Fürs Protokoll: von der Leyen beim Zentrum Innere Führung

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht am (heutigen) Freitag das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz. Das war seit Tagen bekannt und ist insofern keine Überraschung, doch in den div. Pressemitteilungen, Ankündigungen und Terminlisten taucht dieser – laut Ministerium schon lange geplante – Termin nicht auf. Selbst die dpa meldet diesen Besuch (und den beim Zentrum Operative Kommunikation in Mayen) nur unter Berufung auf einen nicht genannten Bundeswehrangehörigen: Beide Termine sind laut einem Koblenzer Offizier nicht für Medienvertreter gedacht. 

Nun gut, so ist das halt mit nicht pressöffentlichen Terminen. Obwohl in der derzeitigen Debatte es ja nicht dieser Nicht-Nennung bedurft hätte, wenn es um einen Besuch geht, der sicherlich auch mit den teilweise sehr emotional geführten Diskussionen zu tun hat. Zumal die Ministerin selbst angekündigt hat, ein neues Programm Innere Führung heute aufzulegen.

Interessant ja auch, dass der Generalinspekteur nicht dabei ist, der hat einen anderen Termin.

Der geneigte Leser merkt schon: Den Besuch der Verteidigungsministerin beim Zentrum Innere Führung in diesen Tagen in der öffentlichen Darstellung als Business as usual abzuwickeln, ist aus meiner Sicht vielleicht nicht so ganz glücklich. Vielleicht hören wir ja hinterher was dazu. Ich bin da allerdings skeptisch. (Wenn jemand der Leser/innen hier dabei war: Wir sind ganz Ohr.)

101 Gedanken zu „Fürs Protokoll: von der Leyen beim Zentrum Innere Führung

  1. @klabautermann | 13. Mai 2017 – 11:56…

    …hat völlig Recht. Der deutsche Militarismus ist nicht erst 1933, 1935 oder 1939 entstanden. Kontinuitätslinien gehen wesentlich weiter zurück.

    @audio001 | 13. Mai 2017 – 9:05

    Was ich erwarte und was ich wünsche sind hier zweierlei. Was ich für zu erwarten erachte weiß ich noch nicht genau. Jedenfalls wünsche ich mir eine Bundeswehr, in der die Prinzipien der Inneren Führung anerkannt und fest verankert sind, in der Verstöße gegen sie nicht immer bagatellisiert werden, die in ihrem Traditionsverständnis eindeutig, spürbar und auf allen Ebenen sich von der Wehrmacht distanziert.

    @Koffer | 13. Mai 2017 – 9:07

    Sie behaupten nunmehr zum zweiten Mal, die Wehrmachtsdevotionalien, von welchen hier die Rede ist und welche nun von Kasernenfluren entfernt wurden, seien vorschriftenkonform gewesen. Ich habe mit dem Traditionserlass argumentiert, dass dies nicht der Fall ist. Können Sie Belege für Ihre Behauptung liefern?
    Können Sie außerdem erklären, inwiefern:

    1.) Überlebensgroße Landser-Wandgemälde, in der Form wie wir sie in Illkirch sehen mussten, nicht glorifizierend/idealisierend sein sollen?

    2.) Eben eine Darstellung verschiedener Handwaffen in Verbindung mit Soldatenbildern verschiedener Epochen einen historischen Darstellungskontext bilden, wie ihn der Traditionserlass verlangt?

    @Thomas Bernhardt | 13. Mai 2017 – 9:45

    Könnte natürlich sein, dass InFü und PolBil so gut funktionieren und deshalb in Relation so wenige extremistische Verdachtsfälle öffentlich werden.
    Genau so gut könnte allerdings sein, dass die Truppe ein closed-shop ist, in welchem ein Korpsgeist herrscht, nach dem Verstöße gegen InFü und gegen die Dienstpflicht, aktiv für den Erhalt der FDGO einzutreten, unter den Teppich gekehrt werden.

    @all
    Bevor sich jetzt wieder einige entrüsten, ich würde über etwas fabulieren: es gibt zu diesem Phänomen einige aufschlussreiche sozialwissenschaftliche Untersuchungen (Wiesendahl; Neitzel; Vogt – um nur einige zu nennen).

  2. @Luftfeldwebel: Die BW-Uni München hat nur Glück, daß man diese bisher nicht nach Franz-Josef Strauß genannt hat, weil sonst gäbe es dort jetzt den gleichen Bildersturm wegen einem Foto von Strauß in Wehrmachtsuniform. Aber vielleicht ist in der Luftlandeschule schon ein Straußbild in Uniform abgehängt worden??

  3. Sehr schön was der GI da im Interview gesagt hat. Jetzt muss es nur auf jeder Stufe in der Truppe und in den Kdo-Behörden umgesetzt werden.

    Vor allem der Hinweis, auf die Stellungnahme des ehemaligen Heeresinspekteur, General Kasdorf, lässt aufhorchen. Er nennt dies Führen, von der Aussenlinie wenn sich die pensionierten Generäle dazu äußern und die Vorfälle bis in die Zeit der eigenen Verantwortung reichen:

    Zitat GI Wieker
    „Es fällt immer leicht, Haltungsnoten von der Außenlinie zu vergeben. Dabei sollte man aber bedenken, dass man auch selbst lange Verantwortung getragen hat und die Entwicklung der Vorkommnisse auch in die eigene Zeit zurück reicht.“

    @ Mike Molto

    Ja, das mit dem Abstimmen der Ergebnisse mit den Aufraggeber einer Studie ist nicht so einfach, deshalb hat die katholische Kirche dem Prof. Pfeffer die Aufklärung der Missbrauchsfälle durch Priester auch wieder entzogen.

    @ Klabautermann

    Danke für den Link auf die Geschichte von Julius Gumbel.

    Wenn man sieht wie die Zahl der rechtsmotivierten Gewalttaten seit 1991 in Deutschland wieder ansteigt, dann kann man schon ins Nachdenken kommen.

    Wieviel Anschläge auf Asylbewerberheime hat es im lezten Jahr gegeben ?

    Wiewiel Prozent davon sind aufgeklärt worden ?

    Aus welchem gesellschaftlichen Spektrum kommen die Täter ?

    Wer sind die idelogischen Wegbereiter für das neue rechte Spektrum ?
    (AfD, Reichsbürger, identitäre Bewegung usw ) ?

    Wieviel Anhänger und Sympathiesanten von Denen gibt es in der Polizei und der Bundeswehr ?
    Offensichtlich hat es erst einen Mord an einem Polizisten bedurft, damit die Bewegung ernst genommen wurde.

    Und innerhalb der Bw ?

  4. @Klabautermann

    „…Man muß den „Wehrmachtsschleier“ durchstoßen und weiter in die Vergangenheit gehen und die Rolle der Freikorps in der Weimarer Republik unter die Lupe nehmen, um zu verstehen, was hier gerade abgeht…“

    Ich empfehle Ihnend – aber auch der Ministerin und dem Generalsinspekteur- den folgenden Artikel von Helmut Schmidt aus 1997 (Helmut Schmidt über die Bundeswehr: Selbsterforschung ist unerläßlich) zum exakt selben Thema.

    http://www.zeit.de/1997/52/ruehe.txt.19971219.xml/seite-2

    Nur zwei Zitate:
    1. „…Nicht die Truppe ist die Quelle unserer heutigen Fehlentwicklungen, die Streitkräfte sind wesentlich von außen infiziert. Diese Ansteckung ist gefährlich…“

    2. „…Die Gesinnung der Soldaten und ihrer Offiziere und Unteroffiziere kann man nicht von oben durch Befehle, Erlasse und Dienstvorschriften regulieren. Man kann Fehlentwicklungen auch nicht unterbinden durch Denunziation und Schnüffelei zwecks anschließender Maßregelung. Sondern man braucht Vorbilder – nicht des Heldentums, sondern des Verantwortungsbewußtseins und der Zivilcourage…“

    Ich empfehle den gesamten Artikel zu lesen, da er aus meiner Sicht ausgewogen beide Seiten der aktuellen Debatte (die damals im Kern nicht anders war) einbezieht.

