Deutsch-französische Hercules-Staffel: Bundeswehr-Zugriff auch auf französische Maschinen

Die Zustimmung des Bundestags-Haushaltsausschusses zu den Vorbereitungen für eine gemeinsame deutsch-französische Hercules-Lufttransportstaffel hatte ich in der Übersicht in der vergangenen Woche bereits erwähnt; wie angekündigt ein paar mehr Einzelheiten dazu: Was jetzt dem Ausschuss vorlag, war ein deutsch-französisches Regierungsabkommen, in dem es zunächst nur um die grundsätzliche Absicht der gemeinsamen Staffel und um Infrastrukturmaßnahmen in Evreux geht, rund 100 Kilometer westlich von Paris. Frankreich hatte darauf gedrängt, dass dieses Abkommen noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen unterzeichnet werden sollte.

Die Absicht, gemeinsam Flugzeuge vom Typ Hercules C-130J des US-Herstellers Lockheed Martin zu betreiben, hatten beide Länder im Oktober vergangenen Jahres angekündigt und im Februar dieses Jahres eine konkretisierte Absichtserklärung (Declaration of Intent) unterzeichnet. Hintergrund ist ein Problem, das Deutschland wie Frankreich gleichermaßen betrifft: Wenn die betagten Transall-Maschinen nicht mehr genutzt werden können (in Deutschland ab 2021), fehlt ein Flugzeug für die Landepisten, für die der neue A400M-Transporter zu groß ist.

Vor allem für (nationale) Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen, so die Argumentation des Verteidigungsministeriums, müssten jedoch Flugzeuge unterhalb der A400M vorgehalten werden, die so genannte kleine Fläche (das ist der Jargon für kleine Flächenflieger, also Flugzeuge im Unterschied zu Hubschraubern). Frankreich hat bereits kürzlich vier C-130J bestellt, davon zwei als Transporter und zwei in der Version für Luftbetankung – begründet den Bedarf aber vor allem mit Einsätzen in Afrika und dort in der Sahara. Die französischen Transportmaschinen solle 2017 und 2018 geliefert werden, die Tankflugzeuge 2019. Zwei weitere Flugzeuge sind eine Option.

Aus deutscher Sicht kommen da mehrere positive Faktoren zusammen: Zum einen soll die Beschaffung von sechs deutschen Hercules für rund 900 Millionen Euro erst 2019 beschlossen werden, die französische Luftwaffe verfügt also über diese Flugzeuge, bevor die Maschinen für die deutsche Luftwaffe geliefert werden. Und der Betrieb in einer gemeinsamen Einheit soll nicht nur beiden Ländern Geld sparen, sowohl bei Werkzeugen, Prüfgeräten und in der Ausbildung, sondern auch der deutschen Luftwaffe einen Zugriff auf diese Maschinen ermöglichen, bevor sie eigene Hercules hat.

Aus der Erläuterung des Verteidigungsministeriums für den Haushaltsausschuss:

Die beschriebene Fähigkeitslücke „Kleine Fläche“ zeigt sich aktuell z.B. darin, dass die derzeit mit C-160 angeflogenen Flugplätze im Einsatzgebiet Mali (Kidal,Tessalit, etc.) mit dem A400M aufgrund der eingeschränkten Flugplatzinfrastruktur selbst unter Inkaufnahme von operationellen Einschränkungen (Luftfahrzeug verbliebe auf der Start-und Landebahn) nicht angeflogen werden können.
Andere Nationen mit vergleichbarem Streitkräftefähigkeitsprofil (z.B. Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien) betreiben aufgrund ähnlicher Fähigkeitslücken ergänzend zum A400M in einer geringen Stückzahl kleinere taktische Lufttransportflugzeuge, wie z.B. der Typen C-130J und CASA-295.
Im Rahmen von Gesprächen mit europäischen NATO-Partnern hat sich ergeben, dass z.B. eine Kooperation insbesondere mit Großbritannien, einer der europäischen Nutzernationen der C-130J, nicht in Betrachtkommt, weil ein Einsatz von Luftfahrzeugen mit britischen Hoheitsabzeichen im Rahmen des deutschen Nationalen Risiko- und Krisenmanagements [NatRKM] von britischer Seite aus rechtlichen und auch politischen Gründen ausgeschlossen wird.
Frankreich hingegen zeigte von Beginn an eine große Kooperationsbereitschaft auch im Bereich NatRKM und SpezOp.

