Fürs Protokoll: von der Leyen beim Zentrum Innere Führung

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht am (heutigen) Freitag das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz. Das war seit Tagen bekannt und ist insofern keine Überraschung, doch in den div. Pressemitteilungen, Ankündigungen und Terminlisten taucht dieser – laut Ministerium schon lange geplante – Termin nicht auf. Selbst die dpa meldet diesen Besuch (und den beim Zentrum Operative Kommunikation in Mayen) nur unter Berufung auf einen nicht genannten Bundeswehrangehörigen: Beide Termine sind laut einem Koblenzer Offizier nicht für Medienvertreter gedacht. 

Nun gut, so ist das halt mit nicht pressöffentlichen Terminen. Obwohl in der derzeitigen Debatte es ja nicht dieser Nicht-Nennung bedurft hätte, wenn es um einen Besuch geht, der sicherlich auch mit den teilweise sehr emotional geführten Diskussionen zu tun hat. Zumal die Ministerin selbst angekündigt hat, ein neues Programm Innere Führung heute aufzulegen.

Interessant ja auch, dass der Generalinspekteur nicht dabei ist, der hat einen anderen Termin.

Der geneigte Leser merkt schon: Den Besuch der Verteidigungsministerin beim Zentrum Innere Führung in diesen Tagen in der öffentlichen Darstellung als Business as usual abzuwickeln, ist aus meiner Sicht vielleicht nicht so ganz glücklich. Vielleicht hören wir ja hinterher was dazu. Ich bin da allerdings skeptisch. (Wenn jemand der Leser/innen hier dabei war: Wir sind ganz Ohr.)

101 Gedanken zu „Fürs Protokoll: von der Leyen beim Zentrum Innere Führung

  1. Selbst am ZInFü ist man gespannt, was vdL im Gepäck hat. Und ursprünglich sollten Medienvertreter zugelassen sein, ist aber kurzfristig im BMVg unentschieden worden. Der DBwV macht in Montabaur ein zweitägiges Kolloquium zu Deu Rolle in der Wel. Dort wird vdL sprechen und wohl auch auf die Woche eingehen. Ein Freund von mir aus Konlenz hat sich angemeldet. Mal sehen, was dabei rumkommt. Als das Kolloquium vor 6 Monaten geplant wurde, hatte natürlich niemand die Brisanz dieser Tage auf dem Schirm. Umso spannender. Bin gespannt, ob Sie sich auf den Q&A Teil einlässt ;-)

  2. Sie ist wohl danach beim DBwV für ein Sipo Forum und will dort Rede und Antwort stehen. Das entnehme ich dem Programm, das bei der Stiftung (KTMS) des DBwV eingestellt ist. Vor wenigen Tagen war noch ein Pressestatment in Koblenz vorgesehen. Vielleicht hat das BMVg nun aber kalte Füße bekommen. Schade :-(

  3. Ich habe es bereits schon einmal gesagt. Am Ende dieser Debatte wird es nur Verlierer geben.
    Von der Ministerin angefangen über die gesamte Generalität/Admiralität bis hin zum Bewerber für den freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr.

    Und was wird besser werden? Nichts! Warum? Weil Kriminelle in der Bundeswehr durch noch so gute politische Bildung als Einzelfälle wie in allen anderen Berufen auch nie zu verhindern sein werden.

    Der Fall Franco A. hätte nie in Zusammenhang gebracht werden dürfen mit den Vorgängen Pfullendorf. Zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte, die zufällig zeitgleich auftauchten wurden zu einem gemeinsamen Bundeswehrthema gemacht. Und es wurden sofort systemische Mängel diagnostiziert. Das war der strategische Fehler der „Unternehmensführung“ der Bundeswehr. Da kommt sie so schnell nicht mehr raus.

  4. @ pete

    Zitat: „Zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte, die zufällig zeitgleich auftauchten wurden zu einem gemeinsamen Bundeswehrthema gemacht. Und es wurden sofort systemische Mängel diagnostiziert. Das war der strategische Fehler der „Unternehmensführung“ der Bundeswehr. Da kommt sie so schnell nicht mehr raus.“

    Das ist ihre private Meinung, andere Kommentatoren sehen das anders.
    Die beiden Vorfälle hängen sehr wohl zusammen und zwar mit dem Menschenbild was verschiedene Soldaten in ihren Köpfen zu haben scheinen.

    Meiner Meinung hat sie genau das Richtige gemacht, sie hat die systematischen Mängel beim Namen genannt und all denen die mit obskurren Gegenständen ihre Wohlführäume schmücken wollen den Zusammenhang zwischen Traditionserlass, Eintreten für die demokratische Grundordnung § 8 SG und Grenzen von „privater“ Ausgestaltung von dienstlichen Aufenthaltsräumen in Bw-Liegenschaften aufgezeigt.

  5. @ Pete | 12. Mai 2017 – 13:14

    1+

    Hier wie in anderen online-medien wird fleissig über das Abhängen des Bild des Alt-Bundeskanzler Schmidt „diskutiert“.

    In vielen Kommentaren wird deutlich, dass es Zustimmung dafür gibt, dass Rechtsradikale/ -extremisten in der Bw nichts zu suchen haben aber dass die derzeitigen Massnahmen eher vom eigenen versagen ablenken und vollkommen übertrieben sind.

  6. @ Pete | 12. Mai 2017 – 13:14

    Vollkommen richtig.

    Das schlimme am Verhalten der Ministerin ist ja: Es ist nicht neu.
    Vor knapp 10 Jahren bekam Ursula von der Leyen den wenig schmeichelhaften Spitznamen Zensursula, nachdem sie Stoppschilder im Internet aufstellen wollte und jeden Kritiker dieses technisch unsinnigen Unterfangens pauschal in die Nähe von Kinderpornographie stellte. Methodisch war das der pauschalen Verunglimpfung der Bundeswehr als Nazi-Brutstätte nicht unähnlich. Auch damals hatte man den Eindruck, dass es nicht um die Sache geht, von der sie keine Ahnung hatte, sondern um Profilierung in einer Bevölkerung, der 2008 noch vieles am Internet so unbekannt und fern war, wie heute das Innere der Bundeswehr.
    Je stärker sie in Bedrängnis geriet, desto schriller diffamierte sie. Anschließend ließ man etwas Gras drüber wachsen, es gab eine neue Frisur und eine neues Image für Frau von der Leyen und auf ging es ins Verteidigungsministerium.

    Auch bei der Zensursula-Debatte gab es nur Verlierer.

