Neue Fotos russischer Bomber von den Briten

In den vergangenen Jahren ist es – wieder – nicht ungewöhnlich, dass Flugzeuge der russischen Luftwaffe entlang der Grenzen der NATO unterwegs sind – und vermutlich trifft das umgekehrt ebenso zu. In Europa wird das bisweilen aus Unkenntnis so verstanden, als wären russische Kampfjets in den Luftraum europäischer NATO-Länder eingedrungen, was aber bislang nie der Fall war.

So was ähnliches gab es auch am (heutigen) Montag: russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-160, NATO-Bezeichnung Blackjack, waren über Nordeuropa unterwegs und näherten sich, unter anderem, dem britischen Luftraum. Mit der Flugsicherung nahmen die Piloten keinen Kontakt auf . Wie üblich und vom NATO Combined Air Operations Center (CAOC) in Uedem am Niederrhein in Deutschland gesteuert, stieg deshalb die Alarmrotte, der so genannte Quick Reaction Alert auf, in Belgien und in Großbritannien, um diese Flugzeuge zu identifizieren, zu überwachen und zu begleiten.

So weit alles mehr oder weniger Routine. Aber die Briten, das ist der Unterschied zu einigen anderen Nationen und auch zur deutschen Luftwaffe, veröffentlichen sehr gerne und sehr schnell Bildmaterial von diesen Intercepts – und so haben wir ein paar aktuelle Blackjack-Fotos.

 

Die Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums dazu:

Today (Mon 15 January), RAF Quick Reaction Alert (QRA) Typhoon aircraft scrambled from RAF Lossiemouth to monitor two Russian planes approaching UK airspace.  The Russian Blackjack Tupolev Tu-160 long-range bombers were not talking to air traffic control, making them a hazard to all other aviation.
The RAF worked closely with NATO partners to monitor the jets as they passed through a variety of international airspace, before they were intercepted by the RAF in the North Sea. Subsequently, our fighters escorted the Russian Blackjacks north, out of the UK’s area of interest.  At no time did the Russian bombers enter UK sovereign airspace.
Defence Secretary Gavin Williamson said:
‘The threats this country faces are intensifying and we will not hesitate in defending our skies from acts of aggression.
Our excellent RAF tracked the Russian aircraft every step of the way, and they continue to police UK and international airspace every hour of every day, to help keep the British people safe. ‘
RAF QRA was launched today because the Russian Military aircraft were not talking to air traffic agencies.

Nachtrag: Das russische Verteidigungsministerium hat sich dazu geäußert, hier in einer Übersetzung:

Die russische Originalmeldung hier.

(Fotos und Video: Royal Air Force/UK MoD/MoD News License)

20 Gedanken zu „Neue Fotos russischer Bomber von den Briten

  1. Der Weiße Schwan, schwerster Bomber der Welt. Sieht aus wie eine gepimpte B-1B . Die Russen leben „Think Big“ inzwischen zu Land, auf See und in der Luft.

  2. Naja, „inzwischen“? Die Dinger sind auch zwischen 20 und 30 Jahre alt inzwischen (auch wenn die Produktion nach einigen Jahren Verzögerung inzwischen in geringer Stückzahl wieder angelaufen ist).

    Nebenbei bemerkt eines der „schönsten“ Flugzeuge der Welt in meinen Augen.

  3. Der Punkt ist ein anderer. Auch NATO-Lfz fliegen sehr wahrscheinlich durch internationalen Luftraum nahe an Russland vorbei, machen dies aber in aller Regel mit [i]eingeschaltetem[/i] Transponder, sodass die Flugsicherung auf beiden Seiten informiert ist und, fast wichtiger, bei anderen Flugzeugen eine TCAS-Warnung erfolgen kann.

    Wenn die Schweden beispielsweise vor Kaliningrad spionieren, kann man das schön auf [i]adsbexchange[/i] verfolgen.

  4. @Pumuckls Meister | 16. Januar 2018 – 6:47

    Schweden ist immer noch nicht in der NATO.

  5. @Pio-Fritz 16. Januar 2018 – 10:30

    Schweden hat im Kalten Krieg eine sehr enge militärnachrichtendienstliche Zusammenarbeit mit den USA begonnen. Schwedische Horchposten wurden mit modernstem US-Aufklärungsgerät bestückt und die Ergebnisse den USA zur Verfügung gestellt. Als nach der Meuterei auf der Storoschewoi am 9. November 1975 massive sowjetische Luft- und Seekräfte in der Ostsee operierten und die NATO einen sowjetischen Angriff befürchtete wußten die Schweden bereits Stunden vor der NATO über das Ziel der sowjetischen Aktivitäten bescheid. Die Information wurde aber nicht an die NATO weitergereicht, um die schwedische-amerikanische Aufklärungstechnik nicht zu kompromittieren. Im schwedischen Luftwaffenmuseum in Linköping sind die damaligen schwedisch-amerikanischen Aktivitäten gut dokumentiert; zum aktuellen Stand der Zusammenarbeit gibt es (verständlicherweise) keine Auskunft. Gehen Sie ruhig davon aus, daß alles, was die Schweden aufzeichnen, weiterhin der USA zur Verfügung steht.

  6. @Mitleser | 16. Januar 2018 – 12:32

    Ja, und was hat das jetzt mit meiner Anmerkung zu tun? Ist diese nun falsch?

    Die ist doch so kurz, die kann man nicht missverstehen.