  5. @Luftwebel  

    FJS hat auch die Spiegelredaktion durchsuchen lassen und deutsche Staatsbürger von der Franco Diktatur verhaften lassen.
    Dazu gab es noch einige andere Dinge in seiner Amtszeit – HS 30, Starfighter…

    Die Kaserne könnte man mMn besser sofort umbenennen.

  6. @ klabautermann | 13. Mai 2017 – 11:56:

    Zu den Freikorps der Weimarer Republik hat die Zeit gestern einen Artikel gebracht: „Franco A. und die anderen“ von Wolfram Wette.

    Der historischen Authentizität halber sollte dazu aber noch gesagt werden, dass die wenigsten Fememörder der Zwischenkriegszeit aktive Angehörige der Reichswehr waren. Vielmehr handelte es sich bei diesen Gestalten meist um Ehemalige bzw. „Freischaffende“.

  7. @JPG | 13. Mai 2017 – 13:47
    „Jedenfalls wünsche ich mir eine Bundeswehr, in der die Prinzipien der Inneren Führung anerkannt und fest verankert sind, in der Verstöße gegen sie nicht immer bagatellisiert werden,“

    Das ist der Fall.

    „die in ihrem Traditionsverständnis eindeutig, spürbar und auf allen Ebenen sich von der Wehrmacht distanziert.“

    Das ist ihr Wunsch. Ich hingegen wünsche mir ein differenziertes Verhalten.

    Pauschalurteile nutzen selten, wenn man über Geschichte und Traditionen spricht.

    „Sie behaupten nunmehr zum zweiten Mal, die Wehrmachtsdevotionalien, von welchen hier die Rede ist und welche nun von Kasernenfluren entfernt wurden, seien vorschriftenkonform gewesen. Ich habe mit dem Traditionserlass argumentiert, dass dies nicht der Fall ist.“

    Nein, Sie haben nicht argumentiert. Sie haben behauptet.

    Formal gesehen ist eine „geschichtliche Einordnung“ im Sinne des Erlasses durch die Bildunterschrift erfolgt. Aufgrund der Umgebung und dem eindeutigen Bezug zum Namensgeber der Einrichtung auch inhaltlich.

    „1.) Überlebensgroße Landser-Wandgemälde, in der Form wie wir sie in Illkirch sehen mussten, nicht glorifizierend/idealisierend sein sollen?“

    Weil Sie keine glorifizierende Handlung oder Stilistik nutzt, sondern lediglich „schön“ sein soll. Eben zur Verschönerung eines Sozial-/Besprechungsraums im dem sich die Soldaten wohl fühlen wollen.

    „2.) Eben eine Darstellung verschiedener Handwaffen in Verbindung mit Soldatenbildern verschiedener Epochen einen historischen Darstellungskontext bilden, wie ihn der Traditionserlass verlangt?“

    Genau das tut sie ja dadurch, dass sie Ausrüstung, Bekleidung und Waffen der Infanterie in verschiedenen Epochen darstellt und deswegen gerade nicht eine Tradition herstellt (es steht ja nicht darüber „die einzig wahren Kämpfer – die Soldaten der Wehrmacht“), sondern durch die historische Darstellung eine sachliche (und gleichzeitig als schön empfinde) Darstellung der Infanterie über die Jahrhunderte ermöglicht.

    Um es einmal so zu sagen: Für SIE erschließt sich der Zusammenhang vielleicht nicht, aber es ist ja auch nicht IHR Sozial-/Besprechungsraum ;)

    „Genau so gut könnte allerdings sein, dass die Truppe ein closed-shop ist, in welchem ein Korpsgeist herrscht, nach dem Verstöße gegen InFü und gegen die Dienstpflicht, aktiv für den Erhalt der FDGO einzutreten, unter den Teppich gekehrt werden.“

    Könnte sein, aber die sozialwissenschaftlichen Erhebungen der letzten Jahrzehnte sagen das Gegenteil…

    @Georg | 13. Mai 2017 – 14:15
    „Sehr schön was der GI da im Interview gesagt hat.“

    Ehrlich gesagt empfand ich es als ziemlich blas und inhaltslos. Weder stützt der die IBuK mit guten Argumenten, noch stellt er sich vor die Truppe.

    Inhaltlich hat er sicherlich nichts falsch gemacht. Aber auch eben nichts richtig (übrigens in keine der beiden denkbaren „Richtungen“).

  8. @ThoDan | 13. Mai 2017 – 14:49
    „FJS hat auch die Spiegelredaktion durchsuchen lassen …“
    Sie wissen auch warum?

    „einige andere Dinge in seiner Amtszeit – HS 30, Starfighter“

    Bedeutet also das Franz-Josef Strauß als damaliger Verteidigungsminister dafür die Verantwortung trägt / tragen musste! Aha. auch interessant…

    Bedeutet also, egal was der Berater / die Berater im damals geraten haben eh egal ist, weil er ja letztendlich immer der Schuldige ist! Also ist er IBUK gewesen….richtig?
    Letztendlich war er als IBUK der alleinige Verantwortliche, weil Verantwortung ja „unteilbar“ ist….

    Und nein….ich bin weder gegen die Umbenennung des Flughafens noch der Liegenschaft! Er war halt einfach kein „Lachs“!

  9. @ThoDan | 13. Mai 2017 – 14:49
    „Dazu gab es noch einige andere Dinge in seiner Amtszeit – HS 30, Starfighter…
    Die Kaserne könnte man mMn besser sofort umbenennen.“

    Inhaltlich gäbe es sicherlich hierfür Argumente, WENN es nur schwarz und weiß gäbe.

    Aber da wir Menschen sind und Menschen Fehler haben (theologisch könnte man hier von der Erbsünde sprechen ;) ), sollten wir nicht den perfekten Menschen suchen, sondern eine Würdigung eines ganzen Lebens vornehmen…

    Und sowenig ich politisch mit FJS anfangen kann, so lässt es sich doch nicht bestreiten, dass er jemand war, der Deutschland über Jahrzehnte treu gedient hat und eine prägende Gestalt der deutschen Geschichte darstellt.

    So ist es übrigen mit allen Vorbildern, gerade mit solchen, die sich mit so schmutzigen Dingen wie Krieg und Politik beschäftigt haben.

  10. @ closius | 13. Mai 2017 – 14:04:

    Im Gegensatz zu Helmut Schmidt hat FJS nie die Uniform der Bundeswehr getragen. Möchte man sich also unbedingt ein Bild des Soldaten Franz-Josef Strauß ins Dienstzimmer hängen, wird’s ohne Wehrmachtkluft nicht gehen.

    Vielleicht bezöge der jeweilige Vorgesetzte das in seine Bewertung mit ein. Vielleicht aber auch nicht, wer weiß.