  7. Sehr geehrter Pete,
    natürlich sind beide Fälle in ihrer Schwere und Gefahr nicht in direktem Zusammenhang. Deshalb hat man ja nicht die Fälle Pfullendorf und Franco A. zum gemeinsamen Thema gemacht, sondern aus beiden Fällen geschlossen, dass es einen Korpsgeist in der Truppe geben könnte, der Handlungen, die mit einem Eintreten für die Freiheitlich Demokratische Grundordnung nicht vereinbar sind, begünstigt.
    Ich stimme Ihnen zu, dass es am Ende viele Verlierer geben wird, weil zu viele Indizien dafür sprechen, dass ein solcher Korpsgeist wirklich existiert, und man vorher davon hätte wissen können.
    Sollte es im Zuge der Debatte zu einer Hinwendung der Bundeswehr zu den Prinzipien der Inneren Führung kommen, hätten Streitkräfte und Gesellschaft dadurch nur gewonnen!

  8. @Pete | 12. Mai 2017 – 13:14

    Auch wenn Sie das noch oft sagen, davon wir es auch nicht wahr.
    Die beschuldigten Soldaten, sei es aus Illkirch, Pfullendorf, Sondershausen oder auch Bad Reichenhall sind keine Kriminellen und die lange Geschichte solcher Vorfälle (okay, Illkirch ist eine neue Qualität) beweist, dass dies definitv keine Einzelfälle sind. Die Titulierung als „Kriminelle“ und „Einzelfälle“ ist ein allzu durchsichtiger Versuch, einer längst überfälligen Debatte die Legitimität abzusprechen oder diese zu verdrängen (ebenso wie das Anstoßen dieser Debatte ausschließlich politischer Geltungssucht von der Leyens zuzuschreiben).

    Und wenn – wie im Tagesbefehl der Ministerin vom 10.Mai angesprochen – die Vermittlung der Inneren Führung in Unteroffizier und Offizierausbildung verstärkt wird, dann wäre schon etwas erreicht. Da wäre aber die Voraussetzung, dass dies nicht darin beruht, einfach nur irgendwelche Stundensätze hochzuschrauben, sondern dass die Innere Führung erlebbar wird, durchgeführt von Vorgesetzten die Vorbilder sind und Werte vermitteln können.

    Pete | 12. Mai 2017 – 13:14
    „Am Ende dieser Debatte wird es nur Verlierer geben.“

    Allein dadurch dass dieses Thema jetzt in aller Munde ist fühle ich mich bereits als Gewinner. Als Verlierer würde ich mich nur fühlen, wenn die ewigen Miesmacher und Beharrungskräfte die Oberhand behalten würden, aber wenn ich nur die Situation in meinem Btl betrachte bin ich optimistisch.

    Ich empfehle dazu den Artikel von Jakob Augstein auf Spiegel online „Mit harter Hand“. Auch wenn ich es mir nicht zu eigen mache Jakob Augstein zu empfehlen.

  9. An alle die jetzt die Politische Bildung als die Lösung der Probleme identifizieren:
    Sowohl in der Wehrmacht, der NVA, der roten Armee und wo nicht sonst noch hat man intensiv daran gearbeitet die Soldaten auf Spur zu bringen. In allen Fällen gab es trotzdem welche, die sich dagegen entschieden haben die aktuelle politische Leitlinie für sich zu akzeptieren. Es gab immer Menschen die es anders gesehen haben und es wird sie auch weiterhin geben, selbst wenn man 24/7 nur noch PolBil betreibt.

    Nur weil ein KpChef sich vor die Truppe stellt und denen die Welt erklärt, heißt es nicht dass es ihm alle glauben werden bzw. ganz plötzlich ihre Einstellung überdenken. Man schafft so vielleicht den Wackelkandidaten innerhalb der FDGO zu halten aber wenn einer meint er müsse unbedingt ein Nazi sein, dann wird man Ihn dadurch auch nicht von seinem Weg abbringen. Der OLt A. Ist da bestes Beispiel, bis vor kurzem hat dieser sich nur an den Schulen aufgehalten, dort wird PolBil Byte the Book betrieben, sowohl was Inhalt als auch zeitliche Vorgaben angeht. Es hat nicht gereicht um dem Mann seinen Irrglauben zu nehmen.

  10. @Pete: völlig richtig. Schade, dass hier ganze Kommentare zu ähnlichen Themen geschlossen bzw. nicht zugelassen werden. Die letzte Meldung, s. Weltonline, haut auch ins Kontor: Verbot des Liederbuchs der Bundeswehr, u.a. wegen des Lieds „Schwarzbraun ist die Haselnuss…“ Ja, es wird nur Verlierer und Verliererinnen geben! Schade.

  11. @Pete: +800.
    Schwarzbraun ist die Haselnuss wird verboten, weil Verbrecher verhaftet wurden und Soldaten Dienstvergehen begangen haben.
    Warum kriege ich die Logik dahinter nicht in meinen Kopf?
    Sie haben so Recht, dass es nur Verlierer geben wird. In der derzeitigen Lage kann einem sogar das ZInFü leid tun. Was mir aber am meisten stinkt (bitte die Formulierung zu entschuldigen): wo sind denn jetzt die geforderten Charakterköpfe der militärischen Führung, die sich vor die Soldaten und die Bundeswehr stellen?

  12. @ all
    Bezüglich des Fotos von Helmut Schmidt in Uniform gibt’s ja noch eine Alternative. Der Altkanzler war zuletzt Hauptmann der Reserve bei der Luftwaffe – natürlich Flugabwehr. Hat auch am Mutterhaus in Rendsburg geübt. Foto gibt’s auch (Link hoffentlich erlaubt):
    http://www.sueddeutsche.de/politik/helmut-schmidts-leben-in-bildern-macher-mit-schnauze-1.1138126-2
    Hans Schommer

    [Der Link führt zu einem Artikel, der älter ist als ein Jahr, und damit zulässig. Aber die Frage, die ich gestern schon gestellt habe, bleibt ja: War Helmut Schmidts Zeit in der Wehrmacht das Entscheidende für das, was er für die Bundeswehr und Deutschland geleistet hat? Wirklich? T.W.]

  13. Ich schließe mich Pete an, was mich dennoch am meisten enttäuscht ist unsre Generalität.
    Das ein Pauschalurteil so hingenommen wird ist schon ein starkes Stück.

    Hier erkennt man die gelungene Umsetzung der letzten Jahrzehnte im Personalwesen die zum Ziel hat Ja sager und duckerriche auf Spitzendienstposten zu setzen.

