Afghanistan: So wenig Regierungskontrolle wie noch nie (neu: SIGAR-Bericht)

Gut 16 Jahre nach Beginn des militärischen Engagements der USA in Afghanistan im Oktober 2001 hat das Wall Street Journal die Daten dieses längsten Krieges der USA grafisch aufbereitet.

Beeindruckender Lese- oder eher Anschauungsstoff über den/die Feiertage.

Afghanistan: Mission Impossible?
After 16 years in Afghanistan, many indicators are heading the wrong way

Das mit diesen Links des WSJ ist bisschen kompliziert – mal ist der Bericht frei zugänglich, mal steckt er hinter der Paywall. Vielleicht geht’s etwas besser über diesen Umweg: weiterlesen

Neues Y-Spezial: Soldaten, Sex und Partnerschaft

Ein paar Monate später als geplant hat Y, das Magazin der Bundeswehr, eine Sonderausgabe zum Thema Liebe, Lust und Partnerschaft herausgebracht. Das Heft sollte eigentlich schon im Sommer erscheinen, aber angesichts vorgesehener Beiträge zum Beispiel zum Thema Porno-Dreh gab es da wohl, nun ja, gewisse interne Probleme.

Die Ausgabe mit ihren Themen von Partnerschaft bis zu Sex im Einsatz dürfte, das ist zwei Tage nach Erscheinen schon absehbar, einiges an Kontroversen auslösen. Obwohl das alles natürlich unter Soldaten diskutiert wird, sind die empörten bis ablehnenden Bewertungen leider schon erwartbar.

Ich enthalte mich vorerst mal einer genaueren Betrachtung und verweise nur auf die im Internet verfügbare Online-Version:

Y Spezial: Liebe, Lust und Partnerschaft – ICH WILL DICH

(In diesem Fall scheint mir die dringende Bitte angebracht, in der Debatte sachlich zu bleiben.)

(Foto: Screenshot des Y-Titelbildes)

Pilotprojekt „Soldat in 20 Tagen“ – In Bayern schon Realität

Anfang des Jahres gab es, auch hier heftig debattiert, ein Papier des Reservistenverbandes mit dem Vorschlag, Ungediente im Schnellkurs zu Soldaten auszubilden – einschließlich Ausbildung an der Waffe. Die Absicht ist dabei, in zwanzig Ausbildungstagen Ungediente eine militärische Grundausbildung durchlaufen zu lassen, an deren Ende die Zertifizierung durch die Bundeswehr steht, hieß es in dem Konzept des Verbandes. Das Angebot sollte sich an Interessierte an einer militärischen Grundausbildung richten, die jedoch keinen Wehrdienst leisten wollten oder könnten.

Da es aus dem Verteidigungsministerium im Januar dazu hieß, das müsse noch zwischen Reservistenverband und Bundeswehr konkretisiert werden, habe ich das erst mal ins Archiv gepackt und nicht weiter verfolgt. Bis mich jetzt ein Bericht der Augsburger Allgemeinen* hellhörig machte:

Seit der Abschaffung der Wehrpflicht ebbt der Zustrom an Reservisten ab. Diese sollen nun über die neue Form einer verkürzten Grundausbildung gewonnen werden. Dabei ist an keine Vorbereitung für einen Gefechtseinsatz gedacht, vielmehr sind die Absolventen schwerpunktmäßig für Wach- und Sicherungsdienste ausgebildet. Dazu gehört auch der Umgang mit Schusswaffen.

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Neue leere Stadt: Schnöggersburg zum Teil übergeben (Neufassung)

 

Die Bundeswehr hat damit begonnen, eine vollständig neu gebaute Stadt zu übernehmen, in der nie ein Mensch wohnen wird. Die Altstadt von Schnöggersburg, einem ausschließlich zu Übungszwecken angelegten urbanen Ballungsraum auf dem Truppenübungsplatz Altmark nördlich von Magdeburg wurde am (heutigen) Donnerstag an das Heer übergeben. Vom kommenden Jahr an sollen dort Soldaten Einsätze in städtischen Gebieten üben – weil die möglichen künftigen Einsätze immer wahrscheinlicher nicht in unbewohntem Gebie, sondern in Städten stattfinden werden.

Schnöggersburg soll, wenn es in drei Jahren endgültig fertiggestellt ist, mehr als 500 Häuser unterschiedlicher Größe umfassen, von Reihenhäusern bis zum Hochhaus. Bereits jetzt gibt es ein Rathaus, einen so genannten Sakralbau, ein Polizeigebäude und ein Gefängnis, einen U-Bahn-Tunnel (ohne U-Bahn), 800 Meter Flusslauf, mehrere hundert Meter Kanalisation, 1,5 Kilometer Bahngleise mit Bahnhof, 300 zu Wohnzwecken aufgestellte Container als Elendsviertel, einen Flugplatz – und schon mehrere hundert Gebäude, von denen die Bundeswehr jetzt 240 übernahm. (Der Flugplatz mit seiner Behelfslandebahn wurde bereits im vergangenen Jahr in Betrieb genommen und auch schon mit Start und Landung ausprobiert. weiterlesen

Gendern bis die Feindin kommt? (m. Nachtrag)

Ob dieses Foto (bzw. das Schriftstück) echt ist, dass seit gestern (oder schon eher?) in der Bundeswehr kursiert, habe ich bislang noch nicht klären können: Der Schießausbildungszug des Studierendenfachbereichs C der Bundeswehruniversität Hamburg teilt in diesem Schreiben mit, die nächste Gefechtsdienst-Übung am 6. November stehe unter der Überschrift Lösen vom Feind/von der Feindin.

Nun kann das eine etwas überschießende Anwendung von Vorschriften zur geschlechterneutralen Sprache in der Bundeswehr sein, ebenso aber auch ein Studentenulk (oder heißt das heute Studierendenulk?) Vielleicht gibt es dieses offizielle Schreiben auch gar nicht, und jemand hat das eigens angefertigt… weiterlesen

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