  11. @ Georg | 13. Mai 2017 – 14:15
    @all

    Vielleicht besteht Interesse an meiner Wochenendlektüre:

    Rechtsextremistische Vorfälle in der Bundeswehr, 2006
    – zu Meldepflicht gem. ZDv 10/13
    – Aufschlüsselung u.a. nach Status und Dienstgradgruppe
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/012/1601266.pdf

    Umgang der Bundeswehr mit Rechtsextremismus, 2012
    – Entwicklung 2010-2011
    – Erkenntnisse MAD zu NSU
    – Maßnahmen (seit 2000) gegen rechte Tendenzen
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/087/1708720.pdf

    Erfassung rechtsextremer Aktivitäten von Bundeswehrsoldaten, 2012
    – Differenzen Erkenntnisse MAD/Meldungen BMVg/Jahresbericht Wehrbeauftragter
    – „Die Behauptung der Fragesteller, dass „eine bedenkliche Nähe zur Wehrmacht in der Bundeswehr immer wieder festzustellen“ sei, wird entschieden zurück gewiesen. Die Bundeswehr steht weder der Wehrmacht nahe, noch führt sie Traditionen der Wehrmacht oder ihrer Truppenteile fort.“
    – Meldewesen bzgl. rechtsextremistischer Vorfälle
    – Erfassung innerhalb/außerhalb des Dienstes
    – BV-Meldungen 2010-2011, davon bestätigte, Konsequenzen
    – Duchschnittlich erfasste BV im Bereich Rechtsextremismus pro Jahr im Zeitraum 2007-2012 (620 erfasst, 42 identifiziert)
    „Es gibt kein „Problem von Wehrmachtsverherrlichung und Kriegsschuldleugnung innerhalb der Bundeswehr““
    – Umgang mit Verdächtigen während Ermittlungen („Während der laufenden Ermittlungen werden die Betroffenen grundsätzlich nicht gefördert.„)
    – Zur rechtsextremistischen Szene
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/085/1708543.pdf

    Rechtsextreme Vorfälle in der Bundeswehr, 2013
    – Zum Begriff des Extremisten ( Als erkannte Extremisten in der Bundeswehr werden Personen bewertet, wenn sie als Geschäftsbereichsangehörige oder im Geschäftsbereich Tätige verfassungsfeindliche Handlungen und Verhaltensweisen erkennen lassen, auch ohne dass bereits eine formale Mitgliedschaft in einer extremistischen oder terroristischen Gruppierung oder ein strafrechtlich relevantes oder gar gewalttätiges Verhalten vorliegen muss.
    – Neu bearbeitete Verdachtsfälle des MAD in 2012, davon bestätigte, Aufschlüsselung nach Status und Diesntgradgruppe
    – Begriff des „Erkennens“ (von Rechtsextremisten), Kriterien
    – Sensibilisierung durch MAD
    – Gemeinsames Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (?)
    – Auflistung Sachverhalte
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/146/1714670.pdf

    Rechtsextreme Vorfälle in der Bundeswehr und die Reaktion der Militärführung, 2014
    – Neu bearbeitete Verdachtsfälle des MAD in 2013, davon bestätigte, Aufschlüsselung nach Status und Diesntgradgruppen, Konsequenzen
    – Möglichkeiten zur Entlassung von SaZ bei rechtsextremistischer Betätigung
    – Maßnahmen zu Bekämpfung von Rechtsextremismus
    – Islamistische Verdachtsfälle
    – Auflistung Sachverhalte
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/022/1802234.pdf

    Rechtsextreme Vorkommnisse in der Bundeswehr im Jahr 2015, 2016
    – Rechtsextremistische Verdachtsfälle in Bearbeitung durch MAD, davon bestätigte, Details
    – Auflistung Sachverhalte, Konsequenzen und Weiteres (Zugang zu Waffen weiterhin gewährt u.a.)
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/078/1807892.pdf

    Rechtsextreme Vorkommnisse in der Bundeswehr im Jahr 2016, 2017
    – Aktuelle Anfrage, entspricht weitgehend der o.a.Anfrage
    – Primärquelle der in der Presse genannten 275 Fälle
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/118/1811882.pdf

  12. @0815  & Koffer

    Weil der Spiegel das Ergebnis der Inspektion der BW publiziert hat.
    Strauß hat dann in andere Ressorts eingegriffen und die Franco Diktaturveranlasst, einen der Journalisten zu verhaften.
    Damit hat er IMNSHO seinen Eid gebrochen.

    Als Verteidigungsminister war er IBUK verantwortlich ist Teil der Definition,

  13. @ JPG | 13. Mai 2017 – 13:47

    „…hat völlig Recht. Der deutsche Militarismus…“

    Sie meinen sicherlich etwas anderes. Militarismus ist die Uebernahme militaerischer Strukturen, Begriffe und Haltungen durch die zivile Gesellschaft. – Davon sind wir doch recht weit entfernt in der Republik, oder?

  14. Shepard | 13. Mai 2017 – 16:26
    M.E. vertane Zeit. Wenn Sie wirklich ein zutreffendes Bild gewinnen wollen: Bemühen Sie sich um ein paar Wehrübungstage. Schauen Sie sich Truppe und Stäbe „von innen an“. Dann werden Sie feststellen, dass es viele Gründe zur Sorge um das Befinden unserer Streitkräfte gibt: Vom Ausrüstungsmangel bis hin zu einem nicht mehr zu heilenden Vertrauensverlust gegenüber IBuK und GI. Eines werden Sie vergeblich suchen: Signifikant gehäufte, institutionell hingenommene oder gar geförderte Verfassungsfeindlichkeit.
    Hans Schommer

  15. @ThoDan | 13. Mai 2017 – 16:39
    „Als Verteidigungsminister war er IBUK verantwortlich ist Teil der Definition,“

    Natürlich war er das. Weil er Mensch ist, hat er gefehlt. Wie jeder vor uns, jeder von uns und jeder nach uns.

    Die Frage ist nicht ob FJS (oder Helmut Schmidt oder andere) ohne Fehler waren (denn sie waren es nicht).

    Die Frage ist, ob man bereit ist ein differenziertes Urteil über einen Menschen zu bilden.

    Wenn Sie nun einem der prägenden demokratischen Politiker der Bundesrepublik (egal was man von ihm nun politisch oder persönlich aus dem Blickwinkel des Jahres 2017 sagen kann) die Traditionswürdigkeit absprechen wollen, dann rate ich Ihnen auch alle Grautöne und alle Farben in dieser Welt zu tilgen und beim schwarz und weiß zu bleiben…

    @MikeMolto | 13. Mai 2017 – 16:50
    +1
    Treffer. Versenkt.

  16. Hans Schommer | 13. Mai 2017 – 16:51

    Habe gedient. Nur weil ich etwas nicht sehen kann, heißt es nicht, dass es nicht da ist. Man kann entweder in seiner eigenen Welt leben oder sich der Realität stellen. Die Antworten der BReg zu diesem Thema stellen einen größeren Teilausschnitt der Wirklichkeit dar, als die einzelne subjektive Bewertung.
    Außerdem haben Sie die Quellen überhaupt nicht gelesen, nicht wahr?

    Sehen Sie, der artikulierte Vertrauensverlust in IBuK und GI in der Bw begründet meine Sorge um die Republik. Bei mir klingelt seit einer Woche die (zum Glück analoge) Verfassungsalarmglocke.

  17. Die Rücktrittsforderung von Kurbjuweit im heutigen Spiegel geht sicher zu weit, zeigt aber, dass den Verantwortlichen nicht die Zeit eingeräumt wird, um Mißständen mit der nötigen Sorgfalt zu begegnen.
    Diese Hektik im politischen Alltag trägt dazu bei, dass Vertrauensverlust bei der jeweils betroffenen Gruppe, jetzt also die Soldaten, eintritt.
    Leider verfallen auch GI und BM in diesen Aktionismus – ein Aufräumen in den Liegenschaften zu befehlen, ohne dabei Vorgaben zu machen, die über den Traditionserlass von 1982 hinausgehen, der ja durch die zugebilligte Verantwortlichkeit der EinhFhr / Kdr offensichtlich zu unpräzise ist.
    Ich hoffe sehr, dass die Neufassung des Traditionserlasses nicht unter einem solchen hektischen Zeitdiktat leidet – können wir denn auch hier workshops erwarten, wie bei der Agenda Attraktivität?