    Eine klare Ansage , das abstimmen auf Ebene der Kommandeure mit dem Ziel die Ministerin einzubremsen …. Fehlanzeige!!!

    Stattdessen wird durch die Kasernen gerannt und hektisch alles zensiert was auch nur ansatzweise in die Richtung Deutscher Geschichte geht.
    Die Presse im Schlepptau und die pauschal Entschuldigung,, das noch einiges zu Tage gefördert wird“ ist man sich nicht zu schade das Ansehen der gesamten Armee für die eigene Werbekampagne der Sauberfrau zu opfern.

    Der Schaden den die gesamte Truppe durch die Medienoffensive ,,von den Leien „nimmt wird ihre Wirkzeit bei weitem überdauern….
    Bestimmt darf man dann in den nächsten Jahren von verschiedenen Herren a.D vernehmen,, was alles falsch lief “ …

    Ein dunkles Kapitel neigt sich hoffentlich bald dem Ende.
    Wir dienen Deutschland 🇩🇪

  14. Hallo zusammen. Hab nun länger überlegt mich zu äußern. Muss es nun mal auch hier zum besten geben. Voran will ich stellen, dass ich als Bundesbeamter vollumfänglich mit beiden Beinen zur FDGO stehe, wir leben im besten Deutschland das es in der Geschichte gab. Die abscheulichen Verbrechen im dritten Reich beschämen mich und wir müssen uns auf ewig damit auseinandersetzen um die Erinnerung an das Schreckliche aufrechtzuerhalten. Ich bin aus der 2. Nachkriegsgeneration, die letzten Zeitzeugen verlassen uns langsam. Uns kommt noch eine sehr wichtige Aufgabe zuteil in den nächsten Dekaden.

    So, nun der Hammer:
    Ich komme mir vor wie ein Idiot, wenn nun mein Büro nach Wehrmachtsdevotionalien durchsucht wird. Gehts noch? Welches vertrauen bringt mir mein Dienstherr eigentlich entgegen? Und diese subjektive Einschätzung/ Aussage sei mir gestattet, bei all dem positiven was unsere Frau Ministerin die letzten Jahre für unsere BW rausgeschlagen hat, sie rettet ihren Allerwertesten in dem Sie allen Bw Angehörigen unterstellt nicht verantwortungsvoll mit unser deutschen Geschichte umgehen zu können. Vielen Dank dafür.

    Und das ist es doch, was viele von uns Bw-Angehörigen gerade gewaltig gegen den Strich geht.

    Danke, gruß Grashüpfer

  15. @Georg
    „…Das ist ihre private Meinung, andere Kommentatoren sehen das anders…“

    Das ist natürlich meine private Meinung, was denn sonst? Ich finde es auch überhaupt nicht schlimm, dass andere Kommentatoren das anders sehen. Das ist doch das Wesen der Demokratie und das wofür die Bundeswehr steht.

    Jeder hier im Blog spricht/schreibt nur das was seine/ihre „private Meinung“ ist. „Denstliche Meinungen“ hingegen sind die öffentlichen Äußerungen der Ministerin und aller Generale/Admirale und Pressesprecher.

    Ob manch ein General/Admiral eventuell eine andere „private Meinung“ vertritt als die „dienstliche Meinung“ weiß ich nicht, kann aber durchaus sein.

  16. @ Fritz

    Wundert Sie das, das die Generalität nichts sagt zu rechtsradikalen Tendenzen innerhalb der Bw ?

    Fragen Sie doch mal General a.D. Dieter, General a.D. Günzel, General a.D. Hagena und den Amtschef des SKA.

    Ach so, die waren ja alle ein Teil des Problems des Verschleierns von Zuständen in der Truppe, der zu milden Bestrafung von Soldaten die mit einem Menschenbild außerhalb des GG agierten und die sollen jetzt etwas dazu sagen ?

    Generäle sind nicht blöd ! Die wussten schon was in der Truppe vor sich geht und haben auch manchen „Wohlfühlraum“ kennen gelernt und manches Andenken von Pensionären entgegengenommen.

    Wo ich Ihnen zustimme, alle ehrlichen Generäle die solche Zustände in ihrem unterstellen Bereich nicht geduldet haben, denen gehört Lob und Zuspruch ausgesprochen. Dies sind vermutlich die absolute Mehrheit, aber grundsätzlich gilt ein General im aktiven Dienst äußert sich nicht mehr, wenn die Ministerin Position zu einem aktuellen Thema bezogen hat.

    Übrigens gilt dies nicht nur für Generäle. Erfahrene Kommandeure und Chefs äußern bei Stabs- und Zugführerbesprechungen ihre eigene Meinung erst am Schluss der Runde. Sonst gibt es zuviele Ja-Sager und zuwenig kritische Resonanz auf Vorgänge, bzw. Vorschläge.

  17. Ab und zu blättere ich in der alten ZDv 10/1 – Hilfen für die Innere Führung (1972) und ich bin nach wie vor begeistert, welche modernen Grundsätze dort zu finden sind, deren Anfänge durchaus in den 50er und 60er Jahren definiert wurden.

    Aus meiner Sicht fehlt es uns nicht an guten Vorschriften, sondern an deren Umsetzung.
    Für deren Umsetzung bedarf es jedoch auch entsprechender Ressourcen. Die Hauptaufgabe eines Vorgesetzten sollte sein, seine Soldaten zu führen und sich auf deren Ausbildung zu konzentrieren und nicht ständig irgendwelche Engpässe zu lösen oder Dokumentationspflichten zu erledigen.

    Präsente Vorgesetzte die durch ihr Vorbild und gute Menschenführung überzeugen, haben zumindestens eine Chance ihre Soldaten in dieser Richtung zu beeinflussen.
    Wer jedoch in falschen Kreisen unterwegs ist und dort radikalisiert wird, dem wird auch keine noch so gut gemachte politische Bildung zum umdenken bewegen. Hier kann man wohl nur das fehlverhalten detektieren und entsprechend handeln, denn für Rechtsradikale sollte es wirklich keinen Platz in der Truppe geben. Da ändert es auch nichts, wenn der Mann gut in seinem Job ist und eine Lücke hinterlassen würde.

  18. Nicht presseöffentlicher Termin hieß heute in Mayen auch, dass alle bis 13 Uhr anwesend sind und sich bis auf ausgewählte Personen in ihrem Büro aufhalten müssen.
    Die Bundeswehr übertrifft sich noch immer in dem karibischen Aufbau potemkinscher Dörfer, wenn ein Ministerbesuch ansteht.

