Indien und China beenden Piraten-Entführung im Golf von Aden

Seestreitkräfte aus Indien und China haben am Wochenende einen Angriff vermutlich somalischer Piraten auf ein Handelsschiff im Golf von Aden beendet. Kriegsschiffe und Hubschrauber der indischen Marine eilten dem Massengutfrachter OS35, der unter der Flagge von Tuvalu fährt, nach einem Piratenüberfall am (gestrigen) Samstag zu Hilfe.  Soldaten eines chinesischen Kriegsschiffs stellten anschließend sicher, dass sich keine Seeräuber mehr an Bord befanden. Der Vorfall ist nach Jahren der Inaktivität die vierte Aktion mutmaßlich somalischer Piraten innerhalb weniger Wochen.

Aus der Mitteilung des indischen Verteidigungsministeriums:

A distress call was received from a foreign merchant vessel MV OS 35 (Tuvalu registered vessel), which was attacked and boarded by pirates in the Gulf of Aden late night on 08 April. Indian Navy ships Mumbai, Tarkash, Trishul and Aditya proceeding on deployment to the Mediterranean and passing through the Gulf of Aden, responded to the call and rapidly closed the merchant vessel by the early hours of 09 April. The Indian warships established contact with the Captain of the merchant vessel, who along with the crew had locked themselves in a strong room on board (citadel), as per standard operating procedure. weiterlesen

Schnelle Beschaffung neuer Korvetten: Neuer Ärger mit der Industrie

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Dass die geplante Beschaffung von fünf weiteren Korvetten für die Deutsche Marine in der deutschen Werftindustrie nicht von allen begrüßt wird, war schon lange klar: Bei dem Milliardenprojekt, mit dem die Bundeswehr fünf Schiffe des Typs bekommen soll, den sie schon hat, soll viel Zeit gespart werden – mit einem Nachbau der Kriegsschiffe durch die Lieferwerften der bisherigen fünf Korvetten, ohne Ausschreibung.

Ein Protest der deutschen Werften, die an diesem Projekt eben nicht beteiligt sein werden, war zu erwarten. Und die German Naval Yards mit Sitz in Kiel  (GNYK) hatten deshalb das (Nicht-)Vergabeverfahren auch formal gerügt, also einen Prozess eingeleitet, der bis zur Klage gegen das Vorgehen des Verteidigungsministeriums führen kann.

Jetzt aber scheint in diese ohnehin komplizierte Lage ein ganz neuer Aspekt zu kommen: Die libanesischen Eigentümer der Werft, so berichtet die Welt am Sonntag (Link aus bekannten Gründen nicht), protestieren ebenfalls gegen diese Rüstungsbeschaffung. Und zwar, das ist das Neue, unter Berufung auf ein bilaterales Investitionsschutzabkommen zwischen dem Libanon und der Bundesrepublik Deutschland: weiterlesen