  18. Naja…
    Auch ich bin ein Befürworter der „freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ welche „meiner Meinung“ nach auch die freie Meinungsäußerung beinhaltet…
    Natürlich akzeptiere ich auch „jede andere Meinung“

    Ob Mann / Frau allerdings Meinungsäußerungen z.B. von AFG Veteranen in Chicago… hier in der BRD und in dieser Form, s. unten, gerne sehen würde…das wage ich zu bezweifeln…

    https://www.youtube.com/watch?v=TIFa_hKWL9I

    Wenn wir international mil. „AUFTRETEN“ sollten wir uns auch international informieren, „ANDERE“ tuen es auch, man sollte auch solche möglichen Vorbilder nicht übersehen…
    Nochmal…Natürlich akzeptiere ich auch „jede andere Meinung“ ;-)

  19. Heute abgesetzt – vielleicht eine Überlegung zur Nachahmung wert:
    Werter Herr Dr. Bartels – eine Erinnerung:
    Aus dem Gesetz über den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages:
    „§ 1 (3) Der Wehrbeauftragte wird nach pflichtgemäßem Ermessen auf Grund eigener Entscheidung tätig, wenn ihm […] oder auf andere Weise Umstände bekannt werden, die auf eine Verletzung der Grundrechte der Soldaten oder der Grundsätze der Inneren Führung schließen lassen. …“
    Es wäre an der Zeit!
    Hans Schommer
    Oberstleutnant a.D.

  20. @Koffer | 13. Mai 2017 – 17:35

    Die Frage ist, ob man bereit ist ein differenziertes Urteil über einen Menschen zu bilden.

    Dropzone entered. Thanks.

  21. Die selbsternannten Fachkommentatoren und -moderatoren spielen sich mal wieder die Bälle zu, und natürlich kommt in Sachen „Freikorpsgeist“ nun auch wieder das Einzeltäterargument (@Pete), aber das ist ja ein bekanntes Schema, um die wissenschaftliche Aufarbeitungen des Themenkomplexes „Tradition des militanten Rechtsextremismus in den Streitkräften Deutschlands von 1918 bis heute“ zu verhindern, bzw. zu diskreditieren.
    Nun hat aber das Thema infolge der Aussetzung der Wehrpflicht imho eine besondere Aktualität insbesondere in Sachen „Korpsgeist“ von Berufsoffizieren.
    Auf dieser Website lohnt es sich einmal ein wenig zu „blättern“:
    https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/revolution-191819/freikorps.html
    ….und in Sachen „Stahlhelm“ lohnt hier ein Blick:
    https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/stahlhelm/
    ….und dann wird auch schon im ersten Absatz klar, warum ich da einen aktuellen Bezug sehe:
    „Für das Bedürfnis nach soldatischer Traditionspflege hatten die Weimarer Koalitionsparteien recht wenig Verständnis. Dieses für Millionen von Teilnehmern des Ersten Weltkriegs außerordentlich wichtige Themenfeld überließen die republikanischen Parteien zunächst den Kräften der politischen Rechten.“ Tja, da hat wohl jemand gepennt in Berlin als man die Wehrpflicht ausgesetzt hat – vielleicht hat der aber gar nicht gepennt ?
    Na ? Dämmert es langsam ? Wenn man dann noch aktuelle Studien in Sachen „Facebook-Effekt“ und parteipolitische „Nähe“ hinzufügt, dann wird es richtig interessant. Man könnte ja auch einmal das Thema rechtsextreme AgitProp im Facebook-Zeitalter untersuchen…….
    Nun ist Helmut Schmidt zweifellos ein äußerst verdienter deutscher Staatsmann, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er angesichts der Facebook-Effekte heutzutage eine andere Sicht in Sachen Tradition und Vorbilder einnehmen würde als 1997.- als die Wehrpflicht ja noch in Kraft war. Ich denke einmal, er würde keine Einwände erheben, dass man sein Bild in Wehrmachtsuniform nun entfernt aus den Unterkünften des Führungsnachwuchses an der Uni-Bw in Hamburg, denn er möchte ganz bestimmt nicht mißbraucht werden als historisches Vorbild für den „Geist“ des FÜHRERnachwuchses.

  22. Alles gesagt, nur noch nicht durch mich :-)

    Es folgt alles einer gewissen Zwangsläufigkeit:
    1. In einer Organisation von 250.000 Menschen gibt es immer Spinner, darunter auch Extremisten und Perverse.
    2. Eine Organisation, die vorgesehen ist für die Anwendung von Gewalt, zieht entsprechend geneigte Zeitgenossen an. Is‘ so und lässt sich nicht ändern.
    3. Die Ministerin handelt aus (ihrer persönlichen) politischen Sicht richtig. Sie will nicht so kurz vor der Wahl ins Schleudern geraten. VM für vier Jahre zu bleiben ist historisch betrachtet nicht so einfach. Daher ihr Aktivismus. Für die Bw-Angehörigen füht sich das nach Mißtrauen und Demütigung an. Das ist nachvollziehbar, die Ministerin handelt aber durch aus rational, im Moment natürlich eher mit Bick aufs politische und weniger mit Blick auf good-governance aber das ist das Wesen der Demokratie.

    Aber das gute an der ganzen Hektik: Die komplette Bw-Hierarchie wird aufgescheucht und das scheint mehr als geboten. Wer Dinge wir diese berühmte Masterarbeit in Frankreich oder die Dinge in Pfullendorf ignoriert und nicht ahndet, gehört mindestens belehrt, ich persönlich könnte mir auch drastischere Maßnahmen vorstellen.
    Dies genau ist der Punkt, es ist unter den Vorgesetzten der Bw eine Sensibilisierung zu schaffen, die offenbar nicht vorhanden ist.

  23. @klabautermann:
    „„Für das Bedürfnis nach soldatischer Traditionspflege hatten die Weimarer Koalitionsparteien recht wenig Verständnis. Dieses für Millionen von Teilnehmern des Ersten Weltkriegs außerordentlich wichtige Themenfeld überließen die republikanischen Parteien zunächst den Kräften der politischen Rechten.“ Tja, da hat wohl jemand gepennt in Berlin als man die Wehrpflicht ausgesetzt hat – vielleicht hat der aber gar nicht gepennt ?
    Na ? Dämmert es langsam? “

    Sie meinen es ist ein gezielter Plan, der was erreichen soll?
    Mit welchen Mitteln?

    Wo ist aber der positive Anteil?
    Das fördern einer eigenen Tradition.
    Ja auch nur das Verständnis für die Bedeutung des Themas – siehe Weimar.

    Die Leitung zeigt doch gerade in diesen Tagen wie wenig Verständnis sie hat.

    Vielleicht dämmert mir es dann auch noch.

  24. @klabautermann | 14. Mai 2017 – 8:24
    „Die selbsternannten Fachkommentatoren und -moderatoren spielen sich mal wieder die Bälle zu, und natürlich kommt in Sachen „Freikorpsgeist“ nun auch wieder das Einzeltäterargument“

    Naja, wenn es nun einmal keine Belege für Ihre Freikorps-Theorie gibt, aber statistische Indizien und sozialwissenschaftliche Erhebungen für eine erfolgreiche und umfängliche Verankerung der Angehörigen der Bundeswehr in der demokratisch-pluralistischen Gesellschaft, dann müssen Sie sich dieses Gegenargument halt gefallen lassen.

  25. @Hans Schommer

    Gesagt hat er ja schon was:

    „Wehrbeauftragter kritisiert von der Leyen
    Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für ihren Umgang mit Rechtsextremismus in der Bundeswehr kritisiert. „Die Probleme mit dem ganz offiziellen Anknüpfen an Wehrmachts-Traditionen liegen weitgehend hinter der Bundeswehr“, sagte Bartels der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Heute gehe es allenfalls um die Beseitigung „von ärgerlichen Devotionalienresten“.“

  26. Ich muss ja Fr. vdL zusprechen, das sie es geschafft hat die Bundeswehr in den sozialen Medien zum Gespräch zu machen. Gefühlt kommen jeden Tag 20 neue Bildchen online, in denen sich über die Bundeswehr lustig gemacht wird. Herzlichen Glückwunsch dafür.