    Zu der Uni in Hamburg: Ich würde vermuten, dass Helmut Schmidt in dem Dienstgrad gezeigt wurde, den die dortigen Studenten auch hatten und dass dies nicht zwingend als Kontinuität zur Wehrmacht gedacht war. Aber die Diskussion um ein solches Bild (wenn es denn wirklich eine gäbe) schadet viel mehr als sie nutzt. Hängen bleiben vor allem Verbote nach Gutsherrenart, ohne Begründung oder ein klärendes Gespräch vorher. Und niemand vermag so recht zu erkennen, wo denn die Trennlinie zwischen Tradition als Namensgeber und dem Lebensabschnitt als Offizier in der Wehrmacht verläuft, es gehört eben doch zur Biographie dazu.

  19. @Kranführer Ronny
    Die Kolumne von Herrn Augstein ist das unsachlichste was ich bisher zum Thema gelesen habe.
    Zitat:Da werden den Uffzen und StUffzen die Ohren schlackern, wenn die Dienstaufsicht ihnen die Landserbildchen aus den Pornoheften zaubert. Und wer sucht, der wird finden. Jedes Hakenkreuz an jeder Klotür wird von der Leyen dabei helfen, die notwendige öffentliche Unterstützung für eine Reformation der Bundeswehr zu gewinnen.

    So kann man auch als Kolumnist das Ansehen der Bundeswehr schädigen.

  20. @.T.W.
    „Aber die Frage, die ich gestern schon gestellt habe, bleibt ja: War Helmut Schmidts Zeit in der Wehrmacht das Entscheidende für das, was er für die Bundeswehr und Deutschland geleistet hat? Wirklich? T.W.]“

    Meine Antwort:

    1. Nein. Natürlich nicht!
    2. Aber, er ist der Namensgeber der Universität einer Offizierausbildungsstätte und er war selbst Offizier. Ist es wirklich so abwegig, ihn auch in Offiziersuniform an einer Offiziersausbildungstätte abzubilden?
    3. Er ist ein gutes Beispiel, dass ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier auch ein anständiger Mensch sein kann. Deswegen macht das Foto in Uniform sogar Sinn. Oder soll die Tatsache, dass er Offizier war – und es ist nun einmal ein Fakt- besser verschwiegen werden?
    4. Sollen die realen Fakten bei solchen später hoch geehrten ehemaligen Wehrmachtsangehörigen wie Helmut Schmidt besser versteckt werden? Warum? Welchen zweck soll das haben?
    5. Das Bild wurde zu Lebzeiten Helmut Schmidts in der Univerität aufgehängt. Helmut Schmidt hatte damit offensichtlich kein Problem. Er war auch einmal Verteidigungsminister und hat zu seiner Wehrmachtvergangenheit gestanden. Gut so! Ein glaubwürdiger Mensch, der aus seiner eigenen „Geschichte“ in der Wehrmach und der Geschichte seines Staates gelernt hatte! Ein Mann dem die Bundeswehr viel zu verdanken hat. Das Verbieten seines Bildes ist allerdings kein guter Beitrag zur Geschichte des Mannes Helmut Schmidt.

    Lassen Sie mich eines hinzufügen: Die Menschen können aus der Geschichte viel lernen. Aber nur dann wenn sie sich die Erlaubnis Geschichtsforschung „ehrlich“ zu betreiben.

  21. @Pete | 12. Mai 2017 – 13:14
    +1

    @JPG | 12. Mai 2017 – 14:55
    „Sollte es im Zuge der Debatte zu einer Hinwendung der Bundeswehr zu den Prinzipien der Inneren Führung kommen, hätten Streitkräfte und Gesellschaft dadurch nur gewonnen!“

    Naja, in der Truppe ist aber die InFü bereits seit Jahrzehnten angekommen, da muss es nicht zu einer „Hinwendung“ kommen. Einzelfälle belegen hier sicherlich nicht das Gegenteil.

    Aber in der Führung sollte sie vielleicht mal ankommen… Denn politische Leitung und militärische Führung zeichnen sich ja seit Wochen hier nicht durch vorbildhaftes Handeln im Sinne der InFü und der modernen Menschenführung aus :(

  22. Shepard: Professor Luhmann, ist Rechtsextremismus in der Bundeswehr ein systemisches Phänomen?

    Luhmann: Wenn es sich nicht selbst macht, ist es kein System.

  23. @Georg | 12. Mai 2017 – 20:44
    Das kann dem ein oder anderen der Lw oder M nicht passieren.
    Marine hat versucht Landoperation zu führen ohne die Truppe mit Munition ausstatten zu wollen (Die Sache mit dem Genital). Die Lw machte Urlaub in Schweden ;-)
    Nette Vorbilder als militärische Führer. Wohlfühlraum „im Lager “ oder „im Liebes-Urlaub“.
    Nur so nebenbei wiederholt… nicht pauschalisiert gerichtet wie bei ihnen dauerhaft erkennbar.

  24. @ Insider
    (aus diesem Artikel) so etwas schadet dem Ansehen der Bundeswehr mehr als dieser Artikel:

    „Warum lehnt der Kommandeur des deutsch-französischen Heeresfliegerausbildungszentrums in Le Luc die Teilnahme einer deutschen Delegation am Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Worten ab: „Ich stelle mich doch nicht als Besiegter mit einer deutschen Delegation zu einer Siegesparade.“

    2015 und mit einer anderen deutschen Führung am DEU/FRA HFlg AusbZ Tiger in Le Cannet des Maures wurde jedenfalls mit deutschen militärischen Delegationen am „jour de de la Victoire“ in Lyon teilgenommen, erstmalig nach 70 Jahren.

    http://amndvden.overblog.com/2015/05/lyon-capitale-de-la-resistance-et-de-la-reconciliation-l-a-m-n-d-v-d-e-n-invitee-au-70eme-anniversaire-de-la-victoire-de-1945-a-lyon

  25. @Koffer | 12. Mai 2017 – 21:34

    „Naja, in der Truppe ist aber die InFü bereits seit Jahrzehnten angekommen, da muss es nicht zu einer ‚Hinwendung‘ kommen. Einzelfälle belegen hier sicherlich nicht das Gegenteil.“

    Bei jedem Skandal – von gespielten Vergewaltigungs-Szenen, über Totenkopf-Bilder bis zu Rektaltamponade in der CFR-Ausbildung -, jedesmal gibt irgendein Pressesprecher zum Besten, es handele sich um bedauerliche Einzelfälle, die nicht für die Gesamtheit der Truppe stehen können. Die Frage ist doch: belegt die ständige Behauptung, es seien Einzelfälle, dass die InFü bereits seit Jahrzehnten in der Truppe angekommen sei? Ich denke nicht!