Schon bevor Deutschland – voraussichtlich – 2019 Maschinen bestellt, die dann zwei Jahre später geliefert werden sollen, stehen die französischen Flugzeuge für nationale deutsche Rettungs- und Evakuierungsmissionen zur Verfügung.

Eine nationale deutsche Lösung, so erläuterte das Verteidigungsministerium, würde nicht nur länger dauern, sondern auch die Beschaffung von mehr deutschen Flugzeugen bedeuten und damit erheblich teurer werden. In der gemeinsamen Hercules-Staffel könne Deutschland dagegen auf insgesamt zehn Maschinen zugreifen, damit sei der Anteil einsatzklarer Maschinen höher als bei einer eigenen Beschaffung in geringer Stückzahl. Auch sei mit dem gemeinsamen Pool der errechnete Bedarf von 1.300 Flugstunden pro Jahr für die Ausbildung leichter zu decken.

Die Anfangsbefähigung des binationalen Verbandes soll mit der geplanten Auslieferung der ersten deutschen Hercules 2021 erreicht werden, die Full Operational Capability im Jahr 2024. Interessant ist dabei, dass die Bundeswehr ihre sechs Maschinen ebenso aufteilen will wie die Franzosen: Drei Flugzeuge, also zur Hälfte, als Transporter und drei als Tankflugzeuge – was aus französischer Sicht nötig ist, um die Luftbetankung von Hubschraubern sicherzustellen, was mit dem A400M (bislang?) aus technischen Gründen nicht funktioniert.

Aufgrund der weitgehend baugleichen Maschinen beider Nationen soll nicht nur die Logistik vereinfacht werden, sondern auch der integrative Flugbetrieb:

Der Aufbau der gemeinsamen Einheit soll integrativ gestaltet werden, so dass grundsätzlich ein Flugbetrieb mit bi-nationaler Durchmischung sowohl im Bereich der Lfz-Besatzungen als auch des technischen Personals durchgeführt werden kann.

Das scheint mir ein vollständig neuer Ansatz – bei allen binationalen Kooperationen bisher sind mir, mit Ausnahme von Panzerbesatzungen beim neuen Panzerbataillon 414 mit seiner integrierten niederländischen Kompanie, keine gemischten Crews bekannt. (Aber ich lasse mich gerne belehren.)

(Archivbild 2012: Blick ins Cockpit einer französischen Hercules C-130 – Armee de l’Air/O.Ravenel)

63 Gedanken zu „Deutsch-französische Hercules-Staffel: Bundeswehr-Zugriff auch auf französische Maschinen

  1. „Wenn die betagten Transall-Maschinen nicht mehr genutzt werden können (in Deutschland ab 2021), fehlt ein Flugzeug für die Landepisten, die für die neuen A400M-Transporter zu groß sind.“

    Ich denke es muss heißen:
    Wenn die betagten Transall-Maschinen nicht mehr genutzt werden können (in Deutschland ab 2021), fehlt ein Flugzeug für die Landepisten, für die der neue A400M-Transporter zu groß ist.

    Gruß,
    Checker71

  2. Also keine Unterstellung unter das EATC.
    Und keiner redet von den nunmehr ganz offensichtlich auch öffentlich verkündeten und nicht mehr versteckbaren falschen einsatztaktischen Forderungen für den A400M.

  3. Also ich kenne deutsche Transall Mechaniker – und von denen würde sich freiwillig keiner die runtergerockten Exemplare der Franzosen aneignen wollen – geschweige damit aufsteigen. Ich postuliere mal, dass sich Länder-Standards bei anderen Typen nicht unterscheiden. Standards scheinen deutlich unterschiedlich zu sein. Könnte interessant werden wenn man sich da einen Pool ‚teilt‘. Entweder müssen die Franzosen deutlich pingeliger werden oder die Deutschen lernen, das nicht jede herum liegende Schraube oder jeder Ölfleck bis zum Exzess nachverfolgt werden muss…

  4. @ Alpha November

    Das Problem gab es seitens der Lw schon immer: In der Anfangsphase des letzen Krieges wären britische Spitfire nicht durch die deutsche Endabnahme gekommen – das Endergebnis der sog. „Luftschlacht um England“ und der Zeit danach kennt man heute… ;-)

    @ T.W.

    Guter Hinweis am Schluss! Man könnte hinsichtlich der mil. Luftfahrt in DEU sonst wohl nur die gemischten Besatzungen bei den AWACS-Maschinen heranziehen (wobei ich da nicht weiß, wer die Schrauber stellt).