  27. @Koffer | 14. Mai 2017 – 9:46

    „Naja, wenn es nun einmal keine Belege für Ihre Freikorps-Theorie gibt, aber statistische Indizien und sozialwissenschaftliche Erhebungen für eine erfolgreiche und umfängliche Verankerung der Angehörigen der Bundeswehr in der demokratisch-pluralistischen Gesellschaft, dann müssen Sie sich dieses Gegenargument halt gefallen lassen.“

    Schaffen sie es auch, diese statistischen Indizien und sozialwissenschaftlichen Erhebungen hier zu benennen? Wäre echt klasse!

    klabautermann, den Sie hier ja attackieren, liefert im Gegensatz zu Ihnen Belege für seine These. Diese Belege könnte man noch ergänzen: lesen Sie mal was von Detlev Bald, Wolfram Wette oder Manfred Messerschmidt.

  28. @ Koffer | 14. Mai 2017 – 9:46
    Vielleicht muss man bei den Beiträgen vom Klabautermann auch einfach sehen, dass der aus der Marine kommt. Die hat ja quasi ohne jeglichen Bruch den Übergang von der Kriegsmarine über den Dienst für die Alliierten zur Bundesmarine durchlaufen. Und bis auf den Wechsel der Dienstgrad- und Hoheitsabzeichen mehr aus dem Dritten Reich beibehalten als die anderen beiden TSK. Selbst die Vorschriften scheinen nur „umgestempelt“ worden zu sein. Mehr schreib ich in Kenntnis des engen Verhältnisses des Klabauters zum Hausherrn nicht.
    Aber: Mit Blick auf den landseitig arg begrenzten Erfahrungshorizont könnte man die Diskussion mit dem geschätzten Seefahrer a.D. wesentlich entspannter führen. Oder wie ich eben zu diesem Thema gar nicht.
    Hans Schommer

    [schon komische Argumentation… der Hausherr schont den Klabautermann, deshalb darf der auch Nazi sein, während ich dauernd zensiert werde – so ungefähr wollten Sie es am liebsten ausdrücken? T.W.]

  29. re: Taktiker

    Folgt man der Aussage „Traditionsverständnis ist Selbstverständnis“ dann zeigt sich spätesten jetzt für v.d.L. auf, dass das „Selbstverständis“ dieser Bundeswehr angemessen zu belegen ist!

    In was sich v.d.L. jedoch derzeit gerade versucht, ist durch Negativbeispiel zu belegen was (aus Ihrer Sicht) „Traditionsverständnis“ nicht ist!

    Also Liederbücher, Wehrmachtsfotos, Ausrüstungsgegenstände, Kasernennamen,- wobei die „Richtlinien des BMVg zum Traditionserlass“ wohl nicht unbedingt Beachtung finden!?- Irgend etwas anderes wird sich sicher medienwirksam für v.d.L. auch noch finden lassen (Z.B. könnte der Name „Marder“ der Leyen‘schen Säuberungsaktion auch noch zum Opfer fallen!)

    Wird jetzt eine Traditionsdebatte in der Bundeswehr und in der Öffentlichkeit um die Tradition der Bundeswehr tatsächlich angestoßen, in der sich angemessen die Einsatzwirklichkeit und die Bundeswehr in ihrer heutigen Aufgabe wiederfindet?

    Ich gehe nicht davon aus!- V.d.L. handelt hier jetzt schon nach dem Grundsatz „Erfolgsmeldungen eines von mir belegten Themas gehören mir allein“! (Und die Legislaturperiode endet ja schon im September!)

    Das wird v.d.L. wohl das Thema wohl lieber „mit sich selber diskutieren wollen“; oder mit der Generalität,- wobei das ist ja fast „mit sich selber“ (da gibt’s ja offensichtlich keinen Widerspruch zum Handeln der politischen Führung, nachdem zwei der ihren den Abgnag machen mußten!)!- Bei einer breiten Diskussion in der Bundeswehr oder gar in der Öffentlichkeit könnte ja etwas unerwartetes herauskommen …

  30. @Hans Schommer | 14. Mai 2017 – 14:11
    „Vielleicht muss man bei den Beiträgen vom Klabautermann auch einfach sehen, dass der aus der Marine kommt.“

    Ich habe kein Problem damit, dass Marine und Luftwaffe im Durchschnitt eine andere Auffassung von Tradition, vom eigenen Selbstverständnis und eine unterschiedliche Umsetzung der Prinzipien der Inneren Führung als das Heer haben.

    Ich habe aber ein Problem damit, wenn dem Heer die eigenen Vorstellungen in Bezug auf diese Fragen vorgegeben werden soll.

    Wobei @klabautermann natürlich nicht DIE Marine ist und ich natürlich nicht DAS Heer (oder DIE Infanterie oder DIE FschJgTr) bin ;)

  31. @JPG | 14. Mai 2017 – 12:57
    „Schaffen sie es auch, diese statistischen Indizien und sozialwissenschaftlichen Erhebungen hier zu benennen? Wäre echt klasse!“

    Ich verstehe zwar nicht, warum ich diese beschaffen muss, wo Sie und @klabautermann doch die gegenteiligen (und gewagten) Thesen aufstellen, aber meinetwegen…

    Statistisches Indiz (Beispiel) –> 250.000 Bw-Angehörige – 143 Verdachtsfälle in 216 – 3 davon als extremistisch bestätigt. Selbst bei einer angenommenen 90% Dunkelziffer kommen wir so auf eine niedrige Promillezahl.

    Sozialwissenschaftliche Erhebung (Beispiel) –> im Rahmen der „Studentenbefragung 2007“ wurde festgestellt, dass die studOffz/OA an den beiden Uni weniger den „neuen Rechten“ zuneigen als die vergleichbare Zivilbevölkerung –> taz Artikel „Wir waren positiv überrascht“

  32. @audio001 | 14. Mai 2017 – 14:27
    +1
    @Koffer | 14. Mai 2017 – 15:35
    dazu +1

    „Ich habe aber ein Problem damit, wenn dem Heer die eigenen Vorstellungen in Bezug auf diese Fragen vorgegeben werden soll.“

    Ich erlaube mir ihren Beitrag auf den „Passus“: …dem Heer und anderen Meinungen..
    zu erweitern.

    @Hans Schommer | 14. Mai 2017 – 14:11
    …“ Mit Blick auf den landseitig arg begrenzten Erfahrungshorizont “
    +1
    (oder führen wir Diskussionen zur Sinnhaftigkeit von Segelschiffen)
    ;-)
    Nö! Ist Tradition, fördert den Korpsgeist, regt zum Singen an und vermittelt handwerkliche Fähigkeiten und Repräsentiert die Bundesrepublik Deutschland im Ausland.

    $

  33. @Koffer | 14. Mai 2017 – 16:26

    Ich hatte gefragt, ob Sie statistische Indizien und sozialwissenschaftliche Erhebungen für eine erfolgreiche und umfängliche Verankerung der Angehörigen der Bundeswehr in der demokratisch-pluralistischen Gesellschaft anführen können, wo Sie doch deren Existenz behaupten. Wie eine (offensichtlich von Ihnen schnell zusammengerechnete) Statistik über Verdachtsfälle und eine 10 Jahre alte quantitative Erhebung das belegen sollen, bleibt mir schleierhaft. Zumal sie im Einzelnen auch noch falsch sind.

    Ad 1 – „Statistisches Indiz (Beispiel) –> 250.000 Bw-Angehörige – 143 Verdachtsfälle in 216 – 3 davon als extremistisch bestätigt. Selbst bei einer angenommenen 90% Dunkelziffer kommen wir so auf eine niedrige Promillezahl.“

    Richtig ist, von den derzeit 275 offenen und durch den MAD bearbeiteten Verdachtsfällen, stammen 143 aus dem Jahr 2016. In 3 Fällen aus dem Jahr 2016 hat der MAD Rechtsextremisten in der Bundeswehr erkannt. Diese sind allerdings nicht in der Gesamtzahl von 143 enthalten.