    Dann wäre noch die Sache mit den Wehrmachtsdevotionalien in den Kasernen, von welchen nun mehr und mehr aufzutauchen scheinen. Alles Einzelfälle? Mit der Inneren Führung vereinbar? Noch mal zur Erinnerung: Die Bundeswehr sollte „ohne Anlehnung an die alten Formen der Wehrmacht etwas grundlegend Neues“ sein.

    Es bleibt zu hoffen, dass im Zuge dieser Debatte wirklich kritisch aufgearbeitet wird, wie sehr die InFü wirklich in der Truppe angekommen ist und von Vorgesetzten vorgelebt wird.

  26. @lame | 12. Mai 2017 – 22:07
    „(aus diesem Artikel) so etwas schadet dem Ansehen der Bundeswehr mehr als dieser Artikel: „Warum lehnt der Kommandeur des deutsch-französischen Heeresfliegerausbildungszentrums in Le Luc die Teilnahme einer deutschen Delegation am Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Worten ab“

    Wieso das dem Ansehen der Bw schaden soll, erschließt sich mir jetzt nicht. Die FRA sind da sehr verständnisvoll. Als ich vor einigen Jahren in FRA, wurden wir sehr höflich gefragt und man machte uns deutlich, dass man eine Nicht-Teilnahme von unserer Seite sehr wohl verstehen könne…

    JPG | 12. Mai 2017 – 22:34
    „Bei jedem Skandal – von gespielten Vergewaltigungs-Szenen, über Totenkopf-Bilder bis zu Rektaltamponade in der CFR-Ausbildung -, jedesmal gibt irgendein Pressesprecher zum Besten, es handele sich um bedauerliche Einzelfälle, die nicht für die Gesamtheit der Truppe stehen können. Die Frage ist doch: belegt die ständige Behauptung, es seien Einzelfälle, dass die InFü bereits seit Jahrzehnten in der Truppe angekommen sei?“

    Natürlich! Denn angesichts der Größe der Bw kommt es natürlich (das ist statistisch gar nicht anders möglich) hin und wieder zu Vorfällen.

    „Dann wäre noch die Sache mit den Wehrmachtsdevotionalien in den Kasernen, von welchen nun mehr und mehr aufzutauchen scheinen.“

    Ja, und die meisten waren (bisher) vorschriftenkonform. Wo ist das Problem?

  27. @ 0815

    Mir geht es nicht um Heeres- oder Lw-Generäle.

    Mir geht es darum, dass es in der Truppe in Teilen ein Problem mit einer rechtsradikalen Einstellung und Gesinnung gibt. Gelegentlich tritt die sichtbar an die Oberfläche, meist jedoch verdeckt in Erscheinung.

    Und ja, je mehr Kommentare ich hier lese, desto dringender empfinde ich die Maßnahmen die die Ministerin jetzt angekündigt oder angeordnet hat.

  28. @Georg | 12. Mai 2017 – 22:50
    „sichtbar an die Oberfläche, meist jedoch verdeckt in Erscheinung.“

    Da gebe ich ihnen recht.

    „desto dringender empfinde ich die Maßnahmen“
    .im Falle der Wirrköpfe in Uniform JA!
    ..ermittlung durch die „richtigen“ Behörden JA!
    …unterstützung der richtigen Behörden durch das BmVg JA!
    ….medialer, hausgemachter Terror gegen die Streitkräfte NEIN!
    …..Wahlkampf auf dem Rücken der Truppe NEIN!

    “ je mehr Kommentare ich hier lese“
    Wir sollten dies auch nicht zu überbewerten. (auch wenn gerade fast alle „Hypersensitiv“ sind)
    Nur weil andere etwas weiter rechts von Links-Mitte argumentieren, besser gesagt ihre eigene Auffassung so teilen, sollte man niemanden pauschal verdächtigen. Das wird an anderer Stelle schon gemacht.
    Und Äusserungen links von der mitte-rechts werfe ich ja auch nicht die geheime oder verspätete radikale/extremistische 68er Gesinnung vor.

    Ich hoffe Sie verstehen meine Ausführungen.

    Die Stimmung ist in der Truppe am Boden. Der „Kaffeesatz“ mag nicht mehr.
    Es herrscht in großen Teilen der Verlust des Vertrauens in (einige Bereiche der) die Führung. Und das ist viel viel schlimmer als die Knallköppe mit dem Buch von Major Hans Dach. Ermitteln – gerichtlich verurteilen- Ende! Ohne großes TamTam von innen.

  29. Zu den „Einzelfällen“
    Wenn man alle Skandale der letzten Jahre zusammen aufführt, kann man natürlich zu dem Schluss kommen das es ein verbreitetes Problem ist. Allerdings darf man nicht vergessen wieviel Leute im gleichen Zeitraum in die Bw eingetreten sind, bzw. diese verlassen haben.

  30. Zum Thema Liederbuch: (steht ja auch im Zusammenhang mit der Inneren Führung)

    Quelle : Veröffentlichung des Institutes für Musikalische Volkskunde der Universität zu Köln; 74 / 2001; Barbara Boock (Freiburg)

    „Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun bin auch ich“ – Nachforschungen zu einem umstrittenen Volkslied“

    Habe soeben mal die große Maschine befragt.. ich bin entsetzt!
    Ob dieses Institut für Musikalische „Volkskunde“ der Uni glaubwürdig im Sinne der FDGO ist kann ich nicht feststellen.

    Ich stelle nur fest das in dieser Nachforschung schon allein die Worte „jüdische Emmigrantin, NS Zeit und HJ“ für einige ausschlaggebend sein dürften dieses Lied zu verbieten. Den genauen Wortlaut kann jeder selber für sich selbst „analysieren“ und politisch korrekt bewerten… bevor jemand in die rechte Schublade gedrückt wird.