  5. Hat eigentlich keiner Bauchschmerzen dabei, wenn schon heute eine Festlegung auf diesen Typ C130 stattfindet? Was ist denn mit dem „heiligen Gral“ des Wettbewerbs…der doch Kosten senkt und kreative Lösungen ermöglicht? Sollte man nicht erst (produkt-)neutrale, funktionale Forderungen definieren, dann europa- und ggf weltweit ausschreiben, und dann schauen wir mal ob die C130 wirklich in der Kosten/Nutzen Analyse gewinnt…? Da gibt es doch schon Beispiele was passiert, wenn der Bund (oder der Nutzer) einfach mal so tut als könne er aus den Regalen der Hersteller nach eigenem Gusto auswählen. Das geht doch schief..

  6. Wie ist denn da das “Gegengeschäft“ geregelt? Haben die Franzosen dann auch Zugriff auf deutsche Flugzeuge / Besatzungen und wenn ja für welche Einsätze. (Zustimmung des Bundestags bei französischen Einsätzen in Afrika?)

  7. @ T.W.: „Das scheint mir ein vollständig neuer Ansatz – bei allen binationalen Kooperationen bisher sind mir, mit Ausnahme von Panzerbesatzungen beim neuen Panzerbataillon 414 mit seiner integrierten niederländischen Kompanie, keine gemischten Crews bekannt. (Aber ich lasse mich gerne belehren.)“

    Neuer Ansatz ja und langsam ist auch ein Schema zu erkennen. So geht das Deutsch-Norwegische Beschaffungsvorhaben von U-Booten in die gleiche Richtung. Hier werden U-Boote der gleichen Klasse bestellt und eine enge Marinekooperation wurde angekündigt.

    Die norwegische Verteidigungsministerin Ine Eriksen Søreide sagte nach der Entscheidung für eine Marinepartnerschaft mit Deutschland „Die Entscheidung beinhaltet eine verpflichtende und langwährende Zusammenarbeit zwischen den Marinen, die U-Boote und andere Kapazitäten umfasst. Die Zusammenarbeit wird auch Ausbildung, Training, Betrieb, Wartung und Unterstützung der neuen U-Boote umfassen.“

  8. na das kann ja heiter werden wenn deutsche gefahr im verzug einsätze mit spezialkräften vom plazet und kooperation Anderer abhängen und umgekehrt.

    mal sehen wie sich die franzosen mit ihrer bekannten „can do“ mentalität mit einem deutschen red card holder schlagen.

  9. Interessant wird zunächst die Ausgestaltung einer entsprechenden Vereinbarung mit Frankreich sein und dann beim ersten Einsatz, wie dieser abläuft. Sich so oft zurückhalten wie z. B. bei AWACS-Einsätzen kann Deutschland sich dann meiner Meinung nach nicht mehr.

    Und wie reagiert der Bundestag? Ich kann mir vorstellen, dass eine entsprechende Absprache mit Frankreich, Einsätze zu fliegen, von Parlamentariern als Umgehung des BT gesehen werden könnte. Oder soll es dann eine pauschale Genehmigung bestimmter Einsätze geben?

  10. @Ralla | 28. März 2017 – 16:43
    „Wie ist denn da das “Gegengeschäft“ geregelt? Haben die Franzosen dann auch Zugriff auf deutsche Flugzeuge / Besatzungen und wenn ja für welche Einsätze. (Zustimmung des Bundestags bei französischen Einsätzen in Afrika?)“

    Ein berechtigte Frage! Bisher ist der DEU BT ja mehrheitlich gegen „Vorratsbeschlüsse“ von daher sehe ich hier erhebliche Probleme auf uns zukommen.

    Weniger im Bereich von tatsächlichen MilEvakOp bzw. SpezOp. Das kann man über das Instrument der nachträglichen Genehmigung durch den BT ja lösen. Aber bei so manchem anderen FRA Einsatz in Afrika lieg sicherlich nicht die nach (bisherigem) DEU Gesetz notwendigen Voraussetzungen vor. Das kann zu erheblichen Verstimmungen zwischen BERLIN und PARIS führen…

  11. Ich stimme zu, das ist in allen Bereichen absolutes Neuland.
    Gemessen am Nutzer / Bedarfsträger gibt es hier zwei Baustellen.
    Im Bezug auf Evak.Op findet / fanden in der Vergangenheit immer wieder gemeinsame Übungsvorhaben statt. Somit kennt man die Verfahren zumindest in diesem Bereich.