    Darüber hinaus hat der Wehrbeauftragte im Berichtsjahr 2016 unter der Rubrik „Extremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit“ 63 Vorfälle erwähnt. Also jede Woche des Jahres mehr als ein Fall. Daraus resultierten 6 gerichtliche Disziplinarverfahren sowie 31 Vorermittlungsverfahren. Davon wiederum 20 Abgaben an die Staatsanwaltschaft. In 4 Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft von Amtswegen her. (http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/118/1811882.pdf)

    Ihre Suggestion, von den 143 Verdachtsfällen gingen 140 Verdächtige von jedwedem Vorwurf geläutert hervor, ist schlichtweg falsch!
    Darüber hinaus kann man weder mit Ihren (vollkommen verdrehten) Zahlen, noch mit den Zahlen der Bundesregierung belegen, dass, oder wie sehr die Angehörigen der Bundeswehr in der Gesellschaft verankert sind. Seit Tagen wird öffentlich über eine bundeswehrinterne „Kultur des Wegschauens“ diskutiert, für welche es nun einige Indizien gibt (m.E. u.a. Ihre Einlassungen zu dem Thema!)

    Ad 2 “ –> im Rahmen der ‚Studentenbefragung 2007′ wurde festgestellt, dass die studOffz/OA an den beiden Uni weniger den ’neuen Rechten‘ zuneigen als die vergleichbare Zivilbevölkerung –> taz Artikel ‚Wir waren positiv überrascht'“

    Die Studie kennen Sie offenbar genau so gut wie den Traditionserlass. Abgesehen vom Alter der Studie (10 Jahre sind soziologisch gesehen fast eine ganze Generation), gibt es grundsätzliche Probleme im Forschungsdesign, nämlich die Freiwilligkeit der Teilnahme und die Wahrscheinlichkeit sozial erwünschten Antwortverhaltens. Aber auch inhaltlich ist die Studie m.E. hochproblematisch, weswegen, so zumindest meine Vermutung, sie zunächst durch das Ministerium zurückgehalten wurde. (steht ja auch in dem von Ihnen erwähnten taz-Artikel)
    Die Studie stellt fest:
    „Nur ein kleinerer Teil, insgesamt 13 Prozent, weist höhere Zu- stimmungswerte zu den politischen Vorstellungen der „Neuen Rechten“ auf und stimmt mindestens vier von sechs Politikzielen der „Neuen Rechten“ zu (d. h. Indexwerte von 4 bis 6).“ (http://mgfa.de/html/einsatzunterstuetzung/downloads/forschungsbericht89.pdf; hier S. 13)

    Zur Erklärung: 13% der Befragten teilen 4 oder mehr von insgesamt 6 konkreten neurechten Politikzielen. Schaut man genauer hin, teilen 31% 3 oder mehr neurechte Politikziele und 54 % immerhin 2 oder mehr! Nur 20 % teilen keine konkreten Politikziele der Neuen Rechten. (ebd., S. 126) Am schlimmsten dabei ist, dass 11% der Befragten den Einfluss der Parlamente einschränken wollen. (ebd., S. 129)

    Besonders im postfaktischen Zeitalter halte ich genaues Hinsehen für eine Anstandspflicht! Wenn Sie mit Zahlen und Umfrageergebnissen Ihre Positionen untermauern wollen, sollten Sie diese besser kennen, statt Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten.

  34. @Koffer | 14. Mai 2017 – 16:26
    NACHTRAG

    Über die mangelhafte Vergleichbarkeit der beiden Vergleichsgruppen gibt die Studie selbst Auskunft. (S. 131f) Deshalb ist auch die Behauptung, die Studie stelle fest, „dass die studOffz/OA an den beiden Uni weniger den „neuen Rechten“ zuneigen als die vergleichbare Zivilbevölkerung“, mit größter Vorsicht zu genießen.

  35. @JPG | 15. Mai 2017 – 11:25
    „Wie eine (offensichtlich von Ihnen schnell zusammengerechnete) Statistik über Verdachtsfälle und eine 10 Jahre alte quantitative Erhebung das belegen sollen, bleibt mir schleierhaft.“

    Mir ist es nicht schleierhaft, sondern äußerst verständlich. Aber ich denke Sie haben einen anderen Blick auf die Sachlage… und ich befürchte, dass dieser durch Vorurteile (mit)-geprägt sein könnte.

    „Zumal sie im Einzelnen auch noch falsch sind.“

    Dagegen verwehre ich mich. Sie ziehen aus den gleichen Indizien einfach andere Schlüsse als ich, aber meine Aussagen sind nachweisbar nicht „falsch“…

    „Ihre Suggestion, von den 143 Verdachtsfällen gingen 140 Verdächtige von jedwedem Vorwurf geläutert hervor, ist schlichtweg falsch!“

    Wenn ich das behauptet hätte, dann wäre es in der Tat falsch. Aber ich habe es nicht behauptet und hatte auch nicht vor es zu „suggerieren“.

    Aber um Ihnen entgegen zukommen, nehmen wir jetzt einfach mal von den 146 Verdachtsfällen wären alle auch tatsächlich FDGO-feindlich (was ich für abwegig halte, aber nur um deutlich zu machen, wie abwegig Ihre Bundeswehrkritik insgesamt ist). Nehmen wir weiterhin an es gibt eine 90% Dunkelziffer (auch das wäre ja heftig). Damit wären wir bei unter 1.500 Gesamtfällen in der Bundeswehr. Das in Verhältnis gesetzt zur Gesamtzahl an Bw-Angehörigen von ca. 250.000, liegen wir bei 6 Promille (bzw. 0,6%).

    Nun ist das zugegebener Maßen ein mehr als nur grobes Indiz, aber als Richtungsschuss sollte es genügen ;)

    „Die Studie kennen Sie offenbar genau so gut wie den Traditionserlass.“

    Da ich den Traditionserlass (der im übrigen kein Erlass im Verwaltungsrechtlichen Sinne ist sondern statt lediglich sprachlich so bezeichnet ist, sondern sich selbst präziser als „Richtlinie“ bezeichnet) sehr genau kenne, kann ich mit dieser Bewertung durchaus geschmeichelt fühlen.

    „Abgesehen vom Alter der Studie (10 Jahre sind soziologisch gesehen fast eine ganze Generation),“

    Ja, aber es war nicht die erste dieser Art und blieb auch nicht die letzte dieser Art. Und sowohl davor, als auch danach ergab sich ein ähnliches Bild…

    Ich habe diese Studie nur deswegen verwendet, weil Sie schnell und öffentlich zugänglich zitierter war :)

    Aber auch hier genügt sie m.E.n. als „Richtungsschuss“ :)

  36. @jpg
    Dass die Studie als Unterlegung für Ihre Meinung nicht taugt, könnte daran liegen, dass sie bald zehn Jahre alt ist .. muss sie aber nicht :)

    Allerdings werden die Vergleichsgruppen einander näher gebracht.
    Unter 11.5 Fazit besagt die Studie :
    Nur ein kleinerer Teil, insgesamt 13 Prozent, stimmt mindestens vier von sechs Politikzielen der „Neuen Rechten“ zu und weist damit eine gewisse Affinität zu deren politischen Vorstellungen auf. Diese Affinität muss den Betreffenden noch nicht einmal bewusst sein…… Selbst unter den jungen Männern mit Hochschulreife liegt der Anteil mit 21 Prozent über dem Wert für die Studierenden an den Universitäten der Bundeswehr.

  37. @Koffer | 15. Mai 2017 – 15:13

    Wiedermal ein Sammelsurium von unbelegten und unbelegbaren (weil falschen) Tatsachenbehauptungen!