  7. Schweden ist nicht in der NATO, aber wenn Schweden vor der russischen Küste Daten sammelt, kommen sie direkt der USA zu Gute. Die Russen wissen das auch.
    Formal ist Schweden kein NATO-Mitglied, aber Schweden Aufklärung zugunsten der NATO. Schwedische Aufklärungsflüge sind damit de facto auch „NATO-Flüge“.

  8. @Mitleser | 16. Januar 2018 – 15:50

    Können Sie sich bitte auf das beziehen, was ich geschrieben habe.

    Es besteht keine NATO-Mitgliedschaft PUNKT.

    Alles andere was Sie schreiben sind Kooperationen und schmückendes Beiwerk etc. pp., aber eben keine Mitgliedschaft. Somit kann Schweden auch keine NATO-Flüge durchführen, egal ob in Anführungszeichen oder nicht.

    Falsch ist eben falsch.

  9. „In Europa wird das bisweilen aus Unkenntnis so verstanden, als wären russische Kampfjets in den Luftraum europäischer NATO-Länder eingedrungen, was aber bislang nie der Fall war.“

    Danke für die Klarstellung, aber JFTR: „aus Unkenntnis so verstanden“ ist doch eher ein Euphemismus für „propagandistisch ausgeschlachtet“.

  10. @Mitleser
    Noch mehr Jägerlatein in petto? SWE beschädigt also sehenden Auges seine Neutralität, NEIN.

  11. Die Überschrfit verleitet dazu, an neue Fotos >neuer< russischer Bomber zu denken. Dabei sind es die altbekannten.
    Dennoch danke dafür.

  12. „In Europa wird das bisweilen aus Unkenntnis so verstanden, als wären russische Kampfjets in den Luftraum europäischer NATO-Länder eingedrungen, was aber bislang nie der Fall war.“
    Stimmt das tatsächlich so bzw. sind hier ausdrücklich ugs. „Kampfjets“ gemeint? Ich meine mich an Meldungen aus Estland zu erinnern das es dort immer wieder Flüge von und nach Kaliningrad gab die eine Luftraumecke berührten.

    [Das bezog sich nicht auf die Flüge nach Kaliningrad, sondern, wie auch verlinkt, Meldungen zu Flügen russischer Bomber in der Flight Information Region bzw. area of interest verschiedener Staaten. T.W.]

  13. Ich empfehle den Nein-Sagern einen Blick auf

    Mutiny on Storozhevoy:
    A Case Study of Dissent in the Soviet Navy
    by
    Gregory D. Young
    Lieutenant, United States Navy
    B.S., Oregon State University, 1975

    Als PDF zu finden unter:
    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=8&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjMxYTn7d7YAhURGOwKHVjGDfkQFghlMAc&url=https%3A%2F%2Fcalhoun.nps.edu%2Fbitstream%2Fhandle%2F10945%2F20269%2Fmutinyonstorozhe00youn.pdf%3Fsequence%3D1&usg=AOvVaw33TK_09uDQ3lXjr3r5NeDp

    Ab Seite 80 im PDF-Format geht es u. a. um Schwedens nachrichtendienstliche Ausstattung mit US Equipment.

  14. Russia drills nuclear forces, strategic bombers along coast of Norway

    berichtet The Independent Barents Observer

    „https://thebarentsobserver.com/en/security/2018/01/russia-drills-strategic-nuclear-forces-strategic-bombers-along-coast-norway“

  15. @T.W.: Kann man nicht eine Rubrik „Persönliche Streitigkeiten“ oder „Duell-Kammer“ für „Nein“ – „Ja“ – „Nein“ – „Ja“ – „Nein“ – „Ja“ – „Doch“ „MitdemFußstampf“ etc. einrichten? Dann könnten einige Threads hier lesbarer bleiben … ;-)

    [Super Idee, ich denke drüber nach ;-) Als erste Maßnahme stoppe ich jetzt mal den OT „Schweden spioniert für die NATO“ – Nein für die Amis! – Nein gar nicht – Doch! Nein! etc. T.W.]

  16. Allein die verwendeten Begriffe sind etwas irreführend, denn das Abfangen kann ja nur stattfinden, wenn ein Flugzeug am Eindringen in den Luftraum gehindert wird. Der Start erfolgt, um, falls das Flugzeug einen Kurs auf die Grenze nehmen würde, man dann vor Ort sein würde, um dieses dann abfangen zu können – hier natürlich auch zur Identifizierung. Zugegeben etwas viel Konjunktiv, jedenfalls beim Start. Hinterher weiß man aber genau, ob man abgefangen (intercepted) oder nur begleitet hat (escorted) – letzteres auch die Sprachwahl in der russischen Mitteilung (сопровождали). Die RAF Mitteilung kann es sich nicht verkneifen, wenigstens ein Mal „intercept“ zu verwenden, und die müssten es ja eigentlich wissen.

  17. Nein, die Debatte über die Begriffe fangen wir jetzt nicht zum x-ten Mal erneut an. In englischsprachigen Meldungen steht andauernd „intercept“, auch wenn das NATO Air Policing über dem Baltikum eine russische Maschine weit draußen über der Ostsee im internationalen Luftraum begutachtet. Die RAF müsste es wissen, aber gerade dort wird der Begriff inflationär und nicht im eigentlichen Sinne gehandhabt.

    Mit anderen Worten: Kritik an den verwendeten Begrifflichkeiten bei NATO und deren Mitgliedern abladen, hier ist das inzwischen ziemlich OT.

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