    [sarkas]
    [Dies in Verbindung mit den anderen Liedern und dem „Gesangbuch der Arbeitgebermarke“ lassen mich zu dem Entschluß kommen das ich vermutlich in der Jugend stark „indoktriniert“ wurde.
    Tony Marshall, Heino, Heidi Brühl und Freddy Quinn aus dem Radio oder Plattenspieler gehörten in meinem Elternhaus zum täglichen Programm…]

  31. @Koffer | 12. Mai 2017 – 22:49

    Ich erwidere Ihre Behauptungen in umgekehrter Reihenfolge:

    1.) „’Dann wäre noch die Sache mit den Wehrmachtsdevotionalien in den Kasernen, von welchen nun mehr und mehr aufzutauchen scheinen.‘

    Ja, und die meisten waren (bisher) vorschriftenkonform. Wo ist das Problem?“

    Also, meines Wissens hat sich die Vorschrift nicht geändert. D.h., sie waren schon vor dem letzten Sonntag nicht vorschriftenkonform, wurden aber stillschweigend geduldet. Ein Blick in den Traditionserlass gibt da Aufschluss:

    „Das Sammeln von Waffen, Modellen, Urkunden, Fahnen, Bildern, Orden und Ausrüstungsgegenständen ist erlaubt. Es dient der Kenntnis und dem Interesse an der Geschichte und belegt, was gewesen ist. Die Art und Weise, in der wehrkundliche Exponate gezeigt werden, muss die Einordnung in einen geschichtlichen Zusammenhang erkennen lassen. Die äußere Aufmachung muss diesen Richtlinien entsprechen.“
    Diese Richtlinien verlangen u.a. „kritisches Bekenntnis zur deutschen Geschichte, Liebe zu Heimat und Vaterland, Orientierung nicht allein am Erfolg und den Erfolgreichen, sondern auch am Leiden der Verfolgten und Gedemütigten.“

    Ich kann nicht erkennen, inwiefern sich glorifizierende überlebensgroße Landser-Wandgemälde in den Rahmen dieser Richtlinien einordnen lassen.

    2.) „‚Die Frage ist doch: belegt die ständige Behauptung, es seien Einzelfälle, dass die InFü bereits seit Jahrzehnten in der Truppe angekommen sei?‘

    Natürlich! Denn angesichts der Größe der Bw kommt es natürlich (das ist statistisch gar nicht anders möglich) hin und wieder zu Vorfällen.“

    Das Auftauchen von Verstößen gegen die Prinzipien der InFü belegt also Ihrer Meinung nach, dass die Normen der InFü akzeptiert werden. Interessant! Mit der Statistik liefern Sie dann auch gleich den Schuldigen. Soll wohl heißen, die Truppe ist ja auch nur Spiegelbild der Gesellschaft.
    Ist es denn nicht so, dass wenn die InFü unsere Soldatinnen und Soldaten wirklich prägen würde, solche Zwischenfälle tatsächlich gegen null tendieren müssten? Müsste das durch die InFü gespiegelte Gesamtbild der Gesellschaft nicht extremistische Milieus herausfiltern? Wenn in der Bundeswehr weit und breit ein Klima herrschte, in dem die Soldatinnen und Soldaten dem Militarismus alter Tage vollumfänglich abgeschworen haben und jederzeit konsequent und aktiv für den Erhalt der FDGO eintreten, warum gibt es dann jedes Jahr einen über 100 Seiten langen Bericht des Wehrbeauftragten? Warum gibt es dann aktuell 275 rechtsextremistische Verdachtsfälle, die, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, nur die Spitze des Eisberges sind?

    Ich fürchte, lieber Koffer, Sie sind sich sicherer, als es angebracht ist.

  32. re: Pete

    Richtige Feststellung!- Nur hätte eine Trennung der Vorfälle (u.a. in Pfullendorf) und des „Falls Franco A.“ nicht zu der Dramaturgie getaugt, die seitens v.d.L. (vermutlich) medial beabsichtigt war!

    Wenn man/frau nun feststellt, dass das Verteidigungsministerium die Ausgabe des „Bundeswehr-Liederbuches“ bereits im Januar 2017 gestoppt hat. (Zitat SPON vom 12.05.2017 („Ministerium stoppt Bundeswehr-Liederbuch“): „Besonders in der Kritik stehen in dem Liederbuch „Kameraden singt!“ Stücke wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“, das „Panzerlied“ oder „Das Westerwaldlied“. Sie wurden dem Ministerium zufolge in der NS-Zeit und während des Zweiten Weltkriegs als Ausdruck nationalsozialistischer Überhöhung missbraucht. Zudem finden sich in dem Liederbuch Kompositionen und Texte von NS-Ideologen.“) dann ist es nicht abwegig zu vermuten, dass sich im BMVg schon früher ein gewisser Handlungsbedarf aufgezeigt haben könnte!?

    Nur, hätte dieser Sachverhalt v.d.L. gereicht um das Thema mediengerecht zu thematisieren?- Sicherlich nicht!

    Insoweit waren die bestürzenden u.a. „Vorgänge in Pfullendorf“ und der „Fall „Franco A.“ der perfekte Rahmen für v.d.L. sich als „Aufklärerin gegenüber Rechtsextremismus“ und „Macherin“ im Ministeramt neu zu erfinden!

    Und die latente Verbindung zwischen den verschiedenen Vorfällen und dem „Fall Franco A.“ war doch auch für v.d.L. der mediale Idealfall!

    Davon dürfte sie vermutlich (läßt sich im Moment beliebig neu medial aufwärmen!) noch ein paar Wochen zehren!

    Mithin treten alle anderen Probleme die u.a. der „5. Bericht des Bundesministeriums der Verteidigung zu Rüstungsangelegenheiten“ und die desaströse Zahlenlage aus dem letzten „Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr“ aufzeigt, (fast) völlig in den Hintergrund!

    So gesehen ist das Vorgehen von v.d.L. in Teilen doch nichts weiter als „Polit-Marketing“ in eigener Sache!

    Und sie haben recht: Den Schaden den die Vorfälle z.B. in Pfullendorf und der „Fall Franco A.“ für die Bundeswehr hinterlassen haben ist sicherlich beträchtlich!

    Den Schaden den v.d.L. durch ihren medialen Umgang mit diesen Vorfällen und dem „Fall Franco A.“ angerichtet hat, ist derzeit in der Schadenshöhe noch nicht einmal abschätzbar zu bewerten!

    Vermutlich dürften dieser mediale Umgang (von v.d.L.) noch Wirkung entfalten, wenn mögliche strafbewehrte Handlungen längst abgeurteilt sind!- Und v.d.L. sich schon wieder im nächsten Ministeramt wiederfindet!