    Betrachtet man den Bereich Spezialkräfte, so wird hier Neuland betreten. Das gemeinsame Üben mit Französischen SOF Crews ist neu.
    Auch innerhalb der BW ist das Element SOF AIR FW in Hohn noch recht neu.
    Dennoch konnte am letzten Tag der BW in Hohn eindrucksvoll gezeigt werden wie weit man in diesem Bereich schon gekommen ist!!!!
    Ich kann jedem interessierten die Videos auf You Tube nur empfehlen.

    Meiner Ansicht nach ist ein Deutsche Lösung mit C130J der bessere Weg!!
    Die Fähigkeiten Fliegerisch sind da und das umschulen auf das dann neue Flugmuster ist lösbar wenn man will und zwar in allen Bereichen.
    Gerade für SF oder SOF Einsätze sind die National Cavets gerade bei DEU meist größer als bei FRA.
    Das dürfte bei gemischten Besatzungen meiner Ansicht nach nicht funktionieren , besonders nicht wenn FRA mal eben schnell in Afrika eigene Intressen vertritt!!!
    Wer sich mit FRA SOF mal beschäftigt hat der wird staunen was da geht!!

  12. Warum die dt. Maschinen erst in „voraussichtlich“ 2019 bestellen? Besteht die Nicht-fähigket des A400m nicht schon heute und können die „paar“ Flz der Franzosen alle anstehenden Erfordernisse beider Länder bis 2019/2021 abdecken?
    Wäre das nicht sinnvoller jetzt schon einige dt. Flz ebenfalls zu beschaffen? Auch wenn diese dann erst in 2019 zulaufen?

  13. Hier eine Binationale Einheit zu schaffen geht weiter, als bisher bei der D/F-Brigade und ist auf den ersten Blick ein Fortschritt. Und soweit es um Evakuierungsmaßnahmen geht, gibt es kein verfassungsrechtliches Problem in Deutschland, wenn dann deutsche Maschinen für einen französischen Einsatz eingesetzt werden, weil darüber kann die Bundesregierung wegen Gefahr im Verzug in der Regel alleine entscheiden.

    Aber beim Einsatz von deutschen Tankflugzeugen in Afrika oder von Luftlandeunternehmen mit deutschen Maschinen, um den Präsidenten X an der Macht zu halten oder den Präsidenten Y abzusetzen, wie es Frankreich in seinen ehemaligen Kolonien handhabt seit Jahrzehnten, da kommen wir in verfassungsrechtliche Probleme. Da könnte es sich aus deutscher Sicht um einen Angriffskrieg handeln bzw. könnte es an UN oder Nato-Mandat fehlen und unter Umständen gibt es auch keine Hilfsbitte des Staates, in welchem eingegriffen wird.

    Erstaunlich ist, daß die Franzosen NatRKM mit Deutschland zu betreiben, aber die Briten dies fürchten. Frankreich und GB setzen ihre Streitkräfte öfter und leichter kriegerisch ein, so daß die britische Ablehnung verwundern muss(oder Brexitfolge?), aber die französische Bereitschaft könnte auch der Versuch sein, die BW planmäßig in den Schutz der Sahel-Zone reinzuziehen und einzubinden per Salami-Taktik!

  14. @Oliver: Unterschätzen Sie mal nicht den haushaltärischen Vorlauf. Sehr viel schneller geht das nicht.

    Ansonsten bin ich bei @Hubi: Das alles hätte man schon vor Jahren kommen sehen MÜSSEN.

    Und die detaillierten Absprachen bzgl nationaler Vorbehalte werden darüber entscheiden, ob diese Kooperation über die gemeinsame Stationierung hinaus geht.
    Im Übrigen stehen permanent deutsche Kräfte unter einem nicht-deutschen Kommando, jeden Tag, hier gibt es also schon Erfahrungen. Spannend bleiben die linken und rechten Grenzen der „ständigen Einsatzfähigkeit“ außerhalb des vorher eingeholten BT-Mandats.

  15. weil ein Einsatz von Luftfahrzeugen mit britischen Hoheitsabzeichen im Rahmen des deutschen Nationalen Risiko- und Krisenmanagements [NatRKM] von britischer Seite aus rechtlichen und auch politischen Gründen ausgeschlossen wird.

    Kann man Hoheitszeichen wechseln? Was sind die Voraussetzungen dafür?

