thema völlig ohne Belang. Und generell wird hier übrigens auf Sachbasis diskutiert, nicht nach dem Motto „Das schadet keinem“ – ich könnte auch sagen: bisschen Denken schadet keinem. T.W.]

  • Der Realist   |   28. Mai 2018 - 21:45

    Ja, Israel hat die F-35 eingesetzt.

    Das hat aber für uns keine Relevanz, weil Israel nicht die A-Variante fliegt, die sich die Bundeswehr ansieht, sondern die I-Variante.

    Diese Variante gibt es nur für Israel.

    Außerdem bestellen Sie jetzt trotzdem weitere F-15…

  • Memoria   |   28. Mai 2018 - 22:06

    Mit Blick auf die Einsatzbereitschaft in anderen Staaten eine Analyse der russischen Fähigkeiten auch in der mittelfristigen Perspektive:
    https://russianmilitaryanalysis.wordpress.com/2018/05/25/the-durability-of-russian-military-power-moscows-prospects-for-sustaining-direct-competition/

    Gleichzeitig sind auch andere Risiken und Bedrohungen zwar aktuell nicht im medialen Fokus, jedoch objektiv auch mittelfristig gegeben: https://www.belfasttelegraph.co.uk/news/uk/europe-still-at-risk-as-islamic-state-tries-to-regroup-warns-mi5-boss-36905063.html

    Im Kern fehlt in der Debatte in Deutschland weiterhin das Verständnis und die Einsicht, dass die Einsatzbereitschaft der Sicherheitsbehörden nicht erst wiederhergestellt werden kann, wenn es zu spät ist.

    Die weit verbreitete Einstellung „Es passiert erst was, nachdem was passiert ist“, war schon sehr lange falsch, aber könnte zukünftig verherrende Folgen haben.

  • Der Realist   |   28. Mai 2018 - 22:31

    @ T.W.

    Das Thema Wehrpflicht passt zu 100 Prozent zum Thema.

    Bundeswehr=schlechtes Image als Arbeitgeber=mangelnde Bewerberzahlen=schlechter Personalstand

    Das schlechte Image kommt daher, daß die Bundeswehr durch die Ausrichtung als reine Berufsarmee nicht besonders populär ist. Dies wäre anders, wenn die Zeit in der Armee als selbstverständlicher Teil eines Berufslebens angesehen würde, so wie in anderen Staaten immer noch der Fall.

    Aber wenn man es als Zeitverschwendung sieht, der Gesellschaft etwas zu geben, dann ist die BW vermutlich sowieso der falsche Ort…

    [Ich bitte nochmals sehr zurückhaltend darum, hier nicht einen OT aufzudrängen und bei sicherheitspolitischer Argumentation zu bleiben. „wenn man es als Zeitverschwendung sieht, der Gesellschaft etwas zu geben“, kommt mir kaum wie eine sicherheitspolitische Argumentation vor. T.W.]

  • Der Realist   |   29. Mai 2018 - 9:21

    @ T.W.

    Für jedes Problem gibt es eine Ursache. Und diese ist bei der Bundeswehr nicht nur materiell oder organisatorisch begründet.

    Da man man manchmal schon etwas querdenken und wirklich einmal alle Aspekte beleuchten.

    Das ist in der Privatwirtschaft nicht anders. Ein gutes Image baut sich sich langsam auf, aber extrem schnell ab. Und das ist seit Ende der Wehrpflicht passiert.

    Ich beende meine Teilnahme in diesem Forum mit diesem Beitrag.

  • Sepp   |   29. Mai 2018 - 19:01

    Oh, „Der Realist“

    Bitte nicht Ihre Einträge im Forum einstellen !
    Ich lese die doch so gerne und Sie würden mir hier wirklich sehr fehlen.

    Lieber Herr Wiegold

    das Thema fehlendes Personal hat doch auch der BRH thematisiert :

    „Wenn Personal fehlt, kann die Bundeswehr ihre Waffensysteme nicht wie beabsichtigt einsetzen.“

    Da ist es doch legitim Lösungsansätze, z.B. Wehrpflicht, hierfür zu entwickeln ?

    In meinem höchst persönlichen Bereich habe ich als aktiver und jetzt pensionierter Berufssoldat innerhalb meiner Familie drei Bewerbungen als SaZ „verhindert“ und auch meiner Nachbarstochter vom Arbeitgeber Bundeswehr abgeraten.
    Maximal FWDL habe ich denen angeraten, das wollte aber keiner.

    Gründe hierfür :
    Ich hatte mich verpflichtet treu zu dienen und der Dienstgeber hat sich verpflichtet für mich und meine Familie zu sorgen.

    Dann wurde das Urlaubsgeld abgeschafft, das Weihnachtsgeld mal mehr, mal weniger gekürzt, die Versorgungsbezüge gekürzt, dafür die Altersgrenze angehoben und auch die Regelarbeitszeit (Luxusproblem, ich weiß und schäme mich) in zwei Stufen erhöht.
    Dienstlich wurde die Verpflegung privatisiert, ich hatte das Vergnügen am Projekt Dussmann teilnehmen zu dürfen, das dann auch krachend gescheitert ist.

