Bundeswehr-Oberleutnant gab sich als Flüchtling aus, beschaffte Waffe (m. Nachtrag)

Die Geschichte ist vordergründig merkwürdig, bei genauerer Betrachtung vermutlich aber auch brisant für die Bundeswehr: Ein Oberleutnant der deutschen Streitkräfte, stationiert beim Jägerbataillon 291 der Deutsch-Französischen Brigade in Illkirch bei Straßburg, hat sich erfolgreich als syrischer Flüchtling ausgegeben. Der Mann geriet zusammen mit einem Studenten aus Offenbach in das Visier der Behörden, als er auf dem Wiener Flughafen eine illegal beschaffte Waffe aus einem Versteck holte. Beide wurden festgenommen, der Verdacht der Ermittler ist die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Die Festnahme nahm die Polizei am (gestrigen) Mittwoch in Hammelburg vor, als der 28-jährige dort einen Lehrgang absolvierte. Besorgniserregend ist dabei, dass der Oberleutnant gleich bei mehreren Behörden seine Aktivität ohne Alarmsignale durchziehen konnte: Weder bei der Bundeswehr noch bei der Registrierung als Asylbewerber fiel er auf. Dabei gibt es laut Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund – und die Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erkannten offensichtlich nicht, dass sie einen deutschen Staatsbürger vor sich hatten, der nach Medienberichten noch nicht mal Arabisch sprach.

Update: Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagnachmittag mitteilte, wurde für  beide Festgenommenen Untersuchungshaft angeordnet.

Nachtrag: Einige neue Details bei Spiegel Online: Flüchtling und Soldat – das Doppelleben von Oberleutnant Franco A.

Die Mitteilung der Frankfurter Staatsanwaltschaft vom (heutigen) Donnerstag im Wortlaut:

Festnahme eines Bundeswehrsoldaten und Durchsuchungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat weiterlesen