    Diese Frage ist ja auch zwischen Deutschland und Frankreich interessant. Kann ein deutsches Flugzeug fallweise und kurzfristig in französische Hoheit übergeben werden?

  16. @T.W.:
    Die Besatzungen im PzBtl 414 sind doch nicht gemischt, oder?

    Die angedachte Durchmischung bei C-130J wäre wirklich ein weiterer Schritt. Aber auch ich bin skeptisch, ob EvakOp und SpezOp hier der richtige Ansatz sind.

    Zumal es dem Anspruch widerspricht diese Dinge in nationaler Verantwortung durchführen zu können.

    Auch die auf einmal aufkommende Erkenntnis im BMVg, dass es eine „kleine Fläche“ sinnvoll ist, erinnert nur noch an:

    Was erinnert mich mein Geschwätz von gestern (siehe kleine Anfragen der letzten 10 Jahre).

    Hoffe dies hilft so manche Aussage des BMVg bei manchem Leser hier besser einzuordnen.

  17. @ Ein Leser

    Die Hardware/das LFZ könnte ohne weiteres übergeben werden. Das ist Sache des Vertrages zwischen FRA und DEU.
    Die Besatzungsmitglieder sicherlich nicht , das funktioniert ja schon bei AWACS nicht ohne weiteres.

  18. Was passiert, wenn der Front National die künftige französische Regierung stellt? R🌟

  19. Sehr schön:
    „Frankreich hingegen zeigte von Beginn an eine große Kooperationsbereitschaft auch im Bereich NatRKM und SpezOp“ und
    „Schon bevor Deutschland – voraussichtlich – 2019 Maschinen bestellt, die dann zwei Jahre später geliefert werden sollen, stehen die französischen Flugzeuge für nationale deutsche Rettungs- und Evakuierungsmissionen zur Verfügung

    Die FRA Hercules C-130J sind mit der TRICOLORE unterwegs, unterstelle ich.
    Wie muss eigentlich der rechtliche Status, ggf auch als rechtmäßiger Kombattant, bewertet werden, wenn eine DEU Besatzung an Bord eines FRA Lfz in Kampfhandlungen verwickelt wird, was bei SpezOps eher Regel als Ausnahme sein dürfte?

    PS:
    414 taugt als Beispiel für Mischung im Sinne bi-nationale Lfz Besatzung NICHT!
    Das Btl ist REINRASSIG in den Panzerbesatzungen, den PzZg, den PzKp. Allein das Btl als Ganzes und der BtlStab sind gemischt.
    Eine gemischte Ausb bei ausgesuchten AusbAbschn steht dem nicht entgegen.

    [Den Begriff reinrassig, noch dazu in Versalien, wollen Sie bitte noch mal überdenken. T.W.]

  20. @Oliver @TomTom
    Ein weiterer Punkt den es bei dem Bestellzeitrahmen zu beachten gilt ist, wann die ersten Lieferkapazitaeten freiwerden. Eine Firma wie Lockheed Martin wird in der Regel schon volle Auftragsbuecher haben und da kann mich nicht einfach an die vorderste Stelle in der Schlange springen.

  21. wg. PzBtl 414: Wenn ich den Kommandeur der niederländischen 43 Mechanisierten Brigade gestern richtig verstanden habe, gibt es durchaus gemischte Panzerbesatzungen.

  22. @T.W./XX:
    vielleicht erleben wir gerade live das Ende nationalstaatlicher Streitkräfte in Europa. Bleibt abzuwarten ob sich das erkennbare „Schema“ in der politischen und militärischen Praxis bewährt – wenn ja, dürfte das uns alle dazu zwingen „Streitkräfte“ ganz neu zu denken. So wie zur Zeit vor den grossen Nationalkonflikten des 19.-20. Jhs. z.B. Ich glaube man kann ohne schlechtes Gewissen behaupten die genannten Projekte sind zumindest aus Sicht der Politik Prototypen um dieses Szenario auszutesten.

  23. Ich mag etwas falsch verstanden haben, aber ich war davon ausgegangen, dass dt. Besatzungen natürlich nur dann frz. Einsätze begleiten, wenn das so vom Bundestag bewilligt wurde. Sprich: Die dt. Flugzeuge stünden ggf. den Franzosen zur Verfügung (auch ohne BTag-Zustimmung), fliegen müssten die Franzosen die Mühlen aber schon selber. Das Hoheitszeichen könnte man ja überkleben…

  24. Herr Wiegold, Sie können’s nicht wissen, aber:
    REINRASSIG ist ein Fach-Terminus aus dem Bereich der Kampftruppen des Heeres der klarstellt, dass Truppe nicht mit anderen Truppengattungen (National/Multinational) gemischt wird.
    Z.B.:
    PzGrenKp (+/-) ist nicht reinrassig verwendet, da ein PzZg hinzukommt (+) und ein PzGrenZg abgegeben wird (-).
    (… und keinesfalls was Sie mir ggf unterstellen …, aber ich kann Ihren Einwurf verstehen. Nur bin ich jener Kategorie nicht zugehörig)!