    Aber solche Kolleteralschäden nimmt frau (meiner Ansicht nach) als Politikerin wohl gerne in Kauf, wenn es um die Überhöhung der eigenen Person zur Absicherung der politischen Karriere geht …

  33. re: JPG

    Was erwarten sie eigentlich?- 250.000 „perlweiß gewaschene MitarbeiterInnen bei der Bundeswehr“ als SoldatenInnen, BeamteInnen und ArbeitnehmerInnen, die völlig von dem statistischen Durchschnitt der Bürgerinnen in Deutschland abweichen und sich nichts zu Schulden kommen lassen könnten?

    Anders ausgedrückt: Letztendlich ist die Bundeswehr ein Spiegelbild der Gesellschaft mit ihren „schwachen und starken MitbürgerInnnen“;- mit MitbürgerInnen die sich auch politisch verirren oder auch strafwehrte Handlungen vollziehen könnten!

    Nichts weiter spiegelt sich in den benannten Vorfällen und im „Fall Franco A.“ wieder.- Und die Statistik des MAD benennt lediglich „Verdachtsfälle“,- nicht mehr und nicht weniger!- Hier von einer „Spitze des Eisberges“ zu fabulieren ist schon recht verwegen! (Ist aber zweifelsfrei auf der Linie des Umgangs mit dem Thema durch die v.d.L.!)

    Insoweit gilt in der Bundeswehr die gleiche Sorgfaltspflicht im Erkennen extremen politischen Gedankenguts (sei es von rechts oder von links) und die Ahndung von strafwürdigem Handeln, wie in unserer Gesellschaft allgemein!- Das gilt gleichermaßen in der angemessenen Begleitung der Umsetzung der InFü …

  34. @JPG | 12. Mai 2017 – 23:56
    „Also, meines Wissens hat sich die Vorschrift nicht geändert. D.h., sie waren schon vor dem letzten Sonntag nicht vorschriftenkonform, wurden aber stillschweigend geduldet.“

    Nope. Sie wurden nicht stillschweigend geduldet, sondern sie waren/sind (überwiegend) Regelkonform.

    „Ich kann nicht erkennen, inwiefern sich glorifizierende überlebensgroße Landser-Wandgemälde in den Rahmen dieser Richtlinien einordnen lassen.“

    1. Die Bilder sind nicht glorifizierend.
    2. In diesem Raum sind auch historische Darstellungen anderer Epochen von Infanteristen (in gleicher Aufmachung, d.h. Wandbild + Waffe).

    „Das Auftauchen von Verstößen gegen die Prinzipien der InFü belegt also Ihrer Meinung nach, dass die Normen der InFü akzeptiert werden.“

    Naja, zumindest widerlegt es sie nicht, solange es nicht über ein (statistisch normales) Maß hinaus geht. Menschen sind halt Menschen. Da lassen sich Vergehen und Straftaten nicht vollständig ausschließen.

    „Müsste das durch die InFü gespiegelte Gesamtbild der Gesellschaft nicht extremistische Milieus herausfiltern?“

    Und wie wollen Sie das machen? Gedankenkontrolle?!

    „Warum gibt es dann aktuell 275 rechtsextremistische Verdachtsfälle“

    Falsche Fragestellung!

    Wie gut muss die InFü und die PolBil eigentlich funktionieren, wenn angesichts der Größe der Bundeswehr nur so wenige Verdachtsfälle vorliegen? Vor allem wenn man bedenkt, dass sich die allermeisten im Rahmen der Nachforschungen nicht validieren!

  35. @JPG
    „Ist es denn nicht so, dass wenn die InFü unsere Soldatinnen und Soldaten wirklich prägen würde, solche Zwischenfälle tatsächlich gegen null tendieren müssten? Müsste das durch die InFü gespiegelte Gesamtbild der Gesellschaft nicht extremistische Milieus herausfiltern? … Warum gibt es dann aktuell 275 rechtsextremistische Verdachtsfälle, die, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, nur die Spitze des Eisberges sind?“

    Bisher hat jede Nachforschungswelle seitens der Bw oder des Wehrbeauftragten einfach nicht bedeutend mehr ergeben. Es gibt bislang nichts Handfestes, um mehr zu vermuten als Einzelfälle.
    Müsste man aber von der InFü aber eine Tendenz gegen Null erwarten? Das wäre eine ziemlich steile Ansage. Und wer sagt eigentlich – angesichts diverser Entlassungen aufgrund rechtsradikaler Ansichten, daß das Herausfiltern nicht gelänge? Ein Fall eines guten Täuschers sagt das sicher nicht.

    Die Amadeu-Antonio-Stiftung verortet in der Gesamtbevölkerung bei ca. 5% ein verfestigtes rechtsradikales oder rechtsextremes Weltbild.
    Selbst wenn wir bei den 275 Fällen noch eine ordentliche Portion für Dunkelfälle aufschlagen, kommen wir dabei in der Bundeswehr gerade mal so auf 0,5%.
    Irgendwas könnte die Bw also richtig machen. Vielleicht sind das ja InFü und PolBil.

  36. @ audio 001

    Zitat:
    „So gesehen ist das Vorgehen von v.d.L. in Teilen doch nichts weiter als „Polit-Marketing“ in eigener Sache!
    Und sie haben recht: Den Schaden den die Vorfälle z.B. in Pfullendorf und der „Fall Franco A.“ für die Bundeswehr hinterlassen haben ist sicherlich beträchtlich!
    Den Schaden den v.d.L. durch ihren medialen Umgang mit diesen Vorfällen und dem „Fall Franco A.“ angerichtet hat, ist derzeit in der Schadenshöhe noch nicht einmal abschätzbar zu bewerten!
    Vermutlich dürften dieser mediale Umgang (von v.d.L.) noch Wirkung entfalten, wenn mögliche strafbewehrte Handlungen längst abgeurteilt sind!- Und v.d.L. sich schon wieder im nächsten Ministeramt wiederfindet! “
    Zitatende

    Wir sind zwar in technikaffininen Threads oftmals einer Meinung, aber hier sehe ich eine andere Bewertung gegeben.

    Natürlich nutzt die Ministerin diese Vorkommnisse zur medialen Selbstdarstellung. Vermutlich ist dies auch das Wesen von erfolgreichen Politikern. So wie Karl Theodor zu Guttenberg mit Gattin 2010 seine Afghanistanbesuche bei der Truppe zur erfolgreichen medialen Selbstinszenierung nutzte !

    Wenn man diesen Aspekt bei Seite lässt, haben wir in der Bw wellenartig, alle 10 – 15 Jahren ein Problem mit rechtsradikalen Vorkommnissen, falschem Traditions- und Geschichtsverständnis und verharmlosenden Vergleichen mit der Wehrmacht.