    „’Abgesehen vom Alter der Studie (10 Jahre sind soziologisch gesehen fast eine ganze Generation),‘

    Ja, aber es war nicht die erste dieser Art und blieb auch nicht die letzte dieser Art. Und sowohl davor, als auch danach ergab sich ein ähnliches Bild…“

    Ja? Welche zum Beispiel?

    „’Ihre Suggestion, von den 143 Verdachtsfällen gingen 140 Verdächtige von jedwedem Vorwurf geläutert hervor, ist schlichtweg falsch!‘

    Wenn ich das behauptet hätte, dann wäre es in der Tat falsch. Aber ich habe es nicht behauptet und hatte auch nicht vor es zu ’suggerieren‘.“

    Komisch, ursprünglich schrieben Sie: “ 250.000 Bw-Angehörige – 143 Verdachtsfälle in 216 – 3 davon als extremistisch bestätigt.“ Sie hätten ja auch einfach „offene Verdachtsfälle seit 2016“ schreiben können. Haben Sie aber nicht. Jetzt machen Sie die Rolle rückwärts nach dem Motto „Sooo war das ja gar nicht gemeint!“

    Auch bezeichnend, dass Ihnen wohl auf meine inhaltliche Kritik an der Studie gar nichts mehr einfällt. Genau so wenig wie zur „Kultur des Wegschauens“.

  38. Eine Ethnologin, die zur teilnehmenden Beobachtung als Reserveoffizier im Einsatz war, hat ZON ein durchaus abgewogenes Interview gegeben („Parallelgesellschaft Bundeswehr“).

    Darin wird nochmal deutlich wie gravierend die aktuellen Maßnahmen für das Innere Gefüge sind.

    Auch das Feldtagebuch wird nochmal erwähnt. Wobei Rommel und Böhse Onkelz wohl eher weniger Indikatoren für eine rechtsextremistische Gesinnung sein müssen.

  39. Der GI hat nicht nur angewiesen alle Dienstzimmer und Gemeinschaftsräume zu prüfen, sondern auch alle Räumlichkeiten und Gelasse (was ist denn das?) zu prüfen, mögliche Verstöße zu melden und die Einhaltung der Traditionsrichtlinien sicherzustellen.

  40. @JPG | 15. Mai 2017 – 16:25
    „Wiedermal ein Sammelsurium von unbelegten und unbelegbaren (weil falschen) Tatsachenbehauptungen!“

    Ich bin ehrliche gesagt nicht verärgert über Ihre Angriffe, ich bin eher betrübt…

    Können wir nicht sachlich unsere unterschiedlichen Bewertungen der Sachlage austauschen und die Meinung des jeweils anderen wenn nicht respektieren, so zumindest im Rahmen eines pluralistisch-demokratisch Diskurses tolerieren?!

    „Ja? Welche zum Beispiel?“

    Sie sind herzlich eingeladen sich an das ZMSBw und die Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Bundeswehr zu wenden. Da dürften Sie fündig werden :)

    „Jetzt machen Sie die Rolle rückwärts nach dem Motto „Sooo war das ja gar nicht gemeint!“

    Nope, die Kernaussage in beiden Kommentaren war (und ist) die gleiche: Es besteht kein querschnittlich/gesamtheitliches Problem in der Bundeswehr. Die Fallzahlen sind ganz im Gegenteil viel zu gering sind um Anlass zu Sorge zu bieten.

    „Auch bezeichnend, dass Ihnen wohl auf meine inhaltliche Kritik an der Studie gar nichts mehr einfällt.“

    Ich muss die Studie nicht verteidigen, es ist ja nicht meine… Ich habe Ihnen durch mein Zitat der Studie und eines aktuellen Zeitungsartikels lediglich ein Indiz dafür gegeben, dass Ihre Bewertung der Situation in der Bundeswehr hinsichtlich der Bindung der Soldaten an die FDGO VIEL (!) zu pessimistisch ist…

    Und das es für Ihre These nicht nur keinen validierenden Beleg gibt, sondern vielmehr Indizien in die genau entgegen gesetzte Richtung :)

    „Genau so wenig wie zur „Kultur des Wegschauens“.“

    Das ist nun eine andere Fragestellung, aber gerne äußere ich mich auch hierzu.

    Zunächst einmal kann es, da es ja derzeit keine Indizien für ein Vorhandensein eines strukturelles/querschnittlichen Problems gibt auch kein Problem mit einer strukturellen/querschnittlichen „Kultur des Wegschauens“ geben.

    Die zahlreichen durchgeführten Meldungen von Untergebenen, Vorgesetzten und Gleichgestellten und durch die Vorgesetzten eingeleiteten Verfahren (auf allen Eskalationsebenen disziplinarer und personaltechnischer Möglichkeiten) deuten sogar die gegenteilige Situation an.

    Allerdings bin ich mir sicher (und hier können wir vielleicht zusammen kommen), dass im Einzelfall Vorgesetzte vielleicht weggeschaut und Gleichgestellte oder Untergebene vielleicht zu wenig Interesse an dem Vorgang hatten oder sich sogar nicht trauten zu melden/zu handeln.

    Für solches Fehlverhalten mag es (je nach konkretem Einzelfall) unterschiedliche Gründe geben, diese könnten von (falsch verstandener) Kameraderie über mangelnde eigene politische Bildung oder Furcht um die eigenen Karriere bis sogar hinzu bewusstem Nicht-Melden wegen eigener „FDGO-kritischer“ oder sogar „FDGO-feindlicher“ Position reichen.

    Je nach konkretem Einzelfall muss dann dem Vorgesetzten immer und dem gleichgestellten bzw. Untergebenen manchmal (je nach Umständen des Einzelfalls) ein Vorwurf gemacht werden. In manchen Fällen kann es hierbei nur um ein Ausbildungsproblem (z.B. mangelndes Wissen) in anderen Fällen aber auch um ein diszplinares oder charakterliches Problem gehen.

    Insgesamt muss in solchen Fällen genau hinabgeschaut werden und das für den konkreten Fall geeignete Instrument der Ausbildung und/oder Erziehung und/oder Maßregelung gewählt werden.

    Gerade bei Gleichgestellten und bei Untergebenen erlaube ich mir allerdings auch darauf hinzuweisen – und ich vermute hier kommen wir dann wieder nicht zusammen ;) – dass es keine (rechtliche) Meldeverpflichtung bei (einfachen) Dienstvergehen besteht.

    Und das ein System einer rechtlich verankerten Meldeverpflichtung bei (einfachen) Dienstvergehen m.E.n. sowohl unzulässig, als auch wegen ihrer Förderung des Denunziantentums schädlich für eine Armee wäre.

    Damit hier aber auch nichts falschen hinein-interpretiert wird, stelle ich schon vorsorglich klar: ein aktives Bekämpfen der FDGO ist kein minderschweres Dienstvergehen und ist natürlich immer zu melden und auch immer zu ahnden!!!

  41. @mwk | 15. Mai 2017 – 16:00

    Sie haben Recht, die Studie versuchte Vergleichsgruppen anzupassen, gelingt allerdings nur bedingt.
    In der Vergleichsgruppe fehlen die Frauen, die im Durchschnitt generell geringere Zustimmungswerte zu neurechten Politikzielen haben. Außerdem vergleicht man Männer mit Hochschulreife mit Studierenden, wo nochmals eine unterschiedliche Reife vorliegen sollte. Zu guter Letzt müssten die studOffz/OA ja vor ihrem Studienbeginn im Sinne der Inneren Führung und durch PolBil geprägt worden sein.
    8% Unterschied ist da eigentlich zu gering.

  42. @JPG | 15. Mai 2017 – 17:17
    „Zu guter Letzt müssten die studOffz/OA ja vor ihrem Studienbeginn im Sinne der Inneren Führung und durch PolBil geprägt worden sein. 8% Unterschied ist da eigentlich zu gering.“

    Emotional bin ich bei Ihnen. Mir wäre auch ein (noch) höherer Unterschied lieber.