  25. @KPK

    Eben, ein Fachterminus dafür, dass Truppe nicht mit anderen Truppengattungen gemischt wird. Was über die Nationalität nix aussagt, deshalb seien Sie lieber vorsichtig damit, diese Begriff für Panzertruppe deutsch und Panzertruppe niederländisch zu gebrauchen…

    @uli
    Das wurde nicht so ganz klar; müsste man noch mal prüfen.

  26. Wegen der Mischung von Besatzungen habe ich bei „defensive“ in NLD nachgefragt, via Twitter.
    Meine Auffassung: in der Ausb kann das gemacht werden, wäre hinsichtlich Zusammenarbeitsfähigkeit sogar sinnvoll.
    Im Einsatz sind gemischt-nationale Besatzungen tödlich, im eigentlichen Wortsinn:
    – fehlende Sprachkompetenz,
    – abweichende FmSys
    UND
    – abweichende Verfahren der Feuerleitung, Schießverfahren und Kommandosprache!

  27. Wen es interessiert:
    @Defplatform @Defensie @hdevreij Heren, zijn de bemanningen van de tanks in Duits/Nederlands Panzerbataillon 414 gemengd, of puur nationaal?
    …sind die PzBesatzungen des DEU/NLD PzBtl 414 gemischt oder rein national.

  28. Aus eigener Erfahrung in Westafrika: Diverse französische Transall haben inzwischen etwa das Dreifache der ursprünglich vorgesehenen Flugstundezahl erreicht und fliegen tagtäglich weiterhin im scharfen Einsatz. Meines laienhaften Wissens nach trifft das auf Maschinen der Luftwaffe kaum zu. Daher die (hier sicher nicht ganz neue) Frage nach dem Grund für das Ende der Nutzung 2021? Liegt es nur am dann fehlenden Personal?

  29. @ eff

    „Grund für das Ende der Nutzung 2021? Liegt es nur am dann fehlenden Personal?“

    obig von mir bereits thematisiertes Mentalitätsdelta zwischen den Rheinufern.

    drüben flexibilität, einsatzwille, primat des auftrags / hüben verwaltungsmentalität, absicherungsdenken, psychologische selbstblockade.

    vieles was hierzulande für naturgesetzlich unmöglich deklariert wird ist anderswo gängige praxis.

  30. Nicht jede starke Meinung ersetzt Fakten… Nach meiner Erinnerung hat es auch was mit zunehmenden Ersatzteilproblemen zu tun?

  31. Hintergrundfrage binationale Einheiten:

    Ist die Instandsetzungskompanie (3./) des VersBtl D/F eigentlich noch binational gemischt, nachdem das 110e RI ja aufgelöst wurde?

  32. Dann brauchen wir auch keine 53(40) A400m im Bestand haben… bei bis zu 10 C-130J und A310/A330!
    Nicht in Lechfeld und nicht in Wunstorf.

  33. Notnagel | 29. März 2017 – 0:34 Dann brauchen wir nicht….

    Ob brauchen oder nicht, die Zukunft wird es zeigen. Aber die Flieger sind doch bestellt, Vertrag abgeschlossen, da kann DE wohl nicht mit einem Nö zurücktreten.

  34. @ Stefan Büttner:

    Alle!

    Na das ist doch mal etwas nach französischem Geschmack: Die Franzosen halten vor/machen, die Deutschen zahlen – jeder, was er kann – so hat man sich das doch schon mal vorgestellt, z.B. bei der „Force de frappe/dissuasion nucléaire de la France“ oder bei Einsätzen in Afrika.
    Ein Offenbarungseid der deutschen Seite allemal und ein weiterer Beleg dafür, dass die Zeiten, wo man mit Deutschland (und seinem Militär) u.a. „Vorausplanung“ und „Organisation“ verband, vorbei sind.