    Unsere Fahrzeuge und die Fahrer wurden an die BwFuhrpark übergeben.
    Schaut drollig aus wenn man zur Einsatzausbildung 2-Tonner Pritsche fordert und 8-Sitzer bekommt. „LKW haben wir zur Zeit nicht !“, oder wenn bei einer „freien Übung“ 6 Soldaten mit Stahlhelm und Gewehr in einem Leasingfahrzeug (VW-Kombi) aus Österreich durch Deutschland brettern.
    Die persönliche Handwaffe und die Inst-, und Logistik- Einrichtungen, Truppenverwaltung usw. gab es irgendwann auch nicht mehr.
    Dafür Netzwerkdrucker, einen pro Etage, an denen die A12+ Schlange standen weil sie auf ihren Druckauftrag warteten, der wegen „Personal- oder Arztangelegenheit“ eigentlich nicht öffentlich ist.
    Usw. usw.

    Die Botschaft die ich vermitteln will :
    Das Bestandspersonal hat in großen (meine Einschätzung !) Teilen ein Problem den Laden noch ernst zu nehmen.
    Wenn wirklich alles und jeder irgendwann und irgendwie beliebig wird und man das starke Gefühl hat es gehe nur noch darum Geld aus dem EP 14 zu verteilen ist das in höchstem Masse demotivierend.

    Da kann ich doch den Arbeitgeber Bundeswehr zur Zeit nicht ernsthaft weiterempfehlen,
    und wenn mangels Wehrpflicht nur noch mehr oder weniger frustrierte Zeit- und Berufssoldaten als Multiplikator zur Verfügung stehen, dann wird/ist das sicherlich ein sehr großes Problem !

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   29. Mai 2018 - 19:39

    Bei bewaffnungsfähigen UAS kann es nunmehr rasch vorwärts gehen.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-will-kampfdrohnen-anschaffen-typ-heron-tp-a-1210207.html
    Die Bundeswehr will nach Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ und der Nachrichtenagentur „dpa“ zufolge für rund 900 Millionen Euro Kampfdrohnen des Typs „Heron TP“ anschaffen. Eine entsprechende Vorlage liege dem Haushaltsausschuss des Bundestags seit dieser Woche vor
    Sicherheits- und Außenpolitiker der SPD warben in einem Brief an BT Abgeordnete um Zustimmung.
    Sofern das Projekt durchgeht, kann Heron TP Mitte 2020 einsatzbereit in der Truppe verfügbar sein.

  • funker   |   29. Mai 2018 - 23:12

    Sepp, dem Beitrag muss in in weiten Teilen widersprechen.
    Worin in dem Outsourcing an BwFPS ein Zusammenhang zu Treu dienen/Fürsorge des Dienstherren bestehen soll, kann ich nicht erkennen.
    Aber auch vor dem Fuhrparkservice waren nicht immer 100% der nötigen Fahrzeuge auf dem Hof. Bei Großgeräten wie Kampfpanzern usw. sieht man ja, dass es auch da nicht klappt – völlig ohne Mithilfe des BwFPS.
    Fahrzeuge werden nach Fahrzeugklasse angefordert. Da kann es dann Fehlanzeige geben, aber aus einem 2Tonner wird nicht plötzlich ein 8Sitzer.

    Das Weihnachtsgeld ist nicht ersatzlos weggefallen, sondern wurde auf alle Monate verteilt.

    Das mit PersDat aus dem Drucker stimmt so ebenfalls nicht. Seit Jahren ist der geschützte Druck standardmäßig aktiviert, d.h. der Druckauftrag wird erst ausgelöst, wenn der Soldat vor dem Drucker steht und sich mit PersNr und PIN authentisiert.

    Eine Erhöhung der Altersgrenze, wie sie bisher durchgeführt wurde, ist weder fehlende Fürsorge noch Vertrauensbruch, sondern einfach angepasst an die steigende Lebenserwartung und Fitness im Alter (und auch an die Nachwuchssorgen).

    Mit einer deutlichen Erhöhung des EP14 würde wohl ein großer Teil der jetzigen Probleme wegfallen, denn fehlende Ersatzteile und in zu geringer Stückzahl beschafftes Material sind mit Abstand die Mägel, die ich am meisten wahrnehme…beim Personal sind wir nämlich auf einem guten Weg, der sich aber erst in einigen Jahren auswirkt.

    Wie die Wehrpflicht uns fähige ITFw, EloMechFw, NotSANFw usw bringen soll, sofern man sie nicht nur als erzwungenes Praktikum (und das rechtfertigt nicht den Eingriff in die Freiheit tausender junger Männer) sieht, wird mir irgendwie nicht klar.
    Über andere Vor- und Nachteile der Wehrpflicht kann man durchaus diskutieren – im Sinne des Hausherren aber nicht hier.

    Die Botschaft, die Sie tatsächlich vermitteln:
    Als aktiver wird es zunehmend schwierig, die Pensionäre und Reservisten ernst zu nehmen, die durchgehend alles schlecht reden – teils auch entgegen der Faktenlage.

    Blind weiterempfehlen würde ich die Bundeswehr definitiv nicht, ich würde aber auch keinem zwingend davon abraten.