    Allerdings muss man in einer pluralistischen Gesellschaft auch bei Staatsdienern bis zu einem gewissen Grade „unangenehme“ Positionen „aushalten“. Natürlich nur solange sie nicht ins Extreme abgleiten…

    Zudem ist das eine Jahr zwischen Abi und Studienbeginn für gute Prägung und eine umfassenden PolBil auch sicherlich nicht besonders viel.

    Dennoch mehr (oder besser weniger) wäre natürlich nicht schädlich :)

  43. Wäre vielleicht mal an der Zeit, sich stärker um Offiziersnachwuchs mit universitärem Abschluss außerhalb der BW-Unis zu bemühen ….

  44. @Koffer | 15. Mai 2017 – 16:58

    „Können wir nicht sachlich unsere unterschiedlichen Bewertungen der Sachlage austauschen und die Meinung des jeweils anderen wenn nicht respektieren, so zumindest im Rahmen eines pluralistisch-demokratisch Diskurses tolerieren?!“

    Offenbar verstehen wir Unterschiedliches unter pluralistisch-demokratischem Diskurs. Ich für meinen Teil verstehe darunter, nicht einfach so Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten!

    „Sie sind herzlich eingeladen sich an das ZMSBw und die Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Bundeswehr zu wenden. Da dürften Sie fündig werden :)“

    Habe ich gemacht. Es gibt keine. Wo Sie die Existenz solcher Studien behaupten, können Sie doch bestimmt welche verlinken oder wenigstens Literaturangaben machen.

    „Zunächst einmal kann es, da es ja derzeit keine Indizien für ein Vorhandensein eines strukturelles/querschnittlichen Problems gibt auch kein Problem mit einer strukturellen/querschnittlichen „Kultur des Wegschauens“ geben.“

    Ohne es zu wollen – Sie beschreiben das Problem vorzüglich! Um die Kultur des Wegschauens zu sehen, müssen Sie hinschauen.
    Lesen Sie doch nochmal diesen Beitrag –
    http://augengeradeaus.net/2017/05/von-der-leyens-offener-brief-zum-rechtextremismus-nicht-mehr-von-einzelfaellen-sprechen/comment-page-2/#comment-267044
    und denken noch einmal darüber nach!

  45. @JPG | 15. Mai 2017 – 18:26
    [Koffer]„Können wir nicht sachlich unsere unterschiedlichen Bewertungen der Sachlage austauschen und die Meinung des jeweils anderen wenn nicht respektieren, so zumindest im Rahmen eines pluralistisch-demokratisch Diskurses tolerieren?!“

    [JPG]“Offenbar verstehen wir Unterschiedliches unter pluralistisch-demokratischem Diskurs. Ich für meinen Teil verstehe darunter, nicht einfach so Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten!“

    Da ist es schon wieder… Nun denn, wenn Sie an einem sachliche Austausch nicht interessiert sind, dann werde ich Sie ab jetzt diesbezüglich auch nicht mehr belästigen.

    Ich bin raus :(

  46. @koffer
    Vielen Dank für ihre Beiträge – Ihre Geduld ist beneidenswert ;)
    @jpg
    vlt geht es nur mir so, aber Sie schreiben schon recht aggressiv? Es gibt eine Studie, deren Ergebnis Sie anzweifeln – haben Sie eine andere? Ihre persönlichen Ansichten sind bestimmt interessant, aber seien Sie nicht überrascht, sollte der eine oder andere diese nicht teilen.

  47. @mwk | 16. Mai 2017 – 0:03
    „@koffer Vielen Dank für ihre Beiträge – Ihre Geduld ist beneidenswert ;)“

    Herzlichen Dank. Urlaub macht es möglich ;)

  48. Ich kann JPG seine Meinung nicht verdenken! Die Ministerin hat am 07.05. gesagt: „Es wird noch viel hochkommen, das ist gar keine Frage. Da warne ich auch gleich alle, dass wir uns da nicht zurücklehnen […] Wir sind noch nicht durch das Schlimmste durch.“ Wenn sie das sagt, muss es stimmen. Das G36 ist Müll – und dann hat das so zu sein, Ende der Diskussion, Bild abhängen.
    Mir geht es genauso wie Koffer: Es werden Behauptungen aufgestellt und akuter Handlungsbedarf suggeriert, um sich als brutalst mögliche Aufklärerin präsentieren zu können – politisch mag das opportun sein. Es liegt sicherlich einiges im Argen, daran habe auch ich keinen Zweifel. Was aber derzeit (mal wieder) geschieht, ist überzogen und spielt all denen in die Hände, deren liebste Worte „das hab ich ja schon immer gewusst“ sind. Das Ansehen der Bundeswehr und ihrer Angehörigen hat schweren Schaden genommen – durch das Tun zweier Oberleutnante; die militärische Führung und die politischen Leitung haben „ihre Soldaten*_innen“ nicht nur im Regen stehen lassen, sondern diesen ein Stück weit selbst verursacht. Ich denke, die Zahl derer, die innerlich gekündigt haben, hat sich in den letzten Tagen nicht unwesentlich erhöht. Und dann liest man alle paar Tage Befehle „von ganz oben“, in denen von „Innerer Führung“ und „zeitgemäßer Menschenführung“ fabuliert wird.

  49. @Koffer | 15. Mai 2017 – 18:49

    „Da ist es schon wieder… Nun denn, wenn Sie an einem sachliche Austausch nicht interessiert sind, dann werde ich Sie ab jetzt diesbezüglich auch nicht mehr belästigen.

    Ich bin raus :(“

    Unfug behaupten – keine Belege dafür anführen – nachdem man darauf aufmerksam gemacht wurde beleidigt sein – Diskussion mit süffisantem Ausdruck abbrechen. So umschifft man „sachliche Austausch“. Diese Methode ist nicht gerade das Paradebeispiel für pluralistisch-demokratischen Diskurs, sondern für postfaktisches Zeitalter. Danke dafür!

    @mwk | 16. Mai 2017 – 0:03

    „vlt geht es nur mir so, aber Sie schreiben schon recht aggressiv?“

    Ich würde sagen fortiter in re. Ist möglicherweise aber Geschmacksache.

    „Es gibt eine Studie, deren Ergebnis Sie anzweifeln – haben Sie eine andere?“

    Ich zweifle die Ergebnisse nicht an, da haben Sie mich missverstanden. Ich problematisiere hier die in der Studie vertretene Interpretation der Ergebnisse (nur 13% Übereinstimmung mit neurechten Politikzielen = alles halb so wild).

    Man sollte mal darüber sprechen, wie groß die Zustimmung der Befragten zu u.a. Politikzielen ist (S. 129):

    Die nationale Identität Deutschlands stärken – 71 %
    Deutsche Interessen gegenüber dem Ausland hart und energisch durchsetzen – 44 %
    Dafür sorgen, dass Deutschland wieder von einer starken Elite geführt wird – 38 %
    Die Zuwanderung von Ausländern nach Deutschland stoppen – 25 %
    Dafür sorgen, dass sich in Politik und Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzt – 12 %
    Den Einfluss der Parlamente einschränken – 11 %

    Nochmals: die Ergebnisse der Studie wurden vom BMVg unter Verschluss gehalten, bis sie an die Öffentlichkeit durchgestochen wurden. (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700900.pdf, S. 33) Natürlich hat man dann die entsprechenden Passagen so unscharf wie möglich formuliert, als man die Studie 2010 veröffentlichen musste.

    Andere quantitative Studien über die Politikeinstellungen des Offiziernachwuchses der Bundeswehr gibt es meines Wissens nicht, aber Sie könnten ja mal „Soldatentum“ und „Armee im Aufbruch“ lesen und auf neurechte Politikziele hin untersuchen.

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