  35. Wo – wenn nicht bei Unterstütungskräften – bietet sich denn pooling und/oder sharing an ? Und diese „Spitzen“ gegen die angeblich so schlamperten Froschschenkelfressertransportfliegerei sind einfach nur unterste Schublade. Hauptsache, man kann meckern…..

  36. Ich habe von solchen Planungen keine Ahnung. Im Artikel steht die Zahl 2024 im Raum.
    Kann mir jemand erklären warum dass so ewig dauert?
    Die Flugzeuge sind in Produktion, die Infrastruktur ist in Jahresfrist zu bauen und eine komplette Ausbildung (Pilot und Techiker) dauert etwa 3 Jahre.

  37. NLD VtgMin hat zur Frage der eventuellen Mischung von Panzerbesatzungen beim PzBtl 414 auf meine gestrige Anfrage, siehe 22:38, geantwortet:
    @Defplatform: @kaikowsk @Defensie @hdevreij nationaal. NL beslist ook over inzet.
    Also, nationale Besatzungen über deren Einsatz auch ausschließlich national entschieden wird.

    Wie ich zuvor versucht hatte herauszuarbeiten, jedes sonstige Verfahren, wäre extrem tödlich. Für den Bereich der Kampftruppen trifft dies auf sämtliche „Kleine(n) Kampfgemeinschafte(n)“ zu.
    Mehr noch, die PzZg und PzKp unterliegen gleichen bewährten Grundsätzen für die Grundgliederung der TEinh und Einh. Allenfalls in einer jeweiligen Truppeneinteilung ist eine Unterstellung eines z.B. NLD PzZg unter einer DEU Kp denkbar. Dies allerdings nicht innerhalb ein und desselben Btl-Typs. In Einsätzen „Einsatz verbundener Kräfte“ bei Pz /PzGren gemeinsam macht also eine DEU PzKp (+) taktisch Sinn. Das (+) wäre dann bspw. ein NLD Painfpeloton (PzGrenZg) mit CV-90.
    Wesentlicher aber an obiger Aussage, der quasi nationale Führungsvorbehalt. Die Verwendung des Btl als binationaler Panzertruppenteil steht damit, realistisch betrachtet, nur auf dem Papier. Ausgeschlossen ist des weiteren damit auch der pur NLD Einsatz der „eigenen“ PzKp, da der zugehörige Unterstützungsanteil der St/StabsVersKp deutsch besetzt ist, vom BtlStab ganz zu schweigen.
    Damit wird so ganz nebenbei der vornehmlich politische Stellenwert des Btl deutlich: DEU Heer kann behaupten, ein zusätzliches PzBtl zu führen, die NLD eine PzTr zu haben.
    Beide Aussagen sind definitiv unzutreffend!

  38. Ein geldgsparendes Sharing-Modell mag ja durchaus sinnvoll sein, aber nicht wenn nach bisherigen Erwägungungen die LFZ-Besatzungen ohne Auslandsverwendungszuschlag/Tagegeld geplant werden, da man auch, so die Begründung, grenznah aus Dt heraus nach Evreaux Pendeln könne..

    Sozialverantwortlich und familienfreundlich geht anders.
    Zumal die Stehzeit des einzelnen umzuschulenden Besatzungsmitgliedes bestimmt bei mehr als drei Jahren sich belaufen dürfte, in Relation zu Sprache lernen und Umschulung/Ausbildung.!

    Gerade im Bereich SOF und MilEvacOp kann man nicht nur durch jung dynamische Besstzungsmitglieder einsetzen, die gerade hochmotiviert aus Bremen kommen einsetzen.

    Solange für das Personal nichtmal Pläne existent sind, braucht man über Bestellzeitpunkte bei Lockheed nicht zu diskutieren.

  39. Kurzes Zwischenfazit: Der eine findet die wichtigste Nachricht, dass auf Kampfpanzern keine gemischten deutsch-niederländischen Besatzungen im Einsatz sind, und kann das hier mit zahlreichen Kommentaren verdeutlichen. Der andere behauptet, die Franzosen, denen kann man doch nicht vertrauen. Und dann gibt es noch das natürlich nicht zu unterschätzende Problem, dass für die Stationierung in Evreux kein Auslandsverwendungszuschlag gezahlt wird. Von anderen Kleinigkeiten ganz zu schweigen.

    Leute, merkt ihr eigentlich noch was? Wie klein soll das Karo hier noch werden?

    Ich setze jetzt hier mal alle Kommentare auf moderiert und siebe die OTs aus.