    Was bitte schön hat die Wehrdisziplinarordnung der BW mit der Wehrdisziplinarordnung der Wehrmacht von 1935 zu tun ? Natürlich gab es immer Vorläufergesetze und auch das Grundgesetz von 1949 war keine absolut neue Erfindung sondern basierte auf Prinzipien der christlich abendländischen Kultur und manch vorher existierenden Gesetzeswerken.

    Also meiner Meinung nach erleidet die Bw jetzt keinen Schaden durch die mediale Aufarbeitung der verschiedenen Vorkommnisse, sondern es tritt ein Selbstreinigungseffekt ein, verschiedene Verhaltensweisen die sich stellenweise eingebürgert hatten und als normal in manchen Truppenteilen betrachtet wurden, werden wieder mal kritisch hinterfragt und die Innere Führung entfaltet wieder mal ihre reinigende Wirkung, die in den letzten Jahren von Teilen der Truppe als überholt, truppenfern, die Einsatzrealität ausblendende Richtlinie dargestellt wurde.

    Auch hier im Forum !

  37. @Georg | 13. Mai 2017 – 10:36
    „Was bitte schön hat die Wehrdisziplinarordnung der BW mit der Wehrdisziplinarordnung der Wehrmacht von 1935 zu tun ?“

    Eine ganze Menge! Wie in einem anderen Diskussionsfaden durch einen Kommentator schon angemerkt, ist die WDO in den 50er sehr eng an der Vorgängerfassung angelehnt worden.

    Auch die Institution der Vertrauenspersonen ist keine Neuerfindung der Bundeswehr.

    Gleiches gilt übrigens für die Auftragstaktik.

  38. re: Georg

    Ich verzichte auf eine individuelle Beantwortung und verweise auf einen anderen meiner Kommentare in dieser Sache, Zitat:

    „Wobei man anmerken muss, dass die „Traditionsdiskussion“ offensichtlich immer nur dann in Gesellschaft und Politik geführt wird, wenn sich wieder mal ein irgendein Anlass hierzu aufzeigt,- mithin das Thema „Wehrmacht“ im Zusammenhang (mag er noch so läppisch sein!) mit der Bundeswehr berührt wird!

    Wenn nunmehr – quasi als Abfallprodukt des „Falles des Franco A.“ – diese Diskussion wieder (mal) geführt wird, dann mag das hilfreich sein können!

    Nur realistisch betrachtet dürfte das Interesse der Politik an einer klärenden breiten gesellschaftlichen Diskussion über „Tradition und Bundeswehr“ gleich Null sein!

    Wenn die noch-amtierende Bundesverteidigungsministerin hierzu jetzt „ein Fass (zu einer Diskussion) aufgemacht“ hat, dann dürfte dieser – ein paar Monate vor der Bundestagswahl – von v.d.L. ausgelöste „Tsunami“ vermutlich (politisch gewollt!) ganz schnell als „seichte Welle“ ausklingen, bevor diese (Diskussion) das Wahlvolk richtig erreicht hat!

    So gesehen wird’s dann wieder einmal nichts mit einer klärenden breiten gesellschaftlichen Diskussion über „Tradition und Bundeswehr“, die der Bundeswehr möglicherweise Anstöße zur zeitgemäßen Weiterentwicklung aus Sicht des Jahres 2017 gäbe!- So bleibt dann nur der Verweis auf den „neuen Traditionserlass“ aus 1982 …“

  39. „Und das Auge des Gesetzes? Jacob Grimms Deutsche Rechtsaltertümer berichten 1828 von mittelalterlichen Gerichtsherren, die mitunter auf einäugigen Pferden dahergeritten kamen. Der Volksmund hat dies großzügig als Bereitschaft gedeutet, Gnade vor Recht ergehen zu lassen – eben ein Auge zuzudrücken. Im Einzelfall mag das durchaus angebracht sein. Seltsam nur, dass es immer das rechte Auge ist, auf dem die Justiz nichts sehen will.“
    http://www.zeit.de/2012/07/Gumbel
    Man muß den „Wehrmachtsschleier“ durchstoßen und weiter in die Vergangenheit gehen und die Rolle der Freikorps in der Weimarer Republik unter die Lupe nehmen, um zu verstehen, was hier gerade abgeht. Die Panik davor, dass UvdL ihren Kriminologen tatsächlich auf die BW „losläßt“ muß ziemlich groß sein, vielleicht ist der ja – wie einst Herr Gumpel – auf dem rechten Auge nicht blind.

  40. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass Franz-Josef Strauß auch Offizier der Wehrmacht war. Es wurde ein Flughafen nach ihm benannt und die Kaserne der (ehem.) Luftlande – Lufttransportschule in Altenstadt trägt seinen Namen. Er war kurz nach dem Krieg Landrat von Schongau, später Verteidigungsminister und sogar bayrischer Ministerpräsident.

    Frage: Muss nicht konsequenterweise jetzt auch die Kaserne umbenannt werden, bzw. das Foto von FJS entfernt werden?

    oh, Du schöner Westerwald….

  41. @klabautermann | 13. Mai 2017 – 11:56
    „Man muß den „Wehrmachtsschleier“ durchstoßen und weiter in die Vergangenheit gehen und die Rolle der Freikorps in der Weimarer Republik unter die Lupe nehmen, um zu verstehen, was hier gerade abgeht.“

    Puh, das sind hier aber gerade GROSSE Kaliber! Geht es vielleicht auch etwas sachlicher?!

  42. @ klabautermann | 13. Mai 2017 – 11:56

    “ Die Panik davor, dass UvdL ihren Kriminologen tatsächlich auf die BW „losläßt“ muß ziemlich groß sein, vielleicht ist der ja – wie einst Herr Gumpel – auf dem rechten Auge nicht blind.“
    Sie sagen es wunderbar deutlich: „…..Ihren Kriminologen…“
    Wie war das noch einmal? „Ergebnisse sind mit dem Auftraggeber abzustimmen“?

  43. @ T.Wiegold | 13. Mai 2017 – 13:29

    Leider hat er sich nicht dazu geaeussert, wie diese welche Konsequenzen aus Akzeptanz oder Uebernahme der Verantwortung gezogen werden. Im Sinne des Wortes braucht er und Fr vdL nur zu ‚antworten‘. – und das tun sie ja auch.

    Gerade deshalb betrachte ich die ganze mediale Blase als ein vorsaetzliches Ablenkungsmanoever von den gewaltigen, hausgemachten, materiellen Problemen der Bw, welche hier im blog jedem gelaeufig sein muessten.

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