  40. Herr Wiegold, Ursache Ihrer Fazit-Feststellung ist Ihr obiger Satz:
    „Das scheint mir ein vollständig neuer Ansatz – bei allen binationalen Kooperationen bisher sind mir, mit Ausnahme von Panzerbesatzungen beim neuen Panzerbataillon 414 mit seiner integrierten niederländischen Kompanie, keine gemischten Crews bekannt. (Aber ich lasse mich gerne belehren.)“
    Die „Belehrung“, besser Richtigstellung mit ausschließlichem Bezug zu 414, war mir ein besonderes Anliegen. Mehr sollte es auch nicht sein, Ihrer „Aufforderung“ folgend.

    [Genau. Und für Ihr Anliegen, mich zu belehren, braucht es fünf Kommentare von Ihnen plus eine Anfrage in den Niederlanden. Für einen Nebensatz, der mit dem eigentlichen Thema so was von gar nix zu tun hat. Nur damit Sie ihr Lieblingsthema hier ausbreiten können. Das illustriert genau das, was ich meine. Und damit sollten wir diese unsinnige Debatte beenden. T.W.]

  41. @Dante Wie von mir oben schon erwaehnt. Die Lieferfristen fuer Flugzeuge aus jedweder Fertigungsstrasse, ob Zivil oder Militaerisch, betragen mehrere Jahre da Ruestungsfirmen Auftragsbuecher fuer mehrere Jahre im voraus fuellen und somit keine freien Kapazitaeten vorhanden sind. Sie stellen sich fiktiv in einer Schlange mit mehreren Jahren Wartezeit an..

  42. Falls gestattet, noch eine kleine Anmerkung: welche fliegende Sandpistensau hat wohl weltweit so ziemlich das dichteste zivil-militärische Service-Netz hinter sich ? Könnte das zufälliger Weise die Lockheed C-130 sein ? Glaube kaum, dass da AB mit dem A400 jemals mithalten kann. Wenn bei der C-130 “ was hakt“, dann findet man technisch-logistische Unterstützung meist gleich um die Ecke auch in Afrika. Wenn beim A400 „was hakt“ – und sei es auch nur eine undichte Dichtung – dann geht da ein logistischer Wanderzrkus los, der unbeschreiblich ist. Taktisch-logistische Nachhaltigkeit ? Null.
    Dieses DE/FR C-130 Joint Venture ist -auch mit Blick auf NATO/US Kompatibilität – imho zu ziemlich das Vernünftigste, was sich die Lw-Planer in den letzten Jahren haben einfallen lassen.

  43. … will jetzt nicht das Joint Venture mit den Franzosen in Frage stellen. Aber man hat die Engländer gefragt, da stellt sich mir die Frage inwieweit man bei der US Air Force angefragt hat? In Ramstein unterhalten die doch auch eine Handvoll C130. Zum einen stehen die Kisten dann in Deutschland, zum anderen sind wir mit den USA näher an Lockheed und dem Ersatzteilservice der USAirForce als mit anderen Partnern.

  44. eine Möglichkeit die Fähigkeiten schneller aufzubauen (sagen wir mal bis Ende 2018/2019) wäre es wenn man von den US Streitkräften nachdem die Maschinen bestellt worden sind, erstmal übergangsweise die Zielzahl (10) an Maschinen aus deren Bestand least… diese stünden dann sofort zur Verfügung (Anfang 2018) und man könnte mit der Ausbildung direkt starten… sobald die eigenen Maschinen da sind wird das Leasing zurückgefahren…
    gerade an C130J haben die US Streitkräfte mehr als genug im Bestand… da fallen 10 Stück nicht ins Gewicht… das wäre auch mal eine andere Möglichkeit um den Europäischen Part in der NATO zu stärken… also auch im Interesse der USA
    …aber vermutlich besteht aktuell kein Bedarf auf Seite der Bundeswehr hier schneller zu sein… die C160 sind ja noch da…und fliegen noch irgendwie :-P

  45. @klabautermann

    Da würde ich Ihnen widersprechen.

    Die Beschaffung von laser guided sidewinder könnte noch Vernünftiger gewesen sein.

    Sicher Optimierungsmöglichkeiten gibt es immer (habe ich auch schon welche geäußert) aber es ist auf jeden Fall ein sehr guter Schritt wenn es um Kategorien wie Einsatzfähigkeit und Kosteneffizienz geht.

    Vielleicht sind das ja Anzeichen dass es bei der Lw etwas besser wird. Wäre ganz praktisch immerhin ist deren Gerät verdammt teuer.

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